Briefmarken Atteste

Thema:

Hervorragende Sammlungen - British Guyana

Heinz 7 Am: 12.09.2021 20:17:04 Gelesen: 9870 # 1
Die Briefmarken der britischen Kolonie Guiana galten schon sehr früh als sehr begehrenswerte Sammelstücke. Vor allem die Erstausgabe 1850/1851, die aus vier verschiedenen Werten bestand, war immer selten und immer sehr gefragt. Die vierte Ausgabe (Segelschiff, waagrecht) von 1856 brachte dann sogar ein Unikat hervor: die One Cent schwarz auf karmin. Diese Marke wurde 1873 von einem Schuljungen entdeckt, der die Marke bald "für ein Butterbrot" verkaufte. Fünf Jahre später, 1878, gelangte die Marke in die Sammlung des "Briefmarkenkönigs" Philipp La Renotière von Ferrary (1850-1917). Andere Briefmarkensammler jagten diese Briefmarken vergeblich, bis sie 1922 erstmals öffentlich versteigert wurde (Ferrary-Auktionen). Sie erzielte einen Weltrekordpreis. Aber nicht erst seit 1922 galt British Guiana als "Triple A (AAA)"-Sammelgebiet unter den Sammlern der Welt. 2021 gibt es eine Auktion, die eine Menge Material anbietet und (neuen) Sammlern die Möglichkeit gibt, viele Seltenheiten des Gebietes zu erwerben. Dies ist eine gute Gelegenheit zu fragen, welches denn in den letzten 170 Jahren die besten Sammlungen dieses Gebietes waren. Im Auktionskatalog werden 19 Sammler genannt, die wichtige British Guiana-Stücke besassen. Ferner werden 30 Auktionskataloge genannt, die für die Provenienz-Angaben ausgewertet wurden. Es ist sicherlich eine schwierige Aufgabe, nach "den besten" Sammlungen zu fragen. Wir wollen uns aber gerne an die Herausforderung herantasten und einzelne Sammlungen würdigen. Heinz
Heinz 7 Am: 13.09.2021 12:23:24 Gelesen: 9820 # 2
@ Heinz 7 [#1] Es ist sicherlich nicht fair, bei der Frage nach der "besten" Sammlung eines Gebietes einseitig NUR nach den Superraritäten zu fragen, und die Breite (oder die Tiefe) einer Sammlung zu vernachlässigen. Andererseits gewinnt eine Sammlung eines Gebietes ERST DANN an wirklicher Bedeutung, wenn darin AUCH Superraritäten enthalten sind. - Die ausgewogene Auswahl zwischen "Grossen Raritäten" und "grosser Sammlungsbreite und/oder Sammlungstiefe" ist der "Königsweg" bei der Beurteilung von hervorragenden Sammlungen. Vielleicht am extremsten wird dies deutlich am Sammelgebiet "British Guiana". Das Unikat "One Cent magenta, 1856" ist sooo teuer und prestige-beladen, dass ein Sammler, der DIESE Marke besass/besitzt, sofort heraussticht unter den Sammlern des Gebietes "British Guiana". Eine hervorragende Sammlung verlangt aber MEHR als "nur" das Unikat von 1856. So wird wohl kein Philatelist dem letzten Besitzer der Michel Nr. 9 (2014-2021: Stuart Weitzman) als hervorragenden Sammler von British Guiana bezeichnen, denn er hatte offenbar "nur" das 1856er-Unikat und sonst keine Sammlung von Marken aus diesem Land. Dieses Bild wurde mit einem Infrarot-Filter aufgenommen, der die Magentafarbe des Papiers extrahierte, so dass man den schwarzen Druck viel klarer als je zuvor sehen kann. = Kopie eines Beitrages von Richard bei einem verwandten Thema. Nur vier Besitzer dieses Unikates hatten meines Wissens NEBEN dem 1856er-Unikat AUCH eine hervorragende Sammlung "British Guiana": Philip Ferrari de La Renotière (1850-1917): Marke bei ihm (bzw. in seinem Nachlass) 1878-1922 Arthur Hind (1856-1933): Marke bei ihm (bzw. in seinem Nachlass) 1922-1940 Frederick T. Small (1888-1971): Marke bei ihm 1940-1970 John E. Du Pont (1938-2010): Marke bei ihm (bzw. in seinem Nachlass) 1980-2014 Wenn wir die Jahre zusammenzählen, während denen dieses Unikat fest in diesen vier Sammlungen gebunden war, kommen wir auf unglaubliche 126 Jahre! (44+18+30+34). Es wird höchst interessant sein, die Sammlungen dieser vier "Titanen" miteinander zu vergleichen. Ich werde dies in chronologischer Reihe versuchen. Daneben sollten wir aber unbedingt auch andere Sammlungen beachten: ich nenne insbesondere: W.J. Webster (Auktion 1942) Maurice Burrus (1882-1959) Louise Boyd Dale (1913-1967) William A. Townsend (1904-1993) Heinz
Heinz 7 Am: 16.09.2021 16:14:25 Gelesen: 9764 # 3
@ Heinz 7 [#2] Bin ich auf meiner „Forschungsreise“ nach der ersten Etappe bereits am Ziel? Diese Frage stelle ich mir, nachdem ich die Sammlung von Philipp la Renotière von Ferrary nach seinen Briefmarken von British Guiana durchsucht habe. Die Erkenntnisse sind beeindruckend: Ferrary hatte eine wirklich grossartige Sammlung! Ich kann mir gar nicht vorstellen, dass da ein anderer Sammler je etwas Hochwertigeres zusammenstellen konnte! Die Sammlung Ferrary war breit, tief und äusserst wertvoll! Dank dem Index von G.S.F. Napier, der die 14 Auktionen von Ferrary genau analysierte, konnte ich die Lose „British Guiana“ schnell finden. An 5 Auktionen kamen insgesamt immerhin 183 Lose zum Angebot. In den Auktionskatalogen ist zu jedem Los minutiös vermerkt, wie viele Marken das Los umfasste. Diese Angaben sind natürlich sehr hilfreich. Der Grossteil der Sammlung besteht aus Einzelmarken. Doch gibt es auch einige Einheiten, Paare, Dreier- und Viererstreifen oder Viererblocks und weiter Blocks von 24 Marken. Ich konnte immerhin 30 Einheiten feststellen, die zusammen 140 Marken umfassen. Die Summe von 1298 (Marken) sollte also als 1188 „Units“ gezählt werden, denn z.B. einen Viererblock sollte man als 1 „unit“ zählen, nicht als 4 (Marken). Es gab erfreulich viele Einzellose. Die Auktionatoren wurden Ende des 20. Jahrhunderts gerügt, sie hätten an den Ferrary-Auktionen viele Grosslose gebildet, was nicht sammlerfreundlich gewesen sei (Prof. Dr. Carl-Richard Brühl). Ich habe an anderem Orte schon bewiesen, dass diese Kritik nur ausnahmsweise zutrifft, sicher aber nicht generell. Viele Briefmarken wurden nämlich durchaus sammlerfreundlich in Einzellosen angeboten, vor allem an den ersten Auktionen. Auch die Anzahl der hergestellten Fototafeln ist sehr befriedigend. Wir finden allein für British Guiana 135 Fotos auf den Fototafeln. (183 Lose, 50 ohne Fotos, 2 Lose mit je 2 Fotos = 135 Fotos). Heinz
Heinz 7 Am: 16.09.2021 16:17:01 Gelesen: 9763 # 4
@ Heinz 7 [#3] Einige grössere Lose gab es aber auch bei British Guiana. Los 278 der 2. Auktion umfasste nicht weniger als 796 Marken ab der 5. Ausgabe (1860-1875). In einer Tabelle habe ich versucht, die Zusammensetzung des Loses II-278 übersichtlich darzustellen, soweit dies in der knappen Losbeschreibung aufgeschlüsselt wurde. Die 6. Ausgabe (1862) wurde zuvor schon angeboten (Lose II-250 bis II-277). Los II-278 war heiss umkämpft und erzielte immerhin einen Zuschlag von FFR 26‘000. Ich habe versucht, die 1188 „Units“ auf die verschiedenen Ausgaben von British Guiana aufzuteilen. Bei der 1. – 4. Ausgabe sowie bei der 6. Ausgabe ist mir dies wohl recht zuverlässig geglückt, aber bei der 5. Ausgabe und bei der 7. Ausgabe (und späteren) waren die Angaben in den Sammellosen nicht genau genug, als dass eine zuverlässige Zuteilung möglich ist. Auch eine „Umrechnung“ von den 796 Marken des Loses 278 auf die exakte Anzahl „units“ konnte nicht vorgenommen werden, weil die Angaben fehlen, wie viele Paare und grössere Einheiten das Los 278 umfasste. Dennoch gibt die beiliegende Übersicht wohl einen sehr guten Eindruck über die beeindruckende Breite und Tiefe der Sammlung British Guiana von Ferrary! Heinz
Heinz 7 Am: 16.09.2021 16:22:20 Gelesen: 9762 # 5
@ Heinz 7 [#4]

Wir sehen, tief beeindruckt, dass die Sammlung nicht weniger als 70 (!) Units der ersten Ausgabe „Cotton Reels“ umfasste! Und zwar inklusive der grössten Raritäten:

2 Briefe mit je einem Paar der Weltrarität 2 Cents
1 Einzelstück der Weltrarität 2 Cents
19 Stücke der 4 Cents
20 Stücke der 8 Cents
1 Brief mit dem Fehldruck „2 Cents statt 12 Cents“
4 Paare lose der 12 Cents
2 Marken * der 12 Cents
1 Marke der 12 Cents auf Fragment
20 weitere Marken lose gestempelt der 12 Cents

Von der ersten Ausgabe "Cotton Reels" existieren von der 2 Cents Marke nur 4 Einzelstücke und 3 Briefe mit je einem Paar. Ferrary hatte 1 Einzelstücke und 2 der drei Briefe mit den Paaren!



Von der 12 Pence Marke gibt es eine Abart: 2 Pence statt 12 Pence! Die Marke ist auf Brief, es gibt davon nur ein Stück. Auch dieser Brief war in der Sammlung Ferrary!



Auch die zweite, dritte, vierte und sechste Ausgabe fiel auf durch wunderbare Stücke (inkl. Unikat 1856 – One Cent magenta, Michel Nr. 9), siehe oben, Beitrag 2.

Ich denke also, die Frage ist bereits geklärt, wer „die beste“ aller British Guiana Sammlungen aller Zeiten besass. Es war Philipp La Renotière de Ferrary!

Heinz
Heinz 7 Am: 27.09.2021 22:37:11 Gelesen: 9669 # 6
@ Heinz 7 [#2] British Guiana gab 1850 die ersten Briefmarken heraus. In den folgenden Jahren bis 1882 kamen weitere 10 Ausgaben dazu, plus zwei Serien Dienstmarken (1875 / 1877). Der Michel – Katalog benötigt dafür 64 Nummern plus 10 Nummern für die Dienstmarken plus drei Zusatznummern für nicht ausgegebene Marken. Bei Yvert ist es ähnlich: 69 Nummern und 12 (Dienstmarken). Scott setzte deutlich mehr Nummern ein (1-111 und 10 Dienstmarken (ohne die nicht ausgegebenen Marken)). Noch deutlich mehr Nummern verwendete Stanley Gibbons: 1-174 (!) plus 12 Dienstmarken. Bereits bei der ersten Ausgabe zählen die Kataloge unterschiedlich: Michel 1-4 Yvert 1-4 Scott 1-5 Stanley Gibbons 1-8 Dies alles macht Vergleiche schwierig, erklärt aber, warum ein britischer Sammler eher breiter sammelt als ein Kontinental-Europäer, weil eine "komplette" Sammlung nach Stanley Gibbons viel umfangreicher ist als eine nach Michel oder Yvert. Ich habe bereits gezeigt, dass die Ferrary-Sammlung "British Guiana" sehr umfangreich war. Eine andere, äusserst breite Sammlung war diejenige von W. J. Webster, welche 1942 versteigert wurde. Im Vorwort zum Katalog stand: „suffice is to say that the W.J. Webster Collection is probably the finest collection of this country in existence.“ (Fortsetzung folgt) Heinz
Heinz 7 Am: 27.09.2021 22:58:18 Gelesen: 9661 # 7
@ Heinz 7 [#6]

(Fortsetzung)

Der Katalog umfasste nicht weniger als 471 Lose! Die ersten 328 Lose umfassten den Zeitraum 1850-1882 (1.-11. Ausgabe), doch auch die Jahre 1889-1921 waren reich vertreten (Lose 328-449). Wir zählen „nur“ 11 „Cottonreels“ (und die Weltrarität „2 Cents“ ist nicht dabei), aber die folgenden Ausgaben sind in ihrer ganzen Pracht enthalten. Von den ersten 328 Losen sind 249 Einzellose und 78 „Lots“; bei den Einzellosen gefallen u.a. viele grosse Blocks. Die 5. Ausgabe z.B. zeigte einen 30er-Block der Scott no. 59 (2 Cent-Marke) oder gar einen 94er-Block der Scott no. 58 (1 Cent-Marke); die 4 Cent-Marke (Scott no. 60) existierte ebenfalls in einer sehr grossen Einheit (22er-Block).

Die Webster Sammlung wurde auch im Handbuch von Townsend und Howe lobend erwähnt. Eines der wertvollsten Lose war die Nummer 8; ein waagrechtes Paar der Ausgabe 1850 „Cottonreels“, 12 Cent blau (Michel Nr. 4, Scott no. 5).



Meines Wissens den höchsten Katalogwert hatte jedoch Los 78: Eine seltene Scott no. 15: 4. Ausgabe (1856), 4 Cents blau (dies wäre wohl die Michel Nr. 11a). Los 78 bei der Harmer, Rooke-Auktion 1942 war zwar beschädigt bzw. repariert, die Marke gehört aber zu den grossen Seltenheiten des Landes. Meines Wissens hatte die Marke 2010 einen Katalogwert von Euro 70'000 (Michel).



Heinz
Heinz 7 Am: 30.09.2021 10:38:55 Gelesen: 9601 # 8
Hans Eduard Arnhold (1921-2011) wurde in Dresden geboren. Sein Vater und sein Grossvater führten eine Privatbank in Sachsen. Hans Eduard durfte (gemäss Einleitung im Auktionskatalog) in Nazi-Deutschland nicht studieren, und so wich die Familie aus in die Schweiz, er besuchte die Schule in Chateau d'Oex. 1939 reiste er als jüdischer Flüchtling nach Rio de Janeiro und gründete schliesslich 1940 in Sao Paulo eine Familie und ein Geschäft. Die Briefmarken-Sammlung, die er schon als Junge gepflegt hatte, begleitete ihn sein Leben lang. Das Auktionshaus Stanley Gibbons durfte 2012 seine beeindruckende Sammlung verkaufen; meines Wissens teilte das Auktionshaus diese in zwei Teile auf: - British Africa: 17.5.2012 - British Empire: 4./5.10.2012 In der Oktober-Auktion kamen 70 Lose "British Guiana" zum Verkauf. Grossbritannien used in British Guiana: 2 Lose 1. Ausgabe: "Cottonreels": 5 Lose 2. Ausgabe: 1 Los (umfassend beide Marken Michel Nrn. 5+6) 3. Ausgabe: 7 Lose 4. Ausgabe: 2 Lose 5. Ausgabe: 2 Lose 6. Ausgabe: 22 Lose 7. Ausgabe: 3 Lose spätere Ausgaben/Dienstmarken: 26 Lose Eines der teuersten Lose war eine seltene Dienstmarke: Dies ist die seltene Nummer SG O12, 24 Cents im horizontalen Paar (Los 290). Sie wurde vorbereitet, wurde dann aber nie offiziell herausgegeben. Die Michel Nummer ist D II. Diese Sammlung wurde vom Auktionshaus David Feldman nicht aufgeführt in seiner langen Liste von Verkäufen "Provenance Research" (Katalog zum Verkauf 14.10.2021, Seite 20+21); obwohl dort auch einzelne nur kleine "name sales" aufgeführt werden. Heinz
Heinz 7 Am: 15.10.2021 00:17:54 Gelesen: 9483 # 9
@ Heinz 7 [#1] Vor einem Monat habe ich auf eine wichtige Auktion von British Guiana hingewiesen, die heute in Genf stattfand. Nach einem ereignisvollen 15-Stunden-Tag kann ich viele neue Eindrücke von dieser Auktion schildern. Sie brachte viele Überraschungen. Einige Lose wurden sehr stark beboten, wie das gezeigte Los 30019, das von GB£ 8'000 Ausruf auf GB£ 42'000 (+ 22 % Aufgeld) stieg. Wir sehen links Fernando Martinez als Ausrufer. Auffallend war, dass viele verschiedene Käufer erfolgreich waren. Einzig bei den ganz teuren Losen hätten sich die Auktionatoren wohl etwas mehr Zuspruch erhofft. Zweifellos war die Collection "Imperium" ein erstrangiges Angebot an Marken dieser berühmten britischen Kolonie. Fast die ganze Sammlung "John E. Du Pont (1938-2010)" von 2014 kam hier erneut zum Angebot, plus ein paar weitere, wichtige Stücke. Solche Erlebnisse sind selten. Die Besichtigung der sagenumwogenen Weltraritäten war alleine die Reise wert. Solche Marken ganz nah, im Original zu sehen sind wunderschöne Erlebnisse für interessierte Philatelisten. Man kann das Papier studieren, den Druck, die Farben... British Guiana ist mit Sicherheit ein faszinierendes Sammelgebiet, das bereits im 19. Jahrhundert bei den Sammlern ganz hoch im Kurs stand. Es ist anzunehmen, dass die vielen (neuen?) Käufer von heute dem Sammelgebiet neuen Schwung verleihen. Heinz
Heinz 7 Am: 15.10.2021 18:32:36 Gelesen: 9413 # 10
@ Heinz 7 [#9] Als Nachtrag zu gestern: es gab offenbar einen wichtigen nachträglichen Verkauf! Los 30049, das teuerste Los, das gestern bis zu meiner Abreise (18 Uhr) unverkauft war, ist gemäss Ergebnisliste von heute doch verkauft, zu einem Untergebot (90 % des Estimates). GB£ 360'000 (statt der erwarteten GB£ 400'000). Damit sieht die "Schlussbilanz" deutlich erfreulicher aus. Von den sieben teuersten Losen (GB£ 100'000 und mehr) sind, Stand heute, nur 2 unverkauft geblieben. Bei vier weiteren wurde ein Endpreis unter dem Estimate akzeptiert (90%, 96%, 90%, 90%). Ein Los übertraf den Estimate: Los 30052: Start: GB£ 120'000 - Zuschlag GB£ 125'000. Bei den nicht-so-teuren Losen kam es aber zu vielen "Preisschlachten", als der Estimate teils weit übertroffen wurde. Für die ersten 131 Lose benötigte das Auktionshaus fast drei Stunden, bis die Lose zugeschlagen waren! Man kann also durchaus von einem erfolgreichen Anlass sprechen! Heinz
Heinz 7 Am: 17.11.2024 15:55:41 Gelesen: 7474 # 11
@ Heinz 7 [#1] Ich habe vor drei Jahren einen Versuch gestartet, die wichtigsten Sammlungen von British Guiana vorzustellen... Leider konnte ich diesen Versuch aber aus zeitlichen Gründen nicht über einen "Startschuss" hinaus fortsetzen. Nun veranlasst mich eine neu angekündigte Auktion, das alte Thema wieder zu beleben. Ich habe in diesem Forum schon oft auf die überragende Bedeutung des Sammelgebietes "British Guiana" im 20. Jahrhundert hingewiesen. British Guiana gehört ohne jeden Zweifel zu den "Lieblingen" der Raritätenjäger und seine Spitzenstücke erzielten viele der höchsten Preise weltweit "aller Zeiten". In Beitrag 1 nannte ich schon 8 ganz grosse Namen, die phantastische Sammlungen dieses Gebietes (mit Spitzenstücken des Gebietes) besassen. Heute möchte ich einen Namen ergänzen, der sich ohne Zweifel unter die grössten Sammler dieses Gebietes einreihen wird: Simon Greenwood, FRPSL. Simon, Jahrgang 1955, verstarb viel zu früh bereits im Jahr 2022. Nun kommt seine Sammlung "British Guiana - Part I" bei Spink in London zur Auktion, und zwar am 11.12.2024 Überstrahlt wird die Sammlung vom "Gordon Brief" 1851, der mit einem Paar der Ausgabe 1851 "Cottonreels" (2 Cents black on rose, Stanley Gibbons No. 1) frankiert ist Ich habe diesen Brief bereits im Bild vorgestellt, vgl. [#5], er wurde letztmals 1989 verkauft in Zürich zum Preis von CHF 520'000 + 12.5 % = CHF 585'000. Aber die Simon Greenwood collection ist viel mehr, als nur dieses ikonische Spitzenstück. Nicht weniger als 363 Lose umfasst Teil I dieser Sammlung, das ist doch sehr beachtlich. Nicht weniger als 24 Lose, (Lose Nr. 47-70) beinhalten Marken der legendären Ausgabe "Cottonreels". Heinz
22028 Am: 17.11.2024 16:59:44 Gelesen: 7442 # 12
@ Heinz 7 [#9] Wir sehen links Fernando Martinez als Ausrufer Das dürfte die wohl letzte Auktion von Fernando, den ich persönlich gut kenne, für David Feldman gewesen da er ja wieder zu Spink ging, wo er schon von 2011-2019 war.
Heinz 7 Am: 17.11.2024 18:10:58 Gelesen: 7410 # 13
@ 22028 [#12] Ja, auch ich kenne Fernando Martinez gut! Er war auch Gastgeber bei einem Empfang durch Spink anlässlich meines Five-o'clock displays bei der Royal im Januar 2014. Fernando war bei vielen wichtigen Auktionen dabei; er war ja auch bei Guido Craveri, bei Harmers Lugano. @ Heinz 7 [#2] Ich habe in Beitrag [#2] gezeigt, welche vier grossen Sammler das Unikat "One Cent magenta, 1856" besassen. Dabei ist auch John Du Pont erwähnt. Dessen Sammlung wurde erst 2014 verkauft, nachdem er 2010 verstorben war. Die Auktion 2014 warf hohe Wellen; sie erzielte zuerst einige exorbitante Zuschlags-Preise. Doch sieben Jahre nach der Auktion 2014 kam fast das gleiche Angebot im Jahre 2021 NOCHMALS zum Angebot, wohl, weil ein/DER Hauptkäufer 2014 seine Zahlungen nicht (vollständig) leistete und darum die Briefmarken (wohl) nicht ausgehändigt erhielt. Unter dem Namen "Imperium" kam 2021 ein beeindruckendes Angebot bei David Feldman zum Verkauf: 239 Lose, die in der Einleitung angekündigt waren wie folgt: "the Imperium Collection of British Guiana features almost the entirety of the famous John E. du Pont collection sold by our company in 2014, plus notably rarities added in the intervening years with particular expansion in the later issuess." = „Die Imperium Collection of British Guiana enthält fast den gesamten Bestand der berühmten John E. du Pont-Sammlung, die 2014 von unserem Unternehmen verkauft wurde, und darüber hinaus weitere Raritäten, die in den folgenden Jahren gesammelt wurden, wobei die späteren Ausgaben besonders stark ergänzt wurden.“ Die Ergebnisse für einige Lose 2021 lagen dann zum Teil deutlich unter den sehr hohen Preisen, welche 2014 zwar erzielt wurden, dann aber (vermutlich) nicht bezahlt wurden. Man sollte daher die Preise 2014 nur unter Vorbehalt zur Kenntnis nehmen. Den Katalog zur "Imperium"-Sammlung habe ich in Beitrag 1 abgebildet. Anbei nun der Katalog zur Auktion 2014. Heinz
Heinz 7 Am: 17.11.2024 19:04:18 Gelesen: 7393 # 14
@ Heinz 7 [#13] Es gibt viele sehr wichtige Briefmarken und Briefe zum Gebiet British Guiana. Zu den wertvollsten unter ihnen gehört sicher auch der anbei gezeigte Brief von 1851 mit einer gelben 4 Cents Marke (4 cents black on yellow pelure paper, initialled W.H. L(orimer), Stanley Gibbons no. 8). Robson Lowe beschrieb diesen Brief 1975 wie folgt: The finest known «cotton-reel» and the second in the order of rarity. Die schönste bekannte "Baumwollspule" und die zweite in der Reihenfolge der Seltenheit. Robson Lowe war ohne Zweifel einer der erfolgreichsten und fleissigsten Auktionatoren aller Zeiten im Bereich der Philatelie. 1975 startete er auch mit einigen Auktionen in Genf, und gleich am Eröffnungstag (1.5.1975) kam es zu einem spektakulären Angebot (siehe Lose 3+4 auf Seite 8+9 des Kataloges). Los Nr. 4 scheint von du Pont gekauft worden zu sein, denn das Stück erschien in dessen Sammlung 2014 als Los 60031. Dort war es mit einem Estimate von Euro 120'000 – 160'000 angeschrieben. Gemäss Ergebnisliste wurde der Brief 2014 verkauft zu Euro 160'000 (plus 20 % Aufgeld = Euro 192'000). Auch dieses Stück wurde 2021 durch Feldman wieder-angeboten, nun unter Losnummer 30052. Der Schätzpreis lag nun bei GB£ 120'000 – 180'000, gemäss Ergebnisliste wurde der Brief verkauft zu GB£ 125'000 (plus 22 % = GB£ 152'500). Dieses Eckrand-Stück auf Brief ist eines der Prestige-Stücke dieses Sammelgebietes. Heinz
Martin de Matin Am: 17.11.2024 20:40:28 Gelesen: 7370 # 15
@ Heinz 7 [#14] @ Heinz 7 [#11] Man sollte nicht vergessen das beide Briefe sich in der Burrussammlung befanden, die 1963 versteigert wurde. Der Brief mit dem Paar war mit 25.500 Pfund das teuerste Stück der Auktion und der Brief mit der gelben war mit 2.800 Pfund das drittteuerste Stück. Den zweiten Platz mit 6.000 Pfund erreichte ein Viererstreifen der 1 cent der zweiten Ausgabe auf Brief. Dieser Brief wird jetzt als Los 79 mit einem Schätzpreis von 12.000 - 15.000 Pfund angeboten. Gruss Martin
Heinz 7 Am: 18.11.2024 21:02:40 Gelesen: 7293 # 16
@ Martin de Matin [#15] Sehr richtig, lieber Martin! Beim Angebot Burrus (1963) gingen 13 Lose mit einem Schätzpreis von GB£ 500 "ins Rennen", 11 davon wurden verkauft (2 blieben unverkauft). Da vier Lose mit Estimate unter £ 500, Price realized aber ÜBER GB£ 500 abschlossen, haben wir immerhin 13 Lose mit Ergebnissen von mehr als GB£ 500. Was heute nach "wenig" tönt, war 1963 doch ein hoher Erlös. Zur Überraschung vieler stiess der Brief "2 Pence blau, statt 12 Pence, auf Brief" (siehe Beitrag [#2]) 1963 aber auf wenig Interesse, und wurde nur zur Hälfte des Schätzpreises (£ 5'000) verkauft (also zu £ 2'500), und somit war der 4 Cents-Brief mit £ 2'800 der dritt-teuerste der Auktion, wie Martin richtig festhielt. Klare Nummer zwei "ex Burrus" war damals Los 25, hier gezeigt oben im Katalog 1963, Seite 4 Das Los 25 schaffte es 1963 auf respektable GB£ 6'000, was damals ein sehr stolzer Betrag war, Gegenwert heute klar mehr als CHF 200'000. Das solch ein Brief nun am 11.12.2024 für lächerliche GB£ 12'000 - 15'000 angeboten wird, muss uns schon nachdenklich stimmen. Die britischen Sammel-Gebiete haben zum Teil dramatisch an Wert eingebüsst. Das erkennt man vielleicht nicht, wenn man das nur "nominell in Pfund" betrachtet, aber die Betrachtung aus der Finanz-Stabil-Zone Schweiz zeigt uns ein anderes Bild. Oder der Los-Beschreiber hatte eine ganz schwache Stunde, auch dies müssen wir in Erwägung ziehen. Ich hätte den "Estimate" für Los 79 (Viererstreifen der Stanley Gibbons no. 9 auf Brief, ex Los 25 "Burrus") ganz woanders angesetzt. Ich bin gespannt auf das tatsächliche Ergebnis. Heinz
Heinz 7 Am: 18.11.2024 22:50:22 Gelesen: 7269 # 17
@ Heinz 7 [#3] Ich habe mich ja früh "ge-outet", dass die beste und wertvollste Briefmarkensammlung von British Guiana die Sammlung von Ferrary war. Er hatte sowohl eine sehr breite Sammlung, und es gibt kaum ein Spitzenstück, das in seiner Sammlung fehlte. Sehen wir uns einmal die sieben teuersten Lose seiner Auktionen an: 3. Auktion - Los 295 - Brit. Guiana 1856 - 1 Cent -Unikum - Platz 1 1. Auktion - Los 32 - Brit. Guiana 1850 - 2 Cents Cottonreels, Paar, Brief "Gordon" - Platz 2 2. Auktion - Los 176 - Brit. Guiana 1850 - 2 Cents Cottonreels, Paar, Brief "Collier" - Platz 20 1. Auktion - Los 54 - Brit. Guiana 1856 - 4 Cents schwarz auf blau, Initialen E.D.W. - Platz 23 2. Auktion - Los 244 - Brit. Guiana 1856 - 4 Cents schwarz auf blau, Papier "coloured through", Gibbons no. 27 - Platz 37 10. Auktion - Los 169 - Brit. Guiana 1850 - 2 Cents Cottonreels, Sign. J.B.S. - Platz 40 2. Auktion - Los 242 - Brit. Guiana 1856 - 4 Cents schwarz auf blau - Platz 42 Nur fünf Länder schafften es mindestens 4 Marken unter die "50 teuersten" bei Ferrari zu platzieren: - British Guiana: 7 Lose (siehe oben) - Hawaii: 4 Lose - USA: 6 Lose - Mauritius: 9 Lose - Rumänien: 5 Lose Obige 7 Briefmarken / Briefe verdienen also sicherlich unsere volle Aufmerksamkeit. Sie zählten vor rund 100 Jahren zum Wertvollsten, das die Philatelie zu bieten hat(te). Die grössten Sammler dieser Zeit sorgten für hohe Preise. Die Käuferschar war illuster: Stück Platz 1 - Hind Stück Platz 2 - Burrus Stück Platz 20 - King George Stück Platz 23 - Caspary Stück Platz 40 - Theodore Champion u.s.w. Auch auf dem Brief, der heute in der königlichen Sammlung von England ist, sehen wir unten rechts das Besitzerzeichen von Ferrari. Heinz
Heinz 7 Am: 18.11.2024 23:42:17 Gelesen: 7263 # 18
@ Heinz 7 [#17] Auch die Sammlung von Alfred Caspary beinhaltet einige sehr schöne und wertvolle Stücke von British Guiana. An seiner 9. Auktion von H.R. Harmer, New York, 14.5.1957, Sale 1089+1090, wurden immerhin 154 Lose angeboten (Lose 198-351), wobei mir besonders sein Brief von Berbice nach Demerara gefällt, der zwei VERSCHIEDENE Werte der "Cottonreels" beinhaltet: 4 Cents "black on orange" und 8 Cents "black on green". Los 199 aus der Auktion Caspary. Erreichte mit US$ 3'200 das zweithöchste Ergebnis seiner Sammlung "British Guiana". Leider kann ich das Stück nicht in Farbe zeigen, da sieht es natürlich besonders attraktiv aus (zweifarbig!). Den höchsten Preis erzielte jedoch Los 260, das wunderbare Stück ex Ferrari: 4 Cents black on blue, initialed E.D.W., viereckig geschnitten, Scott no. 15, Stempel 23. Oktober 1856 auf kleinem Fragment. Der Brief erreichte immerhin einen Zuschlag von US$ 7'000. Caspary hatte es teuer eingekauft an den Auktionen Ferrary. Heinz
Heinz 7 Am: 19.11.2024 00:21:30 Gelesen: 7255 # 19
@ Heinz 7 [#13] Ich habe mich zu den Umständen beim Verkauf der du Pont Sammlung vorsichtig geäussert. Wer es genauer wissen will, findet interessante Information in diesem Artikel [1]. Mindestens so spannend wie ein Krimi am TV. Wobei ich mich über solche Skandale nicht freue und ich denke, sie schaden der seriösen Philatelie. Gruss Heinz [1] https://www.linns.com/news/us-stamps-postal-history/2014/december/feldman-seeks-payment-for-stamps.html
Heinz 7 Am: 22.11.2024 17:45:24 Gelesen: 7103 # 20
@ Heinz 7 [#2] Was ich da so "leichtfertig" hingesagt habe, ist genau genommen eine sehr schwierige Aufgabe. Will ich diese Aufgabe seriös und wirklich gut lösen, benötige ich wohl eine dreistellige Anzahl Stunden, um die Sammlungen genau zu analysieren und angemessen zu würdigen. Ich weiss nicht, woher ich mir diese Stunden "stehlen" soll... Aber fangen wir doch einfach einmal an. In Beitrag 2 habe ich acht Namen genannt, die zu den "grössten" Sammlern von British Guiana gehören. Ich weiss, dass die Liste NICHT vollständig ist. Im Auktionskatalog 2021 von David Feldman (siehe Beitrag 1) werden auf den Seiten 12-19 achtzehn Sammler und eine Sammlerin porträtiert, die "wichtige British Guiana Ausgaben besassen". Auf diesen Seiten fehlt allerdings W.J. Webster (Auktion 1942), der jedoch meines Erachtens ohne Zweifel wirklich zu den besten zählt. William A. Townsend hat für das Sammelgebiet einen grossen Namen. Hauptsächlich darum, weil er 1970 zusammen mit Howe das hervorragende Buch "The Postal Stamps and Postal History of British Guiana" herausgab. William Townsend war auch Präsident der Royal PSL und durfte die "Roll of Distinguished Philatelists" unterschreiben; eine ganz grosse Ehre. Sein Buch mit Howe umfasst mehr als 400 grossformatige Seiten (fast A4) und ist ein massgebendes Standardwerk für das Sammelgebiet. 1969 wurde seine Sammlung "British Guiana" zum Verkauf angeboten, und natürlich interessiert uns, was Townsend denn so alles in seiner eigenen Sammlung besass Heinz
Heinz 7 Am: 22.11.2024 23:44:51 Gelesen: 7052 # 21
@ Heinz 7 [#20] Die Sammlung von Townsend war, aus finanzieller Sicht, nun nicht DER grosse Überflieger. Am 20. Oktober 1969 kam sie bei H. R. Harmer Ltd., London, zur Auktion (Sale 3609). Der Auktionskatalog umfasste nur 32 Seiten (plus 4 Umschlags-Seiten), obwohl doch immerhin 265 Lose zum Angebot kamen. Farbige Abbildungen gab es auf den Umschlags-Seiten I und IV), im Katalog waren gemäss Katalog «121 inset illustrations». Das Total der realisierten Preise belief sich jedoch nur auf GB£ 12,201 (gemäss Ergebnisliste vom Auktionshaus). Im Oktober 1969 hatte zwar das britische Pfund noch einen Wert von CHF 10.284, doch ergibt eine Hochrechnung und Verzinsung ins heutige Jahr trotzdem keine «ganz grossen Zahlen». Das liegt daran, dass a) Keines der 265 Lose mit einem wirklich sehr hohen Startpreis eröffnen konnte b) Einige Lose unverkauft blieben c) Nur wenige Lose markant über «Estimate» verkauft wurden. Zu all dem Gesagten die «harten Fakten»: a) Nur 2 Lose hatten einen Estimate von GB£ 1'000, nur insgesamt 11 Lose hatten einen Estimate von GB£ 500 oder mehr b) Von den 13 am höchsten geschätzten Losen blieben 7 unverkauft (!). Total 34 Lose (von 265) blieben unverkauft. c) Von den verkauften Losen waren nur 75 Lose über Estimate, 42 waren darunter, 10 waren PR= 100 % Est. Der PR-Betrag lag aber summiert nur GB£ 581.75 GB£ über dem Estimate. Bei den Losen, bei denen ein Estimate fehlte und der Katalogwert als Vergleichsgrösse angegeben wurde, erreichten nur 3 von 102 Losen den Katalogpreis, 99 blieben darunter, und dies teils deutlich. Hier «fehlten» GB£ 1926.4 Dies alles muss uns also meines Erachtens von einem eher enttäuschenden Verkaufs-Anlass sprechen lassen. Townsend hatte also nicht eine der "absolut wertvollsten" Sammlungen von British Guiana. Heinz
Heinz 7 Am: 22.11.2024 23:50:10 Gelesen: 7050 # 22
@ Heinz 7 [#21] Abschliessend wollen wir aber trotzdem die wertvollsten 10 Stücke besprechen (Los 142 war ein grosses Sammellos). PR GB£ 800 (Estimate GB£ 800) Los 9 PR GB£ 750 (Estimate GB£ 750) Los 56 PR GB£ 700 (Estimate GB£ 550) Los 59 PR GB£ 440 (Estimate GB£ 500) Los 5 Estimate GB£ 1000, aber unverkauft: Los 10 Estimate GB£ 1000, aber unverkauft: Los 58 Estimate GB£ 700, aber unverkauft: Los 26 Estimate GB£ 600, aber unverkauft: Los 54 Estimate GB£ 500, aber unverkauft: Los 6 Estimate GB£ 500, aber unverkauft: Los 14 Die Lose 5, 6, 9 10 und 14 sind Ausgaben der Ausgabe «Cotton-Reels» - Los 5: 8 Cents grün, 7-eckig geschnitten, Stanley Gibbons no. 4 - Los 6: 8 Cents dull blue-green, 7-eckig geschnitten, Stanley Gibbons no. 4 - Los 9: 12 Cents blue, bright shade, S.G. no. 5, viereckig geschnitten - Los 10: 12 Cents blue, bright shade, S.G. no. 5, Paar, rund geschnitten - Los 14: 12 Cents pale blue, S.G. no. 7, viereckig geschnitten (mit Welle) 4 dieser 5 Lose finden sich auf der Farbfototafel auf Umschlagsseite vorne: 1. Reihe Marke 2 = Los 5, Marke 3 = Los 9, 2. Reihe, Paar = Los 10, 2. Stück = Los 14 Heinz
Heinz 7 Am: 22.11.2024 23:57:04 Gelesen: 7049 # 23
@ Heinz 7 [#22] Die Lose 54+56+58+59 sind alles Ausgaben der 3. Ausgabe «Provisorien, Schiffe im Rechteck» - Los 54: 4 Cents black on magenta, viereckig geschnitten, Stanley Gibbons No. 24 - Los 56: 4 Cents black on magenta, auf Brief, achteckig geschnitten, Stanley Gibbons No. 24 - Los 58: 4 Cents black on rose, Paar, rechteckig geschnitten, S.G. No. 25 - Los 59: 4 Cents black on blue, S.G. no. 26, auf Brief, achteckig geschnitten Nur ein Los, das nicht der ersten oder vierten Ausgabe angehört, schaffte es auf die Liste der 10 wertvollsten Stücke: Los 26, Ein Brief der Ausgabe 1853, , mit einem Viererstreifen der 1 Cents vermilion (Stanley Gibbons no. 11); ein wunderbarer Brief. Bei einem Estimate von GB£ 700 wurde er nicht verkauft. Wir kennen den Brief schon (siehe Beitrag 16), er wurde bei der Auktion «Burrus» farbig angeboten und brachte 1963 den Preis von GB£ 525 (1963). Im Katalog von Harmer wurde der Brief 1969 nur als Ausschnitt gezeigt… - das kann schon den Unterschied machen… Auf der hinteren Umschlags-Seite IV sind 5 weitere dieser wertvollen Lose farbig abgebildet. Heinz
Heinz 7 Am: 24.11.2024 11:53:54 Gelesen: 6937 # 24
@ Heinz 7 [#21] William Townsend hat aufgrund seiner Verdienste um die Philatelie für British Guiana einen ganz grossen Namen. Er hatte auch eine umfangreiche Sammlung dieses Landes, doch waren die Schwerpunkte nicht bei den ganz grossen/teuren Seltenheiten, die bekanntlich bei den ersten 4 Ausgaben 1850-1856 von British Guiana zu finden sind (Michel Nummern 1-11), sondern später. Er war grosser Spezialist der 5. Ausgabe 1860-1875, welche er auch plattierte. Im Auktionskatalog nahmen die ersten 4 Ausgaben 56 Lose in Anspruch, die 71 Marken umfassten. Allein die 5. Ausgabe umfasste dann aber mehr als 1721 Briefmarken, die auf 84 Lose aufgeteilt waren! Auch die Ausgaben 1888-1953 umfasste viele Briefmarken (ca. 1950), die in 49 Losen angeboten wurden. Die 56 Lose der ersten 4 Ausgaben hatten einen Schätzwert von GB£ 11'771, die übrigen 209 Lose einen solchen von nur etwa GB£ 5'937, obwohl sie mengenmässig 98.3 % der "Anzahl Marken/Briefe/Einheiten" ausmachten! (4209 im Total, davon 71 von Ausgabe 1-4). Das ist die Struktur vieler Briefmarkensammlungen. Die 21 farbig abgebildeten Lose auf den Umschlags-Seiten I-IV (siehe Beitrag 22+23) sind alle von den ersten, dritten und vierten Ausgaben 1850-1856. Heinz
Heinz 7 Am: 24.11.2024 21:15:03 Gelesen: 6894 # 25
@ Heinz 7 [#2] Die Webster-Sammlung wurde vom Auktionshaus 1942 angekündigt wie folgt: "Suffice it to say that the W.J. Webster Collection is probably the finest collection of this country in existence" = "Es genügt zu sagen, dass die Sammlung W.J. Webster wahrscheinlich die beste Sammlung dieses Landes ist, die es gibt." Sie umfasste imposante 470 Lose, wobei immerhin 78 Lose Marken der ersten vier Ausgaben beinhalteten. Grosse Sektionen sind auch die 5. Ausgabe (mit 181 Losen) und Ausgaben 1889-1921 (122 Lots). Die drei teuersten Marken (gestempelt), die Michel Nr. 9, Nr. 1 und Nr. 11b (= Stanley Gibbons no. 23, 1 und 26) fehlen auch in dieser Sammlung ebenso wie Spezial-Raritäten wir "Cottonreels ungebraucht" oder die "2 statt 12 Cents - Abart"; das ist also ähnlich wie auch schon bei Townsend. Aber gleichwohl sind wertvolle Grossraritäten zahlreich vorhanden! Die bestens bekannten Philatelie-Autoren Leon & M. Williams gaben zum Anlass dieser Auktion eine 28-seitige (!) Broschüre heraus, die fast gleich umfangreich ausfiel wie der Auktionskatalog! Die katalogmässig wertvollste Briefmarke ist Los 78: 4. Ausgabe, 4 Cents blau. Sie ist zwar an allen vier Ecken repariert, aber sie ist sehr selten und war 1942 mit US$ 4'000 ausgepreist. Die Marke hatte 2010 immerhin einen Katalogwert von Euro 70'000 (Michel) Heinz
Heinz 7 Am: 25.11.2024 00:46:07 Gelesen: 6868 # 26
@ Heinz 7 [#25] Ein äusserst seltenes Stück ist dieser Brief von Demerara nach Georgetown, frankiert mit einer 4 Cents black on pale yellow, pelure paper, Townsend Type B. Katalognummer Stanley Gibbons no. 8. Die Marke ist rund geschnitten. Gemäss Auktionskatalog gibt es nur zwei Briefe der SG no. 8! Dieses wunderbare Stück war in der Sammlung Webster 1942. Dort finden wir den Brief als Los 3, Scott no. 3. Ich habe einen Scott-Katalog in meiner Bibliothek, aus dem Jahr 1938. Dort steht zum Katalogwert: No. 3 = 4c yellow (pelure), cut to shape, US$ 700. Wäre die Briefmarke viereckig geschnitten, hätte sie einen viel höheren Katalogwert gehabt (US$ 4500). Ein Briefpreis fehlt. Im Auktionskatalog Harmer Rooke New York 1942 steht dann auch: "Cat. 700.00 +" (also der Preis für die lose Marke, nicht auf Brief). Der Brief war im Auktionskatalog nicht abgebildet, auf der 5. Fototafel finden wir lediglich einen kleinen Ausschnitt mit der runden Marke. In der schönen Broschüre der Williams-Brüder, London 1941, war aber der Brief wunderbar in Originalgrösse abgebildet auf Seite 10. Der Verkauf war übrigens ein Desaster für den Einlieferer. Fast alle Lose wurden sehr billig verkauft, wie eine Original-Liste der "Prices Realized" zeigt. Lächerliche US$ 115 brachte dieser wunderbare Brief ein. Allerdings war nicht nur die schlimme Kriegszeit schuld an diesem tiefen Ergebnis, sondern auch die Tatsache, dass der Einlieferer alle englischen Käufer offenbar von einem Kauf ausschloss! Er wollte damit erreichen, dass US$ nach Grossbritannien kommen; so wurde dies auf Seite 4 der Broschüre begründet: "The "W.J. Webster" Collection will be offered for sale in New York, and it is the desire of the owner that none of the superb material shall be available to British collectors, so that the entire proceeds of the sale will be remitted to this country in dollars. We cannot think of more direct evidence of the way in which stamp collectors in this country can and do make their contribution to the National War Effort. (...) K.W. Harmer, September 3rd, 1941" „Die „W.J. Webster“-Sammlung wird in New York zum Verkauf angeboten, und es ist der Wunsch des Eigentümers, dass nichts von dem hervorragenden Material britischen Sammlern zur Verfügung stehen soll, so dass der gesamte Erlös des Verkaufs in Dollar in dieses Land überwiesen wird. Wir können uns keinen direkteren Beweis für die Art und Weise vorstellen, in der Briefmarkensammler in diesem Land ihren Beitrag zu den nationalen Kriegsanstrengungen leisten können und dies auch tun. (...) K.W. Harmer, 3. September 1941“ So konnten US-Briefmarkenhändler zu Schleuderpreisen einkaufen. 2014 war dieser Brief wieder auf dem Markt, nun in der Schweiz, bei David Feldman. Als die Du Pont-Sammlung versteigert wurde, war dieser Brief Los 60003, mit einem Estimate von Euro 20'000-25'000. Er war allerdings beschrieben als lemon-yellow, Stanley Gibbons No. 3, obwohl damals das Testat der B.P.A. vom 10.5.2014 schon vorlag, das die Marke als SG no. 8 festlegte. Auch dieses Los wurde stark beboten, und erst bei Euro 55'000 zugeschlagen (+20 % Aufgeld, also Euro 66'000). Der Zuschlag wurde aber nie bezahlt (siehe oben, Beitrag 19), und so kam die Marke 7 Jahre später wieder zur Auktion, wieder in Genf am 14.10.2021: nun als Los 30053. Nun war die Auktionswährung das GB£, Estimate war £ 25'000-30'000. Der Zuschlag erfolgte bei GB£ 30'000 (+ 22% = GB£ 36'600). Heinz
Heinz 7 Am: 11.12.2024 20:25:23 Gelesen: 6702 # 27
@ Heinz 7 [#2] @ Heinz 7 [#26] Ich habe in Beitrag [#2] schon ein paar Namen genannt, die Kandidaten sind für die Auszeichnung "Beste Sammlung von British Guiana". Zur Sammlung Webster und zur Sammlung Townsend ist anzumerken, dass sie ertragsmässig nicht ganz oben auf der Liste der "teuersten Sammlungen" eingereiht werden können. Die Preise für gewisse Stücke schwankten in den Jahrzehnten teils recht stark. Nun können wir eine erste Zwischenbilanz ziehen zur Sammlung von Simon Greenwood, die heute in London verkauft wurde. Ich weiss nicht, ob alle Spitzenstücke schon im ersten Teil angeboten wurden, aber für mich ist klar, dass die Sammlung Greenwood zu den wertvollsten Sammlungen gehört, die je zusammengetragen wurde, denn er hatte nicht nur viele Lose (363 Lose kamen heute zum Angebot), sondern eben auch ein paar absolute Spitzenstücke. Das Resultat der Auktion (ca. erste Hälfte, Lose 1-144) möchte ich wie folgt kommentieren: Die Auktion lief nicht schlecht von den ersten 144 Losen wurden offenbar 133 Lose verkauft, und zwar wie folgt: Unverkauft: 11 Unter Schätzpreis: 38 Zum Schätzpreis: 9 Über dem Schätzpreis: 86 Lose Dazu noch eine Anmerkung: Online erscheinen heute zum Teil andere Schätzpreise als im gedruckten Katalog! Ich nehme den gedruckten Katalog als Vergleichsgrundlage. Das tönt ja ganz anständig. Trotzdem werden einige Enthusiasten vermutlich enttäuscht sein, weil besonders die sehr teuren Stücke einen sehr schweren Stand hatten und zum Teil auch nicht verkauft wurden. Dabei waren die Schätzpreise meines Erachtens sehr moderat, manchmal schon fast "unanständig tief". Z.B. Los 79, mit nur GB£ 12'000. Ein besonderes Weihnachtsgeschenk hat sich EIN kapitalkräftiger Sammler auf jeden Fall gemacht: Er (oder sie) kaufte den Traum-Brief von der Titelseite für bescheidene GB£ 240'000, das heisst zu 80 % des Schätzpreises. Dieser Brief hat früher deutlich mehr gekostet. Heinz
Heinz 7 Am: 11.12.2024 21:19:07 Gelesen: 6679 # 28
@ Heinz 7 [#27] Das mit Abstand zweitteuerste Los der heutigen Auktion wurde ebenfalls nicht überbezahlt. Los 141, das schönste Exemplar der Stanley Gibbons no. 27 4 Cents schwarz auf blau "on sugar paper" (paper coloured through). Michel Nr. 11 b ist (oder war) mit Euro 95'000 bewertet (2010), im englischen Katalog steht die Marke gemäss Auktionskatalog bei stolzen GB£ 225'000. Nun wurde sie angeboten zum Schätzpreis von GB£ 60'000. Der Zuschlag erfolgte bei GB£ 65'000. Heinz
Heinz 7 Am: 07.01.2025 22:59:22 Gelesen: 6416 # 29
@ Heinz 7 [#28] Im sehr informativen Auktionskatalog von David Feldman zur Auktion vom 14.10.2021 (siehe [#1]) wurden 19 berühmte Sammler aufgelistet, die wichtige British Guiana Ausgaben besassen: 18 Männer und 1 Sammlerin: Louise Boyd Dale. 7 von 8 Namen, die ich in Beitrag 2 genannt habe, sind dort (Seite 12-18) in Porträts vorgestellt worden. Nur Webster kam nicht zu dieser Ehre, was meines Erachtens eine Unterlassung war. (Zu Webster siehe oben: Beiträge 2+6+7+25+26). Ein weiterer Name, der in diesem wichtigen Referenzwerk nicht genannt wurde, war derjenige von Frederick De Coppet. Dabei hatte Coppet eine wirklich sehr beeindruckende Sammlung, die es meines Erachtens verdient, hier ebenfalls besprochen zu werden. Sammler Frederick de Coppet lebte im 19. Jahrhundert, und seine Sammlung wurde bereits im April 1893 verkauft. Die Auktion wurde von dem frühen Pionier John Walter Scott, New York durchgeführt. Prof. Carl-Richard Brühl schrieb zu dieser Auktion: "Als erste wirklich bedeutende Auktion muss die Versteigerung der Frederick de Coppet-Sammlung in acht Sitzungen vom 3. - 26. April 1893 durch J. W. SCOTT gelten" (siehe: "Geschichte der Philatelie", 1984, Band I., Seite 394). Die Sammlung war sehr umfangreich und umfasste viele Länder von Nord-, Mittel- und Südamerika. Die grössten Sektionen waren: 1) United States of Colombia 333+11 Lots 2) United States (of America) 177+2 Lots 3) Tolima 136 Lots 4) British Guiana 135+4 Lots 5) Peru 113+1 Lots 6) Uruguay 107+4 Lots 7) Dominican Republic 102 Lots 8) Nevis 79 Lots 9) Argentine Republic 76 Lots 10) Antioquia 72 Lots u.s.w. die ganze Auktion hatte 2804 Lose! Heinz
Heinz 7 Am: 07.01.2025 23:39:20 Gelesen: 6412 # 30
@ Heinz 7 [#29] In der philatelistischen Zeitschrift "Stamp News, London" (von Theodor Buhl) vom 1. Juni 1893 werden die Resultate dieser Auktion ausführlich besprochen. Alle (?) Ergebnisse mit einem Zuschlag von US$ 50 oder mehr werden angeblich aufgelistet, es sind 66 Lose. Auf Seite 94+95 der Stamp News lesen wir, dass die Auktion "is certainly the largest auction of stamps that has ever taken place." Nicht weniger als 14 dieser 66 Positionen betreffen Briefmarken aus British Guiana, die auch die vordersten Plätze der Liste der teuersten Zuschläge belegen: 1 + 2 + 4 + 5 + 6 + 10 + 12. Ich zitiere nun wieder Brühl: "Der höchste erzielte Zuschlag für eine Marke (...) betrug 1010 $ und galt damals als sensationell". Die ersten 60 Lose dieser Auktion (Lose 358-417) waren fast ausschliesslich Einzellose der ersten 6 Ausgaben 1850 - 1862. Unter den Losen 418-492 plus den 4 Nachtrags-Losen hatte es offenbar keine sehr teuren Stücke mehr. 8 der 9 Lose mit Marken der 1. Ausgabe "Cottonreels" kosteten zwischen US$ 62 und eben US$ 1010 3 Lose der 4. Ausgabe kosteten zwischen US$ 75.50 und US$ 427 3 Lose waren ganze Bogen der 6. Ausgabe; entweder ungebraucht (24-er-Bogen) der 1 Cent-Marke (Los 414), oder rekonstruierte Bogen mit allen 24 Positionen der 2 Cents-Marken (Los 416) und der 4 Cents Marken (Los 417); sie kosteten angeblich zwischen US$ 202.80 und beachtlichen US$ 900.(Los 417) Das sind wirklich beeindruckende Zahlen. Fotos kann ich leider keine zeigen, weil mein Auktionskatalog hatte keine Fototafeln. Möglicherweise sah Los 414 aus wie folgt: Beschreibung Katalog 1893: "1862 Provisional issue. Entire uncut, unused sheet of 24 varieties, 1 Cent rose." Dieses Los wurde gemäss "Stamp News" zu immerhin US$ 202.80 zugeschlagen, und war somit das 12. teuerste Stück der ganzen Auktion und in der Reihe der British Guiana Lose auf Platz 7. Ein wohl ähnlicher (oder genau dieser?) ungebrauchter 24-er-Block wurde 2014 bei David Feldman verkauft, Los 30173; das hier gezeigte Foto stammt aus der Auktion 2014. Das Spitzenstück der Auktion Coppet 1893 möchte ich auch noch im Bild zeigen. Heinz
Heinz 7 Am: 08.01.2025 09:11:46 Gelesen: 6368 # 31
@ Heinz 7 [#29] De Coppet hatte eine 8 Cents Marke, 1. Ausgabe 1850, schwarz auf grün, Michel Nr. 3, sie brachte einen Zuschlag von US$ 177 De Coppet hatte ein ganzes Bogenblatt der 6. Ausgabe, 1 Cent-Marke (24-er-Block) ungebraucht (Michel Nr. 21), dieses Los brachte einen Zuschlag von über US$ 200 (siehe Beitrag oben) De Coppet hatte eine 4 Cent Marke, 1. Ausgabe 1850 oder 1851, gelb (vermutlich mattgelb, Michel Nr. 2c), sie brachte einen Zuschlag von US$ 237 De Coppet hatte eine 4 Cent Marke, 4. Ausgabe 1856, blau, auf durchgefärbtem Papier, auf ganzem Brief; er brachte einen Zuschlag von US$ 407 De Coppet hatte eine 4 Cent Marke, 4. Ausgabe 1856, blau, on surfaced paper, ebenfalls auf ganzem Brief; er brachte einen Zuschlag von US$ 427 De Coppet hatte eine Platten-Rekonstruktion der 2 Cents-Marke 6. Ausgabe, mit allen 24 Exemplaren, gebraucht. Dieses Los brachte einen Zuschlag von sehr hohen US$ 552 De Coppet hatte eine Platten-Rekonstruktion der 4 Cents-Marke 6. Ausgabe, mit allen 24 Exemplaren, gebraucht. Dieses Los brachte einen Zuschlag von sehr hohen US$ 900. Dies waren die Lose, welche Platz 2 bis 8 in der Reihe der teuersten Stücke (Teil British Guiana) dieser denkwürdigen Auktion erzielten. Alle Lose standen aber hinter dem teuersten Stück der Auktion, einer 2 Cents Marke, 1. Ausgabe, 1851; einer Marke schwarz auf mattrosa, von der auch heute nur ganz wenige Stücke bekannt sind: 4 Einzelmarken 3 Briefe mit je einem Paar. Diese Weltraritäten stehen seit rund 140 Jahren (mindestens) ganz oben auf der Liste der Begehrlichkeiten bei den Philatelisten. 1893 waren meines Wissens zwei der drei Briefe noch nicht bekannt, sodass 1893 die Auswahl noch kleiner war. Zwei Briefe wurden erst 1896 / 1897 gefunden. Seither (128 Jahre!) sind aber keine neuen Stücke mehr dazu gekommen. De Coppet besass das Stück, das bei Leon N. Williams als Nummer II registriert ist. An der Auktion in New York brachte dieses Stück den Preis von US$ 1010 ein, was damals wohl Weltrekord bedeutete. Diese Briefmarke erregte weltweite Aufmerksamkeit. Sie wurde 1900 bereits wieder verkauft und landete schliesslich anfangs des 20. Jahrhundert im Reichspost-Museum Berlin. Dort wurde die Marke, zusammen mit 7 anderen Weltraritäten, in einem Wandtresor des Briefmarkensaals hinter Panzerglas ausgestellt. Das sogenannte «Mauritius-Tableau» erregte grosse Aufmerksamkeit und war der Stolz der deutschen Philatelie-Szene. Ich habe sogar ein Foto dieser Raritäten-Ansammlung! In den Kriegswirren des zweiten Weltkrieges wurde dieser Wandtresor 1943 und 1944 zweimal gezügelt, um ihn in Sicherheit zu bringen. Nach dem Krieg aber waren die Raritäten lange Zeit verschollen, und kamen erst 1976 wieder ans Licht. 1990 wurden sie feierlich wieder dem Museum für Post und Telekommunikation (damals in Bonn) zurück gegeben. Im Buch «Schätze der Philatelie aus den Archiven der Museumsstiftung Post und Telekommunikation» von 2002 sind wichtige geschichtliche Hinweise aufgeschrieben, die 8 seltenen Marken sind aber im Buch nicht abgebildet, nur auf Seite 10 des Buches sieht man ein kleines schwarzweiss-Bild des Wandtresors (Foto aus dem Reichspostmuseum um 1930). Als Fazit zu den Beiträgen 29-31 können wir sicherlich festhalten: Frederick de Coppet hatte eine der besten/wertvollsten Sammlungen von British Guiana aller Zeiten und hat Philatelie-Weltgeschichte geschrieben. Heinz
Heinz 7 Am: 21.05.2025 09:37:03 Gelesen: 5155 # 32
@ Heinz 7 [#27] Ich habe bereits geschrieben, dass beim ersten Teil der Simon Greenwood-Sammlung einige grundsätzlich sehr wertvolle Briefmarken/Briefe eher günstig verkauft wurden (wenn überhaupt). Die Sammlerwelt schaute nun gespannt auf den zweiten Teil, der am 13.5.2025 unter den Hammer kam. Es gibt einen einmaligen Brief der Erstausgabe "Cottonreel", der eine Buntfrankatur trägt dieser ikonischen Marken, und dies erst noch mit zwei viereckig geschnittenen Marken (selten! - oft sind die Marken rund geschnitten; die Preise dafür sind stark unterschiedlich). Los 2039 war bestimmt das "Highlight" der zweiten Auktion, und wurde geschätzt auf GB£ 100'000 Die Auktionsbeschreibung bei Spink war: (Auszug) "4c. black on orange, Townsend Type C (Robson Lowe Type A) and 8c. black on green, Townsend Type B (Robson Lowe Type C) each initialled "E.D.W." and both cut square, tied to entire letter from Berbice (3.11.51) addressed to Demerara, where the stamps were cancelled on arrival (4.11), with despatch and arrival c.d.s. on reverse." Der Brief war offenbar sehr begehrt und der Hammer fiel erst bei GB£ 240'000. Die ganze Auktion (2. Teil) umfasst offenbar 329 Lose; ich hoffe, den Auktionskatalog doch noch zu erhalten, um eine ergänzende Besprechung dieser hervorragenden Sammlung leichter machen zu können. Heinz
Heinz 7 Am: 22.05.2025 22:25:10 Gelesen: 5061 # 33
@ Heinz 7 [#32] Es gab einige hochkarätige Lose an der 2. Greenwood-Auktion, aber es gab nur ein Los, das über GB£ 25'000 Zuschlag erzielte; eben das oben gezeigte Top-Los 2039. (Das letzte Los, Nummer 2329, erzielte zwar GB£ 35'000, aber es ist ein grosses Sammellos). Viele Lose dieser Auktion wurden wirklich sehr tief ausgerufen. Nur GB£ 7'000 war der Startpreis von Los 2035 Der Brief ist frankiert mit einer 4c Cents "black on orange, Townsend Type A (Robson Lowe Type B), initialled "W.H.L.", Stanley Gibbons 2II Es soll nur fünf solcher Briefe geben. Er wurde heftig umworben und erzielte dann doch gute GB£ 21'000. Es war dies der zweithöchste Erlös am 13.5.2025. Heinz
Heinz 7 Am: 22.05.2025 22:47:32 Gelesen: 5056 # 34
@ Heinz 7 [#28] An der zweiten Greenwood-Auktion wurden nicht weniger als 5 Lose der Nummer S.G. 27 angeboten! Gemäss Auktionskatalog gibt es von dieser Marke nur ca. 12 Stück, und 5 waren an dieser Auktion! (Lose 2167, 2168, 2169, 2170 und 2171). Die Ausruf-Preise waren sehr tief bei GB£ 10'000 - GB£ 10'000 - GB£ 7'000 - GB£ 5'500 und GB£ 5'500. Die Erlöse lagen immerhin etwas über den Startpreisen, aber offenbar war die Auswahl vielleicht zu gross, damit wirklich hohe Preise zustande kamen: wir verzeichnen Erlöse von Lo.2167 = GB£ 11'000 L. 2168 = GB£ 12'000 L. 2169 = GB£ 8'000 L. 2170 = GB£ 16'000 L. 2171 = GB£ 13'000. anbei im Bild das teuerste Los 2170 Diese Preise sind für Marken mit DIESEM Katalogpreis natürlich günstig. Ein solches Angebot an grossen Raritäten ist sehr aussergewöhnlich. Heinz
Heinz 7 Am: 23.05.2025 08:22:51 Gelesen: 5016 # 35
@ Heinz 7 [#33] Auch der dritthöchste Erlös für ein Einzellos wurde für eine Marke der Ausgabe "Cottonreels" bezahlt. Los 2037 (2025), eine Stanley Gibbons no. 3 I, erregte 2001 grosse Aufmerksamkeit. Die Marke kommt nämlich aus The Royal Philatelic collection und wurde 2001 als Los 113 verkauft. Ich habe an anderer Stelle schon über die aussergewöhnliche Auktion erzählt, als zur Überraschung vieler einige hochkarätige Briefmarken aus dem Bestand der Königin verkauft wurden, darunter eben auch diese seltene Marke. Sie wurde 2025 beschrieben wie folgt: 1850-51 "Cottonreels" The Cut-Square 4c. Black on Lemon-Yellow - One of the Rarest Used Stamps of British Guiana 4c. black on lemon-yellow, Townsend Type A (Robson Lowe Type B) apparently without postmaster or postal clerks initials, a cut-square example clearly cancelled with double-arc datestamp for Nov. 01 1851. Lower left corner added, with some thinning and other minor faults, though these hardly detract from this great rarity, of which fewer than five examples are recorded. This example boasts the highest possible pedigree and is being offered to the public for the first time since the auction sale of the (May 2001). Pemberton, Wilson & Co. handstamp on reverse. R.P.S. Certificate (2001). S.G. 3I £130,000 (cut square). Photo Die Marke startete nun bei nur GB£ 5'000, und kletterte auf GB£ 17'000, was aber immer noch als günstig bezeichnet werden muss. Ich habe die Marke im Buch von 1952 von Sir John Wilson über die königliche wirklich gefunden. Im Teil British America ist sie auf Seite 11 als 4 Cents pale yellow gelistet und auf Plate B. Am 3 als Marke no. 2 sogar abgebildet. Ich kann nicht verstehen, dass das Stück 2001 damals "aussortiert" wurde; ich sehe nicht, dass die Königin ein ähnliches/besseres Exemplar dieser Marke besass. Vielleicht hat der neue "keeper of the Royal collection" die Marke zurückgekauft? Ich hätte dies King Charles bestimmt empfohlen, aber er hat mich leider nicht gefragt. Heinz Das Schnitt-Quadrat 4c. Schwarz auf Zitronengelb - eine der seltensten gestempelten Briefmarken von British Guiana 4c. schwarz auf zitronengelb, Townsend Typ A (Robson Lowe Typ B) offensichtlich ohne Postmeister oder Postbeamten Initialen, ein quadratisch geschnittenes Beispiel eindeutig mit Doppelbogenstempel für Nov. 01 1851 entwertet. Linke untere Ecke hinzugefügt, mit einigen Ausdünnungen und anderen kleinen Fehlern, die jedoch kaum von dieser großen Rarität ablenken, von der weniger als fünf Exemplare verzeichnet sind. Dieses Exemplar rühmt sich des höchstmöglichen Stammbaums und wird der Öffentlichkeit zum ersten Mal seit der Auktion der (Mai 2001) angeboten. Handstempel von Pemberton, Wilson & Co. auf der Rückseite. R.P.S.-Zertifikat (2001). S.G. 3I £130.000 (quadratisch geschnitten). Foto Übersetzt mit DeepL.com (kostenlose Version)
Heinz 7 Am: 04.06.2025 22:44:54 Gelesen: 4659 # 36
@ Heinz 7 [#35] Aus gegebenem Anlass zeige ich eine weitere wunderbare Sammlung von British Guiana. 1933, also mitten in der Weltwirtschaftskrise, kam eine grossartige Sammlung von Briefmarken aus dem British Empire zur Versteigerung in London, bei Messrs. Plumridge & Co. Die Sammlung war nicht riesig, und wurde in 5 Teilen angeboten; am 26.5.1933 kamen 153 Lose zum Verkauf von British Guiana, St. Lucia, St. Vincent und Turks Islands. Mit 74 Losen war der Teil British Guiana der wichtigste davon. Der Sammler Praportchetovitch ist wenig bekannt, aber einige Literaturliebhaber schwärmen von den 5 seltenen Auktionskatalogen, mit total immerhin 32 hochwertigen Fototafeln. Daneben hat der Katalog auch einige "inset illustrations" und beeindruckt durch die unterschiedlichen Schriftgrössen: wichtige Lose sind optisch hervorgehoben. Heute war es in Zürich wieder einmal soweit: ein ganzes Set seiner Auktionskataloge wurde bei Corinphila versteigert. (Foto: Titelblatt von Sale 956 (= Teil 1); in sale 969 (= Teil 4) kam British Guiana zum Verkauf). Es sind dies seltene Gelegenheiten, hochwertige philatelistische Literatur zu finden. Heinz