Harald Rauhut beschreibt sein Titelbild mit den Worten: „Die letzte Marke des Deutschen Reiches 1945, 12 + 38 Pfg. braunrot, sogenannte ‚Siegesmarke‘ mit Abbildung von Hitler neben einer JU 87, eines U-Bootes und dem ‚Tiger‘-Panzer, die zur Ausgabe nach dem Endsieg, und nach den NSFK- und NSKK-Marken geplant war. Aber nicht mehr realisiert wurde, als Einzelabzug des Entwerfers Milo Barnas im Stichtiefdruck, hergestellt für die Wiener Staatsdruckerei. Von dieser Marke sind lediglich zwei Essay-Einzelabzüge bekannt, das vorliegende wurde lt. Attest letztmalig in der 5. ÖPHILA-Auktion 1989 angeboten. Attest Soecknick ‚echt und einwandfrei‘. Eine der großen Seltenheiten des III. Reiches…“
Mit einem Ausruf von 8.000 Euro sind Interessenten dabei, wobei man vielleicht doch in Betracht ziehen sollte, dass der Begriff „Marke“ zu erweitern wäre in „Essay für eine geplante, aber nicht mehr erschienene Marke …!“ Denn die letzte „Marke“ (im Sinne eines gültigen Postwertzeichens) des Dritten Reiches ist diese von Rauhut benannte „Siegesmarke“ nicht.
Thema:
Rauhut&Kruschel Auktion: Eine allerletzte „Marke“ des Deutschen Reiches 1945 ?
Am: 06.01.2025 09:20:47
Gelesen: 19432
# 1
Eine allerletzte „Marke“ des Deutschen Reiches 1945 ?
(wm-pcp) - Etwas verblüfft betrachtet wohl so mancher das Titelbild der anstehenden 230. Versteigerung der Auktionsfirma Rauhut & Kruschel, die am 25. Januar 2025 in Mülheim an der Ruhr stattfinden wird. Denn dort ist die Rede von der „letzten Marke des III. Reiches“, der sogenannten „Siegesmarke“. Ein Blick in den MICHEL Spezial 2024 (Band I, S. 484) belehrt einen aber, das als letzte Marken des Dritten Reiches die MiNr. 909/910 vom 21. April 1945, also die SA- und SA-Wertzeichen, katalogisiert sind. Im Nachgang dazu werden noch zwei geplante, aber nicht mehr herausgegebene Wertzeichen unter der MiNr. X + XI (12 + 28 Pf. Nationalsozialistisches Kraftfahrkorps <NSKK> sowie 12 + 28 Pf. Nationalsozialistisches Fliegerkorps <NSFK>) aufgeführt, jeweils mit dem Hinweis, dass diese von Vorlagekartons herrühren.
Harald Rauhut beschreibt sein Titelbild mit den Worten: „Die letzte Marke des Deutschen Reiches 1945, 12 + 38 Pfg. braunrot, sogenannte ‚Siegesmarke‘ mit Abbildung von Hitler neben einer JU 87, eines U-Bootes und dem ‚Tiger‘-Panzer, die zur Ausgabe nach dem Endsieg, und nach den NSFK- und NSKK-Marken geplant war. Aber nicht mehr realisiert wurde, als Einzelabzug des Entwerfers Milo Barnas im Stichtiefdruck, hergestellt für die Wiener Staatsdruckerei. Von dieser Marke sind lediglich zwei Essay-Einzelabzüge bekannt, das vorliegende wurde lt. Attest letztmalig in der 5. ÖPHILA-Auktion 1989 angeboten. Attest Soecknick ‚echt und einwandfrei‘. Eine der großen Seltenheiten des III. Reiches…“
Mit einem Ausruf von 8.000 Euro sind Interessenten dabei, wobei man vielleicht doch in Betracht ziehen sollte, dass der Begriff „Marke“ zu erweitern wäre in „Essay für eine geplante, aber nicht mehr erschienene Marke …!“ Denn die letzte „Marke“ (im Sinne eines gültigen Postwertzeichens) des Dritten Reiches ist diese von Rauhut benannte „Siegesmarke“ nicht.
Harald Rauhut beschreibt sein Titelbild mit den Worten: „Die letzte Marke des Deutschen Reiches 1945, 12 + 38 Pfg. braunrot, sogenannte ‚Siegesmarke‘ mit Abbildung von Hitler neben einer JU 87, eines U-Bootes und dem ‚Tiger‘-Panzer, die zur Ausgabe nach dem Endsieg, und nach den NSFK- und NSKK-Marken geplant war. Aber nicht mehr realisiert wurde, als Einzelabzug des Entwerfers Milo Barnas im Stichtiefdruck, hergestellt für die Wiener Staatsdruckerei. Von dieser Marke sind lediglich zwei Essay-Einzelabzüge bekannt, das vorliegende wurde lt. Attest letztmalig in der 5. ÖPHILA-Auktion 1989 angeboten. Attest Soecknick ‚echt und einwandfrei‘. Eine der großen Seltenheiten des III. Reiches…“
Mit einem Ausruf von 8.000 Euro sind Interessenten dabei, wobei man vielleicht doch in Betracht ziehen sollte, dass der Begriff „Marke“ zu erweitern wäre in „Essay für eine geplante, aber nicht mehr erschienene Marke …!“ Denn die letzte „Marke“ (im Sinne eines gültigen Postwertzeichens) des Dritten Reiches ist diese von Rauhut benannte „Siegesmarke“ nicht.
Am: 06.01.2025 09:50:15
Gelesen: 19411
# 2
@ Richard [#1]
Hallo Richard,
behaupten kann man viel. Mag sein, dass so eine Marke in 1942/43 geplant war, mit Sicherheit aber nicht in 1945! Die Inschrift "Deutsches Reich" statt "Grossdeutsches Reich" spricht absolut dagegen. Auch die übrige Aufmachung, das Format, Entwerfer mittig angebracht, spricht absolut gegen das Jahr 1945.
Viele Grüße
Bernhard
Am: 06.01.2025 10:32:53
Gelesen: 19374
# 3
@ bernhard [#2]
Ungewöhnlich ist auch das UND anstatt eines Pluszeichens beim Zuschlagsbetrag.
Viele Grüße
Thomas
Am: 06.01.2025 10:34:46
Gelesen: 19370
# 4
Das 'Essay' zeigt auch keinen Pz.VI Tiger, sondern einen Pz.III (od IV, so genau kann ich das nicht erkennen.). Als 'Endsiegmarke' macht das alles keinen Sinn.
Gruß
charly999
Am: 06.01.2025 11:25:23
Gelesen: 19331
# 5
Auf der 193. Reinhard Fischer Auktion 2023 wurden zwei ähnliche Phasendrucke verkauft. Hier ist aber keine Rede von Siegesmarke oder 1945.
Viele Grüße
Bernhard
Viele Grüße
Bernhard
Am: 06.01.2025 12:14:12
Gelesen: 19284
# 6
Seit Mitte 1944 war auf allen Marken der Landesname "Großdeutsches Reich". Ich kann mir nicht vorstellen, dass man "nach dem Endsieg" wieder zu "Deutsches Reich" zurückkehren wollte.
Am: 06.01.2025 12:29:44
Gelesen: 19271
# 7
Genau - die Kanonen-/Walzenblende lässt auf einen Panzer III (am ehesten Ausführung J) und die Junkers JU 87 mit der Kanzelhaube auch auf die Jahre 1942/43 schließen!
Am: 06.01.2025 12:35:17
Gelesen: 19267
# 8
Für einen Tiger Panzer ist die Kanone aber ein wenig mickrig.
Gruß
wuerttemberger
Am: 06.01.2025 13:03:45
Gelesen: 19240
# 9
Die blumige Beschreibung im Online-Katalog ist aus dem Attest übernommen. Das wirft kein gutes Licht auf den Prüfer, dem offenbar selbst einfache historische Grundkenntnisse fehlen. Mit der Logik hapert bei seinen Ausführungen auch. Peinlich.
Gruß
charly999
Am: 06.01.2025 14:27:40
Gelesen: 19171
# 10
Der Prüfer prüft "Österreich ab 1883". Keine Ahnung, ob da das 3. Reich ab 1938 dazugerechnet wird. Vorsichtshalber das Attest mit "Österreich-Ostmark" überschrieben.
Am: 06.01.2025 15:56:15
Gelesen: 19096
# 11
Am: 07.01.2025 11:41:12
Gelesen: 18862
# 12
Unabhängig von den bereits erwähnten Ungereimtheiten stellt sich doch die Frage, ob die Bezeichnung "Essay" überhaupt gerechtfertigt ist.
Nicht jedes Druckstück, das wie eine Briefmarke aussieht, ist auch ein Essay. Dazu gehört zumindest die Ausgabeabsicht der dafür zuständigen amtlichen Stelle (Oberpostdirektion o.ä.). Zumindest einen solchen Nachweis sollte ein Prüfer erbringen können, ehe er ein Attest dafür ausstellt.
Am: 07.01.2025 11:49:10
Gelesen: 18852
# 13
Habe gerade erst das Attest gesehen. Der Begriff "Essay" kommt darin nicht vor. Er ist lediglich in der Katalogbeschreibung enthalten.
Am: 07.01.2025 13:42:00
Gelesen: 18776
# 14
An der 193. Reinhard Fischer Auktion vom 21./22. Juli 2023 wurden zwei gestalterisch ähnliche Entwürfe des gleichen Künstlers mit Attesten angeboten.
Bei diesen Stücken handelt es sich vielleicht um Vorentwürfe für das bei Rauhut angebotene Essay.


Los 2036 sienna, Ausruf 1‘500 €, verkauft für 1‘700 € + Aufgeld
Los 2037 schwarzgraublau, Ausruf 1‘500 €, verkauft für 2‘700 € + Aufgeld
Grüsse aus der Schweiz
Jacques


Los 2036 sienna, Ausruf 1‘500 €, verkauft für 1‘700 € + Aufgeld
Los 2037 schwarzgraublau, Ausruf 1‘500 €, verkauft für 2‘700 € + Aufgeld
Grüsse aus der Schweiz
Jacques
Am: 07.01.2025 17:09:26
Gelesen: 18610
# 15
Ich denke im Attest aus Österreich steht viel Unsinn.
Am: 07.01.2025 17:54:56
Gelesen: 18570
# 16
Hallo,
irgendwie finde ich das Objekt sehr zweifelhaft, v.a. weil nicht "Großdeutsches Reich" drauf steht.
Vom leider kürzlich verstorbenen Prüfer und Auktionator Wolfgang Jakubek gibt es doch ein zweibändiges Buch über die Essays und Probedrucke des 3. Reiches (Titel "Thema 3. Reich"), das Buch gilt als sein Spätwerk und kam erst vor 3-4 Jahren raus, wenn ich richtig erinnere. Ist der Essay darin aufgeführt?
Gruß
Jensen
Am: 07.01.2025 18:23:06
Gelesen: 18527
# 17
@ Schwämmchen² [#15]
Ich denke im Attest aus Österreich steht viel Unsinn.
Der Vollständigkeit halber die Scans zu dem Auktionsangebot von Beitrag [#1]:

Die Auktionsbeschreibung [1] selbst als Screenshot:
Gruß
Stefan
[1] https://www.philasearch.com/de/i_9209_572194/110_Deutsches_Reich/9209-A230-3269.html?set_sprache=de&set_gesetz_bestaetigt_jn=J&gesetz_bestaetigt_neu=J&suchtext=Siegesmarke&row_nr=0&breadcrumbId=1736270256.3476

Die Auktionsbeschreibung [1] selbst als Screenshot:
Gruß
Stefan
[1] https://www.philasearch.com/de/i_9209_572194/110_Deutsches_Reich/9209-A230-3269.html?set_sprache=de&set_gesetz_bestaetigt_jn=J&gesetz_bestaetigt_neu=J&suchtext=Siegesmarke&row_nr=0&breadcrumbId=1736270256.3476
Am: 07.01.2025 18:31:12
Gelesen: 18514
# 18
@ Jensen [#16]
Ja, es ist aufgeführt.
Als Abbildung wird ein Phasendruck gemäß Beitrag [#5] bzw. [#14] gezeigt.
„Der sogenannte „MILOS BERROS ENTWURF“
Über diese Druckprobe konnte ich keine zuverlässigen Informationen bekommen. Das Motiv soll für den Versuch verwendet worden sein, statt einem Stahldruck das Markenbild zu ätzen. Von einer „Stahlätzung“ erfolgte dann der Druck. Wenn es solche Versuche gegeben haben sollte, erscheint es aber unwahrscheinlich, dass dafür ein so ungewöhnliches „Hitler-Motiv“ verwendet wurde. Ein Motiv, das den Hitler-Kopf in Zusammenhang mit den kriegerischen Handlungen zeigte, war unzulässig. Fakt ist: Es gibt nur sehr wenige dieser Stücke. Der Druck erfolgte bei allen in dem ungewöhnlichen orangebraunen Farbton.
Das mysteriöse Essay erfreut sich aber großer Beliebtheit und wird entsprechend bezahlt. 2014 war ein solches Stück dem Käufer in Los Angeles 5.000 Dollar wert.“
Statt Milo Bernas wird bei Jakubek irrtümlich Milos Berros angegeben.
Viele Grüße
Bernhard
Am: 08.01.2025 18:15:27
Gelesen: 18281
# 19
@ Bernhard
Danke für die Info.
Also immerhin der Entwurf wird in dem Buch aufgeführt. Allerdings kann man da eine sehr große Skepsis zwischen den Zeilen lesen.
Herr Jakubek war schon direkt nach Kriegsende im Nachkriegsberlin unterwegs und hat alles was an Marken so verfügbar war ge- und verkauft und sei es gegen Zigarettenwährung mit US Besatzungssoldaten -so jedenfalls sein autobiographisches Buch "Menschen, Marken und Marotten".
Gruß
Jensen
Am: 09.01.2025 09:32:27
Gelesen: 18051
# 20
@ bernhard [#18]
" Wenn es solche Versuche gegeben haben sollte, erscheint es aber unwahrscheinlich, dass dafür ein so ungewöhnliches „Hitler-Motiv“ verwendet wurde. Ein Motiv, das den Hitler-Kopf in Zusammenhang mit den kriegerischen Handlungen zeigte, war unzulässig.
Das mysteriöse Essay erfreut sich aber großer Beliebtheit und wird entsprechend bezahlt. 2014 war ein solches Stück dem Käufer in Los Angeles 5.000 Dollar wert.“
[Letzter Satz auf Wunsch von Altsax redaktionell entfernt.]
Am: 09.01.2025 15:17:58
Gelesen: 17900
# 21
"Sowohl das gewählte Motiv als auch der genannte Preis sprechen für ein Produkt, das für eine bestimmte Zielgruppe geschaffen wurde: Die Sammler von Devotionalien des Nationalsozialismus"
Herr Rauhut betrachtet diese Anmerkung als der Langeweile entsprungenen "verleumderischen Unsinn" und hat mich aufgefordert, diesen Satz schnellstmöglich zu entfernen.
Da mir das technisch nicht möglich ist, möge das bitte die Moderation übernehmen.
Am: 09.01.2025 15:36:32
Gelesen: 17880
# 22
Darf man nicht zu einem in der Entstehung ungeklärten Abzug/Druck eine persönliche Meinung haben?
Auf die Reaktion in diesem Fall hätte man aber wetten können.
Am: 09.01.2025 15:47:30
Gelesen: 17859
# 23
Ich finde den Satz von Altsax auch nicht gut.
Am: 09.01.2025 16:09:52
Gelesen: 17835
# 24
Ich hinwiederum muss gestehen, dass mir ähnliche Gedanken wie Altsax kamen.
Am: 09.01.2025 16:16:47
Gelesen: 17822
# 25
@ Altsax [#21]
Hallo Altsax,
du hättest kein besseres Datum finden könne, um für Zensur und Selbstzensur zu werben.
Die Erklärung findet sich außerhalb der Philatelie um 19:00 auf X.
Gruß
Wessi
Am: 09.01.2025 16:26:39
Gelesen: 17797
# 26
@ Altsax [#21]
Nach meiner Meinung hat da niemand irgendetwas zu wollen. Deine Aussage bezog sich auf die Ausführungen von Wolfgang Jakubek und stellen deine Meinung dar. Punkt.
Aber wir haben ja Fachmänner in diesem Forum, die hierzu bestimmt etwas sagen können.
Viele Grüße
Bernhard
Am: 09.01.2025 16:33:04
Gelesen: 17787
# 27
Wo in den Archiven oder in der Literatur kann man denn nachlesen, dass es sich bei dem Essay um eine "Siegesmarke" handelt?
Viele Grüße
Thomas
Am: 09.01.2025 18:02:51
Gelesen: 17670
# 28
Also ich kann überhaupt nicht erkennen, was an dem Satz von Altsax problematisch sein sollte!
Die Formulierung "sprechen für...." ist noch dazu eine Formulierung die einen Unsicherheitsfaktor beinhaltet. Sollte es hier nicht möglich sein, eine Meinung zu äußern, wie man die Formulierung von Herrn Jakubek interpretiert? Noch dazu mit einem Vorbehalt in der Aussage?
Auf jeden Fall möchte ich keine Geschäfte mit Handelspartnern machen, die völlig überzogen direkt oder indirekt mit juristischen Konsequenzen drohen.
Gruß
Jensen
Am: 09.01.2025 19:21:21
Gelesen: 17583
# 29
Guten Abend,
Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, das ein völlig unbedeutender Künstler im wehrfähigem Alter (geb. 1904) den Auftrag erhält einen Entwurf (noch dazu von Hitler) zu erstellen und noch von allen Regeln abweicht?
Außer einer Geschichte (soll es gegeben haben) gibt es bisher nichts, insbesondere nichts zitierfähiges (Quellennachweise).
Ein Infragestellen des Angebots/Attestes ist nicht nur richtig sondern geboten.
grüsse Christof
Am: 09.01.2025 19:34:08
Gelesen: 17575
# 30
@ bernhard [#26]
@ alle
Die deutsche Verfassung, das Grundgesetz ist im Bezug auf unsere Meinungsfreiheit eindeutig:
Artikel 5
(1) Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt.
(2) Diese Rechte finden ihre Schranken in den Vorschriften der allgemeinen Gesetze, den gesetzlichen Bestimmungen zum Schutze der Jugend und in dem Recht der persönlichen Ehre.
Dazu gibt es nur diese Einschränkungen, die mit Bezug auf die Meinungsäusserung von Altsax NICHT zutreffen:
Zu den Beschränkungen gehören unter anderem: der Schutz der persönlichen Ehre vor Beleidigung oder Verleumdung. die Weitergabe als geheim klassifizierter Informationen. die Grenzen der Sittlichkeit und des Jugendschutzes.
Am: 09.01.2025 20:35:50
Gelesen: 17496
# 31
Hallo zusammen,
da scheinen Herrn Rauhuts Google Alerts gut zu funktionieren, wenn er sich so schnell als angegriffen äußert.
Der von ihm offenbar verwendete Begriff "Unsinn" ging mir auch durch den Kopf. Allerdings beim Lesen der zitierten Losbeschreibung und nicht bei Altsax' Äußerung.
Am: 09.01.2025 20:37:21
Gelesen: 17490
# 32
@ Altsax [#20]
Unabhängig von der Diskussion ...
mit Deiner Interpretation kann man bei (fast) allen philatelistischen Dingen dieser Zeit von Devotionalien des Nationalsozialismus sprechen, insbesondere mit Bildnissen des gewissen Herren, Symbolen und sonstigen Propagadamotiven - was sie aber zumindest für uns Philatelisten eben nicht sind. Und auch ein Eisenbahnhasser darf sich gerne eine Motivsammlung Eisenbahn anlegen.
Wenn man jemanden bewusst den Handel mit "Devotionalien des Nationalsozialismus" vorwirft, hat das aber auch einen gewissen rechtlichen Charakter. Denn ... vereinfacht gesagt, der Handel mit "Devotionalien des Nationalsozialismus" als "Devotionalien des Nationalsozialismus" ist (vereinfacht gesagt) verboten. Eine Straftat. Das heisst, wenn man öffentlich behauptet, jemand handelt mit "Devotionalien des Nationalsozialismus", dass das u.U. eine Unterstellung bzw. Verleumdung sein könnte, was aber womöglich wirklich rechtlich bedenklich sein kann.
Du darfst ja auch nicht öffentlich behaupten "Herr Müller ist ein Betrüger", nur weil das Deine Meinung ist. Ob jemand ein Betrüger ist, sagt Dir nur ein Richter. Erst ein Richter verleiht diesen Titel. ;-) Inwieweit das hier aber für "Deine Meinung" eine Relevanz hat, wage ich nicht zu beurteilen, insbesondere Deine gewählte Formulierung. Ich bin kein Jurist.
So zurück zur Philatelie bzw. ob das Philatelie ist (und eben nicht "Devotionalien des Nationalsozialismus"), müssen wir uns die folgenden Fragen stellen:
- Wurde eine Siegesausgabe geplant oder angedacht?
Sehr gut möglich, zumindest 'ganz sicher' angedacht. Es gab auch (gegen Ende des Krieges) immer noch 'offizielle Gruppen', sicherlich auch 'postnahe Kreise', die an einen Endsieg geglaubt haben. Es ist also theoretisch denkbar, dass man dort "innerhalb der Gruppe" schon einmal erste Planungen angedacht hat und womöglich befreundete Künstler davon etwas "gehört" haben.
An einen fertigen "offiziellen Auftrag" des Postministeriums glaube (...) ich aber weniger, trotzdem wird sich schon der eine oder andere "Würdenträger" in den Gremien entsprechende Gedanken gemacht, auch das Regimekünstler bereits entsprechende (Vor-) Entwürfe geschaffen haben.
Also ist Frage: Stimmen die Fakten in den Attesten? Das heisst, ist dieser Entwurf zeitgerecht? Womöglich ist der Künstler bekannt für Briefmarken? Stimmt die Angabe zur Druckerei? Gibt es Belege, dass eine Siegesausgabe angedacht bzw. geplant wurde?
Aber egal, falls ... es ist in jedem Fall nur ein Künstlerentwurf eines "Briefmarkenkünstlers", eine von ihm privat bzw. frei ausgeführte Idee, wohl keine fertige Vorlage für eine Ausschreibung der Post und wohl auch kein Essay für eine beschlossene, geplante Ausgabe. Maximal etwas, was man im Vorfeld, um sich schon einmal zu positionieren, für die Schublage kreiert hat bzw. um ggf. damit bei "gewissen Gruppen" Klinken zu putzen ;-) Oder um etwas für difusen Vorfeld-Diskussionen in "gewissen Gremien" zur Hand zu haben.
Falls ... es seinerzeit wirklich einen deutschen Endsieg gegeben hätte und es dann eine Siegesausgabe gegeben hätte ... und sich eben dieser Künstler an Hand seines Vorentwurfs mit einem Entwurf an der Ausschreibung dafür beteiligt hätte ... und er diese gewonnen hätte ... und es auf dessen Basis eine entsprechende Ausgabe gegeben hätte ... dann wäre dieser Vorentwurf sogar ein absolutes "Highlight" jeder thematischen Ausstellungssammlung zu dieser Ausgabe. Aber zum Glück gab es ja nie eine Siegesausgabe. - Und auch unsere heutige Post "verkauft" uns gerne regelmäßig immer wieder mal kartonphilatelistische "Dinge" mit nicht angenommen Entwürfen, i.d.R. auch mit der Unterschrift des Künstlers.
Also zumindest etwas "denkbar" Philatelistisches.
Solange das keine Mache aus der Nachkriegszeit ist, wie so vieles anderes auch, was ab 1945 gerne mal für viele Zigaretten an allierte Soldaten verkauft wurde, dann kann man eine gewisse philatelistische Relevanz zumindest nicht ausschliessen, falls ...
Und dieses Falls ist eine Frage an die Forschung. Dazu kann und will ich absolut nichts sagen.
Gibt es irgendwelche "offizielle" Quellen? Oder wenigstens zeitgerechte "Schriften"? Gibt es "Stellungnahmen" des Künstlers? Gibt es Druckauftragsunterlagen? Behaupten kann man ja viel... aber auf irgendwelche Quellen werden sich die Atteste ja wohl beziehen. Womöglich "nur" persönliche, glaubwürdige "Kontakte", Insiderwissen? Aber ohne diese "Attestquellenlage" je gesichtet bzw. bewertet zu haben, darf man eigentlich das Objekt zumindest nicht so pauschal abwerten bzw. diskreditieren. Man muss es ja nicht schön und "gut" finden, was man sieht, aber darum geht es ja in der Philatelie nicht.
Beste Grüße
Thomas
Am: 09.01.2025 21:09:02
Gelesen: 17466
# 33
@ Altsax [#21]
Ich stimme mit Deiner Ansicht voll überein.
Der Handel mit Produkten aus dem Dritten Reich ist im Übrigen nicht verboten und auch nicht strafbar, solange man sich die Ziele des Nationalsozialismus nit zueigen macht [1].
Die Motivation, weshalb solche Produkte seinerzeit hergestellt wurden, ist eine ganz andere Sache.
Die Aussage:
"Sowohl das gewählte Motiv als auch der genannte Preis sprechen für ein Produkt, das für eine bestimmte Zielgruppe geschaffen wurde: Die Sammler von Devotionalien des Nationalsozialismus".
trifft den tatsächlichen Sachverhalt auf den Punkt.
Und dass Rauhut sich wieder mal persönlich angesprochen fühlt - naja, das kenne ich.
[1] https://www.philaseiten.de/cgi-bin/index.pl?ME=331824
Am: 09.01.2025 22:34:40
Gelesen: 17413
# 34
Hallo,
über den Grafiker Milo Bernas habe ich im Internet "nur" folgenden Eintrag gefunden:
Milo Bernas
Leider ist über Milo Bernas wenig bekannt. Er wurde in Krakau am 24.9.1904 geboren und ist Salzburg nach 1956 gestorben. Er ist weder im Exlibris Katalog des Gutenberg Museums noch im AKL erwähnt. Auch nicht in den Nachlässen des Research-Centers im Belvedere. Gerade im ANNO gibt es eine unbedeutende Erwähnung.
Im ÖEG Jb. 45, 1963/64, S. 46: wird er als Graveurmeister genannt, er kam als Siebenjähriger nach Wien und besuchte später die Kunstgewerbeschule, Abteilung Jugendkunst unter Cischek. Bei welchen Künstler er das Graveur- und Radierhandwerk lernte, ist unbekannt. Auch in den Exlibris-Sammlungen der Österreichischen Nationalbibliothek ist er nicht vertreten. Nach dem Kriegsdienst im 2. Weltkrieg ließ er sich in Salzburg nieder und Gründete ein Graveuratelier in Salzburg, I. Kleeblattg. 7.
[...]
Quelle: http://www.exlibris.or.at/?page_id=1770
Grüßle
Holger
Am: 09.01.2025 22:51:38
Gelesen: 17391
# 35
Es ist schade, dass besonders die in [#2] bis [#7] genannten Aussagen, meiner Meinung nach gewichtige Argumente, nicht weiter beachtet werden.
Wäre auch interessant zu erfahren, ob der Graveur nach seinem Kriegsdienst, der z. B. durch Gefangenschaft auch bis deutlich nach ´45 gehen konnte, überhaupt in der Lage war, in den ersten 5 Montaten von 1945 zeitgerecht irgendwelche Entwürfe zu gestalten... Über ein vorzeitiges Ausscheiden aus der Wehrmacht, z. B. durch Verwundung, ist ja auch nichts bekannt.
Aber ohne eine brauchbare Biographie wird sich das alles wohl kaum endgültig klären lassen.
Ist es aber nicht auch bedenklich, dass so ein gezeigter "Entwurf" BPP geprüft wird, wenn über den Gestalter fast nichts bekannt zu sein scheint? Zeitgerechte Materialien waren nach dem Krieg verfügbar... Und, wenn ich das alles richtig verstanden habe, liegt kein offizieller Auftrag zur Gestaltung einer solchen Marke vor. Es wäre auch zu klären, ob in der Staatsdruckerei in Wien ausschließlich Briefmarken gedruckt wurden, was ich mir nicht vorstellen kann. Wäre es dann nicht möglich, so einen "Entwurf" auch inoffiziell, quasi nach Feierabend - und nach Kriegsende -, herzustellen?
Und ist es nicht auch so, dass "Neufunde" durch BPP nicht geprüft werden, wenn deren Herkunft/Echtheit nicht zweifelsfrei bewiesen werden kann? Wäre super, wenn Herr H-D Schlegel Licht in die Sache bringen könnte.
Gruß
Michael
Am: 10.01.2025 06:40:54
Gelesen: 17286
# 36
@ spain01 [#35]
Wie kommst Du auf "BPP geprüft"? Herr Soecknick gehört nicht dem BPP an.
Am: 10.01.2025 07:19:51
Gelesen: 17261
# 37
@ Droenix [#36]
Aber H-D Schlegel, s. Post [#14].
Am: 10.01.2025 08:22:06
Gelesen: 17229
# 38
Abgesehen von den Ungereimtheiten der Marke selbst, sind auch die historischen Zusammenhänge vom Prüfer unlogisch wiedergegeben. Das macht alles keinen Sinn. Wenn die Ausgabe der Marke nach der Ausgabe der NSFK/NSKK-Marken und nach dem Endsieg geplant war, wann soll denn der Endsieg erfolgt sein? Zwischen der Ausgabe der NSFK/NSKK-Marken und einem Endsieg hätten doch nicht nur ein paar Wochen gelegen, sondern viele Monate oder sogar einige Jahre. Und in dieser Zeit keine weiteren Marken ausgeben? Nicht zu Hitlers Geburtstag, 9.11., Braunes Band?
Hier wird ein möglicher Markenentwurf, der normalerweise max einige hundert Euro bringen würde, falls sich ein Spezialist und Interessent findet, mit Phantasieausführungen zu einer 'Siegesmarke' hochgepuscht und für einen astronomischen Preis angeboten. Ein Armutszeugnis für den Prüfer und das Auktionshaus hätte das nicht ungeprüft übernehmen dürfen.
Am: 10.01.2025 08:32:46
Gelesen: 17219
# 39
@ Droenix
Kurzer Faktencheck: Herr Soecknick prüft sowohl im VÖB als auch im BPP (ein kurzer Blick auf die Prüferseite des BPP genügt, um das festzustellen) das gleiche Prüfgebiet, für das er das Attest ausgestellt hat, und ist insofern mit der Thematik der von und im Auftrag der Reichsdruckerei Wien im 3. Reich hergestellten Briefmarken, Entwürfe etc. aus dieser Zeit bestens vertraut. Es gibt insofern für einen Auktionator keinerlei Anlass, bei dem Angebot eines solchen Stückes nicht dem ausgestellten Attest zu vertrauen. Auch die bisher in zahlreichen Beiträgen vorgebrachten Meinungen ergeben keine belastbaren Fakten, die gegen das Attest sprechen, sondern sind nur spekulativ.
Was allerdings überhaupt nicht akzeptabel ist, dass mir in einem Beitrag unterstellt wird, das Angebot eines solchen Stückes sei speziell für Sammler von NS-Devotoinalien intendiert. Das Angebot ist ausschließlich philatelistisch motiviert. Dies habe ich klargestellt und den Verfasser um Richtigstellung gebeten.
Am: 10.01.2025 09:08:10
Gelesen: 17179
# 40
@ Harald Rauhut [#39]
Lieber Herr Rauhut,
1. Altsax hat mit seiner Aussage auf den Zeitpunkt und den Grund der Herstellung des Produkts abgestellt, indem es das Wort "geschaffen" verwendet: "Sowohl das gewählte Motiv als auch der genannte Preis sprechen für ein Produkt, das für eine bestimmte Zielgruppe geschaffen wurde: Die Sammler von Devotionalien des Nationalsozialismus". Die Aussage lässt an Eindeutigkeit nichts zu wünschen übrig. Zu behaupten, dass er Ihnen irgendetwas unterstellt hat, ist schlicht und einfach falsch, jedenfalls hat er dies nicht in diesem Forum getan. Sie sind ja anscheinend sehr darauf bedacht, dass alle Menschen stets juristisch hieb- und stichfest formulieren. Können Sie angesichts dieser augenscheinlichen Diskrepanz diese hohe Messlatte eigentlich selbst erfüllen?
2. Herr Soecknick ist Prüfer, und sicherlich ein fundiert informierter Mann. Das gilt aber genauso für viele Menschen hier im Forum und seinerzeit Herrn Jakubek. Der Umstand, dass jemand kein Prüfer im VÖB oder BPP ist, bedeutet noch nicht, dass seine Argumente als bloße Meinungen und Spekulation abzuqualifizieren sind. Wir haben hier sehr gute Gegenargumente gelesen, Michael (spain01) verweist zu Recht auf die Beiträge [2] bis [7].
3. Ich würde von meinen Stammauktionatoren erwarten (Sie sind es nicht), dass sie bei begründeten Zweifeln an einem Auktionslos auch auf diese Zweifel hinweisen und es nicht bei einem Verweis auf ein Attest belassen. Schließlich sind die Fälle falscher Atteste zahlreich. Die vorgebrachten Argumente in diesem Forum rechtfertigen begründete Zweifel, jedenfalls habe ich hier unter den vielen wohlinformierten Teilnehmern keine gegenteilige Position gelesen.
@ tomato [#23]
Auch ich finde vieles nicht gut. Deswegen verlange ich aber noch nicht, dass alle mir unliebsamen Äußerungen gelöscht werden.
@ Richard: vielen Dank, dass Du Dich in diesem Forum für das freie Wort einsetzt. Sieht man leider viel zu selten in diesen Zeiten!
Viele Grüße und nichts für ungut.
Sammlerfreund Christian
Am: 10.01.2025 09:28:36
Gelesen: 17152
# 41
@ Harald Rauhut [#39]
Zur Klarstellung: Das vorliegende Attest wurde von Herrn Soecknick nicht in seiner Funktion als BPP, sondern als Mitglied im VÖB ausgestellt.
Am: 10.01.2025 09:45:47
Gelesen: 17135
# 42
@ charly999 [#38]
Volle Zustimmung. Die zeitliche Eingrenzung in diesem Attest ist meiner Meinung völlig daneben. Interessant wäre, wer der Auftraggeber für dieses Attest war.
Neben den bereits vorgetragenen Argumenten, hier noch ein weiteres laut den Jakubek-Bänden Thema 3. Reich:
"Nach dem 20. April 1944 informierte das Reichspropagandaministerium die Künstler, die an Entwürfen von Postwertzeichen beteiligt waren, dass auf Wunsch des "Führers" zukünftig kein Motiv mehr sein Kopfbild tragen dürfte."
Kurz noch etwas zu Milo Bernas:
Laut dem Buch "100 Jahre österreichische Briefmarke" von 1950, hat Bernas keine einzige Briefmarke von Östereich gestochen. Für die Stephansdom-Serie in 1946 beteiligte er sich mit einem Probe-Stich, wurde aber letztendlich nicht als Stecher ausgewählt.
Viele Grüße
Bernhard
Am: 10.01.2025 10:05:35
Gelesen: 17107
# 43
Nach einem Brief des Reichsministers und Chef der Reichskanzlei vom 26. Juni 1943 war für Münzen, Briefmarken usw. ab sofort der Begriff "Großdeutsches Reich" zu verwenden, im Umlauf befindliches bzw. angearbeitetes blieb davon wegen der Kriegslage ausgeschlossen. Passt auch nicht zum Jahr 1945.
Am: 10.01.2025 10:32:29
Gelesen: 17080
# 44
Auf der einen Seite kann ich nachvollziehen, dass Herr Rauhut vehement die Angaben dieses Essays auf Grund eines Attestes verteidigt, zumal er es ja groß auf der Titelseite seines aktuellen Auktionskataloges anpreist. Ein Rückzug könnte (ihm) peinlich sein.
Droenix [#41] weist aber richtiger Weise darauf hin, dass im Kopf des Attestes von Herrn Soecknick nichts von "BPP" steht.
Allerdings würde ich persönlich es für wirklich seriös erachten, die Auktion dieses Stückes bis zur endgültigen Klärung unter Einbeziehung aller hier vorgetragenen Argumenten (unter anderem # 2-7, 42-43) auszusetzen.
Meiner Meinung nach sollte sich auch ein erfahrener Auktionator belehren lassen, dass er bei dem einen oder anderen Angebot falsch liegt. Beispiele zu falschen Autionsbeschreibungen gibt es hier im Forum jede Menge. Vorsatz werde ich aber nicht unterstellen.
Michael
Auktionen: Falsche Beschreibungen in Auktionskatalogen
Am: 10.01.2025 15:49:42
Gelesen: 16902
# 45
Die Frage um die sich hier alles dreht ist, stimmt Altsax Vermutung "... sprechen für ein Produkt, das für eine bestimmte Zielgruppe geschaffen wurde: Die Sammler von Devotionalien des Nationalsozialismus"?
Wenn das "Ding" für Sammler von "Devotionalien des Nationalsozialismus" geschaffen (!) worden sein, dann heisst das, dass das dann logischerweise eine "Nachkriegsproduktion" ist.
Die einzige Alternative dazu ist, dass das irgendein (Vor-) Entwurf (warum auch immer) eines "Systemkünstlers" noch vor der Endniederlage war. Dann wäre es aber keine Schaffung für Sammler von "Devotionalien des Nationalsozialismus".
Dann wäre aber die Angabe zur "Staatsdruckerei Wien" zu 100% falsch. Das hätte dort sicherlich keiner nach dem Krieg mehr gedruckt, weder offiziell noch inoffiziell nach Feierabend.
Die Frage des "Warum auch immer" dürfte heutzutage wohl schwer zu entscheiden sein. Ansonsten hätte sicherlich auch Jakubek bereits seinerzeit etwas abgesicherteres angeführt. Eine bereits fest geplante Ausgabe mit einer entsprechenden offiziellen Ausschreibung bzw. Beauftragung "von offiziell Oben" dürfte eher unwahrscheinlich sein. Es sei denn es tauchen neue Dokumente auf. Ich vermute weiterhin, hier wurde von jemanden im "System" einfach mal Gedankenspiele "für den Fall, wenn ..." gemacht wurde der dann anschließend dazu entsprechende Vorentwürfe angefertigt hatte, die dann in der Staatsdruckerei in Wien gedruckt wurden. Aussagen, ob offiziell oder inoffiziell nach Feierabend, dürfte nur an Hand von entsprechende Quellen (Dokumente oder "glaubwürdige" Zeitzeugen) getroffen werden.
Das Motiv selbst macht mir bei der Betrachtung aber weniger Probleme. Das ein Künstler in seinen Vorüberlegungen die Vorsilbe "Groß-" weggelassen hat, sagt wenig. Auch das (an sich) verbotene Motiv "kriegerische Handlungen mit Bildnis" bzw. der "Wunsch" von AH aus 1944, künftig nicht mehr auf neuen Briefmarken erscheinen zu wollen, nicht. Es war ja für eine "Endsieg"-Ausgabe angedacht, d.h. wenn alles einen "krönenden" Abschluß gefunden hat. Da würden dann sicherlich ganz andere Regelungen greifen.
Die einzige wirkliche Frage ist die nach dem Druckzeitpunkt. Wann wurde das "Ding" geschaffen? Nicht der Zeitpunkt der "Inverkehrbringung" interessiert dabei (das dürfte wohl erst zum bewussten 'Zigarettenschwarzmarkt für alliierte Soldaten' nach dem Krieg passiert sein; während des Dritten Reichs waren die ganz sicher nicht 'auf dem Markt')
a) Druck vor der Endniederlage? Dann wurde der Endsiegentwurf irgendwie für bzw. sicherlich innerhalb des "Systems" geschaffen.
b) Nach der Endniederlage? (Nur) Dann würde die Aussage von Altsax 'Schaffung für Sammler von Devotionalien des Nationalsozialismus' zutreffend sein.
Diese Frage hat "das Attest" beantwortet, ob richtig oder falsch, will ich nicht beurteilen. Ich bin kein Prüfer. Was aber eher für Richtig sprechen würde, wäre die Angabe zur Druckerei, falls diese stimmen sollte. Die "Staatsdruckerei" in Wien hätte sicherlich nicht nach dem Krieg diesen Entwurf gedruckt, auch nicht nach Feierabend.
Bei "Vor" bliebe dann vielleicht nur noch eine Hintergrundrauschen-Frage nach der (einer eventuellen) "philatelistischen Bedeutung" - es wäre dann halt zumindest ein gedruckter Entwurf für eine Briefmarkenidee, die aus der "systemnahen Briefmarkenmacherschiene" heraus geschaffen wurde. Ist es mehr? Zumindest für einen philatelistischen "Briefmarken-Grafiktechnik-Historiker" sicherlich. ;-)
Beste Grüße
Thomas
Am: 10.01.2025 16:45:59
Gelesen: 16849
# 46
Die Frage, um was genau es sich bei diesem Druckstück handelt, wird sich möglicherweise nie beantworten lassen.
Es lohnt sich aber, der Frage nachzugehen, wie mit solchen Stücken umgegangen werden sollte und welche Chancen ein Käufer bei Zweifeln hätte:
a) Wenn ein Attest eines anerkannten Prüfers vorliegt, hat ein Verkäufer oder Auktionator sicherlich seine Sorgfaltspflicht erfüllt, wenn er das Los als das anbietet, was das Attest dazu aussagt.
b) Philatelistische Atteste enthalten i.d.R. keine Beurteilungsgründe und auch kaum jemals nachprüfbare Quellenangaben. Insofern hängt die allgemeine Akzeptanz von Attesten vom Ruf des Prüfers resp. seiner Organisation ab.
c) Rein formal bedarf die Anfechtung eines Attestes eines substantiierten Vorbringens. Im Streitfalle müßte ein Richter entscheiden. Spätestens dann hätte der Attestaussteller seine Einschätzung zu begründen.
d) Juristisch heikel kann es werden, wenn die AGBs des Verkäufers/Auktionators Anerkennung vorliegender Atteste verlangen und/oder womöglich Reklamations- und Gewährleistungsfristen abgelaufen sind.
e) Besonders "einmalige" Druckstücke und zeichnerische Markendarstellungen sind bisweilen in Bezug auf Zweck und Herkunft schwer zu beurteilen. Sie werden gerne als Vorstufen zu beabsichtigten oder realisierten Markenausgaben bezeichnet, ohne daß entsprechende Nachweise vorliegen. Niemand ist daran gehindert, dafür (viel) Geld auszugeben. Was als sammelnswert anzusehen ist, entzieht sich fremder Beurteilung. Wer aber sichergehen will, daß ein solches Stück dauerhaft von allgemeinem philatelistischen Interesse bleibt, sollte zumindest versuchen, beim Attestaussteller entsprechende Auskünfte zu erlangen. Die Antworten können ebenso erhellend sein wie deren Verweigerung.
Am: 12.01.2025 23:44:51
Gelesen: 16254
# 47
@ Harald Rauhut [#39]
@ Altsax [#46]
Späte Antwort, musste mich erst abregen, einiges kann so nicht stehen bleiben.
Die Frage, um was genau es sich bei diesem Druckstück handelt, wird sich möglicherweise nie beantworten lassen.
Nur die Frage wer und wann dieses Machwerk erzeugt hat/wurde und wer der Erfinder dieser Urban Legend ist bleibt im Dunkel der Geschichte. Sinn ist es ja eine Falsifizierung/Verifizierung zu verhindern. Die Geschichte wurde mit dem zensierten Satz doch treffend beschrieben.
Es lohnt sich aber, der Frage nachzugehen, wie mit solchen Stücken umgegangen werden sollte und welche Chancen ein Käufer bei Zweifeln hätte:
a) Wenn ein Attest eines anerkannten Prüfers vorliegt, hat ein Verkäufer oder Auktionator sicherlich seine Sorgfaltspflicht erfüllt, wenn er das Los als das anbietet, was das Attest dazu aussagt.
Leider falsch, bezieht sich ein Attest auf geschnitten/gezähnt oder Wasserzeichen X/Y und das Prüfgebiet des Prüfers, aber beides nicht gegeben. Wie Gauss [#10] in seiner liebenswürdigen Art andeutet und Herr Rauhut irrt (euphemistisch gesagt) ist der Prüfer eben nicht für das Gebiet zugelassen (1). Der Prüfer versucht dies zu umgehen, indem er 1945 im Attest anführt, was dann zu der Frage führt: nach Kriegsende hergestellt, österreichische Marke?
Weiter wie auch Schlegel in seinen Attesten geht es zudem um kulturhistorische Aspekte, ganze Hundertschaften von echten Wissenschaftlern haben Listen von Künstlern erstellt (u.a. gottbegnadeten Liste) die den Nazis genehm waren und für sie arbeiten durften. Nun kommen ganze Heerscharen von Pseudo irgendwas (Rauhut, Schlegel, Soecknick, APHV, BDB und Deutsche Briefmarken-Revue) und verbreiten eine Geschichte passend zu Auktion.
In keiner Weise wurden Sorgfaltspflichten erfüllt, die Entdeckung der allerletzten Briefmarke des Deutschen Reiches verlangt nun zwingend die Angabe von zumindest Indizien und das bevor solch eine Rarität angeboten und massiv beworben wird.
Allen Lesern sei empfohlen, das Thema von Anfang an zu lesen, von vielen werden noch gewichtigere Gründe/Beweise angebracht (tw. mit Hinweisen zu Quellen).
grüsse Christof
(1) Prüfgebiet Österreich bis 1938, und dann wieder ab Mai 1945, nix Deutsches Reich weder VÖB noch BPP.
Am: 13.01.2025 10:30:33
Gelesen: 16085
# 48
Entscheidend ist der Punkt:
"e) Besonders "einmalige" Druckstücke und zeichnerische Markendarstellungen sind bisweilen in Bezug auf Zweck und Herkunft schwer zu beurteilen. Sie werden gerne als Vorstufen zu beabsichtigten oder realisierten Markenausgaben bezeichnet, ohne daß entsprechende Nachweise vorliegen. Niemand ist daran gehindert, dafür (viel) Geld auszugeben. Was als sammelnswert anzusehen ist, entzieht sich fremder Beurteilung. Wer aber sichergehen will, daß ein solches Stück dauerhaft von allgemeinem philatelistischen Interesse bleibt, sollte zumindest versuchen, beim Attestaussteller entsprechende Auskünfte zu erlangen. Die Antworten können ebenso erhellend sein wie deren Verweigerung."
Solange dazu nichts im "Attest" steht, ist es nichts weiter als eine beliebige Meinung.
Am: 13.01.2025 11:53:22
Gelesen: 16031
# 49
@ chris63 [#47]
Das sehe ich ganz ähnlich!
Fassen wir nochmals zusammen, wir haben hier
a) Phasendrucke, erwähnt bei Jakubek, Atteste von H.D. Schlegel. 2 unterschiedliche Theorien. Jakubek: Versuche mit Stahlätzung; H.D. Schlegel: Einzelabzug einer nicht zur Ausgabe gekommenen Sondermarke. Bei einem Versuch gemäß Jakubek könnte es möglich sein, dass der Stecher, der vermutlich auch den Entwurf angefertigt hat, das Motiv selbst auswählen konnte. Allerdings wäre es m.E. logischer gewesen wenn man ein bereits umgesetztes Motiv gewählt hätte. Dann wären bessere Vergleichsmöglichkeiten von Qualität und aufgewendeter Arbeitszeit möglich gewesen.
b) Druckprobe mit Wertangabe, Attest von Rüdiger Soecknick. Laut diesem eine für 1945 vorgesehene, nicht zur Ausgabe gekommene Sondermarke.
Man muss beide Druckerzeugnisse sowohl zusammen auch als getrennt betrachten. Beide können echt oder Fantasieobjekte sein, vielleicht ist aber auch nur eines der Drucke originär und das andere ein Fantasieobjekt? Vielleicht wurden sie in den ehemaligen Beständen der Staatsdruckerei aufgefunden, bzw. in den in Privathänden des Wiener Verlegers Emanuel Fiskus gekommenen Beständen. Die Atteste liefern keinen genauen Hinweis darauf.
Beide Druckwerke sprechen m.E. gegen eine geplante Sondermarkenausgabe. Das Format für die Briefmarkenausgabe wird dem Entwerfer ganz konkret vorgegeben und vom Stecher genau umgesetzt. Bei beiden Druckwerken würde es sich um ein neues Format handeln. Bei gleichbleibendem Maschinenpark und in der Kriegszeit m.E. völlig ausgeschlossen.
Bei der Druckprobe mit Wertangabe kann auch das angeblich vorgesehene Ausgabejahr 1945 aus den schon genannten Gründen ausgeschlossen werden. Mich würden frühere Atteste interessieren, z.B. vom Los der 5. Öphila-Auktion. Der Auktionskatalog würde in der Phil. Bibliothek in München vorliegen.
Wäre es abwegig zu denken, der Inhalt des Soecknick-Attestes wäre mehr das Wunschdenken des Auftraggebers gewesen?
Möglich wäre z.B. auch folgendes: Miloslaw Bernas (so hieß er richtig) bewarb sich bei der Staatsdruckerei Wien als Markenstecher und lieferte als Referenz selbst hergestellte Stiche ab. Diese wurden dann später in den Unterlagen der Staatsdruckerei gefunden?
Viele Grüße
Bernhard
Am: 13.01.2025 12:11:44
Gelesen: 16013
# 50
Der Entwurf stammt aus der Auflösung des Archivs der Österreichischen Postverwaltung zusammen mit weiteren Entwürfen von Milo Bernas und hatte die Beschriftung "Siegesmarke", daher die von mir gewählte "Bezeichnung".
Ein anderer, aus dem Jahr 1946 stammender Entwurf einer brennenden Erdkugel war mit "Gräuel des Krieges" bezeichnet.
Papier und Gummierung und Druck weisen eindeutig auf eine Herstellung in der Österreichischen Staatsdruckerei hin. Wann genau die Herstellung erfolgte, war leider nicht dokumentiert.
Rüdiger Soecknick
Am: 13.01.2025 14:52:34
Gelesen: 15883
# 51
Der Begriff Siegesmarke wäre plausibel, wenn man den Entwurf auf das Ende des Jahres 1941 datieren könnte.
Zu diesem Zeitpunkt war die Wehrmacht an der Stadtgrenze von Moskau angelangt und die Sowjetunion befand sich tatsächlich in einem kritischen Zustand.
In dieser Zeit glaubten viele daran, dass der Sieg nah wäre und da macht dann auch ein Entwurf einer Siegesmarke Sinn.
Das Problem mit der Inschrift "Deutsches Reich" wäre in diesem Fall dann auch gelöst.
Das Rad der Geschichte hat sich dann ja anders gedreht.
Viele Grüße
Thomas
Am: 13.01.2025 16:05:51
Gelesen: 15784
# 52
@ r.soecknick [#50]
Vielen Dank für die Aufklärung! Somit ist die Herkunft und Zusammengehörigkeit dieser beiden Drucke bestätigt.
@ angim [#51]
Durchaus denkbar. Für diesen Zeitraum Ende des Jahres 1941 sprechen auch die beiden etwas unterschiedlichen Motive. Das Überwasserschiff wurde durch ein U-Boot ersetzt. Nach dem Untergang des Schlachtschiffes Bismarck wurde der U-Boot-Krieg forciert und die großen Überwasserschiffe eher versteckt.
Viele Grüße
Bernhard
Am: 26.01.2025 16:00:01
Gelesen: 15264
# 53
Die "allerletzte Marke" wurde in der Rauhut & Kruschel Auktion zu 7.250 Euro + Aufgeld zugeschlagen !
Schöne Grüsse, Richard
Am: 26.01.2025 16:37:07
Gelesen: 15212
# 54
@ Richard [#53]
Naja, das hat es ja zum Glück keinen Armen getroffen. ;-) Demnächst wird bei A. Schlegel der Phasendruck angeboten, mal sehen wie viel der bringt.
Viele Grüße
Bernhard
Am: 26.01.2025 17:37:46
Gelesen: 15150
# 55
@ Richard [#53]
Wobei der Ausdruck "allerletzte Marke" - egal wie - doch irgendwie irreführend bis extrem falsch sein sollte, oder? Es sei denn man plante im Jahr 1941 - unmittelbar nach dem Endsieg - das Deutsche Reich aufzulösen. ;-)
Zumindest teilt die Herkunft "Auflösung des Archivs der Österreichischen Postverwaltung", dem Druck unstrittig den Status 'ein gewisses philatelistischen Interesse' zu. Egal, was-wo-wie Hintergrund. ;-) Damit sollte wenigstens diese Frage geklärt sein, der Rest obliegt nun der Forschung, falls es jemanden ... ;-)
Beste Grüße
Thomas
Am: 26.01.2025 19:11:20
Gelesen: 15086
# 56
Glückwunsch aus Bochum an den Mülheimer Ruhrgebiets-Nachbarn Herrn Rauhut, dass er einen Käufer für diesen Nazi-Kram gefunden hat. Er liest ja offenbar hier fleißig mit. Oder lässt lesen.
Das passt zumindest zur Einschätzung eines Mülheimer Sammlers, der mir bereits um das Jahr 2000 gesagt hat, dass er bei Rauhut nichts kaufen möchte.
Und: Nein, ich bin nicht neidisch auf den "Erfolg".
Viele Grüße
Thomas
Am: 29.01.2025 00:14:17
Gelesen: 14659
# 57
Rüdiger Soecknick hat das Attest als Prüfer des VÖB ausgestellt. Der BPP hat damit nichts tun. Streng genommen fällt das Prüfstück gar nicht in das Prüfgebiet "Österreich" von Soecknick. Österreich war in der Zeit von 1938 bis 1945 völkerrechtlich nicht existent, und die Wiener Staatsdruckerei unterstand dem Deutschen Reich. Also ein Fall für die Schlegels. Die haben sich zu ähnlichen Stücken viel allgemeiner geäussert, und nur festgestellt, dass die Prüfstücke echt und zeitgerecht sind. Der Entstehungszeitraum wird nur grob auf die Jahre 1938 bis 1945 datiert, und über die Absichten des Entwurfes äußern sich die Schlegels nicht.
Der österreichische Prüfer Soecknick geht viel weiter und spricht von einer "Siegesmarke". Man kann nur spekulieren, warum er das Wort in Anführungszeichen setzt. Vielleicht ist es nur eine persönliche, aber nicht belegte Vermutung. In ein Attest gehören nach meiner Meinung nur Fakten, aber keine persönlichen Meinungsäußerungen. Im weiteren schreibt der Prüfer, dass die Ausgabe nach den NSFK und NSKK Marken geplant gewesen sei. Hier erwarte ich vom Prüfer eine entsprechende Quellenangabe, zum Beispiel aus Unterlagen der Staatsdruckerei. An dieser Stelle würde ich beim Prüfer nachfragen. Entweder es gibt glaubwürdige Quellen, und falls nicht, müsste der Prüfer das Attest an dieser Stelle korrigieren. Die Prüfgebühr für dieses Stück rechtfertigt den Mehraufwand, auch die historischen Hintergründe offenzulegen.
Solche Essays sind nicht ungewöhnliches für große Druckereien. Künstler haben Arbeitsproben abgegeben, und es wurden wenige Abzüge angefertigt, um eine Vorstellung des fertigen Markenbildes zu haben. Solche Stiche hat man auch gleich zum Einrichten der Maschinen verwendet. Ansonsten ist alles von den Vorrednern gesagt worden, ich gehe nicht von einem fertigen Markenentwurf aus.
In diesem Punkt irrt Altsax, dass dieses Stück für "Sammler von Devotionalien des Nationalsozialismus" geschaffen wurde. Es handelt sich um eine Druckprobe, die dem Zeitgeist und den üblichen betrieblichen Abläufen entsprach, nicht mehr und nicht weniger.
Die Losbeschreibung von Rauhut bauscht das Attest noch einmal auf. Die Auktionatorensprache lebt von Übertreibungen. Da wird ein Mangel schon einmal zu "unbedeutend und nur der Form halber erwähnt" herabgestuft. Spitzfindige Juristen könnten in der Losbeschreibung einen Wettbewerbsverstoß ausmachen, wenn die "geplante Briefmarke" des Deutschen Reiches gar nicht belegbar ist.
DL8AAM irrt in einem Punkt: der Handel mit Devotionalien des Nationalsozialismus ist nicht verboten, solange damit nicht offensichtliche Nazi-Propaganda betrieben wird oder verfassungsfeindliche Symbole gezeigt werden. Die Abbildungen von Kriegsgerät fallen nicht darunter, auch das Konterfei von Hitler ist kein verfassungsfeindliches Symbol.
Nun zur Stellungnahme von Herrn Rauhut:
Kurzer Faktencheck: Herr Soecknick prüft sowohl im VÖB als auch im BPP (ein kurzer Blick auf die Prüferseite des BPP genügt, um das festzustellen) das gleiche Prüfgebiet, für das er das Attest ausgestellt hat, und ist insofern mit der Thematik der von und im Auftrag der Reichsdruckerei Wien im 3. Reich hergestellten Briefmarken, Entwürfe etc. aus dieser Zeit bestens vertraut. Es gibt insofern für einen Auktionator keinerlei Anlass, bei dem Angebot eines solchen Stückes nicht dem ausgestellten Attest zu vertrauen. Auch die bisher in zahlreichen Beiträgen vorgebrachten Meinungen ergeben keine belastbaren Fakten, die gegen das Attest sprechen, sondern sind nur spekulativ.
Was allerdings überhaupt nicht akzeptabel ist, dass mir in einem Beitrag unterstellt wird, das Angebot eines solchen Stückes sei speziell für Sammler von NS-Devotoinalien intendiert. Das Angebot ist ausschließlich philatelistisch motiviert. Dies habe ich klargestellt und den Verfasser um Richtigstellung gebeten.
Formal wäre Herr Soecknick für das Stück gar nicht zuständig gewesen. Prüfer sind aber freie Menschen, die aber auch Fehler machen können. Herr Rauhut macht sich das Leben zu einfach, bei einem Ausruf im oberen vierstelligen Bereich blindlings dem Prüfer zu vertrauen. Ein Attest entbindet den Auktionator nicht von seinen kaufmännischen Sorgfaltspflichten gegenüber dem Einlieferer und dem Käufer. Natürlich kann er sich im Innenverhältnis am Prüfer schadlos halten, solange die Haftung aus dem Attest nicht verjährt ist.
Ich würde als Auktionator ein solches Los nicht als Titelblatt auswählen. Die Gefahr wäre mir zu groß, in eine "bestimmte Ecke" gestellt zu werden. Auktionskataloge werden in einer Klarsichtfolie verpackt und verschickt. Unbeteiligte bei der Post sehen nur das Titelblatt. Es kann auch bei Hausbewohnern ein falscher Eindruck über den Empfänger entstehen, wenn ein solcher Katalog im Hausflur liegt, weil er nicht in den Briefkasten passt.
Rechtlich ist das Titelblatt nicht zu beanstanden. Die Auswahl des Titelblattes ist die freie Entscheidung des Auktionators, der damit als vernünftiger Kaufmann einen entsprechenden Umsatz verbindet. Der Markt für Devotionalien des Nationalsozialismus brummt. Der Handel ist nicht verboten und nicht jeder Sammler von solchen Erinnerungsstücken ist selbst ein Nazi.
Natürlich schlägt sich die Beliebtheit im Preis nieder. Essays von Briefmarkenkünstlern aus anderen Zeiten bringen nur einen Bruchteil des Zuschlags dieses Loses ein. Die Mitbewerber von Herr Rauhut aus dem Rheinland fahren die gleiche Schiene und bieten auch Uniformteile und anderes aus dieser Zeit an.
Fazit: nach meiner Meinung hat Herr Rauhut nichts Unrechtes getan. Die Beschreibung entspricht dem Üblichen und geht für mich in Ordnung. Aber wer solche Stücke an so exponierter Stelle anbietet, begibt sich in ein Haifischbecken. Dann darf man nicht dünnhäutig gegenüber kritischen Meinungsäußerungen sein. Auch aus kaufmännischer Sicht wäre ich gegenüber Philatelisten wie altsax besser nachgiebig.
Am: 29.01.2025 12:10:18
Gelesen: 14480
# 58
Streng genommen fällt das Prüfstück gar nicht in das Prüfgebiet "Österreich" von Soecknick. Österreich war in der Zeit von 1938 bis 1945 völkerrechtlich nicht existent
Auch wenn Österreich von 1938 - 1945 (bzw. 1938 + 1945 nur teilweise) nicht als eigenständiger Staat existiert hat, so sind auch diese Jahre natürlich trotzdem Teil der österreichischen Post- und Markengeschichte.
Formal wäre Herr Soecknick für das Stück gar nicht zuständig gewesen.
Warum?
Mit österreichischen Stempeln auf deutschen Marken von 1938 - 1945 kennt sich Herr Soecknick z.B. vermutlich deutlich besser aus als die Gebrüder Schlegel.
Am: 29.01.2025 13:56:38
Gelesen: 14412
# 59
@ alex11 [#58]
Mit "vermutlich" lässt sich aber nichts be- bzw. nachweisen. Und es geht hier auch nicht um mit österreichischen Stempel versehene Marken des Deutschen Reiches.
Die Prüfgebiete im VÖB zeigen eine Unterbrechung der Prüfjahre. Gelistet sind: 1918 - 1938 und 1945 - Gegenwart. Demnach wird anscheinend der hier relevante Zeitraum nicht geprüft und damit wäre Herr Soecknick, bei allem Respekt vor seiner sonstigen Prüfertätigkeit, nicht für eine Prüfung zuständig.
Gruß
Michael
https://www.xn--vb-fka.com/?p=50
Am: 29.01.2025 16:01:46
Gelesen: 14302
# 60
@ r.soecknick [#50]
Rüdiger Soecknick schreibt in seinem Beitrag "Wann genau die Herstellung erfolgte, war leider nicht dokumentiert." Im Attest nennt er aber das Jahr 1945, und schreibt, dass die Ausgabe nach den NSFK und NSKK Marken geplant war. Diese Aussage muss ein Prüfer belegen können, zum Beispiel durch einen Auftrag der Wiener Staatsdruckerei an den Künstler Milo Bernas.
Grundsätzlich kann jeder Prüfer, der Zugang zu Vergleichsmaterial hat, feststellen und attestieren, ob ein Essay zeitgerecht ist, oder erst Jahre später hergestellt wurde. Darauf bezieht sich auch nicht meine Kritik.
Persönlich kann ich meinen Vorrednern folgen, und würde dieses Essay in die frühen 40er Jahre einordnen. Auch dann bleibt noch die Frage offen, ob es sich lediglich um eine Arbeitsprobe eines noch recht unbekannten Künstlers handelt, oder ob eine Markenausgabe mit diesem Motiv konkret geplant war.
Herr Rauhut lehnt sich weit aus dem Fenster, wenn er von der letzten Marke des Deutschen Reiches spricht. Die Platzierung des Loses auf der Titelseite sorgt für zusätzliche Aufmerksamkeit. Dann muss man sich auch kritischen Fragen stellen.
Und die Philaseiten sind ja nicht die einzigen Kritiker. Auf der Seite des Auktionatorenverbandes findet sich eine Jubelmeldung, niemand erwartet etwas anderes von einem Verband, dessen Präsident der betroffene Auktionator selbst ist. Im Händlerverband APHV ist Rauhut nur einfaches Mitglied, und dort kann man schon kritischer schreiben. Bereits die Überschrift der Meldung des "pcp"-Pressedienstes endet mit einem Fragezeichen [1]. Der Autor Wolfgang Maassen ist angesichts der Beschreibung des Auktionshauses Rauhut "etwas verblüfft". Im weiteren Text schreibt Maassen: " Mit einem Ausruf von 8.000 Euro sind Interessenten dabei, wobei man vielleicht doch in Betracht ziehen sollte, dass der Begriff „Marke“ zu erweitern wäre in „Essay für eine geplante, aber nicht mehr erschienene Marke …!“ Denn die letzte „Marke“ (im Sinne eines gültigen Postwertzeichens) des Dritten Reiches ist diese von Rauhut benannte „Siegesmarke“ nicht." [1]
Mein Fazit: Diese "Marke" wird umstritten bleiben. Ein Auktionator muss damit leben können. Kaufmännisch dürfte es sich gelohnt haben.
https://aphv.de/eine-allerletzte-marke-des-deutschen-reiches-1945/
Am: 29.01.2025 16:18:04
Gelesen: 14289
# 61
@ drmoeller_neuss [#60]
Essay für eine geplante, ...
Selbst soweit würde ich nicht gehen, ohne entsprechende "Belege".
Ich würde hier eher den Ausdruck "angedacht" wählen. Wenn man gewonnen hätte, dann wäre sicherlich so etwas wie eine "Siegesausgabe" gekommen, ganz sicher, aber bereits einen echten Plan sehe ich persönlich zumindest (noch) nicht als gesichert belegt.
... von Rauhut benannte „Siegesmarke“
Wenn die Aussage in [#50] stimmt (und nichts läßt mich glauben, dass das eine Falschinfo ist!), dann war dieser Druck im Archiv der Österreichischen Postverwaltung unter genau diesen Namen abgelegt. Also wurde das Konvolut von "der Postverwaltung" so bezeichnet und das Auktionshaus hat diesen "postalischen Archivnamen" nur einfach übernommen, so wie der Prüfer scheinbar auch.
Wobei eine irgendwann stattgefundene Einlagerung in einem Archiv nicht zwingend in jeden Fall auch immer ein Qualitäts- bzw. Echtheitsnachweis darstellen muss. ;-)
Beste Grüße
Thomas
Am: 29.01.2025 22:58:55
Gelesen: 14077
# 62
@ spain01 [#59]
Was soll das heißen, die 'Prüfgebiete im VÖB'?
Die VÖB gibt keine Prüfgebiete vor, sondern die einzelnen Mitglieder suchen sich Prüfgebiete nach ihrer Qualifikation aus (und müssen diese Qualifikation vor der Aufnahme in den Verband natürlich auch nachweisen).
Im BPP wird das wohl prinzipiell nicht anders laufen.
Warum österreichische Prüfer Marken / Belege von 1938 - 1945 nicht prüfen dürfen / sollen, erschließt sich wohl nur einigen Mitgliedern hier.
Speziell bei österreichischen Stempeln aus dieser Zeit ist das diesbezügliche Knowhow und die Erfahrung bei einigen österreichischen Prüfern wohl unschlagbar, und es macht für einen österreichischen Sammler nicht wirklich Sinn, solche in Deutschland prüfen zu lassen.
Am: 29.01.2025 23:11:12
Gelesen: 14060
# 63
@ alex11 [#62]
Also Bitte.
Das fragliche Stück ist NICHT gestempelt. Warum reitest Du auf österreichischen Stempeln herum?
Und, natürlich dürfen österreichische Prüfer 1938/45 prüfen, WENN dies ihr Prüfgebiet ist.
Koban
Am: 29.01.2025 23:59:26
Gelesen: 14029
# 64
@ alex11 [#62]
Hast du dir den Link angeschaut? Dort steht eindeutig, welche Gebiete vom VÖB geprüft werden. 1939 - 1945 (wohl bis Kriegsende) ist weder aufgeführt noch sind Prüfer dafür benannt. Für mich als (potentiellen) Prüfkunden bedeutet das, dass ich Marken des Deutschen Reichs aus dieser Zeit zu keinem Prüfer aus Österreich zu senden brauche, weil keiner davon als Prüfer zugelassen ist. Eine andere Interpretation lässt diese Auflistung definitiv nicht zu. Andere Erklärungsversuche helfen nicht, da sie nicht ersichtlich sind.
Daher darf/dürfte wohl nichts aus diesem Zeitraum im oder unter dem Namen des VÖB geprüft werden. Wenn Prüfer für Österreich Atteste für Marken des Deutschen Reichs aus diesem Zeitraum erstellen, dann wohl nicht unter ihrer Bezeichnung als Prüfer im VÖB. Wenn ein Prüfer zusätzlich als offizieller Sachverständiger tätig ist, dann kann gerne geprüft, besser: attestiert werden, aber in den Attesten darf dann wohl kaum der Anschein erweckt werden, es würde sich um ein VÖB-Attest, wohl gleichzusetzen mit BPP, handeln. Meiner Meinung nach wäre das dann eine Täuschung. Es müsste dann ersichtlich sein, dass ein Attest (lediglich) als Sachverständiger erstellt wurde.
Herr Schmidl, füher BPP für Markenheftchen, hat in seiner Eigenschaft als öffentlich bestellter Sachverständiger auch viel außerhalb der Heftchenmarken signiert, aber immer ohne den Zusatz BPP.
Bedenke: Herr Soecknick hat das hier sehr diskutierte Attest als Mitglied des VÖB ausgestellt und nicht als BPP. Hätte er als BPP geprüft, wären einige Diskussionen hier nicht notwendig.
Ich möchte Herrn Soecknick nicht zu nahe treten, aber aus Diskussionen zu Prüfungen im Allgemeinen (Richard kann vielleicht den einen oder anderen Link einfügen) wissen wir hier, dass es zumindest einige Prüfer gab, die auch viele Marken außerhalb ihres angestammten Prüfgebietes signiert haben, z. B. Dr. Dub. Und oft lagen sie einfach daneben, weil die notwendige Fachkompetenz letztlich doch fehlte. (Herr Soecknick, wenn Sie hier mitlesen: ich möchte hier einfach sachlich bleiben und Sie in keiner Weise irgendwie persönlich angreifen!)
Viele Prüfer haben nicht automatisch ihre Prüfkompetenz dadurch, weil sie im entsprechenden Prüfgebiet, hier Österreich, leben.
Mein Fazit: die Marken des Deutschen Reiches zwischen 1939-45 sind im VÖB nicht als Prüfgebiet ausgewiesen und dürften dadurch auch nicht durch Prüfer des VÖB in deren Prüfereigenschaft geprüft/attestiert werden.
Gruß
Michael
Am: 30.01.2025 00:33:05
Gelesen: 14012
# 65
Mich interessiert nicht, ob Herr Soecknick für dieses Stück formal prüfberechtigt ist. Laut dem österreichischen Prüferverband dürfen nur "Postwertzeichen im weitesten Sinn" geprüft werden. Ist dieser Vorlagekarton überhaupt ein "Postwertzeichen im weitesten Sinn"?
Mich interessiert mehr der Inhalt des Attestes. Wenn daraus die "letzte Marke" des Deutschen Reiches abgeleitet wird, muss eine zeitliche Einordnung zwingend erfolgen.
Laut dem Beitrag von Herrn Soecknick ist genau diese zeitliche Einordnung nicht möglich. Dass das Stück echt und in der Staatsdruckerei Wien entstanden ist, stelle ich nicht in Frage. Aber gerade die Aussage "Letzte Marke" ist wertentscheidend.
Ist es irgendein Vorlagekarton aus dem Archiv der Staatsdruckerei Wien oder der konkrete Entwurf der letzten geplanten Marke des Deutschen Reiches?
Im übrigen scheint es für Essays aller Art aus dieser Zeit (abwertend von einigen Schreibern als "Nazi-Devotionalien" bezeichnet) einen guten Markt zu geben. Der nächste im Bunde ist das Auktionshaus Schlegel mit einer Sonderauktion.
Auch diese Auktion wird schon fleissig beworben. :)
Am: 30.01.2025 08:04:33
Gelesen: 13907
# 66
@ spain01 [#64]
Dass z.B. Russland im Rahmen des VÖBs geprüft werden darf, und Österreich 1938 -1945 nicht, macht für mich überhaupt keinen Sinn.
In der Praxis dürfte jedenfalls eine Prüfung dieses Zeitraums im Rahmen des VÖBs überhaupt keine Problem sein.
Wenn Sie das anders sehen dann spekulieren Sie nicht ins Blaue herum, sondern erfragen Sie das besser bei einem Betroffenen wie Hrn. Soecknick.
Dieser ist immerhin einer der prominentesten Prüfer des VÖBs und sollte diesbezüglich definitiv wissen, was Sache ist.
Am: 30.01.2025 10:47:27
Gelesen: 13815
# 67
@ alex11 [#66]
Der VÖB ist nicht ein Verband von Briefmarkenprüfern für Österreich, sondern ein Verband Österreichischer Briefmarkenprüfer. Von denen jeder das prüft, wofür er zugelassen ist. Wenn also für 38-45 gerade keiner zugelassen ist, mag das schade sein, wird aber nicht dadurch absurd, dass es außerösterreichische Gebiete gibt, die geprüft werden. Und nach der aktuellen Liste das VÖB ist´s halt nun mal so.
Am: 30.01.2025 12:27:15
Gelesen: 13749
# 68
Immer interessant, wenn man hier plötzlich der eigenen Vergangenheit über den Weg läuft. Miroslav (Milo) Bernas war in Salzburg bis ins hohe Alter noch für einige Kunden tätig. Meine Familie hatte damals ein Juweliergeschäft und ich durfte öfter als Bote bei Herrn Bernas im Andräviertel vorbeischauen. Ein echter Meister seines Faches und zudem ein äußerst liebenswerter Mensch.
Er ist am 11.01.1995 im 91. Lebensjahr verstorben und am Salzburger Kommunalfriedhof bestattet.
Am: 30.01.2025 13:48:45
Gelesen: 13681
# 69
Herr Rauhut bat mich um eine Klarstellung: Die Auktionskataloge der Firma Rauhut werden mit dem Adressträger auf der Titelseite versandt, so dass kein Dritter von außen sehen kann, dass es sich um einen Auktionskatalog handelt und was auf der Titelseite abgebildet ist.
Der Postversand erfolgt "neutral", aber spätestens wenn der Auktionskunde den Katalog in der Öffentlichkeit liest, zum Beispiel während einer Bahnfahrt, kann angesichts des Titelblattes ein falscher Eindruck über die politische Gesinnung von Briefmarkensammlern entstehen. Ohnehin ist das Hobby in der breiten Bevölkerungsmehrheit unbekannt, und erklärungsbedürftig. Da wäre etwas mehr Fingerspitzengefühl angesagt. Auch andere Briefmarkenhändler haben in der Vergangenheit mit Material aus dem Dritten Reich Werbung gemacht, zum Beispiel Primus mit den SA- und SS-Marken.
Es ist natürlich für einen Auktionator eine Gratwanderung. Auf der einen Seite ist er Kaufmann, und muss für einen möglichst hohen Zuschlag sorgen. Spätestens die Käufer für seine Lose kann er sich nicht aussuchen. Und bei solchem Material kommen zu den üblichen Philatelisten eben noch die Sammler von NS-Devotionalien hinzu, die für gute Preise sorgen. Während andere Essays im besten Fall für dreistellige Beträge weggehen (z.B. ein Photoessay von Heinz Schillinger, dem wohl bekanntesten Entwerfer von Bund-Marken, wurde für 199 EUR auf ebay verkauft [1]), erzielen Essays mit einschlägigen Motiven aus dem Dritten Reich vierstellige Preise. Aus dem Rahmen fällt die von Rauhut angebotene "Siegesmarke", wohl deshalb, weil sie als "letzte Marke" des Deutschen Reichs angeboten wurde.
Für mich ist die Aktenlage nach wie vor dünn. Über neue Briefmarkenausgaben und die Entwürfe hat der Reichspostminister entschieden. Die Druckereien haben dann bestenfalls noch die "Feinarbeiten" gemacht wie die Auswahl der Farben oder die Gestaltung der Wertziffern.
[1] ebay-Auktion vom 29.12.2024, Anbieter "primestamps" https://www.ebay.de/itm/146271683395
Am: 30.01.2025 14:47:00
Gelesen: 13628
# 70
"kann angesichts des Titelblattes ein falscher Eindruck über die politische Gesinnung von Briefmarkensammlern entstehen" - also jetzt geht es ein wenig zu weit!
Am: 30.01.2025 15:04:22
Gelesen: 13612
# 71
@ drmoeller_neuss [#69]
Die Druckereien haben dann bestenfalls noch die "Feinarbeiten" gemacht wie die Auswahl der Farben oder die Gestaltung der Wertziffern.
Und natürlich haben die Druckereien immer fortlaufend auch an neuen (Druck-) Techniken gewerkelt. Die haben möglicherweise (...) einfach mal einen ihrer bekannten Künstler angesprochen, ob dieser etwas Passendes für sie hat, womit sie rumspielen können (siehe oben "Jakubek: Versuche mit Stahlätzung"). Ansonsten haben sicherlich die "interessierten Künstlerkreise" bereits erst Ideen für eine sicherlich "kommende Siegesausgabe" gehabt und sich durch entsprechende Vorarbeiten gut aufgestellt.
Und wenn die Druckerei damit gute Ergebnisse erzielt, hat sie auch gleich etwas "Passendes", dass sie später den zuständigen "Instanzen" vorlegen kann. In wie weit bzw. wie weit seinerzeit hier eventuelle Prozesse bereits vorangeschritten sind, kann und will ich nicht beurteilen. Zumindest haben die Exemplare ja bereits ihren Weg von der Druckerei zur Post ("schaut doch mal, was möglich ist" ?) bzw. anschließend in das Postarchiv geschafft. Also ganz so druckerei- und künstlerintern ging es hier ja wohl nicht mehr ab. ;-) Ich gehe mal davon aus, dass unser Exemplar "aus diesem Umfeld" stammt.
Für die "Briefmarkendruckhistoriker" unter uns also ganz sicher ein interessantes und auch echtes Exemplar, wobei "unsere Leute" hier unstrittig natürlich zusätzlich mit Sammlern anderer Gebiete konkurieren müssen. Den Rest regelt der Markt, genau dafür machen wir ihn ja. Also alles gut. ;-)
Beste Grüße
Thomas
Am: 30.01.2025 15:32:20
Gelesen: 13591
# 72
@ Perfin Fan [#68]
Sehr interessant - wie klein doch die Welt ist! Die Daten hattest du aber sicherlich nicht im Kopf. Hast du den Kommunalfriedhof besucht oder hattest du noch andere Unterlagen parat?
Viele Grüße
Bernhard
Am: 30.01.2025 21:27:13
Gelesen: 13462
# 73
@ Gauss [#67]
Es geht um Hrn. Soecknick und um seinen Prüfbereich im Rahmen der VÖB.
Dazu steht auf der VÖB-Homepage:
Österreich ab 1883 ohne Lokalausgaben (mit Grazer und Wiener Aushilfsausgabe)
Er prüft also ab 1883 bis zu den Euro-Neuheiten (inklusive 1938-1945), und dass dies irgendjemand beim VÖB stören würde, davon dürfte er noch nichts gehört haben.
Das wäre auch widersinnig, da er aufgrund seiner Erfahrung und seiner Stempeldatenbank die besten Voraussetzungen mitbringt, um auch diese Jahre kompetent zu prüfen.
Aber Du kannst ihn das ja gerne selber fragen.
Am: 30.01.2025 23:22:49
Gelesen: 13394
# 74
@ alex11 [#73]
Unter „Prüfgebiete im VÖB“ (https://www.xn--vb-fka.com/?p=50 ) lese ich nur 1918 – 1938 und 1945 – Gegenwart (und natürlich früheres). Dann gehe ich von der Prämisse aus, dass der VÖB konsistent kommuniziert. Und schließe messerscharf, dass ein Prüfgebiet „Österreich ab 1883 …“ eben nicht 1938 – 1945 einschließt. Da ich aber nur ein peripheres Interesse an der Sache habe, werde ich nicht, wie Du mich freundlich aufgefordert hast, nachfragen. Das fragliche Stück käme mir mit oder ohne Attest nicht ins Haus.
Am: 30.01.2025 23:42:44
Gelesen: 13380
# 75
@ alex11 [#73]
Ich verstehe wirklich nicht, weshalb du dich so vehement dagegen wehrst, zu akzeptieren, dass die Jahre 1939-45 nicht von Prüfern des VÖB besetzt sind. Die Internetseite ist eindeutig und lässt keinen Interpretationsfreiraum, wie du ihn für dich einnimmst. Warum überliest du immer den prüfungsfreien Zeitraum? Hast du irgendein persönliches Interesse, dass Prüfer des VÖB auch diesen Zeitraum prüfen?
Sie können ja gerne auch diese Jahre z. B. als Sachverständiger attestieren, aber nun mal nicht unter dem Dachverband VÖB. Wenn Prüfgebiete nicht besetzt sind, was ja immer wieder passiert wie durch kürzlich ausgeschiedene Prüfer, dann ist das einfach zu akzeptieren. Die Herren Schlegel prüfen z. B. ja auch nicht die "Alliierten Bauten (All. Bes. MiNr. 73-100)", aber die Marken davor und danach.
Die Erfahrung und auch seine Stempeldatenbank (woher weißt du das?) weisen ihn bestimmt als hervorragenden Kenner der Materie aus, aber eben ohne Prüfberechtigung als Mitglied des VÖB für Marken aus dem genannten Zeitraum.
Am: 31.01.2025 03:57:47
Gelesen: 13352
# 76
@ alex11 [#73]
Noch eine Sache. Kannst du Marken vorlegen und zeigen, die von Prüfern des VÖB aus den Jahren 1939-45 (bis vor Kriegsende) geprüft wurden?
Am: 31.01.2025 07:45:48
Gelesen: 13310
# 77
@ spain01 [#76]
Jetzt wird's aber endgültig skurril:
Wozu soll ich ein diesbezügliches Beispiel suchen, wenn in diesem Thread ad nauseam über ein genau solches von Hrn. Soecknick diskutiert wird?
Hat sich seitdem irgendjemand vom VÖB gemeldet, dass Hr. Soecknick dieses Attest nicht als VÖB-Attest hätte ausstellen dürfen?
Natürlich nicht - weil nämlich nur einige besserwisserische nördliche Nachbarn aus keinem Problem ein Problem zu konstruieren versucht haben.
Die Erfahrung und auch seine Stempeldatenbank (woher weißt du das?)...
Vielleicht weil ich mich seit ca. 20 Jahren in der österreichischen Briefmarkenszene bewege und dadurch so einiges mitbekommen habe?
Nenne mir auch nur eine Person aus dem Bereich VÖB, welche ein Problem damit hat, dass Herr Soecknick auch Atteste für den Zeitraum 1938 - 1945 unter 'VÖB' ausstellt.
Wenn Du das nicht kannst, dann ist das was Du dazu geschrieben hast, für mich nur heiße Luft.
Am: 31.01.2025 09:51:12
Gelesen: 13225
# 78
@ bernhard [#72]
Gibt eine Seite zur Gräbersuche für Salzburg. "Bernas" eingegeben und schon hatte ich die Daten ;-)
Am: 31.01.2025 10:34:10
Gelesen: 13186
# 79
@ Perfin Fan [#78]
Super. Danke Dir!
Am: 01.02.2025 11:59:26
Gelesen: 12861
# 80
Hallo zusammen,
die Frage der Zuständigkeit des Herrn Soecknick für die Prüfung dieses Druckstückes ist doch ein völlig unbedeutender Nebenschauplatz, solange nicht feststeht, um was es sich hier überhaupt handelt.
Er selbst hat sich dazu unter [#50] so geäußert:
"Der Entwurf stammt aus der Auflösung des Archivs der Österreichischen Postverwaltung zusammen mit weiteren Entwürfen von Milo Bernas und hatte die Beschriftung "Siegesmarke", daher die von mir gewählte "Bezeichnung".
Ein anderer, aus dem Jahr 1946 stammender Entwurf einer brennenden Erdkugel war mit "Gräuel des Krieges" bezeichnet.
Papier und Gummierung und Druck weisen eindeutig auf eine Herstellung in der Österreichischen Staatsdruckerei hin. Wann genau die Herstellung erfolgte, war leider nicht dokumentiert."
Inhaltlich bedeutet das nicht mehr, als daß der Druck aus dem Archiv der Österreichischen Postverwaltung stammt und aller Wahrscheinlichkeit nach in der Österreichischen Staatsdruckerei angefertigt worden ist. Im Gegensatz zu einem weiteren vergleichbaren Druck aus dem Jahre 1946 ist der fragliche nicht datiert.
Man muß wohl davon ausgehen, daß dem Prüfer weitere Informationen zu dem Druck nicht vorlagen. Andernfalls hätte er sie in seinem post zur Stützung seines Attestes angeführt.
Nicht ersichtlich sind folglich die Grundlagen für die Attestpassagen:
"1945 .... Einzelabzug einer nicht mehr verausgabten Marke"
"Geplant war die Ausgabe nach den NSFK und NSKK Marken, wurde aber nicht mehr realisiert".
Sowohl beim Datum 1945 als auch bei der angeblichen Planung der Ausgabe handelt es sich offenbar bestenfalls um unbegründete Annahmen.
Interessant wäre aus meiner Sicht vor allem die Klärung der Frage, welcher Teil des Archivs der Österreichischen Postverwaltung aufgelöst worden ist. Waren es nur die unaufgefordert zugesandten Entwürfe einiger Künstler, deren man sich entledigte, oder wurden auch die Bestände der Entwürfe tatsächlich geplanter oder realisierter Markenausgaben aufgelöst.
Beste Grüße
Altsax
Am: 01.02.2025 12:20:33
Gelesen: 12836
# 81
@ Altsax [#80]
Was mich als USA-Sammler verwirrt ist das scheinbare Fehlen von jeglichen Datumsangaben. Das BEP (Bureau of Engraving and Printing) hatte dutzende solcher Testplatten produziert über die Jahrzehnte (Maschinentests, Papiertests, Farbtests, etc) und jeder Prüfabzug im Archiv ist auf den Tag datiert und unterschrieben vom BEP-Verantwortlichen.
Das hier in einem Archiv einfach so Dinger rumlagen in Mappen ist komisch.
Am: 01.02.2025 12:39:19
Gelesen: 12812
# 82
@ altsax
Siehe hier: https://www.parlament.gv.at/gegenstand/XXV/J/10126
Österreichische Post Abverkauf Archivsammlung, dann unter "Dokumente" pdf anklicken.
(redaktioneller Hinweis: der beschriebene Link selbst: https://www.parlament.gv.at/dokument/XXV/J/10126/fname_556733.pdf )
Am: 01.02.2025 12:57:11
Gelesen: 12793
# 83
@ Peter Feuser [#82]
Und die Antwort
https://www.parlament.gv.at/dokument/XXV/AB/9701/imfname_569017.pdf
Am: 02.02.2025 10:37:42
Gelesen: 12482
# 84
Rauhut&Kruschel Auktion: Eine allerletzte „Marke“ des Deutschen Reiches 1945 ?
Um einige in diesem Forum gestellte Fragen zu beantworten:
Bei der (leider erfolgten) Auflösung der Bestände der musealen Archivsammlung der Österreichischen Post kamen viele tausend bisher unbekannte Stücke in den Handel. Das Gros gelangte schlussendlich einerseits in die Stiftungssammlung Peter Zgonc, und ein weiterer großer Teil ging an einen anderen Privatsammler.
In den Beständen waren fast alle Entwürfe der verausgabten Marken, oft von mehreren Künstlern eingereicht, wie auch viele nicht realisierte Entwürfe. Besonders Hesshaimer und Pilch haben fast zu jeder Ausgabe eigene Entwürfe und Stiche eingereicht. Dazu noch Stichproben (selbes Motiv - verschiedene Stecher), Farb- und Papierproben. Ein Teil der Entwürfe wurde bis zur Druckreife ausgeführt, andere als gezähnte Fotoproben archiviert.
In den 20er Jahren veranstaltete die Österreichische Post einen landesweiten Wettbewerb für die Darstellung der zukünftigen Emissionen, es beteiligten sich hunderte, auch sehr renommierte, Künstler daran. Auch diese Stücke waren vorhanden. In dem 1950 erschienen Buch "100 Jahre Österreichische Briefmarke" sind viele Entwürfe abgebildet.
Die vorhandenen Stücke waren großteils penibel geordnet und beschriftet. Anbei ein paar Beispiele
Entwürfe Dachauer "Dollfuß" Nr. 588
Entwurf der "Anschlussmarke" 1938 von Junk
Farbproben Freimarken Mi 453
Entwürfe "Muttertag" 1937
Entwürfe Dachauer "Dollfuß" Nr. 588
Entwurf der "Anschlussmarke" 1938 von Junk
Farbproben Freimarken Mi 453
Entwürfe "Muttertag" 1937
Am: 02.02.2025 12:43:53
Gelesen: 12386
# 85
Sowohl der betroffene Prüfer, Herr Soecknick, als auch einige Schreiber eiern um das eigentliche Thema "Eine allerletzte „Marke“ des Deutschen Reiches 1945 ?" herum.
Da ist es wenig hilfreich, wenn zahlreiche Essays und Druckproben aus der verkauften Archivsammlung der Österreichischen Post gezeigt werden, die ohne Zweifel in den geschichtlichen Kontext eingeordnet werden können. *)
Auch die Schreiber, die sich dauernd wiederholen, und Herrn Soecknick die Kompetenz zur Prüfung des besagten Stückes abstreiten, tragen nicht zur Aufklärung des geschichtlichen Hintergrundes des Essays bei.
Bei diesem Einzelabzug handelt es sich nicht um eine Briefmarke. Es ist daher müßig, zu diskutieren, welcher Prüfer für die Prüfung einer entsprechenden Briefmarke zuständig gewesen wäre.
Das Grundprinzip einer philatelistischen Prüfung ist die Begutachtung der Drucktechnik des Prüfstücks und der Vergleich mit echtem Material. Ein Prüfer muss das Prüfstück untersuchen und entscheiden, ob das Papier und die verwendete Druckfarbe zeitgerecht sind und in der Staatsdruckerei Wien verwendet wurden.
Wie ich schon geschrieben hatte, kann das jeder Prüfer machen, der Zugang zu entsprechendem Vergleichsmaterial hat. Bei einem erfahrenen Österreich-Prüfer wie Herrn Soecknick gehe ich davon aus, auch wenn in dem betroffenen Zeitraum die Wiener Staatsdruckerei formal dem Deutschen Reich unterstand. Ob Herr Soecknick daneben noch eine Stempelsammlung unterhält, ist für dieses Prüfstück unerheblich.
Nach dieser Qualitätsprüfung erfolgt die postgeschichtliche Einordnung des Prüfstückes. Die Entscheidung kann nicht alleine anhand des Prüfstückes geschehen, hier ist der Prüfer auf Akten und andere Quellen angewiesen.
Der entscheidende Satz im Attest ist: "Geplant war die Ausgabe nach den NSFK und NSKK-Marken, wurde aber nicht mehr realisiert" sowie die Jahresangabe "1945". Hierzu muss es Schriftstücke geben, zum Beispiel vom Reichspostminister, der sich auf diesen Entwurf von Milo Bernas bezieht und die Wiener Staatsdruckerei mit dem weiteren Verfahren beauftragt.
*) Ich finde den Beitrag von Herrn Soecknick sehr interessant und würde mich über weitere Artikel freuen (z.B. in einer der Verbandszeitschriften "Die Briefmarke" oder "Philatelie". In diesem Thema trägt der Beitrag nichts zur Klärung der Umstände des Essays von Milo Bernas bei.
Am: 02.02.2025 14:52:11
Gelesen: 12339
# 86
Die besagten Stücke waren in einem mit "Siegesmarke" beschriftetem Kuvert, hinter "SA-SS" und "NSFK-NSKK" (dieses Kuvert war zwar auch noch vorhanden, aber ohne Inhalt, dieser dürfte also schon früher, wahrscheinlich vom "Hofrat Emanuel" entnommen worden sein) gereiht, da alle Kuverts chronologisch sortiert waren, dürfte diese Einordnung zumindest für den zuständigen Beamten Sinn gemacht haben. Da diese Stücke aus dem Postarchiv und nicht aus dem Archiv der Staatsdruckerei stammen (dort hätte es möglicherweise genauere Aufzeichnungen gegeben, aber alle Unterlagen wurden spätestens bei der Übersiedlung in die neuen Gebäude vernichtet), bleiben leider viele Fakten ungeklärt. Das Milo Bernas verschiedene Entwürfe für Briefmarken hergestellt hat, ist evident. Ob im offiziellem Auftrag oder auf Privatinitiative kann man nicht mehr feststellen. Sie waren aber zumindest "erhaltenswert" und landeten deshalb im Archiv.
Wieviel ein Auktionator für solche Stücke verlangt und wieviel ein Sammler dafür zu zahlen bereit ist, ist ein ganz anderes Problem. Die nicht verausgabten Anschlussmarken Deutsches Reich-Land Österreich (2 Stück) kosteten bei der 55. Öphilaauktion 2006 14.000,- heute werden pro Stück sechsstellige Summen geboten - nur ist kein Stück mehr am Markt erhältlich. Die ersten aufgetauchten Stücke der "Siegesmarken" brachten damals, ebenfalls Öphilaauktion, soweit erinnerlich, ATS 35.000.
Meine Beschreibung basiert nur und ausschließlich auf den mir zur Verfügung stehenden Unterlagen, wer dann was und wie interpretiert, bleibt jedem selbst überlassen.
Am: 03.02.2025 09:07:02
Gelesen: 12060
# 87
@ chris63 [#83]
Hier der Text unter dem PDF-Link
https://www.parlament.gv.at/dokument/XXV/J/10126/imfname_556723.pdf
Anfrage der Abgeordneten Dr.in Gabriela Moser, Freundinnen und Freunde an den Bundesminister für Finanzen betreffend Abverkauf aus der Archivsammlung der Österreichischen Post Die Post AG hat offenbar in den letzten Jahren wertvollste Bestände aus ihrer Archiv-Sammlung in großem Umfang an den Fachhandel veräußert. Es handelt sich unter anderem um Probedrucke und bislang unbekannte Erhaltungsvarianten historischer Briefmarkenausgaben aus dem 19. und frühen 20. Jahrhundert, die teilweise erstmals überhaupt im Handel auftauch(t)en. Objekte aus diesen Beständen werden seit einiger Zeit von international im Massengeschäft tätigen Wiederverkäufern zahlreich für Sammler und Anleger angeboten. Trotz des einmaligen und besterhaltenen Raritätenstatus ("ungebrauchte Toperhaltung wie hergestellt!" - "spektakuläre, posthistorische Raritäten mit viel Potential" - u. dgl.) werden diese Raritäten "direkt aus dem Postarchiv" ausgesprochen günstig , teilweise zu nur einem Drittel ihres in Katalognotierungen ausgedrückten Marktwertes, angeboten.
Daraus lässt sich schließen, dass der vorherige Einkaufspreis dieser Händler bei der Post AG noch weit günstiger gewesen sein muss.
Warum und mit welchem Ziel ein mehrheitlich im Staatsbesitz befindliches Unternehmen Teile seines "Tafelsilbers" derart günstig "versilbert", ist hinterfragenswert. "Billige" kurzfristige Bilanzoptimierung und/oder Maximierung bestimmter Boni von Führungskräften auf Kosten einmaliger, unwiederbringlicher Werte als mögliche Motive auszuschließen sollte auch im Interesse des Finanzministers sein: Als Zuständiger für die ÖBIB in der Regierung wie als Empfänger von Dividenden muss er sogar ein hohes und aktives Interesse an der langfristigen Werthaltigkeit dieses Unternehmens und nicht an kurzfristiger Gewinnmaximierung oder Bilanzverschönerung auf Kosten der Substanz haben. Denn (vgl. auch http://www.oebib.gv.atlauftrag/oebib-gesetz/ ) die Vorgabe des ÖBIB-Gesetzes 2015 zum Beteiligungsmanagement lautet (§ 7 Abs 1) wörtlich folgendermaßen:
"Im Rahmen des Beteiligungsmanagements hat die ÖBIB unter Berücksichtigung der öffentlichen Interessen an der Sicherung Österreichs als Wirtschafts- und Forschungsstandort sowie an der Sicherung und Schaffung von Arbeitsplätzen auf eine Werterhaltung und Wertsteigerung der Beteiligungsgesellschaften Bedacht zu nehmen."
Die Erläuterungen zur dem ÖBIB-Gesetz zugrundeliegenden Regierungsvorlage betonen für die Neuregelung wörtlich das "Ziel einer verantwortlichen, auf nachhaltige und langfristige Wertschaffung ausgerichteten Leitung und Kontrolle von Beteiligungen des Bundes", das Gesetz sei "damit den Interessen aller österreichischen Steuerzahlerinnen und Steuerzahler verpflichtet."
Es ist fraglich , wie der umfangreiche unterpreisige Abverkauf von "Briefmarkenschätzen" aus dem Archiv der ÖBIB-Mehrheitsbeteiligung Österreichische Post AG zu r gesetzlich geforderten "Werterhaltung und Wertsteigerung" dieser Gesellschaft beitragen könnte, insbesondere in langfristiger Perspektive.
Es ist weiters nicht auszuschließen, dass durch Versilbern großer Teile der Archivsammlungs-Bestände der Post AG die künftige Errichtung eines hochrangigen Philateliemuseums in Österreich endgültig verunmöglicht wurde. Angesichts dessen, dass solche Museen beispielsweise im kleinen, touristisch nicht eben überlaufenen Vaduz (rund 30.000 Besucherinnen pro Jahr), aber zB auch in Stockholm durchaus Besuchermagneten sind, ist dies nicht nur bedauerlich, sondern auch standortpolitisch kontraproduktiv und dem öffentlichen Interesse entgegenstehend und daher in einem Spannungsverhältnis mit § 7 Abs 1 ÖBIB-Gesetz 2015. Weder das sehr bemühte Postmuseum in Eisenerz noch der "Rest-Gang" im Technischen Museum Wien , der vom ehemaligen k.k. Postmuseum nach dessen Integration in dieses Museum und insbesondere nach dessen Neugestaltung Anfang der 1980er Jahre noch übriggeblieben ist, können diesen spezifischen Teil des heimischen Kulturerbes in einer Breite und Tiefe abdecken, die etwa mit dem Beispiel Vaduz/Liechtenstein vergleichbar wäre.
Die in der ehemaligen Postbus-Werkstätte in Wien-Erdberg, nunmehr Unternehmenszentrale, seit November 2012 untergebrachte sogenannte "Briefmarken- Galerie" der Post ist kein Ersatz dafür und keine touristisch attraktive Lösung: Sie verfügt nicht einmal über einen direkten öffentlichen Verkehrsanschluss und öffnet nur nach Voranmeldung für größere Gruppen.
Die unterfertigenden Abgeordneten stellen daher folgende
ANFRAGE
1) Trifft es zu, dass die Österreichische Post AG in den letzten Jahren Bestände aus ihrer Archiv-Sammlung veräußert hat?
2) Wann wurde mit dieser Veräußerung begonnen?
3) Ist diese Veräußerung abgeschlossen, wenn ja seit wann?
4) Welcher Anteil der Archiv-Sammlung wurde
a) nach dem mengenmäßigen Umfang betrachtet,
b) nach dem Wert betrachtet in diesem Zeitraum bisher gemessen an Umfang bzw. Wert vor Beginn dieser Veräußerungen veräußert?
5) Falls die Veräußerung fortgesetzt wird oder werden soll: Welcher weitere Anteil der Archiv-Sammlung soll
a) nach dem mengenmäßigen Umfang betrachtet,
b) nach dem Wert betrachtet gemessen an Umfang bzw. Wert vor Beginn dieser Veräußerungen veräußert werden?
6) Wie ist die Veräußerung von - offensichtlich umfangreichen und sehr wertvollen - Beständen aus der Archiv-Sammlung der Post AG im Einzelnen mit dem Auftrag zum Beteiligungsmanagement aus § 7 Abs 1 ÖBIB-Gesetz 2015 (bzw. mit dem Vorgängerauftrag im ÖIAG-Gesetz) in Deckung zu bringen, der insbesondere die Erhaltung und die Steigerung des Werts der Beteiligungen des Bundes sowie die auf nachhaltige und langfristige Wertschaffung ausgerichtete Leitung und Kontrolle von Beteiligungen des Bundes vorgibt?
7) Wie ist insbesondere die offenbar sehr weit unter Marktwert erfolgte Veräußerung von - offensichtlich umfangreichen und sehr wertvollen - Beständen aus der Archiv-Sammlung der Post AG im Einzelnen mit dem in Frage 6 wiedergegebenen Auftrag zum Beteiligungsmanagement aus § 7 Abs 1 ÖBIB-Gesetz 2015 (bzw. mit dem Vorgängerauftrag im ÖIAG-Gesetz) in Deckung zu bringen?
8) Welche Einnahmen wurden durch die Veräußerung von Beständen aus der Archiv Sammlung in den Jahren seit Beginn der angesprochenen "VeräußerungsweIle" jeweils erzielt?
9) Wurden im Zusammenhang mit dieser Veräußerung und diesen Einnahmen direkt oder indirekt zusätzliche Bonuszahlungen für Managerinnen
a) der Post AG,
b) der ÖIAG,
c) der ÖBIB mobilisiert?
10) lst es vom ÖBIB-Gesetz bzw seinem Vorgänger ÖIAG-Gesetz gedeckt, langfristige Werterhaltungs- und Steigerungsziele kurzfristigen Zielen (zB Bilanzoptimierung und/oder Bonuszahlungs-Steigerung) nachzureihen? Wenn ja, auf Basis welcher konkreten Grundlage?
11) Wie erklären Sie angesichts der möglichen Missachtung von Vorgaben hinsichtlich Werterhaltung und Wertschaffung bei Bundes-Beteiligungen aus dem ÖBIB-Gesetz bzw. zuvor dem ÖIAG-Gesetz, für deren Vollzug Sie als Eigentümervertreter des Bundes zuständig waren bzw. sind , Ihre auf Unzuständigkeit plädierende Nichtbeantwortung der ParI. Anfrage 2316/J XXV.GP?
12) Wieviele Besucherinnen konnten seit Einrichtung der sog. "Briefmarken Galerie" der Post AG in Wien-Erdberg
a) insgesamt und
b) jeweils in den Jahren 2012,2013,2014,2015 und 2016 (bis zum Zeitpunkt der Anfragebeantwortung) diese Galerie besuchen?
13) An wie vielen Tagen des Jahres a) 2012, b) 2013, c) 2014, d) 2015 , e) 2016 (bis zum Zeitpunkt der Anfragebeantwortung) gab es jeweils in der sog. "Briefmarken-Galerie" der Post AG in Wien-Erdberg überhaupt hausexterne Besucherinnen?
14) Ein hochrangiges Philateliemuseum in touristischer Frequenzlage könnte - siehe Vaduz, aber auch zB Stockholm - positiv zum Wirtschaftsstandort und zur Arbeitsplatzentwicklung und damit wohl unstrittig zur Umsetzung der gesetzlichen Vorgaben für das Beteiligungsmanagement der ÖBIB beitragen. Warum wird mit der Veräußerung von - offensichtlich umfangreichen und sehr wertvollen - Beständen aus der Archiv-Sammlung der Post AG ein solches Projekt erschwert, und zwar nach derzeitigem Informationsstand der Öffentlichkeit ohne jedes Eingreifen sowohl des Finanzministers als auch der ÖBIB?
Am: 03.02.2025 09:08:25
Gelesen: 12057
# 88
@ r.soecknick [#86]
Vielen Dank für die ausführliche Stellungnahme.
Meine Beschreibung basiert nur und ausschließlich auf den mir zur Verfügung stehenden Unterlagen, wer dann was und wie interpretiert, bleibt jedem selbst überlassen.
Im Attest steht:
"Geplant war die Ausgabe nach den NSFK und NSKK Marken, wurde aber nicht mehr realisiert".
Dieser Satz ist eindeutig und da kann man nichts interpretieren. Nun steht im vorherigen Beitrag, dass es noch nicht einmal belegt ist, ob Milo Bernas überhaupt im Auftrag der Deutschen Reichspost gehandelt hat. Neuausgaben wurden vom Postministerium geplant, und nicht von einzelnen Künstlern
Herr Rauhut macht aus dem Essay die letzte Marke des Deutsches Reiches. Das ist seine persönliche Interpretation, die auf wackeligen Füssen steht. Hätte das Deutsche Reich gesiegt, wäre diese Siegesmarke natürlich nicht die letzte Marke des Hitlerreiches geblieben.
Vielen Dank für die ausführliche Stellungnahme.
Meine Beschreibung basiert nur und ausschließlich auf den mir zur Verfügung stehenden Unterlagen, wer dann was und wie interpretiert, bleibt jedem selbst überlassen.
Im Attest steht:
"Geplant war die Ausgabe nach den NSFK und NSKK Marken, wurde aber nicht mehr realisiert".
Dieser Satz ist eindeutig und da kann man nichts interpretieren. Nun steht im vorherigen Beitrag, dass es noch nicht einmal belegt ist, ob Milo Bernas überhaupt im Auftrag der Deutschen Reichspost gehandelt hat. Neuausgaben wurden vom Postministerium geplant, und nicht von einzelnen Künstlern
Herr Rauhut macht aus dem Essay die letzte Marke des Deutsches Reiches. Das ist seine persönliche Interpretation, die auf wackeligen Füssen steht. Hätte das Deutsche Reich gesiegt, wäre diese Siegesmarke natürlich nicht die letzte Marke des Hitlerreiches geblieben.
Am: 03.02.2025 14:09:32
Gelesen: 11915
# 89
Eine Interpretation könnte auch sein, dass bspw. 1940-41 in Zusammenhang mit den Erfolgen der Wehrmacht (vor der Nennung "Groß...") ein Briefmarkenentwurf angefragt wurde als "Siegesmarke". Die kommenden Jahre ließen diesen Plan schnell wieder verschwinden. Ich sehe es eher so, dass hier eine falsche zeitliche Einordnung vom Beamten erfolgt ist und der Entwurf auf keinem Fall aus 1945 stammt.
Am: 03.02.2025 14:37:57
Gelesen: 11889
# 90
@ Schwämmchen² [#89]
Das sehe ich auch so.
Ich hatte bereits Ende 1941 vermutet.
1940 wurde Frankreich besiegt.
Das wäre dann auch plausibel.
Die Landesbezeichnung und das gezeigte militärische Gerät deuten eher auf diesen Zeitraum hin.
Viele Grüße
Thomas
Das sehe ich auch so.
Ich hatte bereits Ende 1941 vermutet.
1940 wurde Frankreich besiegt.
Das wäre dann auch plausibel.
Die Landesbezeichnung und das gezeigte militärische Gerät deuten eher auf diesen Zeitraum hin.
Viele Grüße
Thomas
Am: 03.02.2025 15:59:51
Gelesen: 11828
# 91
In der Briefmarken-Revue werden in dem Artikel "Die Winterkrise 1941/42" Stempel aus der Zeit vom 1.12.1941 bis 20.5.1942 mit dem Text "Mit dem Führer zum Sieg!" gezeigt. Der Briefmarkenentwurf setzt diese Propagandaparole m.E. ziemlich deutlich um. In dem Artikel ist dann aber auch zu lesen, wie aus dem schnellen Vormarsch schon aus Versorgungsgründen bald eine Winterkrise wurde. Dadurch hatte sich eine solche Markenausgabe wohl schnell erledigt.
Am: 03.02.2025 16:29:24
Gelesen: 11796
# 92
@ Briefmarkenfreunde Leer [#91]
Es gab da in der zweiten Jahreshälfte 1941 die Viktoria-Propaganda:
"V - Das deutsche Siegeszeichen"
"Deutschland siegt an allen Fronten"
In Böhmen und Mähren gab es Sonder- und Nebenstempel mit dieser Propaganda in roter Farbe.
Ebenso gibt es eine entsprechende Feldpost-Vignette.
Viele Grüße
Thomas
Es gab da in der zweiten Jahreshälfte 1941 die Viktoria-Propaganda:
"V - Das deutsche Siegeszeichen"
"Deutschland siegt an allen Fronten"
In Böhmen und Mähren gab es Sonder- und Nebenstempel mit dieser Propaganda in roter Farbe.
Ebenso gibt es eine entsprechende Feldpost-Vignette.
Viele Grüße
Thomas
Am: 03.02.2025 16:46:02
Gelesen: 11760
# 93
Hallo zusammen,
nach meiner Überzeugung liegen zu dem Druckstück nunmehr alle Informationen vor, die zu einer Einordnung zur Verfügung stehen.
Das verdanken wir vor allem Herrn Soecknick, der die Grundlagen genannt hat, auf denen sein Attst basiert.
Für mich verdient die Bereitschaft dazu besonders deshalb Achtung, weil zu einer derartigen Offenlegung der Quellen eines umstrittenen Prüfergebnisses nach meiner Kenntnis kaum jemals ein Prüfer bereit war. Allenfalls bekommt der Auftraggeber einer Prüfung die eine oder andere Hintergrundinformation. Zu öffentlichen Debatten geben sich Prüfer ansonsten kaum her.
Die Bereitwilligkeit von Herrn Soecknick, auch deutlich zwischen Fakten und Annahmen zu unterscheiden, die zu seinem Prüfergebnis führten, verdient hohen Respekt. Es wäre dem Ansehen der Prüfer und ihrer Verbände sehr gedient, würde bei begründeten Zweifeln an Attesten höherwertiger Stücke immer so verfahren.
Wer viel mit technischen Gutachten zu tun hat, weiß, daß das Interessante daran vor allem die Begründung des Ergebnisses ist. Ist die nicht überzeugend, verliert das Gutachten selbst dann seinen Wert, wenn das Ergebnis zutreffend ist.
Beste Grüße
Altsax
[Beitrag redaktionell hervorgehoben]
Am: 03.02.2025 17:52:38
Gelesen: 11687
# 94
@ Altsax [#93]
Hallo Altsax, Deinem Beitrag kann ich zu 100 % zustimmen.
Dir, Rüdiger Soecknick, meine höchste Anerkennung !
Ebenso an Altsax für seine in diesem Forum immer sehr guten Beiträge.
Danke sage ich auch Peter Feuser für das unter [#87] eingestellte Dokument aus dem österreichischen Parlament.
Mein Dank geht auch an Harald Rauhut, der sicher mit manchen Beiträgen, die nur auf Spekulationen beruhten, seinen Kummer gehabt haben dürfte.
Zusammen wurden viele Fakten offengelegt und viele Fragen beantwortet.
Dass in einem offenen Internetforum OHNE Zensur (nur in extrem seltenen Fällen wird eingegriffen) nicht eingegriffen werden musste, haben wir den Vätern und Müttern zu verdanken, die das Grundgesetz geschaffen haben. Zitat:
Artikel 5. (1) Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt.
Gewinner dieser Diskussion ist Harald Rauhut, der aus meiner Sicht alles richtig gemacht hat, der Prüfer Rüdiger Soecknick, dem wir zu grossem Dank verpflichtet sind, die aktiven Leser der Beiträge und die Meinungsfreiheit.
Ich schliesse dieses Thema zunächst, wer noch wirklich wichtige Beiträge schreiben möchte sende sie mir bitte per Mail oder warte einige Tage oder Wochen.
Herzliche Grüsse an alle, Richard