Postkriegsbelege mit Marken der Serie Bauten I sind selten. Die Bauten-Marken kamen erst Mitte Mai 1949 an die Postzschalter.
Die Verwendung war Anfangs gering, denn zuerst sollten noch die Rotaufdruck-Marken aufgebraucht werden und aufgrund der Postkriegsmaßnahmen gaben die meisten Berliner ihre Post mit SBZ-Marken in die SBZ in Ost-Berlin auf.
Viele Grüße,
Klemens
[Redaktionell kopiert aus dem Thema "Berlin Dauerserie Berliner Bauten von 1949: Echt gelaufene Belege"]
Thema:
Berliner Postkrieg 1948-1949
Am: 21.03.2024 08:29:19
Gelesen: 9955
# 1
Vor meinem Osterurlaub zeige ich noch meinen ersten Neuzugang, hier mit dem Wert zu 4 Pf. Für 4 Pf konnte man seit dem 1.6.1949 eine Drucksache bis 20 g verschicken. Die Drucksache ging am 21.7.1949 nach Berlin N 4 in Ost-Berlin.
Das besondere an diesem Beleg ist die Nachgebühr von 6 Pf. Diese wurde nicht erhoben, weil die Drucksache schwerer als 20 g war, sonder aufgrund des Berliner Postkrieges. In der SBZ und somit auch in Ost-Berlin wurden die Berliner Marken bis zum 15.9.1949 nicht anerkannt und es wurde die normale Nachgebühr verlangt.
In der SBZ/DDR kam die Gebührenumstellung für Drucksachen erst zum 1.10.1954. Bis dahin kostete eine Drucksache bis 20 g 6 Pf.
Postkriegsbelege mit Marken der Serie Bauten I sind selten. Die Bauten-Marken kamen erst Mitte Mai 1949 an die Postzschalter.
Die Verwendung war Anfangs gering, denn zuerst sollten noch die Rotaufdruck-Marken aufgebraucht werden und aufgrund der Postkriegsmaßnahmen gaben die meisten Berliner ihre Post mit SBZ-Marken in die SBZ in Ost-Berlin auf.
Viele Grüße,
Klemens
[Redaktionell kopiert aus dem Thema "Berlin Dauerserie Berliner Bauten von 1949: Echt gelaufene Belege"]
Postkriegsbelege mit Marken der Serie Bauten I sind selten. Die Bauten-Marken kamen erst Mitte Mai 1949 an die Postzschalter.
Die Verwendung war Anfangs gering, denn zuerst sollten noch die Rotaufdruck-Marken aufgebraucht werden und aufgrund der Postkriegsmaßnahmen gaben die meisten Berliner ihre Post mit SBZ-Marken in die SBZ in Ost-Berlin auf.
Viele Grüße,
Klemens
[Redaktionell kopiert aus dem Thema "Berlin Dauerserie Berliner Bauten von 1949: Echt gelaufene Belege"]
Am: 21.03.2024 10:24:40
Gelesen: 9942
# 2
Wenn, dann würde ich den Titel "Berliner Postkrieg 1948/1949" nennen.
Viele Grüße,
Klemens
[Auf Wunsch umgestellt]
Am: 21.03.2024 12:01:32
Gelesen: 9927
# 3
Hallo,
von mir auch ein netter Belege:
Ortspostkarte von Berlin-Zehlendorf nach Berlin-Pankow, das Porto von 6 Pfennigen wurde im Ostteils nicht anerkannt und mit 6 Pfg. Nachgebühr belegt.
mit Sammlergruß
Werner
Ortspostkarte von Berlin-Zehlendorf nach Berlin-Pankow, das Porto von 6 Pfennigen wurde im Ostteils nicht anerkannt und mit 6 Pfg. Nachgebühr belegt.
mit Sammlergruß
Werner
Am: 01.06.2024 19:44:50
Gelesen: 9643
# 4
Hallo,
der nachstehende Brief von Berlin-Frohnau nach Potsdam vom 24.07.1949 wurde zwar korrekt mit 20 Pfg frankiert, zu diesem Zeitpunkt wurden allerdings die Marken mit Rotaufdruck in der SBZ nicht anerkannt.
Deshalb wurde der Brief mit 24 Pfg. Nachgebühr taxiert. Dies entsprach dem normalen Porto für einen Brief bis 20 g.
Gruß
Hubert
Gruß
Hubert
Am: 26.07.2025 12:51:57
Gelesen: 8948
# 5
Hallo an alle Interessierte des Berliner Postkrieges.
Ich habe natürlich nichts dagegen, dass dieser Thread ungewollt mit einem Beitrag von mir gestartet wurde.
Bisher wurden ein paar weitere Belege des Berliner Postkrieges gezeigt.
Ich möchte hiermit beginnen, dieses Thema strukturiert zu behandeln.
Der Berliner Postkrieg ist ein Teilbereich meines Exponates über die Berliner Währungsreformen 1948/49, entsprechend haben sich bei mir doch einige Belege angesammelt, die ich hier nach und nach zeigen möchte.
Zuerst die Frage: Wann begann der "Berliner Postkrieg"?
Dr. Wolfgang Elsner ist in seinem Klassiker „Der Berliner Postkrieg 1948/49“ von 2005 dabei eindeutig.
Es war der 24. Juni 1948.
An diesem Tag hatten die Sowjets in ihrer Besatzungszone die Währungsreform umgesetzt und die Deutsche Mark der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ), die DM-Ost oder Ostmark, eingeführt. Marschall Wassili Danilowitsch Sokolowski hat dabei mit seinem „Befehl 111“ ausdrücklich ganz Groß-Berlin in diese Währungsreform mit einbezogen, da Groß-Berlin aus Sicht der Sowjets Teil der SBZ war. Ab 24.6.1948 waren in der SBZ, und eben aus Sicht der Sowjets auch in Groß-Berlin u. A. die alten Reichsmark-Marken nur noch zu einem Zehntel ihres bisherigen Nennwertes gültig. Auch wenn die westlichen Besatzer den Befehl 111 für ihre Berliner Sektoren für „null und nicht“ erklärten, waren für die Hauptverwaltung Post- und Fernmeldewesen der deutschen Wirtschaftskommission für die sowjetische Besatzungszone (HVPF) Briefe aus Groß-Berlin in die SBZ, die am 24.6.1948 mit Reichsmark-Marken mit dem normalen Nennwert frankiert waren, unterfrankiert. Entsprechend wurden diese Belege mit Nachgebühr beaufschlagt.
Aus dieser Sichtweise, sind diese Belege eventuell nicht als Postkriegsmaßnahme zu betrachten. Da die Magistratspost von Groß-Berlin aber eine eigenständige Postverwaltung war, und für diese (zumindest noch für die Westsektoren Berlins) am 24.6.1948 noch die normalen Reichsmark-Gebühren galten, wird die Nachgebühr auf diese Belege als nicht berechtigt, und somit als Postkriegsmaßnahme betrachtet.
Hier nun zwei erste Beispiele, zwei normale Fernbriefe in die SBZ, natürlich vom 24.6.1948.

Der erste Brief ging von Berlin-Neukölln 1 nach Weferlingen (Prov. Sachsen) und wurde mit Nachgebühr von 33 Pf in neuer Währung beaufschlagt. Der Wert zu 24 Pf (Arbeiter) wurde als 2 Pf gewertet, die fehlenden 22 Pf wurden mit dem Faktor 1,5 als Nachgebühr von 33 Pf berechnet.
Der zweite Brief ging ebenfalls von Berlin-Neukölln nach Dresden (auch Sachsen), ist mit 2x 2 Pf und 20 Pf der Kontrollrat-Serie frankiert und wurde ebenfalls mit 33 Pf Nachgebühr beaufschlagt.
Noch ein Verweis auf bisherige Literatur:
"Berlin - Markenland wider Willen" von Wolf J. Pelikan, 1989, Phil*Creativ Verlag, Schwalmtal
"Der Berliner Postkrieg 1948/49" von Dr. Wolfgang Elsner, 2005, Tervuren/Belgien (im Eigenverlag)
"Postkrieg - Spezialkatalog 1870-2008" von Burhop/Heijs, 2011, Amsterdam/Niederlande
"Die Währungsreform in Berlin (West) 1948/48" von Klemens Nicklaus, 2023, FG Berlin e.V.
Viele Grüße,
Klemens

Der erste Brief ging von Berlin-Neukölln 1 nach Weferlingen (Prov. Sachsen) und wurde mit Nachgebühr von 33 Pf in neuer Währung beaufschlagt. Der Wert zu 24 Pf (Arbeiter) wurde als 2 Pf gewertet, die fehlenden 22 Pf wurden mit dem Faktor 1,5 als Nachgebühr von 33 Pf berechnet.
Der zweite Brief ging ebenfalls von Berlin-Neukölln nach Dresden (auch Sachsen), ist mit 2x 2 Pf und 20 Pf der Kontrollrat-Serie frankiert und wurde ebenfalls mit 33 Pf Nachgebühr beaufschlagt.
Noch ein Verweis auf bisherige Literatur:
"Berlin - Markenland wider Willen" von Wolf J. Pelikan, 1989, Phil*Creativ Verlag, Schwalmtal
"Der Berliner Postkrieg 1948/49" von Dr. Wolfgang Elsner, 2005, Tervuren/Belgien (im Eigenverlag)
"Postkrieg - Spezialkatalog 1870-2008" von Burhop/Heijs, 2011, Amsterdam/Niederlande
"Die Währungsreform in Berlin (West) 1948/48" von Klemens Nicklaus, 2023, FG Berlin e.V.
Viele Grüße,
Klemens
Am: 27.07.2025 16:49:57
Gelesen: 8890
# 6
Hallo,
folgender Beleg ist mir in die Hände gefallen. Ich bin nicht ganz sicher, ob er in die Kategorie des Berliner Postkrieges fällt. Er ist zwar mit West Berliner Marken korrekt freigemacht, jedoch im Postamt Berlin NW 7 26.8.1949 also in Ost Berlin bearbeitet worden um dann in die Bizone (Hessen) gesendet zu werden.
Eine Nachgebühr wurde nicht verlangt, die Marken sind mit Blaustift beanstandet und nicht entwertet worden. Wurde der Brief irrtümlich fehlgeleitet auf das Postamt NW 7 ?
Wie ist dieser Beleg zu klassifizieren ?

Grüße
philast

Grüße
philast
Am: 27.07.2025 17:28:16
Gelesen: 8880
# 7
@ philast [#6]
Das Postamt NW 7 lag in Ostberlin, also der SBZ. Die Marken sind aber Westberliner Marken. also kein Postkrieg sondern (einfach) ungültige Frankatur.
Am: 27.07.2025 18:32:30
Gelesen: 8864
# 8
@ dietbeck [#7]
Hallo,
danke für die Information.
Grüße
philast
Am: 31.07.2025 08:32:39
Gelesen: 8797
# 9
@ philast [#8]
Die Nachgebühr wurde am Auslieferungsort erhoben, dort wurden die Briefmarken aber wieder als gültig betrachtet, weshalb eben keine Nachgebühr erhoben wurde. Wie dietbeck [#7] schon schrieb, kein Postkrieg.
Hallo,
ich denke, dass ich meine Postkriegs-Beiträge immer Donnerstag einstelle, um einen Rhythmus beizubehalten.
Einen Fernbrief in die SBZ vom 24.6.1948 habe ich noch, dieser ging von Berlin-Lichterfelde 1 e nach Tangermünde an der Elbe.
Das Besondere hier ist die Verwendung einer Marke aus der Ziffernserie. Mit dem Wert zu 25 Pf ist dieser Brief zwar 1 Pf überfrankiert gewesen, aber eine Verwendung mit Ziffernmarke ist deutlich seltener als mit Marken der Arbeiter-Serie. Und, es war eh der letzte Tag, an dem diese Marken zum Nennwert verwendet werden konnten.
Die Nachgebühr auch hier 33 Pf.
Viele Grüße,
Klemens
Die Nachgebühr auch hier 33 Pf.
Viele Grüße,
Klemens
Am: 07.08.2025 07:56:09
Gelesen: 8700
# 10
Hallo,
neben den Standard-Fernbriefen gibt es weitere Belege der Briefpost, die dann aber im Vorkommen seltener bis viel seltener sind.
Häufiger dürften noch Postkarten sein, seltener wird es schon bei Drucksachen, von denen ich heute zwei zeigen möchte.
Die erste Drucksache, eine Faltdrucksache von Berlin-Friedenau 1 nach Altenburg in Thüringen, freigemacht mit 6 Rpf der Arbeiter-Serie und Nachgebühr von 8 Pf. Hier wurde die 6 Rpf-Marke als 1 Pf gewertet, die fehlenden 5 Pf wurden mit Faktor 1,5 (1,5 x 5 = 7,5), aufgerundet als 8 Pf Nachgebühr erhoben.
Die zweite Drucksache als Brief, ebenfalls ab Berlin-Friedenau 1, ging nach Sömmerda, ebenfalls mit 8 Pf Nachgebühr.

Für diese erste Phase des Berliner Postkrieges dürfte es keine philatelistisch inspirierten Belege geben, dafür war der Zeitraum zu kurz, und die Maßnahme vorab nicht bekannt.
Viele Grüße,
Klemens

Für diese erste Phase des Berliner Postkrieges dürfte es keine philatelistisch inspirierten Belege geben, dafür war der Zeitraum zu kurz, und die Maßnahme vorab nicht bekannt.
Viele Grüße,
Klemens
Am: 14.08.2025 10:27:26
Gelesen: 8602
# 11
Hallo,
heute zum Abschluss der Belege mit Nachgebühren vom 24.6.1948 (auch noch am 25.6.1948 aus der erste Kastenleerung möglich) zeige ich noch einen, wie ich finde äußerst seltener Beleg.
Es handelt sich dabei um eine Fernpostkarte, wobei hier eine Ganzsache zu 12 Rpf Stephan (Mi-Nr. P965) verwendet wurde.
Die Postkarte ging von Berlin N 20 nach Dresden. Dort wurden 17 Pf Nachgebühr erhoben.
Die Ganzsache wurde zu 1/10 als 1 Pf gerechnet, die fehlenden 11 Pf wurden mit Faktor 1,5 (= 16,5) aufgerundet als Nachgebühr von 17 Pf erhoben.
Ganzsachen vom 24.6.1948, aus den Westsektoren von Berlin in die SBZ, mit Erhebung von Nachgebühren sind sehr selten. Von der Stephan-Ganzsache dürften keine fünf Stück existieren (denke ich).
Viele Grüße,
Klemens
Ganzsachen vom 24.6.1948, aus den Westsektoren von Berlin in die SBZ, mit Erhebung von Nachgebühren sind sehr selten. Von der Stephan-Ganzsache dürften keine fünf Stück existieren (denke ich).
Viele Grüße,
Klemens
Am: 21.08.2025 11:26:58
Gelesen: 8522
# 12
Hallo,
ich bleibe noch bei Belegen vom 24.6.1948, die ab den Berliner Westsektoren in die SBZ, oder in den Berliner Ostsektor adressiert waren.
Es handelt sich dabei nicht um Belege mit Postkriegsmaßnahmen, aber um die Situation in dieser doch kurzen Zeit (ein Tag) zu veranschaulichen, gehören sie definitiv zur Darstellung des Berliner Postkrieges.
Der erste Beleg ist eine Paketkarte aus Berlin-Wilmersdorf 1, für ein Paket von 3 kg nach Großräschen. Großräschen liegt zwischen Dresden und Berlin und war in der Sowjetischen Besatzungszone.
Die Paketkarte zeigt keine Hinweise auf Nachgebühren, obwohl die Paketkarte am 24.6.1948 noch zum Reichsmark-Tarif freigemacht war, in der SBZ also als unterfrankiert hätte betrachtet werden können/müssen.
Was der Grund war, weshalb hier (ggf. generell im Paketpostdienst) keine Nachgebühren erhoben wurden, ist bisher noch nicht endgültig bekannt bzw. erforscht. Zumindest gibt es noch weitere Paketkarten aus West-Berlin aus späterer Zeit, die auch keine Postkriegsmaßnahmen aufweisen.
Dies ist bisher die einzige bekannte Paketkarte für ein Paket in die SBZ vom 24.6.1948, noch zum RM-Tarif freigemacht. Es lassen sich also durch andere Belege bisher keine Rückschlüsse ziehen.
Viele Grüße,
Klemens
Die Paketkarte zeigt keine Hinweise auf Nachgebühren, obwohl die Paketkarte am 24.6.1948 noch zum Reichsmark-Tarif freigemacht war, in der SBZ also als unterfrankiert hätte betrachtet werden können/müssen.
Was der Grund war, weshalb hier (ggf. generell im Paketpostdienst) keine Nachgebühren erhoben wurden, ist bisher noch nicht endgültig bekannt bzw. erforscht. Zumindest gibt es noch weitere Paketkarten aus West-Berlin aus späterer Zeit, die auch keine Postkriegsmaßnahmen aufweisen.
Dies ist bisher die einzige bekannte Paketkarte für ein Paket in die SBZ vom 24.6.1948, noch zum RM-Tarif freigemacht. Es lassen sich also durch andere Belege bisher keine Rückschlüsse ziehen.
Viele Grüße,
Klemens
Am: 21.08.2025 20:35:15
Gelesen: 8486
# 13
@ Frankenjogger [#12]
Tolle und seltene Belege, die Du da zeigst. Ich habe in meiner Sammlung auch zwei. Auch einen aus der ersten Briefkastenleerung vom 25.8., da kann man aber nicht mit Sicherheit sagen, ob das noch Kulanz auf Westberliner Seite war oder schon eine Nachgebühr wegen fehlendem Porto.
Am: 28.08.2025 07:56:45
Gelesen: 8419
# 14
@ dietbeck [#13]
Zeige deinen Beleg doch mal.
Heute kommen zwei Belege vom 24./25.6.1948, die ab den Berliner Westsektoren in den Ostsektor Berlins verschickt wurden und ebenfalls keine Postkriegsmaßnahmen zeigen.
Dieser Thematik hat sich auch Dr. Wolfgang Elsner (Buchautor und Spezialist für den Berliner Postkrieg) gewidmet, aber leider konnte ich den Artikel nicht mehr finden.
Grundtenor in diesem Artikel war, dass die Sowjets evtl. doch Bedenken hatten, in Groß-Berlin Maßnahmen umzusetzen, die nicht mit den Bestimmungen des alliierten Kontrollrates vereinbar waren. Hier hofft man immer noch, klärende Dokumente zu finden. Ob diese jedoch noch gefunden werden, ist fraglich.
Der erste Brief ist ein Ortsbrief bis 20 g (aus der ersten Kastenleerung vom 25.6.1948) an den Suchdienst für vermisste Deutsche in Berlin W 8. Der Brief wurde ohne Nachgebühren zugestellt.
Bei diesem Brief könnte auch der Empfänger ein Grund gewesen sein, keine Nachgebühren zu verlangen. Die Sowjets unterließen es später, bei Empfängern wie alliierte Stellen, sowie bei Kriegsgefangenen-, Internierten- und Vermisstenpost Postkriegsmaßnahmen anzuwenden. Evtl. fiel dieser Brief auch (schon) unter diese Kategorie.
Um die These von Elsner zu unterstützen, zeige ich noch einen Ortsbrief mit Einschreiben von Berlin-Tempelhof 2 (Gebühr 76 Pf, freigemacht mit 77 Pf) ebenfalls nach Berlin W 8, aus einer philatelistischen Korrespondenz. Auch dieser Brief ist noch zum alten Reichsmark-Tarif freigemacht und wurde ohne Nachgebühren zugestellt.
Vielleicht kann ja jemand einen Beleg vom 24.6.1948 in den Berliner Ostsektor zeigen, bei dem eine Nachgebühr (23 Pf für Ortsbriefe, 14 Pf für Ortspostkarten) erhoben wurde?
Viele Grüße,
Klemens
Bei diesem Brief könnte auch der Empfänger ein Grund gewesen sein, keine Nachgebühren zu verlangen. Die Sowjets unterließen es später, bei Empfängern wie alliierte Stellen, sowie bei Kriegsgefangenen-, Internierten- und Vermisstenpost Postkriegsmaßnahmen anzuwenden. Evtl. fiel dieser Brief auch (schon) unter diese Kategorie.
Um die These von Elsner zu unterstützen, zeige ich noch einen Ortsbrief mit Einschreiben von Berlin-Tempelhof 2 (Gebühr 76 Pf, freigemacht mit 77 Pf) ebenfalls nach Berlin W 8, aus einer philatelistischen Korrespondenz. Auch dieser Brief ist noch zum alten Reichsmark-Tarif freigemacht und wurde ohne Nachgebühren zugestellt.
Vielleicht kann ja jemand einen Beleg vom 24.6.1948 in den Berliner Ostsektor zeigen, bei dem eine Nachgebühr (23 Pf für Ortsbriefe, 14 Pf für Ortspostkarten) erhoben wurde?
Viele Grüße,
Klemens
Am: 30.08.2025 10:40:53
Gelesen: 8336
# 15
@ Frankenjogger [#14]
2 Belege vom 24.6.48 mit 22 Pf Nachgebühr und vom 25.6.48 mit 33 Pf Nachgebühr.
Sorry wenn ich das nur verlinke, aber ich habe zum Postkrieg eine Webseite und zentriere die Belege lieber da.
https://postkrieg.jimdofree.com/1948-1960/berliner-postkrieg/24-juni-1948-june-24-1948/
Am: 30.08.2025 11:33:31
Gelesen: 8323
# 16
@ dietbeck [#15]
Ja, schön, das ist ein solcher Ortsbrief vom 24.6.1948 mit Nachgebühr.
Gruß,
Klemens
Am: 30.08.2025 12:02:47
Gelesen: 8314
# 17
Brief per Einschreiben von Aidenbach nach Berlin Ost ohne Notopfermarke – Tagesstempel AIDENBACH 8.9.49
Rückseite des Briefes mit großem Oberrandteil eines Bogens der Notopfermarke Nummer 2 BZ als Verschlußmarken
Ankunftsstempel BERLIN O 12.9.49 und ungewöhnlichem Gummistempel des Postamts 34 in Ostberlin
Mit unzulässiger
Verklebung eingegangen
Postamt 34
Rückseite des Briefes mit großem Oberrandteil eines Bogens der Notopfermarke Nummer 2 BZ als Verschlußmarken
Ankunftsstempel BERLIN O 12.9.49 und ungewöhnlichem Gummistempel des Postamts 34 in Ostberlin
Mit unzulässiger
Verklebung eingegangen
Postamt 34
Am: 04.09.2025 09:00:27
Gelesen: 8240
# 18
@ bovi11 [#17]
Ein sehr interessanter Brief. Das habe ich in der Form noch nicht gesehen und auch nicht gekannt.
Von mir kommen heute noch zwei Belege vom 24.6.1948, die ab den Berliner Westsektoren in den Ostsektor Berlins verschickt wurden und ebenfalls keine Postkriegsmaßnehmen zeigen. Dies, weil sie aus Sicht der Sowjets richtig frankiert waren.
Der erste Brief, wohl aus der Abendleerung, ging von Berlin-Charlottenburg 2 an das Finanzamt in Berlin NW 7 (Ostsektor).
Hier gab es keinen Vorwand Nachgebühren zu erheben, weil der Brief mit 10fach-Frankatur (6x 24 Rpf + 16 Rpf = 160 Rpf = 16 Pf) freigemacht war.
Der zweite Brief ist ein Ortsbrief mit Einschreiben, von Berlin N 20 nach Berlin-Niederschönhausen (Ostsektor) auch mit 10fach-Frankatur, für die Sowjets gebührenrichtig freigemacht (10, 16, 20, 5x 50, 80, 84 und 3 DM = 760). Hier von einem Absender aus dem Ostsektor.
Bei beiden Belegen wurde wohl von den Absendern den östlichen Medien Glaube geschenkt, und ab den Westsektoren 10fach-Frankaturen vorgenommen, obwohl eine einfache Reichsmark-Frankatur noch ausgereicht hätte.
Zum Abschluss der Belege vom 24.6.1948 habe ich noch einen Brief, der zwar nicht dem Thema Postkrieg zuzuordnen ist, der aber doch die teilweise für die Bevölkerung verwirrende Situation der Berichterstattung aufzeigt.
Es ist ein Brief von Berlin W 30 nach Berlin W 35, also innerhalb der Westsektoren, aber trotzdem mit 10fach-Frankatur, was nicht erforderlich gewesen wäre.
Zur Info:
Der Berliner Postkrieg ist ein Teil meines Exponats "Berlin (West) - Währungsreform 1948/49", das ich auf der Naposta 2025 in Remseck (12. bis 14.9.2025) ausstellen werde. Ein Besuch lohnt sich also.
Viele Grüße,
Klemens
Der zweite Brief ist ein Ortsbrief mit Einschreiben, von Berlin N 20 nach Berlin-Niederschönhausen (Ostsektor) auch mit 10fach-Frankatur, für die Sowjets gebührenrichtig freigemacht (10, 16, 20, 5x 50, 80, 84 und 3 DM = 760). Hier von einem Absender aus dem Ostsektor.
Bei beiden Belegen wurde wohl von den Absendern den östlichen Medien Glaube geschenkt, und ab den Westsektoren 10fach-Frankaturen vorgenommen, obwohl eine einfache Reichsmark-Frankatur noch ausgereicht hätte.
Zum Abschluss der Belege vom 24.6.1948 habe ich noch einen Brief, der zwar nicht dem Thema Postkrieg zuzuordnen ist, der aber doch die teilweise für die Bevölkerung verwirrende Situation der Berichterstattung aufzeigt.
Es ist ein Brief von Berlin W 30 nach Berlin W 35, also innerhalb der Westsektoren, aber trotzdem mit 10fach-Frankatur, was nicht erforderlich gewesen wäre.
Zur Info:
Der Berliner Postkrieg ist ein Teil meines Exponats "Berlin (West) - Währungsreform 1948/49", das ich auf der Naposta 2025 in Remseck (12. bis 14.9.2025) ausstellen werde. Ein Besuch lohnt sich also.
Viele Grüße,
Klemens
Am: 11.09.2025 09:46:13
Gelesen: 8113
# 19
Hallo,
am 25.6.1948 hatten die westlichen Alliierten in ihren Sektoren in Berlin die DM der Westzonen als neue Währung eingeführt. Das Besondere war, dass sie in ihren Sektoren auch die DM der SBZ als Zahlungsmittel zuließen. Es gab in den Westsektoren von Berlin also zwei gültige Währungen, die DM-West und die DM-Ost.
Für die Westsektoren wurden 8 Werte der Westzonen mit Band-/Netzaufdruck aus den Westzonen (dort seit dem 21.6.1948 die Briefmarken für das neue Geld) eingeflogen, die seit dem 25.6.1948 an den Postschaltern der Postämter in den Westsektoren abgegeben wurden.
Die Sowjets wollten nicht, dass es in den Westsektoren eine eigene Währung gibt und auch keine Briefmarken in dieser Währung. Sie erklärten diese Briefmarken für ungültig. Die Sowjets erließen am 26.6.1948 die Anordnung, dass alle Sendungen, die mit Band-/Netzaufdruckmarken freigemacht sind, den Absendern zurückgegeben werden. Dies geschah anfangs mit handschriftlichen Vermerken und mit Stempeln, später auch mit aufgeklebten Zetteln.
Von mir heute eine sehr früher Ortsbrief mit Einschreiben vom 26.6.1948 von Berlin W 35 nach Berlin-Weissensee (Ostsektor). Hier wurden zwei unterschiedliche „Zurück“-Stempel verwendet und es wurde handschriftlich „Freimarken ungültig“ vermerkt.
Einschreibe-Briefe und auch handschriftliche Vermerke sind selten.
Viele Grüße,
Klemens
Einschreibe-Briefe und auch handschriftliche Vermerke sind selten.
Viele Grüße,
Klemens
Am: 18.09.2025 08:04:56
Gelesen: 8018
# 20
Hallo,
heute zeige ich drei (normale) Belege aus der Briefpost, jeweils als unzulässig an den Absender zurückgeschickt.
Zuerst ein Ortsbrief bis 20 g vom 30.6.1948 von Berlin-Tegel 1 s nach Berlin-Oberschöneweide mit Stempel „Zurück / unzulässig“ (Stempel A nach Elsner) und Namenszeichen.
Daneben ein weiterer Ortsbrief (21-250 g) vom 5.7.1948 von Berlin SW 68 b nach Berlin-Köpenick mit Stempel „Zurück / Freimarke unzulässig“ (Stempel F nach Elsner).

Zum Abschluss für heute noch eine Drucksache (bis 20 g ) vom 30.6.1948 von Berlin -Schöneberg 4 a nach Altenburg in Thüringen mit Stempel „Zurück!“ und handschriftlich „unzulässig“ (habe ich so bei Elsner nicht gefunden).
Viele Grüße,
Klemens

Zum Abschluss für heute noch eine Drucksache (bis 20 g ) vom 30.6.1948 von Berlin -Schöneberg 4 a nach Altenburg in Thüringen mit Stempel „Zurück!“ und handschriftlich „unzulässig“ (habe ich so bei Elsner nicht gefunden).
Viele Grüße,
Klemens
Am: 25.09.2025 08:48:05
Gelesen: 7927
# 21
Hallo,
die Vorgehensweise der Zurückweisungen erfolgte auch bei teilweiser Freimachung mit Band-/Netzaufdruck-Marken, aber auch mit den ab 3.9.1948 verwendeten „BERLIN“-Schwarzaufdrucken.
Fernpostkarte vom 29.6.1948 von Berlin-Friedenau 1 nach Dessau mit Mischfrankatur 10 Pf Netzaufdruck und 2 Pf Bezirksstempel-Aufdruck, mit Stempel "Zurück!" und handschriftlich „unzulässig“.
Fernbrief vom 18.2.1949 von Berlin-Wannsee 1 nach Kyritz mit 4 x 6 Pf Schwarzaufdruck und Zurückweisungs-Stempel „Zurück" und „Marke unzulässig".
Die Berliner Magistratspost erhoffte sich zwar eine Einstellung der Postkriegsmaßnahmen durch die neuen „BERLIN"-Schwarzaufdruck-Marken, was sich aber nicht bestätigte. Auch Sendungen mit diesen Marken wurde zurückgewiesen.
Viele Grüße,
Klemens
Fernbrief vom 18.2.1949 von Berlin-Wannsee 1 nach Kyritz mit 4 x 6 Pf Schwarzaufdruck und Zurückweisungs-Stempel „Zurück" und „Marke unzulässig".
Die Berliner Magistratspost erhoffte sich zwar eine Einstellung der Postkriegsmaßnahmen durch die neuen „BERLIN"-Schwarzaufdruck-Marken, was sich aber nicht bestätigte. Auch Sendungen mit diesen Marken wurde zurückgewiesen.
Viele Grüße,
Klemens
Am: 09.10.2025 08:13:04
Gelesen: 7753
# 22
Hallo,
nachdem ich urlaubsbedingt letzte Woche ausgesetzt habe, kommt heute wieder ein Beitrag.
Auch wenn der Großteil der Briefpost mit Briefmarken der Westsektoren zurückgewiesen wurde, gab es auch Belege, die nicht dieser Maßnahme unterlagen.
Ich zeige heute zwei Belege, die mit Nachgebühr-Forderung zugestellt wurden.
Zuerst eine Drucksache vom 2.8.1948 von Berlin-Friedenau 1 nach Berlin N 113. Die 6-Pf-Marke mit Bandaufdruck wurde blau markiert und es wurde eine Nachgebühr in normaler Höhe, also von 6 Pf erhoben. Wo die Stempelung mit Nachgebühr bei diesem Beleg geschah (im Austauschpostamt oder im Zustellpostamt), kann ich leider nicht sagen.
Der zweite Beleg ist eine Fernpostkarte von Berlin-Steglitz 1 nach Seehof/Teltow in der SBZ. Interessant bei diesem Beleg ist, dass die Marke am 20.9.1948 ungültig war, also wurde die Nachgebühr (hier mit Faktor 1,5) von 18 Pf wohl schon im Postamt Berlin-Steglitz erhoben. Ob die Postkarte dann ohne Postkriegsmaßnahme ausgeliefert wurde, weil schon eine Nachgebühr dokumentiert war, kann vermutet, aber nicht wirklich bewiesen werden.
Zumindest kann man feststellen, dass Belege, die nicht zurückgeschickt, sondern mit Nachgebühren beaufschlagt ausgeliefert wurden, selten sind.
Viele Grüße,
Klemens
Der zweite Beleg ist eine Fernpostkarte von Berlin-Steglitz 1 nach Seehof/Teltow in der SBZ. Interessant bei diesem Beleg ist, dass die Marke am 20.9.1948 ungültig war, also wurde die Nachgebühr (hier mit Faktor 1,5) von 18 Pf wohl schon im Postamt Berlin-Steglitz erhoben. Ob die Postkarte dann ohne Postkriegsmaßnahme ausgeliefert wurde, weil schon eine Nachgebühr dokumentiert war, kann vermutet, aber nicht wirklich bewiesen werden.
Zumindest kann man feststellen, dass Belege, die nicht zurückgeschickt, sondern mit Nachgebühren beaufschlagt ausgeliefert wurden, selten sind.
Viele Grüße,
Klemens
Am: 16.10.2025 08:01:40
Gelesen: 7658
# 23
Hallo,
es gibt solche, wie in Beitrag [#22] gezeigte Belege auch mit Schwarzaufdruck-Marken.
Ich zeige heute zwei Briefe mit 1,5-facher Nachgebühr.
Der erste ist ein Ortsbrief vom 23.10.1948 von Berlin-Wittenau nach Berlin N 58 im Ostsektor. Es wurden 24 Pf (1,5 x 16) Nachgebühr erhoben.
Der zweite ist ein Fernbrief vom 11.10.1948 von Berlin-Friedenau nach Gablenz bei Stolberg in Sachsen. Hier wurden 36 Pf (1,5 x 24) Nachgebühr erhoben.
Auch mit Schwarzaufdruck-Marken sind Belege mit Nachgebühren als Postkriegsmaßnahme selten.
Viele Grüße,
Klemens
Der zweite ist ein Fernbrief vom 11.10.1948 von Berlin-Friedenau nach Gablenz bei Stolberg in Sachsen. Hier wurden 36 Pf (1,5 x 24) Nachgebühr erhoben.
Auch mit Schwarzaufdruck-Marken sind Belege mit Nachgebühren als Postkriegsmaßnahme selten.
Viele Grüße,
Klemens
Am: 23.10.2025 08:16:13
Gelesen: 7545
# 24
Hallo,
neben den Zurückweisungen mit handschriftlichen oder gestempelten Hinweisen gab es auch andere Kenntlichmachungen. Es sind auch Belege mit aufgeklebten Hinweiszetteln bekannt. Diese sind nicht so häufig zu finden und meist nur bei Auktionen zu bekommen.
Dr. Elsner nennt in seinem Handbuch sechs verschiedene Aufkleber-Typen. Ich kann nur einen dieser Typen (Typ A) zeigen.
Es handelt sich hierbei um einen mit 2x 16 Pf Schwarzaufdruck überfrankierten Fernbrief vom 12.10.1948 von Berlin W 15 nach Göhren/Rügen, gestempelt mit dem Luftbrücken-Maschinenstempel.
Aufgeklebt ist der Zettel: „ Zurück. Briefmarken mit Überdruck „Berlin“ nach dem sowjetischen Sektor und der Ostzone nicht zulässig.“

Interessant bei diesem Zettel ist die Herkunft, die Rückseite zeigt hier den Aufdruck „Berlin-Charlottenburg“.
Elsner geht darauf auch ein und mutmaßt, dass dieser Aufkleber dort verwendet wurde, was bedeutet, dass die Magistratspost (der Westsektoren) selbst Zurückweisungen veranlasste.
Ob hier die Schwarzaufdruck-Marken, wie auf dem Zettel zu lesen, der Rückweisungsgrund war, oder evtl. der „Luftbrücken-Stempel“, lässt sich nicht ermitteln. Vielleicht ja beides.
Wer nach Ulm kommt, dann bis gleich in Ulm.
Viele Grüße,
Klemens

Interessant bei diesem Zettel ist die Herkunft, die Rückseite zeigt hier den Aufdruck „Berlin-Charlottenburg“.
Elsner geht darauf auch ein und mutmaßt, dass dieser Aufkleber dort verwendet wurde, was bedeutet, dass die Magistratspost (der Westsektoren) selbst Zurückweisungen veranlasste.
Ob hier die Schwarzaufdruck-Marken, wie auf dem Zettel zu lesen, der Rückweisungsgrund war, oder evtl. der „Luftbrücken-Stempel“, lässt sich nicht ermitteln. Vielleicht ja beides.
Wer nach Ulm kommt, dann bis gleich in Ulm.
Viele Grüße,
Klemens
Am: 30.10.2025 07:56:40
Gelesen: 7465
# 25
Hallo,
die beiden Beiträge vor dem Letzten befassten sich mit Postkriegsbelegen, die mit Nachgebühren zugestellt wurden.
Es gab aber auch (ganz) wenige Ausnahmen, wo Briefpost ohne Postkriegsmaßnahmen zugestellt wurde.
Die folgende Fernpostkarte vom 1.8.1948 von Berlin-Lankwitz 1 n nach Dresden N 54 zeigt keinerlei Maßnahmen, die mit dem Postkrieg in Verbindung zu bringen sind.
Eine weitere Ortspostkarte vom 23.9.1948 von Berlin-Zehlendorf 1 h nach Berlin C 2 macht den Anschein, als ob diese auch weitergeleitet wurde. Immerhin trägt sie einen Eingangsstempel der Wasserwerke vom 28.9.1948.
Aber, die 10 Pf Schwarzaufdruck-Marke ist mit Bleistift umrandet und es war ein Zettel aufgeklebt. Das deutet daraufhin, dass die Karte doch mit Postkriegsmaßnahmen behandelt wurde. Wie die Karte den Weg zu den Wasserwerken dann nahm, ob doch durch die Post zugestellt, oder privat dort abgegeben, lässt sich leider nicht erkennen.
Viele Grüße,
Klemens
Eine weitere Ortspostkarte vom 23.9.1948 von Berlin-Zehlendorf 1 h nach Berlin C 2 macht den Anschein, als ob diese auch weitergeleitet wurde. Immerhin trägt sie einen Eingangsstempel der Wasserwerke vom 28.9.1948.
Aber, die 10 Pf Schwarzaufdruck-Marke ist mit Bleistift umrandet und es war ein Zettel aufgeklebt. Das deutet daraufhin, dass die Karte doch mit Postkriegsmaßnahmen behandelt wurde. Wie die Karte den Weg zu den Wasserwerken dann nahm, ob doch durch die Post zugestellt, oder privat dort abgegeben, lässt sich leider nicht erkennen.
Viele Grüße,
Klemens
Am: 06.11.2025 12:14:52
Gelesen: 7357
# 26
Hallo,
bevor ich zur nächsten Kategorie von Postkriegsbelegen komme, möchte ich noch einen Beleg zeigen, der evtl. durch einige dem Postkrieg zugeordnet würde, den Kriterien für Postkriegsmaßnahmen aber nicht entspricht.
Es ist eine Orts-Postkarte vom 14.11.1948 mit 12 Pf Schwarzaufdruck mit „Zurück / unzulässig“-Stempel, der von vielen Postkriegsbelegen bekannt ist. Auch die Briefmarke ist blau markiert.
Hier ist Umstand aber anders. Die Postkarte wurde im Ostsektor aufgegeben – die Absenderin war dort wohl im Hospiz. Dort war die Schwarzaufdruck-Marke nicht gültig, weshalb die blaue Markierung und der nebengesetzte Stempel des Postamtes Berlin N 4 absolut korrekt in der Handhabung ist.
Da der Absender aus West-Berlin war, wurde die Postkarte an die Magistratspost übergeben. Da der Adressat auch in West-Berlin wohnte, wurde dort die Briefmarke als gültig betrachtet, der „Zurück / ungültig“-Stempel gestrichen und die Postkarte zugestellt.
Das ist ganz sicher ein interessanter zeithistorischer Beleg, aber eben kein Postkriegsbeleg.
Viele Grüße,
Klemens
Hier ist Umstand aber anders. Die Postkarte wurde im Ostsektor aufgegeben – die Absenderin war dort wohl im Hospiz. Dort war die Schwarzaufdruck-Marke nicht gültig, weshalb die blaue Markierung und der nebengesetzte Stempel des Postamtes Berlin N 4 absolut korrekt in der Handhabung ist.
Da der Absender aus West-Berlin war, wurde die Postkarte an die Magistratspost übergeben. Da der Adressat auch in West-Berlin wohnte, wurde dort die Briefmarke als gültig betrachtet, der „Zurück / ungültig“-Stempel gestrichen und die Postkarte zugestellt.
Das ist ganz sicher ein interessanter zeithistorischer Beleg, aber eben kein Postkriegsbeleg.
Viele Grüße,
Klemens
Am: 20.11.2025 09:13:48
Gelesen: 7153
# 27
Hallo,
heute komme ich zu der Kategorie der Umgehung von Postkriegsmaßnahmen. Diese hatten den Sinn, dass die Postsendungen beim Empfänger auch ankamen. Unter diese Kategorie fallen unterschiedliche Maßnahmen, die ich versuche der Reihe nach zu behandeln.
Als da wären:
- Verwendung von zugelassenen Postwertzeichen (10fach-Frankkaturen oder Marken der SBZ)
- Aufgabe von Postsendungen im Ostsektor Berlins, oder in der SBZ
- Verwendung von Absenderfreistempeln (bis 20./23.3.1949)
- Verwendung von „Gebühr bezahlt“-Stempeln (bis 13./14.7.1948)
- Verwendung von Postfreistempeln (ab 17.7.1948 bis 21./23.3.1949)
Ich beginne mit Belegen, die mit Marken der Berliner Magistratspost (Band-/Netz- oder Schwarz-Aufdrucken) zurückgewiesen wurden und dann mit, von den Sowjets akzeptierten Freimachungen erneut aufgegeben wurden.
Der erste Beleg ist ein Fernbrief vom 28.6.1948 von Berlin NW 21 nach Templin (SBZ). Der Brief unterlag den Postkriegsmaßnahmen und wurde an den Absender zurückgeschickt. Dieser frankierte den Brief erneut mit einer Marke mit Bezirkshandstempel-Aufdruck der SBZ und gab diesen am 2.7.1948 erneut im Postamt Berlin NW 21 auf, woraufhin der Brief dann den Weg zum Empfänger fand.
Ein seltener Beleg aus der Frühzeit des Berliner Postkrieges.
Viele Grüße,
Klemens
Ein seltener Beleg aus der Frühzeit des Berliner Postkrieges.
Viele Grüße,
Klemens
Am: 27.11.2025 08:27:35
Gelesen: 7014
# 28
Hallo,
einen weiteren Beleg zeige ich heute, der nach einer Zurückweisung wegen Verwendung einer Band-Aufdruck-Marke, vom Absender erneut aufgegeben wurde. Die Neuaufgabe erfolgte jedoch nicht in den Berliner Westsektoren, sondern direkt im Ostsektor mit einer 24 Pf-Marke mit Bezirksstempel-Aufdruck.
Der Fernbrief wurde in den Westsektoren aufgegeben und als unzulässig markiert. Die Westsektoren-Marke wurde leider erst gar nicht gestempelt, sondern der Brief nur mit einem „UNzULÄSSIG“-Stempel markiert.
Dieser "UNzULÄSSIG"-Stempel mit Großbuchstaben und kleinem „z“ ist bei Elsner nicht aufgeführt.
Der Brief nach Gera in Thüringen wurde dann am 1.7.1948 im Ostsektorenamt Berlin NW 7 mit dort gültiger Marke erneut aufgegeben und somit auch zugestellt. Die Westsektoren-Marke wurde mutmaßlich dort ausgekreuzt.
Elsner bewertet solche, im Osten erneut aufgegebenen Briefe nicht extra. Ich bin jedoch der Meinung, dass diese schon einen Aufschlag zu normal zurückgewiesenen Postkriegsbelegen verdienen.
Viele Grüße,
Klemens
Elsner bewertet solche, im Osten erneut aufgegebenen Briefe nicht extra. Ich bin jedoch der Meinung, dass diese schon einen Aufschlag zu normal zurückgewiesenen Postkriegsbelegen verdienen.
Viele Grüße,
Klemens
Am: 28.11.2025 08:49:05
Gelesen: 6961
# 29
Nach Hinweis von Richard noch die Info:
Dr. Wolfgang Elsner ist der Autor des immer noch aktuellen Handbuches "Der Berliner Postkrieg 1948/49" aus dem Jahre 2005.
Viele Grüße,
Klemens
Am: 04.12.2025 18:10:35
Gelesen: 6876
# 30
Hallo,
noch einen zurückgewiesenen Beleg aus den Westsektoren, der im Ostsektor erneut aufgegeben wurde, kann ich zeigen. Dieser ist erst bei genauerer Betrachtung als solcher zu erkennen.
Der Fernbrief wurde in den Westsektoren im Postamt „Berlin NW 21“ (mutmaßlich) aufgegeben und als „Unzulässig“ markiert. Diese Markierung befindet sich unter den aufgeklebten Papierstreifen.
Die Westsektoren-Marke wurde zur Neuaufgabe entfernt und der Brief nach Glauchau in Sachsen am 6.7.1948 in Berlin N 4 mit Postfreistempel entwertet.
Der Beleg ist auf dem ersten Blick unauffällig, für machen vielleicht sogar sammelunwürdig. Er offenbart bei genauer Begutachtung jedoch seine Besonderheit.
Die Verwendung eines Postfreistempels zur Entwertung ist sicher nicht häufig zu finden.
Viele Grüße,
Klemens
Der Beleg ist auf dem ersten Blick unauffällig, für machen vielleicht sogar sammelunwürdig. Er offenbart bei genauer Begutachtung jedoch seine Besonderheit.
Die Verwendung eines Postfreistempels zur Entwertung ist sicher nicht häufig zu finden.
Viele Grüße,
Klemens
Am: 11.12.2025 07:40:50
Gelesen: 6728
# 31
Hallo,
Ich komme heute zu Postkriegs-Umgehungsmaßnahmen, die von den Westsektoren-Berlinern schon sehr früh flächendeckend genutzt wurden, die Freimachung mit, für die sowjetischen Besatzer gültigen Postwertzeichen.
Das waren anfangs 10fach-Frankaturen und die Verwendung von Postwertzeichen der SBZ.
Für die Verwendung von 10fach-Frankaturen habe ich schon einige Beispiele in [#18] gezeigt.
Heute zeige ich zwei Belege, die gleich mit Bezirkshandstempel-Marken freigemacht wurden, und somit ohne Postkriegsmaßnahmen den Weg zum Empfänger fanden.
Der erste Brief ist ein normaler Fernbrief bis 20 g vom 26.6.1948 von ‚Berlin SO 36 v‘ nach Zwickau in Sachsen. Das Besondere hier ist die Verwendung einer Marke mit rotem Bezirkshandstempel-Aufdruck aus '3 Berlin-Treptow'.
Der zweite Brief ist ein Fernbrief mit Einschreiben vom 2.7.1948 von ‚Berlin-Spandau 1 sk‘ nach Wittenberg-Lutherstadt.
Das Besondere an dem Brief ist neben den 10fach-Verwendungen der Kontrollrat-Marken die Verwendung des 80 Pf-Wertes mit Bezirkshandstempel-Aufdruck aus dem Bezirk '20 Wittenberg'.
Verwendungen von Bezirkshandstempel-Aufdrucken aus Fremdbezirken (außer Bezirk '36 Potsdam', diese sind (nur) selten) in den Westsektoren von Berlin sind sehr selten bis äußerst selten!
Viele Grüße,
Klemens
Der zweite Brief ist ein Fernbrief mit Einschreiben vom 2.7.1948 von ‚Berlin-Spandau 1 sk‘ nach Wittenberg-Lutherstadt.
Das Besondere an dem Brief ist neben den 10fach-Verwendungen der Kontrollrat-Marken die Verwendung des 80 Pf-Wertes mit Bezirkshandstempel-Aufdruck aus dem Bezirk '20 Wittenberg'.
Verwendungen von Bezirkshandstempel-Aufdrucken aus Fremdbezirken (außer Bezirk '36 Potsdam', diese sind (nur) selten) in den Westsektoren von Berlin sind sehr selten bis äußerst selten!
Viele Grüße,
Klemens
Am: 18.12.2025 08:28:14
Gelesen: 6614
# 32
Hallo,
die nächste Dauerserie der SBZ war auch mit Aufdruckprovisorien. Es waren die Pfennigwerte der zweiten Kontrollrat-Serie mit dem Aufdruck „Sowjetische Besatzungs Zone“, die am 3. Juli 1948 an die Schalter kamen. Auch diese Marken waren in den Berliner Westsektoren gültig und wurden zur Umgehung der Postkriegsmaßnahmen verwendet. Bei den Postämtern der Westsektoren wurden diese Marken jedoch nicht verkauft.
Der erste Beleg, den ich zeige, ist eine Ortspostkarte mit Einschreiben vom 16.8.1948 von `Berlin-Haselhorst d` nach Berlin W 8.
Wichtige Post, die ankommen sollte, wurde mit SBZ-Marken frankiert.
Der zweite Beleg für heute ist ein Wert-Brief (300 DM) vom Briefmarkenhändler Arnold Ebel vom 9.11.1948 von `Berlin-Charlottenburg 2 e` nach Görlitz. Die Gebühr von 168 Pf errechnet sich wie folgt: Fernbrief (21-250 g) 48 Pf, Wert-Behandlungsgebühr (für Wert über 100 DM) 100 Pf, plus Wertgebühr (für 300 DM Wert) 20 Pf.
Die Gebühr wurde mit 2 x 84 Pf SBZ-Aufdruck als Mehrfachfrankatur frankiert.
Der Wertbrief wurde im Ost-Berliner Postamt Berlin N 4 kontrolliert und das ursprüngliche Gewicht von 44 g auf 41,5 g korrigiert.
Was da wohl entnommen wurde?
Viele Grüße,
Klemens
Der zweite Beleg für heute ist ein Wert-Brief (300 DM) vom Briefmarkenhändler Arnold Ebel vom 9.11.1948 von `Berlin-Charlottenburg 2 e` nach Görlitz. Die Gebühr von 168 Pf errechnet sich wie folgt: Fernbrief (21-250 g) 48 Pf, Wert-Behandlungsgebühr (für Wert über 100 DM) 100 Pf, plus Wertgebühr (für 300 DM Wert) 20 Pf.
Die Gebühr wurde mit 2 x 84 Pf SBZ-Aufdruck als Mehrfachfrankatur frankiert.
Der Wertbrief wurde im Ost-Berliner Postamt Berlin N 4 kontrolliert und das ursprüngliche Gewicht von 44 g auf 41,5 g korrigiert.
Was da wohl entnommen wurde?
Viele Grüße,
Klemens
Am: 25.12.2025 08:13:14
Gelesen: 6453
# 33
Hallo,
die nächsten Briefmarken, die in der SBZ verausgabt wurden, die auch in den Westsektoren von Berlin gültig waren und zur Umgehung der Postkriegsmaßnahmen genutzt werden konnten, waren die beiden Sondermarken zur Leipziger Herbstmesse, die am 29. August 1948 an die Schalter kamen.
Diese beiden Marken wurden von West-Berliner Briefmarkenhändlern zuhauf für Post an ihre Kunden im Westen verwendet, auf Post in die SBZ oder nach Ost-Berlin, zur Umgehung der Postkriegsmaßnahmen, sind sie jedoch Mangelware. Ich kann keinen Beleg zeigen.
Nach den Messemarken kamen im September 1948, zum Missfallen der westlichen Alliierten, die Überdrucke der Berliner Bärenserie an die Postschalter. Diese suggerierten, dass Berlin Teil der SBZ war. Auch hier ist es gar nicht so leicht, Belege zu finden.
Ich zeige einen Fernbrief vom 14.12.1948 von `Berlin N 65 a´ nach Glienicke-Nordbahn. Der Brief war nicht zustellbar und ging am 21.12.1948 über Berlin-Hermsdorf an den Absender zurück. Frankiert sind 3 x 8 Pf Berliner Bär mit Aufdruck „Sowjetische / Besatzungs / Zone“.
Einen weiteren Beleg mit einer Überdruckmarke der Bärenserie als Mischfrankatur kann ich zeigen.
Es ist ein Wertbrief (108 g) vom 27.10.1948 von Berlin-Charlottenburg 2 nach Regis-Breitingen im Bezirk Leipzig. Der Brief stammt vom bekannten Berliner Briefmarkenhändler Arnold Ebel.
Gebühr: Brief der zweiten Gewichtsstufe 48 Pf, Wert-Behandlungsgebühr (über 100 DM Wert) 1,00 DM, Wertangabegebühr für 500 DM Wert 20 Pf (je 500 DM Wert), zusammen 1,68 DM.
Frankiert sind 10 Pf und 3 x 50 Pf SBZ-Aufdruck auf der Arbeiter-Serie und SBZ-Aufdruck auf dem 8 Pf-Wert der Serie Berliner Bär.
Einen ruhigen ersten Weihnachtsfeiertag wünscht,
Klemens
Einen weiteren Beleg mit einer Überdruckmarke der Bärenserie als Mischfrankatur kann ich zeigen.
Es ist ein Wertbrief (108 g) vom 27.10.1948 von Berlin-Charlottenburg 2 nach Regis-Breitingen im Bezirk Leipzig. Der Brief stammt vom bekannten Berliner Briefmarkenhändler Arnold Ebel.
Gebühr: Brief der zweiten Gewichtsstufe 48 Pf, Wert-Behandlungsgebühr (über 100 DM Wert) 1,00 DM, Wertangabegebühr für 500 DM Wert 20 Pf (je 500 DM Wert), zusammen 1,68 DM.
Frankiert sind 10 Pf und 3 x 50 Pf SBZ-Aufdruck auf der Arbeiter-Serie und SBZ-Aufdruck auf dem 8 Pf-Wert der Serie Berliner Bär.
Einen ruhigen ersten Weihnachtsfeiertag wünscht,
Klemens
Am: 01.01.2026 17:36:34
Gelesen: 6242
# 34
Hallo,
bei der nächsten Ausgabe der SBZ mit Aufdruck-Provisorien war die Intension der Ausgabe auch nicht wirklich nachzuvollziehen.
Es waren die Werte zu 5 Pf, 30 Pf, 45 Pf, 75 Pf und 84 Pf der Ziffernserie. Nur zwei Werte waren für aktuelle Gebühren stufen einsetzbar, der Wert zu 30 Pf für Auslandspostkarten, sowie der Wert zu 84 Pf für Einschreibe-Fernbriefe. Entsprechend kommen diese Werte überwiegend als Mischfrankaturen vor.
Ich zeige einen R-Fernbrief vom 2.10.1948 von Berlin-Steglitz 1 nach Strausberg bei Berlin mit dem Wert zu 84 Pf.
Auch hier wurde durch die SBZ-Frankatur gegen Postkriegsmaßnahmen vorgebeugt.
Einen guten Start ins neue Jahr 2026 wünscht,
Klemens
Auch hier wurde durch die SBZ-Frankatur gegen Postkriegsmaßnahmen vorgebeugt.
Einen guten Start ins neue Jahr 2026 wünscht,
Klemens
Am: 08.01.2026 08:25:01
Gelesen: 6125
# 35
Hallo,
die nächste Dauerserie der SBZ, die auch in West-Berlin gültig war, waren die „Persönlichkeiten aus Politik, Kunst und Kultur“. Die Erscheinungszeit wird lt. Michel "ab 11. Oktober 1948" angegeben.
Es war die erste Dauerserie der SBZ/DDR nach der Währungsreform, die kein Aufdruck-Provisorium mehr war.
Die Verwendung dieser Marken in West-Berlin war schon deutlich rückläufig. In den Standardverwendungen, Orts- und Fernbrief bzw. -postkarte sind sie ab und an zu finden, Post mit Zusatzdiensten sowie Auslandspost sind schon kleine Seltenheiten.
Ich zeige heute einen Fernbrief vom 19.3.1949 von „Berlin-Lichterfelde 1 n“ nach Tangermünde mit 2 x 12 Pf.
Nach jahrelanger Beschäftigung mit der Berliner Währungsreformzeit, kann ich immer noch nicht sagen, ob dies ein Letzttagsbrief ist, oder ob der Letzttag der 20.3.1949 war (der 20. März 1949 war ein Sonntag).
Am 20.3.1949 wurde die endgültige Währungsreform in West-Berlin verkündet und auch, dass die Briefmarken der SBZ in West-Berlin nicht mehr gültig waren, auch nicht mehr für Postsendungen in die SBZ oder nach Ost-Berlin.
Es dürfte sicher noch Briefe vom 20.3.1949 aus dem Briefkasten geben, die befördert wurden.
Der zweite Brief für heute ist eine kleine Rarität. Es ist ein Fernbrief mit Einschreiben vom 17.2.1949 von Berlin-Charlottenburg 1 nach Lübbenau im Spreewald (SBZ) mit dem Wert zu 84 Pf als Einzelfrankatur.
Die R-Gebühr für Fernbriefe in die SBZ durfte noch in DM-Ost bezahlt werden. Bei R-Briefen in die Westzonen waren zu dieser Zeit die Schwarz-/Rotaufdruck-Mischfrankaturen üblich.
Es ist, nach langer Marktbeobachtung, der einzige Brief in West-Berlin-Verwendung, den ich kenne.
Es dürften wohl kaum fünf Stück existieren.
Viele Grüße,
Klemens
Der zweite Brief für heute ist eine kleine Rarität. Es ist ein Fernbrief mit Einschreiben vom 17.2.1949 von Berlin-Charlottenburg 1 nach Lübbenau im Spreewald (SBZ) mit dem Wert zu 84 Pf als Einzelfrankatur.
Die R-Gebühr für Fernbriefe in die SBZ durfte noch in DM-Ost bezahlt werden. Bei R-Briefen in die Westzonen waren zu dieser Zeit die Schwarz-/Rotaufdruck-Mischfrankaturen üblich.
Es ist, nach langer Marktbeobachtung, der einzige Brief in West-Berlin-Verwendung, den ich kenne.
Es dürften wohl kaum fünf Stück existieren.
Viele Grüße,
Klemens
Am: 15.01.2026 09:09:15
Gelesen: 6057
# 36
Hallo,
die nächsten Marken, die in der SBZ noch erschienen und in West-Berlin Gültigkeit hatten, und die auch zur Umgehung der Postkriegsmaßnahmen genutzt werden konnten, war alles Sonderausgaben.
Die erste Sonderausgabe erschien am 23. Oktober 1948 und war die Marke zum „Tag der Briefmarke“.
Diese Marke war die letzte SBZ-Ausgabe, die ab West-Berlin auch noch für Post in die Westzonen und innerhalb West-Berlins verwendet werden durfte. Uns interessieren jedoch nur Belege in die Ostzone, da hier bei der Verwendung keine Postkriegsmaßnahmen zu befürchten waren.
Mein erster Beleg, den ich heute zeige ist ein Fernbrief vom 17.12.1948 von ´Berlin-Britz 1 b` nach Dresden-Stetzsch, frankiert mit 2 x 12 Pf Tag der Briefmarke.
Der zweite Beleg mit dieser Marke ist auch eine Mehrfachfrankatur, mit 9 x 12 Pf auf einen Fernbrief mit Einschreiben vom 19.11.1948 von Berlin-Siemensstadt nach Pegau in Sachsen. Die Gebühr betrug 48 Pf für einen Fernbrief 21-250 g plus 60 Pf R-Gebühr (108 Pf), was mit 9 x 12 Pf exakt richtig frankiert ist.
Dieser Brief ist einer meiner Lieblinge.
Viele Grüße,
Klemens
[Redaktionell kopiert aus dem Thema "Berliner Postkrieg 1948-1949"]
Der zweite Beleg mit dieser Marke ist auch eine Mehrfachfrankatur, mit 9 x 12 Pf auf einen Fernbrief mit Einschreiben vom 19.11.1948 von Berlin-Siemensstadt nach Pegau in Sachsen. Die Gebühr betrug 48 Pf für einen Fernbrief 21-250 g plus 60 Pf R-Gebühr (108 Pf), was mit 9 x 12 Pf exakt richtig frankiert ist.
Dieser Brief ist einer meiner Lieblinge.
Viele Grüße,
Klemens
[Redaktionell kopiert aus dem Thema "Berliner Postkrieg 1948-1949"]
Am: 22.01.2026 07:36:37
Gelesen: 5912
# 37
Hallo,
die beiden Sondermarkenausgaben, die Anfang 1949 in der SBZ noch ausgegeben wurden, war die Marke zum 30. Todestag von Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht zu 24 Pf am 15. Januar 1949 und die beiden Zuschlagsmarken (30 Pf + 15 Pf und 50 Pf +25 Pf) zur Leipziger Frühjahrsmesse am 6.3.1949.
Beide Ausgaben waren noch in den Berliner Westsektoren gültig, seit dem 14. Januar 1949 jedoch nur noch für Post in den Ostsektor Berlins, oder in die SBZ.
Ich kann einen Fernbrief vom 24.2.1949 von Berlin-Charlottenburg 2 nach Saalfeld/Saale zeigen. Absender war der bekannte Philatelist/Händler Kurt Dahmann.
Belege mit dieser Marke, verwendet in West-Berlin, waren im letzten Jahrtausend gesuchte Raritäten. Mittlerweile ist doch eine größere Anzahl (dürfte jedoch immer noch nicht dreistellig sein) registriert worden, so dass es heute kein Problem darstellt die Umgehung von Postkriegsmaßnahmen mit dieser Marke darzustellen.
Mit den beiden Marken zur Leipziger Frühjahrsmesse sieht es jedoch ganz anders aus. Da ist nach wie vor bisher nur ein Beleg bekannt.
Auch die losen Marken, mit einem (echten) Stempel eines West-Berliner Postamtes sind absolute Raritäten.
Die Wertangabe im Michel Spezial (unter West-Berlin) ist ein schlechter Witz.
Viele Grüße,
Klemens
Belege mit dieser Marke, verwendet in West-Berlin, waren im letzten Jahrtausend gesuchte Raritäten. Mittlerweile ist doch eine größere Anzahl (dürfte jedoch immer noch nicht dreistellig sein) registriert worden, so dass es heute kein Problem darstellt die Umgehung von Postkriegsmaßnahmen mit dieser Marke darzustellen.
Mit den beiden Marken zur Leipziger Frühjahrsmesse sieht es jedoch ganz anders aus. Da ist nach wie vor bisher nur ein Beleg bekannt.
Auch die losen Marken, mit einem (echten) Stempel eines West-Berliner Postamtes sind absolute Raritäten.
Die Wertangabe im Michel Spezial (unter West-Berlin) ist ein schlechter Witz.
Viele Grüße,
Klemens
Am: 29.01.2026 09:19:29
Gelesen: 5795
# 38
Hallo,
bevor ich wieder zu Belegen komme, die wirkliche Postkriegsmaßnahmen aufzeigen, möchte ich noch einen kleinen Exkurs zum Zusatzdienst „Nachnahme“ in Berlin zur Zeit des Postkrieges machen. Hier hauptsächlich in Bezug auf Briefmarkenhändler aus West-Berlin, da Nachnahme-Belege wohl überwiegend von Briefmarkenhändlern erhalten geblieben sind, da diese an Sammler gingen und somit meist auch als Ganzstücke aufgehoben wurden.
Das Besondere am Dienst Nachnahme war, dass der Geldtransfer beim Austausch zwischen West-Berlin und dem Ostsektor oder der SBZ nur über das Postscheckamt im Osten Berlins, dem Postscheckamt NW stattfand. Einen Geldverkehr der beiden Seiten untereinander, also SBZ nach West-Berlin oder umgekehrt, gab es nicht.
Wer aus West-Berlin Geschäfte mit Ost-Bürgern oder -Firmen machen wollte, musste ein Konto beim Postscheckamt NW haben, das nur in DM-Ost geführt wurde. Er musste dort auch sein Geld abholen.
Der Briefversand unterlag dabei natürlich auch den Postkriegsmaßnahmen, weshalb die West-Berliner Briefmarkenhändler natürlich mit SBZ-Marken frankierten.
Es gab damals beide Aufgabemöglichkeiten, zum einen direkt in Ost-Berlin, aber auch in West-Berlin, die jedoch deutlich seltener sind.
Ich beginne mit einem Nachnahme-Fernbrief vom Markenhaus Bärenpost vom 16.11.1948 nach Ilmenau in Thüringen. Der Brief wurde in Ostberlin ‚Berlin C 25‘ aufgeben. Als zweiten Beleg zeige ich einen Nachnahme-Fernbrief mit Einschreiben von Alfred Brückner vom 28.2.1949 nach Löbstädt bei Leipzig, aufgebeben im Postamt ‚Berlin W 9‘, auch im Ostsektor.

Da Briefmarkenhändler bei Warensendungen einen Nachweis der Lieferung wollten, sind reine Nachnahmebriefe seltener als Nachnahmebriefe mit Einschreiben.
Viele Grüße,
Klemens

Da Briefmarkenhändler bei Warensendungen einen Nachweis der Lieferung wollten, sind reine Nachnahmebriefe seltener als Nachnahmebriefe mit Einschreiben.
Viele Grüße,
Klemens
Am: 08.02.2026 11:10:01
Gelesen: 5651
# 39
Hallo,
dieses Mal mit etwas Verspätung, da ich zu beschäftigt war.
Bevor ich zu Nachnahme-Belegen mit Aufgabe in West-Berlin komme, zeige ich noch einen Nachnahme-Wertbrief vom 25.4.1949 von Berlin NO 18 nach Fischendorf-Leisnig in der SBZ.
Der Absender war der bekannte West-Berliner Briefmarkenhändler Robert Rumpe (Berlin-Wilmersdorf), hier aus dem Ost-Berliner Zweigbüro mit Zusatzstempel „Zweigbüro für Ostzone und Ost-Berlin Berlin NO 18, Landsberger Allee 153“, für den Handel mit Kunden aus der Ostzone. Die Geldabwicklung erfolgte gezwungenermaßen über das Postscheckamt NW in Ost-Berlin.
Gebühr: Fernbrief (21-250 g) 48 Pf; Wert-Behandlungsgebühr (über 100 DM) 100 Pf; Wertgebühr (bis 500 DM) 20 Pf; Nachnahme 40 Pf, zusammen 2,08 DM-Ost.
Ein schönes Beispiel des zonenübergreifenden Geldflusses im blockierten Berlin mittels Post, mit sektorübergreifendem Zweigbüro.
Viele Grüße,
Klemens
Ein schönes Beispiel des zonenübergreifenden Geldflusses im blockierten Berlin mittels Post, mit sektorübergreifendem Zweigbüro.
Viele Grüße,
Klemens
Am: 12.02.2026 08:01:06
Gelesen: 5570
# 40
Hallo,
heute noch zwei Nachnahmebriefe in die Ostzone, die in West-Berlin aufgegeben wurden.
Das war ohne Postkriegsmaßnahmen möglich, wenn zur Umgehung Briefmarken der SBZ verwendet wurden. Die meisten Absender hatten wohl Bedenken dies ab den Westsektoren zu tun (gilt besonders für Nachnahme-Briefe), denn die Aufgaben in West-Berlin sind deutlich seltener zu finden, als die Aufgaben im Osten.
Ich zeige heute zwei Belege von Helmut Kirschning ab Berlin-Zehlendorf.
Der erste Brief ist ein Nachnahme-Fernbrief vom 31.8.1948 nach Beelitz, der Zweite ein Nachnahme-Fernbrief mit Einschreiben vom 24.8.1948 nach Gera. Beide Briefe sind um einen Pf überfrankiert.

Auch hier wurde das Geld über das Postscheckamt Berlin NW im Ostsektor transferiert. Der Absender musste sein Geld dort abholen.
Viele Grüße,
Klemens

Auch hier wurde das Geld über das Postscheckamt Berlin NW im Ostsektor transferiert. Der Absender musste sein Geld dort abholen.
Viele Grüße,
Klemens
Am: 19.02.2026 07:38:27
Gelesen: 5364
# 41
Hallo,
ich bleibe noch bei Belegen zur Umgehung von Postkriegsmaßnahmen mit Postwertzeichen der SBZ.
Ich möchte noch den Bereich Ganzsachen betrachten. Hier gibt es immerhin drei Serien zu beachten. Als da wären, Ganzsachen mit Bezirksstempel-Aufdruck, gefolgt von Ganzsachen mit dem Aufdruck „Sowjetische Besatzungs Zone“, einschließlich des 5 Pf-Wertes "Berliner Bären" und letztendlich Ganzsachen der Serie Persönlichkeiten.
SBZ-Ganzsachen sind generell nicht so häufig in West-Berlin genutzt worden, mittlerweile werden aber Ganzsachen mit Aufdruck „Sowjetische Besatzungs Zone“ doch immer wieder mal angeboten. Diese jedoch meist mit Adressaten in West-Berlin oder in den Westzonen. Verschickt als Umgehung des Postkrieges sind sie eher selten genutzt worden.
Ich habe zwar ein paar Ganzsachen mit Bezirksstempel-Aufdruck die in West-Berlin verwendet wurden, jedoch keine mit Bezug zum Postkrieg. Deshalb zeige ich heute zwei mit Aufdruck „Sowjetische Besatzungs Zone“.
Die Erste als Ortspostkarte vom 28.12.1948 von Berlin-Zehlendorf 1 nach Berlin NW 7, die Zweite als Fernpostkarte vom 15.10.1948 von Berlin-Charlottenburg 2 nach Kamenz in Sachsen.

Die Ganzsache mit Aufdruck auf dem Wert zu 5 Pf Berliner Bär dürfte kaum zur Umgehung von Postkriegsmaßnahmen genutzt worden sein.
Viele Grüße,
Klemens

Die Ganzsache mit Aufdruck auf dem Wert zu 5 Pf Berliner Bär dürfte kaum zur Umgehung von Postkriegsmaßnahmen genutzt worden sein.
Viele Grüße,
Klemens
Am: 26.02.2026 07:44:40
Gelesen: 5161
# 42
Hallo,
zum Abschluss der Ganzsachen, zur Umgehung von Postkriegsmaßnahmen (für mich, vielleicht kann ja jemand weitere zeigen), zeige ich heute noch eine aus der Serie Persönlichkeiten.
Ganzsachen der Serie Persönlichkeiten, verwendet in West-Berlin sind generell (sehr) selten und immer gesuchte Stücke.
Meine Ganzsache mit dem Wert zu 12 Pf (Friedrich Engels) stammte von einem SBZ-Bewohner aus Leipzig, der in Berlin war und die Karte am 13.3.1949 von West-Berlin (Berlin SW 11 ai), wohl an seine Frau nach Leipzig schickte.
Soviel zu den Ganzsachen und auch zur Umgehung von Postkriegsmaßnahmen mit Postwertzeichen der SBZ.
Viele Grüße,
Klemens
Soviel zu den Ganzsachen und auch zur Umgehung von Postkriegsmaßnahmen mit Postwertzeichen der SBZ.
Viele Grüße,
Klemens
Am: 05.03.2026 09:31:16
Gelesen: 4991
# 43
Hallo,
heute komme ich zu den Umgehungsmaßnahmen, welche die Magistratspost versuchte, um selbst auch Einnahmen zu generieren, für die Post, die in den Berliner Ostsektor oder in die SBZ gerichtet war. Wenn Postwertzeichen der SBZ verwendet wurden, hatte die Magistratspost eben keine Einnahmen.
Erste Versuche starteten um den 5. Juli 1948, ab dem, bei nicht freigemacht eingelieferter Post am Postschalter die Gebühren auf den Belegen schriftlich dokumentiert (teilweise mit Unterschrift des Postangestellten), das Geld bar vereinnahmt und „Gebühr bezahlt“-Stempel verwendet wurden.
Der erste Brief, den ich zeige, ist ein Ortsbrief vom 8.7.1948 von `Berlin W 10 g´ nach Berlin N 4 (Ostsektor), ordnungsgemäß zugestellt.
Normaler Tagesstempel, Rechteckstempel „Gebühr bezahlt“ und handschriftich "16 Rpf Pa 8/7", mit Namenzeichen.
Der Zweite ist ein Fernbrief vom 12.7.1948 von `Berlin-Friedenau 1 a´ nach Barth an der Ostsee.
Auch hier mit Tagesstempel und Rechteckstempel „Gebühr bezahlt“, handschriftlich "-24", ohne Namenzeichen.

Dies schien anfangs ein gangbarer Weg für die West-Berliner Magistratspost zu sein, was von der Ostseite aber leider nicht lange akzeptiert wurde.
Weiteres dazu kommt in der Fortsetzung.
Viele Grüße,
Klemens

Dies schien anfangs ein gangbarer Weg für die West-Berliner Magistratspost zu sein, was von der Ostseite aber leider nicht lange akzeptiert wurde.
Weiteres dazu kommt in der Fortsetzung.
Viele Grüße,
Klemens
Am: 12.03.2026 20:40:00
Gelesen: 4817
# 44
Hallo,
ich bleibe noch bei der Verwendung von „Gebühr-bezahlt“-Stempeln.
Ich zeige heute noch eine Ortspostkarte vom 12.7.1948 von Berlin-Spandau nach Berlin NO 55. Hier wurde für die handschriftlich angebrachte Gebühr von 10 Pf der rote Stempel „Berlin-Spandau – Gebühr bezahlt“ verwendet.
Und als zweiten Belege für heute noch ein Fernbrief mit Einschreiben, auch vom 12.7.1948 von Berlin-Kladow nach Dallgow / Osthavelland. Neben dem Tagesstempel `Berlin-Kladow c´ wurde der rote „Gebühr bezahlt“-Stempel für die handschriftlich mit Namenzeichen vermerkte Gebühr von „0,84 Mk“ abgeschlagen.

Einschreibebriefe mit „Gebühr bezahlt“-Stempel zur Umgehung von Postkriegsmaßnahmen sind seltene Belege.
Kommende Woche werde ich eine Urlaubspause einlegen.
Viele Grüße,
Klemens

Einschreibebriefe mit „Gebühr bezahlt“-Stempel zur Umgehung von Postkriegsmaßnahmen sind seltene Belege.
Kommende Woche werde ich eine Urlaubspause einlegen.
Viele Grüße,
Klemens
Am: 26.03.2026 07:38:44
Gelesen: 4623
# 45
Hallo,
ich bleibe noch bei der akzeptierten Verwendung von „Gebühr-bezahlt“-Stempeln.
Wenn vorfrankierte Belege eingeliefert wurden, die nicht ausreichend frankiert waren, wurden auch diese Belege mit dem noch zu zahlenden Betrag mit „Gebühr-bezahl“-Stempeln und dem entsprechenden Betrag freigemacht bzw. gestempelt.
Ich zeige heute einen solchen Beleg, der mit 10 Pf und 2 x 16 Pf der Arbeiterserie zu 1/10 (42 RPf = 4 Pf) vorfrankiert war.
Die für einen Ortsbrief fehlende Gebühr von 12 Pf wurde mit Bleistift notiert und der Stempel „Berlin N 65 – Gebühr bezahlt“ bei der Aufgabe am 9.7.1948, auch zur Entwertung der Marken abgeschlagen.
Der Beleg war an die Versicherungsanstalt Berlin in Berlin SO 16 im Ostsektor adressiert.
Belege mit Mischfrankaturen mit Marken zu 1/10 und „Gebühr-bezahlt“-Stempeln sind sehr seltene Belege. Es gibt diese auch mit Marken der SBZ, die noch seltener vorkommen.
Viele Grüße,
Klemens
Belege mit Mischfrankaturen mit Marken zu 1/10 und „Gebühr-bezahlt“-Stempeln sind sehr seltene Belege. Es gibt diese auch mit Marken der SBZ, die noch seltener vorkommen.
Viele Grüße,
Klemens
Am: 01.04.2026 08:13:45
Gelesen: 4429
# 46
Hallo,
eine Mischfrankatur mit 10fach-Frankatur, SBZ-Marke und „Gebühr-bezahlt“-Stempel kann ich noch zeigen.
Es ist eine Ganzsache zu 45 RPf mit zwei Marken der Gemeinschaftsausgaben (zusamen 5 Rpf) zufrankiert, also (zu 1/10) 5 Pf in neuer Währung und zusätzlich eine SBZ-Marke zu 2 Pf in neuer Währung.
Die für eine Fernpostkarte fehlende Gebühr von 5 Pf wurde bar kassiert, mit „5“ in Bleistift vermerkt und mit „Gebühr-bezahlt“-Stempel freigemacht.
Die Fernpostkarte ging am 15.7.1948 von Berlin-Charlottenburg 1 nach Gotha in der SBZ.
Viele Grüße,
Klemens
Viele Grüße,
Klemens
Am: 01.04.2026 16:51:42
Gelesen: 4389
# 47
@ Frankenjogger [#46]
Hallo Klemens,
nach der Portosenkung für Aulandspostkarten am 15.9.1947 wurden die bisherigen Auslandskarten ohne weitere Kennzeichnung zum neuen Portosatz von 30 Pf. abgegeben und sollten als Teil einer Zehnfachfrankatur auch nur mit 3 Pf. angerechnet werden.
Das ist hier offenbar nicht geschehen, kommt aber relativ oft vor.
Solche Stücke sind sogar eher häufiger als korrekte Zehnfachfrankaturen auf dieser Ganzsache, die auf den ersten Blick überfrankiert erscheinen.
Beste Grüße
Clemens
Am: 09.04.2026 07:47:15
Gelesen: 4235
# 48
Hallo,
@ piems [#47]
Danke für den Hinweis.
Neben der Nutzung von SBZ-Marken oder den „Gebühr bezahlt“-Stempeln gab es noch die Verwendung von Absender- bzw. -Postfreistempeln, welche auch nicht den Postkriegsmaßnahmen unterlagen. Dies wird in der Folge (ab Verwendungsdaten vom 17. Juli 1948) noch ausführlicher behandelt.
Ich zeige heute einen Ortsbrief bis 20 g mit zwei Absenderfreistempeln (einer zu 15 Pf und einer zu 1 Pf, zusammen 16 Pf) vom 10.7.1948 von Berlin-Neukölln 1 nach Berlin W 8.
Dieser Brief wurde ohne Postkriegsmaßnahme zugestellt.
Belege mit Absender- oder Postfreistempel vor dem 17.7.1948, die nicht den Postkriegsmaßnahmen unterlagen, muss man erst einmal finden!
Einen Beleg mit Postfreistempel vor dem 17.7.1948 kann ich nicht zeigen.
Viele Grüße,
Klemens
Belege mit Absender- oder Postfreistempel vor dem 17.7.1948, die nicht den Postkriegsmaßnahmen unterlagen, muss man erst einmal finden!
Einen Beleg mit Postfreistempel vor dem 17.7.1948 kann ich nicht zeigen.
Viele Grüße,
Klemens
Am: 15.04.2026 07:22:46
Gelesen: 4066
# 49
Hallo,
heute komme ich zum Misserfolg der Benutzung von „Gebühr bezahlt“-Stempeln als Umgehung der Postkriegsmaßnahmen.
Dr. Wolfgang Elsner schreibt in seinem Buch „Der Berliner Postkrieg 1948/49“:
„Anlässlich einer Routinebesprechung am 13. Juli 1949 (Anm.: sollte 1948 sein) mit der sowjetischen Zentralkommandantur erfuhr der Vertreter der Westberliner Magistratspost von Oberstleutnant Bordukoff, dass künftig keine Barfreimachungen mit ‚Gebühr bezahlt‘-Stempel mehr anerkannt werden würden. `Nur Maschinenstempel werden als gültig angesehen`“.
Ab 13. Juli 1948 wurde Post, die bar verrechnet und mit „Gebühr bezahlt“ gestempelt war, auch an die Absender zurückgeschickt. Der erste Versuch der Umgehung der Postkriegsmaßnahmen war gescheitert.
Ich kann einen Brief vom 14.7.1948, adressiert in den Bezirk Magdeburg, zeigen, der im Postamt Berlin SO 26 bar bezahlt und mit „Gebühr bezahlt“-Stempel freigemacht wurde und dann von der sowjetzonalen Post handschriftlich als unzulässig markiert und mit „zurück“-Stempel zurückgeschickt wurde.
Da der Zeitraum für diese Zurückweisungen nur sehr kurz war (etwa fünf Tage), sind auch nicht sehr viele Belege erhalten geblieben, die diese Zurückweisung aufweisen.
Viele Grüße,
Klemens
Da der Zeitraum für diese Zurückweisungen nur sehr kurz war (etwa fünf Tage), sind auch nicht sehr viele Belege erhalten geblieben, die diese Zurückweisung aufweisen.
Viele Grüße,
Klemens
Am: 23.04.2026 11:40:34
Gelesen: 3860
# 50
Hallo,
einen weiteren Beleg aus der Phase der Zurückweisung von „Gebühr bezahlt“-Stempeln kann ich zeigen.
Es ist eine Fernpostkarte die am 7.7.1948 von Berlin-Zehlendorf nach Greiz in Sachsen verschickt werden sollte. Da die Karte mit 12 Pf Band-Aufdruck freigemacht wurde, wurde die Karte mit „Zurück“ gestempelt und handschriftlich „unzulässig“ beschriftet und zurückgesendet.
Von der Magistratspost wurde dann ein Stempel „Gebühr bezahlt“ angebracht, und die Karte ging erneut auf die vorgesehene Reise nach Greiz.
Nun war wohl der 14.7.1948 erreicht, und auch diese Freimachung wurde nicht akzeptiert, die Karte ging wieder zurück, mutmaßlich zum Absender.
Letztendlich wurde die Karte dann am 30.7.1948 mit einer 12 Pf SBZ-Aufdruck-Marke im Ostsektor der Stadt, in Berlin W 8 erneut aufgegeben und kam dann erfolgreich an ihr Ziel.
Belege mit zwei Zurückweisungen gehören zu den kleinen Raritäten des Berliner Postkrieges.
Viele Grüße,
Klemens
Belege mit zwei Zurückweisungen gehören zu den kleinen Raritäten des Berliner Postkrieges.
Viele Grüße,
Klemens
Am: 29.04.2026 08:52:23
Gelesen: 3661
# 51
Hallo,
heute komme ich zur wohl erfolgreichsten Umgehungsmöglichkeit für die Postkriegsmaßnahmen, mit der die West-Berliner Magistratspost endlich auch Einnahmen für Post in den Ostsektor Berlins und in die SBZ generieren konnte.
Wie in [#49] geschrieben, kam der Hinweis dazu vom russischen Oberstleutnant Bordukoff selbst. „Nur Maschinenstempel werden als gültig angesehen“ war die Aussage, die dazu führte, dass die Magistratspost am 17.7.1948 folgende Anordnung an die Postämter verschickte:
„Bei Sendungen nach dem Ostsektor und der Ostzone, …, ist nicht mehr der Stempelabdruck „Gebühr bezahlt“ anzubringen, weil auch diese Sendungen neuerdings als „unzulässig“ zurückgesandt werden.
Die Sendungen sind einstweilen wie folgt zu behandeln: Die Freigebühr ist auf der Sendung mit Bleistift zu vermerken und in der ... vorgeschriebenen Weise zu buchen. Die tagsüber angenommenen Sendungen sind zu sammeln und nach Schalterschluss gebündelt als freizustempelnde Sendungen … dem zuständigen Freistempelungs-Postamt zuzuführen.
…
Freistempelungspostämter sind für den amerikanischen Sektor das Postamt Berlin SW 11, für den britischen und französischen Sektor das Postamt Berlin-Charlottenburg 2. Das Verfahren ist auch für Einschreibesendungen anzuwenden.“
Somit wurde Post in die Ostzone und nach Ost-Berlin ab dem 17.7.1948 mit Postfreistempeln aus Berlin-Charlottenburg 2 und Berlin SW 11 freigemacht, wenn diese bei den Postämtern aufgegeben wurde.
Anfangs wurden auch die Belege, die schon zurückgewiesen waren, freigestempelt und wieder an die Zieladresse geschickt.
Ich zeige heute einen solchen zurückgewiesenen ‚Gebühr bezahlt‘-Brief vom 13.7.1948 aus Berlin NW 40, der am 17.7.1948 mit dem Postfreistempel von Berlin-Charlottenburg 2 erneut nach Potsdam auf die Reise ging; dieses Mal erfolgreich.
Die Bemerkung "einstweilen" lässt vermuten, dass die Verantwortlichen der Magistratspost nicht wirklich glaubten, dass diese Art der Freimachung von den Sowjets länger akzeptiert würde.
Dies war jedoch der Fall; diese Art der Freimachung wurde bis zur endgültigen Einführung der DM-West am 20. März 1949 akzeptiert, auch im Paketpostdienst.
Auf die Zeit nach dem 20. März gehe ich später noch detaillierter ein.
Viele Grüße,
Klemens
Die Bemerkung "einstweilen" lässt vermuten, dass die Verantwortlichen der Magistratspost nicht wirklich glaubten, dass diese Art der Freimachung von den Sowjets länger akzeptiert würde.
Dies war jedoch der Fall; diese Art der Freimachung wurde bis zur endgültigen Einführung der DM-West am 20. März 1949 akzeptiert, auch im Paketpostdienst.
Auf die Zeit nach dem 20. März gehe ich später noch detaillierter ein.
Viele Grüße,
Klemens
Am: 07.05.2026 07:53:37
Gelesen: 3435
# 52
Hallo,
heute kommt ein ähnlicher Brief, wie der in [#51] gezeigte. Nur hat dieser eine Besonderheit.
Die Anordnung ging am 17.7.1948 an die Postämter. Die Postämter Berlin-Charlottenburg 2 und Berlin SW 11 wussten natürlich vorher Bescheid, sie mussten sich ja auf die Bearbeitung solcher Belege vorbereiten.
U.A. schrieb ich: „Anfangs wurden auch die Belege, die schon zurückgewiesen waren, freigestempelt und wieder an die Zieladresse geschickt.“ Das geschah im Postamt Berlin-Charlottenburg 2 schon am 16.7.1948 spät abends (kurz vor Mitternacht).
Einen solchen Ortsbrief nach Berlin C2 kann ich hier zeigen.
Es sind nur wenige Belege (wohl unter fünf Stück) mit Postfreistempel vom 16.7.1948 von „11-12 N“ bekannt, die eben schon am 16.7.1948 freigestempelt wurden, bisher nur vom Postamt Berlin-Charlottenburg 2.
Viele Grüße,
Klemens
Es sind nur wenige Belege (wohl unter fünf Stück) mit Postfreistempel vom 16.7.1948 von „11-12 N“ bekannt, die eben schon am 16.7.1948 freigestempelt wurden, bisher nur vom Postamt Berlin-Charlottenburg 2.
Viele Grüße,
Klemens
Am: 14.05.2026 10:53:07
Gelesen: 3117
# 53
Hallo,
einen Brief habe ich noch, der am 2.9.1948 mit einer 24 Pf-Marke mit Netz-Aufdruck nach Egeln im Bezirk Magdeburg verschickt und zurückgewiesen wurde. Es sind noch Reste des Zurückweisungszettels zu sehen.
Der Brief wurde nicht mehr an den Absender zurückgegeben, sondern direkt in Berlin-Charlottenburg 2 am 5.9.1948 mit einem Postfreistempel (24 Pf) versehen und wieder auf die Reise geschickt. Dieses Mal erfolgreich.
Belege in dieser Form sind auch sehr selten. Die Anzahl dürfte wohl, wenn überhaupt, niedrig zweistellig sein.
Viele Grüße,
Klemens
Belege in dieser Form sind auch sehr selten. Die Anzahl dürfte wohl, wenn überhaupt, niedrig zweistellig sein.
Viele Grüße,
Klemens
Am: 21.05.2026 07:55:30
Gelesen: 2927
# 54
Hallo,
heute zeige ich die ersten Briefe, die nur die sog. Postfreistempel zur Umgehung des Postkrieges aufweisen.
Der erste Brief ist ein Ortsbrief nach Ost-Berlin in die Schönhauser Allee, der Absender aus Berlin-Staaken. Bei gewöhnlicher Post kann man nicht erkennen, in welchem Postamt diese aufgegeben wurden.
Der Brief ging nach Berlin-Charlottenburg 2 und wurde dort am 6.11.1948 zwischen 11 und 12 Uhr nachts mit 16 Pf freigestempelt.
Der zweite Brief ist ein Fernbrief nach Potsdam, dieser wurde am 21.1.1949 in Berlin-Charlottenburg 2 mit 24 Pf freigestempelt.
Im Aufgabepostamt wurde die Gebühr oben rechts mit Bleistift notiert.
Die Poststücke wurden gesammelt und gingen dann an die Freistempel-Postämter.
Viele Grüße,
Klemens
Der zweite Brief ist ein Fernbrief nach Potsdam, dieser wurde am 21.1.1949 in Berlin-Charlottenburg 2 mit 24 Pf freigestempelt.
Im Aufgabepostamt wurde die Gebühr oben rechts mit Bleistift notiert.
Die Poststücke wurden gesammelt und gingen dann an die Freistempel-Postämter.
Viele Grüße,
Klemens
Am: 28.05.2026 09:25:08
Gelesen: 2709
# 55
Hallo,
die nächsten beiden Belege mit Postfreistempel zur Postkriegsumgehung sind schon seltenere Versendungsformen.
Der erste Beleg ist eine Drucksache bis 20 g in den Bezirk Magdeburg (den Ort konnte ich leider nicht entziffern), am 29.10.1948, freigestempelt mit 6 Pf in Berlin SW 11.
Der zweite Brief ist eine Zustellungsurkunde vom 12.9.1948 vom Amtsgericht Lichterfelde nach Berlin W 8, ebenfalls in Berlin SW 11, hier mit 92 Pf freigestempelt.
Drucksachen sind eher selten, Zustellungsurkunden sehr selten mal zu finden.
Viele Grüße,
Klemens
Der zweite Brief ist eine Zustellungsurkunde vom 12.9.1948 vom Amtsgericht Lichterfelde nach Berlin W 8, ebenfalls in Berlin SW 11, hier mit 92 Pf freigestempelt.
Drucksachen sind eher selten, Zustellungsurkunden sehr selten mal zu finden.
Viele Grüße,
Klemens
Am: 28.05.2026 21:55:52
Gelesen: 2670
# 56
@ Frankenjogger [#55]
Hallo Klemens,
bei dem ersten Beleg lese ich Kleinwudicke - den Ort gibt es [1], aber ob der im Bezirk Magdeburg war, weiß ich nicht - ist schon ein Stück weg.
Schöne Grüße,
Reinhard
[1] https://www.milow.de/verzeichnis/objekt.php?mandat=47811
Am: 29.05.2026 09:12:50
Gelesen: 2633
# 57
@ iholymoses [#56]
Danke, Klemens
Am: 04.06.2026 08:40:50
Gelesen: 2434
# 58
Hallo,
heute zeige ich zwei Briefe mit Postfreistempeln zur Umgehung der Postkriegsmaßnahmen die per Einschreiben verschickt wurden.
Der erste Brief ist ein Ortsbrief mit Einschreiben nach Berlin C 2, aufgegeben beim Postamt Berlin N 65, am 23.9.1948 mit 76 Pf in Berlin-Charlottenburg 2 freigestempelt.
Der zweite Brief ist ein Fernbrief mit Einschreiben nach Radebeul, aufgegeben beim Postamt Berlin-Wittenau, am 12.10.1948 mit 84 Pf ebenfalls in Berlin-Charlottenburg 2 freigestempelt.
Bei beiden Belegen kann man aufgrund des Einschreibe-Zettels das Aufgabepostamt erkennen.
Viele Grüße,
Klemens
Der zweite Brief ist ein Fernbrief mit Einschreiben nach Radebeul, aufgegeben beim Postamt Berlin-Wittenau, am 12.10.1948 mit 84 Pf ebenfalls in Berlin-Charlottenburg 2 freigestempelt.
Bei beiden Belegen kann man aufgrund des Einschreibe-Zettels das Aufgabepostamt erkennen.
Viele Grüße,
Klemens
Am: 11.06.2026 17:24:07
Gelesen: 2290
# 59
Hallo,
bleibt zu guter Letzt einer meiner Paradebriefe mit Postfreistempel zur Umgehung der Postkriegsmaßnahmen.
Es ist ein Einschreibe-Fernbrief mit Rückschein und Eigenhändig, vom 8.12.1948 von Berlin-Lichterfelde 2 nach Delitsch.
Freigestempelt wurde der Brief mit 164 Pf, in Berlin SW 11.
Die Gebühr errechnet sich wie folgt: F-Brief 24 Pf, Einschreiben 60 Pf, Rückschein 60 Pf, Eigenhändig 20 Pf. Das macht zusammen 1,64 DM oder 164 Pf.

Dieser Beleg dürfte ein Unikat sein.
Viele Grüße,
Klemens
bleibt zu guter Letzt einer meiner Paradebriefe mit Postfreistempel zur Umgehung der Postkriegsmaßnahmen.
Es ist ein Einschreibe-Fernbrief mit Rückschein und Eigenhändig, vom 8.12.1948 von Berlin-Lichterfelde 2 nach Delitsch.
Freigestempelt wurde der Brief mit 164 Pf, in Berlin SW 11.
Die Gebühr errechnet sich wie folgt: F-Brief 24 Pf, Einschreiben 60 Pf, Rückschein 60 Pf, Eigenhändig 20 Pf. Das macht zusammen 1,64 DM oder 164 Pf.

Dieser Beleg dürfte ein Unikat sein.
Viele Grüße,
Klemens
Am: 18.06.2026 16:29:24
Gelesen: 2027
# 60
Hallo,
neben den Postfreistempeln, die von der sowjetionalen Post akzeptiert wurden, wurden auch Absenderfreistempel akzeptiert.
Ich kann zwei Beispiele zeigen.
Zuerst ein Ortsbrief von der Schering AG vom 1.12.1948 von Berlin N 65 nach Berlin N4.
Als zweites ein Fernbrief vom Natur-Technik Vertrieb vom 31.1.1949, auch von Berlin N 65 nach Jössnitz über Plauen, im Vogtland.
Es ist gar nicht so einfach, Belege mit Absenderfreistempel zur Umgehung der Postkriegsmaßnahmen zu finden.
Viele Grüße,
Klemens
Als zweites ein Fernbrief vom Natur-Technik Vertrieb vom 31.1.1949, auch von Berlin N 65 nach Jössnitz über Plauen, im Vogtland.
Es ist gar nicht so einfach, Belege mit Absenderfreistempel zur Umgehung der Postkriegsmaßnahmen zu finden.
Viele Grüße,
Klemens
Am: 25.06.2026 07:53:58
Gelesen: 1853
# 61
Hallo,
bevor ich zur zweiten Phase des Berliner Postkrieges komme, welche die Zeit nach der endgültigen Währungsumstellung in den Westsektoren auf die DM-West (ab 21.3.1949) beginnt, möchte ich noch ein paar Aspekte betrachten, die auch zum Berliner Postkrieg gehören.
Zuerst die Thematik um den bekannten Werbe-Maschinenstempel zum 100. Tag der Luftbrücke, der im Oktober 1948 verwendet wurde.
Dieser Stempel war, was nicht anders zu erwarten war, der ostzonalen Post ein Dorn im Auge, entsprechend wurden Briefe mit diesem Stempel auch überwiegend zurückgewiesen.
Es gibt dabei zwei Varianten:
Variante 1: Belege mit Briefmarken der Westsektoren dieser Zeit - das waren die Schwarzaufdrucke - und dem Luftbrücken-Stempel mit Zurückweisung.
Diesen Belegen lagen zwei Gründe der Zurückweisung zu Grunde. Zum einen die verwendeten Briefmarken, zum anderen der Luftbrücken-Stempel.
Bei diesen Belegen ist jedoch nicht eindeutig zuordenbar, ob der Stempel wirklich als Rückweisungsgrund betrachtet wurde.
Hier ein solcher Beleg, eine Ortspostkarte vom 6.10.1948 nach Berlin W8. Hier ist der Stempel und die Marke markiert.
Variante 2: Belege mit Briefmarken der SBZ und dem Luftbrücken-Stempel mit Zurückweisung.
Bei diesen Belegen ist klar zuzuordnen, dass der Stempel der Grund für die Zurückweisung war.
Hier ein solcher Beleg, eine Fernpostkarte mit 2 x 8 Pf SBZ-Aufdruck Berliner Bär vom 9.10.1948 nach Quedlinburg.
Der Beleg ist zwar 4 Pf überfrankiert, jedoch ist hier der Rückweisungsgrund eindeutig der Luftbrücken-Stempel.
Belege der Variante 1 sind selten, die der Variante 2 sind sehr selten.
Viele Grüße,
Klemens
Variante 2: Belege mit Briefmarken der SBZ und dem Luftbrücken-Stempel mit Zurückweisung.
Bei diesen Belegen ist klar zuzuordnen, dass der Stempel der Grund für die Zurückweisung war.
Hier ein solcher Beleg, eine Fernpostkarte mit 2 x 8 Pf SBZ-Aufdruck Berliner Bär vom 9.10.1948 nach Quedlinburg.
Der Beleg ist zwar 4 Pf überfrankiert, jedoch ist hier der Rückweisungsgrund eindeutig der Luftbrücken-Stempel.
Belege der Variante 1 sind selten, die der Variante 2 sind sehr selten.
Viele Grüße,
Klemens
Am: 02.07.2026 07:37:20
Gelesen: 1713
# 62
Hallo,
heute zeige ich einen Irrläufer, der dem Postkrieg zum Opfer fiel.
Es handelt sich um eine Fernpostkarte vom 18.9.1948 mit 12 Pf Schwarzaufdruck nach Halle in Westfalen. Die Karte wurde jedoch fälschlicherweise erst nach Halle/Saale in der SBZ geleitet und natürlich aufgrund des Postkrieges zurückgewiesen.
Dies wurde dann festgestellt, der „Zurück unzulässig“-Stempel gestrichen und die Karte am 20.9.1948 an den richtigen Ort, Halle/Westfalen in der britischen Besatzungszone, geschickt.
Viele Grüße,
Klemens
Viele Grüße,
Klemens
Am: 09.07.2026 08:01:38
Gelesen: 1504
# 63
Hallo,
heute kommen zwei Briefe, die der Thematik Postkriegsmaßnahmen der Magistratspost der Westsektoren zuzuordnen sind. Zur Wiederzulassung der Paketpost mit den Westsektoren über die Luftbrücke (Anordnung vom 7.9.1948), wurde durch die westlichen Alliierten auch festgelegt, dass Briefpost, die mit Marken der SBZ frankiert war, nicht über die Luftbrücke abtransportiert wurde, sondern zum Bahntransport durch die SBZ nach Ost-Berlin abgeleitet werden sollte.
Diese Maßnahme ist schwer nachzuweisen. Das ist, wenn, dann nur bei Briefen mit Ankunftsstempeln oder -vermerken möglich, dies aber auch nur eingeschränkt, da die Laufzeit über die Luftbrücke für normale Post auch schon mal 5 Tage oder mehr dauern konnte.
Wenn Briefpost mit Mischverwendungen von SBZ- und Westzonen-Marken eingeliefert wurde, war dies für die Magistratspost ein Dilemma, denn Briefpost mit Schwarzaufdruck-Marken konnte nicht über Ost-Berlin abgeleitet werden, da diese ja aufgrund des Postkrieges zurückgewiesen wurde. Anfangs wurde derartige Post dann doch über die Luftbrücke ausgeflogen.
Ab Mitte Oktober 1948 wurde derartige Briefpost dann von der Magistratspost teilweise an die Absender zurückgegeben. Dies geschah zum einen mit handschriftlichen Vermerken, zum anderen auch mit aufgeklebten Hinweiszetteln.
Dass diese Belege auch unter die Rubrik Postkrieg fallen, ist bei erster Betrachtung nicht ganz nachvollziehbar. Elsner begründet das aber in seinem Buch „Der Berliner Postkrieg 1948/49“ durch „die politisch motivierte Beanstandung von nach internationalen Kriterien gültigen Postwertzeichen“. Die SBZ-Marken waren ja als in den Westsektoren gültige Postwertzeichen deklariert worden.
Der erste Brief, den ich zeige, ist ein Auslandsbrief mit Einschreiben vom 14.10.1948 von Berlin-Südende nach Schaffhausen in der Schweiz, mit einer Mischfrankatur von Schwarz-aufdruck- und SBZ-Marken.
Bei diesem Brief ist vorderseitig handschriftlich mit Blaustift der Adressat gestrichen und neben dem Adressatfeld mit „Abs.zk“ (für Absender zurück) und „unzulässig“ beschriftet.
Solch eine Beschriftung könnte natürlich auch manipulativ vorgenommen worden sein (dies gilt insbesondere für normale Briefpost). Bei diesem Brief ist die Authentizität jedoch durch den rückseitigen Ankunftsstempel „Berlin-Steglitz“ vom 16.10.1948 belegbar.

Der zweite Brief, sicher vom gleichen Absender, vom 24.10.1948 an denselben Adressaten, dieses Mal mit Aufkleber „… Zurück an den Absender – Keine Beförderungsmöglichkeit“. Auch hier ist rückseitig ein Ankunftsstempel „Berlin-Steglitz“ vom 25.10.1948 angebracht.
Es gibt nicht allzu viele Belege, mit denen diese Maßnahme, gezeigt werden kann. Die Mehrzahl solche Belege wurde mutmaßlich wohl doch über die Luftbrücke ausgeflogen und dann auch zugestellt.
Viele Grüße,
Klemens

Der zweite Brief, sicher vom gleichen Absender, vom 24.10.1948 an denselben Adressaten, dieses Mal mit Aufkleber „… Zurück an den Absender – Keine Beförderungsmöglichkeit“. Auch hier ist rückseitig ein Ankunftsstempel „Berlin-Steglitz“ vom 25.10.1948 angebracht.
Es gibt nicht allzu viele Belege, mit denen diese Maßnahme, gezeigt werden kann. Die Mehrzahl solche Belege wurde mutmaßlich wohl doch über die Luftbrücke ausgeflogen und dann auch zugestellt.
Viele Grüße,
Klemens
Am: 16.07.2026 07:07:56
Gelesen: 1287
# 64
Hallo,
heute kommt ein ganz besonderer Postkriegsbeleg, der die verzwickte Lage der Magistratspost in West-Berlin aufzeigt.
Es handelt sich erst einmal um einen normalen Ortsbrief vom 27.6.1948 mit Einschreiben mit einer Mischfrankatur von 10fach-Verwendungen alter Reichsmark-Marken, einer Marke mit Bezirkstempel-Aufdruck der SBZ und zwei Marken mit Band-/Netz-Aufdruck der West-Berliner Magistratspost.
Der Brief ging von Berlin SW 61 (amerikanischer Sektor) nach Berlin N 31 (französischer Sektor) in die Brunnenstr. 97. Beide Postämter waren der West-Berliner Magistratspost zugeordnet und trotzdem wurde der Brief aufgrund des Postkrieges als unzulässig an den Absender zurückgewiesen und dann sind auch noch 39 Pf Nachgebühr erhoben worden.
Um diesen Umstand, und den Weg des Briefes zu verstehen, muss man sich genauer mit den für die Adresse zuständigen Postämtern und deren Zustellbereiche auseinandersetzen.
Die Brunnenstraße gehörte größtenteils zum Ostsektor Berlins und entsprechend zum Zustellbereich des Postamtes Berlin N 113 oder Berlin N 58 (kann ich leider nicht genau sagen).
Ein kleiner Teil der Brunnenstraße, so auch die Nummer 97 (südlich vom Gesundbrunnen) gehörte aber zum französischen Sektor, unterlag aber nach der Währungsreform noch dem Zustellungsbereich des Postamtes im Ostsektor.
Der Brief, der eigentlich innerhalb der Westsektoren adressiert war, wurde somit über den Ostsektor geleitet, von den Postkriegsmaßnahmen betroffen und zurückgewiesen.
Dann wurde wohl festgestellt, dass der Absender aus demselben Haus war, wohin der Brief adressiert war und somit der Brief mit Nachgebühr (39 Pf für die 6 Pf und 20 Pf Marke aus dem Westsektor) versehen und wohl an den Empfänger ausgeliefert.
So war in seltenen Fällen auch Post von den Postkriegsmaßnahmen betroffen, die innerhalb der Westsektoren Berlins verschickt wurde.
Auch wenn dieser Brief wohl philatelistisch inspiriert sein dürfte, handelt es sich doch um einen postgeschichtlich außergewöhnlichen Beleg, was so wohl nur in Berlin möglich war.
Viele Grüße,
Klemens
Um diesen Umstand, und den Weg des Briefes zu verstehen, muss man sich genauer mit den für die Adresse zuständigen Postämtern und deren Zustellbereiche auseinandersetzen.
Die Brunnenstraße gehörte größtenteils zum Ostsektor Berlins und entsprechend zum Zustellbereich des Postamtes Berlin N 113 oder Berlin N 58 (kann ich leider nicht genau sagen).
Ein kleiner Teil der Brunnenstraße, so auch die Nummer 97 (südlich vom Gesundbrunnen) gehörte aber zum französischen Sektor, unterlag aber nach der Währungsreform noch dem Zustellungsbereich des Postamtes im Ostsektor.
Der Brief, der eigentlich innerhalb der Westsektoren adressiert war, wurde somit über den Ostsektor geleitet, von den Postkriegsmaßnahmen betroffen und zurückgewiesen.
Dann wurde wohl festgestellt, dass der Absender aus demselben Haus war, wohin der Brief adressiert war und somit der Brief mit Nachgebühr (39 Pf für die 6 Pf und 20 Pf Marke aus dem Westsektor) versehen und wohl an den Empfänger ausgeliefert.
So war in seltenen Fällen auch Post von den Postkriegsmaßnahmen betroffen, die innerhalb der Westsektoren Berlins verschickt wurde.
Auch wenn dieser Brief wohl philatelistisch inspiriert sein dürfte, handelt es sich doch um einen postgeschichtlich außergewöhnlichen Beleg, was so wohl nur in Berlin möglich war.
Viele Grüße,
Klemens
Am: 23.07.2026 07:53:58
Gelesen: 1152
# 65
Hallo,
bevor ich zum zweiten Abschnitt des Berliner Postkrieges komme, der mit der endgültigen Umstellung auf die DM-West in den Berliner Westsektoren zum 21. März 1949 begann, habe ich noch einen Beleg, den ich zeigen möchte.
Auch wenn dieser Beleg keine Maßnahme zur Umgehung der Postkriegsauswirkungen darstellt, und auch keine Postkriegswirkung zeigt, so zeigt er doch die Problematik aufgrund der Spaltung der östlichen und westlichen Besatzungsmächte auf.
Es ist ein Fernbrief mit Einschreiben der Firma Wedel & Co aus Berlin SO 36 vom 12.12.1948 nach Tremmen in der SBZ. Der Brief ist bei erstem Anblick erst einmal nicht auffällig, eine Firma versendet ein Einschreiben und nutzt dafür seinen Absenderfreistempel.
Das Postamt Berlin SO 36 war ein Postamt der Magistratspost im amerikanischen Sektor Berlins.
Beim zweiten Blick fällt jedoch auf, dass der R-Zettel auf dem Brief nicht von Berlin SO 36 ist, sondern von Berlin-Treptow, was im sowjetischen Sektor Berlins gelegen war.
Ein Teil des Zuständigkeitsbereiches des Postamtes Berlin SO 36 lag im sowjetischen Sektor, dazu gehörte u. A. die Meesdorfer Straße, wo die Firma Wedel & Co ihren Sitz hatte. Das zugehörige Postamt war (noch) Berlin SO 36, weshalb die Firma auch den Absenderfreistempel vom diesem Postamt hatte.
Sicherlich wurden die Firmen, die ihren Sitz im Ostsektor hatten, von den sowjetischen Machthabern genötigt/gezwungen, ihre Post im sowjetischen Sektor aufzugeben, auch wenn die Freistempel noch aus dem Postamt im Westsektor waren. Dies lässt sich sehr schön bei Einschreibebriefen anhand der R-Zettel zeigen. Es dürfte jedoch nicht viele solcher Belege geben.
Woher die Firma Wedel & Co ihre Wertkarten für die Freistempel-Maschine bezog, ist nicht ersichtlich, vermutlich aber vom Postamt Berlin-Treptow. Interessant, aber bisher auch nicht bekannt wäre, ab wann die Firma Wedel & Co ihren Absenderfreistempel vom Postamt Berlin-Treptow bekam.
Viele Grüße,
Klemens
Ein Teil des Zuständigkeitsbereiches des Postamtes Berlin SO 36 lag im sowjetischen Sektor, dazu gehörte u. A. die Meesdorfer Straße, wo die Firma Wedel & Co ihren Sitz hatte. Das zugehörige Postamt war (noch) Berlin SO 36, weshalb die Firma auch den Absenderfreistempel vom diesem Postamt hatte.
Sicherlich wurden die Firmen, die ihren Sitz im Ostsektor hatten, von den sowjetischen Machthabern genötigt/gezwungen, ihre Post im sowjetischen Sektor aufzugeben, auch wenn die Freistempel noch aus dem Postamt im Westsektor waren. Dies lässt sich sehr schön bei Einschreibebriefen anhand der R-Zettel zeigen. Es dürfte jedoch nicht viele solcher Belege geben.
Woher die Firma Wedel & Co ihre Wertkarten für die Freistempel-Maschine bezog, ist nicht ersichtlich, vermutlich aber vom Postamt Berlin-Treptow. Interessant, aber bisher auch nicht bekannt wäre, ab wann die Firma Wedel & Co ihren Absenderfreistempel vom Postamt Berlin-Treptow bekam.
Viele Grüße,
Klemens
Am: 30.07.2026 08:29:51
Gelesen: 920
# 66
Hallo,
heute komme ich zum zweiten Abschnitt des Berliner Postkrieges.
Warum zweiter Abschnitt?
Am 20. März 1949 wurde in den Westsektoren von Berlin die DM-West als alleiniges Zahlungsmittel eingeführt. Mit diesem Schritt galt nun auch ein Verbot der Nutzung von SBZ-Briefmarken, die bis dato noch für Post in den Ostsektor und in die SBZ erlaubt waren. Das hatte Folgen für die West-Berliner, vor allem seitens der Post, wenn Post in die SBZ und nach Ost-Berlin verschickt werden sollte.
Briefmarken der Westsektoren (Rotaufdrucke und 1 Pf Bauten I und bis 31.3.1949 noch Schwarzaufdrucke, ab 9.4.1949 auch die Stephan-Serie) unterlagen den Postkriegsmaßnahmen, SBZ-Marken waren nicht mehr zugelassen, somit gab es keine Möglichkeiten mehr, diese Post mit gültigen Briefmarken zu frankieren.
Das stellten wohl auch die Verantwortlichen der HVPF der SBZ fest, denn kurz nach der endgültigen Einführung der DM-West in West-Berlin, passten sie ihre Postkriegsmaßnahmen an die neuen Gegebenheiten an.
Post, die mit Briefmarken der Westsektoren frankiert war, wurde nicht mehr zurückgewiesen, sondern mit der Forderung von Nachgebühren an den Adressaten ausgeliefert. Meist wurden die normalen Gebühren nachgefordert.
Mit solchen Belegen möchte ich heute beginnen, weitere Beispiele kommen dann Schritt für Schritt und werden dann teilweise auch ausführlicher beschrieben.
Ich beginne mit einer Drucksache vom 21.3.1949 von Berlin W 30 nach Berlin W 8, die mit einer 6 Pf Schwarzaufdruck-Marke frankiert war.
Die Drucksache wurde zuerst mit dem Stempel „Marke Unzulässi Ab“ markiert, das allerdings dann gestrichen wurde und der Beleg mit einer Nachgebühr von 6 Pf (Blaustift) ausgeliefert wurde.
Viele Grüße,
Klemens
Viele Grüße,
Klemens
Am: 06.08.2026 08:37:15
Gelesen: 689
# 67
Hallo,
einen Beleg mit Schwarzaufdruck-Marke habe ich noch, der mit Nachgebühr zugestellt wurde.
Es ist eine Ortspostkarte vom 28.3.1948 von Berlin NW 40 nach Berlin-Weißensee mit 12 Pf Schwarzaufdruck. Auch hier wurde die normale Gebühr von 10 Pf für eine Ortspostkarte nachgefordert. Die Überfrankatur von 2 Pf geht ok, die Schwarzaufdruck-Marken wurden ja zum 1.4.1949 ungültig, da wurde verwendet, was noch vorhanden war.
Belege mit Schwarzaufdruck und Nachgebühr-Erhebung sind selten, das war ja letztendlich nur 11 Tage möglich.
Viele Grüße,
Klemens
Belege mit Schwarzaufdruck und Nachgebühr-Erhebung sind selten, das war ja letztendlich nur 11 Tage möglich.
Viele Grüße,
Klemens
Am: 13.08.2026 07:54:06
Gelesen: 520
# 68
Hallo,
ich bleibe noch bei der Zeit vom 21.3. bis 31.3.1949 und zwar bei Postfreistempeln. Die wurden ja bis zum 20.3.1949 von Postkriegsmaßnahmen verschont. Auch das änderte sich nach dem 20.3.1949.
Ich zeige heute einen Fernbrief vom 21.3.1949 gestempelt in Berlin-Charlottenburg 2 nach Cossebaude bei Dresden. Dieser Brief wurde noch zugestellt, ohne dass eine Nachgebühr erhoben wurde.
Dr. Elsner nennt in „Der Berliner Postkrieg 1948/49“ als frühestes Datum den 23.3.1949, ab dem Nachgebühren für Belege mit Postfreistempeln erhoben wurden.
Es schient eine kurze Zeit der Orientierungsfindung bei der HVPF der SBZ gegeben zu haben, bis die Prozesse für Postkriegsmaßnahmen neu ausgerichtet waren.
Viele Grüße,
Klemens
Dr. Elsner nennt in „Der Berliner Postkrieg 1948/49“ als frühestes Datum den 23.3.1949, ab dem Nachgebühren für Belege mit Postfreistempeln erhoben wurden.
Es schient eine kurze Zeit der Orientierungsfindung bei der HVPF der SBZ gegeben zu haben, bis die Prozesse für Postkriegsmaßnahmen neu ausgerichtet waren.
Viele Grüße,
Klemens
Am: 20.08.2026 20:40:23
Gelesen: 123
# 69
Hallo,
um an den letzten Beitrag anzuschließen, zeige ich heute zwei frühe Belege mit Postfreistempel, die ab dem 21(23).3.19149 Postkriegsmaßnahmen ausgesetzt waren, jetzt mit Nachgebühren in normaler Höhe.
Der erste Beleg ist ein Ortsbrief vom 28.3.1949 von Berlin-Friedenau (Absender) an die Berliner Wasserwerke in Berlin C 2 (Ostsektor), mit Postfreistempel (16 Pf) von Berlin SW 11, der mit einer Nachgebührenforderung von 16 Pf zugestellt wurde.
Der zweite Beleg ist eine Zustellungsurkunde vom 25.3.1949 von Berlin-Wilmersdorf (Absender) ebenso nach Berlin C 2, mit Postfreistempel (92 Pf) von Berlin-Charlottenburg 2, der mit einer Nachgebührenforderung von 92 Pf zugestellt wurde.
Durch die Postkriegsmaßnahmen wurde jetzt die (eigene) Bevölkerung der Ostzone belastet.
Viele Grüße,
Klemens
Der zweite Beleg ist eine Zustellungsurkunde vom 25.3.1949 von Berlin-Wilmersdorf (Absender) ebenso nach Berlin C 2, mit Postfreistempel (92 Pf) von Berlin-Charlottenburg 2, der mit einer Nachgebührenforderung von 92 Pf zugestellt wurde.
Durch die Postkriegsmaßnahmen wurde jetzt die (eigene) Bevölkerung der Ostzone belastet.
Viele Grüße,
Klemens