Briefmarken Atteste

Thema:

Deutsche Lokalausgaben 1945: Attest Döbeln Aufdruckproben korrekt ?

Richard Am: 08.11.2024 09:20:06 Gelesen: 2706 # 1
Auf der Handelsplattform Ebay wird seit September 2024 oder früher vom gewerblichen Anbieter Philatelie Hempfling einer von zwei bekannten Proberdrucken der Lokalausgabe Döbeln Mi. P 1 auf Briefstück zum Preis von 1.500 Euro oder Preisvorschlag angeboten: Im Attest Jens R. Kunz vom 06.04.2017 wird geschrieben: Im Juni 1945 auf Bedarfspost bisher nicht belegt, ob eine zeitgerechte Entwertung vorliegt, kann deshalb nicht nachgewiesen werden. Die Entstehung der Aufdrucke ist m.W. bisher ungeklärt. Vermutlich handelt es sich um eine Aufdruckprobe. Michel 2024, Seite 32: ** 1.200.- / o und Beleg unbekannt [ebay]165425295597[/ebay]
bernhard Am: 08.11.2024 11:53:32 Gelesen: 2681 # 2
@ Richard [#1] Hallo Richard, dieser Probedruck ist im Handbuch Anderson/Bänsch/Meyer/Porsche: Die Sächsischen Schwärzungen 1945. Bd. 2 von 2003, erwähnt, siehe Auszug. Aus dem Attest geht m.E. nicht hervor, ob es Echtheitsmerkmale für diesen Probedruck gibt. Außerdem ist der verwendete Tagesstempel "d" während der gesamten Schwärzungszeit nicht auf Bedarfsbelegen bekannt. Ich hatte mal einen Auktionskatalog in welchem offenbar der Bestand der Druckerei Adolph Thallwitz aufgelöst wurde, eine sehr große Anzahl verschiedener Aufdruckproben und Druck-Utensilien. Leider finde ich den Katalog nicht mehr, möglicherweise habe ich diesen versehenlich entsorgt. Auf meinem Rechner habe ich noch ein Bild vom Original-Druckstock der regulären Ausgabe. Dürfte aus einer ebay-Auktion von 2007 stammen. Viele Grüße Bernhard [Hinweis der Redaktion: Der Anbieter der sog. Aufdruckproben wurde am 08.11.2024 um 15:50 Uhr per Mail über die beiden Beiträge informiert]
bernhard Am: 09.11.2024 09:35:33 Gelesen: 2598 # 3
@ Richard [#1] @ bernhard [#2] Laut BPP-Prüfordnung Pkt. 5.2: "Attest und Befund erhalten eine Bestätigung der Echtheit ..." Das Wort "echt" fehlt im Attest gänzlich. Stattdessen "ungeklärt" und "vermutlich". Es fehlen m.E. überhaupt Anhaltspunkte, warum das Prüfstück überhaupt attestierwürdig sein soll. Welche Merkmale sollten für eine Echtheit sprechen? Der Verkäufer gibt an "nur 2x bekannt". Aus dem Attest geht dies nicht hervor. Hier wird nur umschrieben, dass das Prüfstück ürsprünglich wohl aus 2 Marken bestand und dadurch das angegebene Stempeldatum "26.6.45" genannt werden konnte. Nach der Durchsicht zahlreicher Veröffentlichungen, Belegen und vorhandener Kopien: Der Stempel mit UB "d" kommt nicht auf Bedarfspost vor, weder auf Barfrankaturen, Schwärzungen, Lokalausgabe, noch auf sonstigen Bedarfsbelegen aus der Zeit 1945/46. Das Prüfstück muss trotz alledem nicht zwangsläufig falsch sein - aber ein Vierstelliger Betrag für "ungeklärt" und "vermutlich" ? Viele Grüße Bernhard
wheilmann Am: 09.11.2024 11:47:00 Gelesen: 2553 # 4
@ bernhard [#2] Hallo Bernhard, aus welchem Handbuch hast Du den gezeigten Scan (1) herauskopiert? Gruß Wolfgang
bernhard Am: 09.11.2024 12:12:09 Gelesen: 2533 # 5
@ wheilmann [#4] "aus welchem Handbuch hast Du den gezeigten Scan (1) herauskopiert?" Hallo Wolfgang, das kannst du in [#2] nachlesen: "dieser Probedruck ist im Handbuch Anderson/Bänsch/Meyer/Porsche: Die Sächsischen Schwärzungen 1945. Bd. 2 von 2003, erwähnt, siehe Auszug." Hier noch die auf Bedarfsbriefen verwendeten Stempel (Schwärzungen (incl. Lokalausgabe)); gleiche Quelle: Viele Grüße Bernhard
wheilmann Am: 09.11.2024 13:51:25 Gelesen: 2489 # 6
@ bernhard [#5] Hallo Bernhard, sehr schön, bereits inkl. des Nachtrags von 2020 entdeckt. Danke! Gruß Wolfgang
Richard Am: 14.11.2024 09:23:52 Gelesen: 2268 # 7
Hinweis der Redaktion: Auf unsere Mail vom 8.11. hat der Anbieter Herr Hempfling nicht reagiert, das Angebot steht weiterhin zum unveränderten Preis im Internet. Gestern, am 12.11. um 16:50 Uhr haben wir auch den Prüfer Jens Kunz BPP informiert, bisher ohne Reaktion. Link siehe [#1].