Briefmarken Atteste

Thema:

Berlin Fälschungen zum Schaden der Post

spain01 Am: 12.12.2024 01:13:27 Gelesen: 1486 # 1
Hallo Allerseits, ich zeige hier zwei sehr schlechte Fälschungen vom schwarzen Berlin-Aufdruck, MiNr. 3 und 7: Meiner Meinung nach liegt in beiden Fällen der Poststempel über dem gefälschten Aufdruck: Die Marken wurden bei Hood als Aufdruckfälschungen angeboten (somit war das ok) und ich habe sie bewusst für meine kleine Sammlung mit (Ver-)Fälschungen gekauft. Lagen auch im absolut unteren Cent-Bereich. Dennoch würde mich eine Werteinschätzung interessieren, weil...: "Normale" Fälschungen (zum Schaden der Sammler) werden massenweise produziert und an blauäugige Sammler verkauft und sind, von Ausnahmen abgesehen (Winter-Fälschungen und auch die von Sperati) effektiv wertlos. Diese beiden Marken wurden aber, Echtheit der Stempel vorrausgesetzt, wenn auch zumindest bei der MiNr. 7 "nicht prüfbar" aber typisch für eine Vielzahl der Marken/Abstempelungen besonders aus dieser Zeit, postalisch entwertet und somit wohl in den offiziellen Postverkehr eingebracht. Damit entstand ein Schaden zu Lasten der Post. Ich bin der Ansicht, dass, obwohl Fälschungen fast so alt sind, wie die Briefmarken überhaupt, postalisch "entwertete/gelaufene" gefälschte Marken doch noch eher einen realen Wert haben. Schließlich wurde ein amtlich anerkannter Stempel darauf angebracht. Bin gespannt auf eure Meinungen dazu. Gruß Michael
Frankenjogger Am: 12.12.2024 15:20:53 Gelesen: 1364 # 2
Hallo, was mich bei der linken Marke stutzig macht, ist der Stempel von "Berlin N 4". Das Postamt lag im Ostsektor, und Berliner Aufdruckmarken waren dort nicht gültig. Somit sehe ich hier eine Verwendung zum Schaden der Post als nicht gegeben. Da der Aufdruck beider Marke gleich wirkt, würde ich, sollte der Stempelabdruck wirklich über dem Aufdruck sein, für Ganzfälschungen plädieren. Viele Grüße, Klemens
bovi11 Am: 12.12.2024 15:23:22 Gelesen: 1361 # 3
@ spain01 [#1] Ob die Stempel tatsächlich über dem falschen Aufdruck sind, lässt sich mit einem schlichten Scan nicht ermitteln. Das dürfte nur mit Schräglich unter dem Mikroskop nachweisbar sein. Der Stempel auf der 16-er ist ohnehin nicht zu identifizieren.
spain01 Am: 12.12.2024 15:36:06 Gelesen: 1352 # 4
@ Frankenjogger [#2] Hallo Klemens, eine Ganzfälschung möchte ich nach dem Vergleich mit einem Stempel von Berlin N4 aus der Datenbank nun auch nicht ausschließen, da die 4 dort deutlich anders aussieht, als auf der MiNr. 3. Gruß Michael
angim Am: 12.12.2024 15:51:22 Gelesen: 1339 # 5
@ spain01 [#1] Meiner Meinung nach ist das die komplett falsche Herangehensweise an die Thematik Postfälschungen Berlins. Du kaufst Fälschungen in der Hoffnung, dass es sich dabei um "gute Fälschungen" - also Postfälschungen handelt. Wäre es da nicht besser zunächst geprüfte Postfälschungen zu erwerben und deren Merkmale zu studieren? Dann könntest Du gezielt solche Stücke suchen. So ist Deine Herangehensweise doch nur ein "Fischen im Trüben". Du kannst die beiden Marken ja mal zum Prüfen schicken. Ich befürchte, dass beide Marken als falsch geprüft werden. Wäre es da nicht besser Dein Geld in sauberes geprüftes Material zu investieren? Viele Grüße Thomas
bovi11 Am: 12.12.2024 15:55:24 Gelesen: 1334 # 6
@ angim [#5] Dass die Aufdrucke falsch sind, ist sicher. Es geht nur noch darum, ob die Stempel über den Aufdrucken sind und das ist durch einen schlichten Scan, mag er noch so hochaufgelöst sein, nicht zu bestimmen. Das ist, wie ich schon geschrieben habe, nur im Schräglicht unter dem Mikroskop festzustellen.
spain01 Am: 12.12.2024 15:59:50 Gelesen: 1329 # 7
@ angim [#5] Die 56 ct für beide Marken waren es mir Wert und soll(t)en ausschließlich in meine kleine Sammlung mit Fälschungen wandern. Die von mir gestellte Frage hat sich erst später ergeben.
Schwämmchen² Am: 12.12.2024 16:38:34 Gelesen: 1289 # 8
Die schlechten Fälschungen wären ohne Falschstempel komplett unverkäuflich.
Frankenjogger Am: 12.12.2024 21:19:35 Gelesen: 1213 # 9
@ Schwämmchen² [#8] "Die schlechten Fälschungen wären ohne Falschstempel komplett unverkäuflich." Diese Aussage ist sicher richtig, nur welche Aussage willst du in diesem Thema hier damit machen? Aus meiner Sicht sind sie auch mit Falschstempel (quasi) unverkäuflich. @ spain01 [#7] "Die 56 ct für beide Marken waren es mir Wert und soll(t)en ausschließlich in meine kleine Sammlung mit Fälschungen wandern." Für 56 ct hast du sicher einiges gelernt, also hat sich diese Investition für dich gelohnt. Wer das als rausgeworfenes Geld ansieht, der werfe den ersten Stein, wenn er bisher noch keine philatelistische Fehlinvestition hatte. Ich hatte schon Einige, auch deutlich höher als 56 ct. Viele Grüße, Klemens
User #336253058 Am: 03.05.2026 19:04:07 Gelesen: 358 # 10
Portobetrug zu Lasten der Senatspost Dieser Luftpostbrief vom 20.3.1957 aus Ostberlin ist korrekt mit 55 Pfennigen (25+30) frankiert und eigentlich völlig unauffällig, wäre da nicht der Absender. Der gibt nämlich auf der Rückseite als Wohnort „Berlin W 30“ an, und das ist Westberlin. Dort hätte er zwar mit 60 Pfennigen nur wenig mehr bezahlt, aber in harter Westwährung. Die Ostmark wurde in den Westberliner Wechselstuben zum Kurs von 4 : 1 oder ähnlich getauscht. Das ist kein Einzelfall! Diese Art von Postbetrug war gängig und wurde erst durch den Bau der Mauer beendet. Sie lebte nach 1989 nach dem Fall der Mauer wieder auf. Da wird von westdeutschen Firmen berichtet, die ihre Werbesendungen lastwagenweise in die gewendete DDR brachten.