Thema:
Rumänien Inflation 1945-1947 Belege, Marken, Stempel
Die Ursachen der Inflation in Rumänien in den Jahren 1945-1947 mögen wie bei so vielen osteuropäischen Ländern in Folge des Zweiten Weltkrieges begründet liegen. Ein erhöhter Notenumlauf war notwendig, um die kaputte und marode Infrastruktur wieder aufzubauen. Wie man aber herausfinden kann, gab es zudem im Jahr 1946 eine der schlechtesten Ernten in der Kornkammer Europas (ehemaliges Fürstentum Moldau), wo hauptsächlich Weizen und Mais angebaut wurde.
Wie die Bank für Internationales Zahlungsausgleich schreibt, betrug die Notierung des Dollars im Schwarzhandel Anfang April 1947 560.000 Lei je 1 Dollar. Dies war 3.900 Mal mehr als die Notierung des Vorkriegskurses.
So ist es fast allegorisch, dass im Jahr 1945 die ersten Marken, die erschienen, das Motiv "ROTES KREUZ" mit dem Bild der Königsmutter Helene zeigen (Michel Nr. 827 . 830). Das Rote Kreuz half bei der Verteilung der knappen Nahrungsmittel unter der Bevölkerung.
Vorweg: Belege aus der Inflationszeit 1945 - 47, die mit den Freimarken Rotes Kreuz frankiert sind, sind auch von mir sehr gesucht und ich wage die Hypothese, sehr rar und teuer.
Diese Marken erschienen am 10. Februar 1945, über ein Jahr war vergangen, seitdem die Rumänische Post Briefmarken herausgebracht hatte. Das Ende des Krieges hatte sozusagen auch erst mal die Post lahmgelegt.
Die Inflation endet für uns Briefmarkensammler am 14. August 1947 (Periode der Hochinflation) mit Einführung einer neuen Währung 1 Tag später. Aus 20.000 alten Lei wurde 1 neuer Lei (20.000 = 1).
Ich hoffe, dass wir hier schöne Belege sehen und ich werde stets behilflich sein, die Tarife und Portoperioden mit Hilfe des Werkes von Calin Marinescu über die Posttarife Rumäniens zu erläutern. Insgesamt gab es 7 Portoperioden unterschiedlicher Länge. Doch davon später mehr. Auch in Deutschland und Europa ist augenblicklich die Rede über Inflation. Preise für Energie, Strom und Lebensmittel steigen. Vielleicht ein guter Zeitpunkt, um mit diesem Thema einzusteigen.
Liebe Grüße
10Parale
@ 10Parale [#1]
Heinz 7 und Michael Mallien haben schon viel Vorarbeit geleistet und ich verweise auf [#62] + [#88] im Thema "Rumänien: Belege nach 1945", wo wir erfahren, dass die Zeit der Inflation 1945 - 1947 verschiedene Wertstufen sowohl für dass Inland wie für das Ausland umfasste.
Doch alles zu seiner Zeit. Ich möchte deshalb auch ganz einfach mal mit einem Inlandsbrief beginnen. Dieser Brief wurde am 11. Juni 1947 in Baia-Mare mit insgesamt 15.000 Lei frankiert, Zielort: die Hauptstadt Rumäniens, Bukarest.
Es war die Zeit der Hochinflation bzw. Hyperinflation. Solch eine Hyperinflation endet meist mit einer Währungsreform, die dann auch am 15.08.1947 vorgenommen wurde. Was passiert bei einer Währungsreform eigentlich mathematisch?
In Rumänien lautete die mathematische Formel der Währungsumstellung: X (Nominale der alten Währung) : 2 : 10.000 = Y (Nominale der neuen Währung).
Y = X:2:10.000 - andere mathematische Schreibweise wäre Y = X : (2 x 10.000), es ist mir wichtig, die 2 als gesonderter Faktor zu nennen.
Wäre der hier gezeigte Brief der Hyperinflation also nach der Währungsreform gelaufen, hätte er 75 Bani kosten müssen. Tatsächlich hatte die erste Marke nach Beendigung der Inflation (Michel Nr. 1066) einen Nominalwert von 0,50 Lei (50 Bani).
Erläuterung: Y = 15.000/2/10000
Wie wir aber aus Tabelle Nr. 244 (Vol.2 Marinescu) erfahren, kostete der selbe Brief ab dem 21. August 1947 schon mal 15 Lei. Das ist also, nehmen wir die mathematische Formel der Währungsumstellung als Bezug, tatsächlich eine Steigerung um 2000 Prozent !!!! Ich schreibe absichtlich Steigerung, nicht Preiserhöhung.
Es handelt sich also um einen einfachen Brief der Gewichtsstufe bis 20 Gramm im Inlandsverkehr zur Zeit der letzten Portoperiode der Inflation. Es muss hinzugefügt werden, dass es im Inlandsverkehr neben der Gewichtsstufe ein Unterscheidungsmerkmal gab zwischen "innerhalb einer Stadt" und "außerorts".
Wäre der Brief innerhalb von Baia Mare gelaufen, hätte er nur 8.000 Lei gekostet (Tabelle Nr. 63 Zeile 1) Bukarest ist jedoch ca. 600 km weiter südlich, weshalb der Brief dann auch erst am 15.VI.47 mit einem Ankunftsstempel quittiert wurde.
Liebe Grüße
10Parale
In Beitrag [#263] "Ganzsachen Rumänien" ist mir ein Fehler unterlaufen, den ich an dieser Stelle selbst korrigiere.
Einer meiner Lieblingsbelege ist diese Ganzsache zu 40 Lei, die mit 7 Marken zu 10.960 Lei zu einem portogerechten Beleg der 6. Portoperiode (1.04.47 - 30.06.47) aufgehübscht wurde (irrtümlich ging ich von Portoperiode 5 aus).
Die Ganzsache wurde in SIBIU am 28. Juni 1947 abgestempelt und lief nach Wien (Österreichische Zensurpoststelle 220).
Michel Nr. 1034 - 5.500 Lei grün - Freimarke König Michael I. aus dem Satz von März 1947
Michel Nr. 969x - 2.500 Lei ultramarin (1947) - Freimarke König Michael I. Kopf nach links
Michel Nr. 967x - 1.500 Lei graublau (1946) - Freimarke s.o.
Michel Nr. 963x - 500 Lei rotlila (1947) - Freimarke s.o.
Michel Nr. 961y - 400 Lei orange waagrechtes Paar (1946) - Freimarke s.o.
Michel Nr. 953y - 160 Lei grün - Freimarke s.o.
Der bunte Mix aus Marken, die mathematisch exakte Zusammenstellung, der niedrige, doch bedeutende Wert des Ganzsacheneindrucks, all das macht einen besonderen, attraktiven Beleg.
Portobestimmung lt. Marinescu:
Tabelle 244 Zeile 3: Carta postale (CP) simple 11.000 Lei
Liebe Grüße
10Parale
@ 10Parale [#1]
Guten Tag,
einerseits freut es mich natürlich, wenn das Thema "Rumänien" um weitere Beiträge ergänzt wird. Und wenn es ein so hoch interessantes Gebiet wie "Rumänien Inflation 1945-1947" betrifft, umso mehr.
Andererseits finde ich es schade, wenn wir nun wieder "bei Null" beginnen, nachdem wir im Thema "Rumänien: Belege nach 1945" [1] schon über 50 Beiträge zu diesem Thema geschrieben haben. Das Thema erfreut sich grosser Beliebtheit mit 322 Beiträgen und über 100'000 Klicks!
War Dir das Thema zu unübersichtlich? Da wir auch die spätere Inflation 1991-2005 in diesem Thema behandelt haben (überwiegend Michael Mallien!) ist es in der Tat etwas aufwändig, die Beiträge "Inflation 1945-47" herauszufiltern. Darum hast Du Dich wohl für ein eigenes, enges (neues!) Thema entschlossen?
Danke, dass Du wenigstens summarisch auf die nicht unbeträchtliche Zahl der Beiträge im grösseren Thema "Rumänien: Belege nach 1945" hinweist.

Diesen Beleg haben wir z.B. in Beitrag 38 besprochen.
Ohne nun stundenlang jeden früheren Beitrag gesucht und studiert zu haben gebe ich anbei eine Übersicht über die Infla-1945/47-Beiträge im "anderen" Thema: "Rumänien: Belege nach 1945". Dann kann der interessierte Leser sich vielleicht auch dort "hineinlesen".
Beiträge ("sauf erreurs & omissions" bzw. "ohne Gewähr") [1]:
38+39+42+43+45+46+48+54+55+57+59+60+61+62+64+65+66+71+72+78+88+90+91+92+93+95+96+99+106+107+108+109+170+205+223+225+226+235+243+252+253+254+255+268+294+301+302+305+308+309+310+311+313+314+322
Freundliche Grüsse
Heinz
[1]
https://www.philaseiten.de/cgi-bin/index.pl?F=1&CP=0&ST=9529&page=0
[Link [1] zum Thema "Rumänien: Belege nach 1945" redaktionell ergänzt]
@ Heinz 7 [#4]
Was mir bei Marinescu´s Tabellen der Auslands-Luftpost-Zuschläge auffällt ist die Lücke zwischen dem 24. August 1944 - Ende Februar 1947.
Deshalb zweifle ich in gewisser Hinsicht und mangels eines Aufklebers, der auf eine Luftpostbeförderung schließen lässt, das der Beleg, den du in [#4] hier und in #38 im Thema "Rumänien: Belege nach 1945" zeigst, auch tatsächlich den Luftweg nahm. Gibt es rückseitig einen Ankunftsstempel? Natürlich stimmt die portogerechte Frankatur auf Heller und Pfennig. Du führst weiter aus:
"Es fällt sicher auf, dass der Ausland-Luftpost-Zuschlag (20 Lei) sehr gering war. Dies, weil dieser Zuschlag nach dem 15.4.1943 lange nicht angepasst wurde. Dies geschah erst am 1. März 1947. dann wurde dieser Tarif für die Schweiz auf 2200 Lei erhöht! (
vgl. Tabelul Nr. 34), also eine hundertzehn-Verfachung des alten (unangepassten) Betrages!"
Zuerst sind diese "SUPRATAXEN" oder Auslands-Luftpost-Zuschläge in den Tabellen #273 und #274 im Vol. 2 des Bandes "TARIFELE, TAXELE SI GRATUITATILE POSTALE IN ROMANIA 1841 - 2008" zu finden (du schreibst Tabelle 34 ?).
Ein Einschreiben der 5. Portoperiode ( 01.12.1946 - 31.03.1947) lief am 27. März 1947 von TIMISOARA nach Basel. Freigemacht mit insgesamt 7.400 Lei wurde er rückseitig am 03.IV.1947 in Basel mit einem Ankunftsstempel quittiert. Laut Marinescu (Vol.2 Tabelle 243) gibt es folgende Portobestandteile:
- einfacher Brief bis 20 gramm: 3.000 Lei
- Einschreiben 4.200 Lei
Summe: 6.200 Lei
So, wo packen wir jetzt noch 1.200 Lei drauf? Eine Luftpostbeförderung schließe ich aus 2 Gründen aus:
1. Die Postzustellung dauerte 8 Tage.
2. Die Suprataxe für die Luftpostbeförderung wäre 2.200 Lei gewesen. Damit wäre der Brief um 1.000 Lei unterfrankiert gewesen.
Eine höhere Gewichtsstufe hätte eine Portoerhöhung von je 1.800 Lei / 20 gramm zur Folge gehabt, so dass dies auch nicht in Frage kommt.
Das Einschreiben (Handelspost) ist demnach nicht portogerecht frankiert, entweder zu hoch oder zu niedrig, oder ich habe etwas übersehen. Dennoch hat es seinen Zielort erreicht.
Genau aus diesem Grund habe ich dieses Thema eröffnet. Ich möchte hier Nüsse knacken und etwas tiefer gehen. Außerdem wurde ich durch ein Schreiben motiviert, dieses Thema zu eröffnen.
Liebe Grüße
10Parale

@ 10Parale [#5]
Ich freue mich über dieses interessante Thema, dass ich gerne mitlese.
Zur Luftpostbeförderung ins Ausland in der Zeit vom 24..8.1944 bis Ende Februar 1947 äußert sich Marinescu wie folgt auf Seite 133:
In perioada 24 august 1944 - 28 februarie 1947 au fost suspendate cursele postale aeriene externe si nu s-au mai mentionat suprataxe postale ariene externe. Corespondenta-avion externa a fost din nou admisa la expediere de la marti 1947.
Zwischen dem 24. August 1944 und dem 28. Februar 1947 wurde die Luftpost ins Ausland eingestellt und daher gab es auch keine ausgewiesenen Luftpostzuschläge. Am 1.3.1947 wurde die Luftpost ins Ausland wieder zugelassen.
Viele Grüße
Michael
@ Michael Mallien [#6]
ich freue mich über einen weiteren Mitleser- und Denker, das ist großartig. In meiner Sammlung fand ich nun eine Ganzsache, die beweist, dass es 3 Monate vor der Einstellung des internationalen Luftpostverkehrs in Rumänien durchaus noch Flüge gab, so wie hier in die Schweiz. Der Flug ist wunderbar belegt.
Die Ganzsache lief als Einschreiben von Bukarest nach Bern und wurde am 13. Mai 1944 mit insgesamt 12 + 44 Lei Zusatzfrankatur freigemacht. Zum Einsatz kamen Freimarken von König Michael I. aus dem Jahr 1944.
Der Stempel BUCURESTI C.AVION S. ist mir bislang unbekannt gewesen, beweist aber, dass die Ganzsache eventuell auf einem Postamt am Flughafen abgestempelt wurde. Wer weiß mehr? Der Aufkleber PAR AVION und der Einschreibezettel von BUCURESTI I geben ein anschaulichen Beleg aus der Vorzeit der Inflation bei Kriegsende.
Es wäre nun interessant, weitere Belege ausfindig zu machen, die sich dem Datum 24. August 1944 nähern.
Insofern sehe ich einen guten Grund, diesen Beleg in diesem Themengebiet zu zeigen, um der Zeit der Inflation einen geschichtlichen Rahmen zu geben.
Mit der Portobestimmung tue ich mich hier sehr schwer, denn ich komme nicht auf 56 Lei, denn ich rechne wie folgt. Wurde eine Ganzsache etwa wie ein Brief bewertet oder wie eine C.P.simple, also eine einfache Postkarte?
Tabelle 242 einfacher Brief bis 20 gramm; 16 Lei bei Bewertung als Postkarte: 10 Lei
Einschreibegebühr - lt. Tabelle 241 : 12 Lei 12 Lei
Luftpostzuschlage - lt Tabelle 273 : 20 Lei 20 Lei
Summe: 48 Lei 42 Lei
Ich gehe davon aus, dass die Einschreibegebühr in dieser Portoperiode angepasst wurde und entweder 20 Lei oder 26 Lei betrug. 20 Lei scheint mir einleuchtend, ich habe aber bei Marinescu keinen Hinweis über die Höhe von Einschreibegebühren in der Portoperiode ab dem 01. April 1944 finden können.
Liebe Grüße
10Parale
@ 10Parale [#7]
Zur Portobestimmung kann ich nur einen Verdacht äußern. Zunächst gehe ich davon aus, dass der Postkartentarif zu 42 Lei korrekt ist.
Des weiteren habe ich schon häufiger auffrankierte rumänische Ganzsachen gesehen, bei denen deren Wertstempel zur Berechnung der Frankatur nicht berücksichtigt wurde. In diesem Fall betrüge die Frankatur 44 Lei, also immer noch 2 Lei zuviel. Dies wiederum könnte dem Mangel an einer passenden Marke geschuldet sein.
Aber das ist alles nur Spekulation. ;)
Viele Grüße
Michael
@ Michael Mallien [#8]
"Des weiteren habe ich schon häufiger auffrankierte rumänische Ganzsachen gesehen, bei denen deren Wertstempel zur Berechnung der Frankatur nicht berücksichtigt wurde."
Ich glaube, da liegt die Schwierigkeit und stimme durchaus zu. Da stellt sich dann die Frage, ob noch von einer Ganzsache gesprochen werden kann, wenn deren Wertstempel nicht oder nur annähernd berechnet wurde wie im folgenden Fall:
Die Ganzsache zu 12 Lei (das Markenbild mit Werteindruck wurde durch die Zusatzfrankaturen zur Hälfte verdeckt) wurde in SIBIU am 21.1.1947 mit 1790 Lei zusätzlich frankiert, um der Anforderung der Portogerechtigkeit in der 5. Portoperiode gerecht zu werden. Eine Carte postale simple (einfache Postkarte) kostete lt. Calin Marinescu (Tabelle Nr. 243) zwischen dem 1. Dezember 1946 und dem 31. März 1947 insgesamt 1.800 Parale.
Hier wurde der Werteindruck der Ganzsache zwar berücksichtig bzw. passend gemacht, wie Handwerker zu sagen pflegen, denn das Ganze überlappt mit 2 Lei. Während Inflationszeiten wahrlich Peanuts.
Im Übrigen ist dies einer meiner Lieblings-Inflations-Belege, weil hier Marken aus dem Satz "ARLUS" - Rumänische Gesellschaft zur Förderung der Beziehungen mit der Sowjetunion - (u.a. 2 waagrechte Paare 1009 A - 1010 A) verwendet wurden.
Liebe Grüße
10Parale
@ 10Parale [#9]

Nicht weniger als 6 verschiedene Marken zusätzlich zur Postkarte verwendete der Absender, um diese Einschreibe-Ganzsache in die Schweiz freizumachen. 3100 Lei waren zu verkleben. Die Postkarte lautete nur über 40 Lei, also mussten 3060 ergänzt werden!
Der Beleg wurde am 10.8.1946 geschrieben und am selben Tag in Sinaia der Post übergeben.
Die Postkarte hat einen Ankunftsstempel von Lausanne, ist also nachweislich postalisch gelaufen.
Heinz
@ Heinz 7 [#10]
ein wunderschöner Beleg der 4. Portoperiode, den du da zeigst. 900 Lei für die Ganzsache (Postkarte) und 2200 Lei für das Einschreiben = 3.100 Lei, passt.
Ich zeige heute einen Knaller Beleg, der gar nicht so einfach zu bestimmen ist. Die Ganzsache mit Werteindruck 20 Lei lief am 17. Juli 1946 von VATRA-DORNEI (Nordosten Rumänien - Kreis Suceava) in die Hauptstadt Bukarest, also ein inländischer Inflationsbeleg.
Nicht weniger als 10 Briefmarken wurden zusätzlich verklebt, um die Einschreiben-Ganzsache mit insgesamt 1040 Lei freizumachen. Was hinzukommt, ist der kleine rote Aufkleber EXPRES, der auf eine schnelle Beförderungsleistung zielt.
Wie setzte sich also der Tarif zusammen?
Diesmal ist das senfgelbe Büchlein von Marinescu Hinweisgeber, denn dieser Band beschäftigt sich mit den Inlands-Tarifstufen. Aus Tabelle Nr. 63 erfahren wir folgendes:
2. Portoperiode der Inflation für das Inland: 1. April 1946 - 14. März 1947
CP simple (einfache Postkarte): 140 Lei
TF2 Taxa expres "alte loc": (Überland) 600 Lei
Taxa der Recommandare (Einschreiben) 300 Lei
Summar summarum (Gesamtporto) 1.040 Lei
Passt.
Schönen Abend
10Parale
@ Heinz 7 [#4]
19 Marken wurden bei dem Beleg in [#4] verwendet.
Dass zu Frankaturzwecken mal mehr und mal weniger Marken benutzt werden konnten, möchte ich an den nachfolgenden Belegen zeigen;
Die drei Belege stammen aus der 4. Portoperiode der Inflationszeit für inländische Belege (Beginn: 28. April 1947) aus ein und derselben Korrespondenz:
Ganzsachenpostkarte (Werteindruck 140 Lei) mit 6 zusatzlichen Marken, gelaufen am 13. Mai 1947 von CLUJ nach TARNAVENI (Ankunftsstempel).
Ganzsachenpostkarte (Werteindruck 140 Lei) mit 12 zusätzlichen Marken, gelaufen am 20. Mai 1947 von CLUJ nach TARNAVENI (Ankunftsstempel).
Ganzsachenpostkarte (Werteindruck 1000 Lei) mit nur 2 zusätzlichen Marken, gelaufen ca. 12. Juli 1947 von CLUJ nach TARNAVENI (Ankunftsstempel).
Ob nun 2, 6 oder gar 12 Marken, in allen drei Beispielen wurde mit insgesamt 7.000 Lei portogerecht frankiert.
So lassen sich schöne Einheiten zusammenbasteln. Wann und wie eine Inflation zu Ende geht, mag man in deren Verlauf noch gar nicht abschätzen können. So wurden in einem überschaubaren Zeitraum neue Marken und Ganzsachen aufgelegt, um den Anforderungen gerecht zu werden. Das alles dann eines Tages mit der Einführung einer neuen Währung endet, sollte uns auch heute zu denken geben.
Liebe Grüße
10Parale
@ 10Parale [#12]
Hier ein weiteres echt gelaufenes Auslands-Einschreiben aus der 4. Portoperiode der Inflation, die vom 01. Juni 1946 - 30. November 1946 dauerte.
Freigemacht in Timisoara Anfang Juni 1946 mit insgesamt 3.700 Lei setzte sich das Porto wie folgt zusammmen:
einfacher Brief bis 20 gramm: 1.500 Lei
Einschreibe-Gebühr: 2.200 Lei
Rückseitiger Ankunftsstempel von Zürich Filiale Rämistrasse vom 11.VI.46.
Liebe Grüße
10Parale

Hier ein Beleg (Ganzsache Militär über 3 Lei) im innerrumänischen Postverkehr, freigemacht in Orastie (lateinisch: Saxopolis) am 4.Oktober 1946 mit insgesamt 140 Lei. Die Zusatzfrankatur besorgte exakt eine grüne Marke zu 137 Lei (Michel Nr. 952 y).
Laut Marinescu portogerecht frankiert in der 2. Inflationsperiode ab dem 1. April 1946 - 14. März 1947.
Die Karte ist in ungarischer Sprache geschrieben. Empfänger wohnt in SOCODOR, Kreis Arad. In dieser Gegend gibt (gab) es Wälder mit einem hohem Damhirschbestand. Nicolai Ceaucescu ging dort regelmäßig zur Jagd.
Liebe Grüße
10Parale
Aus der Frühphase der Inflation stammt dieser Beleg, der am 16. Februar 1946 von Bukarest nach Basel (Horburg) lief. Freigemacht mit 850 Lei entsprach er dem Posttarif für einfache Einschreiben nach Deutschland.
einfacher Brief: 350 Lei
Einschrebegebühr: 500 Lei
2. Portoperiode 1. November 1945 - 28. Februar 1946.
Rückseitig vielleicht noch allegorisch, dass der Brief am letzten Tag der 2. Portoperiode in Basel eintraf (nach 12 Tagen!) und dann am ersten Tag der 3. Portoperiode im Stadtteil Horburg.
Liebe Grüße
10Parale

Dies ist mein absolutes Lieblingsstück, welches ich in meiner reichhaltigen Inflationssammlung vorgefunden habe.
Es handelt sich um eine Ganzsache mit läppischen 3 Lei Werteindruck. Es ist Dezember 1946 und die Inflation hat seit dem 1. Dezember 46 eine neue Hürde übersprungen und eine einfache Postkarte ins Ausland kostete plötzlich 1.800 Lei.
Der Absender in Lipova (Banat - Nähe Arad) klebte auch dementsprechend die fehlenden Marken auf die Postkarte. Besonders ins Auge fällt die grüne Marke aus dem Satz Freimarken König Michael I.. Ihren Nominalwert kann und muss man erraten.
6 x 10 Lei + 4 x 400 Lei + 3 Lei (Ganzsachenwerteindruck) + 137 Lei (Michel Nr. 952) ergeben Pi x Daumen exakt 1.800 Lei. Somit haben wir eine portogerechte Buntfrankatur von wunderschöner Gesamtkomposition.
Mich dünkt der Wert von 137 Lei wurde deshalb hergestellt, weil es eine Menge dieser Ganzsachen zu 3 Lei gab, die noch verwendet werden mussten. Darüber muss ich noch forschen.
Ebenso forschen muss ich über den Stempel RELEASED BY GROUP "E", der 2 Mal auf der Karte abgeschlagen wurde. Handelt es sich um eine Art Zensurstempel in der U.S. Zone bei Stuttgart?
Liebe Grüße
10Parale
@ 10Parale [#16]
in [#14] zeigte ich bereits einen inner-rumänischen Inflationsbeleg mit der 137 Lei Marke grün, der ich in [#16] meine Aufmerksamkeit geschenkt habe.
Heute fand ich einen weiteren Beleg, wo die Marke wieder gebraucht wird (diesmal nicht versteckt bzw. überklebt), um eine portogerechte Ganzsachenpostkarte von Semlac nach Schorn bei Pöttmes in Deutschland zu frankieren. Gesamtfrankatur: 1.800 Lei.
Liebe Grüße
10Parale
[#16] [#17]
Die Michel Nr. 952 mit dem Wert von 137 Lei (ein ungewöhnlicher Wert!) wurde im Inlandspostverkehr in der Portoperiode vom 1. April 46 - 14. März 1947 wohl sehr oft benutzt, weil
1. der Tarif für einen einfache Postkarte exakt 140 Lei war und...(Marinescu, Posttarife in Rumänien, Band 1, Seite 136)
2. es wohl noch eine große Anzahl (Nachkriegszeit) der 3 Lei Militärganzsache gab.
Kann mir ein Spezialist oder ein ARGE Rumänien Mitglied verraten, um welche Ganzsache es sich hier handelt?
Hier solch eine Ganzsache mit exakter Zusatzfrankatur von 137 Lei, die am 11.X.46 von Tirgu-Mures nach Deva lief. Nicht besonders schön und ich hoffe noch einige bessere Exemplare zu finden.
Liebe Grüße
10Parale
@ 10Parale [#18]
Ich denke, es handelt sich um die Postkarte P 106 nach Katalog Michel, Ausgabejahr 1943/45.
Sie war vorgesehen für Militärangehörige.
Heinz
@ Heinz 7 [#19]
Vielen Dank, Heinz.
Ein absolutes Highlight meiner Inflationssammlung Rumänien 1945-1947 kann ich heute endlich zeigen. Es stammt aus der relativ kurzen Periode 01.04.47-30.06.47 und lief als Einschreiben von Bukarest (PARCUL DOMENIILOR) nach Jerusalem, Cafe Brazil.
Freigemacht portogerecht mit 72.000 Lei mit einem sensationellen Fünferstreifen aus dem Satz "Friedensschluss" von 1947 (Michel Nr. 1027 - Friedenstaube) = 5 x 7.200 Lei = 36.000 = Lei 15.000 Lei für einfachen Brief + 21.000 Lei für Einschreibegebühr.
PACEA - friedliche Weihnachten wünscht
10Parale
Stephan

Im Moment gibt es beim Einkauf von Inflationsbelegen sehr hohe Preisspannen. Da hat man, - die einzige Investition ist oft das lange Suchen im Internet - manchmal richtig Chancen auf Schnäppchen wie im folgenden Fall. Den Brief habe ich für 1 US-Dollar ersteigert, offensichtlich war ich der einzige Interessent. Sehr beruhigend. Der Beleg in [#20] kostete da einiges mehr.
Der Brief stammt aus "GOTTLOB" bei Timisoara. Und ich bin so froh, dass ich diesen Stempel nun habe. Dieser Ort wurde im 18. Jahrhundert von Banater Schwaben gegründet. Der Name lässt auf eine tiefe Frömmigkeit schließen. Die Geschichte des Dorfes könnte eine ganze tragische Weihnachtsgeschichte füllen. 1992, - wo viel nur - schloss die letzte deutsche Schule und die wenigen übriggebliebenen deutschen Schüler wurden von der rumänischen Schule aufgenommen.
Das Einschreiben wurde mit 3.700 Lei reichhaltig frankiert. Es lief von GOTTLOB am 22. Juli 1946 nach Philadelphia, wo es rückseitig am 7. September 1946 mit dem letzten von 3 Ankunftsstempeln gewürdigt wurde.
Schöne Weihnachten wünscht
10Parale

Das Jahr neigt sich dem Ende zu. Unter Umständen ist das mein letzter Beitrag für längere Zeit. Das mit der "BASIS"-Mitgliedschaft muss ich mir durch den Kopf gehen lassen. Ich sehe durchaus ein, dass solch ein Forum Geld kostet, sehe dann aber für mich persönlich eine Alternative (wenn ich schon Geld ausgeben soll!), mich als Direktmitglied des Bundes deutscher Philatelisten (BdPH) dort im Forum zu tummeln. Ich glaube, wir haben hier einige Autoren und Autorinnen, die mit viel Herzblut ihr Wissen eingebracht haben. Diesen geistigen Schatz hat das Forum eingesogen und lebt davon. Dies gebe ich zu bedenken.
Abschließend zeige ich einen Fensterumschlag aus der Zeit der rumänischen Inflation direkt nach dem 2. Weltkrieg. Er wurde am 12. Oktober 1946 in Bukarest mit 3.720 Lei abgeschlagen. 3.700 Lei war die portogerechte Frankatur (die 20 Lei Zusatzfrankatur erschließt sich mir noch nicht). Auf der Rückseite gibt ein Ankunftsstempel von 18.10.1946 Aufschluss über den möglichen Ankunftsort im Ausland. Es handelt sich wohl um SOFIA. Der Brief hat eventuell auch Kronstadt passiert (kyrillische Schreibweise ?), unter Umständen handelt es sich um einen Bahnpoststempel Kronstadt - Sofia.
Apropo Inflation: Eine deutsche Fachzeitschrift für Briefmarken hat in ihrer letzten Ausgabe des Jahres 2022 gleich 2 Artikel über Inflation. Wen wundert es in diesen Tagen? Aber über Politik will ich nicht schreiben, werde ich auch nicht schreiben.
Ich wünsche allen Forianern ein friedliches Zwischen den Jahren und einen guten Rutsch ins NEUE JAHR 2023!
10Parale

@ 10Parale [#22]
Rückseitig befindet sich ein zweisprachiger (bulgarisch-französisch) Ankunftsstempel СОФИЯ ГАРА :: SOFIA-GARE :: vom Bahnhof in Sofia.
Mit philatelistischen Grüßen
Ralf
@ 10 Parale (#20)
Hier ein Beleg aus einer noch kürzeren Tarif Periode, 1.07.47-15.08.47, korrekt frankiert.
Grüße,
nor 42
@ 10Parale [#22]
Hallo Stephan,
wieder mal hoch interessant, was Du da zeigst, hatte den Thread länger nicht im Blick, aber gerade die "Geschichte" mit der 137L. - Marke und der Aufbrauchkarte finde ich spannend. Ich hoffe Du bleibst uns in Gänze als Mitglied erhalten. ICH würde deine Beiträge, die immer wieder Herzblut für die Philatelie zeigen ernsthaft vermissen.
In diesem Sinne einen guten Rutsch und
mit philatelistischen Grüßen
Gerhard
@ buzones [#23]
Vielen Dank für die Übersetzungshilfe.
@ nor42 [#249]
schöner Beleg von Pitesti? oder Ploesti?
@ Gerhard [#25]
Vielen Dank für die Blumen. Ja, etwas Herzblut hab ich schon für die Philatelie und ich bleibe philaseiten als "Mitglied" erhalten. Heute erhielt ich diesen schönen Brief aus der relativ kurzen Periode 01.04.47-30.06.47, der am 30. April 1947 von PITESTI nach TORINO (Italien) lief und dort am 8.V.1947 mit einem rückseitigen Ankunftsstempel versehen wurde.
Auch hier kam wieder der Friedensschluss-Satz (Michel Nr. 1024-1027) zum Einsatz. Mit 15.100 Lei (zusätzlich Viererblock zu je 1.000 Lei) leicht überfrankiert.
Liebe Grüße
10Parale

Die Inflationszeit in Rumänien nach dem Krieg beschäftigt mich weiterhin. Ich beobachte ständig den Markt und stelle fest, dass sich hier ein regelrechter Interessen-Markt entwickelt hat. Manche Belege sind schon sehr teuer, doch viele auch noch günstig zu haben. Oft sind sich die Besitzer nicht ganz bewusst, welche kleinen Schätze sie in der Hand halten.
Den folgenden Beleg konnte ich für 1,-- Euro erstehen, ich rechnete mit deutlich mehr Geboten, aber anscheinend findet man solche Schnäppchen gerade bei Verkäufern, die sonst Porzellan oder Second Hand Kleidung verkaufen eher als bei Anbietern, die sich speziell auf Briefmarken fokussieren.
Der Beleg lief von Bukarest nach Zürich in der Postperiode 4 der Inflation, gültig vom 01.06.1946 - 30.11.1946. Es handelt sich um ein Einschreiben bis 20 gramm und für das Gewicht wurden 1.500 Lei bezahlt und für die Gebührt für das Einschreiben kostete 2.200 Lei, so dass 3.700 Lei die portogerechte Frankatur darstellen.
Hier haben wir wieder ein Komposition von Marken aus der Inflationsperiode. Abgeschlagen am 11. November 1946 landete wurde der Brief rückseitig in Zürich am 18.11.1946 mit einem Ankunftsstempel versehen.
Liebe Grüße
10Parale

Während ich im vorausgegangenen Beitrag einen im Erwerb sehr günstigen Beleg vorgestellt habe, musste ich für den nachfolgenden Beleg immerhin 19 US-Dollar auf den Tisch blättern (ohne Versand VAT).
Der Beleg lief Anfang (vermutlich 9.) April 1947 von ARAD nach Rom und wurde als einfacher Brief bis 20 Gramm mit insgesamt portogerechten 15.000 Lei freigemacht. Der Beleg gehört zur Postperiode 6, die am 01.04.1947 begann.
Interessant vielleicht noch der Empfänger des Briefes, bzw. dessen Beruf und die Adresse. Es handelt sich um einen Mitarbeiter einer päpstlichen Verwaltungsbehörde, der sog. apostolischen Pönitentiarie. Sie beschäftigt sich (wenig bekannt) mit Gnadenerweisen im sakramentalen Bereich, puh.
Die VIA CONCILIAIONE ist die Prachtstraße zum Petersdom und auf GOOGLE MAPS kann man sich sogar das Haus anschauen, wohin der Brief lief.
Rückseitige Ankunftsstempel u.a. von ROMA BORGHI vom 21.04.1947.
Liebe Grüße
10Parale

Neulich gelang mir der Erwerb dieses wunderschönen Hammer-Belegs. Eingeschriebener Brief von TURNU-SEVERIN am 8.1.47 nach VERONA (Italien). Schöner Zehnerbogen der Michel 941 über 20 Lei. Gesamtfrankatur 7.200 Lei mit insgesamt 21 Marken mit 7 Werten eines Satzes (Portogerechtigkeit bestätigt!)
Liebe Grüße
10Parale

Es gibt tatsächlich einen Markt für diese Inflationsbelege aus Rumänien in der Periode von 1945 - 1947. Das Gebiet fasziniert mich von Tag zu Tag mehr. Mit ein wenig Glück kann man noch günstige Stücke erwerben, die sich aber summa summarum doch in der subjektiven Betrachtung als wertvoll erweisen.
Heute zeige ich einen Beleg aus der Postperiode 4 vom 01.06.1946 - 30.11.1946. Interessant daran ist zum Einen, dass wir es hier mit einem Einschreiben zu tun haben, welches in der 2. Gewichtsstufe liegt und zusätzlich zu den obligatorischen 1.500 Lei mit 900 Lei frankiert werden musste. Einschreibegebühr 2.200 Lei und so landen wir tatsächlich bei 4.600 Lei, die sich auf 4 Werte mittels 7 Briefmarken verteilen.
Man kann ähnlich wie bei einem Musikstück bei den Inflationsbelegen (siehe #29 - 21 Marken mit korrekt 8 Werten) von einer Komposition sprechen. Oder sogar von 2 Kompositionen, nämlich Wert und Farbe. Das macht das Gebiet spannend und einmalig.
Zum Anderen auch eine interessante Destination, die die schwachen Stempel auf der Vorderseite etwas vergessen lassen. Ankunftsort ist Les Geneveys sur-Coffrane im Schweizer Kanton Neuenburg, abgestempelt am 30.X.1946.
Liebe Grüße
10Parale

12 Briefmarken mit 3.000 Lei auf Vorder- und Rückseite ergeben eine portogerechte Frankatur am 3. Tag der 6. Portoperiode der Inflation von 1947 (01.04.-30.06).
Da ich mir eine Sammlung aufbauen möchte, die jeden Tag der Inflation abdeckt und auch die Kompositionsmöglichkeiten in Vordergrund stellen soll, ist dieser Beleg, der an allen Ecken und Enden nicht schön ist, für mich ein unbedingtes Muss und weiteres Stück im Puzzle.
3. April Einschreiben (portogerecht) 36.000 Lei von Bukarest nach Wien in der 1. Gewichtsstufe (12 Mal Michel Nr. 1028 - 3.000 Lei). Zensurstempel
Liebe Grüße
10Parale

Nachdem ich im vorigen Beitrag ein unschönes Stück im Puzzle zeigte, landete heute eine sehr schöne Ganzsachenpostkarte in meinem Briefkasten.
Sie stammt aus der vorletzten Inflationsperiode 45 - 47 und wurde am 02. Juni 1947 in Bukarest nach Chemnitz aufgegeben. Portogerecht frankiert mit 11.000 Lei (die Ganzachennominale von 140 Lei wurde vom Einsender nicht berücksichtigt!) eine seltene, gut erhaltene bunte Mischfrankatur.
Interessant auch der soziale Aspekt im Hintergrund. Josef Motsch fragt bei der Israelitischen Kultusgemeine in Chemnitz nach, ob der Jakob Motsch noch an der Adresse wohnt, von wo aus er 1939 ein letztes Schreiben erhalten habe.
Liebe Grüße
10Parale

Die Postperiode 6 der Inflation in Rumänien in den Jahren 1945-1947 dauerte bekanntlich vom 01. April - 30. Juni 1947.
Zu meiner Freude habe ich jetzt einen sehr hoch frankiertes Einschreiben vom 18. Mai 1947 erhalten, welches ich heute der geneigten Leserschaft zeigen will.
Absender ist die reformierte Kirche in Agnita. Empfänger ein Albert Wellmann, Hilfssekretär in Cleveland Ohio.
Ich habe noch keinen Brief aus dieser Postperiode mit solch einer hohen Nominale von 127.000 Lei in meiner Sammlung. Sie setzt sich lt. Marinescu´s Werk wie folgt zusammen:
- einfaches Schreiben bis 20 gramm: 15.000 Lei
- Einschreibegebühr: 21.000 Lei
- Luftpostgebühr: 91.000 Lei
Die Frankatur setzt sich zusammen aus 19 Briefmarken, 12 x 7.200 Lei, 1 x 36.000 Lei, 4 x 1.000 Lei und 2 x 300 Lei, also 4 Wertstufen. Dazu ein Aufkleber PAR AVION. Der rückseitige Ankunftsstempel vom CLEVELAND vom 20. Mai ist deutlich abgeschlagen.
Bin sehr glücklich über diesen Beleg. Gerade mal 16 Dollar und 50 Cents zzgl. Versand etc. kostete mich der Beleg. Dies ein Hinweis, dass man für relativ kleine Münze dennoch wunderbare Belege ersteigern kann. Man findet sogar einen guten Fünferstreifen (7.200 Lei auf der Rückseite). Finden sich bei solchen Belegen mehrere Interessenten, sind auch höhere Preise zu erwarten.
Liebe Grüße
10Parale

Der folgende Beleg lag monatelang in meinem Schrank ohne dass ich Zeit hatte ihn zu untersuchen und in meinen chronologischen Ordner einzufügen.
Umso mehr freute ich mich als meine Sinnesorgane wahrnahmen, dass es sich um einen Letzttagsbeleg der 6. Postperiode vom 01.04. - 30.06.1947 handelt. Bislang habe ich nur einen Beleg vom 28. Juni in meiner Sammlung. Da ich sogar notiert habe, dass der 28. Juni 1947 ein Samstag war (kann man heutzutage leicht googeln), ist es nun bestätigt, dass es sich hier um eine Montags-Abstempelung handelt. Das mache mir mal einer nach! Abgangsort ist ARAD, ein Einschreiben, portogerecht.
Ankunftsstempel in Zürich am 7.VII.47.
Liebe Grüße
10Parale

Ich habe noch keinen Brief aus dieser Postperiode mit solch einer hohen Nominale von 127.000 Lei in meiner Sammlung. Sie setzt sich lt. Marinescu´s Werk wie folgt zusammen:
- einfaches Schreiben bis 20 gramm: 15.000 Lei
- Einschreibegebühr: 21.000 Lei
- Luftpostgebühr: 91.000 Lei
Dies schrieb ich am 19. Januar 2024.
Nun habe ich einen weiteren Beleg mit dieser sensationell hohen Frankatur erwerben können. Trotz der deutlichen Fehlbarkeiten, es fehlt ein klarer Abschlag aus Rumänien, wir können nur raten, dass der Beleg irgendwann Anfang Juni bei TARNAVENI im Landkreis MURES abgeschlagen wurde (Blajeb ?). Der R-Stempel ist unlesbar und eine Marke im Sechserblock ganz leicht beschädigt. Umso schöner die Ankunftsstempel von CLEVELAND vom 13. bzw. 14. Juni 1947.
Die Frankatur kommt mit 7 Marken aus, ein schöner Sechserblock der rötlichen Marke zu 21.000 Lei und ein weiterer Wert zu 1.000 Lei.
Ich bin sehr stolz auf diesen Beleg und er reiht sich eine in meine mittlerweile sehr anspruchsvolle Inflations-Sammlung.
Liebe Grüße
10Parale

Aus der Postperiode 4 ein taufrisches Einschreiben von Timisoara nach New York, abgeschlagen am 3. Oktober 1946. Die Postbeförderung dauerte sehr lange und wurde am 27. November 1946 in New York mit einem AK-Stempel dokumentiert.
Freigemacht mit 3.700 Lei portogerecht frankiert. Die Einschreibegebühr betrug 2.200 Lei, der Brief wog nicht mehr als 20 gramm.
Eine farbenfrohe Komposition.
Liebe Grüße
10Parale

@ 10Parale [#36]
Was verstehe ich unter Komposition? Das ist die Zusammensetzung der Briefmarken nach Wertstufe und Anzahl. Die Farbe spielt zunächst eine untergeordnete Rolle, sie ist die 3. Dimension, die einen Brief noch verschönern kann.
Hier mal eine einfache Komposition aus der 4. Postperiode der Inflation. Die einfachen Werte zu 300, 1000 und 2400 Lei machen den Gesamttarif für ein Einschreiben von Rumänien in die Schweiz aus. Zarter Abgang in Timisoara am 24.Juli 1946, klarer rückseitiger AK von VEVEY 3.VIII.46
KECSKEMÉT oben links scheint mir eine zusätzliche Laufwegs-Angabe zu sein, denn die ungarische Stadt vor Budapest und auf dem ca. 1.700 km langen Beförderungsweg.
Liebe Grüße
10Parale

Belege aus dem innerrumänischen Postverkehr aus der Zeit der Inflation sind teilweise schwieriger auszumachen als externe Belege (ins Ausland).
Heute zeige ich ein Einschreiben aus ARAD, welches im Mai 1947 in der 4. innerrumänischen Inflationsperiode vom 28.04.1947 - 16.08.1947 nach Bukarest lief. Empfänger war die britische Botschaft in Bukarest, der Straßenname Strada Jules Michelet (1798-1874, französischer Historiker) wurde handschriftlich hinzugefügt.
Der Tarif von 43.000 Lei setzt sich wie folgt zusammen:
Brief bis 20 gramm: 15.000 Lei
Einschreibegebühr : 25.000 Lei
Luftpostzuschlag : 3.000 Lei
Benutzt wurden 15 Briefmarken zu 3 Wertstufen:
10 x 3.700 Lei (Michel Nr. 970 stahlblau)
2 x 1.500 Lei (Michel Nr. 967 graublau)
3 x 1.000 Lei (Michel Nr. 966 grünlichblau)
Bei der 1.500 Lei Marke kann ich kaum einen Farbunterschied zur stahlblauen Michel Nr. 970 feststellen. Da muss ich gleich mal in die Farbforschung gehen und ähnliche Stücke anschauen.
Die Stempel sind leider verkorkst, so dass eine genaue Tages-Datierung nicht möglich ist. Dennoch ein selten schöner sammelwürdiger Beleg. Bei einem Händler im niedrigen zweistelligen Dollar-Bereich ersteigert.
Liebe Grüße
10Parale

@ 10Parale [#38]
Bei der 1.500 Lei Marke kann ich kaum einen Farbunterschied zur stahlblauen Michel Nr. 970 feststellen.
Auf dem Scan sehe ich zwischen der 967 (1.500) und der 970 (3.700) schon einen deutlichen Unterschied. Farblich viel ähnlicher erscheinen mir die 967 (1.500) und die 966 (1.000). Aber es ja "nur" Scans. Mehr Aufschluss gibt sicher der Vergleich der Originale.
Schöner Beleg. :)
Viele Grüße
Michael
@ Michael Mallien [#39]
Vielen Dank für Deine Mitarbeit. Ich habe mich denn doch ein wenig durch meine Lampen im Wohnzimmer beirren lassen, zudem ist mein linkes Auge nicht mehr das Beste. Bei Tageslicht sieht die Sache dann schon so aus, wie du es beschreibst.
Heute zeige ich einen totalen Hammerbeleg, der trotz seiner kleinen Mängel wohl authentisch und einmalig ist.
Die Postperiode und das Porto sind einfach erklärt. Es ist die 3. Postperiode der Inflation, die 3 Monate dauerte, vom 1. März 1946 - 31. Mai 1946. Das Porto für einen einfachen Brief bis 20 gramm nach Großbritannien kostete 1.000 Lei.
Insgesamt 40 Briefmarken zieren den Satz:
Freimarken aus dem Inflationssatz König Michael I. von 1945/46
4 Marken zu 4 Lei gelbgrün (Michel Nr. 933x - VB) = 16 Lei
27 Marken zu 5 Lei lilarosa (Michel Nr. 934) = 135 Lei
4 Marken zu 200 Lei dunkelgrünoliv (Michel Nr. 955 weißes Papier) = 800 Lei
Freimarken au dem Satz von 1944 König Michael I. von 1944/45
4 Marken zu 2 Lei orange (Michel Nr. 800 VB) = 8 Lei
Rückgewinnung von Nordsiebenbürgen 41 Lei grauoliv (Michel Nr. 843) = 41 Lei
Summe: 1.000 Lei
Diesen Brief bekam ich wirklich erst nach einem Bietergefecht, musste fast eine 3-stellige Summe hinlegen. Um so schöner dass er jetzt meine Sammlung ziert. Der Brief lief am 12. Mai 1946 von Bukarest nach London, wo er mehr als genug mit einem Ankunftsstempel vom 26. Mai 1946 quittiert wurde.
Lustig und interessant der Satz: restul marcilor pe spate, ein Hinweis, dass der Rest der Marken auf der Rückseite klebt. Hätte ja sein können, dass ohne den Satz die Rückseite nicht akzeptiert wurde.
Liebe Grüße aus der sizilianischen Seite von Deutschland.
10Parale

Einen kompletten Satz (Friedensschluss 25.02.1947 Michel Nr. 1024-1027) verklebte der Absender aus philatelistischen Motiven heraus am Ersttag auf diesen Umschlag, der loco innerhalb von Bukarest gelaufen ist. Über das Porto brauchen wir uns nicht auszulassen, natürlich total überhöht (1.500 Lei Nominale hätte ausgereicht).
Interessant finde ich die Motive dieses Briefmarkensatzes. Der 2. Weltkrieg ist gerade mal etwas weniger wie 2 Jahre vorbei. Es werden Friedensengel, Friedenstauben, Flaggen und ein mythologischer Friedenswagen mit dem Bildnis von König Michael I. zitiert. Die Bildersprache (siehe Beiträge von Felix Gruenlich) ist hier mächtig wirksam. Es muss ein schlimmer Krieg gewesen sein.
Liebe Grüße
10Parale

Hallo 10 Parale,
die Briefmarkenausgabe "Pacea 10 Februarie 1947" ist in mehrfacher Hinsicht interessant. Sie ist zum Abschluß des Friedensvertrages zwischen Rumänien einerseits und den Alliierten sowie den mit diesen Assoziierten Mächten andererseits am 10.02.1947 in Paris erschienen. Zum Zeitpunkt des Erscheinens der Briefmarken (25.02.1947) war dieser Friedensvertrag noch nicht in Kraft getreten, er wurde von der Abgeordneten-Versammlung Rumäniens erst am 23.08.1947 ratifiziert und am 30.08.1947 im Gesetzesblatt ("Monitorul Oficial) Nr. 199 veröffentlicht. Der Text in rumänischer Sprache kann abgerufen werden unter
https://legislatie.just.ro/Public/DetaliiDocumentAfis/126153
Der Friedensvertrag von 1947 verschriftlichte, was 1945 bei der Konferenz der Siegermächte in Jalta bereits vereinbart wurde: Die Zugehörigkeit Rumäniens zum Einflußbereich der Sowjeunion. Beleg hierfür ist der berühmte Notizzettel von Churchill, in welchem der den zukünftigen Einfluß der Siegermächte in Mittel- und Osteuropa in Prozentzahlen ausdrückte. Rumänien sollte zu 90% unter dem Einfluß Rußlands stehen. Der handschriftliche Zettel wurde von Stalin mit einem Bleistift abgehakt; das Original befindet sich im Nachlaß von Churchill.
Der auf dem höchsten Wert der Briefmarkenausgabe mit abgebildete damalige König Michael von Rumänien mußte Ende Dezember 1947 (also wenige Monate nach der Ratifizierung des Friedensvertrages) abdanken und ins Exil gehen.
Schönen Abend,
Zinnenstadt
@ Zinnenstadt [#42]
Vielen herzlichen Dank für diese wertvollen Informationen. Der geschichtliche Hintergrund der Inflationszeit ist bewegend, explosiv und hochinteressant. Am 30. Dezember 1947 nahm die ganze Geschichte aus Sicht des Hauses "Hohenzollern" auf der Kiseleff-Chaussée im Elisabeth-Palast in Bukarest ein Ende. Während König Michael I. gerade eben Anna von Bourbon-Parma in London kennen- und wohl lieben gelernt hatte, so dass beide zur Heirat entschlossen waren, sprachen die Machthaber (Groza für die "volksdemokratische Regierung", Gheorghe Gheorghiu-Dej, Generalsekretär der Kommunistischen Partei) von einer bevorstehenden "Scheidung". Damit meinten sie, den Michael zur Abdankung zu zwingen.
Vorangegangen waren schon im Sommer 1946 von Stalin eingeleitete Prozesse gegen die Hauptkriegsverbrecher - Stichwort Antonescu-Regierung. Es folgten weitere Prozesse, die mit Todesurteilen fortgesetzt wurden. Dem wiederum vorausgegangen war ein königlicher Streik, weil Michael die sogenannte "Volksdemokratische Regierung" unter Groza nicht anerkennen wollte. Am 18. August 1945 hatte Michael I. den Rücktritt der Regierung gefordert.
Man kann die Geschichte nachlesen, hier ist ein Briefmarkenforum. Manche rumänischen Historiker geben dem Westen eine Schuld daran, dass Rumänien nach ihrer Auffassung praktisch "hängengelassen" wurde. Ich glaube nicht, dass dem ganz so war. Wir sehen ja auch den Friedensengel auf dem Wert zu 600 Lei, er schaut nach links, nehmen wir mal an nach Osten, in die Sowjetunion. Der Engel auf dem Friedenswagen reitet mit seinen Pferden nach rechts, also in die Opposition, nach Westen.
So gern der König Michael auch eine Westbindung und demokratische Wahlen gewünscht hatte, das Ganze spielte sich nach sowjetischer Manier ab. Europa bzw. die Welt wollte nicht schon wieder einen blutigen Konflikt herbeirufen und somit gaben sich die Politiker auf diversen wichtigen Konferenzen die Türen in die Hand und Rumänien wurde, wie Zinnenstadt uns demonstriert, einfach abgehakt.
Vielleicht versöhnt uns dieser kleine Brief nach Turin vom 30. April 1947 aus PITESTI. Unter den geschichtlichen Aspekten sicher ein schönes Kleinod, da Michael selbst in einem Viererblock mit 4 x 1.000 Lei mit der Ausgabe "Pacea 10 Februarie 1947" vereinigt wird.
Bei meinen Studien erfuhr ich heute, dass König Michael mit einem Sonderzug in die Schweiz ins Exil fuhr. Später (1948) folgten seine Tanten (eine Schwester war mit dem griechischen König verheiratet) mit ihren Kindern. Seine Tante Ileana und Anton von Habsburg lebten zuvor zeitweilig in Bran und auf der berühmten Törzburg.
Auf der Törzburg weilte ich 1992 für eine wunderschönen Aufenthalt. Mit etwas Glück war es uns gelungen, Eintritt in die Burg zu bekommen, die damals renoviert wurde. Damals wußte ich noch gar nichts von der Geschichte. Es war Vollmond und die Wölfe heulten in der Nähe.
Schönen Abend wünscht
10Parale
Als ich gestern abend diesen Beleg von Pitesti nach Boston (USA) studierte, fiel mir auf, dass er völlig überfrankiert ist, oder etwa doch nicht?
Ich verlor schon die Geduld, da sah ich, dass der Vermerk "PAR AVION" durchgestrichen war. Das führte mich zur Lösung, um die Frankatur von 270.000 Lei in der 7. Postperiode zu erklären.
- einfacher Brief bis 20 gramm: 45.000 Lei
- Einschreibegebühr 65.000 Lei
- Luftpostzuschlag 160.000 Lei
insgesamt : 270.000 Lei
Der Absender, ein Stefan aus Ploesti, war wohl der Meinung, dass der Brief mit Luftpost befördert werden wird. Die Tabelle von Marinescu (Seite 146/47 im blauen Buch) weist auch ab den 1. März 1947 Flugpostgebühren aus und ich habe Belege, die Luftpostbeförderung nachweisen.
Hier stellt sich also die rätselhaft Frage, weshalb der Brief nicht mit dem Flugzeug in die USA geflogen wurde? Oder wurde er doch mittels Luftpost verschickt. Immerhin war der Brief nur nach 7 Tagen in New York? Frachtschiffe brauchten in der Regel 10 bis 20 Tage für die Überfahrt über den Großen Teich.
Bislang mein höchst frankierter Brief, den ich bei einem Händler in Indien für 10,-- Euro zzgl. Versand erwerben konnte. Für mich ein kleiner Schatz. Obwohl eine 50.000 Lei Marke oben links leicht eingerissen ist und kleine Mängel vorhanden sind, ist der Brief unendlich wertvoll und authentisch (und rätselhaft). Die Stempel sind alle klar und gerade auf der Rückseite von unendlicher Schönheit (Boston 29. Juli 1947).
PS: jetzt habe ich gesehen, dass der Beleg noch weiter transportiert wurde und zwar nach Middlebury, wo rechts ein schwacher Abschlag am 30. Juli 1947 auf der Rückseite existiert. Höchstwahrscheinlich hat der Postbote dort den Strich durch den Vermerk "PAR AVION" gemacht, da Ch.T.Riggs in Boston nicht mehr anzutreffen war. Ach ja, jetzt hab ich mich selbst korrigiert.
Liebe Grüße
10Parale

@ 10Parale [#44]
Auch Ein-Farben-Frankaturen haben Ihren Reiz, wie dieser einfache Brief bis 20 gramm, der am 17. Juni 1947 von Brasov in die amerikanische Zone Deutschlands nach Bayreuth lief.
In der 91 Tage währenden 6. Portoperiode ist eine Anordnung von 6 Briefmarken der Wertstufe zu 2.500 Lei (Michel Nr. 969, ultramarin) gar nicht so oft anzutreffen.
Liebe Grüße
10Parale
Wer sich für Rumänien Inflation interessiert, sollte wissen, dass einzelne Inflationsmarken zwar in gleichen Wertstufen, aber unterschiedlichen Farben und Papiersorten auftreten.
So haben wir beim zentralen Satz von 1945/47 Freimarken König Michael I. Michel Nr. 929 - 973.
34 Wertstufen bei 45 Michel-Nummern (ohne Papierunterscheidungen).
Ich demonstriere das mal zum einfachen Verständnis an Hand von 2 Wertstufen zu 80 und 160 Lei.
Aus diesem Grund ist die Erforschung der Belegkomposition, wie ich das persönlich nenne, eine sehr spannende Angelegenheit, nicht zuletzt auch mathematische Formvollendung, farbliche Formvollendung und immer wieder stößt man auf Überraschungen.
Liebe Grüße
10Parale
@ forum,
heute erreichte mich diese Ganzsachen-Postkarte von ARAD nach Hofkirchen im Mühlkreis (Österreich). Freigemacht am 30.IV.1947 ist sie mit insgesamt 11.700 Lei, was eine Überfrankatur von 700 Lei darstellt. Der Ganzsacheneindruck mit der Büste von Michael wurde mit der 1.500 Lei Marke einfach überklebt!. Interessant diesmal auch der Zensurstempel 2990 MILITARY CENSORSHIP.
Auch der rückseitige Text ist für Leute, die sich für Militärzensur und postalische Beförderung interessieren von Bedeutung. Der Absender empfiehlt seine Lieferungen (Sammlermarken) nach GRAZ oder KLAGENFURT zu senden, da sie dort ankommen.
Stellt sich die Frage: Wurde in Wien anders zensiert als in Klagenfurt?
Liebe Grüße
10Parale

Postperiode 5: 01.12.1946 - 31.03.1947
Bukarest nach Basel (Schweiz) - 8. Dezember 1946
Portoaufschlüsselung:
- Brief bis 20 gr.: 3.000 Lei
- Einschreibegebühr: 4.200 Lei
- Express Gebühr: 6.300 Lei
Summa summarum: 13.500 Lei
3 Werte und 15 Briefmarken.
Ein nicht ganz alltäglicher Inflationsbeleg.
Liebe Grüße
10Parale

Am 6. Februar 1947 lief dieses Einschreiben von Temesvar nach Schaffhausen, wo es am 18.II.47 mit einem Ankunftsstempel rückseitig versehen wurde.
Freigemacht ist es mit 7.400 Lei Inflationsmarken und einem kompletten Satz Zwangszuschlagsmarken (Poststeuermarken) Michel Nr. III - IX. Michel bewertet diese Marken nicht, so als ob sie nie gelaufen wären Herausgabe: Mai 1946.
Wir wissen, dass die Abgabe der Zwangszuschlagsmarken durch das Rumänische Rote Kreuz erfolgte an die in Rumänien internierten Kriegsgefangenen zu deren Korrespondenz. Hier scheint es aber meines Erachtens zu philatelistischen Zwecken benutzt worden zu sein.
Der Absender gibt seine Berufsbezeichnung an, er nennt sich "Seful trezorreriei Regale", was ich als "königlicher Finanzchef - (Schatzmeister)" übersetze (Dank an meine Frau, die auf die Idee kam!).
Der Brief ist mit 200 Lei überfrankiert, was ich bei einem Schatzmeister ehrlich gesagt auch nicht verstehe. Das der König meines Wissens um diese Zeit schon im Exil weilte, stellt sich die Frage, welche Bedeutung der Titel "Königlicher Finanzchef" hier noch hatte? Rumänien war auf dem Weg zur Volksrepublik und am 15. August 1947 gab es eine neue Währung.
Solche Briefe sind nicht billig und äußerst begehrt. Auch wenn der Verdacht der philatelistischen Mache belegt werden kann, sind manche dieser Belege unfallfrei über die Zeit gekommen. Ich musste mich ziemlich strecken, um den Beleg zu bekommen. Ein rumänischer Katalog (Carjan, Manole 2006) bewertet den Satz auf Brief (Corespondenta pe scrisori Seria de 7 valori) mit 150 €uro.


Nun ja, das ist ja das Spannende an unserem Hobby, das sie das Bild im Rahmen der Geschichte gibt.
Liebe Grüße
10Parale
@ 10Parale [#48]
Es ist mir nicht ganz klar, ob der untenstehende Beleg nicht Lei 7'200 hätte kosten sollen, gemäss Tabelle 243 Marinescu 2008, Band 2 "Tarifele ..."

Es ist auch möglich, dass der rote Vermerk auf das fehlende Porto hinweist, doch kann ich das Gekrizzel nicht identifizieren.
Der Brief wurde im Dezember 1946 von Bukarest in die Vereinigten Staaten gesandt und wurde frankiert mit Lei 6'900. Vielleicht klebte sogar eine vierte 300 Lei-Marke einmal in der linken oberen Ecke und ist abgefallen, dann wären wir nämlich bei den erwarteten Lei 7'200. Der Stempelabschlag auf der ersten Marke ist ja nicht ganz vollständig.
Die zweite 1500-Lei Marke scheint mir zudem doppelt verwendet worden zu sein; sie trägt schon einen Stempel, kleiner, als die anderen.
Manchmal werden wir die genauen Antworten nie kennen.
Die Rückseite des Briefes trägt übrigens drei glasklare USA-Stempel vom Dezember 1946.
Heinz
@ Heinz 7 [#50]
Manchmal werden wir die genauen Antworten nie kennen, was uns aber nicht zufrieden stellen kann. Könntest du dennoch die glasklaren Stempel auf der Rückseite präsentieren?
Da fehlen zur portogerechten Frankatur in dieser Periode tatsächlich 300 Lei, denn der Brief kostete 3.000 und die Einschreibegebühr war ja 4.200 Lei. Ich würde mich nicht darauf festlegen, dass eine fehlende Marke unbedingt ein 300 Lei Wert war, der Inflationssatz Michel Nr. 929 - 73 bietet einige schöne Kombinationsmöglichkeiten, die mich immer wieder von Neuem faszinieren.
Was mir noch auffällt ist ein handschriftlicher Vermerk "Not in Registered Mail" (ausgeschrieben). Das lässt Raum für Spekulationen offen. Als einfacher Brief wäre der Beleg zwar sehr überfrankiert, hätte aber kein Recht auf die Behandlung als Einschreiben.
Eine fehlende Marke schließe ich aus, jedoch ist mir der Stempel rechts unterhalb des Einschreibezettels auch etwas suspekt, ohne dass ich es erklären könnte (man klebt so tief keine Marke, die da hätte abfallen können).
Die Rückseite würde mich sehr interessieren, ich könnte sie an Hand meiner Bestände mit portogerecht frankierten Belegen in die USA vergleichen.
Liebe Grüße, ich freue mich auf Ulm.
10Parale
@ 10Parale (#49)
Die Marken mit Aufdruck sind bloß zur Verschönerung der Sendung aufgeklebt. Haben nichts mit der Frankatur zu tun. Der Absendername ist in Temesvar als Briefmarkensammler bekannt. Was die Übersetzung betrifft, vielleicht schauen Sie nochmals nach. In der Absenderangabe kommt der Buchstabe "f" zweimal vor. Was die Katalogangaben des Preises betrifft, sollte man auch etwas zurückhaltender sein bzw. gut lesen. Ich habe die Marken echt gelaufen gesehen, auf Karten Österreichischer Internierter, nach Österreich.
Alles Gute,
nor 42
@ nor 42 [#52]
Natürlich ist mir bewusst, dass diese Marken, echt gelaufen, auf diesem Brief eigentlich nichts zu suchen haben. Ich bin ja auch froh, dass sich solch hochrangige Leser meiner kleinen Präsentationen finden wie Sie, nor 42. Ich hätte nichts lieber in meiner Sammlung als eine solche Karte eines österreichischen Internierten (was ist die gender Form?), die mit diesen Zwangszuschlagsmarken frankiert sind. Da muss ich mich noch in Geduld üben.
An dieser Stelle möchte ich die beiden Bücher von Dr. Zoltán Neppel in Erinnerung rufen "FRANCATURI ROMANA 1945 - 1965 Vol.I" und "Vol.II". In Vol.I findet man unglaubliche Frankaturen der Inflationszeit, die meine hier gezeigten Briefe um das Vielfache toppen und "erklären".
Bei ebay gibt es dazu folgenden Link:
https://www.ebay.de/itm/225865409097
Bei meinem Vortrag in Ulm kam zur Sprache, dass Bücher wie die von Marinescu und auch von Dr. Neppel in rumänischer Sprache verfasst sind. Das trifft natürlich auch auf Kiriac Dragomir´s Werke und viele anderen Werke zu, die sich spezifisch mit dem Sammelgebiet Rumänien auseinandersetzen.
Es wird wohl noch sehr viel Wasser die Donau hinab fließen, bis es darüber geeignete Fachliteratur in deutscher Sprache geben wird, sehen wir einmal von den berühmten Standardwerken von Herrn Fritz Heimbüchler, Herrn Gertlieb Gmach oder auch von Heinz Glättli ab.
Tabellen lassen sich einfach ins Deutsche übersetzen, aber die Begleittexte sind oft sehr kompliziert und nur in Zusammenarbeit mit rumänischen Kollegen, die der deutschen Sprache mächtig sind und Deutschen, die rumänisch verstehen, kann ich mir hier auf Dauer einen Fortschritt versprechen. Ich könnte mir solch ein Projekt sehr gut in der in wenigen Jahren beginnenden Rente gut vorstellen, müsste aber dafür vollständig meine Umgebung ändern. Mal schauen.
Ich zeige auch einen in Ulm erworbenen Beleg, der in der Postperiode 7 von Bukarest nach Wiener Neustadt lief. Er ist als Einschreiben mit 38.000 Lei um 2.000 Lei überfrankiert, zeigt aber eine sehr schöne Frankatur auf Vorder- und Rückseite. Mit von der Partie ist rückseitig ein 5-er Streifen der Flaggen der Alliierten (Michel Nr. 1026 Friedensausgabe) und vorderseitig eine weitere Marke mit Flaggen und König Michael I. mit dem Wert von 20.000 Lei (Michel Nr. 1035).
Natürlich ist das ganze auch wieder mit dem philatelistischen Beigeschmack, der Empfänger ist ein Briefmarkenhaus HENRIETTE WACHATA in Wien.
Liebe Grüße
10Parale

@ 10Parale [#53]
"Was ist die gender Form?"
Ich vermute mal Interniert in. Allerdings haben mich diese ganzen "Problemchen" noch nie sonderlich interessiert! Gegebenenfalls mal bei den Koryphäen nachfragen, die das "ausgeheckt" haben.
Monn (= gute Nacht), lueckel2010
@ lueckel2010 [#54]
Danke für die Anmerkung. Wir sollten beim Thema "gendern" auch daran denken, unsere schwer erlernbare deutsche Sprache nicht noch komplizierter zu machen.
Der Absender des folgendes Einschreibens, welches mit 7.200 Lei portogerecht frankiert wurde, dachte wohl, der Versand liefe Via-Airmail (Poste Aérienne). Luftpost war aber zu jener Zeit ausgesetzt und das Einschreiben vom 11. Dezember 1946 wurde auf Land- und Seeweg transportiert und in LOS ANGELES (via New York) am 12. Januar 1947 mit Ankunftstempel versehen.
Liebe Grüße
10Parale

@ Heinz 7 [#50]
Du hast gewünscht, dass ich die Rückseite des Briefes zeige mit den "drei glasklaren Ankunftsstempeln".

Der Abgangsstempel ist nicht genau zu lesen, obwohl er fünfmal abgeschlagen wurde! Doch hinten sehen wir klar:
18. Dezember 1946 New York
20. Dezember 1946 Bloomington (Einkreisstempel)
20. Dezember 1946 Bloomington (Zweikreisstempel, hellviolett)
Beim nochmaligen Betrachten des Briefes möchte ich noch etwas korrigieren. Ich vermutete (oben), dass die zweite Marke zu 1500 Lei bereits entwertet war, aber heute denke ich, dass es ein Abklatsch ist des Einkreisstempels von Bloomington. Denselben Abklatsch finden wie auch bei der ersten Marke zu 300 Lei in der Ecke links oben; hier sieht man klar, dass der Stempelabdruck spiegelverkehrt ist (siehe "IND." = Abkürzung für Indiana).
Ob der handschriftliche Vermerk tatsächlich "Not in Registered Mail" heisst/bedeutet, denke ich nicht. Für mich ist klar, dass der Brief ein Einschreibe-Brief ist (Aufgabeort Bukarest; siehe Stempel und R-Kleber). Vielleicht heisst der Vermerk: "Not in Reg. Mathe" (=nicht im Register der Mathematiker), denn offenbar fand man Samuel Ejlenberg nicht am Department of Mathematics der Uni von Indiana. Sein Name wurde durchgestrichen und der Brief weiter geleitet nach Princeton, New Jersey, und zwar auch an eine Universität (Princeton University). Die Weiterleitung erklärt auch, warum ein zweiter Bloomington-Stempel auf den Brief kam; er wäre wohl kein Ankunftsstempel, sondern ein Abgangsstempel (Weiterleitung).
Wenn man Belege genau studiert, findet man oft Details, die auf den ersten Blick nicht ersichtlich sind oder unzutreffend gedeutet werden.
Heinz
@ Heinz 7 [#56]
Hallo Heinz, vielen Dank für das Einscannen der Rückseite.
"Wenn man Belege genau studiert, findet man oft Details, die auf den ersten Blick nicht ersichtlich sind oder unzutreffend gedeutet werden."
Du schreibst in +50, das rote Gekritzel ist nicht lesbar. So sehe ich es auch, aber womöglich zu deuten. Denn es muss eine Erklärung geben und ich wage nun mal den Versuch. Dein Einschreiben wurde ja mit 6.900 Lei frankiert und ich zeige Dir ein Einschreiben aus meinem Hause (sozusagen), welches die Erklärung in Ableitung hinbringt.
Dein Einschreiben, wurde nicht im Dezember 1946, sondern irgendwann Ende November 1946 aufgegeben. Die Stempel auf den Marken sind ja nicht genau zu verifizieren. Dann würde es nämlich in die vorhergehende Portostufe passen und zwar als Express Einschreiben. Somit deute ich das rote Gekritzel als Express Vermerk.
Dann würde auch das Porto passen:
Brief bis 20 gramm: 1.500 Lei
Einschreibegebühr: 2.200 Lei
Express-Gebühr: 3.200 Lei
summa summarum: 6.900 Lei
Passt exakt in die 4. Portoperiode. Der Laufweg (deshalb ist die Rückseite aufschlussreich) ist knapp, aber mir scheint, für eine Briefaufgabe im Dezember zu kurz.
Hier mein Beispiel, der Laufweg von Sibiu nach Providence USA dauerte vom 1. August bis zum 10./11. September, also über einen Monat. Der Express Einschreibebrief ist mit exakt 3.900 Lei frankiert und die Stempel machen die Deutung einfacher.
Liebe Grüße
10Parale

Aus der Portoperiode 4 ein mit 3.700 Lei korrekt frankiertes Einschreiben von ALBA JULIA vom 18. September 1946 an die Universität in Cambridge.
Wenn ich mal einen Traumberuf gehabt hätte, dann wäre es Bibliothekar gewesen. Dieser schöne Brief ging zum Bibliothekar des PEABODY MUSEUM OF ARCHAEOLOGY AND ETNOGRAPHY in Cambridge.
Rückseitig noch ein schwacher Stempel des Regional Museums in Alba Julia. Diese Stadt hat Wurzeln bis in die Jungsteinzeit und war einmal ein Zentrum Dakiens, der römischen Provinz.
Liebe Grüße
10Parale
Quelle Link:
https://peabody.harvard.edu/

@ 10Parale [#57]
Ich danke für die Überlegungen in Beitrag [#57].
Wenn mein Beleg
@ Heinz 7 [#50]
tatsächlich bereits im November 1946 aufgegeben wurde, dann ist Deine Porto-Erklärung (Summe 6900 Lei) plausibel. Und vielleicht stimmt ja auch die Deutung des roten Vermerkes: = Abkürzung für "Express" ?
Der Absender dürfte zwar nicht erfreut gewesen sein, dass ein teuer bezahlter "Express"-Brief mehr als 20 Tage benötigt, bis er den Empfänger erreicht, aber Dein Beleg zeigt, dass das doch durchaus vorkommen konnte.
Ich frage mich, was andere Sammler denken. Stimmen Deine Annahmen:
"Abgang November - Vermerk: Express - Frankatur korrekt" - Mich hast Du bereits "auf Deiner Seite", ich denke, Du hast recht!
Bravo!
Heinz
@ Heinz 7 [#59]
Es scheint als seien die Rumänien-Sammler in einem Art Dornröschenschlaf. Wann kommt der Prinz? Spaß.
Ich stelle einen Beleg vor, der mit 127.000 Lei Gesamtfrankatur genau in seine Portoperiode fällt. Das Einschreiben lief am 29. April 1947 von Bukarest nach Riverside (Windsor) in Ontario, Kanada.
Das Porto setzt sich wie folgt zusammen:
Brief bis 20 gr. : 15.000 Lei
Einschreibegebühr: 21.000 Lei
Luftpostzuschlag : 91.000 Lei
Tarif : 127.000 Lei
Die Komposition der 20 Briefmarken ist beeindruckend, die Marke zu 7.200 Lei aus dem Satz Friedensschluss (25.02.1947 Michel Nr. 1024-1027) wurde 17 Mal zur Frankatur verwendet, die 600 Lei, 1000 Lei und 3.000 Lei Marke runden alles ab.
Es macht Spaß, den Brief umzudrehen. Ein Fünferstreifen des berühmten ARCHE-NOAH Motivs (die Taube kehrt mit einem Olivenzweig zurück) hat den Transport und die Zeit überlebt. Gerade die "Destruktionen" machen die Echtheit und Originalität des Briefes mit aus. Wusstet ihr, dass Noah zuerst einen Raben beauftragt hat, den Olivenzweig zu suchen? Doch da ist eine andere Geschichte.
Rückseitiger AK von WALKERVILLE POSTAGE STATION vom 8. Mau 1947.
Liebe Grüße
10Parale

Aus der gleichen Korrespondenz ein weiterer Beleg. Für meine Sammlung, die jeden Tag der Inflationszeit dokumentieren will, ein weiterer Fundus, auch wenn der eine oder andere Ästhet natürlich genug Anlass hat, Mängel zu sichten.
Ein Express-Einschreiben vom 24. April 1947 von Bistrita nach Riverside in Kanada. Wir schreiben die 6. Periode der Portostufen der Inflation, ein Abschnitt von 3 Monaten zwischen dem 01.04. - 30.06.1947.
Das Porto setzt sich wie folgt zusammen:
Brief bis 20 gramm: 15.000 Lei
Express-Gebühr : 32.000 Lei
Einschreiben : 21.000 Lei
Tarif : 67.000 Lei
Komposition : 9 x 7.200 LEI = 64.800 LEI
1 x 3.000 LEI = 3.000 LEI
1 x 200 LEI = 200 LEI
Summe: 67.000 LEI
Rückseitig sehen wir einen Transitstempel von MONTREAL vom 5. Juni 1947. Übrigens wurde WALKERVILLE in Ontario von einem Whiskeyhersteller gegründet, Hiram Walker (1816 - 1899). Na dann prost!
Schönen Sonntagabend wünscht
10Parale

O.g. Korrenspondenz habe ich von einem amerikanischen Händler bezogen. Heute schließe ich die Präsentation ab mit einem schönen Beleg der 6. Portoperiode. Ein mit 36.000 Lei freigemachtes Einschreiben von TURNU MAGURELE nach Riverside (Windso) in Kanada (Ontario).
11. Juni 1947 - Abstempelung in Turnu Magurele in der südlichen Walachei - Ankunftstempel auf der Rückseite in wunderbarer Form 6. - 12. Juli.

@ 10Parale [#62]
Nun habe ich 3 weitere Belege aus dieser Baia - Riverside Korrespondenz erwerben können, was mich dazu verleitet, sie auf Grund ihrer Komposition doch weiter vorzustellen.
Der folgende Beleg ist portogerecht als Luftposteinschreiben frankiert und lief am 9. Juni 1947 von Sighisoara nach Riverside (Windsor) in Kanada.
Sehr schön ist der Sechserblock der 21.000 Lei Marke König Michael I. rosalila (Michel Nr. 1031), den man sehr lange suchen muss, um ihn auf einem echt gelaufenen Beleg zu finden.
Die Michel Bewertungen dieser Marken gibt es ja auf Brief so nicht, aber sie sind um einiges höher zu bewerten als die gestempelte Marken auf der Inflationszeit an und für sich.
Liebe Grüße
10Parale

@ 10Parale [#63]
Ein weiterer Beleg aus der BAIA Korrespondenz gibt mir Rätsel auf, ist aber sehr schön und, die Lösung nennend, überfrankiert.
130.000 frankierte Lei lassen sich für ein Einschreiben zzgl. Luftpostzuschlag nur auf 127.000 Lei hochrechnen. 3.000 Lei lassen sich in dieser Form nicht erklären.
Hier korrespondiert in der Komposition der 10.000 Lei Wert (Höchstwert aus dem Satz König Michael I. von 1945/47 Michel Nr. 973x) mit 6 Marken zu 20.000 Lei aus dem März 47 Satz König Michael I. von 1947, kleine Kopfausgabe (Michel Nr. 1035).
Der Brief ging am 26. Juni 1947, also kurz vor Beendigung der 6. Inflationsperiode auf den Weg nach Kanada. Rückseitig sehen wir lediglich einen OVAL-Stempel der Ankunft in New York am 04.07.1947.
Liebe Grüße
10Parale

Heute habe ich das Vergnügen, einen Beleg vorzustellen, der in der 7. und letzten Inflationsperiode, die am 1. Juli 1947 begann, zu dieser Baia Korrespondenz gehörend.
Brief bis 20 gramm: 45.000 Lei
Einschreibegebühr: 65.000 Lei
Luftpostzuschlag für Kanada: 160.000 Lei
Summe: 270.000 Lei
Wir haben eine sehr schöne Komposition, nämlich einen Wert zu 20.000 Lei (Michel Nr. 1035) und 2 waagrechte Paare und eine Einzelmarke des rotorangen Wertes zu 50.000 Lei (Michel Nr. 1036, der Höchstwert des Freimarkensatzes von 1947). Der Michel 2016/17 bewertet diese Marke mit 60 Cent, immerhin!
Das Einschreiben lief am 7.7. in der 7. Infla-Periode, rückseitig ein Stempel-Eldorado von 7 Stempeln. Die Zahl 7 ist hier sehr präsent.
Liebe Grüße
10Parale

Inländische Belege, die nur in Rumänien liefen, haben auch ihren Reiz.
Hier eine Ganzsache Mihail zu 140 Lei, zusätzlich frankiert mit 6.860 Lei, portogerecht frankiert (7.000 Lei für eine einfache Postkarte) von Medgidia (islamisch geprägte Stadt in der Dobrudscha in der Nähe von Constanta), gelaufen am 01. Juli 1947 nach Bukarest.
(Michel 953, 964, 968, 970 je 1 x aus dem Satz Freimarken König Michael I. von 1945/47 )
Liebe Grüße
10Parale
Noch ein Beleg aus der BAIA Korrespondenz, die sich nun aber tatsächlich erschöpft hat. Abgangsort des Einschreibens ist SIGISHOARA, Absender in TIMISOARA III wohnhaft, etwas schwer zu lesende Datumsangabe vom 24.V.1947.
Um so schöner sind die Ankunftsstempel aus Canada. Das Einschreiben wurde in der 6. Portoperiode portogerecht mit 36.000 Lei frankiert, ein schönes Arrangement diverser Infla-Marken.
Apropos: Wer den aktuellen Zollkrieg zwischen den USA und KANADA aufmerksam verfolgt, weiß, dass Präsident Trump die Erhöhung der Einfuhrzölle auf kanadisches Stahl und Aluminium auf 50% damit begründet, dass die kanadische Provinz Ontario einen 25%-igen Aufschlag auf die Exporte von Strom in die USA verlangen.
Wie John Baia darüber wohl denken würde? War er vielleicht im Stahl- und Aluminiumgeschäft?
Liebe Grüße
10Parale

In den nächsten Tagen werde ich einige schöne nicht so häufig vorkommende Belege aus der Inflationszeit zeigen.
Ich beginne heute mal mit einer Drucksache aus der 6. Inflationsperiode. Im Durchmesser ist es der kleinste Brief meiner Inflationssammlung und ich konnte nur an Hand des Portos, 3.000 Lei, erkennen, dass es sich um eine Drucksache handelt, obwohl es nirgends vermerkt ist.


AURELE STINO in FOLTICENI (schöner Eigenstempel auf der Rückseite)brachte das Schreiben am 28. April 1947 mit 3 Marken aus dem Inflationssatz von 1945/47 und dem niedrigsten Wert aus dem Satz "Friedensschluss" (300 Lei purpur, König Michael I. und Friedenswagen) auf den Weg nach England. Empfänger war der INDIA HIGH COMMISSTONER (Hochkommissar Indiens) in berühmten INDIA HOUSE in London.
Liebe Grüße
10Parale
Heute zeige ich einen sehr ansprechenden und seltenen Beleg. Er lief am 27. Mai 1947 von PATAL (Kreis Bihor) nach Zalau im Kreis Salaj (zu deutsch: Zillenmarkt im Kreischgebiet).
Unter den vielen Stempeln, die alle hauchzart aufgebracht werden, war es nicht einfach, einen zu finden, der das Datum zu erkennen gibt.
Wir sehen 37 Marken, die sich wie folgt aufteilen:
200 Lei zinnober Mi.957 - 1 Marke
400 Lei orange Mi.961 - 1 Marke
600 Lei grünoliv Mi.964 - 9 Marken
1000 Lei grünlichblau Mi.966 - 10 Marken 10-er Blockstück
1500 Lei graublau Mi.967 - 16 Marken 7ener-Streifen
Empfänger war die Landwirtschaftskammer des Kreises Salaj in Zalau. In Zalau gibt es ein Reifenwerk des französischen Herstellers Michelin.
Noch ein Hinweis zu PATAL. Ich wäre denkbar Informationen über diesen Ort zu finden. Es scheint mir, als wäre der Kasten-Einschreibe-Stempel ein sehr seltenes Stück.
Hier die Porto-Aufschlüsselung in der 4. Inflationsperiode vom 28. April - 16. August 1947:
Brief bis 20 gramm außerhalb der Ortschaft: 15.000 Lei
Einschreibegebühr: 25.000 Lei
Porto: 40.000 Lei
Liebe Grüße
10Parale

@ 10Parale [#69]
Der nächste Beleg lief im Inland. Wie setzt sich das Porto von 4.000 Lei zusammen?
Die Ganzsache mit Wertstufe von 140 LEI wurde am 19. April 1947 in Brasov mit zusätzlichen 3860 Lei frankiert und lief als Einschreiben nach Bukarest.
Einfache Postkarte 1.000 Lei
Einschreibegebühr 3.000 Lei
3. Portoperiode
15.3. - 28.4.47 4.000 Lei
Die Marke zu 360 Lei (Michel 959y) sepia war ein interessanter Wert, um die 140 Lei der Ganzsache zu begradigen.
Das Hotel Coroana in Brasov gibt es heute noch, dass nenne ich Kontinuität. Übrigens interessant die Adresse, da wird genau hingewiesen, wo der Empfänger wohnt. In Bukarest nicht immer leicht zu finden!
Liebe Grüße
10Parale
Auch im Inland gibt es Hammerbelege, die nicht einfach zu finden sind und wo einfach alles stimmt, so wie bei diesem folgenden Einschreiben.
Es lief am 29. April, am zweiten Tag der am 28. April begonnenen 4. Inflationsperiode von DRENCOVA (Kreis Caras - in der Nähe des Eisernen Tores) nach Bukarest, wo es am 5. Mai 1947 mit einem Ankunftsstempel versehen wurde.
Brief bis 20 gramm: 15.000 Lei
Einschreiben : 25.000 Lei
= Porto 40.000 Lei
Diese 40.000 Lei wurden mit 23 Briefmarken in 3 Wertsufen, 4 x 400 Lei, 4 x 600 Lei und 15 x 2.400 Lei vorder- und rückseitig in hervorragender Manier freigemacht.
Empfänger war das tschechische Konsulat in Bukarest. Der Absender schrieb in tschechischer Sprache (RUMUNSKA = RUMÄNIEN in CZ.)
Liebe Grüße
10Parale

@ 10Parale [#71]
Die Berufsbezeichnung hinter seinem Namen Karel Vik (y) Učitel = Lehrer lässt den Schluß auch zu das er ein Tscheche war.
Gruß
Detlev
@ Detlev0405 [#72]
Ja vielen Dank. Das bringt noch mehr Licht in den Brief. Mich interessierte dann auch "BIGAR" und ich fand heraus, dass es etwas 20 km von Drencova entfernt Wasserfälle gibt, die den Namen BIGAR tragen. Es ist heute ein Naturpark und ein beliebtes Ausflugsziel für Menschen, die noch intakte Natur suchen.
Vielleicht hat der Lehrer Karel Vik dort gelebt oder er war Naturforscher nebenher, so wie wir alle Philatelisten sind. Es ist aber logisch, das nächste Postamt war in DRENCOVA und dort wurde das Einschreiben aufgegeben.
Liebe Grüße
10Parale
@ forum,
dieses Einschreiben konnte ich in Tschechien erwerben. Es lief in der relativ kurzen Inflationsperiode 3 vom 1.3. - 31.5.46 am 21. März 1946 von Timisoara nach Jicin. Es wurde portogerecht mit 2.400 Lei freigemacht, darunter einem Fünferstreifen der Michel Nr. 960.
Brief bis 20 gramm: 1.000 Lei
Einschreibegebühr: 1.400 Lei
Porto: 2.400 Lei
Der Brief erreichte die Kleinstadt JICIN (siehe auch Hauptstädte der Welt Beitrag 345) recht spät erst am 11.IV.46 rs. Stempel.
Im übrigen freut es mich, dass die Inflationsbelege nun mittlerweile auch einen festen Platz auf dem Auktionsmarkt im Ländergebiet Rumänien darstellen. Natürlich treibt das die Preise immer nach oben, aber bedeutet auch, dass eine mäßige Sammlerschaft existiert, die sich mit diesem Thema beschäftigt.
Liebe Grüße
10Parale

Heute bin ich ganz glücklich über einen Beleg (Ganzsache), der am 27. Juni 1947 von VASLUI nach Amerika versandt wurde. Die Ganzsache zu 140 Lei wurde portogerecht mit zusätzlichen 2.860 Lei frankiert, ergibt 3.000 Lei, exakt der Preis für eine Drucksache in dieser Portoperiode.
Die Ganzsache hat rückseitig einen aufgesetzten Text der USAM Corporation (ich denke es bedeutet "United States of America Military Corporation) und diente dazu, Hilfsgüter von Amerika nach Rumänien zu lancieren.
Im Text erfahren wir von einem Vater einer 5-köpfigen Familie, der sich als Armutsopfer des Krieges und der 2-jährigen Dürre, die dem Krieg in Rumänien folgte, betrachtet und nun um ein Hilfspaket bittet. Wie sehr passt der Beleg in seine Zeit. Er würde auch gut und gerne in die heutige Zeit passen, doch gibt es einen fundamentalen Unterschied, auf den ich hier aber nicht eingehen will.
Es ist sehr spannend, wenn man in dieser relativ späten Phase der Inflation noch eine 10 Lei Marke auf einem Beleg sieht. Ich glaube hier wirklich einen selteneren Beleg gefunden zu haben, zumal er der eher kurzen 6. Inflationsperiode zwischen dem 1.4. - 30.06.47 zuzuschreiben ist.
Liebe Grüße
10Parale

Die Ganzsache mit Wertstempel zu 140 Lei zeigt den rumänischen König Michael (1921-2017) und wurde mit mehreren Freimarken, welche ebenfalls den rumänischen Monarchen zeigen, auf das in der Periode 28.04.-17.08.1947 vorgesehene Entgelt von 7.000 Lei ergänzt. Absender der Postkarte ist ein Schüler der Höheren Techniker-Schule bei dem Unternehmen "Margineanca" im ursprünglich gleichnamigen Ort etwas nord-westlich von Ploiesti in Rumänien. Obwohl der Ort im Jahr 1945 in "Stejarul" (rum. für "Die Eiche") umbenannt wurde (und zwischenzeitlich in "Plopeni" umbenannt ist; siehe
https://primariaplopeni.ro/ ), wurde Mitte April 1947 weiterhin der Ortsstempel mit der Inschrift "Margineanca / Jud. Prahova" verwendet. Laut Calin Marinescu (Oficiile, Agentiile si Garile Postale Romane 1850 - 1950; S.157) ist das Postamt in Margineanca am 04.12.1943 eröffnet worden. Das Buch von Marinescu enthält keine Angabe, bis wann das Postamt bestand bzw. unter neuem Orts-Namen eventuell immer noch besteht und bis wann der Orts-Stempel "Margineanca" im Einsatz war.

Der Aufstieg des Ortes ist eng verbunden mit der dort im Jahr 1937 errichteten Munitionsfabrik; er bestand primär aus Siedlungen für die Mitarbeiter des Rüstungsunternehmens (siehe dazu
https://ump.ro/).
Der Schüler schreibt vermutlich an seine Eltern; aus seinen Zeilen ist eine enge Verbundenheit mit der Familie ersichtlich. Diese scheint in der Landwirtschaft tätig zu sein, abschließend fragt der Schüler in der Postkarte, wie der Mais steht. Bemerkenswert ist auch die Schrift, in welcher Anschrift und Text verfaßt sind. Diese deutet darauf hin, daß es sich bei dem Schreiber eventuell um einen Schüler handelt, der in der zum Unternehmen gehörenden Schule zum technischen Zeichner ausgebildet wird.

Hochsommerliche Grüße,
Zinnenstadt
@ Zinnenstadt [#76]
Ein toller Beleg. Ja, den Schüler treibt die Hoffnung, dass er in 3 Wochen sein Examen besteht und dass die Mühe des ca. 1-jährigen Studiums Früchte tragen wird. Ebenso geht es um die Maisernte und wir erfahren, dass es in Margineanca regelmäßig regnet. Übrigens ist der Mais eine traditionelle Nahrungsquelle der Bauern und der Bevölkerung. Was die Italiener Polenta nennen, nennt sich in Rumänien "mamaliga" und dies gibt es mit "cascaval" oder "branza", also mit verschiedenem Käse, den man darunter mischt. Also eine Art Maisbrei mit Käse. Ich kann das jedem nur empfehlen, mal bei einer rumänischen Bauernfamilie zu essen.
Als ich 1993 zum ersten Mal in Sibiu weilte, sah ich die Nachbarn, wie sie morgens mit Pferd und Wagen aufs Feld fuhren und abends mit dem Mais nach Hause kamen. Die Ernte kam mir so gering vor und war für den Eigenbedarf ausgerichtet.
Ich zeige im Anschluss eine ähnliche Ganzsache mit Wertstempel zu 3 Lei, die ebenfalls den König Michael (1921 - 2017) zeigt, die jedoch zum Porto von 7.000 Lei nichts beizutragen hat. Sie trägt 2 hauchdünne Stempel von MARGINA vom 6. August 1947. Verfasst wurde die Karte am 6.VIII in Cosava, einem kleinen Nest in der Nähe von MARGINA.
Um so klarer ist der AK-Stempel von ORSOVA vom 9. August 1947, der Stadt oberhalb des Eisernen Tores (Donau-Durchbruch). Auch den Namen der Straße, die nach dem rumänischen König benannt wurde, such man heute vergebens bei Google Maps. Der Kommunismus hat die Monarchie aus dem Gedächtnis gestrichen, ohne sie wirklich jemals aus dem Gedächtnis streichen zu können.
Liebe Grüße
10Parale
Es gibt Belege, die mir Kopfzerbrechen bereiten, auch wenn ich mich tatsächlich mittlerweile für einen Inflations-Spezialisten halte, steig ich nicht durch.
Das Einschreiben wurde am 23. März 1947 in PETROVA (Kreis Maramures) nahe der ukrainischen Grenze auf den Weg in die USA, nach Newark (Jersey) gebracht. 32 Briefmarken im Gesamtwert von 29.700 Lei bilden das Gesamtporto.
Laut Marinescu (5. Inflationsperiode 1. Dezember 1946 - 31. März 1947) wären aber viel weniger zu bezahlen gewesen:
Brief bis 20 gramm: 3.000 Lei
Einschreibegebühr: 4.200 Lei
Luftpostzuschlag: 10.000 Lei
Summe: 17.200 Lei
Wurde der Brief mit 12.500 Lei überfrankiert? Eine weitere Gewichtsstufe hätte 1.800 Lei gekostet. Es ergeben sich folgende Möglichkeiten:
- 40 gramm: 19.000 Lei - Differenz: 10.700 Lei
- 60 gramm: 20.800 Lei - Differenz: 8.900 Lei
- 80 gramm: 22.600 Lei - Differenz: 7.100 Lei
-100 gramm: 24.400 Lei - Differenz: 5.300 Lei
-120 gramm: 26.200 Lei - Differenz: 3.500 Lei
-140 gramm: 28.000 Lei - Differenz: 1.700 Lei
Eine Express-Zustellung hätte noch 6.300 Lei mehr gekostet. Auf der Rückseite finde ich zwar die Abkürzung Exp., aber sie steht wohl für das rumänische Pendant "Expeditor". Ich bin verzweifelt. Ich kann nichts zusammenbasteln. Einfach kapitulieren und sagen, hier hat einer gerne mal überfrankiert, will ich nicht. Obwohl, ich sehe auf der Briefvorderseite einen kleinen Vermerk "over"....für overfranked? ?? keine Ahnung.
Dieser Brief ist dann am 4.4.1947 tatsächlich in Newark angekommen, wie die rückseitigen Stempel dokumentieren. Dort ist er dann liegengeblieben, bis ihn 10. Parale fast 80 Jahre später gekauft hat, um sich an dem Porto die Zähne auszubeissen.
Liebe Grüße
10Parale

Das völlig überfrankierte Einschreiben aus #79 hat mich veranlasst, nun ein ordentlich mit 1.000 Lei frankiertes Einschreiben aus der 3. Inflationsperiode zu zeigen. Dabei war es ein kleines Husarenstück herauszufinden, dass der gewöhnliche Brief bis 20 gramm am 25. April 1946 in Pișchia (BANAT) auf den Weg in die U.S.A ging. Einigermaßen interessant ist auch die Frankatur aus Marken zu 80 Lei und 5 Lei, wobei ein Fünferstreifen der roten 5 Lei auf der Rückseite gut erhalten geblieben ist.
Der Brief ist sicher, positiv ausgedruckt, in einem guten Gebrauchszustand, aber die 20 Marken geben was her und aus der Frühzeit der Inflation sind mir nicht allzu oft solche Briefe über den Weg gelaufen.
Liebe Grüße
10Parale

@ 10Parale [#79]
Hallo Stefan,
ich habe Deine Ermittlungen zum Tarif noch einmal nachgeschaut und es ist soweit alles nachvollziehbar.
Deine Aufstellung höherer Gewichtsstufen würde ich noch um eine Stufe fortführen (bis 160 g). Dann käme man auf einen Gesamttarif von 29.800 Lei. Der Umschlag gibt diese Gewichtsstufe her, soweit ich das aus den Scans beurteilen kann und es wäre eine Überfrankatur von gerade einmal 100 Lei = 0,33%, was ich für plausibel halte.
Die Notiz "OVER" könnte von einem früheren Besitzer des Umschlags stammen, der die leichte Überfrankatur damit gekennzeichnet hat.
Viele Grüße
Michael
@ Michael Mallien [#81]
das scheint die Lösung zu sein, die einzige plausible. Da war wie ein Esel der kurz vor dem Ziel störrisch wurde.
Vielen Dank, Michael
Grüße aus Lörrach
Stephan
@ Michael Mallien [#81]
Der Brief ist nicht um 100 Lei überfrankiert, sondern in der 8. Gewichtsstufe um 100 Lei unterfrankiert. Das habe ich gerade korrigieren müssen, als ich den Brief in meine Sammlung integrierte. Zu zahlendes Porto waren korrekt 29.800 Lei, tatsächlich wurden 29.700 Lei frankiert. Ohne dich wäre ich aber wirklich nicht auf diese einzigartige Lösung gekommen.
Das "over" bleibt damit weiterhin ein geringfügiges Rätsel, dennoch glaube ich dass in dem großen Objekt tatsächlich ein bis 160 gramm schweres Objekt versandt wurde.
Liebe Grüße
10Parale
Erstmals an Richard,
ich bin seit mehreren Jahre Mitglied, melde mich nicht oft, aber es stört dass man sich immer mit Passwort einloggen muss.
Zu den farbenfrohen Inflationsbelege hier eine korrekt frankierte Postkarte mit vier unterschiedlichen Blau Nuancen. Sozusagen eine Blaufrankatur.
Alles Gute,
nor 42

@ nor 42 [#84]
Hallo nor,
wenn Du Cookies akzeptierst bzw. nicht nach jeder Sitzung automatisch löscht, merkt sich Dein Computer die Zugangsdaten und Du musst nicht jedes Mal beim Einloggen das Passwort angeben.
Schöne Grüsse, Richard
Die Ganzsache mit einem eingedruckten Wertzeichen (König Michael) von 140 Lei wurde mit 5 Briefmarken (Mi. 960) zu je 400 Lei ergänzt. Dies ergibt ein Gesamtporto von 2.000 Lei bzw. 2.140 Lei. Da das eingedruckte Wertzeichen nicht - wie die Briefmarken - mit einem Tagesstempel entwertet wurde, ist es unklar/fraglich, ob es bei der Frankaturberechnung mitberücksichtigt werden sollte. Das notwendige Porto (laut Marinescu, Tarifele ..., Band 2, Tabelle 243 auf Seite 114) hätte (in der Periode ab dem 01.12.1946) 1.800 Lei betragen; es liegt damit eine leichte Überfrankierung vor.
Die Postkarte wurde am 24.12.1946 verfaßt und am 26.12.1946 von Baraolt nach Budapest (Ungarn) auf den Weg gebracht. Der Empfänger kann an der angegebene Adresse nicht identifiziert werden. Dies ist insoweit verwunderlich, als daß die informelle Anrede im Text darauf hindeutet, daß sich Absender und Empfänger gut kennen. Die ungarische Post versieht die Karte mit einem Aufkleber "Ismeretlen./Inconn." sowie einem Tagesstempel von Budapest (leider ist das Datum nicht erkennbar). Zudem wird der handschriftliche Vermerk "retour" samt neuer Destination "Baraolt / Romania" aufgebracht. Nicht dokumentiert ist, ob die Postkarte dem Absender zugestellt wurde.

(Post-)geschichtlich interessant ist auch der Stempel des Postamtes "Baraolt". Der Ort gehörte damals - wie im unteren Stempelhalbkreis dokumentiert - zum Kreis "Trei Scaune" (dt.: "Drei Stühle"). Dieser Kreis lag im Südosten Siebenbürgen. Die Bezeichnung "Drei Stühle" nimm Bezug auf drei Richterstühle der in dieser Region siedelnden Szekler. Eine administrative Einheit dieses Namens wurde erstmalig 1876 von Ungarn geschaffen; zu dieser Reichshälfte gehörte Siebenbürgen nach dem österreichisch-ungarischen Ausgleich von 1867. Das Königreich Rumänien, zu welchem Siebenbürgen seit den Pariser Vorort-Verträgen nach dem Ersten Weltkrieg gehört, hat die Verwaltungseinheit mit gleichen Namen beibehalten. Ab 1952 gehörte das Gebiet der "Drei Stühle" zu der "Autonomen Ungarischen Region", welche im Zuge der territorialen Reorganisation nach sowjetischem Modell geschaffen wurde. Ab 1960 kehrte Rumänien zum Kreis als Verwaltungseinheit zurück; dem ehemaligen Kreis "Trei Scauen" entspricht heute in etwa der Kreis Covasna.
Eine Karte des Kreises "Trei Scaune" kann von
https://ro.wikipedia.org/wiki/Jude%C8%9Bul_Trei-Scaune_(interbelic)#/media/Fi%C8%99ier:1938_map_of_interwar_county_Trei_Scaune.jpg
abgerufen werden; die Stadt des Absenders Baralot ist in der linken oberen Ecke des Kreises zu finden.
Schönen Sonntag,
Zinnenstadt
@ Zinnenstadt [#86]
Ein genialer Beleg der Postperiode ab dem 1. Dezember 1946 von großer historischer Bedeutung. Nimmt man die 3 Stühle der Sezkler und addiert die 7 Stühle der Sachsen auf dem Königsboden (lateinisch: fundus regius), sind wir schon bei 10 Stühlen. Ein ganzes Wohnzimmer auf fremdem Territorium (Satire!). Aber so war es nun mal damals, da könnte man Bücher drüber schreiben!
Ich hätte den Beleg sehr gern in meiner Sammlung, allein schon des Stempels wegen.
Nun gut, leicht überfrankiert ist auch der folgende Beleg, der in der 7. Inflationsperiode von Bukarest nach Valentgney in Frankreich (Franta) lief. Er wurde am 14. Juli 1947 mit insgesamt 112.000 Lei freigemacht.
Ich frage mich, weshalb hier noch zusätzliche ein waagrechtes Paar der blauen 1000 Lei Marke (Michel 1033) aufgeklebt wurde? Ich kann mir gut vorstellen, dass schon bekannt war, dass am 15. August 1947 eine Währungsumstellung bevorstand und es tat nicht weh, diese Marken zu verkleben. Aber das ist reine Spekulation.
Rückseitiger AK von Valentigney vom 23.7.1947.
Liebe Grüße
10Parale
Hallo,
auch von mir ein kleiner Beleg aus der 5. Periode:


Brief von Brasov 27.2.47 nach Nachod in der CSR. Ankunftsstempel Nachod 6.3.47
Briefgebühr 3000 Lei, Einschreiben 4200 Lei
Grüße Reini46
@ Reini46 [#88]
Ein toller Beleg. Was mir besonders gefällt sind die klaren Abstempelungen von BRASOV und der rückseitige AK NACHOD.
Ich zeige ein innerrumänisches Einschreiben nach BRASOV.
Briefgebühr: 15.000 Lei + Einschreiben 25.000 Lei = 40.000 Lei
Ich freue mich immer wenn niedere und hohe Wert auf einer Mischfrankatur Platz finden, so wie bei diesem Beleg, der am 16. Mai 1947 im Appasul de Jos (Kreis Sibiu) mit 11 Marken frankiert wurde, darunter der 5 x der hohe Wert zu 7.200 Lei Michel 1029) und 2 x der niedrigere Wert zu 20 Lei. Die 360 Lei Marke sepia (Michel 959y) eignet sich sehr gut zu einer "Aufstockung" auf 400 Lei mittels der Michel Nr. 939 - 941 zu je 20 Lei.
Freue mich auf weitere Belege.
Liebe Grüße
10Parale

Heute zeige ich einen Beleg, der mir einerseits Freude macht, weil er mich überrascht, Sorgen macht, weil er eigentlich nicht in seine Periode passt und alles in allem irgendwie phantastisch erscheint.
Fangen wir mal so an. Lt. Marinescu´s Werk (Vol.2) ging die 6. Inflationsperiode vom 1. April 1947 - 31. Mai 1947 (Seite 114/15). Ein Einschreiben der 2. Gewichtsstufe in die USA müsste demnach 15.000 Lei + 11.000 Lei (2. Gewichtsstufe) + 21.000 (od.22.000) Lei (Einschreibegebühr) = 47.000 Lei gekostet haben.
Nun habe ich ein Einschreiben entdeckt, welches am 22. April 1947 von BRASOV nach Cleveland Ohio lief. Rückseitige AK vom 24. bzw. 26. Mai 1947.
Der Brief wurde mit 36 Briefmarken frankiert, 34 davon mit dem Wert zu 3.700 Lei (Michel Nr. 970y) und 2 Marken zu je 600 Lei. Summa summarum: 127.000 Lei.
Nicht genug der Flut von Briefmarken, die fein säuberlich (mit u.a. 5 senkrechten 6-er Streifen) rückseitig sichtbar genug übereinander geklebt wurden. Der Porto von 127.000 Lei passt dann auch eher in die 7. Inflationsperiode, die aber erst am 1. Juli 1947 begann. (45.000 Lei + 27.000 Lei 2. Gewichtsstufe + 65.000 Lei = 137.000 Lei wäre es gewesen).
Ich werde aus dem Inflationsbrief nicht schlau. Wahrscheinlich gab es immer wieder IRRTÜMER rund um den Wechsel der Portostufen. Ich nenne das mal Übergangszeit. Vielleicht war man im Postamt am Schalter 2 (GHISEUL II - siehe Stempel) schon über die Portoerhöhung informiert, aber genaues wusste man nicht.
Der Brief fand seinen Weg in die USA.
Liebe Grüße
10Parale

Hallo 10Parale,
Danke für die anerkennenden Worte zu [#86].
Zu [#90]: Könnte des Rätsels Lösung darin liegen, daß der Brief von Brasov/Kronstadt nach Cleveland mehr als 40 gr. wog? Meinem Verständnis nach betrug der Aufpreis bei Briefen ab 01.04.1947 11.000 Lei je 20 gr. Zieht man vom Gesamtentgelt die Einschreibegebühr (21.000 bzw. 25.000 Lei) und das Grundentgelt eines Auslands-Briefes (15.000 Lei) ab, so verbleiben 91.000 bzw. 87.000 Lei für das Zusatzgewicht. Der Brief müßte etwa 160 gr. gewogen haben. Ist dies aufgrund des Umschlags (Größe, Beschaffenheit etc.) realistisch?
Erfolgreiches recherchieren,
Zinnenstadt
@ Zinnenstadt [#91]
Super, wenn jemand wagnisreich mitdenkt. Physikalisch gesehen hängt ja das Gewicht auch von der Dichte eines Stoffes ab. Die rückseitige Frankatur mit 30 Briefmarken zu je 3.700 Lei bringt ja auch eine Papierverstärkung mit sich, so dass sich mit der Abmessung des Umschlages mit 16 cm x 11 cm durchaus ein 160 gr. schwerer, allerdings eher dünner Gegenstand muss befunden haben.
Ich könnte mir eine solche Verwendung gut vorstellen, denn dann kämen wir auf einen Gesamtbetrag von 124.000 bzw. 128.000 Lei (je nach Festsetzung der Einschreibegebühr 21./25.000 Lei). Dann sind wir mit 127.000 Lei gut bedient. Was der Hilfssekretär (heute würde man vielleicht sagen Assistent der Geschäftsführung) Alber Wollmann wirklich zugesendet bekam, entzieht sich unserer Kenntnis.
Die sauberen Abstempelungen sprechen zusätzlich für ein das ganze Couvert ausfüllenden ebenen Inhalt. Doch genug der Spekulationen, ich plädiere für Zinnenstadt´s Theorie. Vielen Dank.
10Parale
@ Zinnenstadt [#91]
Ich muss eine 3. Theorie zu dem Einschreiben aus #90 vorstellen und denke, ich habe damit die exakte Lösung gefunden.
Aber eins nach dem anderen. Es gibt eine ganze Korrespondenz an den "Hilfssekretär Albert Wollmann" in Cleveland. Verschiedene Absender in Rumänien brauchten wohl seinen Rat, worin weiß ich nicht. Aber allein die Berufsbezeichnung "Hilfssekretär" klingt mir nach einer amtlichen, respektvollen Tätigkeit. Warum sollte also bei "wichtiger" Korrespondenz ein Fehler unterlaufen, eine Nachlässigkeit bei der Frankierung, wohl die einfachste Sache der Welt.
Was tun wir, wenn ein Brief so wichtig ist? Wir verlangen einen Rückschein oder zumindest eine Bestätigung, dass der Brief eingegangen ist. Dieses Anliegen gab es auch als Dienstleistung bei der rumänischen Post und kostete Geld, bei Marinescu´s Tabellen findet es sich wieder als folgendes:
"TARE. Taxa adeverire de primire ceruta pe loc"...übersetzt: "Gebühr für die sofortige Ausstellung der Empfangsbestätigung"
Diese betrug in der 6. Inflationsperiode 21.000 Lei. Dann würde sich das Porto aus #90 so zusammensetzen:
- Brief: 15.000 Lei
- Einschreiben: 25.000 Lei
- 6 x Gewicht: 66.000 Lei
- TARE Empfang: 21.000 Lei
Porto: 127.000 Lei
Wie komme ich darauf, gibt es etwas, was dafür spricht? Ich habe nun einen zweiten Brief aus der Korrespondenz erwerben können, der auf den ersten Blick absolut seltsam erscheint, weil auch er das Porto von 127.000 Lei aufweist, dafür keine Ankunftsstempel, sondern lediglich einen handschriftlichen Datumsvermerk auf der Rückseite.
Das Einschreiben eines anderes Absenders, ebenfalls aus BRASOV, wurde am 30.IV.47 (also am Letzt-Tag der 6. Inflationsperiode) als mit Luftpost zu befördern frankiert. Die rückseitigen Briefmarken wurden seltsamerweise nicht abgestempelt. Dennoch kommen wir insgesamt auf 127.000 Lei, die sich wie folgt zusammensetzen:
Brief bis 20 gramm: 15.000 Lei
Luftpostzuschlag : 91.000 Lei
TARE Empfang : 21.000 Lei
Porto: 127.000 Lei
Mir scheinen beide Briefe nun logisch erklärbar. Der aktuelle Brief scheint den vorangehenden Brief zu bestätigen. Natürlich habe ich ein Problem, denn bei beiden Briefen gibt es kein Anzeichen für die TARE Gebühr, außer dem rückseitigen Vermerk, der unter Umständen etwas mit dieser Dienstleistung zu tun hat. Mir ist auch bewußt, dass alles nur auf einer Theorie basiert.
Liebe Grüße
10Parale

Hallo 10 Parale,
ich habe erhebliche Zweifel an der Vermutung mit der Empfangsbestätigung. Der Briefumschlag hätte einen entsprechenden Vermerk ("A.R.") tragen müssen, zudem müßten Spuren erkennbar sein, wie der an dem Absender zurükzusendende Beleg an dem Brief befestigt war.
Der weitere [#93] Beleg an Albert Wollmann wirft zudem zusätzliche Fragen auf. Es gab - meines Wissens nach - niemals eine "str. J. Fuchs" in Brasov/Kronstadt. Es könnte sich um eine Tarnadresse handeln.
Bei dem Empfänger könnte es sich um den in Hermannstadt/Sibiu geborenen [1]
handeln; diesem wurde im September 1941 in Cleveland ein Sohn geboren (lt. "Siebenbürgisch Amerikanisches Volksblatt").
Viel Erfolg bei den weiteren Recherchen,
Zinnenstadt
[1]
https://obits.cleveland.com/us/obituaries/cleveland/name/albert-wollmann-obituary?id=17791281
@ Zinnenstadt [#94]
Vielen Dank für deinen gut begründeten Einwand. Ja, der Brief aus Kronstadt ist schon etwas seltsam, doch wie können 2 Briefe an den selben Empfänger im Abstand von nur wenigen Tagen jeweils die selbe Portostufe aufweisen, ohne dass dafür eine eindeutige Portobestimmungen vorgenommen werden kann?
Ich hoffe der Händler aus Appleton (USA) wird mir noch weitere Belege aus dieser Korrespondenz anbieten können. Ich konnte einen weiteren entdecken, der am 3.VII.1947 am Anfang der 7. Inflationsperiode in SIGISHORA portogereicht mit 45.000 Lei als einfacher Brief wieder nach Cleveland zu Mr. Wollmann lief. Die Absenderin wohnte in einer Straße, die es auch gibt.
Was mich hier wieder etwas irritiert ist der Tax-Stempel T mit Signatur. War der Brief etwa schwerer als 20 Gramm und musste nachtaxiert werden?
Liebe Grüße
10Parale

@ 10Parale [#95]
jetzt muss ich mir selber antworten, denn der Beleg aus [#95] zeigt glasklar 2 verschiedene Datums-Stempel, was natürlich einer Erklärung bedarf.
links oben: 2.VII.947 oder eher 7.VII.947
rechts oben: 3.VII.947
Könnte es sein, dass der Brief im selben Postamt in Sigishoara später auf das richtige Porto nachfrankiert wurde? Erst wurde der Brief mit 15.000 Lei freigemacht, was mir eindrücklich erscheint, und 5 Tage später am 7.VII.947 nachfrankiert? Aber wie soll das gehen?
Liebe Grüße
10Parale
@ 10Parale [#96]
Die vermeintliche "3" im Stempel rechts könnte gut auch eine "6" sein.
Der obere Strich der "3" ist unpassend dünn und könnte anderen Ursprungs sein.
Viele Grüße
Michael
@ Michael Mallien [#97]
Super, auch ein sehr guter Hinweis, der neue Nachdenklichkeit erzeugt. So spannend kann Philatelie sein.
Das es bei dieser Korrespondenz manchmal auch ganz simpel und schön sein kann, soll mein nächster Beleg beweisen. Er lenkt ein wenig ab von den harten Nüssen.
Das Einschreiben wurde am 22. April 1947, - in Sona (Schönau) verfasst -, in Blaj mit einem tollen waagrechten Fünferstreifen der Friedenstaube beklebt und portogereicht mit 36.000 Lei nach Cleveland versandt.
Endlich auch wieder Ankunftsstempel, sogar drei aus den USA. Einer bestätigt den Eingang für Seefahrer in New York am 23.5., der andere die Registratur in Cleveland Ohio am 24. Mai und der ganz rechts ist vom Postamt in Brooklyn (Old Brooklyn), etwa 2 Meilen von der Germaine Avenue entfernt, wo der Sekretär seine geheimnisvolle Arbeit verrichtete.
Liebe Grüße
10Parale

Am 11. März 1947 lief dieses Einschreiben von Bukarest nach New York, wo es am 17. und 18. Mai mit 2 Ankunftsstempeln versehen wurde.
Luftpostzuschlag: 10.000 Lei
Einschreiben: 4.200 Lei
Brief bis 20 gr.: 3.000 Lei
gesamt: 17.200 Lei
Das Einschreiben ist leicht überfrankiert und eine Friedensmarke zu 7.200 Lei leicht defekt. Interessant der Stempel von "BUCURESTI PARCUL DOMENILOR". Es handelt sich dabei um ein Viertel in Bukarest, dass in den 40-er Jahren des 20. Jahrhunderts entstand.
Liebe Grüße
10Parale

@ 10Parale [#65]
Auch im Jahr 2026 wird mich das Thema hoffentlich noch lange beschäftigen. Was die Frankatur (Marken und Nominale) betrifft habe ich heute das Vergnügen, einen identischen Beleg wie aus [#65] vorzustellen. Empfänger ist auch wieder John Baia.
Ein Brief ist ja nichts anderes als ein geometrischer Quader, wobei die Kantenlänge b im Vergleich zu den Kantenlängen a und c zu vernachlässigen ist. Das Volumen eines Quaders wird ja als V = a x b x c bestimmt. b ist nur dann für das Porto ausschlaggebend, wenn sie als Dicke definiert ein gewissen Maß überschreitet.
Warum ich dass erwähne? Die philatelistischen Bestandteile des Briefes scheinen in etwa gleichmäßig in die 4 Ecken des Briefes platziert worden zu sein. Dabei benutzte der Absender ein Dreierstreifen (linke untere Ecke) und ein Zweierstreifen (rechte untere Ecke) des 50.000 Lei Wertes in orange. Oben links ist der 20.000 Lei Wert angebracht, rechts oben das Einschreibelabel.
Dass der Verfasser des Briefinhaltes in GIURGIU weilte, muss der Inhalt wohl über die Zentrale in Bukarest geschickt worden sein, von dort ging das Einschreiben mit 270.000 Lei frankiert portogerecht am 16. Juli 1947 auf den Weg nach Kanada, wo es rückseitig am 22. bzw. 23. Juli mit AK-Stempeln versehen wurde.
Das Porto setzt sich wie folgt zusammen:
Brief bis 20 gramm: 45.000 Lei
Einschreibegebühr: 65.000 Lei
Luftpostzuschlag für Kanada: 160.000 Lei
Summe: 270.000 Lei
Liebe Grüße
10Parale

Der Satz "Friedensschluss" vom 25.02.1947 wurde auf diesem Überseebrief in die USA total verklebt. Zu einem Satzbrief mit korrektem Porto (15.000 Lei) fehlten aber noch 3.900 Lei. Dies wurde mittels eines roten Maschinenstempels mit der Nominalen von 4.000 Lei vervollständigt. Es ist eine leichte Überfrankatur von 100 Lei festzustellen, doch alles in allem ein interessanter Beleg vom 21. Mai 1947 von Bukarest nach Los Angeles.
Für mich ein Top-Beleg, portogerecht frankiert, ausgehend von Braila am 28. April 1947 nach Walkerwille (Canada) aus der BAIA - Korrespondenz.
Brief bis 20 gramm: 15.000 Lei
Luftpostzuschlag : 91.000 Lei
TARE Empfang : 21.000 Lei
Porto: 127.000 Lei
Insgesamt wurden 20 Marken verklebt, rückseitig 15 zusammenhängende Bogenmarken mit teilweise oberer Bogenrand der Freimarke König Michael I. vom März 1947 (Michel Nr. 1029). Dies ist mein erster Brief mit Bogenrand in dieser Größe, 12 Marken sind gut erhalten, die untere Reihe auf Grund der Beförderung authentisch zerfleddert.
Schönen Abend
10Parale

Schöner U.S. CIVIL CENSORSHIP Stempel auf einem mit insgesamt 15.000 Lei (6 x 2.500 Lei) portogerecht freigemachten Brief von BRASOV (19.V.47) nach BERLIN LICHTERADE, dort meiner Meinung nach in die Prinzessinnenstraße.
Liebe Grüße und schönen SONNTAG.
10Parale
@ 10Parale [#103]
7. Inflationsperiode, 45.000 Lei portogerechte Brieffrankatur, CIVIL CENSORSHIP
Abgangsort: Radauti
Empfangsort: Berlin
Schöner Brief mit einem senkrechten Dreierstreifen vom 13. August.
Liebe Grüße
10Parale

@ 10Parale [#104]
WANTED - dead or alive ...so hat Heinz 7 einen Beitrag eröffnet, wo er eine seltene Marke aus dem Fürstentum Moldau zur Fahndung ausschreibt.
So ähnlich geht es mir bei dem folgenden Beleg aus der Nachkriegszeit Rumänien.
Prinzipiell sind Inflationsbelege aus dem Jahr 1945 seltener anzutreffen, wenn dann noch ein Expres-Label dabei ist, ist das schon ein kleiner Schatz. Wenn dann noch rätselhafte Stempel und Zensurmerkmale auftreten, wow! Briefe der 2. Inflationsperiode sind wirklich schon rar. Ich weiß, immer wenn man so etwas behauptet, schafft man sich Konkurrenz, aber die belebt bekanntlich das Geschäft.
Das Porto dieses Briefes setzt sich wie folgt zusammen:
Brief bis 20 gramm: 350 Lei
Einschreiben : 500 Lei
Express-Zustellung: 750 Lei
Summe: 1600 Lei
9 Marken der 160 Lei Marke (Michel Nr. 953y) kleben auf dem am 15. November 1945 in Bukarest aufgegebenen Einschreiben. Links unten fehlt also eine Marke, man sieht das auch deutlich am abrupten Stempelschluss. Der Beleg ging nach Brooklyn, wurde zensiert und hat einen seltsamen sowjetischen Stempel, den ich noch nicht deuten kann. AK in Brooklyn am 23. Januar 1946.
Liebe Grüße
10Parale

@ 10Parale [#105]
und hat einen seltsamen sowjetischen Stempel, den ich noch nicht deuten kann
Die Antwort darauf steht übrigens in dem zweiten Thema, das Du dazu eröffnet hast:
https://www.philaseiten.de/cgi-bin/index.pl?ST=21786
Beste Grüße
KBN
Heute zeige ich einen weiteren Beleg der 6. Portoperiode mit einem hohen Luftpostanteil von 91.000, insgesamt wurde der Beleg mit 34 Marken und 127.000 Lei portogerecht frankiert.
Herkunft: Korrespondenz BAIA
Absenderstempel: TIMISOARA am 24. April 1947
rückseitiger DK-Ovalstempel Canada[/PRE]
Die Marken wurden in 5 Reihen überklebt, da sie sonst rückseitig keinen Platz auf dem Couvert gefunden hätten.
Liebe Grüße
10Parale

Bei der kürzlich stattgefundenen BURDA Auktion in Prag konnte ich eine kleine Korrespondenz von Inflationsbelegen recht vorteilhaft erwerben. Danke dafür auch Thomas F. von der ARGE Rumänien, der mir den kleinen Hinweis gab und ohne den ich nicht auf die Angebote gestoßen wäre.
Der hier gezeigte Beleg lief in der 3. Inflationsperiode (01.03.1946 - 31.05.1946) am 12. MAI 1946 von Bukarest nach Bratislava. Die 17 Marken (sortiert nach Wertstufen: 1,2,5,12,15,20,50,55,80,100,160,200,400 Lei) ergeben zusammen die portogerechte Gesamtfrankatur von 2.400 Lei.
Sicherlich war die Korrespondenz philatelistisch beeinflusst, das tut der Sache jedoch keinen Abbruch, diese Farbkomposition könnte auch gut als Kunst durchgehen.
Liebe Grüße
10Parale
Manche Belege sind rätselhaft und einfach zugleich, so wie dieser:
Am 30.04.1947 in Agnita (Rumänien bei Hermannstadt) mit 15.000 Lei freigemacht (portogerecht 20 gr. normaler Brief) sollte der Brief nach Cleveland/Ohio gehen zu der bekannten Adresse Albert Wollmann.
Der Brief landete aber zunächst in München (der rückseitige AK zeugt davon, das Datum ist leider nicht lesbar) und wurde dort dann 09.05.1947 mit einem Zensur-Maschinenstempel entwertet, lief er dann in die USA?
Seltsamer Transportweg, es gibt auch keinerlei Stempel von den USA, wie sie in dieser Korrespondenz eigentlich gewöhnlich sind. Wurde der Brief einfach nur mit befördert? Auf jeden Fall konnte ich ihn nun bei einem Händler in den Vereinigten Staaten erwerben, also irgendwie ist er doch in die USA gekommen.
Liebe Grüße
10Parale

Diese portogerechte Frankatur (6. Portoperiode) zu 127.000 Lei und Abstempelung eines Inflationsbeleges vom 01.VI.47 aus Sigishoara sprach mich besonders an. Ein 6-er Bogen vom rechten Seitenrand der Michel Nr. 1031, Freimarke König Michael I. zu 6 x 21.000 Lei (rosalila) findet man nicht allzu oft.
Auch die 4 Abstempelungen sind nicht wirkungslos. Beonders der Stempel von WALKERVILLE POSTAL STN. WINDSOR ONT. vom 20. Juni 47 kommt recht klar zum Vorschein.
Liebe Grüße
10Parale

Aus der letzten, der 7. Inflationsperiode, die vom 01.07. - 21./22.08.1947 dauerte, ist es nicht immer leicht, schöne Belege wie diesen zu finden.
Portogerechte Freimachung mit insgesamt 270.000 Lei (davon 160.000 Lei Luftpostzuschlag) am 4. Juli 1947 in Sibu als Einschreiben aufgegeben, rs. AK von Cleveland, Wollmann-Korrespondenz.
Den 5-er Bogen des Höchstwertes aus dem Satz Freimarken König Michael I. aus 1947 mit dem Wert zu je 50.000 Lei ist nicht allzu oft vorzufinden. Bei den allgemein sehr niedrigen Bewertungen der Inflationsmarken durch Michel (andere Kataloge dito) ist es nicht damit getan, hier gleich 5 x 0,80 Cent = 4,00 Euro anzusetzen, sondern hier entsteht von selbst ein höherer nachfrageorientierter Preis.
Liebe Grüße
10Parale

DAS 661-RÄTSEL
meiner Amateur-Sammelerfahrung gemäß sind Belege aus der 1. Inflationsperiode vom 1.Mai - 31.Oktober 1945 trotz der 6 Monate Dauer die seltensten aller Inflationsperioden. So einen kann ich heute vorzeigen und er ist tatsächlich eine harte Nuss zu knacken.
Faktisch lief er in Mihaileni verfasst von Dorohoi am 02. Oktober (Stempel Dorohoi) nach Stockholm, wo er am 03.12.1945 mit einem wunderschönen Ankunftsstempel versehen wurde.
Welches Porto war notwendig für ein Einschreiben und in welcher Gewichtsstufe befinden wir uns?
Eine handschriftliche 72 könnte 72 gramm bedeuten, was einen Zuschlag von 3 x 25 Lei = 75 Lei erforderte. Der einfache Brief kostete eine Grundporto von 45 Lei. Zählt man noch die Einschreibegebühr von 60 Lei dazu macht das eine Gesamtporto von 180 Lei. Wir haben aber 196 Lei: 1. Nuss zu knacken (daher der Rätsel-Name).
Das Einschreiben müsste über JASI (Stempel 5. Ocotober) und dann weiter über Russland nach Stockholm gelaufen sein. Es gibt einen russischen Zensurstempel nebst dem rumänischen Zensurstempel.
Die Freimachung erfolgte mittel Freimarkensatz 1940/42 Michel Nr. 661 (16 Lei) und 665 (100 Lei) zuzüglich 4 x 939 x 20 Lei blau.
Liebe Grüße
10Parale

@ 10Parale [#114]
Heute zeige ich mal was Besonderes und Spezielles, was besonders Heinz 7 und alle Schweizer interessieren dürfte. Es handelt sich um 2 Ganzsachenpostkarten mit Zusatzfrankatur, die am
- 1. Mai 1947 von Sibiu (Mihai Vladoianu)
- 23./24. Mai 1947 von Bukarest (W. Lazarovici)
nach Neuchatel an einen Roger Moreillon liefen.
Die Texte sind sehr interessant. Die Abkürzung "C.F.M.B." taucht unabhängig in beiden Texten auf und könnte was bedeuten? - eine rumänische philatelistische Zeitschrift?
Herr Lazarovici beschreibt sich selbst als EHRENMITGLIED "membre d´honneur" eines Tauschvereins (mit Amerika?).
Doch ich komme mal zum Punkt, weshalb es sicher Heinz 7 und alle Schweizer freuen wird, diese Karten zu lesen.
- Am 1. Mai 1947 (Inflationsperiode 6) beträgt vorgeschlagener Kurs FRANKEN - LEI = 1:5000
- AM 23/24. Mai 47 (" 6) beträgt vorgeschlagener Kurs FRANKEN - LEI = 1:50.000 Die nächste Inflationsperiode begann aber erst am 01.Juli 1947. In einer galoppierenden Inflation kann man ja die Entwertung der eigenen Währung spüren bzw. vorausahnen. War dies der Grund, weshalb der Kurs in beiden Briefen der selben Inflationsperiode solche Sprünge machte?
Für mich auf jeden Fall ein sehr interessantes Studienobjekt. Übrigens bestellt Herr Lazarovici einen ZUMSTEIN KATALOG 1947 und man sieht, welches Ansehen dieser Schweizer Kataloghersteller in Rumänien genoss.
Die Vorderseiten der GSPK´s im nächsten Thread.
Liebe Grüße
10Parale

@ 10Parale [#115]
Hier die beiden Vorderseiten der im oberen Beitrag erwähnten Ganzsachen. 11.000 Lei wäre das korrekte Porto.
Der Absender aus Sibiu schreibt sinngemäß: "Um Ihnen eine Wohltat zu erweisen, habe ich den kompletten "Friedens-Satz" auf die C.P (Postkarte) geklebt".
Liebe Grüße
10Parale