
Indien Zensurpost


Gruß
Christian
[1] Konrad Morenweiser: British Empire Civil Censorship Devices. World War II. British Asia. 5. Auflage, 2007
Aufgegeben in Ulssor Bangalore am 22.12.1939, Ankunft in Bern am 5.1.1940.
Der Zensurstempel aus Karachi entstammt der ersten Stempelgeneration, die bis in die erste Jahreshälfte 1940 verwendet und dann von Stempeln wie im Beitrag [#8] ersetzt wurden. Der Zensor 25 scheint nicht nur seinen persönlichen Stempel sondern auch persönliche Verschlusszettel mit der Nr. 25 benutzt zu haben (Morenweiser Typ 8A2).
Die Frankatur beträgt 24 1/2 Annas und ergibt sich wie folgt:
Luftpostzuschlag je 1/2 Unze: 18 Annas
Brief Land- und Seeweg bis 1 Unze: 3 1/2 As
Einschreiben: 3 Annas
Wenn die Gewichtsangabe oben links stimmt, wäre der Brief unterfrankiert, wurde allerdings unbeanstandet mit Luftpost befördert.
Vor dem Kriegseintritt Italiens am 10.6.1940 konnten die Flugrouten über Ägypten und das Mittelmeer weiter betrieben werden, und wir beobachten hier zum Jahreswechsel 1939/1940 eine nur wenig durch die Zensurbehandlung verlängerte Postlaufzeit.
Grüße
Christian
Die erste Zensur erfolgte in Bombay (Kennbuchstabe C). Der Zensor DHC/457 hat geprüft (Stempel vorderseitig), DHC/66 hat freigegeben (Stempel rückseitig).
Die zweite Zensur erfolgte in Großbritannien (Examiner 487).
Die dritte Zensur erfolgte durch die Auslandsbriefprüfstelle in Paris (Kennbuchstabe x). Aus Paris stammen auch die vorderseitigen Ziffern in Bleistift: 445/1/78.
Der Brief (Poststempel Bombay vom 25.4.1943) ist mit Marken zu 14 Annas frankiert. Dies entsprach der Portostufe nach Großbritannien. In die Schweiz betrug das Porto 3 1/2 Annas für den Land- und Seeweg, zuzüglich 18 Annas für Luftpost, insgesamt also 21 1/2 Annas. Die Frankatur mit dem Porto für Großbritannien war ein Irrtum, der häufig vorkam.
In Indien wurde wurde der Brief als unzureichend frankiert erkannt und mit einem Taxvermerk 107 Goldcentimes versehen. Dies entsprach dem Fehlbetrag von 7 1/2 Annas. Die Schweizer Post hat allerdings darauf verzichtet, Nachgebühren vom Roten Kreuz zu erheben.
Der Beleg wurde per Luftpost über die Horseshoe Route nach Durban (Südafrika) befördert, möglicherweise mit 2E289, ab Karachi 3.5.1943, an Durban 8.5.1943 [1], S. 517. Für den April 1943 fehlen leider Angaben. Die Angaben zu Schiffen, die die Post nach Großbritannien weiterbefördert haben könnten sind lückenhaft. Die City of Lille verließ Durban am 5.6.1943 und erreichte Großbritannien am 20.7.1943 [1], S. 526.
In Großbritannien wurde erkannt, dass der Beleg nicht ausreichend für die Beförderung mit Luftpost frankiert war. Daher die Entwertung des Luftpostvermerks durch zwei rote Balken in London [2].
Weiterbeförderung auf dem See- und Landweg wie [#5]. Die gesamte Laufzeit dürfte trotz Luftpost etwa 3 Monate betragen haben.
Grüße
Christian
[1] Proud: Intercontinental Airmails Vol. II
[2] McQueen: Jusqu'à Airmail Markings
Kaum lesbare Aufgabestempel vom 19.5.1944.
Die erste Zensurbehandlung erfolgte in Karachi (Kennbuchstabe B). Der rückseitige Achteckstempel B7 ist ein Durchlaufstempel, auf die Öffnung des Briefes wurde in Karachi verzichtet.
Dafür erfolgte eine Öffnung in Großbritannien und zuletzt bei der Auslandsbriefprüfstelle München (Kennbuchstabe d).
Ob der lädierte Umschlag in Großbritannien oder München mit braunem Packband repariert worden ist, kann ich nicht eindeutig feststellen.
Das Paragraphenzeichen vorderseitig und die Zahl 4178 im roten Kasten sind Merkmale aus München.
Das Porto entspricht der zweiten Gewichtsstufe:
Land- und Seeweg bis 1 Unze: 3 1/2 Annas
Luftpostzuschlag je 1/2 Unze: 18 Annas
zusammen: 39 1/2 Annas