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Thema:

DDR Erstagsbriefe ohne Erstagsstempel

miiicha Am: 18.11.2024 00:16:31 Gelesen: 2457 # 1
Erstagsbriefe DDR ohne Erstagsstempel Ich habe kürzlich über hundert alte DDR Ersttagsbriefe bekommen, nur sind es keine Ersttagsbriefe weil sie nicht am Ausgabetag gestempelt wurden. Wie ist das möglich dass die Umschläge alle mit Ersttagsbrief bedruckt sind, also das Ersttagsbrief nicht handschriftlich geschrieben wurde. Die Briefe sind alle echt gelaufen. Aber nicht mit Ersttagsstempel sondern erst Tage/ Wochen nach Erstausgabe der Marken abgestempelt. Aus meiner Sicht können das ja keine Ersttagsbriefe sein. Oder hat hier der Absender einfach nur diese bedruckten Umschläge gehabt und zur Täuschung benutzt. So gesehen wären diese Umschläge demnach Fälschungen. Praktisch könnte man sich die Mühe machen allenfalls die gestempelter Marken abzulösen. Ist wohl demnach nicht als FDC zu werten. Was meint Ihr? Danke, Micha
Dieter 66 Am: 18.11.2024 19:23:18 Gelesen: 2385 # 2
@ miiicha [#1] Hallo Micha, Deine Frage ist glaube ich in dem Thema "DDR Erstagsbriefe" hier im Forum besser aufgehoben. Da sind die Spezialisten und ich glaube, dass es sogar einen Beitrag dazu gibt. Einfach mal die Beiträge durchscrollen. Schönen Gruß Dieter.
Stefan Am: 23.11.2024 10:48:52 Gelesen: 2275 # 3
@ miiicha [#1] Ich habe kürzlich über hundert alte DDR Ersttagsbriefe bekommen, nur sind es keine Ersttagsbriefe weil sie nicht am Ausgabetag gestempelt wurden. Wie ist das möglich dass die Umschläge alle mit Ersttagsbrief bedruckt sind, also das Ersttagsbrief nicht handschriftlich geschrieben wurde. Die Briefe sind alle echt gelaufen. Aber nicht mit Ersttagsstempel sondern erst Tage/ Wochen nach Erstausgabe der Marken abgestempelt. Aus meiner Sicht können das ja keine Ersttagsbriefe sein. Oder hat hier der Absender einfach nur diese bedruckten Umschläge gehabt und zur Täuschung benutzt. So gesehen wären diese Umschläge demnach Fälschungen. Praktisch könnte man sich die Mühe machen allenfalls die gestempelter Marken abzulösen. Ist wohl demnach nicht als FDC zu werten. Ich würde an dieser Strelle ausdrücklich nicht von Betrug sprechen. Hier hat ein Absender regelmäßig mit Briefmarken frankierte Briefe erst Wochen nach der tatsächlichen Verausgabung der Briefmarken verschickt. Mich würde es nicht überraschen, wenn die mit "Ersttagsbrief" vorab bedruckten Belege vom Absender bereits satzweise vorfrankiert erworben wurden. Die Belege sind nicht als FDC zu werten. Gruß Stefan
bernhard01 Am: 23.11.2024 18:06:43 Gelesen: 2231 # 4
@ miiicha [#1] Es sind ja grundsätzlich erst einmal drei Dinge, die getrennt zu betrachten sind. Da ist einmal ein bedrucktes Kuvert, auf das die ausgebende Stelle "Ersttagsbrief" zusammen mit anderen bidlichen Darstellungen gedruckt hat. Diese wurden verkauft und zu einem anderen Zeitpunkt (meist vor/am Ersttag) mit den neu erscheinenden Marken dazu beklebt. Am Schluß wurde dieses mit Marken beklebte Kuvert einem Postschalter vorgelegt und entweder in Berlin mit dem amtlichen Ersttagsstempel (ESST) entwertet oder an einem anderen Postamt mit dem dortigen Ortstagesstempel. Beide Stempel - also auch der Ersttagsstempel! - können zu einem späteren Datum als dem Ersttag verwendet werden. Es gibt genügend solcher Belege mit dem amtlichen ESSt., die jedoch ein späteres Datum tragen. Aus meiner Sicht sind sie keine Ersttagsbelege, wenn nicht am ersten Ausgabetag gestempelt wurde und dabei ist es egal, ob amtlicher ESSt oder Ortstagesstempel. Gruß bernhard01
miiicha Am: 24.11.2024 10:24:57 Gelesen: 2173 # 5
Da machen ich nicht weiter rum. Ein Brief kann kein Ersttagsbrief sein wenn er nicht am Erstausgabetag der Marke abgestempelt wurde. Ich fände es sogar interessanter wenn solche Briefe dann auch am Ersttag mit normalen Orts- oder Ortssonderstempel als tatsächlich echt gelaufen sind. Diese Ersttagsstempel in Berlin sind auch schön, aber eben nicht echt gelaufen. Die Sachen werden kurzerhand vernichtet, sprich die Marken abgelöst (obgleich das eigentlich unnötige Arbeit ist). Mich würde mal Interessieren was ein echt gelaufener Einschreiben Brief mit Beleg von der Deutschen Wiedervereinigung 1990 wert sein könnte. Vielleicht interessiert sich ja einer dafür. Immerhin fast 35 Jahre alt. Hat mal der Vater gemacht. Der hatte es sogar fertiggebracht solche Briefe und Marken 1 Tag vor offizieller Ausgabe 3 Oktober abgestempelt zu bekommen. Gruß Micha.
Stefan Am: 24.11.2024 17:40:42 Gelesen: 2138 # 6
@ miiicha [#5] Mich würde mal Interessieren was ein echt gelaufener Einschreiben Brief mit Beleg von der Deutschen Wiedervereinigung 1990 wert sein könnte. Vielleicht interessiert sich ja einer dafür. Immerhin fast 35 Jahre alt. Hat mal der Vater gemacht. Der hatte es sogar fertiggebracht solche Briefe und Marken 1 Tag vor offizieller Ausgabe 3 Oktober abgestempelt zu bekommen. Ich hatte vor einigen Monaten von einem Händler eine Belegesammlung Deutsche Einheit (ab 01.07.1990) mit anschließendem Verkehrsgebiet Ost (VGO) und Einführung der fünfstelligen Postleitzahl (01.07.1993) und dem zehnjährigem Jubiläum des Mauerfalls vom 09.11.1999 zur Durchsicht erhalten, bestehend aus acht dicken Aktenordnern. Die Belege waren nach verschiedenen Kriterien sortiert, sauber mit Fotoecken auf A4-Blättern befestigt und die Blätter teils auch beschriftet. Nachdem monatelang auf Tauschtagen niemand die Aktenordner für 10 Euro/Stück haben wollte, wurde die Sammlung zerlegt, verschiedenes entnommen und dieses Material gezielt an Sammler verkauft. Es handelte sich hierbei um schönes Material, bestehend aus portogerechten Frankaturen mit netten Spielerereien was vor und nach dem 01.07.1990 (bis 31.12.1991) alles möglich war (Mischfrankaturen Bund, Berlin, DDR) mit Stempeln aus Berlin (Ost), Berlin (West) und Frankfurt (Oder). Als Frankatur wurden teils Briefmarken mit Oberrändern oder Bogenecken mit Formnummern verwendet. Belege zur Wiedervereinigung können optisch sehr ansprechend aussehen, ohne finanziell einen gesonderten Wert zu enthalten. Gruß Stefan
spain01 Am: 24.11.2024 18:06:48 Gelesen: 2122 # 7
Hallo Allerseits, ich verstehe die Aufregung um wie auch immer bedruckte Briefumschläge nicht. Ich habe zig Blankoumschläge für Ersttagsbriefe aus der DDR ohne Marken darauf. Die kann ich doch jederzeit benutzen, um einen Brief darin zu verschicken - auch mit Briefmarken aus 2024. Wo liegt das Problem? In dem Fall geht es mehr darum, was drin ist, als um das, was außen aufgedruckt ist. Wäre das dann ein Betrug, weil auf dem Umschlag irgendwas von "Ersttagsbrief" aufgedruckt ist - aus der DDR - und der Umschlag erst ca. 40 Jahre später mit völlig anderen Marken frankiert und gestempelt wurde und es sich somit nicht um einen "Ersttagsbrief" handelt? Fakt ist: Briefe mit einem Ortsstempel vom Ersttag sind meiner Meinung nach sammelwürdiger, als (gelaufene) Briefe mit Ersttagssonderstempel Bonn bzw. Berlin. In Bonn habe ich es selbst erlebt (1979), dass Briefe noch sehr viele Tage nach dem offiziellen Erscheinen mit dem Sonderstempel im Postamt versehen und postalisch befördert wurden. Heißt: (echt) gelaufene Briefe mit ESST konnten recht lange nach dem offiziellen Ausgabetag befördert werden, bei Briefen mit einem tagesgenauen Ortsstempel eben nur einen Tag lang, bzw. ab Öffnung des Postamtes. Und dass zu DDR-Zeiten vorbedrucke Briefumschläge auch für den "normalen" postalischen Briefverkehr benutzt wurden, erscheint mir weder verwerflich noch als "vorsätzliche Ver-"Fälschungen. Also ganz normaler Alltag. @ miiicha [#1] Ganz normal unter "echt gelaufene Briefe aus der DDR" einsortieren und nicht weiter darüber aufregen. Gruß Michael
miiicha Am: 24.11.2024 19:35:49 Gelesen: 2100 # 8
Ich brauche keine normal gelaufenen Briefe. Ist Platzverschwendung da praktisch wertlos oder nicht mehr wert als eine normal gestempelte Briefmarke. Hatte mal 17 € dafür bezahlt. Kannst gerne alle haben dafür. Ich finde das unmöglich, dass jemand eine Ersttagsumschlag praktisch zweckentfremdet. Andere Behaupten dann im Verkauf Ersttagsbriefe und bezahlen dafür Geld und dann stellt man fest, dass man praktisch beschissen wurde. Wie sagt mein Verkäufer - er habe schon viele solche Ersttagsbriefe ohne Stempel vom Ausgabetag gesehen. Tut weh, nur denn in diesem Sinne.
bovi11 Am: 24.11.2024 19:45:53 Gelesen: 2095 # 9
@ miiicha [#8] "Also ich brauche keine normal gelaufenen Briefe. Ist Platzverschwendung da praktisch wertlos oder nicht mehr wert als eine normal gestempelte Briefmarke." Das ist auch eine Meinung! Die Preisnotierungen für normal gelaufene Briefe in Katalogen sollten auch abgeschafft werden.
DL8AAM Am: 24.11.2024 20:03:25 Gelesen: 2091 # 10
Ich kann mich noch gut an unsere Fahrten in die DDR erinnern. Um den damaligen Pflichtumtausch zumindest teilweise "sinnvoll" zu investieren, war ich häufiger auch Gast bei Postämtern und da habe ich mir neben "kistenweise" 10 Pfenning-Ganzsachen auch (wenn vorrätig) ganz regulär postoffizielle Blanko-Ersttagsbrief-Umschläge gekauft, vollkommen unabhängig von jeglichen Ersttagen. Ich habe dann diese "DDR-Post"-Ersttagsbriefumschläge (neben den DDR-Ganzsachen) damals hier im Westen als Jugendlicher für meine ganz normale "tägliche Post" verwendet, mit Bundespostbriefmarken. Und? Ein Ersttagsbriefumschlag hat doch nichts mit einem Ersttagsbrief zu tun, das ist lediglich ein einfacher Briefumschlag - so wie eine Ganzsache mit einem nicht postgültigen Wertstempel, nur ein einfaches Postkartenformular ist. ;-)
miiicha Am: 25.11.2024 13:23:55 Gelesen: 2046 # 11
@ DL8AAM So ein Quatsch, - ohne weitere Worte.
Ilves2020 Am: 25.11.2024 14:02:18 Gelesen: 2036 # 12
@ miiicha [#11] Was genau von DL8AAMs Antwort ist denn "So ein Quatsch"? Wenn Du seinen letzten Satz meinst: Der ist in allen Facetten absolut zutreffend. Bist Du Dir denn über die Definition "Ersttagsbrief" im klaren? So ziemlich jedes Einführungskapitel in Katalogen gibt dazu eine knappe und treffende Erklärung, von weiterführender Literatur mal ganz abgesehen. Daran kann man seine eigene Vorstellung eigentlich gut abgleichen. Hast Du die gekauften Belege nicht vorher gesehen? Dann hätten ein paar Vergleiche mit den Ausgabedaten in den Katalogen (Hast Du doch, oder?) zeigen müssen, dass hier keine FDCs vorliegen. Und wenn Dir der Verkäufer die Belege als Ersttagsbriefe verkauft hat, dann wird Dir das BGB zu Rechten und Pflichten von Käufer und Verkäufer weiterhelfen. Du behauptest sinngemäß, dass normal gelaufene Briefe Platzverschwendung und wertlos sind, hast aber Interesse an Schmuck-FDC oder ähnlichem? Über die Werthaltigkeit dieser "Produkte" sollte man sich allerdings auch keine großen Illusionen machen. Und man sollte nicht überall "Betrug" wittern, wenn man ohne ausreichendes Wissen der Gepflogenheiten einer Sammlerszene und deren begrifflicher Definitionen unterwegs ist.
miiicha Am: 26.11.2024 06:44:44 Gelesen: 1983 # 13
Das Thema ist jetzt auch erledigt. Die Briefe wurden vernichtet und existieren nur noch als normale Briefmarke. Immerhin hat sich ein tatsächlicher Ersttagsbrief gefunden. Ich bin kein Sammler von Briefen. Kaufe sowas nur wenn es in der Masse wenig kostet und hier und da ein paar Marken dabei sind die ok sind (zb. diverse Zusammendrucke). Es war ein Kauf in Kleinanzeigen und da sind nur ein paar wenige Abgebildet. Wenn ein Sammler von Ersttagsbriefen spricht, sollte er schon wissen was Ersttagsbriefe sind. Dies war aber hier nicht so und habe dem blind vertraut. Ist aber auch egal. Ich habe zum Thema Ersttagsbrief die Überzeugung, dass nur am Ausgabetag ein Ersttagsbrief existieren kann. Alles andere ist Müll. Klar das andere anders denken. In der DDR war ja so vieles an der Tagesordnung. Nur ein Beispiel,-Aneignung von fremden Leutes Grundstücken. So hat man dann auch einfach Ersttagsumschläge einfach zu welchen gemacht die keine sind. Heute gibt es wohl kaum noch Postämter aber wenn wäre fraglich ob ein Postangestellter sowas zulassen würde. Andererseits kann heute genauso irgend jemand einfach Umschläge benutzen die als Ersttagsbrief den Druck drauf haben, aber letztlich in die Maschinenabstemplung gelangen. Eigentlich alles Egal. Zumindest hat mein Beitrag wohl mal dazu geführt genauer hinzugucken als ich. Beste Grüße an alle.