Thema:
Michel / Yvert und Tellier: Warum ist Yvert um ein Drittel günstiger im Angebot ?
Am: 27.09.2024 21:47:23
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# 1
Ich möchte jetzt keinen neuen Post eröffnen, aber das Thema Katalogpreise MICHEL auf Grund von aktuellem Fund eben thematisieren:
- Der neue MICHEL Deutschland 2024/25 (1184 Seiten) wird für 79.- € angeboten. ( https://shop.briefmarken.de/de/buecher/deutschland/deutschland-2024-2025 )
- unsere Nachbarn in Frankreich erhalten für Ihr Ausgabeland den gängigen Yvert & Tellier 2024 in zwei Bänden mit zusammen 976 Seiten (also etwa 20% weniger) für gerade mal 39,90 € ( https://www.yvert.com/A-289469-tome-1-2025-catalogue-des-timbres-de-france-2-volumes-periode-classique-et-moderne.aspx )
Was können die Franzosen, was wir nicht können, damit sie die Hälfte (oder meinetwegen unter Berücksichtigung der Seitenzahlen etwa grob ein Drittel) günstiger anbieten zu können? Meines Wissens sind gerade Druckkosten in Frankreich alles andere als günstiger im Vergleich zu den Druckkosten in Deutschland.
Oder ist die Auflage, also der Absatz bei Y&T deutlich höher als bei MICHEL?
In jedem Fall sind 40 € deutlich attraktiver als 80 Euro, wenn man sich einen neuen Katalog seines Heimat-Sammelgebiets zulegen wollen möchte.
Best
V.
[Redaktionell verschoben aus dem Thema "Michel und die wundersame Katalog-Vermehrung: 54 % höhere Preise für Europa Kataloge"]
Am: 28.09.2024 01:22:30
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# 2
Der Michel ist der unangefochtene Marktführer in Deutschland. Quasi Monopolist. Und das lässt er sich bezahlen. Mit Druckkosten hat das alles nichts zu tun. Man schaue nur mal die Preise der Schweizer Kataloge Zumstein und SBK an. Beide im Bereich um die 40 Euro. Oder andere europäische Kataloge. Allesamt nicht schlechter produziert und im Preis pro Seite durch die Bank weit günstiger. Der Michel ist mit Sicherheit das Produkt, das preistechnisch die obere Spitze im Vergleich darstellt. Wie lange diese Preisfindung jenseits der realen Erstellungskosten noch realisierbar ist, wird die Zukunft zeigen.
Am: 28.09.2024 04:31:46
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# 3
@ rosteins69 [#2]
Das Argument "Monopolist" kann ich so nicht gelten lassen. Y&T in Frankreich ist genauso dort ein Quasi-Monopolist für Briefmarkenkataloge, ähnlich in manch anderen Ländern.
Am: 28.09.2024 21:53:26
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# 4
Das sehe ich anders. In Frankreich gab es mit dem Ceres und dem Dallay immer eine nennenswerte Konkurrenz zum Yvert. Aktuell gibt es den Spink Maury, der sich als Nachfolger dieser Kataloge versteht. Auch er in zwei Bänden (Anfang bis 1960 im Hardcover, Band 2 ab 1960 im Softcover). Im Preis ähnlich wie der Yvert, meiner Ansicht nach aber sogar besser und für mich eigentlich die erste Wahl. Der wird in Frankreich durchaus auch sehr geschätzt.
Zitat:
"Layout and coverage are sumptuous ... The trite phrase 'mine of information' does not begin to do justice to this immense achievement. To any collector of France beyond the elementary stage, this would be a bargain at twice the official retail price...Highly recommended...an absolute must for collectors of French stamps..." - Michael Round, Journal of the France - Colonies Philatelic Society
Layout und Umfang sind prächtig ... Die abgedroschene Formulierung 'Informationsmine' wird dieser immensen Leistung nicht annähernd gerecht. Für jeden Frankreichsammler, der über das elementare Stadium hinaus ist, wäre dies ein Schnäppchen zum doppelten des offiziellen Verkaufspreises...Sehr empfehlenswert...ein absolutes Muss für Sammler französischer Briefmarken... - Michael Round, Journal of the France - Colonies Philatelic Society (Übersetzt mit DeepL.com kostenlose Version)
Am: 29.09.2024 00:01:19
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# 5
Ich weiss nicht, wie gut die "Alle Welt" Kataloge der Konkurrenz sind. Aber wie wäre die Idee der Querfinanzierung? Der Michel hat den Ehrgeiz einer komplett-runden Katalogisierung sämtlicher Postwertzeichen der Welt (die ihn eigentlich als "Idee" so unverzichtbar, wertvoll macht). Und das kostet. Und der Erlös aus dem Aufwand "Ruanda" trägt sicherlich nicht den Aufwand? Ich gehe deshalb mal von einer Art von quersubventionierter Preisfindung aus.
Falls sich der Michel nur noch um die deutschen Ausgaben kümmern würde, könnte er vielleicht preiswerter publizieren? Nur würde sich dann die Struktur noch tragen? Der Michel ist eine Art von Weltstandard und das kostet "für uns" leider extra.
Just an Idea?
Am: 29.09.2024 00:37:23
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# 6
@ rosteins69 [#2]
Der Michel ist der unangefochtene Marktführer in Deutschland. Quasi Monopolist.
Es gibt in Deutschland noch den DNK. Die "Philex"-Katalogreihe hat meine ersten philatelistischen Gehversuche begleitet, scheint aber in den letzten Jahren bzw. dem letzten Jahr nicht mehr am Markt präsent zu sein.
Beste Grüsse!
Lars
Am: 29.09.2024 01:13:14
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# 7
@ Lars Boettger [#6]
Der Philex (mittlerweile von der Phila-Szene nahezu unbemerkt verstorben; die letzte Ausgabe erschien 2020) und der DNK sind aber nicht vergleichbar mit dem von Vernian im Eingangsposting erwähnten Michel Deutschland. Michel hat in diesem Segment der Einsteiger-Kataloge ja auch den „Junior“ (seit 2021 unter dem neuen Titel „Michel kompakt“). Die Ausgabe 2024 übrigens mit 25 Euro Verkaufspreis um 10 Euro (!) gegenüber 2023 gestiegen. Den DNK gibts immer noch für 15 Euro.
Und vom Umfang schenken die sich eigentlich nichts.
Am: 29.09.2024 08:35:59
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# 8
@ Vernian [#1]
Das Gras des Nachbarn war schon immer grüner.
Ausserdem ist Yvert, ähnlich wie SG, auch Briefmarken und Münzhändler, da können die auch quer finanzieren.
Am: 29.09.2024 10:09:42
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# 9
@ rosteins69 [#7]
Der Philex (mittlerweile von der Phila-Szene nahezu unbemerkt verstorben; die letzte Ausgabe erschien 2020) und der DNK sind aber nicht vergleichbar mit dem von Vernian im Eingangsposting erwähnten Michel Deutschland.
Böse Frage: Enthält der DNK keine Katalognummern und Preise? Wenn doch, dann sehe ich keinen Unterschied zwischen Michel und DNK. Für die überwiegende Anzahl der Sammler ist ein Bild der Marke, die Information über eine Katalognummer und die dazugehörige Preisangabe ausreichend. Natürlich ist es schön, dass der Michel-Deutschland deutlich mehr Informationen als der DNK hat, aber sie werden nur in seltenen Fällen genutzt.
In meiner Bibliothek steht ein YT "Timbre de France" von 2023. Die enthaltenen Informationen sind höchstens auf den Niveau des "Michel Kompakt" oder DNK.
Beste Grüsse!
Lars