Meine kleine Sammlung konnte ich um einen schönen Beleg erweitern.
Lokalausgabe RPD-Bezirk Hamburg Tagesstempel v. 6.10.45 nach Winsen / Luhe, Ankunftstempel 8.10.45.
Entgegen dem Verwendungszeitraum 1.9.45 – 30.10.45 der RPD-Kiel, galten die Einschreibenummernzettel zur Verrechnung der Einschreibegebühr in dem RPD-Bezirk Hamburg ab dem 1.9.45 nur bis zum 6.10.45.
Der hier abgebildete Beleg ist in mehrere Hinsichten interessant. Am 6.10.45 war der letzte Tag an dem diese besondere Form der Freimachung noch möglich war.
So steht in dem Schreiben vom 26. Sept 45 des Präsidenten der RPD-Hamburg.
Da ein ausreichender Bestand an Freimarken zu 30 und 42 Rpf vorhanden und mit weiterer Lieferung dieser Werte ohne Stockungen zu rechnen ist, soll die Verwendung der Einschreibenummern als Wertzeichen mit Ablauf des 6.10. aufgehoben werden. Die Einschreibnummern sind am 6.10 nach Schalterschluss genau festzustellen, als Wertzeichen im Markenbuch und Bestellbogen für Postwertzeichen abzusetzen und weiterhin als Formblätter wie vor der britischen Besetzung zu behandeln.
Obwohl alle Reichspostdirektionen der britischen Zone von der besonderen Verwendungsform der Einschreibezettel in Kenntnis gesetzt wurden, kam es immer wieder vor, dass aus Unkenntnis Postämter Nachgebühren erhoben.
Um hier entgegen zu wirken, wurde von einigen Amtsstellen zusätzlich ein „Gebühr bezahlt“ Stempel, wie auf diesem Beleg zu sehen, abgeschlagen.
Selbst wenn dieses Einschreiben das Prüfzeichen von „ZIERER BPP“ trägt, sollten diese Belege durchaus kritisch betrachtet werden. Dieser Brief weist allerdings alle Merkmale eines echt gelaufen Beleges auf.
Der Absender ist übrigens ein damaliger Briefmarkenhändler in Hamburg. Karl Hennig, Hamburg 59, Winterhuderquai 16. Die Straße liegt im Hamburger Stadtteil Winterhude. Heute „Winterhuder Kai“


Schönen Gruß Dieter