Postzeitungsvertrieb (PVZ) in der DDR
Diese Publikationen waren mit einem Sperrzeichen belegt und konnten somit erst wieder bestellt werden, wenn ein Bezieher starb und sein Abonnement nicht weitervererbte oder es zu einer der seltenen Auflagenerhöhung kam. Somit musste der Bürger versuchen, seinen Zeitungs- und Zeitschriftentitel im Freiverkauf am Kiosk zu erstehen oder erhandeln. Zu den immer wieder gern erzählten und durchaus möglichen Legenden zählt der Kauf einer als ewiger Ladenhüter geltenden Sowjetzeitung, in die eine als Bückware geltende Zeitschrift eingelegt wurde.
Zu den mit Sperrzeichen versehenen Publikationen gehörte in den letzten DDR-Jahren nicht nur der vor der Perestroika-Ära eher verpönte Sowjetpropagandatitel „Sputnik“, der als hochwertiges wie für DDR-Verhältnisse hochpreisiges Digest erschien.
Gruß
Uwe
Hallo,
etwas Wissen will ich zum Thema noch versprühen:
Die Deutsche Post als staatliche Institution hatte das staatliche Monopol für die Beförderung und den Vertrieb von allen fortlaufend erscheinenden Presseerzeugnissen des In- und Auslandes, einschließlich des Freiverkaufs. Somit kaufte die Deutsche Post Verlagsprodukte auf und verkaufte sie dann an ihre Kunden. Damit agierte die Post sowohl als Groß- als auch als Einzelhändler. Erstere Funktion nahm sie bis 1991 über das Zeitungsvertriebsamt Berlin 1004 in der Straße der Pariser Kommune mit Außenstelle in Leipzig wahr. (Abb. zeigt eine Außendienststelle).
Zum 30. Jahrestag der DDR und des PZV bezifferte man die Zahl der Postdienststellen des PZV vor Ort, die den direkten Kundenkontakt hatten und den Einzelhandel mit Presseprodukten abwickelten, auf knapp 250.
Gruß
Uwe
Diese zwei Motive gibt es in der Datenbank [1] aus Cottbus, Dresden, Erfurt, Frankfurt, Gera, Halle, Karl-Marx-Stadt, Leipzig, Magdeburg, Neubrandenburg, Potsdam, Rostock, Schwerin und Suhl. Also eigentlich aus allen Bezirkshauptstädten. Bei wenigen Städten fehlt noch eines der beiden Motive, da muss ich noch nachlegen.
Viele Grüße
Christoph
[1] https://philastempel.de/stempel/suchen/ablage/1438

Mit freundlichen Grüßen
Edwin
Zeitschrift FUNKAMATEUR der Gesellschaft für Sport und Technik (GST), Ausgabe 3/1984 und 11/1989. Die postalischen Versandlabels wurden seinerzeit rückseitig (oben rechts) verklebt. Die Form und der Inhalt der Labels hat sich über die Jahre (mein letztes Exemplar stammt von Juni 1990) nicht verändert, außer das vielleicht die Ausdruckqualität über die Jahre sauberer wurde.
Die Angaben auf dem Label erklären sich wie folgt:
58215 - laut Impressum die "Artikel-Nr. (EDV)", d.h. das Äquivalent zur heutigen Zeitungskennzahl (ZKZ)
3 bzw. 11 - Ausgabenummer (hier: März bzw. November)
5800 - Postleitzahl für Gotha
CVOS 21 - Abkürzung für die Empfängerstraße (hier: Carl-von-Ossietzky-Str.) und Hausnummer
Die weiteren Kennungen 126 088 559 bzw. 2001 1709 erschließen sich mir aktuell noch nicht, sicherlich ist eine davon die Kunden- bzw. Abonnentnummer.
Das Magazin FUNKAMATEUR, erstmals 1952 erschienen, gibt es übrigens bis heute [1] und ist inzwischen wohl das wichtigste (freiverkäufliche) Fachorgan für diese "Sparte". Funfact, ich selbst war nach der Wende für über 15 Jahre dort - vom Leser zum Schreiberling mutiert - tätig und hatte auch eine eigene monatliche Rubrik ;-) Leider konnte ich dann irgendwann den Redaktionsschluß nicht mehr mit meinen echten beruflichen Tätigkeiten sinnvoll koordinieren, schade eigentlich...
Beste Grüße
Thomas
[1] https://www.funkamateur.de
Viele Grüße Jürgen