Ghetto Litzmannstadt

Ghetto Litzmannstadt
Das Ghetto L. erhielt seinen Namen erst seit 1940, umbenannt wurde die polnische Stadt Lodz. Die Stadt hatte seit alters einen hohen jüdischen Bevölkerungsanteil. Mit dem neuen Namen wurde der General Karl Litzmann geehrt.
Karl Litzmann war im 1. Weltkrieg als General an der Ostfront erfolgreich. Nach 1918 trat er zunächst den republikfeindlichen Deutschnationalen und dann der Hitlerpartei bei. Für sie hat er auch in Südamerika erfolgreich missioniert, war von Göring zum Preußischen Staatsrat gemacht und 1936 als Alterspräsident des Reichstags verstorben.
1942 erschienen ihm und dem Ghetto zu Ehren zwei Postkarten des Deutschen Reiches mit „privaten“ Zudrucken und Sonderstempel, von denen ich eine Karte abbilden kann. Ob sie tatsächlich von der Post befördert wurde, möchte ich bezweifeln. Außerdem zeige ich einen an den Preußischen Staatsrat adressierten Brief von 1934 aus Argentinien. Er wurde üblicherweise per Katapultflug (Haberer 323) der Lufthansa befördert. Absenderin war seine Tochter. In Argentinien hielt sich der Hitlerkult weit über 1945 hinaus; das Land wurde zur Endstation der sogenannten Rattenlinie (dazu die Wikipedia). Der letzte Kommandant des Ghetto, ein Polizeioffizier, brachte es nach 1949 noch bis zum höheren Ministerialbeamten. Sein Vorgänger wurde in Polen gehängt.
Literatur zu allen Einzelheiten: Wikipedia.
Ich muss dieses Bild nachtragen.
Die Rauchgasse war während des Zweiten Weltkriegs eine Straße im Ghetto Litzmannstadt, Dokumente belegen dortige Wohnadressen. Der Name der Absenderin findet sich in der Zentralen Datenbank der Namen der Holocaustopfer (Yad Vashem) und ist auch in der Gedenkstätte für die in der Shoa ermordeten Jüdischen Kinder, Frauen und Männer aus Österreich eingraviert. Das Denkmal steht im Ostarrichipark im 9. Wiener Gemeindebezirk: