Briefmarken Atteste

Thema:

Deutsches Reich Zeppelinpost Plattenfehler

aviator Am: 18.01.2025 18:50:20 Gelesen: 3060 # 1
Zeppelinpost Plattenfehler Michel 424 bei Zeppelinmarken Deutsches Reich 4 Reichsmark Hallo Allerseits, dieser Plattenfehler (der ab ca. 2011 bekannt wurde), ist bei der Deutsches Reich Zeppelinmarke zu 4 RM Michel 424 I, K mit Punkt zwischen R+K (Feld 32) auf jedem Bogen (= 50 Marken) nur 1x vorhanden und entsprechend selten. Ob postfrisch, oder gestempelt ist zunächst egal. Da aber wesentlich weniger postfrische Marken als gestempelte im Umlauf sind, gibt es entsprechend weniger postfrische Marken mit diesem Plattenfehler. „Soweit so gut“. Ab etwa 2013 hatte ich begonnen diesen Plattenfehler ca.10 Jahre zu registrieren, also was ich in sammelwürdiger Erhaltung dazu finden konnte. Bei den gestempelten Marken aber nur einige lose Marken wegen der Preisentwicklung. Dazu mehr gestempelte Marken auf Belegen, weil die auf Belegen eben interessanter sind. In dieser Zeit habe ich bei gestempelt auf Belegen 35 Stück registriert, aber eben auch nicht alles was ich fand. Bei den postfrischen in Einheiten vom Rand, da daraus immer die Plattennummer (Feld 32) ersichtlich ist, habe ich alles registriert was ich fand. Bei den postfrischen Einheiten sind das11 Stück plus 4 Bögen = 15 Stück Michel 424I, K mit Punkt zwischen R+K (Feld 32) geworden. Als Beispiel davon hier abgebildet die Bilder 177 + 433. Was ich jedoch nur 1x in diesen 10 Jahren finden konnte, ist eine Einheit vom Rand auf dem dieser Punkt zwischen R+K (Feld 32) fehlte! Was könnte der Grund für dieses wirklich extrem seltene Stück sein? Hier als Bild 423. Angenommen dieser Punkt zwischen R+K (Feld 32) ist nur in einer „Teilauflage“ der Bögen vorhanden gewesen. Wie „übergroß“ müsste diese „Teilauflage“ mit Punkt zwischen R+K (Feld 32) gewesen sein und wie „verschwindend“ gering die ohne Punkt zwischen R+K (Feld 32)? Hätte man damals bei der Sichtkontrolle (Druckbeginn) der Bögen den Plattenfehler entdeckt, müsste die Seltenheit doch „umgekehrt“ und die Druckplatte geändert worden sein. Bei einer Auflage dieser Marke von 500.000 Stück, also 10.000 Bögen, ergibt es doch keinen Sinn wegen weniger Bögen vor Druckende den Druck zu stoppen und die Druckplatte wegen des „Pünktchens“ auf Feld 32 zu ändern. Ein „Fremdkörper immer haargenau“ am gleichen Punkt schließt sich doch eigentlich von selbst aus. Ist es möglich, dass eine sehr geringe Auflage dieser Marke von einer anderen Druckerei, mit einer anderen Druckplatte hergestellt sein könnte? Kann Jemand genaue Angaben zu diesem Druck machen? Im Vorab schon mal vielen Dank! Mit besten Grüßen, Aviator
aviator Am: 21.01.2025 16:02:31 Gelesen: 2982 # 2
Hallo Allerseits, möchte hier noch auf einen zweiten Plattenfehlerauf bei Michel 424 hinweisen, der gut sichtbar, aber heute kaum noch bekannt ist. In früheren Katalogen wurde dieser Plattenfehler „waagerechter Strich durch Luftpost“ noch gelistet. Er ist auch nur 1x im Bogen immer auf Feld 47 zu finden. Als echt beförderter Beleg mit Einzelfrankatur Unterrandstück besonders attraktiv, aber so nur sehr selten zu finden. Mit besten Grüßen, Aviator
angim Am: 21.01.2025 16:20:02 Gelesen: 2978 # 3
@ aviator [#2] Vor vielen Jahren wurde im Briefmarkenspiegel über diesen Plattenfehler berichtet. Der junge Herr Sieger hatte diesen Fehler beim Auftrennen von Frankatur für Zeppelin-Briefe erstmalig entdeckt. Viele Grüße Thomas
aviator Am: 21.01.2025 16:57:50 Gelesen: 2956 # 4
Hallo Thomas, vielen Dank für die Info! Hatte auch schon vergeblich in meinen Schränken "gewühlt", aber den alten Katalog nicht gefunden. Die Art wie dieser Plattenfehler entdeckt wurde, kannte ich auch noch nicht. Mann lernt eben nie aus und das ist gut so! Nochmals vielen Dank und Grüße! Aviator
angim Am: 21.01.2025 17:01:45 Gelesen: 2950 # 5
@ aviator [#4] Es war der Briefmarkenspiegel 2/2003 Ich habe den Artikel aufgehoben, weil ich damals in einer alten Schwarte diese Entdeckung gemacht habe: Die Erinnerung hat mich im Stich gelassen. Entdeckt wurde dieser Plattenfehler durch den Baron von Mark! Viele Grüße Thomas
aviator Am: 21.01.2025 19:16:15 Gelesen: 2900 # 6
Vielen Dank für die Abbildung und die Korrektur. Super! Aviator
aviator Am: 21.01.2025 19:36:40 Gelesen: 2891 # 7
Hallo Allerseits, Da ich das Thema Plattenfehler auf Zeppelinmarken mit der Michel 424 einmal angefangen habe, könnte ich das eigentlich auch noch mit anderen Plattenfehlern der Deutsches Reich Zeppelinmarken fortsetzen. So viele sind das nicht und den meisten Sammlern dürften die auch aus Katalogen bekannt sein. Richtig interessant sind aber beförderten Belege, bei denen durch die Art der Verwendung dieser Marken auch Seltenheiten entstanden sind. Beginnen wir mit der Michel 438 I „Mond über Luftschiff (Feld 49)“. Da gibt es einen besonderen Beleg, der bei Fischer.166 in 2019 Los 4247 mit Condor Zusatzfrankatur verkauft wurde. Bei der „normalen“ Michel 438 ist z.B. die Verwendung auf Polarfahrt schon äußerst selten und bisher konnte ich nur 5 dieser Belege registrieren. Bilde die Karte auch ohne Plattenfehler zum Vergleich hier mit ab. Als Frankatur mit Michel 438 II „Mond unter Luftschiff (Feld 50)“ und Verwendung auf Polarfahrt ergibt das eine nicht „alltägliche“ Albumseite, die man gerne mal wieder anschaut. Von der Michel 439 I „Blitz neben Adler (Feld 10)“ gibt es sehr schön frankierte Belege, aber als besonderen Beleg möchte ich hier die Verwendung auf einer Paketkarte abbilden. Von der Michel 439 II „Blitz durch Heck (Feld 17)“ gibt es auch einen besonderen Beleg mit Condor Zusatzfrankatur. Als Besonderheit möchte ich hier noch einen DOX Brief mit abbilden, der je mit einer 2 RM + 4 RM SAF frankiert wurde und beide Marken (sozusagen „100%“) einen Plattenfehler (438 I + 439 I) aufweisen. Mit besten Grüßen, Aviator
angim Am: 21.01.2025 19:45:10 Gelesen: 2888 # 8
@ aviator [#6]

Der seinerzeitige Autor des Artikels war übrigens Wolfgang Jakubek!

Er kannte Baron von Mark, der in der Weihnachtszeit 1928 im elterlichen Briefmarkengeschäft beim Auftrennen diesen Plattenfehler entdeckte. Es war die Briefmarkenhandlung Paul Baumann, Berlin.

Dieser Plattenfehler wäre seinerzeit bei der Kundschaft nicht beliebt gewesen, da man sich bei den exorbitant hohen Nominalen der Zeppelinmarken einwandfreie Ware wünschte.

Der Verkaufspreis des Plattenfehlers lag damals bei 8 Reichsmark (doppelte Nominale).

Viele Grüße
Thomas
aviator Am: 22.01.2025 14:55:01 Gelesen: 2850 # 9
Na schau an. "Mister Mauritius" (Wolfgang Jakubebek) hat den Artikel geschrieben und kannte auch den Baron. Wen kannte Jakubeck eigentlich nicht? Der konnte in den Auktionspausen den ganzen Saal alleine unterhalten. 8 Reichsmark waren zu dieser Zeit viel Geld und mit dem "schnöden Wellenstempel"? Da ist es nicht verwunderlich, dass das Stück kein Sammler wollte. Vielen Dank für die gute Recherche! Wünsche Dir eine gute Zeit und viel Erfolg, Aviator
angim Am: 22.01.2025 15:43:49 Gelesen: 2838 # 10
@ aviator [#9] Nein, mein Exemplar ist nicht das von damals. Das damalige Stück war postfrisch. Meins fand ich in einer alten Vordrucksammlung und da war die Qualität sehr unterschiedlich. In einer Ländersammlung ist so ein Exemplar als Hauptnummer sicherlich nicht zufriedenstellend. Zur Dokumentation des Plattenfehlers ist der Stempel für mich dann aber erträglich. Viele Grüße Thomas
aviator Am: 22.01.2025 18:19:36 Gelesen: 2824 # 11
Alles klar Thomas. Jetzt habe ich es „gerafft“ und danke für die Erklärung! Mit besten Grüßen, Aviator
aviator Am: 22.01.2025 19:33:55 Gelesen: 2807 # 12
Hallo Allerseits, für die Polarfahrt hat gestern die Zeit nicht mehr gereicht und deshalb möchte ich das heute hiermit nachreichen. Bei der Zeppelinmarke zu 1 RM Michel 456 I und 2 RM 457 I ist der Plattenfehler „Fehlender Bindestrich (Feld 41)“ auch auf jedem Bogen (= 50 Marken) nur 1x vorhanden und entsprechend selten. Da es nach dem Michel „Flug- und Zeppelinpost Spezial“ 2017/2018 auf Seite 147 nur in einer Teilauflage sein soll, müsste es also auf diesem Feld auch Marken mit dem Bindestrich geben. Allerdings habe ich aber in meinen 50 Jahren als Sammler noch kein Stück gesehen und im Michel Deutsches Reich Spezial steht auch nichts von einer Teilauflage. Denke es sollte sich deshalb auch um einen Druckfehler auf Seite 147 handeln, der beim Korrekturlesen übersehen, oder nicht geändert (gibt es häufig) wurde! Eine 4 RM Michel 458 I mit Plattenfehler „Fehlender Bindestrich (Feld 41)“ habe ich bisher noch nicht gesehen. Ivo Lukanc listet in seinem Handbuch auch nur die 1 RM und 2 RM mit dem Plattenfehler, wobei das aber auch bereits 1975 erschienen ist! Abbilden möchte ich dazu als postfrisch die Viererblocks von der Württembergischen Auktion 124 in 2015 Los 4418, denn da ist auch eine Expertise von Schlegel dazu. Als gestempelt auf Brief wollte ich eigentlich Viererblocks aus meiner Ex-Sammlung hier abbilden die ich vor einigen Jahren verkauft habe, aber da habe ich die Bilder damals wohl aus Versehen mit gelöscht. Die zugehörige Kopie der Expertise von Dr.Simon, habe ich aber zum Glück separat gespeichert und bilde deshalb gleich die Expertise hier ab. Da ist auch alles wie von Dr.Simon gewohnt ausführlich beschrieben! Eben habe ich gesehen, dass der Plattenfehler auf dem Brief nicht gut zu erkennen ist. Es ist jeweils die obere linke Marke auf den Viererblocks der 1 RM und 2 RM. Plattenfehler auf den Zeppelinmarken der Chicagofahrt sind mir nicht bekannt, auch nirgends gelistet und deshalb kann ich hier auch keine abbilden. Mit besten Grüßen, Aviator
aviator Am: 25.01.2025 09:17:37 Gelesen: 2679 # 13
Hallo Allerseits, eine Fälschung bei der 1 RM Michel 456 I „Plattenfehler „Fehlender Bindestrich (Feld 41)“ gibt es auch und ich hätte das nicht bemerkt, wenn da nicht ein Kurzbefund von Schlegel dabei gewesen wäre. Es ist also gut bei einem Kauf auch einmal etwas genauer zu schauen, ob da bei Marken ohne den Seitenrand nicht doch noch „Reste vom Bindestrich“ zu sehen sind. Das gilt natürlich auf für die 2 RM Michel 457 I. Mit besten Grüßen, Aviator
aviator Am: 15.03.2025 17:08:19 Gelesen: 2460 # 14
Hallo Allerseits, bei Michel 439 gibt es einen noch nicht so bekannten Plattenfehler auf Feld 2, den ich zufällig auf einem linken oberen Sechserblock entdeckt und über einen Zeitraum von 10 Jahren „verfolgt“ habe. Er ist immer auf dem Bogenfeld 2 zu finden, sehr markant und ähnelt „Inseln vor Amerika“. Deshalb für mich wirklich verwunderlich, wieso diesen Plattenfehler über Jahrzehnte kein Sammler bemerkt hatte. Dr. Simon, den ich darüber informiert hatte, wollte über diese 10 Jahre von jedem eindeutigen Beleg eine entsprechende Kopie haben und mit seinen zugesendeten Prüfbelegen dieser Marke abgleichen. War recht aufwendig, aber zu gutem Schluss konnten wir mit Sicherheit belegen, dass es ein neuer Plattenfehler auf dem Bogenfeld 2 und genau so häufig wie die Plattenfehler 439I und 439II ist. Sehr selten einmal zu finden, aber toll anzusehen ist dieser Plattenfehler übrigens als linker oberer Dreierstreifen auf Brief der gesamten Rundfahrt (Dreiecksfahrt), ab Friedrichshafen bis zurück nach Friedrichshafen! Als linken oberen Eckranddreierstreifen auf Brief konnte ich bisher noch keinen Beleg registrieren. Mit besten Grüßen, Aviator