Thema:
Deutsche Post Leitcodierungslabel
Ich habe im Forum keine passenden Einträge gefunden, sonst bitte die Zuordnung vornehmen, falls doch bereits ein Thema dazu vorhanden ist.
Auf einem Beleg aus Iran von Mai 1953 wurde beim BPA München ein Aufkleber "Beschädigt" (Form-Nr. C 632) angebracht. Der hier gezeigte Anhänger wurde gelegentlich In Iran bei Briefsendungen verwendet, wenn diese nicht in einem genormten Umschlag eingeliefert wurden. Dass es sich um eine Briefsendung Einschreiben handelte, kann nur aus dem Zuschlag von 50 Dinar abgeleitet werden, da alle anderen Informationen wie Absender, Empfänger und Einlieferungspostamt (R-Stempel) fehlen.
Wer kann Angaben dazu machen, für welche Sendungsarten der Aufkleber C 632 verwendet wurde? Gibt es dazu eventuell Amtsblätter aus diesen Jahren, wo man das nachlesen kann?

Danke im Voraus für jeden Hinweis.
Werner
Hallo,
heute habe ich folgenden Beleg gefunden (nur der Ausschnitt, der auch mehr als weißes Papier zeigt):

Es handelt sich um Firmenpost mit einem Absenderfreistempel. Dazu ein Klebeettiket der Post mit dem Text "Sdg nachadressiert wg. unkorrekter Anschrift" darunter "Bitte Abs. verständigen! Deutsche Post / BZ 36" und darunter "Ermittelte Anschrift" und "Okenstr. 81" "77652 Offenburg".
Darunter nochmal ein gelbes Klebeettiket mit einem QR-Code und nochmal die Adresse.
FunFakt, wenn auch kleinlich: die Okenstr. 81 ist ein Wohnhaus und die falsche Anschrift. Die ursprüngliche Anschrift war aber deutlich weiter daneben.
Einen schönen Abend wünscht
Winfried
@ Winni451 [#25]
wenn auch kleinlich
Nur zur Ergänzung (sorry):
Es handelt sich auf beim gelben Label
nicht um einen QR-Kode [1], sondern um einen DataMatrix-Code (DMC) [2] im standardisierten "Data Matrix ISO Version ECC 200"-Format [3].
Das Label ist eindeutig postalischen Urpsrungs und dekodiert zu den Rohdaten
DEA(236102291554340776522260810010000006 - wobei ich zum Inhalt auf den ersten Blick noch wenig Angaben machen kann, außer DEA (= Deutsche Post) und weiter hinten 77652 (die Postleitzahl der Empfängeradresse); der folgende String 22608100 sollte für einen numerischen Kode für die Straße plus für die Hausnummer stehen.
Beste Grüße
Thomas
[1]
https://de.wikipedia.org/wiki/QR-Code
[2]
https://de.wikipedia.org/wiki/DataMatrix-Code
[3]
https://www.tec-it.com/de/support/knowbase/symbologies/datamatrix/Default.aspx
@ DL8AAM [#26]
sollte für einen numerischen Kode für die Straße plus für die Hausnummer stehen.
Diese Annahme kann ich nun eineindeutig verifizieren. Dieser Tage kam hier ein Schreiben mit einer falschen Form des Straßennamens an, "Wörther Str." statt korrekt "Wörthstr.":

Ausschnitt von einem Großbrief des Absenders Gemeinschaft Privater Versicherungsunternehmen (GPV) aus Köln, hier mit Versand für den eigentlichen Absender Krankenversorgung der Bundesbahnbeamten (KVB) aus Münster, frankiert per DV-Freimachung zu € 1,60 (Kundennummer 5072753161) vom 12.03.2024.
Die fehlerhafte Straßenangabe wurde von der Post durch ein gelbes Label mit den verbesserten Daten, plus Datenmatixcode (DMC), versehen. So kann sichergestellt werden, dass die Sendung korrigiert nun auch automatisiert "weiterfließen" kann. Zumal Großbriefe ja nicht mit der (orangefarbenen) Kodierleiste bedruckt werden.

Der Inhalt des DMC dekodiert in diesem Fall zu:
DEA(236103131533078370851310170010000007, während der textliche Teil den String 3708513101700 zeigt.
Da mir der "Straßenkode" meiner Straße (hier 131) vom Leitcode auf DHL-Paketen [1] bekannt ist, kann ich nun bestätigen, dass es sich bei dem Text auf dem neuen DPAG-Label, wie anfangs nur vermutet, um eben diesen handelt bzw. um die Postleitzahl (5-stellig), den Straßenkode (3-stellig) sowie um die Hausnummer (3-stellig) handelt, hier 3708513101700 >
37085 131 017 00 - die abschließende Doppelnull ist mir noch unklar (womöglich Zusätze zur Hausnummer), ebenso wie die anderen Elemente im DMC vor und nach dem Adresscode, hier DEA(236103131533078 bzw. 10000007.
Beste Grüße
Thomas
[1]
https://de.wikipedia.org/wiki/Leitcode
@ Winni451 [#25]
@ DL8AAM [#27]
Hallo Winfried und Thomas und an alle,
bei diesen neuen gelben Aufklebern handelt es sich um postalische Aufkleber von den bis Ende September 2024 deutschlandweit eingeführten neuen DAB-Arbeitsplätzen (Digitalisierungs-Arbeitsplatz). Hier werden über Scanner und Drucker nicht maschinenfähige und oder nicht gangfolgesortierungstechnisch bearbeitbare Sendungen "geheilt", damit sie danach vollautomatisch weiterberarbeitet werden können. Die Pilotphase war vor circa einem Jahr in 3 verschiedenen Briefzentren. Nun werden schrittweise alle BZ damit ausgestattet. Diese Aufkleber dürften also in Zukunft regelmäßig überall auftauchen.
Viele Grüße Jürgen
Bund Leitcodierung 2024
Aus meinem Posteingang:
Die Stempelfarbe ist sicher (seit Umstellung auf blau) nicht so ungewöhnlich (hier: Lübbenau, Spreewald); der augeklebte Leitcodierungsstreifen ist wohl auch schon länger üblich, aber den gelben Zettel mit QR-Code habe ich bisher noch nicht gesehen.
Wer kennt sich aus bei der aktuellen Briefautomation der DPAG und kann was zu dazu sagen? Seit wann gibt es diese Behandlung, wenn die handschriftliche Adresse nicht auf Anhieb codiert wurde? Steht im QR-Code mehr als die Codierung im Klartext darunter?
75245 = PLZ, 027 = Straße (Hauptstr.), 010 = Hausnummer (10), 00 = ?
Ich finde, daß die Adresse eigentlich gut lesbar war!
@ zobbel [#6]
Dieser gelbe Aufkleber war vor einiger Zeit schon einmal kurz ein Thema gewesen. Schau mal in [1], Beiträge 40-42 und 44 ;-)
Gruß
Stefan
[1]
https://www.philaseiten.de/cgi-bin/index.pl?ST=100
@ zobbel [#6]
Die von Stefan genannten Beiträge aus dem Thema Aufkleber der Deutschen Post habe ich in zeitlich korrekter Folge vor Deinen Beitrag kopiert.
Danke an Stefan, der ein gutes Gedächtnis hat.
Allen eine schöne Woche,
Grüsse aus dem Allgäu, Richard
Die Überschrift „ Bund Leitcodierung 2024“ hat bei mir Fragen aufgeworfen.
Wofür steht das Wort „Bund“ in der Überschrift? Bundesrepublik? Diese Label werden nur von der Deutschen Post AG verwendet, andere (Privat-)Postanstalten in Deutschland verwenden sie nicht. Also sollte es doch korrekt heißen. „Deutsche Post AG Leitcodierung“.
Leitcodierung an sich ist aber nichts Neues bei der Deutschen Post, neu sind lediglich diese Label.
Und was bedeutet die Jahresangabe 2024? Laut Beitrag [#28] von Jürgen gab es diese Aufkleber schon 2023. Und in den kommenden Jahren wird es sie weiterhin geben.
Damit man nicht für jedes Jahr oder bei Neuerungen ein neues Thema eröffnen muss, wäre es meiner Meinung nach sinnvoller, als Überschrift für das Thema allgemein „ Deutsche Post AG Leitcodierungslabel“ oder ähnliches zu wählen.
Darunter könnten dann in Zukunft auch Änderungen und Neuentwicklungen vorgestellt und erörtert werden.
Schöne Grüße
Franz-Josef
[Überschrift redaktionell geändert auf "Deutsche Post Leitcodierungslabel"]
Hallo an alle,
ja die Anmerkungen von Franz-Josef zur Änderung der Überschrift und die Einfügung bzw. Zusammenfassung des einen oder anderen Beitrags in dieses Thema sind richtig. Ich selbst bin zwar mit dem zweiten Teilbegriff der Überschrift "Leitcodierungslabel" noch nicht so ganz glücklich, habe aber derzeit noch keine bessere Idee. Die Post nennt diese Arbeitsplätze abgekürzt "DAB" (Digitaler Arbeitsplatz).
Nach einer Testphase im letzten Jahr in 3 verschiedenen Briefzentren werden diese neuen Arbeitsplätze nun deutschlandweit ausgerollt und in Betrieb genommen. Dabei hat sich das Aussehen der Label teils schon etwas geändert. Der Matrixcode bietet außerdem die Option hier noch weiteren Inhalt zu integrieren, mal sehen wie sich das entwickelt.
Einer der Vorläufer dieser Entwicklung war der folgende kurze Einsatz von den folgenden Labeln auf Großbriefen:

Hier wurde die nachgeprüfte Postleitzahl in Klarschrift oben gedruckt und senkrecht darunter befindet sich eine Strichcode.
Bei diesen Strichcode habe ich allerdings Schwierigkeiten, den auszulesen was dort enthalten ist bzw. um was für ein genaues Codeschema es sich handelt?
Wer von den Spezialisten hier bei philaseiten, kann diesbezüglich weiterhelfen?
Enthält der Strichcode eventuell ähnliche oder identische Angaben wie die neuen Matrixcodes ?
Schon jetzt danke für die Antworten - viele Grüße Jürgen
@ Journalist [#11]
Das ist allgemein ein sogenannter "4-State Bar Code" (4SC), d.h. es gibt 4 verschiedene Strichvarianten:
F : Full Bar (langer Strich)
T : Track Bar oder Tracker (kurzer Strich in der Mitte)
A : Ascending Bar oder Ascender (mittellanger Strich nach oben)
D : Descending Bar oder Descender (mittellanger Strich nach unten)
Das ist ähnlich zu dem, was die Deutsche Post InHaus Service aktuell für Konsolidierungs-Kennzeichnungen benutzt. Wobei DPIHS die RM4SCC-Form [1] der britischen Post verwendet. Diese liegt hier aber nicht vor, was man einfach an der abweichenden Form des Start- und Endzeichen-"Striches" erkennen kann. RM4SCC Barcodes beginnen immer mit einem A Strich (nach oben) und enden mit einem (langen) F Strich. Dein Barcode startet und endet aber mit einem langem F Strich.
Von der optischen Form erinnert mich der Barcode etwas an einen Intelligent Mail Barcode (IMb) [2] der US Post. Ist es aber wohl nicht. Schon eher eine Weiterentwicklung der Vorgängerform POSTNET [3]. POSTNET kennt aber nur zwei Strichlängen (kurz und lang). Vermutlich handelt es sich um eine eigene Mischform, zumindest habe ich auf die Schnelle keine passende 4SC-Version gefunden.
Ich kann mich erinnern, dass ich vor '5-10 Jahren oder so' hier im Form einen Brief an mich aus den USA gezeigt hatte, der ebenfalls so ein Label (4SC mit meiner Postleitzahl) gezeigt habe. Leider bekam ich seinerzeit keine Resonanz auf meine Frage nach dem Wer-Was? Leider finde ich den Beitrag auch nicht mehr.
Bereits im Jahr 2009 bekam ich eine weitere Sendung aus den USA, mit einem ähnlichen Label, in diesem Fall nur ohne die Angabe meiner Postleitzahl, wobei die Form des Labels und des Barcode identisch scheint (Start und Ende mit einem F Strich) [4].

Möglicherweise stammt er in diesem Fall auch aus den USA (wie das obere Label mit dem IMb bzw. hier einem UPU 4-State Barcode)? Und die DPAG hat diese später zeitweise für eigene "Testzwecke" (aber modifiziert) übernommen? Ähnlich dem testweise (?) Einsatz von PDF417 Barcodes in den 2010er Jahren [5] ...
Beste Grüße
Thomas
[1]
https://en.wikipedia.org/wiki/RM4SCC
[2]
https://en.wikipedia.org/wiki/Intelligent_Mail_barcode
[3]
https://en.wikipedia.org/wiki/POSTNET
[4]
https://www.philaseiten.de/beitrag/22539
[5]
https://www.philaseiten.de/thema/13800 (dort ab Beitrag #35)
[6]
https://www.compart.com/en/postal-barcodes
Nachsatz: Der "Japan Post 4-State" Barcode [6] verwendet übrigens auch diese Form mit einem langem F-Strich als Start- und Endkennzeichen. Leider kann der von keinem meiner Decoder ausgelesen werden.
@ DL8AAM [#12]
„
Leider finde ich den Beitrag auch nicht mehr.“
Hallo Thomas,
vermutlich meinst du den Beitrag # 117 auf der Seite „
Postautomation - Fluoreszenz und Codierungen“ [1]. Auf derselben Seite hat Klaus Peter im Beitrag # 131 weitere Beispiele für derartige Label gezeigt.
Die Bedeutung der Label konnte dort nicht geklärt werden.
Schöne Grüße
Franz-Josef
[1]
https://www.philaseiten.de/cgi-bin/index.pl?ST=366
@ Araneus [#13]
Super Franz-Josef,
entweder hast Du ein Supergedächtnis oder einfach nur mehr Glück. Ich habe gestern gefühlt stundenlang nach diesem Beleg gesucht.
Beste Grüße und nachmals Dank!
Thomas
@ DL8AAM [#12]
@ DL8AAM [#14]
Hallo Thomas und Franz-Josef,
danke für eure ergänzenden Beiträge zu meiner Frage. Könnte man den eventuell anhand der hier nun gezeigten Label unter der Annahme, das hier die darüber befindliche PLZ kodiert wurde, eine Auswertung herauslesen ?
Auf alle Fälle hat mir das schon mal weiter geholfen - viele Grüße Jürgen
@ Journalist [#15]
Jürgen, falls ich eine Idee hätte, was dort kodiert ist, hätte ich es sicherlich kundgetan. ;-) Ich weiß noch nicht einmal welches System hier zu Grunde liegt. Das sind alles nur Ähnlichkeiten zu einigen Versionen des 4-State-Codes. Da kocht jeder sein eigenes Süppchen. ;-)
@ DL8AAM [#27]
Guten Abend Thomas,
Der Inhalt des DMC dekodiert in diesem Fall zu: DEA(236103131533078370851310170010000007, während der textliche Teil den String 3708513101700 zeigt.
Da mir der "Straßenkode" meiner Straße (hier 131) vom Leitcode auf DHL-Paketen [1] bekannt ist, kann ich nun bestätigen, dass es sich bei dem Text auf dem neuen DPAG-Label, wie anfangs nur vermutet, um eben diesen handelt bzw. um die Postleitzahl (5-stellig), den Straßenkode (3-stellig) sowie um die Hausnummer (3-stellig) handelt, hier 3708513101700 > 37085 131 017 00 - die abschließende Doppelnull ist mir noch unklar (womöglich Zusätze zur Hausnummer), ebenso wie die anderen Elemente im DMC vor und nach dem Adresscode, hier DEA (236103131533078 bzw. 10000007.
DEA (2 36 1 0313 1 533078 37085 1310 1700 1000000 7
( - Die offene Klammer stellt wohl einen "Applikation Identifier" dar. Hier wird ein Algorithmus aufgerufen, mit dem alle nachfolgen Variablen verarbeitet werden. In diesem Fall ist es "3x3x". Die Abkürzung besagt, dass aufeinanderfolgende Variablen, deren hexadezimale Schreibweise mit einer "3" beginnen, zu einem Codewort zusammengefasst werden können. Die dezimalen Ziffern 0-9 beginnen hexadezimal alle mit einer 3.
2 - Die Ziffer "2" benennt die Anzahl der Variablen, die jeweils zusammengefasst werden.
Im Byte 5 des Data-Matrix-Codes werden die Ziffern 2 und 3 zu einer 23 zusammengefasst, nach ASCII-Regel mit 130 addiert. Das Ergebnis 153 ergibt binär den Wert 10011001.
Im Byte 6 steht binär 10111111, ergibt dezimal 191 nach ASCII-Regel mit 130 subtrahiert = 61, also die Ziffern 6 und 1.
36 - Die Zahl 36 ist das Briefzentrum 36 in Fulda, dass den gelben Label erstellt hat.
0313 - Die Zahl 0313 ist das Datum 13.03., an dem der Label erstellt wurde.
7 - Die letzte Ziffer 7 der Zahlenkette könnte eine Prüfziffer sein.
533078 - Ich gehe davon aus, dass die Zahl 533078 die Kodierung für die Stadt ist (vielleicht als Geo-Koordinate?). Ich habe jetzt schon mehrere Label mit gleichem Ziel, aber unterschiedlichem Aufgabeort gesehen, in denen die Kodierung an dieser Stelle gleich ist.
Soweit mal meine Erkenntnisse zum Inhalt der Label.
Viele Grüße
Ben.
@ Ben 11 [#17]
@ zobbel [#6]
Hallo Ben,
danke für die Analyse, das Ergebnis sieht plausibel aus. Was noch fehlt ist eine Kennzeichnung des jeweiligen Arbeitsplatzes. Es wird ja wahrscheinlich mehrere davon in einem Briefzentrum geben. Vielleicht steht ja eine der einzeln stehenden Ziffern „1“ dafür, das muss man abwarten.
Mit Hilfe deiner Ergebnisse lässt sich auch etwas zu dem in Beitrag [#6] von Zobbel gezeigten Beleg sagen Leider ist das Stempeldatum nicht lesbar, das Bearbeitungsdatum lässt sich deshalb nicht vergleichen. Der Stempel stammt anscheinend aus 03222 Lübbenau/Spreewald.
Der Matrixcode auf dem gelben Label enthält folgenden Inhalt:
DEA(2 95 1 0827 1 126542 75245 027 010 0010000001
Demnach stammt dieses Label weder von Ausgangsbriefzentrum (03, Cottbus) noch vom Eingangsbriefzentrum (75, Pforzheim), sondern vom Briefzentrum 95 (Bayreuth). Vermutlich ist der Brief ursprünglich falsch kodiert und so nach Bayreuth fehlgeleitet worden. Hier wurde der Brief dann neu bearbeitet und mit dem gelben Label versehen. Vermutlich hier wurde auch der alte Zielcode überklebt und der Brief neu mit dem roten Zielcode versehen.
Schöne Grüße
Franz-Josef
@ Araneus [#18]
Hallo Franz-Josef,
über diesen Brief habe ich auch eine ganze Weile nachgedacht.
Der Stempel stammt anscheinend aus 03222 Lübbenau/Spreewald. [...] Demnach stammt dieses Label weder von Ausgangsbriefzentrum (03, Cottbus) noch vom Eingangsbriefzentrum (75, Pforzheim), sondern vom Briefzentrum 95 (Bayreuth).
Das ist korrekt. Mit der abendlichen Abholung vom Postamt Lübbenau ging der Brief nach Cottbus und wurde dort das erste Mal 19:58 Uhr maschinell erfasst. Der nächtliche Transport ging dann nach Bayreuth mit Bearbeitung um 03:19 Uhr (ich denke, dass in Bayreuth die ankommende Post generell neu sortiert wird). Hier passiert aber ein Fehler: Der Brief wird in die Kiste für die Zustellungen sortiert und erhält dann auch das gelbe Label. Der Zusteller bringt den Brief aber wieder zurück, die Sendung wird um 20:15 Uhr neu bearbeitet.
In Bayreuth passiert dann noch ein Fehler: Normalerweise muss das gelbe Label hier ersetzt werden, was aber nicht passiert (naja, die Anlage ist noch neu, etc.). Mit dem nächsten Transport wird der Brief nach Pforzheim geschickt. Dort wird der Brief um 03:52 Uhr für die Zustellung bearbeitet. Leider hat Pforzheim noch keinen digitalen Arbeitsplatz, und kann kein neues Label anbringen. Der Brief gelangt gut zum Empfänger.
Vermutlich ist der Brief ursprünglich falsch kodiert und so nach Bayreuth fehlgeleitet worden. Hier wurde der Brief dann neu bearbeitet und mit dem gelben Label versehen.
Nein, ich denke nicht (siehe Beschreibung oben). Ich gehe derzeit davon aus, dass die gelben Label immer in dem Briefzentrum vor Zustellung an den Empfänger erzeugt und angebracht werden. Das wirft natürlich die Frage nach Zweck auf. Hat der Zusteller an seinem Fahrrad / Fahrzeug ein Navi in dem die Daten zu einer Route geordnet werden?
Was noch fehlt ist eine Kennzeichnung des jeweiligen Arbeitsplatzes. Es wird ja wahrscheinlich mehrere davon in einem Briefzentrum geben. Vielleicht steht ja eine der einzeln stehenden Ziffern „1“ dafür, das muss man abwarten.
Die Bezeichnung "
Digitalisierungs-
Arbeits
Platz" (auf sächsisch ausgesprochen mit weichem "P" - also DAB :)) führt nicht unbedingt auf mehrere physische Arbeitsplätze. Möglicherweise gibt es nicht mal einen Bediener davor.
Ich setze die Ziffern "1" im Augenblick als "Trennung" im Datensatz. Es kann aber sein, dass eine davon tatsächlich verschiedene Prozesse unterteilt, z.B. "1" = Zustellung, 2 =... (ähnlich den Druckerei-Kennungen auf Briefmarken).
Viele Grüße aus Dresden
Ben.
@ Ben 11 [#19]
In Bayreuth passiert dann noch ein Fehler: Normalerweise muss das gelbe Label hier ersetzt werden, was aber nicht passiert
Verstehe ich nicht, warum sollte das gelbe Label ersetzt werden? Die Label werden als "Adresskorrektur" in irgendeinem Briefzentrum bzw. in den Briefzentrum angebracht, in dem - im Rahmen der automatischen Sortierung - erkannt wird (warum auch immer, falsche, fehlerhafte oder einfach nicht lesbare Adresse), dass die Sendung im Folgenden nicht korrekt automatisiert behandelt werden kann. Also wird eine "Adresskorrektur" aufgeklebt, damit nun die weitere automatische Behandlung problemlos stattfinden kann. Das Label muss dann bis zum Einwurf auf der Sendung verbleiben.
In Beispiel [#6] wurde die Sendung nach Bayreuth fehlgeleitet, warum auch immer (...), vielleicht weil die handschriftliche Adresse nicht korrekt erkannt wurde, dort lief sie am frühen Morgen - für die Gangfolge - erneut durch die Sortieranlage und wurde "weil was nicht stimmt" (...) erneut ausgesteuert, weil eben der Ort falsch ist, dann wurde - um weitere Probleme zu vermeiden - im manuellen Nachgang das Label verklebt. Nun ist die Sendung wegen des DMCs wieder problemlos zu 100% behandelbar. Der Brief lief dann mit dem Korrekturlabel am Abend "zum Postschluß" erneut durch die Anlage in Bayreuth und wurde anschliessend auf Grund des DMC an das zuständigen Briefzentrum Pforzheim geleitet, dort am nächsten Morgen auf die Zustellroute sortiert und vom Briefträger ausgetragen. Für was braucht der Zusteller hier ein Navi? Der DMC steuert die Sortierung automatisch "auf den zuständigen Briefträger" und für den Briefträger wird die Adresse zur Sicherheit zusätzlich in Klartext mit eingedruckt.
Ich sehe hier nur einen einzigen Fehler, nämlich die Fehlleitung (warum auch immer) nach Bayreuth, dort wurde der Fehler durch das Label geheilt und die Sendung ging im Anschluss korrekt druch den Postlauf.
Vielen Dank Ben
für die weitere Aufschlüsselung der Elemente im DMC. Zumindest können wir nun das verantwortliche Briefzentrum und auch das Datum korrekt ansprechen. Vermutlich war das Briefzentrum 36/Fulda damals eines (?) der Pilotbriefzentren [#25][#27], in denen das gelbe Label getestet wurde.
Beste Grüße
Thomas
@ DL8AAM [#20]
In Beispiel [#6] wurde die Sendung nach Bayreuth fehlgeleitet, warum auch immer
Der Postweg von Cottbus, Dresden, Chemnitz nach Südwesten geht auf jeden Fall über Bayreuth. Hier werden die Sendungen "ausgekippt" und neu sortiert. Eine Fehlleitung hat wohl nicht stattgefunden. Nur wurde die Sendung in Bayreuth an die Gangfolgemaschinen übergeben (siehe Sendungsverlauf). Das Entscheidende ist m.M.n. der Aufstellort des "Digitalisierungs-Arbeitsplatzes" im Bereich dieser Gangfolgemaschinen (siehe Journalist [#28]). Hier wird die Sendung zur Zustellung vorbereitet, hier kam der Aufkleber drauf und man hat später irgendwann gemerkt, das etwas nicht stimmt und den Brief wieder in die Sortierung eingeschleust.
So zumindest meine Erklärung, die mit Sendungsverlauf und Label zusammenpasst.
Aber egal, die Sendung ist ja angekommen.
Viele Grüße
Ben.
@ stempelfreund1 ,
Danke Christian fürs Zeigen der beiden Label unter dem Thema "Aufkleber der Deutschen Post"
@ Araneus [#18]

DEA (2 23 1 0823 1 712433 19055 100 30000
1 000000 3
Da hätten wir nun mit dem ersten Label aus dem Briefzentrum Lübeck eine "Anschriftenkorrektur" kodiert mit der Ziffer "1".

DEA (2 18 1 0829 1 605360
19001 835 00000
3 000000 8
Und mit dem zweiten Label aus dem Briefzentrum Rostock eine "Rücksendung" kodiert mit der Ziffer "3".
Anzumerken wäre bei dem zweiten Label noch die Verwendung einer Postfachadresse 19001 statt der örtlichen Postleitzahl 19055. Und für das Postfach die Kodierung "8" mit Postfachnummer "35" statt der Straßenkodierung. Eine Hausnummer gibt es beim Postfach natürlich nicht.
Viele Grüße
Ben.
Hallo miteinander!

Werbekarte der Firma
Waschbaer GmbH aus Freiburg hier mit Nachsende-Aufkleber.
Nachsende-Aufkleber mit Datenmatrix und Anschrift (hier aus Datenschutzgründen unkenntlich gemacht) unter "Nachsenden" und einer 13-stelligen Zahl, wobei die Zahlen 1-5 der Postleitzahl entsprechen. Größe des Aufklebers: 65 mm x 25 mm
Viele Grüße aus Magdeburg!
Klaus-Peter
@ bedaposablu [#23]
Es wäre sinnvoll, diesen Beitrag in das Thema „Deutsche Post Leitcodierungslabel“ [1] zu verschieben. Auf dieser Seite werden Informationen zu diesen gelben Labeln zusammengetragen. Dort ist ein solches Label als Nachsende-Label noch nicht bekannt.
Ich würde so ein bedrucktes Label übrigens auch nicht als „Formular“ bezeichnen.
Schöne Grüße
Franz-Josef
[1]
https://www.philaseiten.de/cgi-bin/index.pl?ST=19676
[Beiträge [#23] und [#24] redaktionell verschoben aus dem Thema "Formulare der Post"]
Leitzettel Ausland
Heute erhielt ich von meinem Arbeitgeber in Deutschland eine großformatige Sendung, die einen Leitzettel trug, der offenbar von der Deutschen Post stammt.
Habt ihr so etwas schon gesehen? Wann werden solche Zettel verwendet - etwa auf allen großformatigen Sendungen?

@ phornung [#25]
Hallo Peter,
solch einen Auslands-Leitzetteln der DPAG habe ich bewusst noch nicht gesehen.
Aber eine schöne Übersicht, Stand 2023, gefunden [1].
Grüsse aus dem kalten Allgäu, Richard
[1]
https://www.deutschepost.de/dam/jcr:301d7e5f-7518-4d6a-b184-bbd31d345d43/20231214_Leitzettel_Vorlagen_Muster.pdf
@ phornung [#25]
@ Richard [#26]
Derartige gelbe Label sind bisher vor allem bekannt auf Sendungen, bei denen die Adresse korrigiert wurde (Adressfehler, Nachsendungen, Rücksendungen usw.). Sie stammen von den seit einigen Monaten eingerichteten
Digitalisierungs-Arbeitsplätzen in den Briefzentren.
Im vorliegenden Fall wurde das Label vermutlich aufgebracht, um die Weiterleitung des Briefs mit Hilfe des Datamatrixcodes automatisiert im Briefzentrum und anschließend im Internationale Postzentrum richtig steuern zu können.
Für diese gelben Label gibt es hier bei Philaseiten eine eigene Seite („
Deutsche Post Leitcodierungslabel“) [1], auf der bereits diverse Funde gezeigt und diskutiert werden. Da das Gebiet noch sehr neu ist, bleibt manches zwar noch unklar, jedoch erweitert jeder weitere Fund das Wissen und bringt neue Erkenntnisse.
Ich würde es für sinnvoll halten, diesen Beitrag auf die genannte Seite zu verschieben oder zumindest zu kopieren.
Schöne Grüße
Franz-Josef
[1]
https://www.philaseiten.de/thema/19676
Danke, Richard und Franz-Josef.
Sehr hilfreich.
Herzliche Grüße aus Indien
Peter
[Beiträge [#25] bis [#28] redaktionell aus dem bisherigen Thema "Leitzettel Ausland" in dieses Hauptthema verschoben. Danke an alle die geholfen haben !]
Heute habe ich verwundert diesen Beleg im Posteingang gehabt:

Eigentlich war die Zieladresse klar lesbar beschrieben. Dennoch hat die Sendung ein gelbes Label (mit genau derselben Zieladresse!) bekommen.
Noch verwunderlicher:
Das gelbe Label kommt aus dem BZ 90 (Nürnberg). Eingeliefert wurde jedoch die Sendung am 31.3.25 mit Stempel 86465 Welden, welches zum Briefzentrum 86 (Augsburg) gehört. Im DHL-Tracking war jedoch der Ersteintrag im Briefzentrum Nürnberg am 02.04.25.
Wie hat es die Sendung ohne Erstscan in Augsburg (auch keine sonstigen Kodierungen auf dem Umschlag) nach Nürnberg geschafft? (würde es ja verstehen, dass evtl in Augsburg doch ein Lesefehler passiert sein könnte und der Brief erst Richtung Nürnberg geschickt wurde und dort dann die Korrektur stattfand - Aber dann hätte es doch im Tracking Augsburger Einträge geben müssen?). Es war ja auch kein Wochenende, wo temporär evtl. Briefzentren zusammen gelegt wurden.
In der neuesten MICHEL-Rundschau Mai 2025 wurde der Aufkleber, den ich auch auf meinem Beleg gefunden habe, vorgestellt.

Der Zweck ist allerdings rätselhaft. Denn die Ursprungsadressangaben waren auf den Briefen eindeutig zu lesen und bedurften keiner Korrektur. Beide Briefe wurden wohl in dem Sortierzentrum Germering mit dem Label versehen. Vielleicht kann jemand den Daten-Matrix-Code auslesen, aus dem sich dann möglicherweise der Sinn des Labels ergibt.
Mit philatelistischem Gruß
Henry
@ Henry [#30]
Ich habe über andere Quellen die Information gehört, dass die aufgedruckte Adresse zu viel Informationen enthält, welche die Sortiermaschine nicht verarbeiten kann.
Da diese Information nicht von offizieller Seite gekommen ist sondern über den sogenannten "Flurfunk", kann ich diese Information erst einmal nicht bestätigen, sie wäre aber nachvollziehbar.
@ Henry [#30]
Ganz einfach Henry, denn der MICHEL-Verlag hat hier einen dicken Fehler begangen und hat einen (fast) leeren "Pressepost-" Matrixcode verwendet.
Dort wird bei Pressepost u.a. auch die Empfängeradresse kodiert, was aber eben nicht passiert ist. Außer der Frankierart/Version PPL, ZKZ, Heftnummer sowie dem Einlieferungsdatum ist dort aber nicht hinterlegt. Da aber die Post bei Pressepost die Sortierung über eben diesen Matrixcode steuert, war die Post hilflos.
Das bedeutet, die Post muss die Sendung manuell bearbeiten und um das alles im Nachgang zu vereinfachen, erhält diese Sendung einen neuen Matrixcode von der Post verpasst, damit die Zeitschrift zumindest automatisiert sortiert werden kann.
Die vom Versender eingedruckte Adresse u.a. bei Pressepostsendungen (je nach
qualitativer Ausprägung) "interessiert" die Post in diesem Fall "nicht" mehr, das schaut sich keiner mehr an, was nicht im Matrixcode steht, ist (in der Sortierung) "eher" unsichtbar. Pressepostsendungen gehen ja nicht durch die "normale Briefsortierung" und werden dort
orange kodiert.
Beste Grüße
Thomas
Diese Frage ist hier im Thema "DBP" falsch ;-) Diese gelben Matrixcode-Labes der DPAG wurden bereits in einem eigenen Thread "Deutsche Post Leitcodierungslabel" ausführlich besprochen.
https://www.philaseiten.de/thema/19676
[Vier Beiträge redaktionell verschoben aus dem jetzt nicht mehr bestehenden Thema "Bund Amtliche Aufkleber der Deutschen Bundespost"]
@ nagel.d [#31]
Danke für die Rückmeldung. Das kann ich mir jetzt zwar nicht vorstellen, aber ich nehme es mal so zur Kenntnis.
@ DL8AAM [#32]
Auch dir ein Danke für die Meldung. Wenn das der Grund ist, wundere ich mich nur, dass erst jetzt das Label aufgeklebt wurde. Solche fehlerhaften "halbe" Matrix-Codes waren schon auf mehreren Zusendungen von MICHEL, die aber ohne Label ankamen. Möglicherweise ist aber die Verwendung noch nicht so alt.
Mit philatelistischem Gruß
Henry
@ Henry [#33]
Das PRESSEPOST-Wesen wurde erst vor ein paar Monaten von der Post konplett geändert. Offiziell ab Januar 2025, wobei natürlich in der Übergangsphase vieles noch "unrund" läuft. ;-)
Es gibt nun die neuen Versand- (Hauptformen) SMART und CLASSIC (jeweils plus +x Tage), die vereinfacht gesagt unterschiedliche "Bearbeitungsqualitäten" mit entsprechend unterschiedlichen Entgelthöhen beschreiben, hier geht es insbesondere um vom Einlieferer geforderte Vorbereitungs- bzw. Aufbereitungsqualitäten, siehe Thema "Postvertriebsstück - Neue Label mit Matrixcode" [1] (ab etwa Beitrag 21). Da wurden vollkommen neue "Dinge" definiert. Die Post wird halt immer mehr und mehr matrixgesteuert, immer "digitaler" und sie fordert deshalb mehr und mehr Vorbearbeitungsqualitäten vom Einlieferer (wenn er günstige Konditionen bekommen will).
Eine tiefere Behandlung passt hier aber nicht so mehr so richtig ins Thema "gelbe Labels". ;-)
Beste Grüße
Thomas
[1]
https://www.philaseiten.de/thema/1354
Aus aktuellem Posteingang dieser schöne Beleg mit einem Leitcodierungslabel.
Großbrief mit Internetmarke mit dem Kaufdatum 05.05.25 zu 1,80 Euro (Motiv TI 50):

Viele Grüße
Michael