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Österreich Privatganzsachen Werbekarten

Cantus Am: 14.08.2024 03:31:29 Gelesen: 899 # 1
Innerhalb eines sehr überschaubaren Zeitraums wurden Anfang des 20. Jahrhunderts in Österreich farbige Werbekarten gedruckt, die sämtlich einen Wertstempel der Art "Kaiser Franz Josef im Torbogen" tragen. Auf der Adressseite der Karten ist die rechte Hälfte der Karte stets dem Wertstempel und den Adresslinien vorbehalten, die linke Seite zeigt stets mehrere unterschiedliche Werbungen. Auf den Kartenrückseiten befindet sich bei allen Karten jeweils rundherum zum Kartenrand hin ein unterteiltes Werbeband, in die Mitte davon konnten Mitteilungen oder Grußtexte geschrieben werden. Mein heutiges Exemplar, hat rechts unten auf der Adressseite leider ein Aktenloch, was ich beim Kauf nicht bemerkt hatte. Statt dessen war mir an dieser Stelle ein hässlicher Papierfetzen aufgefallen, wie man ihn oft bei alten Karten antrifft, so dass ich mir dabei nichts gedacht hatte, zumal auf der Kartenrückseite an mehreren Stellen ebenfalls Papierreste klebten. Als ich dann aber alle diese Papierteilchen und den darunter befindlichen Klebstoff sorgfältig entfernt hatte, kam leider das Aktenloch zum Vorschein. Da solche Karten aber sehr selten sind, habe ich ausnahmsweise diese Karte in meine Sammlung aufgenommen. Viele Grüße Ingo
Cantus Am: 29.01.2025 03:27:25 Gelesen: 720 # 2
Ich bin im Moment in der Vorbereitung eines Artikels zu den privaten Ganzsachenpostkarten des Heinrich Mattoni, der mit Hilfe recht bunter Ganzsachenpostkarten Werbung für das von ihm vertriebene Arsenwasser machte. Die erste mir bekannte Karte datiert aus dem April 1905. Im Laufe vieler Jahre wurden immer wieder leicht geänderte Werbekarten gedruckt, wobei auf der Werbeseite stets links eine immer gleichbleibende Flasche Arsenwasser in nur geringfügig veränderten Farben aufgedruckt ist, während der Text daneben von Ausgabe zu Ausgabe differiert. Glaubt man den vielen Werbetexten, dann handelte es sich bei dem Arsenwasser um ein reines Wundermittel, sollten damit doch fast alle Krankheiten zu heilen sein, aber sogar zur Krankheitsprophylaxe bei Kindern wurde die regelmäßige Einnahme dieses Wundermittels empfohlen und bei späteren Kartenausgaben wurde sogar die empfohlene tägliche Dosierung mit auf der Karte aufgedruckt. Die letzte mir bekannte Karte stammt vom November 1909, danach gab es wohl keine neuen Auflagen mehr. Ich nehme an, das Arsenwasser hatte gründlich seine Wirkung getan und man hatte bemerkt, dass es doch nicht so gesundheitsfördernd war, wie der Anbieter es über die Jahre immer wieder glaubhaft machen wollte. Zum Kennenlernen zeige ich heute die erste Karte vom April 1905. Sinnvollerweise unterscheidet man die Karten - unabhängig vom jeweils aufgedruckten Wertstempel -nach dem rechts oben auf der Werbeseite aufgedruckten Herausgabemonat, denn innerhalb des gleichen Monats gab es jeweils nur eine einzige Ausgabe. Falls jemand so eine Karte abzugeben hat, würde ich mich über eine Kontaktaufnahme freuen, denn vermutlich fehlen mir noch allerlei Karten. Viele Grüße Ingo.