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Thema:

Alliierte Besetzung: Interniertenpost nach dem 2. Weltkrieg

Dieter 66 Am: 13.11.2024 23:02:26 Gelesen: 1535 # 1
Hallo, ich möchte gerne hier eine wie ich meine Behelfsganzsache vorstellen. Stempel „Lütjenburg“ 18.12.45 nach Bad Sülze / Meckl. Allerdings wird dieser im Michel Ganzsachen Katalog 2021/22 nicht erwähnt. Oben rechts ist nicht wie üblich ein Freimachungsvermerk eingedruckt, sondern ein eingerahmter „Gebührenfrei“ Vermerk. Daher gibt es auch keinen Gebührenstempel, sondern nur ein Abgangsstempel. Gebührenfreie Postkarten waren für Wehrmachtsangehörige oder Kriegsgeschädigte vorbehalten. Nach dem Ganzsachenkatalog kommt die Karte der P 771 A C I lachsfarben am nächsten. Jedoch gibt es einen Doppelbindestrich hinter dem Wort „Schrift“. Siehe roter Pfeil. Wo lässt sich dieser Beleg nun einordnen. Tatsächlich Behelfsganzsache? Schönen Gruß Dieter.
GSFreak Am: 15.11.2024 03:09:50 Gelesen: 1461 # 2
@ Dieter 66 [#1] Hallo Dieter, die "Gebührenfrei"-Karten sind keine Ganzsachen. Der BOREK Ganzsachen-Spezial-Katalog ab 1933 widmet sich dennoch auf vier Seiten diesen Karten. Es gibt sehr viele Varianten und dazu noch viele unterschiedlichen Karton-Farben. Die Ähnlichkeit mit den Behelfsganzsachen kommt dadurch zustande, dass gleiche Druckereien beauftragt waren. Wahrscheinlich im nächsten Rundbrief der Arge DEUNOT kommt ein Beitrag von mir: "Zensierte Interniertenpost 1945 in Schleswig-Holstein" (RPD Kiel). Die "Gebührenfrei"-Karten wurden überwiegend von Internierten in den Sperrgebieten F (Korpsgruppe von Stockhausen) und G (Korpsgruppe Witthöft) verwendet. Die Post von Internierten war bis zum 24.01.1946 gebührenfrei. Beste Grüße Ulrich [Beiträge [#1] und [#2] redaktionell verschoben aus dem Thema "Alliierte Besetzung Britische Zone: Notausgaben ab 1945"]
Dieter 66 Am: 15.11.2024 11:39:21 Gelesen: 1404 # 3
@ GSFreak [#2] Hallo Ulrich, danke für Deine Ausführung. Richard hat ein neues Thema eröffnet. Konnte ich erst gar nicht finden. Ja, so etwas hatte ich mir schon gedacht. Habe nochmal ein wenig recherchiert. Gottesgabe ist ein Ortsteil der Gemeinde Giekau im Kreis Plön, Ostholstein. Unweit von Lütjenburg entfernt. Das war dann das zuständige Postamt. Habe ich noch im Internet gefunden. Eines der Internierungsgebiete in Schleswig Holstein war das Sperrgebiet F, dieses umfasste den früheren Kreis Oldenburg mit Fehmarn, einen kleinen Teil im Nordosten des ehemaligen Kreises Eutin und das nordöstliche Drittel des Kreises Plön. Es gab darüber hinaus auch noch das Sperrgebiet G. Die Belegungsstärke von "F" schwankt je nach Literatur zwischen 300000-750000 Internierte Militärangehörige. Ich wohne übrigens nicht weit davon entfernt. Daher auch mein Interesse an den Kreisen Plön und Stormarn. Dann abgelegt in die Rubrik "Gefangenenpost" Schönen Gruß Dieter
HWS-NRW Am: 07.07.2025 23:32:38 Gelesen: 1178 # 4
Hallo am Abend, ein weiterer besonderer Beleg. Brief eines Insassen des Civil Internment Camp No. 5, der sich wohl infolge einer Erkrankung zeitweise in einem Zentralhospital in BONN aufhielt. Neben einem Postfreistempel ohne Gebührenangabe trägt der Brief einen violetten Zweikreis-Dienststempel „C.C.C. (BE) POST FREI“ sowie einen britischen Zensurstempel. mit Sammlergruß [Redaktionell kopiert aus dem Thema "Postfreistempel: Echt gelaufene Belege"]
Dieter 66 Am: 30.11.2025 20:45:07 Gelesen: 881 # 5
Diese Barfrankatur mit einem ellipsenförmigen „Gebühr bezahlt“ Stempel, „LANDAU (PFALZ) 2“ vom 30.5.47 stammt aus dem Interniertenlager Fort Landau, welches die französische Militärregierung von 1945 – 1949 genutzt hatte. Für den privaten Briefverkehr nutzten die Zivil-Internierten spezielle Formulare. Auch diese Briefe unterlagen der Zensur. Einzeiliger Stempel „zensiert“ links unten auf dem Brief abgeschlagen. Schönen Gruß Dieter. [Redaktionell kopiert aus dem Thema "Barfrankaturen als Notbehelf bei Wiederaufnahme des Postverkehrs 1945]