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Postbank kündigt Vereinskonto ohne Angabe von Gründen !

Journalist Am: 19.08.2024 17:41:58 Gelesen: 8364 # 1
Hallo an alle, ich möchte heute alle als Vorsitzender der Arge R+V-Zettel e.V. über einen dreisten Umgang mit Geschäftskunden, hier der Arge R+V-Zettel e.V. informieren. Mitte Mai hatte unser Vorstand die laut Hotline nötigen Papiere für die Umstellung des bisherigen Girokontos des Vereins bei der Postbank auf Onlinebanking beantragt. Nach über 3 Monaten kam mit einem Schreiben vom 22.7.24 während des Urlaubs unseres Kassenwarts alles mit verschiedenen Anhängen zurück, was alles angeblich nicht ordentlich ausgefüllt worden wäre. Beispielsweise möchte die Deutsche Bank (Postbank) von allen für das Onlinebanking vorgesehenen Mitgliedern auch die Steueridentifikationsnummer wissen. Bevor sich nun der Vorstand mit dieser neuen Situation final abstimmen konnte, folgte nun mit Schreiben vom 13.8.2024 die fristlose Kündigung unseres Vereinskontos mit der knappen Frist von 8 Wochen ohne Angabe von Gründen - siehe das folgende Schreiben: Dem Anschein nach hat die Postbank kein Interesse an einem guten Service und vor allem an Girokonten von Vereinen, den dies ist der zweite Fall, eines Briefmarkenvereins, der mir bekannt geworden ist, wo die Postbank ohne Angabe von Gründen die Geschäftsbeziehungen mit extrem knapper Frist kündigt. Ich kann daher als Vorsitzender der Arge R-V-Zettel nur alle Vereine warnen, den dies könnte ihnen auch passieren. Ich verbleibe mit vielen Grüßen Jürgen Olschimke - 1 Vorsitzender der Arge R+V-Zettel e.V. und freier Journalist
filunski Am: 19.08.2024 19:11:13 Gelesen: 8296 # 2
@ Journalist [#1] Hallo Jürgen, als Schatzmeister und auch ehemaliger Schatzmeister verschiedener, auch größerer, Vereine kann ich von vielen (negativen) Erfahrungen mit der Postbank erzählen. Schon vor Jahren habe ich als damaliger Schatzmeister eines Fördervereins eines Museums das (eines von zwei Vereinskonten) Postbankkonto gekündigt, bis heute zum Wohle des Vereins und ohne jegliche Nachteile. Die Umstände und Bedingungen waren damals sogar noch um einiges besser, als das was nicht nur du dazu schreibst. Ich kann nur jedem Verein dringend raten sich von der Postbank zu verabschieden. Viele andere Banken bieten bessere Bedingungen und ein leichteres, unkomplizierteres Arbeiten für den Verein und auch eine individuellere Ansprache als bei der anonymen Postbank (= Deutsche Bank). Insbesondere Sparkassen bieten für örtlich ansässige Vereine, auch heute noch, sogar eine kostenlose Kontoführung an. Anfragen lohnt sich! ;-) Viele Grüße, Peter
Vernian Am: 19.08.2024 19:11:24 Gelesen: 8295 # 3
@ Journalist [#1] Ein echter Hammer! Da bin ich froh, dass wir letztes Jahr bei der Neuausrichtung von einer simplen Vereinigung nach BGB zu einem n.e.V. nach geltendem (Vereins-)Recht umgestellt haben und ein Konto brauchten bei der Postbank wegen Vereinskonto gar nicht fündig geworden sind - bzw. wie bei vielen Banken so etwas nur als entsprechend teures Geschäftskonto geführt werden konnte, weshalb wir uns nach einer günstigeren Alternative umgesehen haben, mit der wir jetzt auch bislang sehr zufrieden sind. Alles Gute! Vernian
Altmerker Am: 19.08.2024 20:09:33 Gelesen: 8247 # 4
Hallo, was ist daran neu? Der Kunde, also der Verein, ist der Gekniffene. Die Internationale Motivgruppe Papier & Druck e.V. kann ein Lied davon singen. Fast ein Jahr Stress mit der Postbank, irgendwann Kontosperre, Druckerei zu bezahlen, Rahmengebühren überweisen, alles nicht möglich und ein Alptraum. Da hat der Verein Geld auf der Kante, kommt nicht ran und die Postbank arbeitet mit unserem Geld. Aber ein anderes Konto einrichten, ist auch nicht so leicht: Da wir eine Internationale Motivgruppe sind, gibt es Stress, weil der Verein mit dreistelligen Einlagen sind, müssen wir zu dritt allerlei Unterlagen wegen des Geldwäschegesetzes einreichen. Da lobe ich mir die Zeit des Sparstrumpfes. :-) Ich habe Angebote eingeholt, vergesst kostenlose Kontoführung unterhalb einer gewissen Summe. Und welche Bank vergibt ein Konto an einen Verein, dessen Protagonisten in fünf Bundesländern verteilt sind... Der Schritt weg von der Postbank ist der erste. Nach meinen Erfahrungen kommen aktuell neue Sorgen dazu. Beste Grüße Uwe
Baber Am: 19.08.2024 21:02:59 Gelesen: 8178 # 5
Auch wenn es blöd klingt, man muss mal wieder von der guten alten Zeit schwärmen. Was war die Postbank früher für eine ideale Bank. Wer erinnert sich noch an die Postsparbücher, von denen man in der Vor-Euro-Zeit in vielen Ländern Europas auf dem dortigen Postamt Geld in der jeweiligen Landeswährung abheben konnte, und das zu einem besseren Kurs als auf der Bank und zu den wesentlich längeren Öffnungszeiten der Postämter. Ich war jahrelang Kassierer in einem Münchner Verein und als Briefmarkensammler hatten wir natürlich unser Konto bei der Postbank, die damals noch eine große Filiale in München hatte. Das Konto war kostenlos, Die Abbuchungsätze für die Mitgliedsbeiträge erstellte ich auf eine Diskette, die ich im Briefkasten der Postbank einwerfen konnte. Wenige Tage später waren das Geld auf dem Konto und für die (vernichtete) Diskette bekam ich sogar noch eine Gutschrift. Als dann die Regelung kam, dass Vereinskonten als Geschäftskonten gelten und nicht mehr kostenfrei sind, wurden die Bedingungen Schritt für Schritt schlechter. Als dann die Postbankfiliale in München geschlossen wurde und wir von Hamburg aus betreut wurden, haben wir uns entschlossen, die Bank zu wechseln. Kostenfrei war es zwar nirgends, weil wir keine regelmäßigen Eingänge in der geforderten Höhe pro Monat nachweisen konnten, aber bei einer Bank vor Ort hatte man wenigstens noch einen persönlichen Ansprechpartner. Das gibt es leider heute vielfach auch nicht mehr. Gruß Bernd
TeeKay Am: 19.08.2024 23:24:18 Gelesen: 8078 # 6
Mein dringender Rat: Überweise bis auf wenige Euro selbst das Restguthaben vor dem finalen Kündigungsdatum und verlasse dich nicht darauf, dass die Postbank das Geld auf das von dir angegebene neue Konto überweist. Uns kündigte die Deutsche Bank = Postbank die Geschäftskonten für mehrere Unternehmen. Bei einem Unternehmen warteten wir glaube drei Monate auf die Auskehrung des Restguthabens, beim anderen Unternehmen seit Anfang Februar bis heute. Telefonisch ist niemand zu erreichen, Briefe werden ignoriert.
drmoeller_neuss Am: 20.08.2024 07:55:41 Gelesen: 7993 # 7
@ Baber [#5] Auch wenn es blöd klingt, man muss mal wieder von der guten alten Zeit schwärmen. Aus Sicht der Postbankbenutzer war das eine gute Zeit. Ich hatte damals viele Briefmarken im Ausland bestellt und die Bestellung auf die Rückseite des Empfängerabschnittes geschrieben. Diese Form der Kommunikation war billiger als das Briefporto und das Geld ist auch gleich mit überwiesen worden. :) Da hat man die Kröte geschluckt, dass Kontoüberziehung fast ein Verbrechen war, und ein Minus von 40 Pfennig per Brief angemahnt wurde ("Bitte auffüllen"). Und insgesamt möchte ich Geldautomaten und Internetbanking nicht mehr wissen. So romantisch war es auch nicht, bei Wind und Wetter sein "Lieblingspostamt" aufsuchen zu müssen (man konnte als Giroteilnehmer nur an einer vorher vereinbarten Poststelle sein Geld holen !) und oft warten zu müssen (manchmal hat der Beamte für 50 DM telefonisch eine Deckungsanfrage gemacht !). Und das größte Übel der guten alten Zeit: der defizitäre Postbankbetrieb wurde durch die Telefonkunden quersubventioniert, zum Schluss waren es fast 5 Milliarden DM Überschuss, den die Telefonierer an die anderen Postdienste abgedrückt haben. Nun ist meine Telefonrechnung ein Bruchteil der Rechnung vor 40 Jahren und mein Postbankkonto ist noch immer umsonst - insgesamt ein gutes Geschäft. @ TeeKay [#6] Diesen Hinweis kann ich nur unterstreichen. Das gleiche gilt bei Erbfällen, Konten schnell leerräumen, bevor die Bank etwas vom Tod des Kontoinhabers mitbekommt (der hoffentlich zu Lebzeiten entsprechende Vollmachten erteilt hat). Im übrigen würde ich als Unternehmer nicht so lange auf die Auskehrung warten. Frist per Brief setzen, wenn die verstrichen ist, Mahnbescheid und dann Vollstreckung. :) @ alle: gerade kleinere Vereine sollten sich gut überlegen, ob sie überhaupt noch ein Vereinsgirokonto brauchen. Ein Teil der Mitglieder zahlt ohnehin bar auf der Jahreshauptversammlung, und der Rest kann per PayPal zahlen, oder der Vorsitzende nimmt das Geld ein. Dazu eine transparente Einnahmen-/Ausgaben/-Überschussrechnung in Excel. Das Vermögen kann man immer noch separat auf einem Festgeldkonto anlegen. Das kostet in der Regel keine Gebühren.
Vernian Am: 20.08.2024 11:30:43 Gelesen: 7873 # 8
@ drmoeller_neuss [#7] Zitat: gerade kleinere Vereine sollten sich gut überlegen, ob sie überhaupt noch ein Vereinsgirokonto brauchen. Ein Teil der Mitglieder zahlt ohnehin bar auf der Jahreshauptversammlung, und der Rest kann per PayPal zahlen, oder der Vorsitzende nimmt das Geld ein. Dazu eine transparente Einnahmen-/Ausgaben/-Überschussrechnung in Excel. Da ich gerade erst letztes Jahr damit befasst war aus einer Vereinigung einen n.e.Verein zu machen und zum Glück ein paar juristisch versierte des Vereins beraten konnten: Zuvor habe ich einfach ein Privatkonto für die Vereinigung geführt. Da ich als Selbständiger jedoch ggf. bei einer Steuerprüfung veranlasst sein könnte, dass mir die Einnahmen (v.a. Mitgliederbeiträge) als meine Privat-Einnahmen vom FA zugeschlagen werden und ich diese entsprechend versteuern müsste, musste ein Vereinskonto her; aber auch schon rein der rechtlichen Absicherung und Haftung wegen. Außerdem - ich kann mich da irren, meine aber, dass dem so ist - ist die neueste Fassung des Vereinsrechts sogar in diesem Bezug so formuliert, dass man eigentlich gezwungen ist ein eigenständiges Vereinskonto zu führen. Aber das können die Juristen hier sicher besser sagen. Übrigens ist auch Paypal im Grunde nichts anderes als ein Konto bzw. um an das Geld zu kommen, muss ein Konto angegeben werden zum Geld transferieren. Es würden also wieder die gleichen (steuer-)rechtlichen Probleme auftreten können. Best V.
drmoeller_neuss Am: 20.08.2024 11:56:00 Gelesen: 7849 # 9
@ Vernian [#8] Bitte nicht falsch verstehen, ich rede nicht vom großen Sportverein mit Angestellten und geschäftlichem Betrieb und hunderten von Mitgliedern. Es geht um einen kleinen Briefmarkenverein mit vielleicht noch 30 Mitgliedern. Dann betragen die Beiträge pro Jahr unter 1000 Euro. Die Ausgaben sind überschaubar: Die abzuführenden Beiträge an den Landesverband und den BdPh, vielleicht noch eine Rechnung über das Weihnachtsessen, eine Handkasse für Blumensträusse für Geburtstage und Beerdigungen und eine Portokasse. Vereine sind auch im Jahre 2024 gesetzlich nicht verpflichtet, ein Bankkonto zu führen. M.E. reicht es aus, die Einnahmen und Ausgaben für den Verein per Liste (auf Papier oder in Excel) zu trennen. Bei der Überweisung schreibst Du eben: Auslagen für Verein Soundso. Das sollte eigentlich jeder Betriebsprüfer verstehen. Wenn Du selbstständig bist, wirst Du ohnehin getrennte Privatkonten und Geschäftskonten haben. Natürlich ist damit ein Risiko verbunden. Du kannst Dich heimlich nach Südamerika mit der Vereinskasse absetzen. Oder Du stirbst und Deine Erben rücken das Geld erst einmal nicht heraus. Natürlich kann der Vereinsvorsitzende auch das offizielle Vereinsbankkonto leerräumen und damit verschwinden. :(
Nachtreter Am: 20.08.2024 13:19:05 Gelesen: 7776 # 10
@ Journalist [#1] Hallo Jürgen, sieh es einfach positiv: Bei einer Bank, bei der monatelang kein Online-Banking funktioniert, dies sich seit Jahren aus der Fläche zurückzieht - kann es doch nur positiv sein, die Geschäftsverbindung zu kündigen, egal von welcher Seite! Aus eigener Erfahrung weiß ich, daß der Postbank die Privat- und Geschäftskunden in Scharen davon laufen, wieso solltet Ihr da die letzten sein? Bei miserablem Service, dürfte das doch fast eine Erlösung sein. Die Chance für einen Neuanfang bei einer serviceorientierten Bank, die u. U. bessere Konditionen anbietet ist gegeben! Die Deutsche Post hat leider das österreichische Modell nicht kopiert, indem Sie die ehemalige Postbank ("BAWAG") aus ihren Filialen rausgeschmissen und eine neue, eigene Bank ("Bank99") mit der ING gegründet hat. Aber beide, sowohl Deutsche Post als auch Postbank sind wohl ein Paradebeispiel, wie man gut funktionierende Staatsbetriebe der Rendite wegen zu Grunde richtet. Viele Grüße Nachtreter
nagel.d Am: 20.08.2024 13:35:54 Gelesen: 7758 # 11
Einfach mal bei der örtlichen Sparkasse oder Volksbank vorbeigehen. Hier kann unter bestimmten Voraussetzungen ein gebührenfreies Vereinskonto eröffnet werden. Hier auch einfach mal nach den Regelungen fragen. Ich weiß, daß ein örtlicher Verein, in dem ich nur noch zahlendes Mitglied bin, ein solches Vereinskonto besitzt geführt als soziales Girokonto. Der Verein hat auch nicht benötigtes Guthaben von dem Girokonto auf ein Sparkonto überwiesen. Hier sollte man sich im klaren sein welche Beträge brauche ich über das Jahr gesehen. Aus Erfahrung hat der örtliche Verein, weder eine Hand- noch eine Portokasse geführt. Die Einkäufe wurden in der Regel per Rechnung getätigt oder der Kassierer ist beim Einkauf mitgegangen und hat mit der Girokarte gezahlt. Für das Porto kann man sich eine PortoKart der Deutschenpost/DHL zulegen für den Schriftführer und da wird der Betrag gleich vom Konto abgebucht, hier muß dann der Schriftführer dem Kassierer nur den Abbuchungsbeleg in die Hand drücken und hier dann die Frage wie oft wird Porto benötigt? Meist Einladung zur HV, Weihnachtsessen und vielleicht zu irgendwelchen Anlässen Versand von Karten. Hier ist dann die Frage aufzuwerfen ob man nicht ein gewisses Kontingent an Briefmarken als Vorrat hat und die Portokarte gar nicht benötigt wird. Man sollte auch überlegen ob der Verein überhaupt Bargeld braucht, wenn ja, für welche Veranstaltungen und dann sollte man überlegen ob man das Bargeld nicht einen Tag vor der Veranstaltung vom Konto abhebt und nach der Veranstaltung gerade wieder einzahlt. Das Wechselgeld wird dann als durchlaufender Posten gebucht.
drmoeller_neuss Am: 07.09.2024 23:12:50 Gelesen: 7402 # 12
@ Journalist [#1] Heute in der Post ein Brief der Briefmarkenversandstelle der Färöer: die Postbank scheint deren Konto in Saarbrücken gekündigt zu haben ("aufgrund von Umständen, die außerhalb unserer Kontrolle liegen"). Mir hat jetzt die ING DiBa gekündigt. Scheinbar brauchen Banken keine Kunden mehr.
TeeKay Am: 08.09.2024 11:24:29 Gelesen: 7278 # 13
Und uns antwortete die Postbank vier Monate nach unserem letzten und sieben Monate nach dem ersten Brief. Sie könnten das Guthaben unseres Firmenkontos nicht auf das neue Konto überweisen, weil ich nicht explizit dazu schrieb, dass die genannte Kontonummer der Firma gehört. Kunden wollen sie also keine - das Geld hingegen schon.
Baber Am: 08.09.2024 12:30:13 Gelesen: 7230 # 14
@ drmoeller_neuss [#12] Heute in der Post ein Brief der Briefmarkenversandstelle der Färöer: die Postbank scheint deren Konto in Saarbrücken gekündigt zu haben Auch die Schweizer Post hatte für Kunden im Euro-Raum ein Konto bei der Postbank in Saarbrücken. Das wurde auch geändert. Ob es von der Postbank gekündigt wurde weiß ich nicht. Gruß Bernd
nagel.d Am: 08.09.2024 12:35:42 Gelesen: 7225 # 15
@ Baber [#14] Gleiche Situation habe ich bei der Liechtensteiner Post gemerkt. Auffallend ist es schon.
nagel.d Am: 08.09.2024 12:42:33 Gelesen: 7219 # 16
@ TeeKay [#13] Rechtlich ist diese Sache höchst bedenklich. Einerseits kündigt die Postbank das Konto aber das Guthaben möchte sie nicht auszahlen, das ist ein Punkt wo ich dann sage Bank wechseln und schauen daß man das Guthaben von der Postbank bekommt. Euer Verein ist doch im Vereinsregister des Amtsgericht eingetragen. Jetzt die Frage wie habt ihr das neue Konto bei einer anderen Bank eröffnet? Lösungsvorschlag von mir: Lasst euch von eurer neuen Hausbank eine Bescheinigung ausstellen und fügt einen Auszug vom Vereinsregister geben und zusammen damit bei der Postbank wieder melden. Oder zweite alternative eure neue Hausbank erledigt dies bei der Postbank.
TeeKay Am: 08.09.2024 14:49:37 Gelesen: 7151 # 17
@ nagel.d [#16] Da gehts um die Konten meiner Firmen, nicht um das Vereinskonto. Es war nur ein Beispiel dafür, dass die Postbank/Deutsche Bank reihenweise Konten kündigt, die für die Restguthabenauskehrung zuständige Abteilung aber aus vermutlich nur einer Person besteht und extremst überlastet ist. Bei einer Firma antwortet die Bank wenigstens, bei der anderen stellt sie sich gänzlich tot. Gleichzeitig berechnet sie für das gekündigte Konto weiter Kontoführungsentgelte. Und weil das Onlinebanking von der Bank gesperrt wurde, kann ich keine Auszüge herunterladen, so dass die auch noch kostenpflichtig per Post zugesandt werden. Ob das Inkompetenz oder Vorsatz ist, weiß ich nicht. Ich denke Inkompetenz. Denn wenn die Bank weiter das Geld und die Kontoführungsentgelte haben will, hätten sie die Konten ja nicht kündigen müssen. Mir ist die Strategie jedoch unklar. Mag sein, dass in der internen Renditekalkulation das Profit Center "Girokontenführung" nicht profitabel genug ist. Aber es ist der erste Kontakt von Kunden zur Bank. Ohne Girokonto werde ich als Kunde niemals nach Krediten fragen, nach Währungsabsicherung, nach Factoringlösungen, nach Hilfe beim Börsengang, der Emission von Anleihen oder sonstwas. Die Firmen werden jetzt bei anderen Banken wachsen und irgendwann vielleicht einmal nach diesen Dienstleistungen fragen, die aus Sicht der Deutschen Bank die Margenbringer sind. Auch privat ist die Deutsche Bank natürlich keine Alternative mehr.
DL8AAM Am: 08.09.2024 15:31:56 Gelesen: 7124 # 18
Ich kann mich in meiner alten Firma (alteingesessenes, [aber nur] lokal aktives Familienunternehmen, firmiert aber auch [nur] als Einzelfirma) daran erinnern, dass die Cheffin über Jahre versucht hatte ein Firmenkonto bei der lokalen Deutschen Bank Filiale zu bekommen. Damals war der Augenmerk der Bank (fast ...) ausschließlich im Bereich Firmen. Aber da wir mit nur einem mittleren einstelligen Millionen Umsatz wohl zu klein waren, dauerte es Jahre bis der Tropfen den Stein "Deutsche Bank" aushöhlte. Dann wurde sofort neues Briefpapier mit der neuen, zusätzlichen Bankverbindung gedruckt und jeden Kunden persönlich mit der Info angeschrieben. Ein Konto bei der Deutschen Bank stellte damals eine Art von "Ritterschlag" dar. Dann gab einen Paradigmenwechsel und man wollte zu einer "Bank für die Massen" werden und deshalb gründete man sogar extra eine Tochter für Privatkunden. Dann dachte jemand bei der Deutschen Bank und wir kaufen die Postbank. Man wird so nur neuen "Volksbank". Und mit dem Namen Post kaufte man sich eine Art von staatlichen Adelstitel. Nun will man wohl scheinbar zurück zu seinen Wurzeln? ;-) d.h. Privatkunden abstossen, kleine Firmen und "Gruppierungen" ebenso. Es stimmt schon Girokonten und Kleinkunden kosten nur und wenn man den arbeitsaufwändigen Bereich von Kleinkonsumentenkrediten nicht mehr als den Markt betrachtet, dann ... eine Firma (oder Anleger) mit "20 Mio internationalem Umsatz" pro Jahr ist dann halt besser, als 2000 'nervige' Kleinkunden mit Mindestlohn. ;-) Nicht ohne Grund hiessen früher diese bundesweit und international aktiven Banken halt ja auch Geschäftsbanken, und zwar nicht weil sie ein Geschäft anboten ... ;-) Die Deutsche Bank wickelt nun ihren damaligen Paradigmenwechsel ab. Eine Rolle rückwärts... Ob das wirklich erfolgsversprechend fruchtet sei mal dahingestellt. Kein Kommentar. Auch kein Kommentar zum Verhalten den ehemaligen Kunden gegenüber. Beste Grüße Thomas
nagel.d Am: 08.09.2024 16:43:51 Gelesen: 7068 # 19
@ TeeKay [#17] Was meine Aussage nagel.d [#16] anbelangt betrifft dies natürlich auch deine Firma. Diese ist ja im Handelsregister registriert. Mir stellt sich dann die Frage das Konto bei der Deutschen Bank/Postbank wurde doch mit einem Auszug aus dem Handelsregister eröffnet, warum dann diese Unterlagen jetzt wieder eingefordert wurden? Liegen die Daten der Deutschen Bank/Postbank nicht vor? Zumindest ist dies ein seltsames Verhalten das sich fast nach Enteignung anhört. Hier wäre es sinvoll einen Fachanwalt für Kreditwesen und Bank zu Kontaktieren oder auch mal bei der Verbraucherschutzorganisation vorzusprechen.
Journalist Am: 11.09.2024 13:19:32 Gelesen: 6788 # 20
@ Journalist [#1] Hallo an alle, bezüglich unserer Suche nach einer neuen Bank wollen wir nun zur Skatbank, die sogar eine extra Webseite für Vereine hat: Die Kontoführungsentgelte sind sehr günstig, vermutlich müssen wir aufgrund der geringen Buchungen je Monat sogar gar nichts zahlen. Für die Anmeldung ist allerdings vorher eine Registrierung im Transparenzregister erforderlich. Wenn man sich hier durchgekämpft hat, erhält man eine Eingangsbestätigung. Diese muss man dann noch mal überprüfen, ob auch alle Daten richtig sind, sonst könnte es zu Widersprüchen und einer Ablehnung führen. Demnächst werde ich dann noch weiteres über den organisatorischen Fortgang in diesem Fall berichten. Wer ein günstiges Vereinskonto sucht, ist hier scheinbar gut aufgehoben. Viele Grüße Jürgen
Vernian Am: 11.09.2024 13:25:37 Gelesen: 6780 # 21
Das hatte ich einem nachfragenden Mitglied auch empfohlen - hier hat auch der Jules-Verne-Club sein Vereinskonto eröffnet (auch wenn er als n.e.V. monatliche Gebühren zu zahlen hat) und ist bislang sehr zufrieden
DL8AAM Am: 11.09.2024 14:31:58 Gelesen: 6737 # 22
@ Journalist [#20] Vielen Dank Jürgen für diesen Tipp ;-) aber nach meinen Wissensstand, sind inzwischen alle Übergangsfristen für e.V. bereits zum 01.01.2023 abgelaufen, spätestens dann mussten sich doch sowieso bereits schon alle eingetragenen Vereine dort (nachträglich) registrieren lassen. Die Nichtregistierung ist für einen e.V. seitdem sogar bußgeldbewährt (siehe unten). Zitat [1] Zum Oktober 2017 wurde das Transparenzregister eingeführt, mit dem Jahreswechsel 2022/23 kommt damit auch eine praktische Relevanz auf eingetragene Vereine (e.V.) zu. Deren wirtschaftlich Berechtigte – typischerweise der Vorstand – sind (spätestens) ab dem 1. Januar 2023 im Transparenzregister zu erfassen. Auch wenn die Datenübernahme (wohl) aus dem Vereinsregister (theoretisch) von Amts wegen automatisch erfolgen sollte (...), Stichwort "Mitteilungsfiktion", muss jeder e.V. trotzdem immer noch sicherstellen, dass die dort erfassten Daten immer dem aktuellen Stand entsprechen bzw. ob die Datenübergabe überhaupt (korrekt) stattgefunden hat. Der Verein selbst, nicht das Amt, muss das gewährleisten. Insbesondere entfällt die Fiktionswirkung, wenn u.a. im Vorstand nichtdeutsche Staatsbürger sitzen (oder Deutsche, die nicht in Deutschland leben), was regelmäßig z.B. bei international aktiven ARGEs der Fall sein könnte. Weitere Infos hierzu bei [2]. Und was für die Vereinskasse wichtiger ist: Zitat [1] Die automatische Eintragung der Vereine in das Transparenzregister bedeutet nicht, dass keine Jahresgebühren für die Führung des Transparenzregisters nach § 24 GwG erhoben werden. Auch die Gemeinnützigkeit hat keinen Einfluss auf die Gebührenpflicht. Gemeinnützige Vereine, die über eine entsprechende Bescheinigung des Finanzamts verfügen, können sich allerdings von dieser Gebühr befreien lassen, wenn sie dies bei der registerführenden Stelle beantragen. (BVA, FAQ, Stand 25. Mai 2022, Seite 30 f.). und aus [2] Grundsätzlich wird auch weiterhin eine Gebühr für die Führung des Transparenzregisters erhoben. Die Gebühr liegt seit 2020 bei 4,80 Euro pro Jahr (bis Gebührenjahr 2019 2,50 Euro jährlich) und soll sich in den kommenden Jahren weiter erhöhen. Auf Antrag können Vereine seit dem Jahr 2020 von den Gebühren befreit werden, wenn sie wegen der Verfolgung gemeinnütziger, mildtätiger oder kirchlicher Zwecke als steuerbegünstigt anerkannt sind. Das haben wir in unserem Verein damals auch gleich erfolgreich durchexerziert, sofort nachdem bei uns aus heiterem Himmel so eine Gebührenrechnung vom Bundesanzeiger Verlag reingeflattert ist. Wir haben mit dieser Rechnung auch erst zum allerersten mal etwas von diesem ominösen Transparenzregister gehört, wir dachten zuerst sogar an einen Betrugsversuch. Als kleiner Verein mit einer handvoll Mitglieder hat man ja keinen Vollzeitjuristen engagiert und welcher Privatmann liest schon täglich das Bundesgesetzblatt. ;-) ... und gefährlich, falls irgendwas nicht stimmen sollte oder nicht mehr aktuell ist, Zitat [3]: Nach § 56 Abs. 1 Nr. 52 bis 55 GwG sind Verstöße gegen die Transparenzpflichten, wenn z. B. Meldungen an das Transparenzregister nicht, nicht rechtzeitig oder nicht vollständig erfolgen, eine Ordnungswidrigkeit und können mit einer Geldbuße geahndet werden. Die Höhe des Bußgeldes beträgt bis zu 100.000,- Euro ... Das heisst die Kontoeröffnung erfordert für bestehende e.V. nicht die Anmeldung zum Transparenzregister, diese gesetzliche Pflicht bestand für jeden eigentragenen Verein schon "lange", sondern es muss jetzt lediglich nur ein Auszug aus dem Transparenzregister (oder für neu gegründete Vereine eine Kopie der Anmeldung) vorgelegt werden. Wie und ob die Regelungen auch für n.e.V. (zumindest teilweise) Anwendung finden (können), kann ich nicht sagen, alle Vereine in meinem Umfeld sind (auch aus Sicherheitsgründen, insbesondere falls man irgendwie "finanziell" nach außen auftritt) grundsätzlich immer eingetragen. Beste Grüße Thomas [1] https://kpmg-law.de/transparenzregister-und-eingetragene-vereine-handlungsbedarf/ [2] https://www.deutsche-stiftung-engagement-und-ehrenamt.de/aktuelles/transparenzregister-neue-regelungen-in-kraft/ [3] https://www.ihk.de/berlin/service-und-beratung/recht-und-steuern/kaufmaennische-pflichten/mitteilungspflicht-transparenzregister-3948492
Vernian Am: 11.09.2024 15:41:36 Gelesen: 6703 # 23
@ DL8AAM [#22] So weit ich in den mitgeteilten Links und weiterführenden juristischen Texten lese, sind n.e.V. davon nicht betroffen, es sei denn, sie verfügen über Grundbesitz oder ähnliche Kapitalvermögen. Wenn ich dieses Juristendeutsch so sehe und was da alles durch reguliert ist, dann bin ich schon wieder froh, dass der Jules-Verne-Club sich letztes Jahr entschlossen hatte, sich "nur" als n.e.V. rechtlich neu zu strukturieren, und nicht den Weg als e.V. zu gehen. V.
Klesammler Am: 19.09.2024 18:35:17 Gelesen: 6399 # 24
Hallo zusammen, auch die Arge Preußen hat in den letzten Jahren ihre Erfahrungen mit der Postbank gesammelt. Als wir vor ein paar Jahren einen neuen Schatzmeister bekamen, ging der Papierkrieg los. Immer wieder wurde etwas gefordert, was die auch noch wissen wollten. Als dann die Formularien endlich erledigt waren, ging das Smartphone unseres Schatzmeisters kaputt und mußte ersetzt werden. Einfach ersetzen? Nicht, wenn man es mit der Postbank zu tun hat. Ein Teil der ganzen Vorgänge mußte wiederholt werden. Nach ca. 2 Jahren war dann der Übergang an unseren neuen Schatzmeister geschafft. In der Zwischenzeit ergab sich wegen dieses Chaos' die paradoxe Situation, dass der neue und längst im Vereinsregister eingetragene Schatzmeister nichts tun konnte und für die ganze Zeit nur der bisherige Schatzmeister tätig werden konnte. Ich habe vorhin wegen einer anderen Sache mit einem Juristen telefoniert (stark in der Philatelie engagiert), der ganz klar sagte, als Verein sei man am besten bei einer örtlichen Sparkasse aufgehoben. Da gäbe es ohne große Probleme einen örtlichen Anprechpartner, was bei einem Unternehmen wie der Postbank nicht der Fall sei. Vor 20 Jahren war es bei der Postbank noch ganz anders. Als Testamentsvollstrecker konnte ich nach Vorlage der nötigen Dokumente ohne Probleme bei der dortigen Filiale die Anlage-Konten kündigen und die Beträge (6-stellig) auf ein Girokonto bei einer örtlichen Bank transferieren. Vielleicht sitzen in der Verwaltung der Postbank noch zu viele Leute aus der Zeit, als es noch eine Behörde war. Dieter