Thema:
Grossbritannien: Belege bis 1900
Hallo Sammlerfreunde,
Franko Brief als Rechnung vom 5.10.1858 von E.Lazard aus London spediert an Mons.Worms in Paris dort kam der Brief am 6.10.1858 zur Ausgabe (Postvertrag zwischen dem Vereinigten Königreich und Frankreich von 1856, gültig ab 01.01.1857).
Für das Franko nahm man eine GB Mi.Nr.13 zu 4 Pence gestempelt mit Nummern Stempel 21 und auf der Rückseite Zweikreisstempel vom 5.10.1858 (warum wurde dieser auf der Rückseite abgeschlagen?) gestempelt wurde auch der PD Stempel in London sowie der Zweikreisstempel "Angl.Amb.Calais B." für die Fahrpost auf der Rückseite zur Ausgabe dann am 6.10. der Zweikreisstempel von Paris.
Gruß Rainer



[Redaktionell verschoben aus dem Thema "Grossbritannien: Wertschätzung von Belegen", da keine Frage zur Wertschätzung]
@ Gernesammler [#2]
Man kann auch Duplex-Stempel sagen, dann kann man sich Einkreis- und Nummernstempel sparen. Besonders schön ist Dein Duplex-Stempel da man auch die Schraubenkopfabdrücke des Stempels erkennt.
@ asmodeus [#3]
Hallo Asmodeus
Besten Dank für den Hinweis kann ich beim ablegen des Briefes mit berücksichtigen.
Gruß Rainer
Manche Belege lassen sich immer wieder bei unterschiedlichen Themen zeigen. So ein Beleg mit einer Penny Black, der ersten Briefmarke weltweit, in Irland abgestempelt. Dass es ein Dubliner Stempel ist, kann man grundsätzlich an Formdetails des Malteserstempels erkennen. Allerdings ist das beim gezeigten Beleg recht mühsam und schwierig.
Auf der Rückseite des Briefes befindet sich allerdings ein typisch Dubliner Datumsstempel vom 26. November 1840. Für die Uhrzeit gab es damals noch nicht die Zeiträume AM und PM, sondern unter anderem M für Morning, A für Afternoon und E für Evening. 2A im Datumsstempel heißt also 2 Uhr nachmittags.
Ich zeigte den Beleg schon bei den Themen 'Mit Brief und Siegel - Was sagt uns die Rückseite?' [1] und 'Die ersten Briefmarken von 1840 bis 1899' [2].

Gruß
Hans-Jürgen
[1]
https://www.philaseiten.de/thema/1778
[2]
https://www.philaseiten.de/thema/12609
@ Quincy [#5]
Immer schön Blacks auf Briefen zu sehen.
Dein Dubliner ist ein Common Cross.

Der Dublin Special wäre sehr nett auf einem Beleg.
@ Gernesammler [#2]
Zweikreisstempel "par Bale" vom 21.12.
Hallo Rainer,
normalerweise müssten vor dem "par Bale" noch ein Name kommen. Kannst Du bitte den Stempel ganz zeigen?
Beste Grüße!
Lars
@ Lars Boettger [#7]
Hallo Lars,
hier der gewünschte Scan des Stempels in 500 DPi, leider wurde genau der Stempel auf dem Siegel abgeschlagen und beim aufbrechen dessen wurde der Stempelabdruck etwas lädiert.
Es kann gut sein dass noch etwas dazwischen stand das ich aber leider nicht entziffern kann und auch der Emmenegger konnte mir nicht wirklich weiterhelfen.
Gruß Rainer

Penny Black Platte 2 mit Reste vom Oberrand als Mai- Verwendung. Leider ist der rückseitige Stempel undeutlich und handschriftlich 30. Mai. 1840.

@ Gernesammler [#8]
Hallo Rainer,
vielen Dank! Mein Tipp ist "PARIS A BALE" - das macht vom Leitweg und vom Datum her Sinn. Außerdem gibt es einen Stempel "BALE A PARIS" in die Gegenrichtung (VdL 470). Dieser Stempel ist seit 1858 bekannt. Das passt ganz gut mit dem Verschleiss des Stempels auf der Rückseite Deines Briefes überein.
Beste Grüße!
Lars
Einen Beleg mit komplexer Geschichte, gestartet am 12. März 1867 in Dublin mit Ziel München, zeigte ich schon zweimal in diesem Forum [1], [2]. Man bedenke, dass die ganze irische Insel bis 1922 Teil von Großbritannien war.

Gruß
Hans-Jürgen
[1]
https://www.philaseiten.de/beitrag/260956
[2]
https://www.philaseiten.de/beitrag/198870
@ Lars Boettger [#10]
Hallo Lars,
besten Dank, denke wir haben den Stempel gefunden so wie Du sagst "van der Linden" 470 das Gegenstück und der Brief passt gut in diese kleine Sammlung.
Gruß Rainer
@ Gernesammler [#2]
PARIS A BÂLE wurde ja bereits richtig erkannt. Anbei noch ein Link [1] zu einem Vergleichsabschlag des gleichen Stempelgerätes (Brigade A) aus 1868 (Zweiter Brief im gelb unterlegten Kasten).
Gruß,
Koban
[1]
http://jef.estel.pagesperso-orange.fr/mobile/boitemobile.html
@ forum,
Geschäftsbrief von London nach Palermo, freigemacht mit einer Michel Nr. 27 Platte 4 (Stanley Gibbons #31) - rückseitig 6. Oktober 1848 -und Duplex 47 und Ankunftsstempel von PALERMO vom 10. OCT 68.
Liebe Grüße
10Parale

@ 10Parale [#15]
Kann man das WZ erkennen? Seit Juli 67 gab's schon die Nr. 33. Die 27 ist SG 101.
Zeige einen Redirected Brief von London nach Cork/Irland und weitergeleitet nach Cloyne/Irland. Sehr schön sind auch die sogenannten "Spoon-Cancels" Löffelstempel - hier von Cork.
@ asmodeus [#17]
Schöner Brief mit wertstufengleicher Frankatur - sind immer Besonderheiten und haben immer ihre eigene (Post-)Geschichte.
Danke fürs Zeigen dieses Schmankerls.
Liebe Grüsse von bayern klassisch
Brief aus Bradfort 18.02.1868 über London, Aachen nach Herrnhut/Sachsen.
Der Brief ist mit 3x 2 Pence, Mi.Nr.17 freigemacht.
Die England-Korrespondenz wurde in Aachen für die Bearbeitung an die Bahnpost übergeben und erhielt in Aachen den Grenzübergangsstempel AUS ENGLAND PER AACHEN FRANCO/19/3 2 B.
Die Francostempel wurden generell auf der Vorderseite abgeschlagen.


Dieter
@ Fips002 [#19]
Hallo Dieter,
schöner Brief mit Stempel der 2. Brigade in Aachen.
Empfänger war vlt. ein Ahn des bekannten, späteren Bayernprüferpapstes Franz Pfenninger? Wer weiß?
Danke fürs zeigen und Frohes Fest,
Ralph
Am 11. Juli 1855 wurde dieser Brief in Bradford Yks mit insgesamt 8 Pence freigemacht und auf den Weg nach Amsterdam gebracht (rückseitiger Ankunftsstempel).
Stanley Gibbons Nr. 60 (6 Pence purple) mit Teil der nebenstehenden Marke und Nr. 19 (2 Pence blue) decken das Porto in die Niederlande in Höhe von 8 d ab.
Trotz des Mittelbugs und einem undeutlichen Ankunftsstempel (zzgl. Transitstempel London) kein Beleg, den man jeden Tag sieht.
Dieser Brief ist auch im Katalog "The Ing.Pietro Provera Collection (part III)" der 280. Corinphila Auktion vom 23. November 2021 abgebildet (Los Nr. 6314). Die gesamten Grossbritannien Lose des Abschnittes Great Britain (Seite 93 ff.), besonders aber die Lose mit der 1d black & 2d blue wurden zu hohen Preisen verkauft.
Ein waagrechtes Paar der ersten Briefmarke der Welt, der One Penny Black vom 14 Mai 1840 nach Putney Heath mit einem roten MC wurde bei einem Ausruf von 300 Schweizer Franken für 5.000 Schweizer Franken (ohne Aufgeld) zugeschlagen.
Mir gelang es, dieses Brief für 280 Schweizer Franken (ohne Aufgeld + Zoll) zu erwerben.
Liebe Grüße
10Parale
@ Gernesammler [#22]
Hallo Rainer,
dein schöner Brief lief nach Oberbruck in Frankreich, damals kaum Einwohner [1]
Ein kleines Kaff - daher musste man präzisieren mit "Haute Rhin", also Oberrhein. Der siegelseitige Stempel von London war ein Stempel des Paketschlußamtes London mit Calais, wo die Briefe gegenseitig ausgetauscht wurden.
Liebe Grüsse,
Ralph
[1]
https://de.wikipedia.org/wiki/Oberbruck
@ Gernesammler [#22]
Sehr schöner Beleg aus dem GRAND EST. Es soll ja Bestrebungen geben, Teile dieser überdimensionalen Region GRAND EST wieder den gutgemeinten alten Namen Elsass zu verleihen. Bin mal gespannt, wie das ausgeht.
Auf dem tollen Brief steht geschrieben "près Masevaux", Oberbruck war und ist -, wie bayern klassisch zurecht ausführt, ein kleines Kaff in den Vogesen.
Liebe Grüße
10Parale
@ Gernesammler [#22]
Wenn ich eine etwas penible Anmerkung machen darf: Der Duplex-Stempel ist die Kombination aus Nummern- und Ortsstempel (daher Duplex). Es ist also nicht ein Duplex- UND ein Ortsstempel.
Apropos Duplex-Stempel
Da kann ich ein besonders schönes Exemplar eines Duplexstempels von Dublin auf einer britischen Ganzsache (leider zur Bestimmung kein Katalog zu Hand) zeigen. Dass der Beleg echt gelaufen ist, zeigt der Ankunftsstempel von Bournemouth auf der Rückseite.


Gruß
Hans-Jürgen
@ Gernesammler [#28]
Hallo Rainer,
sehr hübsch - leider kann aus dieser Zeit kein Beweis der Leitung geführt werden; er könnte über Bayern, oder über Preußen-Sachsen gelaufen sein, das wird man nicht mehr heraus bekommen.
London E.C. (East-Central) ist heute teils die Londoner "Canary Wharf", deren Bau ich damals bei meinen Besuchen in London bestaunen durfte (und als "Bonnie Prince Charlie" dort eine große Wohnung kaufen, gab es international keine Halten mehr). Früher eine Gegend der eher Ärmeren, heute ein Refugium der Millionäre - so ändern sich die Zeiten.
Liebe Grüsse,
Ralph
@ bayern klassisch [#29]
Hallo Ralph,
Zitat:"sehr hübsch - leider kann aus dieser Zeit kein Beweis der Leitung geführt werden; er könnte über Bayern, oder über Preußen-Sachsen gelaufen sein, das wird man nicht mehr heraus bekommen".
Über Bayern würde mir natürlich sehr passen und mich freuen, nur leider so wie Du sagst kann man das nicht nachvollziehen.
Gruß Rainer
Belege aus der Anfangszeit der (britischen) Post besitzen einen eigenen Charme. Alleine schon die akkurate Kanzleischrift erhebt solch einen Brief zu einem kleinen Kunstwerk.
Hier ein Exemplar, das leider etwas ramponiert erhalten blieb. Ein Teil des Umschlags war von einem Vorbesitzer weggeschnitten worden. Dennoch blieb genug erhalten, um seinen Weg nachzuvollziehen. Am 18. Mai 1841 geschrieben, landete er bereits einen Tag später in Hathersage / Derbyshire.
Empfänger war "Cocker & Sons". Die Firma stellte Speichen für Fahrräder, Gestänge von Regenschirmen und Nadeln her. 1845 weilte die Schriftstellerin Charlotte Brontë zeitweise bei einer Freundin in dem kleinen Örtchen, als sie gerade dabei war, ihren Roman "Jane Eyre" zu schreiben.
@ Sherlock [#32]
Deine Penny Red könnte eine eine Platte 11 sein - also eine Black Plate!
Hallo Asmodeus,
genau das ist für mich das Besondere an solch alten Belegen. Sie bringen einen sehr nah an die One Penny Black.
Habe hier die Marke in einer höheren Auflösung:
@ Sherlock [#34]
Es ist Platte 11 von den Black plates.
Ein "Redirected- Letter" von Newbury nach Bath und weitergeleitet nach Yeovil. Mi. Nr. 3 Feld LE von der Platte 25 und für die Weiterleitung verwendete Mi.Nr. 3 ist von Platte 27.

Malteser mit Nummer 4 im Kreuz. Einer der frühesten Verwendung: 21.03.1843, Mi.Nr. 3 Platte 27

Malteser mit der Nr. 6 Mi.Nr. 3 Platte 40

Hallo Sammlerfreunde,
Brief vom 3.5.1878 innerhalb von London spediert an Constable W.B.Doublday in Herne Hill, Camberwell.
Für das Franko nahm man eine Mi.Nr.16 zu 1 Penny (Platte 210), gestempelt wurde mit Maschinenstempel London S.E.
Gruß Rainer
Einzelfrankatur Mi.Nr. 10 Platte 59 als Drucksache nach Buenos Ayres.
Hallo Sammlerfreunde,
Brief vom 22.7.1873 aus London an Ludovica Näher in Lindau, dort kam der Brief am 26.7.1873 zur Ausgabe.
Für das Franko nahm man eine Mi.Nr.41 zu 3 Pence ein wenig überbreit, gestempelt mit Duplex Stempel von London W/25 sowie dem PD Stempel, auf der Rückseite der Ankunftsstempel, Einkreisstempel von Lindau (Winkler Typ 21) verwendet 1872-75, dieser hier in lilablau.
Auf der Rückseite ist noch ein schönes Wappen, Darstellung "Wikingerboot mit Drachen"
Gruß Rainer

@ Gernesammler [#41]
Das ist eine Nummer 28, die gute Platte 10.
Hallo,
mir ist auch gerade ein Brief von London, aber nach Sachsen, in die Hände gefallen:


Absender war D. Winkler, 1A John Street, America Square, London
Ich finde den blauen Zeilenstempel von "Minories" schön. Der rote Stempel "AUS ENGLAND PER AACHEN" wird wohl wieder ein Grenzübergangsstempel sein oder?
Viele Grüße
Enrico
@ Ameise [#43]
Hallo Enrico,
richtig, der Grenzübergangs- oder auch Postvertragsstempel wurde in Aachen geführt.
Der Empfänger hatte 7 Gr. Porto zu zahlen (gemäß Preussisch-Britischem Vertrag von 1852).
Wörtlich genommen gehört dieser Brief aber nicht zu "Vorphila-Briefen", er trägt zwar keine Marken, stammt aber aus einem Jahr, in dem Marken bereits erhältlich waren.
Ist jetzt nur eine kleine Anmerkung aus der Kategorie Korinth . ;-)
Viele Grüße
Michael
Hallo Michael, erst einmal danke für die Erklärungen.
Entschuldigung, ich habe nur London gesehen und nicht bedacht das das Datum 1857 ist - also keine Vorphilazeit mehr ist.
Vieleicht kann jemand den Beitrag verschieben.
Viele grü´ße Enrico
[Beiträge [#43] bis [#45] nach Rücksprache mit dem Autor redaktionell verschoben aus dem Thema "Vorphilatelie 19. Jahrhundert: Belege vorgestellt"]
Hallo Sammlerfreunde,
ein Auslandsbrief von Ilfracombe nach Laibach.
Der Brief wurde am 27.4.1889 in Ilfracombe aufgegeben und kam am 1. Mai in Laibach an.
Das Schreiben wurde mit 5 * 1/2d frankiert, was der Gebühr für einen Auslandsbrief der ersten Gewichtsstufe entsprechen dürfte.
Auf der Vorderseite Aufgabestempel ILFRACOMBE ABR 27 89.
Siegelseitiger Ankunftsstempel LAIBACH 1.5
Ilfracombe ist eine Kleinstadt an der Nordküste der südwestenglischen Grafschaft Devon.
Liebe Grüße
Franz

@ Franz88 [#46]
Lieber Franz,
herzlichen Glückwunsch zu diesem kleinen Schaustück, das wohl jedem Sammler von Penzance bis zum Schwarzen Meer sehr gefallen dürfte.
Liebe Grüsse,
Ralph
@ bayern klassisch [#47]
Lieber Ralph,
vielen herzlichen Dank.
Liebe Grüße
Franz
@ Ameise [#43]
Hallo,
die Michel-Nr. 65 (1 P) aus dem Jahre war die erste Marke für Post u n d Steuergebühren. Hier als Gebührenmarke auf einem "Time Sheet" aus dem Jahre 1885.
Eine "echte" Gebührenmarke im Großformat auf einer Firmenrechnung aus dem Jahre 1867.
Beste Grüße,
Uwe
Great Britain used in Ireland
Ireland wurde erst 1922 von Großbritannien unabhängig. Deshalb können alle Belege von der irischen Insel bis 1900 zu Großbritannien gezählt werden, so auch der Brief von Youghal (erkenntlich am Diamond-Stempel "450"), einer Hafenstadt in der Grafschaft Cork im Süden Irlands nach Limerick, frankiert mit einer GB MiNr. 3. Auf der Rückseite des Briefes sind noch ein Transportstempel von Cork vom 24. Juli 1851 und ein Ankunftstempel von Limerick vom 25. Juli 1851 zu sehen.


Gruß
Hans-Jürgen
Hallo Sammlerfreunde,
Brief vom 28.2.1867 aus Chester an Mr. Benitz in Liverpool, dort kam der Brief am 1.3.1867 zur Ausgabe.
Für das Franko nahm man eine Mi.Nr.16 Königin Victoria, One Penny Red mit der Plattennummer 85, gestempelt wurde mit Duplexstempel von Chester, auf der Rückseite zur Ankunft der Einkreisstempel von Liverpool.
Gruß Rainer

Hallo Sammlerfreunde,
Brief aus Sleaford, in der Grafschaft Lincolnshire vom 10.2.1865, leider kann ich den Ankunftsort nicht entziffern da auch der Ankunftsstempel vom 11.2.1865 nur ...LACH zeigt.
Für das Franko nahm man eine One Penny Red, Mi.Nr.16 (Platte 82), gestempelt wurde mit Duplexstempel von Sleaford.
Gruß Rainer

Brief von Durham in Nordostengland nach South-Shields an der Mündung des Tyne in die Nordsee aus dem Jahre 1858. Er ist mit zweimal MiNr. 10B frankiert. Beide Marken sind mit dem Nummerstempel von Durham "267" entwertet worden.


Gruß
Hans-Jürgen
@ Gernesammler [#52]
Hallo Rainer,
ich halte die Stadt für Wisbech, einstweilig als Wisbeach geschrieben, Wisbech, erst gegen Ende des 19. Jh., vom Stadtrat, festgelegt hatte über die Jahre hinweg mehrere Buchstabierungen. Wisbech war einst ein bedeutender Umschlag und Handelsplatz. Vor Ort waren auch Geschäftsleute von der Hansa, ihre Häuser kann man noch heute sehen.
Im Stempelabschlag rückseitig ist 'each' zu erkennen. Der Herr heißt Mr Henry Sharpe, das Wort, der Name darunter kann ich nicht entziffern, eventuell Haus oder Gutsname.
mfG
Nigel
@ doktorstamp [#54]
Hallo Nigel,
Danke da wäre ich nicht drauf gekommen, aber sehr interessant das kleine Örtchen [1].
Gruß Rainer
[1]
https://de.wikipedia.org/wiki/Wisbech
Hallo Sammlerfreunde,
Brief vom 23.3.1877 aus Tottenham an Mrs.Winkler in Liverpool, dort kam der Brief am nächsten Tag zur Ausgabe.
Für das Franko nahm man eine Mi.Nr.16 mit der Plattennummer 195, One Penny Red gestempelt mit Duplexstempel von Tottenham, sowie auf der Rückseite zur Ankunft der kleine Einkreisstempel von Liverpool D5.
Der Brief ist auf der Rückseite nicht der schönste, aber ich finde die verschiedensten Prägungen im Papier auf der Klappe immer wieder schön.
Gruß Rainer

@ Cantus [#57]
Lieber Ingo,
wunderschöner Brief - hätten die Briten nicht so eine schreckliche Schrift gehabt damals im 19. Jahrhundert - ich könnte schwach werden, das noch zu sammeln.
Liebe Grüsse und schönes Wochenende,
Ralph
@ Cantus [#57]
Lieber Ingo,
ein sehr schöner Brief.
Liebe Grüße
Franz
Beleg mit einem senkrechten Zweierstreifen von MiNr. 10B, abgestempelt am 17. März 1860 im Postamt London E.C. mit Ziel South Shields.

Gruß
Hans-Jürgen
@ Cantus [#57]
Mit der orangen 1/2d kann man schöne farbenfrohe Briefe basteln. Hier die 5 halben mit zusätzlicher Einschreibegebühr.
@ Gauss [#61]
Ein Traumbrief !
Danke fürs Zeigen und liebe Grüsse von bayern klassisch
@ bayern klassisch [#62]
Freut mich, wenn's gefällt. Hätte noch eine Variante: Statt "squared circle" ein "scroll" Stempel, und weil's auf eine orange 1/2d-GA geht, braucht's nur 4.

Wenn man mit Ganzsachen anfängt, geht sowieso alles: Hier sind es 6 Stück, mit den 3/2 der GA haben wir 4.5 = 2.5 (Porto) + 2 (Einschreiben):
Mit MiNr. 16, Platte 79, 6-fach frankierter Beleg von Lurgan (Grafschaft Armagh, Nordirland) [1] über London (siehe Transitstempel auf der Rückseite) nach Sydney (New South Wales). Der Beleg wurde am 18. November 1866 in Lurgan aufgegeben, war am folgenden Tag bereits in London im Transit und kam am 13. Januar 1867 in Sydney an. Er war also 56 Tage unterwegs, was für seine Weltreise per Schiff eine durchaus passable Reisedauer darstellte. Man bedenke, dass der Suezkanal erst 3 Jahre später eröffnet wurde.


Gruß
Hans-Jürgen
[1]
https://de.wikipedia.org/wiki/Lurgan
Hübsch! Dann mache ich doch mit den orangen weiter. Nochmal 5 Stück, nicht so schön gestempelt wie bei den Kollegen oben, dafür ein Randblock mit "Jubiläumslinie". Man sieht es auf dem Bild nicht gut, aber der Brief ist bis zum rechten Rand mit dem Markenrand beklebt.
@ Gauss [#63]
Wem diese/deine Briefe nicht gefallen, der soll Bierdeckel sammeln. Für mich sind sie wunderschön!
Danke fürs Zeigen und liebe Grüsse von bayern klassisch
Danke, das hört man immer gern. Dann zeige ich mal noch einen bunten: die 86 mit ihrer farbgeänderten Nachfolgerin 100 als 1d-Porto für einen Ortsbrief in Buckhurst Hill, da ist heute eine überirdische (oder oberirdische?) Untergrundstation. Und heute abend mache ich vielleicht wieder mit rein orangen weiter.

Vom 31. August 1900, gerade noch im Thema.
@ Gauss [#67]
Überirdisch ist auch die Schönheit und Qualität deiner Belege - da spielt die Lage einer U-Bahn-Station keine Rolle mehr. Bitte und gerne mehr davon, die Farben sind egal. :-)
Liebe Grüsse von bayern klassisch
Die Schönheit kann man sich bei den billigen leisten, weiter oben muss man eher Kompromisse eingehen.
Ich bleibe mal bei orange. Der halbe Penny reicht für eine Auslandsdrucksache, hier nach Norwegen, ein leider undeutlicher Stempel vom Edinburgh Newspaper Branch.

Die Sendung von Stromness (Orkney-Inseln) nach Edinburgh enthielt wohl zusätzliche Mitteilungen, das gilt nicht. Der entsprechende Stempel mit der 131 für Edinburgh. Leider nur das Streifband, ich weiß nicht, was drin stand.
Ebenfalls nicht zulässig war diese "Ansichtskarte" nach Luxemburg als Postkarte. Hätte offensichtlich als Brief mit 2.5 d frankiert werden müssen.

@ Gauss [#69]
Alles feine Stück - unterfrankiert nach Luxemburg dürfte auch nicht Massenware sein.
Liebe Grüsse und danke fürs Zeigen,
Ralph
Brief, aufgegeben am 7. Januar 1869 in Killarney (Duplex-Stempel mit Diamond 272 auf 3 x MiNr. 16, Platte 101, und Stempel auf der Rückseite) und Ankunft in Thurles am 8. Januar 1869 (Ankunftsstempel auf der Rückseite). Killarney und Thurles liegen in Südirland ca. 170 km voneinander entfernt.
Leider sind die Stempel nur unvollkommen zu erkennen. Die fehlenden Informationen lassen sich jedoch relativ leicht erschließen.


Gruß
Hans-Jürgen
@ Quincy [#72]
Der muss ziemlich schwer gewesen sein.
@ Gauss [#73]
So verbeult, wie der Umschlag ist, liegt das auch sehr nahe.
Gruß
Hans-Jürgen
@ bayern klassisch [#71]
Ja, das sind so die kleinen Freuden, im Laufe der Jahrzehnte kommt da zwangsläufig immer mal wieder was rein. Über den von den Orkneys habe ich mich auch ziemlich gefreut.
Man kann also 2 x 1/2 für eine Postkarte nehmen, für Dich eine nach Bayern:

Oder mit einmal 1/2 eine Inlandskarte fürs Ausland aufwerten:

oder mit 3 x 1/2 einen Inlandsbrief fürs Ausland:

oder mit 2 x 1/2 die Späteinlieferungsgebühr (late fee) bezahlen:
Einen einfarbigen habe ich noch: Ein 4d-Umschlag, war wohl für schwere Briefe gedacht. Da 4 + 1/2 = 2,5 + 2, kann man ein Auslandseinschreiben draus machen:
@ Gauss [#75]
Danke, danke - auch wenn das 1. Stück nach Küps in Bayern lief, wäre mir der 3. Beleg doch am liebsten. :-) Wunderschön.
Was man alles zusammentragen kann, wenn man gut sammelt, ist immer wieder ganz erstaunlich - es ist weit mehr und weit schöner, als das, was man sich vorher hätte vorstellen können, jedenfalls geht es den allermeisten so (und mir auch).
Danke fürs Zeigen deiner Rosinchen und liebe Grüsse,
Ralph
Hallo Sammlerfreunde,
Ganzsachen Brief vom 27.12.1894 von Max Fischer aus London spediert an Clemens Flatter in Hainichen bei Chemnitz dort kam der Brief schon am nächsten Tag zur Ausgabe.
Der Ganzsachen Brief mit Werteindruck zu einem Penny wurde auffrankiert mit einer Mi.Nr.65 Königin Victoria zu einem Penny, dies reichte aber nicht aus und es wurde eine Nachtaxe von 10 Pfennig erhoben.
Gestempelt mit Duplex Stempel von London sowie dem Sechseckstempel T zur Nachtaxierung und auf der Rückseite der Einkreisstempel von Hainichen.
Gruß Rainer

MiNr. 16 (PN 182) auf einem Briefumschlag von Dublin nach Blackrock mit einem sehr schönen Duplex-Stempel von Dublin vom 15. Juli 1876. " 5A" bedeutet " 5 o'clock in the Afternoon".
Blackrock [1] ist heute ein südlicher Stadtteil von Dublin. Am Ankunftsstempel von gleichen Tag mit der Ortsangabe "Blackrock Dublin" auf der Rückseite des Umschlags erkennt man bereits, dass der Postweg nicht sehr weit gewesen sein kann.

Gruß
Hans-Jürgen
[1]
https://en.wikipedia.org/wiki/Blackrock,_Dublin
@ Quincy [#79]
Ein paar Iren hätte ich auch. Kann sogar die orange Reihe fortsetzen. Aus der Versicherungssammlung: Erneuerungsprämienrechnung für eine Feuerversicherung, von der Londonderry-Agentur der Atlas Assurance Company. Stempel 172 Londonderry. Es ist ein Ortsbrief, adressiert nach Derry. Das war damals die allgemein übliche Bezeichnung, auch bei den Protestanten. Ein politisches Statement wurde die Namenswahl erst 80 Jahre später.

@ volkimal [#82]
Hallo Volkmar,
sehr schöner Brief - Glückwunsch dazu!
8 Pence zahlte der Absender in Liverpool für den Brief bis 7,5 g Gewicht.
Empfänger war wohl ein Gerhard Bumann.
Der Paid-Stempel sollte von London sein.
Üblich war die Leitung über Ostende - Aachen, weil man da bis 1 Loth frankieren konnte und nicht Gefahr lief, schnell in die 2. Gewichtsstufe zu fallen.
Liebe Grüsse,
Ralph
@ bayern klassisch [#83]
Hallo Ralph,
auch hier herzlichen Dank! Mir gefallen diese Belege sehr gut, aber ich habe leider viel zu wenig Ahnung davon. Vor allem bei den Gebühren weiß ich so gut wie nichts.
Viele Grüße
Volkmar
@ volkimal [#84]
Hallo Volkmar,
kein Problem - 20 Jahre lang intensives Studium der Primär- und Sekundärliteratur, oder das Forum hier befragen - da ist die Antwort schnell gefunden. :-)
Liebe Grüsse,
Ralph
@ bayern klassisch [#85]
Hallo Ralph,
das ist das tolle hier im Forum, dass es für so viele verschiedene Gebiete Spezialisten gibt und man auf die meisten Fragen eine Antwort bekommt!
Viele Grüße
Volkmar
Ein Brief nach Kilderry mit Aufgabestempel Belfast vom 5. Mai 1861
Anstatt den Brief mit entsprechenden Erläuterungen zu kopieren und hier noch einmal zu zeigen, was nur die philaseiten-Datenbank aufblähen würde, verweise ich auf meinen Beitrag im Thema "One Penny Red" [1]. Dieser Beitrag passt auch in das hiesige Thema "Großbritannien: Belege bis 1900".
Viele Grüße
Hans-Jürgen
[1]
https://www.philaseiten.de/beitrag/286067
@ Quincy [#87]
Der ist hübsch, aber von 1866. Die 6 beim ersten Stempel ist verstümmelt. Sonst könnte auch keine 16 draufkleben.
@ Gauss [#88]
Mist nochmal, das nennt man Fehlerfortpflanzung! Da hätte ich den Beitrag doch neu schreiben sollen mit dem richtigen Datum.
Viele Grüße
Hans-Jürgen
Mit 800 Tschechischen Kronen ausgerufen war dieser schöne Brief von Leipzig nach Edinburgh.
MORE TO PAY - dieser nicht allzu häufige Stempel war der Anlass, warum ich ein Gebot abgab und den Brief dann auch für etwa das Doppelte des Ausrufes erhielt. Ich habe das Blatt mit den Erläuterungen und dem Auktionsangebot von PAC Auctions in Prag abgebildet.
Liebe Grüße
10Parale
Hallo Sammlerfreunde,
Porto Brief vom 24.9.1849 aus London an Mister A.Durninger & Co. in Herrnhut in Sachsen, am 28.9. ist der Brief gezeichnet, da es aber die gleiche Schrift ist kann ich mir nicht vorstellen, das dies in Herrnhut geschehen ist.
Im Text geht es um die Berechnung des Wechselkurses für 6 Boxen mit 15.000 Dollar von Gibbs & Co. Valparaiso, was hat die Chilenische Stadt damit zu tun, ist dort die Firma Gibbs gegründet worden.
Mit der Taxierung komme ich leider nicht zurecht und könnte hier Hilfe gebrauchen, sage schon mal Danke.
Gestempelt wurde mit Zweikreisstempel PAID C in rot (wahrscheinlich für London) dem kleinen Ovalstempel P in rot (van der Linden 2083) verwendet 1847-51 für Brief aus England über Aachen und dem Ra2 Rechteckstempel "Aus England per Aachen franco" in schwarz (van der Linden 253) England - Preussen.
Gruß Rainer

Liebe Freunde,
eine Ganzsache aus London East Central über einen Penny vom 28.10.1893 wurde auffrankiert mit einer mir unbekannten Marke und lief als Streifband mit dem Zusatz "Commercial Paper" an die Münchener Rückversicherungs-Gesellschaft nach München, wo sie 2 Tage später bei der Briefpost-Übernahme ankam und ausgetragen wurde.


Commercial Papers = Geschäftspapiere kenne ich nicht viele von Grossbritannien nach Bayern und umgekehrt wird es gar ganz dünn, daher war ich froh, diese Rosine geschossen zu haben.
Wenn jemand die hinzu geklebte Marke benennen und mit den Tarif mitteilen könnte, wäre ich froh.
Liebe Grüsse von bayern klassisch
@ bayern klassisch [#92]
Und schon die Beantwortung meiner Fragen erhalten:
"das ist die MiNr. 87 aus dem Jahr 1887. Das war die Ausgabe zum 50. Regentschaftsjahr von Queen Victoria (Jubilee Issue).
Commercial Papers Rate (01.07.1879-12.06.1921):
2 ½ d => Erste Gewichtsstufe bis 10 Unzen.
Liebe Grüsse und vielen Dank dafür von bayern klassisch
@ bayern klassisch [#92]
Ist die 1 1/2 Penny der letzten Victoria-Ausgabe, ähnliche Farben gab es dann mit Edward VII. Mi.-Nr. habe ich gerade nicht parat.
MphG
Gerhard
@ Gerhard [#94]
Hallo Gerhard,
vielen Dank - in Post [#93] habe ich schon die Antwort gefunden (dank eines netten Mitgliedes hier).
Grossbritannien hat ja Marken ohne Ende ausgegeben, da fällt einem Bayernsammler der Überblick schon ein bisserl schwer.
Liebe Grüsse,
Ralph
Von der Weltausstellung (International Exhibition) 1862 in London. Duplex-Stempel mit International / Exhibition (gerade noch lesbar) und IE/W.

[Redaktionell kopiert aus dem Thema "Motiv internationale Messen und Ausstellungen (ohne Philatelie)"]
@ Gauss [#96]
Seltener Stempel! Egal, man kann es noch erahnen.
Glückwunsch zu diesem Brief!
Danke! Den "Nummernteil" (IE) kann man immerhin deutlich lesen.
Hallo Sammlerfreunde,
Brief vom 8.7.1885 aus Maryport. Maryport ist eine Stadt in der Grafschaft Cumbria im Norden Englands spediert an Fräulein Lina Kühne in Bernburg in Anhalt, dort kam der Brief am 10.7.1885 zur Ausgabe.
Für das Franko nahm man eine Michel Nr.75 zu 2 1/2 Pence, gestempelt mit Duplexstempel von Maryport, auf der Rückseite zur Ankunft der Einkreisstempel von Bernburg **.
Links unten wurde ohne Datum beantwortet geschrieben.
Gruß Rainer

Hier eine sehr schöner "Spoon" cancel (Löffelstempel) aus Manchester vom 6. Februar 1860, frankiert mit einer 1d Feld JL (Line engraved issue) nach Knighton Radnorshire.
Liebe Grüße
10Parale
@ 10Parale [#100]
Schöner Abschlag des Löffelstempels von Manchester.
Es handelt sich wohl um die Type B mit dem Time Code V.
Wertet £ 25 auf einem Beleg.
@ Gernesammler [#99]
Du hast einen Beleg von Maryport gezeigt. Hier ein Beleg aus dem Jahr 1842 von Maryport mit dem Malteserkreuzstempel nach Cockermouth. Ankunftsstempel mit spiegelverkehrter "4" in der Jahreszahl "1842". Frankiert mit der Mi. Nr. 3.

@ asmodeus [#102]
Hallo Denis,
schöner Brief, mir gefällt als Stempelsammler besonders der Ankunftsstempel mit der spiegelverkehrten "4" in der Jahreszahl "1842".
Gruß Rainer
@ bayern klassisch [#92]
Hallo Ralph,
für Geschäftspapiere galt in der 1. Gewichtsstufe ein Tarif 2 1/2d, analog zum UPU-Briefporto. Aber die Gewichtsstufen waren deutlich erhöht. M.W. durften Geschäftspapiere nicht geschlossen aufgegeben werden. Aber ich ziehe hier nur Parallelen zu Luxemburg.
Beste Grüße!
Lars
@ Lars Boettger [#104]
Hallo Lars,
vielen Dank für deine Antwort - das Stück war auch nie versiegelt, von daher passt das.
Liebe Grüsse,
Ralph
Hier ein sogenanntes "Cross Channel Mail" von London nach Honfleur - 12. Oktober 1872 -, Frankreich (es ging um die Verschiffung von Grain & Flower), lt. Verkäufer "carried in moving box". Der imposante L1 im Rahmen in roter Farbe zeigte laut Verkäufer an, dass der Brief (auch die Ladung?) in Dover später ankam, als das vom Absender bevorzugte Schiff bereits ausgelaufen war.
Briefmarke: Scott # 43, Platte 12 (4 Pence).
Liebe Grüße
10Parale Stephan

@ 10Parale [#106]
L1 bedeutet Late fee 1 d.
@ 10Parale [#108]
asmodeus wollte wohl darauf hinaus, dass die Erklärung nicht ganz korrekt war. Der Brief wurde am Postamt in London nach dem Annahmeschluss aufgegeben. Gegen die Zusatzgebühr wurde er dennoch am selben Tag befördert.
Die Gebühr konnte bar oder mit Marken bezahlt werden. Mit der Ankunft in Dover hat der Stempel nichts zu tun.
@ 10Parale [#108]
Der Brief enthält Handschrift, die 2.5 d sind das normale Briefporto (UPU seit 1875). Der rote Ovalstempel ist einfach der Absenderstempel, Aynard & Rüffer sind hier nicht als Agent tätig.
@ Gauss [#110]
Hatte nur wenig Zeit und danke Dir für die Ergänzung.
@ 10Parale [#108]
"Scroll Cancel": In Grossbritannien ist eher der Ausdruck für den Stempel "hooded cancel" gebräuchlich.
@ Gauss [#109]
"
Mit der Ankunft in Dover hat der Stempel nichts zu tun."
Ich habe den Verkäufer noch einmal angeschrieben, weil ich in Erinnerung hatte, dass dem Verkaufsformular ein Beiblatt beilag. Ich habe es gescannt und zeige es hier. Hier wird eindeutig belegt, dass der Buchstabenstempel Letter Mark L1 in Dover abgeschlagen wurde.
@ asmodeus (#108)
Der Beleg wurde von einem amerikanischen Händler geliefert. "Scroll cancel" ist wohl eher amerikanisch, "hooded cancel" ist gebräuchlich in Grossbritannien. Bei diesem Händler habe ich auch schon für einen Mühlradstempel den Ausdruck "FANCY CANCEL" gelesen, die Amerikaner sind da oft freier in der Sprachwahl. Das Volk der Dichter und Denker eher nicht.
Liebe Grüße
10Parale
@ 10Parale [#113]
L1 wurde in London angebracht. Es gab verschiedene Staffelung der L- Stempel, je nach der Uhrzeit nach dem letzten Annahmeschluß. L1, L2 und L3- je später, umsomehr mußte man Late fee bezahlen.
@ 10Parale [#113]
@ asmodeus [#114]
Ich habe meine Feststellung über den Late Fee Stempel auf jeden Fall nicht aus der Luft gegriffen. Gut dass wir in diesem Forum solche Experten haben wie asmodeus und gauss, was Grossbritannien betrifft.
Grossbritannien gefällt mir als Sammelgebiet vor allem darum, weil dieses Land sehr früh in der Philatelie-Geschichte wirkt und es noch viele Belege des 19. Jahrhunderts gibt. Während Rumänien beispielsweise erst ab 1858 Briefmarken herausgab, ist das "Sammelfenster" zu erschwinglichen Preisen in Grossbritannien bereits ab 1840 geöffnet.
Es geht mir jetzt auch nicht darum, Recht zu haben, ob ein Stempel hier oder dort abgeschlagen, ein Zähnchen hier oder dort zu kurz ist, sondern es geht mir um den Beleg als Gesamtwerk. Briefmarken sind ja in einem gewissen Sinne Auflagen-Kopien, aber der Flair entsteht in meinen Augen erst durch die Verwendung im Postverkehr, was sie oft zu einmaligen Stücken werden lassen (
siehe auch: die berühmtesten und wertvollsten Briefmarken der Welt; welch einzigartigen Briefe sehen wir dort).
Ich zeige ein Einschreiben aus dem Jahr 1898, welches von London in die USA lief. Ich gehe davon aus, dass wir hier alle Englisch sprechen und gebe den Verkaufstext wieder:
QV (Queen Victoria) registered cover 7th Sept 1898 S.E.D.O. London/Buffalo NY. Very neat quadruple franking with Scott #´s 89 & 114. Good variety of cancels & backstamps. [1]
Mir gefällt der rückseitige Stempel von Borough High, wahrscheinlich das Postamt in der gleichnamigen Straße in London. Am 16. September Ankunft in Buffalo.
Liebe Grüße
10Parale


[Redaktion / Deepl: QV (Queen Victoria) Einschreibebrief 7. September 1898 S.E.D.O. London/Buffalo NY. Sehr saubere Vierfachfrankatur mit Scott #'s 89 & 114. Gute Vielfalt an Stempeln und Rückstempeln.]
@ 10Parale [#113]
Bei diesem Händler habe ich auch schon für einen Mühlradstempel den Ausdruck "FANCY CANCEL" gelesen, die Amerikaner sind da oft freier in der Sprachwahl.
Bei US-Amerikanischen Sammlern ist der Begriff "Fancy Cancel" überaus positiv besetzt. Der Begriff wird für mich für "nicht-Standard-Entwertungen" verwendet, teilweise waren hier ware Künstler am Werk. Wenn ein US-Amerikanischer Händler diesen Begriff für einen amtlich ausgegebenen Stempel nutzt, dann verwendet er ihn in seinem Sinne als "werterhöhend".
Ich unterstelle hier eine bewußte Sammlertäuschung (ich bin nicht bei der Polizei und muss von einer Unschuldsvermutung ausgehen). Der Begriff wäre "Cogwheel Cancel" gewesen - ist keine ganz genaue Übersetzung, trifft die Beschreibung aber deutlich besser. Und den gibt es um philatelistischen Sprachgebrauch sehr wohl.
Beste Grüße!
Lars
@ 10Parale [#116]
Hübsch. Registered South Eastern District Office. Der rückseitige Stempel lautet vollständig Borough High St. 19A B[ranch] O[ffice], da ist heute noch ein Postamt.
@ Lars Boettger [#117]
@ Gauss (#118)
"Ich unterstelle hier eine bewußte Sammlertäuschung (ich bin nicht bei der Polizei und muss von einer Unschuldsvermutung ausgehen)."
Das unterstelle ich jetzt mal nicht. Ich war vor zig-Jahren mal bei einer Firma beschäftigt, die sehr fleißig im Amerikahandel tätig war. Ich denke die Amerikaner sind oft "simplifier" - Menschen, die alles vereinfachen, damit das Geschäft läuft und der Handel blüht. (Beispiel: Windrad bauen in Amerika, Windrad bauen in Deutschland, ich tippe mal, letzteres dauert länger).
Da mach ich gleich mal weiter mit einem neuen Beleg, den ich vom selben Händler aus Vancouver ersteigert habe, hier die Anpreisung: 1856 GB STAMPLESS F/L FANCY CANCEL CROSS TO USA
"FANCY CANCEL CROSS" - wörtlich übersetzt: Fantasie-Stempel Kreuz (im Sinne vielleicht von ausgefallener Stempel).
Der Brief scheint im Bankensektor gelaufen zu sein (Bank of England). Ich lese im Kreu F.O....L.S....3. NO 1856, und es gibt eine schwarze Taxierung 24. Das machte den Brief für mich interessant. Kein Ankunftsstempel von New York.
Vielleicht kann uns asmodeus oder gauss (die großen Experten) noch etwas über diesen Stempel erzählen.
Liebe Grüße
10Parale

@ 10Parale [#116]
Das ist ein Einschreiben der zweiten (nicht der vierten) Gewichtsstufe, der Brief war also zwischen einer 1/2 und 1 Unze schwer. Taxierung: 2 x 2,5d + 2d (Einschreibgebühr) = 7d.
Viele Grüße
nitram
@ 10Parale [#119]
Portobrief der ersten Gewichtsstufe (bis 1/2 Unze) vom Branch Office Lombard Street nach New York. Der Empfänger zahlt 24 Cents. Die Forderung UK an USA sind 3 Cents (siehe Taxstempel), der Brief ist also mit einem American Packet nach New York gegangen. Die verbleibendenden 21 Cents bekommt die USA.
Viele Grüße
nitram
@ 10Parale [#113]
Sorry, aber die Verkaufsbeschreibung des Händlers ist doch wirklich der Hammer, so fehlerhaft wie die ist. Neben der eigenwilligen Interpretation des L1-Stempels steht in dem französischen Stempel nicht MB für "Mobile Box", sondern AMB (= ambulant). Das war also ein französischer Bahnpoststempel.
Viele Grüße
nitram
Der Ortsname auf dem Stempelabschlag müsste Morpeth sein.
@ Sherlock [#123]
Die Penny Black ist von Platte 1b.
@ Sherlock [#123]
Ein toller Beleg, wie ich finde. Er stammt aus dem ersten Jahr der Existenz von Briefmarken. Das muss man sich stets vor Augen halten. Im Jahr 2006 hat der Stanley Gibbons diese Marke postfrisch/gestempelt/auf Beleg mit je 6000/275/475£ bewertet. Toll, wie asmodeus es hinkriegt, die Platte zu bestimmen.
Viel einfacher tut man sich mit den 1 Penny Marken 1858-1879. Man kann die Platte praktisch ablesen. Hier mal zwei Briefvorderseiten von im Bezirk London gelaufenen Briefen. Der eine, vom 21. Juli 1869 wurde mit einer 1 Penny Platte 122, der andere vom 18. März 1867 mit einer 1 Penny Platte 72 frankiert. Beide Marken zeigen erhebliche Farbdifferenzen, die Stempel sind schön anzusehen.
Liebe Grüße
10Parale
@ 10Parale [#127]
Der zweite Brief wurde fehlgeleitet ([ M]issent) nach SW, während South Kensington in W liegt (wie auch rechts unten angegeben).
@ 10Parale [#127]
Danke für die positive Bewertung des Briefs. Als Grossbritannien-Sammler darf man ja den Luxus genießen, tatsächlich die erste Briefmarke der Welt in seiner Sammlung zu haben. Das auch noch zu erschwinglichen Preisen. Ähnlich verhält es sich mit einem nicht unbedeutenden Teil der Ausgaben bis 1900.
Ein paar Lücken werden wohl nie gefüllt, aber es gibt reichlich Sammelmaterial. Die One Penny Red von der Plattennummer 71 bis 225 mit je einem Exemplar, ist nicht wirklich schwierig, von den wenigen Ausnahmen wie die Nr. 77 mal abgesehen. Wirklich Respekt habe ich vor denjenigen, die ganze Druckplatten rekonstruieren. Die Halfpenny "Bantam" ist auch so eine Marke, die dank der Plattennummern eine kleine Herausforderung darstellt.
Hier noch ein Kleinod das über ein Konvolut mit Briefstücken den Weg zu mir fand. 1841 ist ebenfalls ein beachtliches Alter.
@ Sherlock [#129]
Ein Vorbesitzer hat Pl. XI notiert. Das wäre eine "schwarze" Platte, von der auch die Nr. 1 gedruckt wurde (die Platte 11 ist ein Spezialfall, nicht wie 2, 5, 8 usw. ursprünglich für schwarze und danach für rote, sondern ursprünglich schon für rote. Dann wurden noch ein paar letzte schwarze gebraucht, dafür wurde die Platte 11 verwendet).
@ Sherlock [#129]
@ Gauss [#130]
Es ist eine Platte 11.
Bis Mai 41 waren zudem nur die roten Platten 12 bis 14 hergestellt, die in einer ähnlichen Preisklasse sind wie die rote 11. Ein Brief aus dem ersten Halbjahr 1941 ist auf jeden Fall etwas Besseres.
Ich habe diesen Brief aus Großbritannien und an ein "Coffee House" adressiert. Seit dem 17. Jahrhundert gab es Coffee houses in London.

[Redaktionell kopiert aus dem Thema "Motiv: Kaffee"]
@ asmodeus [#133]
Dürfte gut in eine Motivsammlung Kaffee passen. Ein sehr schöner Beleg. Anscheinend gab es damals noch nicht so viele Kaffeehäuser, denn es genügte die einfache Bezeichnung im Anschreiben.
Heute flatterte dieser Brief in mein Briefkasten, 4 Pence von London nach Bruges (Belgien - Brügge, Hauptstand von Westflandern), vorderseitig 12 stark gestempelt, rotes PD und rückseitig London 28. März 63 und Transitstempel, dann Ankunftsstempel vom 29. März in Brügge.
Es dürfte sich um Michel Nr. 19I handeln, Platte 3 oder 4.
Liebe Grüße
10Parale

@ 10Parale [#134]
19 I ist Platte 3, 19 II Platte 4.
Die 12 ist vom Foreign Branch in London für Briefe ins Ausland. Was jetzt keine große Überraschung ist.
@ Gauss [#136]
wenn es leider nur ein Briefstück ist (keine ganzer Beleg) ist es doch auf diese Art recht selten anzuschauen. Michel Nr. 14 auf Briefstück Stempel 77 mit 5 Exemplaren, davon 2 waagrechte Paare.
Man muss es einfach zeigen.
Liebe Grüße
10Parale
Beleg mit EF Mi. Nr. 10 unplattiert. Brief wog über ½oz und wurde dementsprechend gekennzeichnet: Stempel "Above__ oz" und handschriftlich wurde das Gewicht eingetragen. Weitere Stempel: "More To Pay AtoL" (AtoL ist nicht so richtig geklärt) und "2" für das fehlende Porto 1d + Strafporto 1d.
Ein Brief bis ½oz wäre 1d und bis 1oz 2d.
@ asmodeus [#138]
Ich kenne folgende Interpretation: Es wurde eine Reihe von Stempeln mit den Buchstaben "A" to (bis) "L" bestellt, missverstanden als "AtoL". Es gibt diesen Stempeltyp mit einzelnen Buchstaben.
@ asmodeus [#138]
Hallo,
könnte es "Abroad to Local" heißen?
Liebe Grüsse von bayern klassisch
@ Gauss [#139]
@ bayern klassisch [#140]
Diese Interpretation kenne ich auch. Aus einem britischen Forum:
"Sie finden es illustriert/referenziert in Mackay S. 235-6, wo er erklärt, dass der genaue Grund für A bis L unbekannt ist, aber es könnte sich um ein Missverständnis seitens des Stanzformherstellers gehandelt haben, der gebeten wurde, eine Serie dieser Markierungen „A bis L“ herzustellen " für das Londoner Hauptbüro und produzierte fälschlicherweise nur diesen."
@ asmodeus [#141]
Da habe ich es auch her (Mackay). Sehr schöner Brief!
@ asmodeus [#143]
Toller Beleg, muss portogemäss gutes Gewicht gehabt haben, oder? Kannst du noch etwas zu dem Siegel sagen, also den Absender? Ist es das Patentamt in London?
Liebe Grüße
1oParale
@ 10Parale [#144]
Porto war 8 d für einen Brief bis zu ½ oz.
Brief vom 12.08.1882 von London nach Paris dort Ankunft am 13.08.1882, frankiert mit 2,5 Pence Michel Nr. 51 vom 1880.


Schönen Gruß
Sepp
@ Briefuhu [#146]
Und bitte nicht die Weiterleitung zu erwähnen vergessen, die hinten notiert wurde.
Liebe Grüsse,
Ralph
@ bayern klassisch [#147]
Hallo Ralph,
vielen Dank für Deine Ergänzung. Bei der Weiterleitung kann ich allerdings nur "petit Chateau" kleines Schloß lesen. Ich bin des Französischen nicht mächtig und die Schrift ist für mich auch unlesbar.
Schönen Gruß
Sepp
@ Briefuhu [#146]
Es ist nicht wesentlich, aber die Marke ist die Nr. 59 von 1881.
@ Briefuhu [#148]
Jetzt wird der Brief noch besser:
https://de.wikipedia.org/wiki/Brunoy
Liebe Grüsse,
Ralph
@ Gauss [#149]
Vielen Dank für die Berichtigung, ja es ist die Michel Nr. 59, Platte 22.
Schönen Gruß
Sepp
@ Briefuhu [#148]
Au petit chateau de Brunoy (Seine et Oise)
https://de.wikipedia.org/wiki/Brunoy
@ bayern klassisch [#150]
Jetzt ist der Brief korrekt und vollständig beschrieben, vielen Dank.
Schönen Gruß
Sepp
hier ein Brief mit Penny Red Platte 45, sehr späte Platte für Malteserkreuz. Hier das Belfaster MX. Vermutlich war noch etwas auf dem Brief, man sieht (wahrscheinlich) Klebereste links neben den Marken.

[Redaktionell kopiert aus dem Thema "Grossbritannien Plattennummern"]
@ Ludwig Victoria [#154]
Zeig mal bitte die Rückseite des Briefes oder nenne mir den Ort des Absenders. Könnte eine bessere Malteser sein. Schottisch oder irischer Stempel.
@ asmodeus [#155]
aber gerne, ich vermute Belfaster Stempel, leider ist in dem sehr langen Brieftext kein Absenderort vermerkt
@ Ludwig Victoria [#156]
Eher Dublin.
@ asmodeus [#157]
Vergleiche mal beide Scans. Belfaster MX: Der Abstand der innere Kurven des inneren Kreuzes sind näher. Die Raute (Diamond) ist etwas kleiner. Auch die "Flarings" - die Spitzen sind ausgeprägter bei dem inneren Kreuz.
Dublin: Mitte- Raute/ Diamond ist größer. Flarings weniger ausgerägt.

@ asmodeus [#158]

Danke, noch einmal ein Bild in höherer Auflösung, könnte eher in Richtung Dublin gehen, in jedem Fall irisch. -:)
@ Ludwig Victoria [#159]
Ist eindeutig Dublin.
Eine sehr schöne alte Postkarte aus England:
Ganzsachen-Postkarte Halfpenny, auffrankiert mit einem späten Exemplar der Minr. 16 (Platte 208), von
"A. Churchill" in Leytonstone, Essex [nach etwas Recherche als "
Foreign Stamp Merchant" zu identifizieren], der einem potentiellen Kunden in Deutschland, Herrn Biedemeyer in Hamburg, am 16. Februar 1878 (POststempel London mit Duplex "100", 18.2.1878) ein Angebot über den Erwerb von Massen an Marken aus Indien, Ceylon und Neuseeland machte.


[Redaktionell kopiert aus dem Thema "Briefmarkenhändler und Briefmarkensammler früherer Zeiten"]
@ asmodeus [#162]
Falls für Dich von Interesse, die beiden nicht genannten französischen Stempel sind Brissac (Loire Aubance) und Thouarcé.
Gruß,
Koban
@ Koban [#163]
Vielen Dank!
@ asmodeus [#165]
Danke fürs Zeigen der schönen Belege.
Anbei eine C11 Platte 60 mit schottischem Lokalstempel Anderston verschickt nach Dunfermline

Brief von Glasgow nach Edinburgh mit Scots Local "Kinning Place" entwertet. Frankiert mit Mi. Nr. 8 SG. C1 Platte 202
@ volkimal [#168]
MX-Stempel wurden bis 1844 verwendet. Ich gehe davon aus, dass die Marke nicht zum Brief gehört (was jetzt Deine Frage nicht beantwortet).
@ Gauss [#169]
Hallo Gauss,
danke für den Hinweis. Da war die Marke wohl abgefallen oder abgelöst worden und irgendwer wollte den Brief "aufhübschen". Aber unabhängig davon hast du recht. Auf den ungeklärten Beförderungsweg hat das keinen Einfluss.
Großbritannen ist nicht mein Sammelgebiet. Ich habe vor Jahrzehnten auf der Messe Essen bei einem britischen Händler einige alte Briefe aus einer Wühlkiste mitgenommen weil ich die Stempel interessant fand. Vermutlich war das damals 1,- DM pro Beleg.

Den fand ich davon am besten. Ein Bishop Marc aus dem Jahr 1792, ca. 130 Jahre nachdem es diese Stempel das erste Mal gab. Als ich bezahlte war der Händler erstaunt, denn der Brief gehörte gar nicht in die Wühlkiste und wäre eigentlich teurer gewesen.
Die Bishop Marks waren seit 1661 zunächst in London in Gebrauch. Die nächsten Orte waren Dublin 1670 und Edinburgh 1806. Die Bihop-Stempel waren sehr lange im Einsatz: In London bis 1787, Dublin bis 1795 und in Edinburgh bis 1806. Mein Exemplar aus Edinburgh stammt aus dem Jahr 1792.
Viele Grüße
Volkmar
@ volkimal [#172]
Der Schnörkel könnte eine 11 sein, 170 - 230 Meilen.
@ Gauss [#173]
Oder 1 Shilling?
@ bayern klassisch [#174]
Je nach dem, wie man fährt, könnten's auch knapp über 230 Meilen sein. Es galt wohl die tatsächlich zurückgelegte Strecke, nicht die kürzest mögliche.
Beim Schnörkel würde ich aber eher (ohne große Überzeugung) zu 11 tendieren.
@ Gauss [#175]
Die hätten mal deutlicher schreiben sollen, dann hätten wir hier keine Interpretationsprobleme.
@ volkimal [#172]
11d ist auch meine Wahl. Das Porto von London (für das Jahr 1830) nach Plymouth betrug 11d. Siehe Anhang.
Hallo ihr drei,
herzlichen Dank! Nach dem Beitrag von Asmodeus gehe ich auch von 11d aus.
Viele Grüße
Volkmar
Hallo zusammen,
von der Londoner Penny Post kann ich leider keinen Beleg zeigen. Aus der Penny Post entstand 1801 die Two Penny Post. Alle lokalen Briefe kosteten jetzt 2 Penny.

Dieser Brief nach London wurde am 30. September 1826 in Richmond aufgegeben. Richmond liegt ca. 13 km südwestlich des Stadtzentrums Londons. 1826 lag Richmond im Landbereich, so dass es drei Pence kostete, den Brief ins Zentrum London zu schicken. Dieses wurde mit der aufgestempelten „3“ dokumentiert. Seit 1965 ist Richmond ein Stadtteil Londons. Interessant finde ich das Siegel. Ich lese "Rose says love(?)".

Oben im Stempel von Richmond steht „EV“. Ich gehe davon aus, dass es „Evening“ (Abend) bedeutet. Die Ankunft in London wurde mit dem Doppelellipsenstempel „7 • NIGHT • 7“ vom 30.09.1826 dokumentiert.
Zu den Stempeln der Two Penny Post siehe die Seite des Britischen Philatelisten-Verbandes [1]. Speziell der Beitrag „London Twopenny Post 1801 - 1839“. Dieser Beitrag kann als pdf heruntergeladen werden. Weitere Informationen auf der Seite [2] bzw. speziell zur Twopenny Post [3].
Viele Grüße
Volkmar
[1]
https://www.gbps.org.uk/
[2]
https://earsathome.com
[3]
https://earsathome.com/letters/Previctorian/kingstn.html
Hallo zusammen,
ein weiterer Brief, der am 28.01.1809 bei der Twopenny Post in London aufgegeben wurde. Das Ziel des Briefes war Edinburgh in Schottland:

Auf der Vorderseite sind drei zum Teil kaum leserliche Stempel. Zunächst der Aufgabestempel von der Twopenny Post:

Oben im Stempel steht gut leserlich „Two Py Post“. In der Mitte kommt entweder „Paid“ oder „Undpaid“. In diesem Fall dürfte es „Unpaid“ heißen, denn der Ansatz des „U“ ist erkennbar. Unten im Stempel steht das Postamt, bei dem der Brief aufgegeben wurde. Den Teil kann ich leider nicht identifizieren.
Der rechte Stempel dient zum Vergleich. Er stammt aus dem „Notebook 159“ vom Oktober 2002 der „Great Britain Philatelic Society (GBPS)“. Dort kann das Notebook mit dem Beitrag über die „London Twopenny Post 1801 - 1839“ heruntergeladen werden [1].

Eben habe ich das Buch „The History of the Early Postmarks of the British Isles to 1840 - John Hendy (1905)” auf der Seite der GBPS zum herunterladen gefunden [1]. Dort steht zum Stempel der großen Ziffer „2“:
Alle Briefe, die bei einem Twopenny-Post-Postamt zur Zustellung im Inland aufgegeben wurden, ohne dass die 2 Pence bezahlt wurden, wurden mit einem Stempel „2“ gekennzeichnet.
Beim roten Kreisstempel auf der Vorderseite vermute ich, dass er ein Eingangsstempel aus Edinburgh ist, denn ich lese „JA 31“. Damit hätte man den Stempel am 31.01.1809, also drei Tage nach Aufgabe des Briefes abgeschlagen.

Die beiden Stempel auf der Rückseite stammen soweit ich weiß beide aus London. Der rote Stempel „7 o’Clock / JA 28 / 1809 NT“ wurde beim Londoner Hauptpostamt verwendet. „NT“ steht für Night. Der Stempel ist also vom „28.01.1809 19 Uhr“.
Die Londoner „Doppelkreisstempel mit Kreis“ habe ich schon im Beitrag [#171] vorgestellt. Bis auf die Jahreszahl 809 =1809 ist das Datum nicht zu lesen. Der Doppelkreis bedeutet, dass der Stempel nachmittags abgeschlagen wurde.
Ich finde die alten Stempel aus Großbritannien sehr interessant, es ist aber nicht mein Sammelgebiet. Falls ich einen Fehler gemacht habe, oder wenn jemand etwas ergänzen kann, so würde ich mich über die Korrektur oder Ergänzung freuen.
Viele Grüße
Volkmar
[1]
https://www.gbps.org.uk/
Fast 80 Jahre jünger als der Beleg im vorigen Beitrag ist eine Ganzsache an
Richard J. Sheppard Esq. in Parsonstown und gestempelt mit einem Duplex in Dublin am 28. Februar 1884.
"Esquire" ist eigentlich eine Bezeichnung für einen Anwalt, wird aber auch generell als Höflichkeitstitel benutzt. Bis heute wird so die Anrede bisweilen in Großbritannien und Irland anstelle des "Mr" – jedoch hinter dem Namen und meist zu "esq." oder "Esq." verkürzt

Gruß
Hans-Jürgen
@ volkimal [#180]
Der rote runde Stempel ist wie Du vermutest aus Edinburgh. Bishop Marks aus Edinburgh sind seit 1714 rot und dadurch von den Londoner zu unterscheiden. Wohl die Nr. 4 im Bild. Etwas überraschend, nach meiner Quelle wurden die ohne Jahreszahl nur bis 1806 verwendet. Seit 1801 gab´s schon die Typen 5 und 6 mit Jahreszahl.
@ Gauss [#182]
Hallo Gauss,
danke für die Ergänzung. Mir war gar nicht klar, dass es sich bei dem Stempel um einen Bishop Mark handelt. Vor allem dachte ich bisher, dass die Bishop Mark kleiner sind. Dieser Stempel hat einen Durchmesser von ca. 25 mm. Mein anderer Bishop Mark aus Edinburgh hat 18,5 mm Durchmesser. Siehe [1]
Viele Grüße
Volkmar
[1]
https://www.philaseiten.de/cgi-bin/index.pl?PR=102158
@ volkimal [#184]
Hast Du das dritte Bild verwechselt? Der Brief scheint 1808 datiert zu sein.
@ Gauss [#185]
Hallo Gauss,
danke für den Hinweis. Hier ist das richtige Bild vom Brief aus New Hapton, den ich im Beitrag [#184] zeigen wollte:

Viele Grüße
Volkmar
Hallo zusammen,
im Beitrag [#184] hatte ich versehentlich den Brieftext eines Briefes vom 22.11.1808 gezeigt. Das nehme ich zum Anlass, den zugehörigen Brief vorzustellen. Der Brief ging von Kirkcudbright nach Edinburgh.
Kirkcudbright ist ein Ort in der Council Area Dumfries and Galloway in Schottland. Er liegt nahe der schottischen Südküste an der Irischen See. Kirkcudbright war Hauptstadt der traditionellen Grafschaft Kirkcudbrightshire. Edinburgh, die Hauptstadt Schottlands, liegt ca. 100 km nördlich von Kirkcudbright. Auch Edinburgh liegt an der Küste, allerdings an der Nordsee.

Der rote Bezahlt-Stempel hat den Text: „NO / PAID / 1808 / 23)“. Der Stempel ist also vom 23.11.1808. Dieses Datum wird durch den Text des Briefes (22.11.1808) bestätigt. Ich vermute, dass dieser Stempel vom Aufgabeort Kirkcudbright stammt. Er könnte aber evtl. auch aus Edinburgh sein. Was meint ihr?
Zusätzlich zum Bezahlt-Stempel trägt der Brief den Taxvermerk „8“. Das ist das Porto für einen einfachen Brief und der Entfernung 80 – 120 Meilen (12.03.1805 bis 08.07.1812 [1]
Der Aufgabestempel aus Kirkcudbright hat kein Datum. Anstelle dessen ist die Entfernung von Kirkcudbright nach London angegeben. Sie beträgt 369 Meilen. Google Maps misst nur eine Meile weniger. Das „D“ gibt die Postroute an, die der Brief zu nehmen hat.
Das Buch „The History of the Early Postmarks of the British Isles to 1840 - John Hendy (1905)” kann man auf der Seite der GBPS herunterladen [2]. Dort steht frei übersetzt (Seite 135 ff): Die Angabe der Meilenzahl auf den schottischen Briefmarken wurde im Jahr 1808 eingeführt. Doch wurde diese Regel nicht immer sofort angewendet. Tatsächlich stammt der älteste schottische Poststempel, den ich gesehen habe, mit Meilenangaben aus London aus einem Brief von 1812.
Damit ist mein Stempel vom 23.11.1808 sehr früh. Kennt einer einen noch älteren schottischen Stempel mit Meilenangabe?

Zuletzt noch der Briefinhalt mit der Angabe
Kirkcudbright / 22.11.1808. Absender des Briefes war Reverend Robert Muter aus Kirkcudbright. Den Namen des Empfängers kann ich leider nicht erkennen. Das Doppeldatum 22/23.11.1808 stammt vermutlich von ihm. Die „22“ dürfte sich auf den Briefinhalt beziehen. Die „23“ bezieht sich entweder auf den Bezahlt-Stempel oder ist das Ankunftsdatum des Briefes in Edinburgh.
Viele Grüße
Volkmar
[1]
https://www.gbps.org.uk/information/rates/inland/great-britain-1801-1839.php
[2]
https://www.gbps.org.uk
Viele Grüße
Volkmar
@ volkimal [#187]
Der Empfänger könnte ein Alexander Blair gewesen sein, jedenfalls ein Writer to the Signet.
https://en.m.wikipedia.org/wiki/Society_of_Writers_to_His_Majesty%27s_Signet
@ Gauss [#188]
Hallo Gauss,
das passt sehr gut. Vom Writer to the Signet hatte ich bisher nichts gehört. Im Internet fand ich [1]:
When Hugh Blair W.S. was born on 21 March 1806, his father, Alexander Blair W.S., was 39 and his mother, Nancy Maxwell, was 25. He married Ann Gordon Sanderson on 8 November 1833, in Edinburgh, Scotland, United Kingdom. They were the parents of at least 3 sons. In 1853, his occupation is listed as writer (lawyer) in Edinburgh, Scotland, United Kingdom. He died on 5 January 1878, in Edinburgh, Scotland, United Kingdom, at the age of 71, and was buried in Dean Cemetery, Edinburgh, Scotland, United Kingdom.
Der könnte es gut sein.
Viele Grüße
Volkmar
[1]
https://ancestors.familysearch.org/en/9794-9WN/hugh-blair-w.s.-1806-1878
[Redaktionell ergänzt: Als Hugh Blair W.S. am 21. März 1806 geboren wurde, war sein Vater Alexander Blair W.S. 39 Jahre alt und seine Mutter Nancy Maxwell 25 Jahre alt. Er heiratete Ann Gordon Sanderson am 8. November 1833 in Edinburgh, Schottland, Vereinigtes Königreich. Sie waren Eltern von mindestens drei Söhnen. Im Jahr 1853 ist sein Beruf als Schriftsteller (Anwalt) in Edinburgh, Schottland, Vereinigtes Königreich, angegeben. Er starb am 5. Januar 1878 im Alter von 71 Jahren in Edinburgh, Schottland, Vereinigtes Königreich, und wurde auf dem Dean Cemetery in Edinburgh, Schottland, Vereinigtes Königreich, beigesetzt.
Übersetzt mit DeepL.com (kostenlose Version)]
@ volkimal [#189]
Zur redaktionell ergänzten Übersetzung: Der "writer" ist hier gerade kein Schriftsteller, sondern Anwalt. Man müsste daher in der Übersetzung das Wort unübersetzt in Anführungszeichen anführen: ... als "writer" (Anwalt) ...
Wenn DeepL fleißig weitertrainiert, macht's das nächstes Mal richtig.
@ volkimal [#187]
Der "paid"-Stempel wurde von 1807 bis 1813 in Edinburgh verwendet für eingehende bezahlte Post.
@ volkimal [#192]
Da hätte ich vielleicht noch ein paar Worte mehr schreiben sollen. 31 C gehört nicht zum Stempel. 31 ist die Nummer der Abbildung, und C gibt die Häufigkeit an (auf einer Skala von A sehr häufig bis F äußerst selten).
@ volkimal [#192]
Die Taxierung ist 1/4 1/2. 1 Shilling 4 Pence sind 16 Pence, also 2 x 8, und ein halber Penny wheel tax.
@ Gauss [#194]
Hallo Gauss,
herzlichen Dank für die Erklärung. Mit "1/4" also mit "1 Shilling 4 Pence" war es also ein Brief der zweiten Gewichtsstufe für die Entfernung von 50 bis 80 Meilen.
Ich hatte auf der Seite vom gbps von der "wheel tax" von 1/2 Pence gelesen. Da ich aber den Taxvermerk flasch gelesen habe, habe ich das nicht erkannt. Auf der Seite vom gbps [1] steht dazu übersetzt:
Schottischer „Zusätzlicher Halfpenny“: Ab 1785 war der Posttransport von der Straßenmaut befreit. 1813 wurde diese Gebühr in Schottland (jedoch nicht in England) abgeschafft; als Ausgleich durfte die Post für Post, die in einer Kutsche mit mehr als zwei Rädern über schottische Straßen befördert wurde, eine halbe Pence erheben. Diese einmalige Gebühr war pauschale und unabhängig von der Größe des Briefes oder eventuellen Umleitungen und galt bis zur Einführung der 4d Post im Jahr 1839.
Viele Grüße
Volkmar
[1]
https://www.gbps.org.uk/information/rates/inland/great-britain-1801-1839.php
@ volkimal [#195]
Ich habe in einem anderen Forum etwas zur wheel tax geschrieben und ein Dutzend Beispiele gezeigt, vielleicht findest Du das.
@ Gauss [#196]
Hallo Gauss,
wenn du das BdPH-Forum oder das Philaforum meinst, dann habe ich deinen Beitrag übersehen.
Ansonsten habe ich habe einige Beiträge zur "wheel tax" im Internet gefunden. Allerdings weiß ich nicht, ob einer davon von dir stammt.
Unter "Gauss" finde ich dabei nichts. Vielleicht gibst Du mir noch einen Tipp oder mailst mir.
Viele Grüße
Volkmar
Hallo zusammen,
dieser Brief aus dem Jahr 1839 gab mir zunächst ein paar Rätsel auf. So nach und nach habe ich die meisten vermutlich gelöst. Liege ich mit der folgenden Beschreibung des Briefes richtig?

Ich lese: 1839 / Coldstream October TwentySeven / ???? / London / Kilmarnock
Der Brief wurde also am 27.10.1839 in Coldstream aufgegeben und ging nach London. Coldstream ist eine freie Stadt in der schottischen Council Area Scottish Borders. Kilmarnock ist zwar ebenfalls eine Stadt in Schottland, ich gehe aber davon aus, dass es sich unten links um den Nachnamen Kilmarnock handelt. Weshalb der Name dort angegeben ist, ist mir nicht klar.

Zunächst wunderte ich mich über den Stempel „Coldstream / Penny Post“. Dann las ich aber: „Ein Parlamentsgesetz von 1765 erlaubte erstmals die Einrichtung von Penny-Posts in Städten außerhalb Londons... Einige Jahre später wurden sie schrittweise im ganzen Land ausgebaut, und kurz vor der Einführung des einheitlichen Penny-Portos überstieg ihre Zahl 2000.“ [1] Seite 117 ff
Das nächste Problem war die fehlende Zusatzgebühr von ½ P (wheel tax). Siehe dazu Beitrag [#192] und die folgenden Beiträge. Das erklärt sich hierdurch: „Coldstream, Earlston, Galashiels, Hawick, Jedburgh, Melrose und St. Boswells waren die einzigen Städte in Schottland, in denen Briefe von und nach England von der zusätzlichen Gebühr befreit waren.“ [1] Seite 150.

Im Notebook der London Postal History Group [2] ist dieser Stempel abgebildet. Als Erklärung für verschiedene Stempel dieser Art ist angegeben: „Für frankierte Briefe, die in einer Provincial Penny Post aufgegeben wurden, fiel die Penny Post Charge an. Unfrankierte Briefe erhielten im General Post Office einen der abgebildeten Stempel "To Pay 1D only”. Damit handelte es sich also um einen unfrankierten Brief. Ich gehe also davon aus, dass der Stempel aus London stammt.
Viele Grüße
Volkmar
[1] The History of the Early Postmarks of the British Isles to 1840 (Download-Seite des GBPS)
[2]
https://www.gbps.org.uk/information/downloads/lphg-notebook.php Ausgabe 154 (11.2002)
Beitrag “The franking system” von Barrie Jay and John E Colton
@ volkimal [#197]
Die Adresse ist wohl
Cox & Co.
Craig's Court
https://en.m.wikipedia.org/wiki/Cox_%26_Kings
@ volkimal [#198]
Mal ein bisschen spekulativ (Vorphila ist nicht ganz mein Ding):
Kilmarnock war ein Baron, also eigentlich portofrei. Musste anscheinend die Penny Post bezahlen, aber den Hauptteil der General Post nicht. Signatur für die Portofreiheit.
Vielleicht ist das Unsinn und ein Experte korrigiert noch.
@ volkimal [#198]
Hallo Volkmar,
vielen Dank fürs Teilen! Eigentlich hätte ich als Anschrift “Messrs. Cox & Co” erwartet und nicht nur “Cox & Co”.
Siehe auch
https://discoveringbritain.blogspot.com/2015/06/london-whitehall-craigs-court.html:
<< Cox’s, the bankers to the British Army, had offices in Craig’s Court. The bank was founded by Richard Cox (1718-1803) who was appointed as agent to the Foot Guards. He was responsible for organising clothing, housing, weapons, and wages. In 1765 he teamed up with Henry Drummond and by 1795 they were banking and arranging for 95 regiments of cavalry, infantry and militia. The banking side of the business was taken over by Lloyds TSB (1923), and the travel side by Cox and Kings (1970). >>
Emiel
@ evwezel [#201]
Du hast natürlich Recht, "Mess." steht auch noch da.
@ Gauss [#200]
Hallo Gauss,
auch wenn du schreibst
"Vorphila ist nicht ganz mein Ding", weißt Du doch sehr viel davon. In diesem Fall gehe ich davon aus, dass Du eindeutig den richtigen Riecher hast. Im Notebook 164 [1] sind mehrere Briefe mit dem Stempel "To Pay 1D only” abgebildet. Dabei wird jedesmal die Unterschrift angegeben. Ich habe nur nicht verstanden, was dahinter steckt.
Als "Baron Kilmarnock" kommt 1839 nur "William Hay, 18. Earl of Erroll" in Frage [2]. Bei Wikipedia heißt es zu ihm:
"1831 wurde er ins Privy Council aufgenommen und ihm auch der Titel Baron Kilmarnock verliehen."
Viele Grüße
Volkmar
[1]
https://www.gbps.org.uk/information/downloads/lphg-notebook.php Ausgabe 164 (11.2006)
[2]
https://de.wikipedia.org/wiki/William_Hay,_18._Earl_of_Erroll
Hallo zusammen,
sehr schön sind die zahlreichen Franks oder Free stamps aus Großbritannien. Seit 1660 gab es dort Portofreiheit für bestimmte Personengruppen wie z.B. Parlamentsmitglieder. Die Portofreiheit wurde vielfach missbraucht. 1764 verfügte man, die ganze Adresse vom Absender eigenhändig zu .schreiben sei. 1784 wurde weiters angeordnet, daß auch der Absendeort nebst Tag, Monat und Jahr auf die Adressseite der Briefe zu schreiben sei und der Brief am gleichen Tag der Post übergeben werden müsse. Von 1800 an finden wir die Freistempel fast ausschließlich mit der Krone geschmückt wie bei diesem Beispiel [1].

Die Briefanschrift lautet: Rothesay fourteen January 1836, Rawson W. Rawson Esq., Secretary to the Pilotage Commission, Board of Trade, London, Bute
Rothesay ist die Hauptstadt der Isle of Bute in der schottischen Council Area Argyll and Bute. Das Zentrum der Stadt bildet Rothesay Castle, eine Schlossruine, die aus dem 13. Jahrhundert stammt und einen für Schottland einzigartigen kreisförmigen Grundriss besitzt [2].
Der Empfänger des Briefes ist Sir Rawson William Rawson (1812 - 1899). Er war ein britischer Kolonial-Verwaltungsbeamter und Botaniker. Rawson besuchte das Eton College und war danach Privatsekretär mehrerer Vizepräsidenten am Board of Trade, zuletzt von William Ewart Gladstone [3].

Der Brief wurde entsprechend des handschriftlichen Vermerks und des Einzeilers am 14.01.1836 in Rothesay aufgegeben. Der rote Kronenstempel wurde aber erst am 18.01.1836 abgeschlagen. Entweder hat man dagegen verstoßen, den Brief am selben Tage aufzugeben oder dieser Stempel stammt nicht aus Rothesay. Was meint ihr?
Der Name „Bute“ unten links gibt an, wer die Portofreiheit besessen hat. In diesem Fall dürfte es der britische Adlige, Industrieller und Politiker John Crichton-Stuart, 2. Marquess of Bute (1793 - 1848). gewesen sein. Aufgrund seiner Investitionen gilt er als der Schöpfer des modernen Cardiff [4].
Zu Rothesay Castle heißt es bei Wikipedia: Nach Erweiterung der Außenanlagen in den 1650er Jahren wurde Rothesay Castle schließlich im Zuge der Monmouth-Rebellion gegen Jakob II. durch die Truppen von Archibald Campbell, 9. Earl of Argyll zerstört und brannte aus. In den folgenden Jahrhunderten verfiel die Ruine, bis John Crichton-Stuart, 2. Marquess of Bute ab 1816 Ausgrabungen vornehmen ließ und die Burg gegen den fortschreitenden Verfall zu schützen suchte. Die Arbeiten wurden von seinem Nachfolger, John Patrick Crichton-Stuart, 3. Marquess of Bute, fortgeführt und um 1900 abgeschlossen [5].
Viele Grüße
Volkmar
[1] The History of the Early Postmarks of the British Isles to 1840 (GBPS Download)
[2]
https://de.wikipedia.org/wiki/Rothesay_(Schottland)
[3]
https://de.wikipedia.org/wiki/Rawson_William_Rawson
[4]
https://de.wikipedia.org/wiki/John_Crichton-Stuart,_2._Marquess_of_Bute
[5]
https://de.wikipedia.org/wiki/Rothesay_Castle
@ volkimal [#204]
Der "free"-Stempel ist aus London. Free-Stempel gab es in London, Dublin und Edinburgh (dort nur ein schottisch sparsamer schmuckloser).
@ volkimal [#204]
Ist das ein kompletter Brief oder eine Vorderseite? Es sind unzählige Vorderseiten erhalten, da die früh von Autographensammlern gesammelt wurden. Die interessierte nur die Unterschrift, nicht Inhalt oder allfällige Vermerke auf der Rückseite. Wenn Du z.B. bei ebay uk nach "free front" suchst, gibt´s viele Treffer.
@ Gauss [#206]
Hallo Gauss,
dass die Free stamps nur in den drei Orten London, Dublin und Edinburgh vorkommen habe ich irgendwie übersehen. Danke für die Information.
Wie du richtig vermutest, ist es leider nur eine Vorderseite, die eindeutig von einem Autographensammler stammt. So sieht der Beleg komplett aus.

Die Jahreszahl 1796 und die Angabe (Stuart) beziehen sich darauf, dass John Stuart am 21. Februar 1796 durch den König zum 1. Marquess of Bute mit den nachgeordneten Titeln Earl of Windsor und Viscount Montjoy erhoben wurde. Da John Stuart, 1. Marquess of Bute aber schon 1814 starb, kann die Unterschrift nicht von ihm stammen.
Sie ist von John Crichton-Stuart, 2. Marquess of Bute. Dieser wurde als John Stuart als ältester Sohn von John Stuart, Viscount Mount Stuart, dem ältesten Sohn von John Stuart, 1. Marquess of Bute, und dessen Frau Lady Elizabeth McDowall-Crichton geboren.
Viele Grüße
Volkmar
Hallo zusammen,
ein Ortsbrief aus Edinburgh aus dem Jahr 1822 an die Herren Russell, Anderson and Tod:

Was Russell, Anderson and Tod für eine Firma oder Kanzlei war konnte ich nicht herausfinden. Im Adressverzeichnis aus Edinburgh: “The post-office annual directory, from whitsunday 1815 to Whitsunday 1816” ist nur angegeben “W. S. 59. Georgestreet“. Außerdem habe ich dort gefunden: "Patrick, William esq. W. S. 25. Forth street"

Im Brief ist angegeben: „Ed. 4 Jany 1822“. Der rote Stempel vom Chief office in Edinburgh ist vom 05.01.1822. Was die Buchstaben links und rechts bedeuten, weiß ich nicht.
Viele Grüße
Volkmar
Hallo zusammen,
meine letzten Belege stammen aus der Markenzeit. Als erstes ein Briefausschnitt mit einen „Too late“ = „zu spät“-Stempel:

Die „Zu spät“-Stempel wurde von der Post als Gegenmaßnahme gegen die Beschwerden der Bevölkerung über verspätete Zustellung eingeführt. Die Abholzeiten der Briefe wurden bekannt gegeben. Gingen Briefe nach der angegebenen Zeit ein und wollte der Absender die zusätzliche Gebühr für die Verspätungszustellung nicht bezahlen, erhielten sie den „Zu spät“-Stempel.
Hier ein „Zu spät“-Stempel aus Sligo vom 14.07.1848. Mit ca. 29 mm x 4 mm ist der Zeilenstempel ein sehr kleines Exemplar.
Sligo (irisch Sligeach) ist die Hauptstadt des irischen County Sligo und liegt am Garavogue River in der Provinz Connaught. Der irische Name bedeutet übersetzt „Platz der Muscheln“, da die Küste vor Sligo bekannt war für ihre reichen Vorkommen an Schalentieren. Irland gehörte damals zu Großbritannien. Der größte Teil Irlands wurde erst nach dem Ersten Weltkrieg unabhängig.
Bei den Too late-Stempeln kommen viele verschiedene Formen und Größen vor. Eine Reihe von Beispielen sieht man auf der Seite [1]. Bitte nicht übersehen, dass man auf „Next“ klicken muss, um die nächsten Seiten zu sehen.
Viele Grüße
Volkmar
[1]
https://www.earsathome.com/webgil/toolate.html
@ volkimal [#208]
Die Buchstaben im Stempel: Links ein Code, der den stempelnden Beamten identifiziert, es gibt D und W. Rechts wird die Schicht angegeben mit M (morning), A (afternoon), E (evening).
Die Empfänger sind wohl wieder mal Rechtsanwälte, die vom Stempel bedeckten Schnörkel könnten W.S. sein.
Für die "LATE" und "TOO LATE" Stempel gibt es in der FgGB eine ganze Fraktion von Spezialisten, und sie haben dazu in den letzten Jahren viel publiziert. Allein um diese Fachbeiträge zu lesen lohnt schon ein Beitritt in diese Britannien und sein Kolonialreich umfassende ArGe.
@ JanClauss [#211]
Die Forschungsgemeinschaft Großbritannien ist ein sehr guter Verein. Ich war einige Jahre Mitglied. Da ich noch in zwei weiteren Vereinen in Großbritannien bin, habe bzw. hatte ich einen guten Vergleich. Die Great Britain Philatelic Society ist eine befreundeter Verein der FgGB.
Die GBPS hat einen kleinen Vorteil: Als Mitglied hat man online über deren Webseite sehr viele zusätzliche Möglichkeiten der Philatelie- zum Beispiel Plattierungshilfen, Liste und Vergleichsstücke der reparierten Platten der Penny Black und Reds von den Black plates, Portobestimmungen usw.. Die Liste ist noch länger.
Das fehlte mir bei der FgGB- wahrscheinlich liegt es an den rechtlichen Schritten- Eigentumsverhältnisse usw..
Wer Großbritannien sammelt, der sollte diese Vereine nach seinem Gusto beitreten.
https://www.fggb.de/index.php
https://www.gbps.org.uk/index.php
Hallo zusammen,
herzlichen Dank für die Ergänzungen und Informationen. Heute ein Brief aus London nach Glasgow vom 06.11.1847:

Innen steht nur Kelsalls ??? / London 6 Nov. 1847. Kelsalls kenne ich als Name, was die Buchstaben dahinter bedeuten, weiß ich nicht. Der Brief geht an James Andrew Anderson [1], den Generaldirektor der Union Bank of Scotland in Glasgow.

In dem Buch “The History of the Postmarks of the British Isles from 1840 to 1876 - John Hendy (1909)” [2] habe ich einen ähnlichen Stempel gefunden (Abb. 64, rechte Abbildung). Zu diesem Stempel steht dort übersetzt (Google):
Interessant ist die veränderte Handhabung der Korrespondenz, die sich mit der Einführung der einheitlichen Penny-Post ergab. So wurden beispielsweise im Inland Office während des Abenddienstes die Briefe, nachdem sie aus den Briefkästen, in die sie von der Öffentlichkeit eingeworfen wurden, entnommen worden waren, auf einen großen Tisch geworfen. Dort ordneten mehrere Beamte, die sogenannten „Facer“, sie mit ihren Gesichtern oder Adressen an und warfen alle unbezahlten Briefe, Pakete oder sonstigen Sendungen aus, die aufgrund ihres Gewichts, ihrer unhandlichen Größe oder ihrer Form besser separat behandelt werden konnten. Die Geschwindigkeit, mit der dieser Vorgang durchgeführt wurde, soll bei etwa 41 gewöhnlichen Briefen pro Mann und Minute gelegen haben. Es waren sechs Datumsstempel im Einsatz (Abb. 64). Diese waren aus Holz gefertigt, und da die Buchstaben und Zahlen in das Holz geschnitten waren, konnten sie nur an einem Datum verwendet werden. Sie kosteten jeweils 150.000 Pfund. Die Indexbuchstaben „C F“ wiesen auf den Stempeler hin, der den jeweiligen Stempel verwendete. Diese sechs Stempeler stempelten durchschnittlich 100 Briefe pro Mann und Minute ab. Sechs weitere Beamte wurden abkommandiert, um die Briefe hinter den Stempelern wegzuräumen und sie zu sechs Beamten zu bringen, deren Aufgabe es war, die Echtheit und Vollständigkeit der Briefmarken zu prüfen. Nach deren Abfertigung wurden die Briefe von anderen Beamten zu den elf Entwertungsstempelern gebracht, die die Briefmarken mit einer Geschwindigkeit von etwa sechzig Briefen pro Mann und Minute entwerteten. Dies war zwangsläufig ein langsamerer Vorgang als das Datumstempeln, da der Entwertungsstempeler auf die Briefmarke zielen und zwei oder mehr Schläge auf Briefe ausführen musste, die mehr als eine Marke trugen. Nach der Entwertung wurden die Briefe den Sortierern zur Entsorgung vorgelegt, sodass insgesamt 32 Beamte für die Entwertungsaufgabe eingesetzt wurden.
Vom Aussehen her könnte es durchaus solch ein Holzstempel sein. Kann das einer von euch bestätigen?

Der Londoner Entwertungsstempel auf der Briefmarke ist leider so verschmiert, dass ich nichts dazu sagen kann. Der Brief kam entsprechend des Ankunftsstempels einen Tag nach der Aufgabe um 18 Uhr in Glasgow an.
Viele Grüße
Volkmar
[1]
https://www.ucl.ac.uk/lbs/person/view/22105
[2] Download-Bereich des GBPS:
https://www.gbps.org.uk/information/downloads/postage-stamps.php
@ volkimal [#213]
Das heißt wohl Kelsalls & Co., waren im Indienhandel tätig.
@ Gauss [#214]
Hallo Gauss,
dankeschön! Darauf wäre ich nie gekommen.
Was meinst Du, kann der Londoner Stempel so ein Holzstempel wie im Buch beschrieben sein?
Viele Grüße
Volkmar
@ volkimal [#215]
Zum Stempel suche ich noch. Der Brief leidet leider darunter, dass die Marke nicht zum Brief gehört.
@ Gauss [#216]
Hallo Gauss,
wieso gehört die Marke nicht zum Brief?

Links in der grünen Ellipse setzt sich der Stempel auf der Marke an genau der richtigen Stelle auf dem Papier fort.
Bei der blauen Ellipse ist es nicht so deutlich, aber die Stempelfarbe auf Marke und Briefpapier passen auch hier genau zusammen.
Viele Grüße
Volkmar
@ volkimal [#217]
Rechts sehe ich Spuren der ursprünglichen Marke. Im linken unteren Eck der Marke ist ein unmotivierter Tintenstrich.
ABER: Die Marke hat Reste von Zähnung, das gab's erst 1850. Und sie hat oben Eckbuchstaben, also ist's die Nr. 16 von 1864.
@ Gauss [#218]
Hallo Gauss,
der Tintenstrich war mir auch aufgefallen. Mit den britischen Marken kenne ich mich aber nicht aus und der Katalog ist gerade verliehen. Daher ist mir das mit der Zähnung und den Eckbuchstaben nicht aufgefallen.
Da hat sich aber jemand sehr viel Mühe gegeben um eine Marke mit einem passenden Stempel zu finden.
Danke für die Aufklärung!
Viele Grüße
Volkmar
Hallo zusammen,
ein Beleg aus dem Jahr 1853 aus Liverpool:

Liverpool hatte den Stempel mit der Nummer 466. Er ist zwar nicht ganz lesbar, aber ich gehe davon aus, dass der Brief 1853 von Liverpool nach Mirfield geschickt wurde. Ich hoffe, dass die Marke nicht schon wieder nachträglich aufgeklebt wurde. Der Stempel geht aber leider nicht von der Marke auf den Umschlag über. Aber das ist auch nicht so wichtig, denn der Brief gefällt mir aufgrund der Stempelfarben auf der Rückseite besonders gut. Wo findet man schon einen Brief mit vier verschiedenen Stempelfarben?
grün: Liverpool, 30.11.1853
blau: Wakefield, 01.12.1853
rot: Mirfield, 01.12.1853
schwarz: Church St., ohne Datum
Aus welchem Ort der Stempel Church Street stammt kann ich nicht sagen.
Viele Grüße
Volkmar
@ volkimal [#220]
Church Street ist vom Sub-Office in Liverpool. Die Entwertung der Marke erfolgte später im Liverpooler Hauptamt, wo dann auch ein Datumsstempel angebracht wurde.
@ volkimal [#220]
"Wo findet man schon einen Brief mit vier verschiedenen Stempelfarben?"
Ja, das ist eine gute Frage. Darauf kann der Sammler auch mal achten, das Farbenspiel der Stempel Grossbritanniens vor 1900.
Ich zeige heute einen markenlosen Beleg aus Edinburgh, der am 12. Februar 1858 in die USA lief. Den Empfangsort kann ich nicht perfekt lesen, aber es ist im Bundesstaat Maine in New England (USA). Ich habe mal alle 482 Ortschaften in Maine gegoogelt, diese aber nicht gefunden und Seinfield ist ja etwas ganz anderes.
Interessant auch der 19 Cents Stempel, der wohl als nachträgliche Gebühr in den USA abgeschlagen wurde. AK-Stempel vom 24. März.
Der Brief hat rückseitig ein doppeltes Glücksklee als Verschlussmarke und das gefällt mir.
Liebe Grüße
10Parale

@ 10Parale [#222]
Der Brief hat rückseitig ein doppeltes Glücksklee als Verschlussmarke und das gefällt mir.Das ist die Rose von Tudor
https://de.m.wikipedia.org/wiki/Tudor-Rose
@ 10Parale [#222]
Der Brief ging nach Fairfield.
@ Gauss [#221]
Hallo Gauss,
dankeschön! Wieder ein Rätsel gelöst.
Viele Grüße
Volkmar
@ 10Parale [#222]
Der amerikanische Stempel ist vom 1. März. Die 24 sind das vom Empfänger zu zahlende Porto. 5c amerikanisches Inlandsporto und 19c an UK (der 19cents-Stempel). Die 19 setzen sich zusammen aus 3c Inlandsporto UK und 16c für das Postschiff.
@ asmodeus [#223]
@ volkimal
@ gauss
Vielen herzlichen Dank von den 3 Alleskönnern der Philatelie, dies ist ein großes Lob. Wer hat die Tudor Rose auf seinen Couverts benutzt, eine Frage, die wohl nie beantwortet wird. Vielleicht hilft da Kommissar Zufall mal.
Ich fand noch einen Hinweis auf Umschläge mit den Tudor Rose Design für eingeschriebene Briefe, jedoch hat dies mit meinem Brief nichts zu tun(1)
Liebe Grüße
10Parale
(1):
https://www.rpsl.org.uk/rpsl/Displays/Handouts/DISP_20201029_001.pdf
Hallo zusammen,
heute zeige ich den letzten und zugleich meinen ältesten Stempel aus Großbritannien. Es ist ein sogenannter "Bishop Mark" aus Edinburgh vom 16.01.1792:

Der "Bishop Mark" oder "Bishop-Stempel" wurde 1661 vom Generalpächter des britischen Postwesens Henry Bishop eingeführt. Ein Brief aus dem Jahr 1661 könnt ihr hier ansehen [1].
Im Kumpf-Mikuli "Neue Briefe über alte" heißt es dazu:
England ist nicht nur das Mutterland der Briefmarke, sondern auch des Poststempels. Wie ich schon in meinem zweiten Brief erwähnte, hat der Generalpächter des englischen Postwesens. Henry Bishop, als Entgegnung auf die Angriffe wegen verspäteter Briefbeförderung, am 2. August 1661 unter anderen Verbesserungen, die er im Postwesen eingeführt hatte, auch davon berichtet, daß „A stamp is invented, that is putt upon every letter comes to the office, so that no Letter Carryer may dare to detayne a letter from post to post, wich before was usual." (Ein Stempel wurde erfunden, der auf jeden Brief gedruckt wird und den Tag des Monats bezeichnet, an dem der Brief zum Postamt gelangt ist, so daß kein Beamter einen Brief von einer Post zur anderen zurückhalten kann, wie es früher üblich war.)
Die Bishop Marks waren zunächst in London in Gebrauch. Die nächsten Orte waren Dublin 1670 und Edinburgh 1806. Die Bishop-Stempel waren sehr lange im Einsatz: In London bis 1787, Dublin bis 1795 und in Edinburgh bis 1806. Mein Exemplar aus Edinburgh stammt wie schon gesagt aus dem Jahr 1792.
Die Bishop-Stempel waren Holzstempel. Sie bestanden aus einem kleinen Kreis, der in zwei Abschnitte geteilt war. Im einen Abschnitt war die Abkürzung des Monats im anderen der Tag. Von den Bishop Marks wird gerne geschrieben, dass bei ihnen weder das Tagesdatum, noch der Monat austauschbar war und daher für jeden Tag des Jahres ein eigener Stempel existiert hat.
Es soll auch einen Stempel geben, dessen "Gerät" aus zwei Hälften bestand. Monat und Tag konnten so kombiniert werden. Ich habe aber bisher kein Bild eines solchen Stempels gesehen.
Kann jemand von Euch ein anderes (früheres) Beispiel zeigen?
Viele Grüße
Volkmar
[1]
https://www.gbps.org.uk/information/downloads/lphg-notebook.php Number 92-95 (1990)
https://www.stanleygibbons.com/collecting-stamps/dispatches/sample-gsm-archive-history-bishop-postmarks#
https://www.earsathome.com/webgil/bishop.html
@ volkimal [#228]
Zum zusammengesetzten Stempel: Bei dem Stempel im Beitrag [#191] wird vermutet, er sei aus einen Bishop mark gebastelt, also die Jahreszahl zwischen Tag und Monat eingebaut. Das wäre wohl nur sinnvoll, wenn das vorher zwei Teile waren. Aber wie gesagt nur vermutet.
Ich habe hier einen Beleg, den ich nicht so recht zuordnen kann. Aufgegeben wurde er am 11.12.1891 in Paddington, als Ziel war Paris angegeben, wo er zwei Tage später auch eintraf. Die Adresse stimmte wohl nicht mehr, weshalb eine Weiterleitung nach Dresden erfolgte, wo er noch am gleichen Tag einen Eingangsstempel erhielt.
Mehrere Dinge kommen mir hier merkwürdig vor.
Zunächst belegt die merkwürdige Faltung auf der Belegrückseite, dass es kein Briefumschlag sein kann, denn dann wäre der untere Teil des Paris-Stempels auf der Umschlagklappe zu sehen gewesen, aber nicht so, wie hier zu sehen ist. Möglicherweise ist das Ganze als Faltbriefumschlag verschickt worden, dagegen spricht aber nach meiner Auffassung das Versanddatum, waren doch um die Zeit Umschlagbriefe nicht mehr das gegebene Mittel der Wahl.
Ferner findet sich auf der Vorderseite des Beleges das Wort "Boule", mit dem ich aus postalischer Sicht nichts anfangen Kann, denn der einzige Ort in Frankreich, der dieses Wort im Namen hat, liegt weit im Süden in den Pyrenäen.
Und schließlich verwundert es mich schon, dass bei der Weiterleitung des Beleges nach Dresden solch eine Eile zu bemerken ist, ohne dass dafür irgendwelche Folgekosten verlangt wurden, es findet sich jedenfalls dazu kein wie auch immer gearteter Tax-Vermerk.
Glaubt ihr, dass das ein regulärer "Brief" ist oder was wäre noch anzumerken?


Viele Grüße
Ingo
@ Cantus [#230]
Hallo Ingo,
die ursprüngliche Anschrift war "4 St Philippe du Roule". Bekannter ist heute eine Metrostation mit demselben Namen. Sie liegt in der Nähe der Straße.
Deine Probleme mit dem Umschlag verstehe ich nicht. So wie es aussieht war in dem Fall die Klappe des Umschlags an der kurzen linken Seite und nicht so wie üblich an der breiten oberen Seite.
Viele Grüße
Volkmar


Ein Brief aus Paddington nach Edinburgh, wohl vom 5. Juni 1822.
Gruß
Andreas
@ Eilean [#232]
Hallo Andreas,
der Brief kommt nicht aus Paddington (London) sondern aus Haddington (Schottland). Es ist ein schottischer Stempel mit Meilenangabe - siehe dazu
https://www.philaseiten.de/cgi-bin/index.pl?PR=368179
Im Stempel steht unten links eine 366. Das ist die Entfernung von Haddington nach London in Meilen auf der Postroute "B" (unten rechts). Bei Ebay ist eine weiterer Brief aus Haddington [1]. Auf dem sind zwei verschiedene Stempel mit unterschiedlichen Routen und Entfernungen von Haddington nach London zu sehen (366 Meilen auf Postrote "B" und 370 Meilen auf Postroute "A"(?). Bei Google Maps ist die Entfernung übrigens 373 Meilen.
Der 5. Juni 1822 ist der Ankunftsstempel aus Edinburgh. Schau einmal in den Brieftext. Dort dürfte das Aufgabedatum stehen bzw. das Datum, an dem der Brief geschrieben wurde.
Viele Grüße
Volkmar

[ebay]363730672658[/ebay] - David Shaw's Old Letters
[Abbildungen redaktonell eingefügt]
@ volkimal [#233]
Ach vielen Dank, es fiel mir nicht auf, da ich so auf Paddington fixiert war. Nun gut, ich sammle das nicht, fand aber den Brief in der Grabbelkiste nett und interessante Stempel hat er ja.
Gruß
Andreas
@ Eilean [#234]
Der Brief kostete 5 1/2 Pence. 5 für das Briefporto und 1/2 (das sind die unleserlichen Schnörkel an der 5) für die schottische wheel tax.