Thema:
(?) (32/33) Luftpostbriefe: Bestimmung und Wertschätzung
Hallo liebe Sammlerkollegen und Luftpostexperten,
bitte helft mir und gebt mir bitte Bescheid was das ist. Ich meine insbesondere die Stempel und Bleistiftentwerung.
Genauso die Siegel auf der 2. Seite. Gibt es dazu Katalogangaben ? Wenn ja wo oder was bedeuten Sie. Ich meine auch Wertangaben.
Vielen Dank für Eure Hilfe !

@ Schönberger Eins [#10]
Hallo Schönberger Eins,
möchte Dir zumindest für Teilbereiche einige Informationen geben.
Zur Portoberechnung müssten die USA-Spezialisten etwas sagen können, ebenso zu den Entwertungen, Stempeln und die Versiegelung der USA. Eine Bleistiftentwertung kann ich anhand des Scans nicht erkennen.
Die auf der Vorderseite aufgestempelte Nummernfolgen sind Einschreibe-Registriernummern. Der Brief wurde offensichtlich am 18.5.1933 als Eilbotenbrief in New York aufgegeben und ist laut Stempel Flugplatz Mannheim am 26.5.1933 dort eingegangen. Die lange Dauer könnte mit der Wartezeit auf eine geeignete Beförderungsmöglichkeit zusammenhängen. In Mannheim erhielt der Eilbrief den Flugbestätigungsstempel "Mit Luftpost befördert - Flugpostamt - Postamt 2 Mannheim". Dieser Flugbestätigungsstempel wird erstmals im "Katalog der Deutschen Luftpost, Teil 1: Erstflüge 1919-1926" von Erich Haberer unter der Nr. 351 für den Erstflug Hamburg-Mannheim (20.4.1925) genannt.
Der Brief ist am 27.5.1933 beim Telegraphenamt München eingegangen. Ob er mittels Flugzeug oder Bahn dorthin gelangte, lässt sich anhand der vorhandenen Stempel nicht nachweisen.
Weitere Informationen zum Flugplatz Mannheim findest Du hier:
http://de.wikipedia.org/wiki/Mannheim-Sandhofen
Gruß
Manfred
Hallo zusammen!
Beim gestrigen Suchen nach ganz anderen Belegen ist mir folgendes Stück wieder in die Finger gefallen:
Ein Brief, der am 27.5.1926 von Villingen per Luftpost (?) nach Konstanz am Bodensee lief. Oder kam der Aufkleber erst in Kostanz drauf ? In Konstanz bekam er dann den Stempel auf der Rückseite abgeschlagen, nehme ich an.
Kann mir jemand etwas dazu sagen?

Mit freundlichen Gruß
Peter
@ duphil [#3]
Der Beleg wurde für einen Brief im Fernverkehr mit 10 Pf. frankiert, hinzu kamen 10 Pf Luftpostzuschlag. Der Aufkleber wurde spätestens bei der Briefaufgabe aufgeklebt.
Bei dem rückseitigen roten Stempel handelt es sich um einen Flugbestätigungststempel, der erst nach dem Flug in Konstanz abgeschlagen wurde.
Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
@ Concordia CA [#4]
Hallo Jürgen!
Vielen Dank für Deine Antwort.
Ich habe jetzt ein bisschen weiter recherchiert und folgendes festgestellt:
In Villingen gab es zu diesem Zeitpunkt (27.5.1926) keinen Flugplatz und auch der Flugplatz in der Nachbargemeinde Schwenningen war noch nicht gegründet. Erst im Jahre 1928 wurde dort eine Segelfluggruppe gegründet, die im Laufe des Jahres ihr erstes Flugzeug baute.
Jetzt stellt sich mir die Frage, von wo aus der (Post)flug gestartet ist und aus welchem Grund. Villingen lag zu diesem Zeitpunkt an der Eisenbahnstrecke Offenburg-Konstanz, der sogenannten "Schwarzwaldbahn". Hier hätte doch auch die Beförderung per Bahnpost Sinn gemacht. Warum wurde der Brief per Luftpost befördert? Für mich macht die Empfängeradresse (ein Friseursalon) nicht den Eindruck, als wenn der Brief sehr wichtig oder auch nur eilig gewesen wäre.
Vielleicht haben ja andere Mitglieder zusätzliche Informationen, die bei oder zu der Lösung meiner Fragen beitragen können.
Mit freundlichen Gruß
Peter
@ duphil [#5]
Beim Spezialauktionshaus für Aerophilatelie Johannes E. Palmer (
http://www.johannes-palmer.de/auktionen.html) wurde in der 28. Auktion ein Brief versteigert, der vom Eröffnungsflug der neuen Flugverbindung Konstanz - Villingen - Malmö stammt Er hat den Stempel vom 5.5.1926.
Auf irgendeinem Acker in der Nähe müssen die Flieger also gestartet sein.
Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
@ Concordia CA [#6]
Vielen Dank für diesen Hinweis.
Aber warum sollte man bei einem ca. 1200 km langen Flug von Konstanz nach Malmö schon nach ca. 80 km eine erste Zwischenlandung in Villingen einlegen? Bei so einem langen Flug kommt es ja wohl auch auf die Schnelligkeit der Verbindung an. Zudem werden in Villingen vermutlich nicht sehr viele Passagiere zugestiegen sein.
Selbst bei einem reinen Postflug macht das in meinen Augen keinen Sinn. So viel Post wird ja in Villingen wohl kaum ein- oder ausgeladen worden sein.
Außerdem: So schlecht waren zu diesem Zeitpunkt die Flugzeuge ja nicht mehr, als dass das nötig gewesen wäre.
Mit freundlichen Gruß
Peter
@ duphil [#3]
Hallo zusammen!
Zu diesem Beleg habe ich weiter nach Informationen gesucht und folgendes herausgefunden:
1926 wurde auf dem Flughafen Konstanz eine neue Flugzeughalle für vier sechssitzige Junker F 13 Verkehrsflugzeuge gebaut.
Von diesem Flughafen, der übrigens die Nummer 39 von 76 deutschen Flugplätzen zu dieser Zeit war, startete die Deutsche Lufthansa AG ab dem 6.5.1925 die "Schwarzwaldlinie" von Konstanz über Villingen, Baden-Baden, Karlsruhe bis Mannheim und weiter nach Frankfurt mit Anschluss nach Holland- England, Hamburg- Dänemark und Berlin.
Die Lufthansa hat also zumindest ab diesem Zeitpunkt regelmäßige Flüge nach oder über Villingen gestartet.
Ich suche weiter nach dem Landeplatz in Villingen.
Mit freundlichen Gruß
Peter
Hallo liebe Sammlerkollegen,
hier habe ich noch einen Flugpostbeleg gefunden, der einige Fragen offen lässt: Frankiert mit einer Marke von Südwest-Afrika (nicht mein Sammelgebiet, habe keinen Katalog dazu) und gestempelt am 28.7. 34 in Omaruru gibt es rückseitig noch einen Ankunftstempel "Berlin C L 2" vom 8.8.34.
Kann mir jemand Auskunft zur Wertschätzung dieses Stückes geben?
Außerdem: Von Berlin nach Bockenem bei Hildesheim waren es ja noch einige Kilometer: Ist da nicht noch einmal ein Ankunftstempel üblich gewesen?
Mit Spannung erwarte ich Eure Kommentare!
Bis bald also
Roedsand
@ Roedsand [#9]
Hallo Roesand,
für eine einfache Wertschätzung rate ich zum Stanley Gibbons Katalog.
Am Anfang sind für jedes Land Preise für Belege bis 1945. Die Marke auf Brief hat den 2fachen Wert einer einzelnen Briefmarke.
Was dazu kommen kann ist Berliner Flugpoststempel wovon ich keine Ahnung habe.
Sonst ist das ein Bedarfstück und Omaruru ist auch nicht so selten wohl ist der Umschlag in netter Erhaltung.
Erich
Hallo Erich,
danke vorerst. Was ist Omaruru?
Gruß Gerd
@ Gerd [#12]
Erich hat nicht auf Deinen Beitrag geantwortet, sondern auf den Beitag [#7].
Omaruru in Südwest-Afrika ist der Aufgabeort des Briefes, den Roedsand dort zeigt.
Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
@ AfriKiwi [#11]
Vielen Dank für die Hinweise, Erich!
Beste Grüße
Roedsand
@ Roedsand [#9]
Berlin C L2 ist ein Luftpostaufgabestempel und wertet auf Beleg mit großer oder kleiner "2" 5 € oder DM.
Der rote Stempel ist ein Luftpostbestätigungsstempel. Es gibt 3 Typen, aber werten nicht hoch Typ I und II je 15 € oder DM; III wertet 18 € oder DM.
Der Katalog ist von 2002 Michel Luftpostkatalog. Im Vorwort steht: Alle Preise in D-Mark, aber ich hatte schon eine Diskussionen, das es sich auch um einen Fehler handelt und die Preisangaben wären in "€".
@ asmodeus [#15]
Auch Dir ein herzliches Dankeschön!
Beste Grüße
Roedsand
Ich habe hier auch noch einen frühen Luftpost-Brief (da hiess es noch 'Flugpost'). Aus Bedarf und mit Lochung, daher nicht so schön anzusehen. Gestempelt Leipzig 23. April 1923 nach Luzern, Schweiz. Infla-frankiert mit 180 Mark. Ein ziemlicher Knochen, den man vielleicht für die gut gestempelten Infla-Marken ablösen könnte.

Ich würde mich freuen, wenn jemand mit etwas mehr Kenntnis des Gebietes "frühe Luftpost" etwas zu dem Brief erläutern könnte. Ist z. B. die Nummer F1585 auf der Vorderseite eine amtliche Registriernummer, oder kam sie später dazu? Überhaupt, bis zu welchem Datum handelt es sich in Deutschland um die "Pionierperiode," während der Belege von Luftpostsammlern besonders gesucht werden? Werden da nur diese "Eröffnungsflüge" für die diversen Strecken gesammelt oder auch normale Flugpostbriefe?
Oder ist das ein gebastelter Brief wo jemand bloss nachträglich einen Luftpost-Aufkleber drauf gemacht hat? Beim genauen Anschauen scheint es fast so.
Als Pionierflugpost im engeren Sinne würde ich die Zeit der ersten Motorflüge von 1909-1913 bezeichnen, wie z.B. der Flug Bork/Brück auf Grade-Eindecker 1910, Pilot Faller vom Feldberg nach Mühlhausen 1913, die Flugwoche 1912 am Rhein und Main mit Pilot Hiddesen und die ersten Zeppelinflüge.
"Normale Flugpostbriefe" der späteren Jahre sind dagegen, soweit es sich nicht um Sonder-oder Erstflüge oder seltene Frankaturen handelt, weniger interessant, Ausnahme hier die Zeppelin-und Schleuderbrief-Bedarfspost.
Habe da auch noch einen schönen Brief gefunden. Da geht es um einen "Erstflug für Deutsche". Ich vermute mal, dass das Fliegen für Deutsche nach dem 2. Weltkrieg erst mal verboten war? Kann da jemand helfen?
Luftpostbrief Bolivien um 1938
Wenn man das Erscheinungsdatum der zur Frankatur verwendeten Marken zugrunde legt, stammt dieser Luftpostbrief aus Bolivien nach Berlin vermutlich aus dem Jahr 1938.
Die Frankatur besteht aus MiNr. 286, 289 und 291 sowie der Portomarke MiNr. 8. Der Frankaturwert beträgt 12,60 B.
Als Stempel befindet sich lediglich ein violetter Einkreisstempel
CORREOS DE BOLIVIA / Servico Aéros Postal / LA PAZ ohne jegliche Datumsangabe in dreifacher Ausführung auf dem Brief.
Es gibt weder auf der Vorder- noch auf der Rückseite weitere Stempel oder Vermerke.
Der Zweck der Portomarke auf diesem Brief ist mir nicht klar. Kann dieser Brief überhaupt echt gelaufen sein, oder handelt es sich lediglich um eine Gefälligkeitsabstempelung.
Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen

Luftpost Borkum - Coburg 1933
Von einem Sammlerfreund habe ich diesen Beleg für meine kleine Borkum Sammlung erhalten. Nun habe ich ein wenig nach geschaut und folgende Hinweise gefunden:
Der stark ansteigende Verkehr auf der Bäderlinie nach Borkum machte 1932 den Einsatz eines 6 sitzigen Dornier "Merkur II" erforderlich. So berichtet die Lufthansa ( Heft 30 Jahre Verkehrsflughafen Düsseldorf , Seite 8 )

So konnte der Brief also von Borkum aus über - Norderney - Osnabrück - Essen-Mülheim - Dortmund - Erfurt nach Coburg gelangen! Auf der Anschriftseite ein Luftpostbeförderungsstempel von Erfurt - Runden den Beleg ab!

Auf der Rückseite befinden sich mindestens zwei "leider sehr schwache!" Stempelabdrücke! Kann hier wer helfen?
Im unteren Stempel kann man ein M... erkennen.
Da bin ich mal gespannt.
mit Sammlergruß Martinus
@ Martinus [#21]
Vielleicht BORKUM spiegelverkehrt - Abklatsch von den darunter liegenden noch feuchten Stempeln auf anderen Briefen?
Mit den besten Sammlergrüßen
Thomas
@ Pommes [#22]
Stimmt. Daran hab ich gar nicht gedacht, man müßte irgendwie die M`s vergleichen können!
@ Martinus [#23]
Ich habe mir Deine Bilder genauer angesehen und das charakteristischste Merkmal der beiden deutlicher zu erkennenden Stempel auf der Rückseite sind die beiden schwarzen Punkte rechts. Ich glaube da sind noch Teile von einem dritten und vierten Stempel jeweils rechts unterhalb des deutlicheren "Abklatsches" zu erkennen - auf der Nahaufnahme sieht es aus, als wäre sogar die Zähnung einer Marke zu erkennen - der Stempel traf wohl gerade den Markenrand.
Wenn man jetzt die Vorderseite anschaut, sieht es so aus, dass zumindest der linke Stempel genau dort mehr Frabe abbekommen hat, was dann die zwei Punkte verursachen könnte. Sherlock Holmes hätte damit bestimmt einen Mord gelöst. Ich habe hier nur mal meinen ersten Eindruck geschildert. Ob das Original eine eindeutigere Bestimmung zuläßt, muss Du entscheiden.
Ich habe schon beides festgestellt. Da quält man sich stundenlang mit der Lupe und der richtigen Beleuchtung und ein etwas höher aufgelöster Scan bringt die Lösung. Zum anderen kann ich bei bestimmten Marken/Belegen bei gutem Licht Dinge sehen, die ein Scan einfach nicht darstellen kann.
Mit den besten Sammlergrüßen
Thomas
@ Totalo-Flauti [#25]
Der Beleg ist portogerecht frankiert. Ab dem 6.2.1919 betrug die Gebühr für einen Flugpostbrief bis 20 g 1 Mark. Diese Gebühr schloß auch die Eilzustellung mit ein. Hinsichtlich des Stempels habe ich keine Bedenken.
Mit postgeschichtlichem Gruß
Manfred
Hallo Sammlerfreund,
hier ein Brief nach Oakland, Californien in USA, sendet am 3.9.1931 aus Wandsbek. Erst mit Schiffspost nach New York, hier Ankunftsstempel am 10.9.1931. Porto 25 Pf. Dann wieder mit Luftpost in USA, Porto 5 Cents, wahrscheinlich zu wenig, weil 15 Cents Nachporto erhoben. Dazu ein Werbeetikette für Luposta in Danzig 1932.
Viele Grüße
Jørgen
Hallo Sammlerfreunde,
Brief aus Berlin nach Charlottenlund bei Kopenhagen, sendet am 10.6.1950. Porto 30 Pf. für Auslandsbrief und 5 Pf. Luftpostgebühr aus Berlin bis Hamburg. Von Hamburg nach Dänemark mit Zug. Ankunftsstempel København Valby am 12.6.1950 10.40 (Uhr).
Viele Grüße
Jørgen
@ Detlef [#29]
Von oben nach unten:
1. Brief
Befördert auf der Südatlantikstrecke der Deutschen Lufthansa von Stuttgart über Sevilla, Las Palmas/Kanarische Inseln, Bathurst/Gambia, Dampfer Westfalen, Natal, Recife, Rio de Janeiro, Montevideo nach Buenos Aires. Von dort Weitertransport mit der Bahn nach Asuncion/Paraguay.
Der Luftpostbrief ist bei einem Gewicht von 4 Gramm mit 1.85 RM um 0.10 RM überfrankiert. Auslandsporto bis 20 Gramm: 0.25 RM; Luftpostzuschlag nach Paraguay je 5 Gramm 1.50 RM.
2. Brief
Befördert auf der Südatlantikstrecke der französischen Fluggesellschaft Compagnie Générale Aéropostale von Toulouse über Casablanca, Dakar/Senegal nach Recife/Pernambuco im Norden Brasiliens. Der Südatlantik wurde im Februar 1932 mangels geeignetem Flugmaterials nicht mit dem Flugzeug sondern mit Schnellbooten überquert.
Der Lp.-Brief ist bei einem Gewicht bis 5 Gramm mit 1.55 RM portogerecht frankiert. Auslandsporto bis 20 Gramm 0.25 RM; Lp.-Zuschlag nach Brasilien je 5 Gramm 1.30 RM
3. Brief
Befördert auf der Afrikalinie der britischen Fluggesellschaft Imperial Airways von London über Paris, Brindisi/Italien, Kairo nach Südafrika. Die deutsche Luftpost nach Südafrika wurde den Flügen der Imperial Airways per Bahnpost über München, Kufstein und den Brenner Pass in Brindisi zugeleitet.
Der Lp.-Brief wäre bei einem Gewicht von 7 Gramm mit 0.95 RM portogerecht frankiert. Auslandsporto bis 20 Gramm 0.25 RM; Lp.-Zuschlag nach Südafrika je 5 Gramm 0.35 RM. Es fehlt also eine 5 Pfennig Marke.
saintex
@ saintex [#30]
Ich bedanke mich für die wirklich ausführliche Beantwortung meiner Fragen.
Detlef
Gutem Morgen,
wer holt mich aus dem Tal der Ahnungslosen? Ich hoffe, das werte Forum kann mir ein wenig weiterhelfen. Der folgende Beleg aus Indien kam zu mir geflattert und ich bin ein wenig überfordert, aber erst einmal der Beleg, dann die Fragen:

Und drei kleinere Details:

Leider hat der gezeigte Beleg keine weiteren Stempel (vor allem Transit), die mir ein wenig weiterhelfen könnten. Lediglich den Tagesstempel, einen Stempel, daß es "Dienstpost" ist und der Ankunftsstempel von Wagon-Lits in Zürich.
Wer weiß eventuell etwas über den möglichen "Laufweg" des Briefes, ich vermute er ist landseitig nach Dheradun und von dort weiter nach Delhi transportiert worden, dann ins Flugzeug geladen und nach Italien geflogen worden. Aber war es Rom oder vielleicht doch Mailand? Von dort wieder landseitig mit der Bahn nach Zürich und mit dem "Hausboten" von Wagon-Lits weiter nach Luzern zum Hotel National. Oder liege ich komplett daneben?
Transportzeit vom 26.April bis zum 3. Mai 1937, also nur eine gute Woche, bis der Maharaja seine Post in der "Kur" in der Schweiz entgegennehmen konnte.
Vielen Dank für eine kleine Hilfe sagt
Olaf
Hallo,
stimmt bei diesem Brief das Porto ?

Danke für eure Hilfe,
Sebastian
@ Porsche-Sammler [#33]
Hallo Sebastian,
wie würdest du denn bei der Bestimmung des Portos vorgehen? Was ist auf dem Brief zu erkennen?
Viele Grüße,
Klemens
@ Porsche-Sammler [#33]
Ehrlich gesagt, bei dieser Ruine lohnt es sich nicht, die Portorichtigkeit zu überprüfen! Fleckig, Teile des Umschlags fehlen, ich schmeisse ungern Belege weg, aber hier kann man noch nicht einmal die Marken ablösen und gebrauchen.
nichts für ungut, Gruß rainer
@ DERMZ [#32]
Hallo,
ich bin gerade auf den alten Beitrag gestoßen, daher ein paar Anmerkungen zu dem schönen Beleg aus Indien:
Geflogen von Delhi bis Brindisi oder Rom (Imperial Airways). Dies entspricht auch dem vorgeschriebenen Leitvermerk "India - Italy".
Zum Porto:
See und Landweg bis 1 oz: 3 1/2 As, 2 Annas je weitere Unze
Luftpostzuschlag 6 Annas je 1/2 oz
Der Brief wog also zwischen 1 und 1 1/2 Unzen (Frankatur 23 1/2 Annas).
Es handelt sich um einen Dienstbrief des Fürstenstaates Tehri-Garhwal an seinen in der Schweiz weilenden Herrscher [1][2].
Typisch für den Dienstbrief ist der Absenderstempel mit Unterschrift des Beamten der Registratur (Dispatcher). Da der Absender keine Kolonialbehörde war, konnten keine britisch-indischen Dienstmarken verwendet werden. Britisch-indische Dienstmarken wären allerdings zu dieser Zeit nicht für Briefe außerhalb des Commonwealth erlaubt gewesen.
Die Verbindung mit dem Fürstenstaat ist für mich das Interessanteste an dem Brief.
Viele Grüße
Christian
[1]
https://de.wikipedia.org/wiki/Tehri_Garhwal_(Staat)
[2]
https://en.wikipedia.org/wiki/Garhwal_Kingdom