Vergangenen Sommer kam mir die Idee bei einem Besuch dieses wunderbaren Schlosses. Mithilfe der Museumsdirektorin und des Philatelistenverbands Norddeutschland lässt sich das Ganze nun realisieren. Und zwar nicht vor allem für ein philatelistisches Fachpublikum, sondern für eine breite Öffentlichkeit - und mutmaßlich zehntausende Besucherinnen und Besucher von April bis September 2025.
Königliche Briefe an historischem Ort
Social Philately-Werbeschau mit Vernissage im Schloss Glücksburg
Es sind faszinierende historische und postgeschichtliche Unikate, die bald an einem ganz besonderen Ort ausgestellt werden: Briefe europäischer Königsfamilien, die in engem Zusammenhang mit dem Schloss Glücksburg stehen. Dieses Schloss ist nicht nur eines der schönsten Wasserschlösser Deutschlands, sondern auch der Stammsitz einer Familie, deren Mitglieder in den vergangenen beiden Jahrhunderten in die königlichen Familien Englands, Skandinaviens, Griechenlands und Russlands einheirateten. Royale Verbindungen, die bis heute bestehen und die ein bedeutender Teil der Geschichte unseres Kontinents sind.
Diese Geschichte wird nun wieder lebendig in diesen einmaligen Briefen der Dynastie Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg und der mit ihnen verwandten Familien, die ab April in Glücksburg ausgestellt werden. Dokumente, die oft sehr persönliche Einblicke in große und kleine Ereignisse aus dem königlichen Alltag geben, menschliche und nicht selten berührende Geschichten: von der dänischen Prinzessin Alexandra, die an der Seite des britischen Thronfolgers Albert Edward trotz schwerer Erkrankung zu einer selbstbewussten Modeikone wurde und die ihrer Zeit damit weit voraus war. Von ihrem Mann, dem späteren König Edward VII., der seine Ehefrau mit zahllosen Mätressen betrog und der seine Dates dabei ganz klassisch mit kurzen Briefen („Ich komme zum Tee“) ankündigte. Oder auch vom jetzigen König Charles III., der in seinen Briefen gerne sehr persönliche Ratschläge gab. So schrieb er einer Hofdame vor seiner Hochzeit mit Diana im Juli 1981, sie möge doch „vorher aufs Klo gehen, denn du wirst in der Kathedrale lange warten müssen.“
Erzählt werden diese Anekdoten aus den Palästen Europas an einem unterhaltsamen Abend im Festsaal des Schlosses von der Journalistin Catrin Bartenbach, RTL-Königshaus-Expertin, und Peter Hornung FRPSL, Sammler königlicher Briefe und ebenfalls Journalist. In der Social Philately-Werbeschau, die an diesem Abend eröffnet wird und die bis September zu sehen ist, können die Gäste diese faszinierenden originalen Schriftstücke kennenlernen – an einem authentischen und fast magischen Ort, der damit auf immer historisch verbunden bleibt: Schloss Glücksburg.
Zu dieser Veranstaltung gibt es auch einen Sonderstempel und eine besondere Postkarte geben – mit Abbildung der britischen Königin Alexandra, Tochter des „Ur-Glücksburgers“ König Christian IX. von Dänemark, die vor einhundert Jahren gestorben ist. Im Schloss ist für vier Wochen ein Briefkasten, über den Briefe und Postkarten für den Sonderstempel aufgegeben werden können. Dieter Stephan (Windloh 57, 22589 Hamburg) vom Philatelistenverband Norddeutschland e.V. bietet einen Belegservice für die Sonderpostkarte an (2,50 € echt laufend, blanko 2 €).
Vernissage (Eintritt frei) am 10. April 2025, 18.30 Uhr, Anmeldung erbeten bei:
s.ascheron@schloss-gluecksburg.de oder per Post: Stiftung Schloss Glücksburg, z. Hd. Frau Dipl.-Kffr. Susanne Ascheron, Museumsdirektorin, Schloss Glücksburg, 24960 Glücksburg.
Zum hier abgebildeten Beleg:
Brief aus dem Schlossarchiv Glücksburg: Absender ist der preußische Kronprinz Friedrich Wilhelm, der spätere Deutsche Kaiser Friedrich III., Empfänger Prinz Julius von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg. Aufgegeben als Einschreiben am 21. Juni 1883 im Postamt Wildpark beim Neuen Palais, Sanssouci, Potsdam. Der Kronprinz musste nur das Briefporto von 10 Pfennig bezahlen, die Sendung wurde auf Staatskosten eingeschrieben.
