Zeppelinpost vom Luftschiff LZ3 (ZI) ist bekannt, entsprechend in den Katalogen von Sieger und Michel auch gelistet. Diese Infos und Auflistungen aus diesen Katalogen möchte ich nicht nochmals hier wiedergeben, denn das kann jeder Interessierte dort selbst gut lesen. Ich halte mich da an dem, was ich in meinem privaten Archiv an Infos und Kopien zusätzlich zu den Katalog Auflistungen habe. Bei der Probefahrt, am 25.9.1907, war der Monteur Laburda der Erste, der mit einer Abwurfkarte mit (Bodensee)Schiffspoststempel vom 27.9.1907 die „Ära“ der Zeppelinpost begann.

Eine weitere Karte des Monteur Laburda von einer Bodenseefahrt am 29.10.1908 ist im Sieger S.14 erwähnt als: „Abwurfkarte ohne postalische Beförderung“. Zu dieser Karte gibt es eine Exp. von Dr.Simon. Laburda hat mehrere Karten unterschiedlicher früher Luftschiffe mit seinem Anschriftstempel versehen und „An den Finder“ abgeworfen.
Diese Karten sind echt beförderte Abwurfkarten(!), nur ohne Anschriften, denn die waren immer an den (glücklichen) Finder zum „Selbstbehalt“ gerichtet und den kannte er natürlich beim Abwurf nicht. Wohl dem Glücklichen, der davon eine gefunden hat!!

Eher weniger bekannt sind da ein Augenzeugenbericht und die von Hacker geschriebenen Karten. Die Karte vom 24.9.07 ab FH nach Schwelm als Augenzeugenbericht war bei Felz.37e in 2023/10361. Dazu bei Felz.178 in 2023/422 eine von Hacker am 26.9.07 persönlich beschriebene Bildkarte. Bei der Auktion Leipzig.175 in 2018/1 eine Karte von Hacker an seine Frau. Bei der Auktion Nordphila.492 in 2023/1732 ebenfalls eine von Hacker persönlich beschriebene Bildkarte.

Im November 1908 wurde LZ3 als ZI vom Heer übernommen und führte militärische Probefahrten durch. Im Michel unter 3 B)b ist aus dieser Zeit eine Abwurfkarte Neunkirchen gelistet, die auf mehreren Auktionen angeboten wurde. Bei Deider.35, Deider.39 (je unverkauft), Rauhut.132 mit Zuschlag 540€ und Kiel.65 in 2019/2573 mit Zuschlag 920€.

Ob diese Karte eine 100% Abwurfkarte ist, sollte aber jeder nach Lesen des Schreibens der „Luftschiffbau Zeppelin“, in dem nur bestätigt wird, dass es diese Fahrt an diesem Tag gab, selbst ermessen. Dazu habe ich noch eine Karte aus einer Expertise von Dr.Simon in meinem Archiv, die sehr wahrscheinlich eine Postabgabe in FH am 23.Apr. 1909 nach der Landung einer Probefahrt ist. In FH selbst wurde nichts mehr abgeworfen, sondern nach der Landung abgegeben. Sind daher auch echt beförderte Karten.

Dazu habe ich in meinem Archiv noch 5 Barographen Kurven registriert. Die da wären:
Barographen-Kurve Militärische Übungsfahrt (2) 10.3.09 / Peter Hagedorn 1909/S.12
Barographen-Kurve Höhenfahrt bis 1420m / 13.3.09 / Peter Hagedorn 1909/S.12
Barographen-Kurve Rückfahrt ZI von München / 2.4.09 / Peter Hagedorn 1909/S.13
Barographen-Kurve Rückfahrt Überführungsfahrt / 9.5.09 / Peter Hagedorn 1909/S.14
Barographen-Kurve Militärische 1.-3. Fahrt 9.3.09 / Köhler.383 in 2024/5310 mit Zuschlag 1700€

Fälschung ist aber auch hier ein Thema, obwohl ich bisher nur eine gefälschte Karte registrieren konnte. Und damit sind wir auch schon wieder bei der Studie des Wolfgang Hacker von 1961! Wolfgang Hacker sah diese Karte in einer Sammlung, die bei einer Ausstellung gezeigt wurde und hätte diese gefälschte Karte wohl am liebsten sofort entfernen lassen. Der Grund war, dass diese angeblich von seinem Vater Kapitän Hacker an seine Mutter Frau Kapitän Hacker und an ihn selbst mit den Worten: „u. Luftschiffer Filius Wolfg.(ang)“ gerichtet war! In seinen Augen natürlich eine absolute Unverfrorenheit, wie durch dieses (Fälscher)Machwerk der gute Name seinen Vaters, einem hoch geehrten und verdienten alten Luftschiff Kapitän derartig missbraucht wurde. Meiner Meinung nach wäre da mit Sicherheit auch jedem Anderen der „Kragen geplatzt“!

Mit besten Grüßen,
Aviator