Briefmarken Atteste

Thema:

Perfins / Lochungen Ungarn

Nicky Am: 05.12.2024 12:49:44 Gelesen: 3617 # 1
Ungarn Drei-Punkt-Lochungen und Technik des Lochens von Perfins Hallo Sammlerfreunde, hierzu habe ich zwei Fragen. Kann ich irgendwo nachschauen, welche Lochung zu welchem Unternehmen/ Behörde gehört? Und zur Technik des Lochens. Ich stelle mir vor, dass das wie beim Zähnen maschinell gemacht wurde. Aber warum wurde nicht jede Marke eines Bogens gelocht? Das fiel mir auf, weil bei mehreren zusammen hängenden Marken senkrecht jede dritte, vierte und waagerecht dann jede gelocht wurde. Somit ist dann jede dritte Reihe ungelocht. Ist bestimmt nicht wichtig, aber ich bin neugierig. Gibt es Liebhaber für so etwas? Gruß, Nicky
staubi62 Am: 05.12.2024 16:23:38 Gelesen: 3604 # 2
Hallo Nicky, vielleicht kann Dir der nachfolgend genannte Prüfer etwas mehr Licht ins Dunkel bringen Szűcs Károly Addresse: H-1126 Budapest, Németvölgyi út 9., Ungarn Tel: +36-30-425-4023 E-mail: karszu@gmail.com Prüfgebiet: - Öst. Signetten und Zollstempeln 1686–1866 - Ung. Signetten und Zollstempeln ab 1850 - Ung. Briefmarken 1871-1914 - Öst. und Ung. Perfin 1877–1964 Ansonsten kontaktiere mal das Philaseiten Mitglied Peter Foltz. Er ist auch im Bereich Perfins sehr bewandert. Gruß Klaus
Perfin Fan Am: 05.12.2024 18:52:37 Gelesen: 3570 # 3
@ Nicky [#1] Ja, es gibt Liebhaber für sowas. ;-) Deshalb auch mein User-Name. Ich sammle z. B. ausschließlich Perfins und habe auch alle verfügbaren Kataloge. Also einfach deine Ungarn hier einstellen, dann bestimme ich sie dir! Zu den Lochungen prinzipiell: Es gab unterschiedliche Geräte - von komplett automatisierten Lochungs- und Frankiermaschinen bis zu einfachsten Handstanzen. Deshalb findet man auch immer wieder Mehrfachlochungen oder Teillochungen, weil dafür die Bögen meist gefaltet wurden, um sich Arbeit zu sparen. Hier ein paar Infos zu den Stanz-Maschinen auf der perfinworld-Seite von Peter Foltz: https://perfinworld.org/infos/
Nicky Am: 05.12.2024 20:56:39 Gelesen: 3545 # 4
Beste Dank euch für die Infos. Gruß Nicky
Attila Am: 06.12.2024 01:21:14 Gelesen: 3516 # 5
@ Nicky [#1] Lieber Nicky, die ungarischen Lochungen wurden mit einem unvollständigen Bogen gestanzt. Üblicherweise wurden 1-, 2-, 4-teilige Stempel verwendet. Diese wurden in eine kleine Tischpresse gegeben. Wir haben mit diesem Näharm gestanzt. Daher konnten nicht die gesamten Lichtbögen in das Gerät eingeführt werden. Es wurde in Streifen und Blöcke gerissen. Wurde ein gefalteter Block mit 4 Briefmarken in einen 1-teiligen Stempel gelegt, so entstanden mit einem Stempel 4 Stempel in unterschiedlichen Positionen. Der Lente-Katalog ist derzeit der beste für ungarische Perfins. In Ungarn prüfen derzeit zwei Prüfer für Lochungen: Károly Szücs (MBSZ) und Attila Derecskei (MBSZ, VPEX) Bei Bedarf stehen Ihnen die Ergänzungen im PDF-Format zur Verfügung. Grüß, Attila
Nicky Am: 06.12.2024 20:49:20 Gelesen: 3447 # 6
Hallo Sammlerfreunde, vielen Dank erst einmal für die Informationen. Das klingt echt spannend. Ich dachte bisher, "naja ab und zu mal ein gelocht, schön". Jetzt habe ich Blut geleckt und will mehr wissen. Am häufigsten tauchen die drei Löcher auf, immer reihenweise. Könnt ihr mir was dazu sagen? Ich habe da erstmal ein paar. Das hat jemand wegwerfen wollen. Es waren ihm wohl zu viele Löcher drin. Schöne Adventszeit
staubi62 Am: 06.12.2024 21:00:40 Gelesen: 3441 # 7
Hallo Nicky, das ist mein bescheidenes Wissen dazu: Mit Dreipunktlochung wurden 1921-1924 eine Anzahl Schalterbogen (auch Dienst- und Portomarken) dieser Jahrgänge verausgabt um dem spekulativen Aufkauf dieser Marken vorzubeugen. Die Lochung traf die beiden mittleren waagerechten oder senkrechten Bogenreihen, ab 1924 wurde diese Maßnahme als zwecklos aufgegeben. Gruß Klaus
Perfin Fan Am: 07.12.2024 11:05:05 Gelesen: 3396 # 8
@ Nicky [#6] Wie bereits erwähnt, sind die Drei-Punkt-Lochungen leider KEINE Perfins, also auch nur beschränkt sammelwürdig. Ich freue mich da immer, wenn ich postfrische Marken damit finde, die sind ein wenig seltener als die Tausenden gestempelten, die in diversen Loten herumschwirren. Die anderen zwei lassen sich hingegen sofort bestimmen und gehören zu folgenden Verwendern: GAS = G8, Központi Gáz é Villamossági Rt., Budapest T.S.F. = T23, Taussig Sámuel és Fiai, Budapest
Nicky Am: 07.12.2024 13:04:53 Gelesen: 3374 # 9
Vielen Dank, ich gleich mal das Internet gequält und in der Geschichte dieser Unternehmen gelesen. Fantastisch was sich aus so einer alten Marke und ein paar Löchern raus lesen lässt. Auf einer zusammen hängenden war neben dem Stempel von Budapest noch einer von München. Spannend! Ich betrachte die Perfins jetzt mit anderen Augen und mache neben die Marken eine kleine Notiz. Eine schöne Adventszeit wünscht euch Nicky
Kunz Thomas Am: 07.12.2024 20:48:38 Gelesen: 3327 # 10
Gerade eine Marke mit Perfin und gut lesbaren Stempel ist für eine Sammlung ideal. Da Perfins in gleicher Buchstabenkombination auch von unterschiedlichen Firmen verwendet worden und so eine Zuordnung erfolgen kann. Bei Ungarn bin ich mir zwar nicht sicher ob das vorkommt aber beim Deutschen Reich auf jedem Fall.
Attila Am: 08.12.2024 14:45:37 Gelesen: 3256 # 11
@ Kunz Thomas [#10] Ja. Bei ungarischen Briefmarken kam es auch vor, dass mehrere Unternehmen die gleiche Kombination verwendeten. Grüß, Attila
Perfin Fan Am: 09.12.2024 09:34:50 Gelesen: 3187 # 12
@ Attila [#11] Dieselbe Buchstabenkombination - ja, aber die tatsächlich identischen Lochungen nur ein Einzelfällen. In Deutschland hingegen hat man zum Teil ja Dutzende Verwender bei gängigen Lettern bzw. wurden manche Buchstaben extrem häufig gelocht. Zwei Extrembeispiele: Die Kombination "GS" gibt es alleine über 70-mal (!) im deutschen Katalog. Und bei der "AB-1-01..." finden sich für eine einzige Lochung 28 Verwender! Dagegen ist Ungarn wirklich sehr überschaubar.
Nicky Am: 10.12.2024 21:45:36 Gelesen: 3098 # 13
Hallo Sammlerfreunde, Das ist echt spannend. Ich habe da jetzt noch eine gefunden. Aus Erfahrung weiß ich, dass ich diese 1,- Kr Marke nicht versuchen werde abzulösen. Die kleben für nochmal 100 Jare. Kann mir jemand was zu dem Perfin HYM sagen? Und ich habe einige von diesen 1,- Kr Marken als zusammenhängende mit Bogenrändern und Wertangabe drauf. Grüße
Nicky Am: 10.12.2024 23:00:58 Gelesen: 3084 # 14
Ich sehe gerade, dass die Lochung auf dem Kopf steht. Also heißt das HYW. Grüße
Perfin Fan Am: 10.12.2024 23:36:11 Gelesen: 3077 # 15
@ Nicky [#13] Weder beides ;-) das ist die M10 und die Buchstaben stehen MÁH für "Magyar Általànos Hitelbank". Die kannst du getrost oben lassen, nicht weil man sie nicht mit Pankreatin ablösen könnte, aber weil es die Lochung dermaßen oft gibt, dass es sich nicht auszahlt. Also leider kein kleiner Schatz. Und noch ein Tipp: Zur Identifizierung von Perfins auf Papier einfach gegen das Licht halten oder bei dickem Papier/Postkarten mit dem Smartphone-Licht von hinten "durchleuchten".
Nicky Am: 11.12.2024 21:45:25 Gelesen: 3003 # 16
Hallo Sammlerfreunde, jetzt habe ich alle Perfins zusammen und ihr habt mir schon viele gute Infos gegeben. Danke hierfür. Nun sind noch drei aufgetaucht. Eine kann ich absolut nicht entziffern. Manchmal sind zu der genannten Dreipunktentwertung noch weitere Initialien gestochen. Was ist [H.U.], [T•F] und das auf dem Bild? Die Bilder können gerne in Datenbank von perfinsworld. Danke euch
Perfin Fan Am: 12.12.2024 09:58:14 Gelesen: 2950 # 17
@ Nicky [#16] Die Bilder können gerne in Datenbank von perfinsworld. Ich möchte dir jetzt in keinster Weise zu nahe treten, aber die bisher von dir gezeigten Lochungen sind a) so häufig, dass sie jeder Sammler ohnehin schon hat, b) ist die Qualität der Bilder nicht ausreichend und c) braucht Peter von Perfinworld auch die Rückseiten. --- Jetzt zu den Lochungen: Es gibt keine ungarischen Lochungen [H.U.] und [T•F] (auch nicht umgedreht), aber wenn du die Bilder einstellst, kann ich dir ziemlich sicher sagen, worum es sich tatsächlich handelt. Und der gezeigte Perfin ist eine der häufigsten HU-Lochungen überhaupt, die P.M.K.B Verwender: Pesti Magyar Kereskedelmi Bank Davon gibt es mehrere Lochungen - zwei davon mit Punkten - "P 29" oder "P 30". Zur Unterscheidung müsste man die Marke vor sich haben, anhand dieses Bildes geht das leider nicht. Die Dreieckslochung hab ich gelb markiert.
Nicky Am: 12.12.2024 19:10:49 Gelesen: 2890 # 18
Hallo Perfin Fan, danke dass du dein Wissen mit mir teilst. Ja, dass ist Massenware, aber ich freue mich dass ich jetzt auch solche Marken habe. Ich habe die vermeintlichen Marken fotografiert. Bis jetzt lag ich ja meistens daneben. Schönen Abend und gute Zeit. Beste Sammlergrüße, Nicky
Perfin Fan Am: 12.12.2024 20:06:45 Gelesen: 2876 # 19
@ Nicky [#18] Wieder ein Tipp: Wenn die Löcher dermaßen sauber und deutlich gestanzt sind, kann es auch einfach der dargestellte Buchstabe sein. In diesem Fall "H.J." Das ist die "H 34", Hoffmann József, gyarmatárú export-import, Budapest Bei der anderen, papierfreien Marke bitte die Rückseite fotografieren und keine Löcher einzeichnen (sieht beim T ein bisschen danach aus, und da kann ich nicht mehr selber suchen) sowie wenn möglich überhaupt etwas größer reinstellen. In dieser Auflösung ist es schon sehr schwer.
Nicky Am: 12.12.2024 20:21:41 Gelesen: 2869 # 20
Hallo, markiert habe ich nichts. Habe aber auf der linken Mare reigesoomt. Das heißt T.S.F.. Das S ist nur teilweise und auch sonst sind einige Löcher nicht komplett durchstochen. Dass wohl dem Verfahren geschuldet, was ihr mir schon erläutert habt. Vielen Dank nochmal, beste Sammlergüße, Nicky
Perfin Fan Am: 12.12.2024 20:27:38 Gelesen: 2866 # 21
@ Nicky [#20] Hat beim Größer-Zoomen ganz komisch ausgeschaut. Aber es hat mir keine Ruhe gelassen und ich hab mich noch ein bisschen gespielt. TSF stimmt!