Thema:
Alliierte Besetzung SBZ Berlin-Brandenburg Bärenausgabe 1945
Am: 18.07.2023 11:33:59
Gelesen: 2794
# 1
Hallo Zusammen,
Hallo hajo22,
es wurde hier schon mehrfach angesprochen, wann die Freimarken „Berliner Bär und Eiche“ erschienen sind. Mein Michel Spezial von 2017 sagt, dass unter Alliierte Besetzung die "Bärenmarken" ab dem 3. August 1945 für Briefe und Postkarten verwendet werden durften.
Mein hier gezeigtes Blatt Papier - beklebt mit der Bärenausgabe - wurde am 2.8.45 in Berlin NO abgestempelt. Die Marken sind auf dem Blatt nur jeweils mittels Bogenrand angeklebt. Die Markengummierung ist teilweise glatt glänzend (x) und auf 3 Marken Waagerecht geriffelt (z).
War hier ein Postmitarbeiter voreilig?
Was ist von diesem Stempel zu halten und was bedeutet die 55 P auf allen Bogenrändern?
Vielen Dank für eine Erklärung
Dietmar
Am: 18.07.2023 11:35:57
Gelesen: 2792
# 2
Hallo Dietmar,
die 55 P gehört zum Stempel.
Viele Grüße
Thomas
Am: 18.07.2023 12:04:09
Gelesen: 2785
# 3
Hallo Dietmar,
ich habe gerade noch nach dem Stempel recherchiert. Nach der StampsX-Stempeldatenbank (mit Philastempel kam ich bei der Suche nicht klar) gab es so einen Stempel mit Verwendungszeitraum 1941-1962. Es fällt nur auf, dass die Angabe V oder N (für Vormittag oder Nachmittag) nicht richtig eingestellt ist. Das muss aber wahrscheinlich nicht unbedingt einen Kriterium für einen Falschstempel sein.
Viele Grüße
Thomas
Am: 18.07.2023 15:11:35
Gelesen: 2748
# 4
@ Saxendreier [#1]
@ opti53 [#3]
Hallo zusammen,
bei der Philastempeldatenbank sucht man diesen Stempel vergebens, wir haben ihn (noch) nicht gelistet.
55 p gehört, wie richtig angemerkt, zum Stempel, 55 die Postamtsnummer und p der UB (Unterscheidungsbuchstabe).
Woher die Verwendungszeit 1941 - 1962 stammt ist mir schleierhaft, da er auch bei stampsx nur von 1951 und 1962 abgebildet ist? Der Stempel hatte früher mal (mindestens bis 1933) links von der 55 noch einen Stern, der wurde im 3. Reich aptiert (entfernt). Bei dem abgebildeten Stempel ist V/N ausgeblockt, da diese 12-Std.-Einstellungen schon lange nicht mehr gebräuchlich waren (eine ganz zeitgemäße Technik).
Im "Büttner" dem Berliner Poststempelkatalog (leider habe ich nicht die aktuelle Ausgabe) wird die Verwendungszeit dieses Stempels ab 5.1.1946 angegeben. Das muss nicht unbedingt dem letzten Stand der Erkenntnisse entsprechen. Der gezeigte Stempel liegt davor, 2.8.1945 und ist einen Tag vor das erlaubte Verwendungsdatum der Marken eingestellt. Ob da gepfuscht wurde, kann ich nicht sagen, zumindest handelt es sich aber um eine Gefälligkeitsentwertung, ob zeitgerecht steht unter einem Fragezeichen.
Im Forum gibt es aber gerade zu diesen Berliner Stempeln Fachleute, die meinen Verdacht sicher bestätigen oder ausräumen können. ;-)
Viele Grüße,
Peter
Am: 18.07.2023 16:08:16
Gelesen: 2730
# 5
@ filunski [#4]
Hallo Peter,
Hallo Thomas,
das freut mich ja, dass dieses Stück Papier mit den Stempeln ein solches Interesse findet.
Der Zettel auf dem sich die Marken befinden ist auf der Rückseite mit einer Adresse versehen.
Die Marken der Bärenausgabe sind mit diesem Zettel offensichtlich an einen Briefmarkensammler (Herrn Pohl) in Berlin Prenzlauer Berg dort befindet sich die Oderberger Str. 43 versandt worden. Der Herr Pohl ist jetzt in Berlin Pankow verstorben – über einen Wohnungsberäumungsfirma habe ich einen Teil der Briefmarken von Herrn Pohl erhalten.
Ich vermute ja Herr Pohl hatte einen Freund/Verwandten bei der Post der ihn Vorab mit den gestempelten Marken versorgt hat.
Hier die in Briefkuvert Größe gefaltete Rückseite vom Zettel.
Vielen Dank und Grüße
Dietmar
Am: 18.07.2023 19:34:48
Gelesen: 2698
# 6
@ Saxendreier [#1]
Hallo zusammen,
der Ersttag war am 3. August 1945 in Berlin, genauer gesagt bei den Postämtern im Ostsektor. Im Westsektor war es der 6. August. Die Verfügung dazu datierte auf den 2. August.
Die Briefmarkenserie wurde bereits im Mai 1945 in Auftrag gegeben, im Juni und Juli 1945 gedruckt. Bestimmte Werte lagen schon im Juni 1945 vor.
Laut Hans-Joachim Walch [1] sind Stempeldaten vom 2. August alles Fälschungen. Ob diese Schlußfolgerung so richtig ist weiß ich nicht, doch echt gelaufene Briefe soll es erst mit Daten ab vom 3. August geben.
Viele Grüße
Bernhard
[1] Hans-Joachim Walch: Berlin 1945: Ende und Wiederaufbau der Post. 2000
Am: 19.02.2025 07:53:59
Gelesen: 1721
# 7
Hallo,
auch ich kann mal wieder einen Berliner zeigen. Berlin-Reinickendorf Ost 1 e
Grüße
Andreas
[Redaktionell kopiert aus dem Thema "Die Poststempel Berlins"]
Grüße
Andreas
[Redaktionell kopiert aus dem Thema "Die Poststempel Berlins"]
Am: 01.06.2025 20:43:46
Gelesen: 1302
# 8
Dieser stumme Kreisstegstempel mit Gitterbögen oben und unten weist nur die Unterscheidungszeichen * * * auf. Die Uhrzeit hat noch die V/N-Angabe. Richter [1] nennt diese Stempel Skelettstempel und schreibt weiter, dass die fehlende Ortsangabe meistens durch Gummistempel ergänzt wurde. Das ist bei diesem Beleg nicht der Fall. Die Ortsangabe lässt sich jedoch durch den Einschreibzettel ermitteln. Es ist Putlitz. Im Buch ist dieser Stempel nicht aufgeführt.
Der Einschreibbrief bis 20 g von Putlitz nach Pritzwalk war mit 84 Pf (24 Pf Fernbrief, 60 Pf Einschreiben) portorichtig freigemacht. Verwendet wurden ein senkrechter Viererstreifen der 6 Pf, MiNr. 1A und ein senkrechter Zweierstreifen der 30 Pf, MiNr. 7A der Freimarkenserie Berliner Bär und Eiche von Berlin Brandenburg. Abgeschickt am 14.4.46 kam er in Pritzwalk am 16.4.46 an.
Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
[1] Richter/Griese, Altstempel deutscher Postanstalten - ihre Weiter- und Wiederverwendung nach dem 8. Mai 1945
Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
[1] Richter/Griese, Altstempel deutscher Postanstalten - ihre Weiter- und Wiederverwendung nach dem 8. Mai 1945
Am: 14.03.2026 08:46:21
Gelesen: 679
# 9
R-Brief vom 21.12.1945 von Berlin-Lichtenrade nach Geesthacht bei Hamburg, dort Ankunft am 11.01.1946, frankiert mit Michel Nr. 4,5 und 6 gesamt 42 Pfennig. Bei der Michel Nr. 5 ein auffälliger Druckzufall als Kringel als über T von Stadt.

Schönen Gruß
Sepp

Schönen Gruß
Sepp
Am: 11.06.2026 18:37:01
Gelesen: 389
# 10
Ein weiterer Satzbrief als Einschreiben gelaufen am 20.12.1948 als Ortsbrief in Crimmitschau.

Schönen Gruß
Sepp

Schönen Gruß
Sepp
Am: 17.06.2026 07:22:44
Gelesen: 296
# 11
@ Briefuhu [#10]
Guten Morgen Sepp,
bei der Mi.-Nr. 206 A, 30 Pf.-Marke, könnte der Aufdruckplattenfehler nach dem Michel-Spezial PF III "Sowjetischo" statt "Sowjetische" vorhanden sein.
Grüße
KHV