Thema:
Perfins: Japan

Das Perfin ist nicht gut zu erkennen, zumal die Briefmarke auf dem Kopf steht. Ich habe versucht, von der Briefmarke eine Art negativ zu erstellen. Wenn man dieses Bild erhellt, werden die Buchstaben deutlicher:
Aufgrund des Absenders und des Empfängers konnte ich bei diesem Beleg ein wenig Social Philately betreiben. Der Absender, die Firma Siber Hegner & Co, wurde in Yokohama, Japan unter dem damaligen Namen Siber & Brennwald im Jahr 1865 von Caspar Brennwald und Hermann Siber gegründet. Die beiden Schweizer waren noch sehr jung, Caspar Brennwald 27 Jahre und Hermann Siber 23 Jahre, trotzdem legten sie mit dieser Gründung den ersten Baustein für ein Unternehmen, das in der heutigen Zeit immer noch existiert (Konzern DKSH in Zürich).
Der Empfänger Passavant Georges war ein Schweizer Bankier, Strafrichter und Fotograf.
Den Teil der Social Philately habe ich in diesem Beitrag absichtlich kurzgehalten. Vielleicht werde ich meinen ausführlichen Beitrag demnächst auf meiner Website veröffentlichen.
Die Firma Siber & Brennwald änderte bis 1918 zweimal ihren Namen. Nach dem Tod von Caspar Brennwald wurde sie in Siber, Wolff & Co (1888 bis 1905) und dann in
Siber, Hegner & Co unbenannt. Nun lese ich auf der Perfin (SWC), was für mich auf den Namen Siber, Wolff & Co schließen lässt, obwohl die Firma schon seit mehreren Jahren nicht mehr so hieß. Bei eBay habe ich eine lose Perfin mit den deutlichen Buchstaben SHC (Siber, Hegner & Co) ebenfalls auf einer Tazawa-Briefmarke (mit Wasserzeichen!) gesehen.
Die Dauerserie Tazawa wurde ab 1913 verausgabt, zuerst ohne, dann mit verschiedenen Wasserzeichen, auf verschiedenen Papiersorten und, sofern ich es richtig verstanden habe, auch durch unterschiedliche Drucktechniken.
Bisher gehe ich davon aus, dass die Perfin auf dem Beleg quasi aus dem Altbestand stammte (deswegen SWC) und erst später, vielleicht auch bedingt durch den Krieg, die Abkürzung "SHC" auf Perfin verwendet wurde.
Von den Stempeln bin ich ziemlich begeistert, auch wenn die Abstempelung aus Japan kaum leserlich ist. Dafür habe ich versucht, die anderen Abstempelungen zu bestimmen, obwohl sie nicht direkt zu meinem Sammelgebiet gehören (deswegen möchte ich fehlerhafte Beschreibungen nicht ausschließen):
Firmenstempel „Siber, Hegner & Co“
Stempel: Handstempel
Land: Japan
Ortsname: Yokohama
Stempeldatum: 08. Mai 1918
Stempeltext: Siber, Hegner & Co
Stempelart: Firmenstempel
Stempelform: Zweiellipsenstempel
Stempelfarbe: violett
Einschreibstempel San Francisco, CA
Stempel: Handstempel
Land: USA
Ortsname: San Francisco, CA
Stempeldatum: 22.05.1918
Stempeltext: SAN FRANCISCO, CALIF / REG.SEC.
Stempelart: Einschreibstempel
Stempelform: Zweikreisstempel
Stempelfarbe: violett
2 x Durchgangsstempel/Transitstempel New York
Stempel: Handstempel
Land: USA
Ortsname: New York, NY
Stempeldatum: 27.05.1918
Stempeltext: NEW YORK. / REC`D (14) FOR`GN (=received foreign?)
Stempelart: Durchgangsstempel/Transitstempel
Stempelform: Doppelellipsenstempel
Stempelfarbe: schwarz
2 x Ouvert 204:
Stempel: Handstempel
Land: Frankreich
Stempeltext: OUVERT / 204 / Par AUTORITÉE MILITAIRE
Stempelart: Zensurstempel
Stempelform: Zweiellipsenstempel
Stempelfarbe: schwarz
Basel Briefträger I.VII.18
Stempel: Handstempel
Land: Schweiz
Ortsname: Basel
Stempeldatum: 1.Juli 1918
Stempeltext: BASEL / BRIEFTRÄGER
Stempelart: Ankunft- / Bestellstempel (Hand)
Stempelform: Kreisstegstempel mit Gitterbogen oben und unten
Stempelfarbe: schwarz Als Transportwunsch lese ich "SS Venezuela". Ich habe das Schiff gesucht und unter dem Namen habe ich ein Schiff gefunden, dass bereits im März 1918 durch ein deutsches U-Boot versenkt wurde. Aber ich habe Probleme mit den "SS" Bezeichungen auf Belegen, die von Japan ins Ausland gelaufen sind. Bisher habe ich noch ein passendes Schiff gefunden, das unter dem angegebenen Namen um die Zeit der Verschickung des Belegs tatsächlich noch gefahren ist. Dieser Beleg dient nur als Beispiel und soll zeigen, was mir an der Philatelie Freude bereitet (Belege aus Japan, leserlich (also nicht in Alt-Japanischer-Schrift) und die Möglichkeit, den Absender oder Empfänger (oder am besten alle Teilnehmer) zu ermitteln, mit vielen Stempeln, die man bestimmen kann, um daraus einen kleinen Artikel zu verfassen). Viele Grüße, Sabrina
Den habe ich vor einigen Jahren über narumi@mvg.biglobe.ne.jp direkt in Japan bestellt.
Hoffe, die Mailadresse funktioniert noch.
ISSN 1342-3754