Beendet werden also die Leistungen von Postphil „in der jetzigen Form“, was nicht unbedingt heißt, dass es deshalb keine Briefmarken mehr geben wird. Statt das Markenprogramm aufzublähen, über Masse statt Klasse zu verkaufen und immer mehr „Firlefanz“ an Produktvarianten zu produzieren, geht Postphil einen anderen Weg: Man beabsichtigt, das Programm zu straffen und Kosten, vielleicht auch für die aufwändig erstellten „Briefmarkennachrichten“, die in mehreren Sprachen erscheinen, einzusparen. Man mag es aus philatelistischer Sicht bedauern, aber dies sind Trends, die sich seit Jahren mehr und mehr abzeichnen.
Thema:
Island: Isländische Post stellt am 29.10.2020 die Ausgabe von Briefmarken ein
Am: 13.09.2019 09:23:54
Gelesen: 6319
# 1
Isländische Postversandstelle vor dem Aus!
(pcp-wm) - Vor wenigen Tagen gab der Philatelistische Dienst der Post von Island (Postphil) drastische Änderungen bekannt, die Sammler wie Handel aufhorchen lassen. In der Mitteilung heißt es wörtlich:
Um zur Stabilisierung der wirtschaftlichen Situation der Isländischen Post beizutragen, hat der Vorstand des Unternehmens beschlossen, Postphil in seiner jetzigen Form Ende dieses Jahres zu schließen. Postphil ist seit 2014 im Verlust. Der Umsatz ist aufgrund des Rückgangs der Kundenzahl deutlich gesunken, während die Betriebskosten gleich geblieben sind. Aus heutiger Sicht gibt es keine Gewissheit über die Anzahl der Briefmarkenausgaben in den kommenden Jahren. Es ist jedoch sicher, dass die Anzahl der Emissionen und die Anzahl der Ausgabetermine pro Jahr abnehmen wird.
Beendet werden also die Leistungen von Postphil „in der jetzigen Form“, was nicht unbedingt heißt, dass es deshalb keine Briefmarken mehr geben wird. Statt das Markenprogramm aufzublähen, über Masse statt Klasse zu verkaufen und immer mehr „Firlefanz“ an Produktvarianten zu produzieren, geht Postphil einen anderen Weg: Man beabsichtigt, das Programm zu straffen und Kosten, vielleicht auch für die aufwändig erstellten „Briefmarkennachrichten“, die in mehreren Sprachen erscheinen, einzusparen. Man mag es aus philatelistischer Sicht bedauern, aber dies sind Trends, die sich seit Jahren mehr und mehr abzeichnen.
Beendet werden also die Leistungen von Postphil „in der jetzigen Form“, was nicht unbedingt heißt, dass es deshalb keine Briefmarken mehr geben wird. Statt das Markenprogramm aufzublähen, über Masse statt Klasse zu verkaufen und immer mehr „Firlefanz“ an Produktvarianten zu produzieren, geht Postphil einen anderen Weg: Man beabsichtigt, das Programm zu straffen und Kosten, vielleicht auch für die aufwändig erstellten „Briefmarkennachrichten“, die in mehreren Sprachen erscheinen, einzusparen. Man mag es aus philatelistischer Sicht bedauern, aber dies sind Trends, die sich seit Jahren mehr und mehr abzeichnen.
Am: 17.09.2019 07:24:31
Gelesen: 6156
# 2
Interessant, was man nach ein paar Tagen Abwesenheit in Forum so alles findet. Ich habe die isländischen Briefmarkenausgaben der letzten Jahre freilich nicht intensiv verfolgt, vermute aber, dass vor allem so ein relativ gering bevölkertes Land in Sachen Briefmarkenausgaben eine Gratwanderung vollführen muss zwischen dem entsprechend geringen (und dank e-mail, Whatsapp etc. weiter abnehmenden) Eigenbedarf und den weit gefächerten Ansprüchen der Sammler. Die will man bei Laune halten, aber auch nicht überfüttern.
Jetzt bin ich aber neugierig, wie das gestraffte Programm aussehen wird, denn ich finde - altmodisch wie ich nun mal bin -, ein solches stünde auch anderen, darunter vielen größeren, Briefmarkenländern gut zu Gesicht. Darf ich vielleicht hoffen, dass nun weniger Sonderausgaben erscheinen, aber in höheren Auflagen und an jedem Postamt erhältlich? Die Ausgabepolitik muss ja nicht gleich so sparsam werden wie die Irlands in den 1930er bis 1960er Jahren ;-) - aber immerhin war damals eine neue Briefmarkenausgabe noch etwas Besonderes, auf das sich ein Sammler freuen konnte. Heute wird man nach meiner Meinung eher überwältigt von der Vielfalt.
Am: 13.05.2020 21:53:50
Gelesen: 5184
# 3
Wie Linn's Stamp News gerade meldet, stellt die isländische Post die Ausgabe von Briefmarken mit der "Letztausgabe" am 29.10.2020 komplett ein.
https://www.linns.com/news/world-stamps-postal-history/a-new-dead-country-iceland-to-stop-issuing-stamps
Zitat: A May 7 post by on the Facebook page of Iceland Post’s philatelic division, Postphil, said stamps planned for release Oct. 29 “will be Iceland Post’s very last issues.” ... Postphil said, “As these will be Iceland Post’s very last issues, we hope you will appreciate the care and dedication put into their making and design.”
Das Ende der Briefmarke kommt wohl schneller, als wir alle dachten?
Beste Grüße
Thomas
Edit: Hier der Originalpost, auf dem sich Linn's bezieht
https://www.facebook.com/pg/icelandicstamps/photos/?tab=album&album_id=2855411814512138
[Überschrift bis 13.05.2020: Island: Postversandstelle vor dem Aus / Künftig weniger Neuheiten geplant // redaktionell den neuen Entwicklungen angepasst]
https://www.facebook.com/pg/icelandicstamps/photos/?tab=album&album_id=2855411814512138
[Überschrift bis 13.05.2020: Island: Postversandstelle vor dem Aus / Künftig weniger Neuheiten geplant // redaktionell den neuen Entwicklungen angepasst]
Am: 27.10.2023 11:24:35
Gelesen: 3419
# 4
Letzter Stand der Dinge ist, daß Island vor Jahren die Produktion von Briefmarken eingestellt hat. Man will so zuerst einmal den vorhandenen Bestand der Marken aufbrauchen. Diese Information ist aber schon mindestens 5 - 10 Jahre alt und kann also daher schon wieder überholt sein.
Am: 27.10.2023 11:48:21
Gelesen: 3406
# 5
War im August noch in Reykjavik. Dort konnte man in den Schreibwarenläden z.B. für den Ansichtskartenversand Briefmarken, übrigens sehr schöne Sondermarken, bekommen.
Franz-Karl
Am: 27.10.2023 16:44:27
Gelesen: 3290
# 6
@ Vernian
@ nagel.d [#4]
@ Franz-Karl Lindner [#5]
Island hat sich tatsächlich 2020 von den Briefmarken (vorübergehend) verabschiedet! Die letzte Sonderausgabe erfolgte am 29. Oktober 2020 (Mi Nr. 1618-1622) sowie Block 69.
Am 23. August 2023 hat man jedoch wieder 4 Sonderausgaben ausgegeben, dies anlässlich des 150. Jahrestag des Erscheinens der 1. Briefmarke von Island am 1. Januar 1873. Es handelt sich dabei um 4 selbstklebende Marken ohne Wertbezeichnung, angegeben wird der Verwendungszweck der einzelnen Werte.
Der Postpreis für die 4 Marken im Kleinbogen betrug am Ausgabetag 1'950 ISKronen (320-400-480-750). Eine Michel-Nummerierung liegt noch nicht vor.
Grüsse aus der Schweiz
Jacques
Grüsse aus der Schweiz
Jacques
Am: 12.03.2025 06:50:03
Gelesen: 2168
# 7
@ merkuria [#6]
Mi Nr. 1623-1626 / Block 70
... und am 28. Oktober 2023 sind laut MICHEL Rundschau 10/2024 zwei Freimarken erschienen, dort geführt als MiNr. 1627 und 1628, in den Portostufen "250g Innanlands" zur Nominale bei Ausgabe von je 370 Kr.
Hierbei handelt es sich um "Überdruckausgaben", d.h. die MiNr. 1520-1521 wurden mit neuer Wertbezeichnung überdruckt neu verausgabt - annehmbar, dass es sich hier um Restbestände handelt, die damit einer angepassten neuen Verwendung zugeführt wurden.
Best
V.
Am: 15.05.2025 13:44:36
Gelesen: 1883
# 8
Unabhängig davon, dass man in Island zwischenzeitlich in Jahr 2023 doch noch mal wieder kurz Briefmarken, nun aber wohl nur (?) noch für einen wirklich wichtigen Sonderausgabegrund bzw. überdruckte Restbestände im Aufbrauch für den echten Bedarf, verausgabt hat - früher hatte man sich - wie damals oft üblich - sogar mal einen großen speziellen Philateliedienst gegönnt, der weltweit seine Briefmarken direkt bewarb und vertrieb.
Als Erinnerung an diese gute alte Zeit möchte ich hier zur Abrundung einen schönen Umschlag von POSTPHIL, dem philatelistischen Dienst der Iceland Post, zeigen. Mir ging es seinerzeit übrigens gerade eher nur um diese Art von Bedarfsbelegen für meine Sammlung "Entgeltbezahlt-Sendungen aus aller Welt" - weniger um die beworbenen Produkte selbst. ;-)
"B - Economique" Sendung, freigemacht per Entgeltbezahlt-Vermerk PP leyfi NO 1 / B postur / Economique und beigesetztem "Maschinenstempel" REYKJAVÍK / - 102 - / ÍSLANDSPÓSTUR vom 07.08.2014, beides wurde per Tintenstrahler in einem Durchgang - 'all inclusive' mit der Adresse - gemeinsam direkt vom Produzenten der Sendung aufgesprayt.
PP steht dabei für Postage Paid (Postgebühren bezahlt), leyfi NO 1 für die Genehmigungsnummer #1 (Vertrag zur Teilnahme am PP-Verfahren, leyfi ist das isländische Wort für Erlaubnis), postur (statt eigentlich póstur) heisst übersetzt Post und steht für die Postversandart, hier B Econonique, d.h. für eine langsamere zweite Klasse-Sendung.
Gute alte Zeit ... ;-)
Beste Grüße
Thomas
"B - Economique" Sendung, freigemacht per Entgeltbezahlt-Vermerk PP leyfi NO 1 / B postur / Economique und beigesetztem "Maschinenstempel" REYKJAVÍK / - 102 - / ÍSLANDSPÓSTUR vom 07.08.2014, beides wurde per Tintenstrahler in einem Durchgang - 'all inclusive' mit der Adresse - gemeinsam direkt vom Produzenten der Sendung aufgesprayt.
PP steht dabei für Postage Paid (Postgebühren bezahlt), leyfi NO 1 für die Genehmigungsnummer #1 (Vertrag zur Teilnahme am PP-Verfahren, leyfi ist das isländische Wort für Erlaubnis), postur (statt eigentlich póstur) heisst übersetzt Post und steht für die Postversandart, hier B Econonique, d.h. für eine langsamere zweite Klasse-Sendung.
Gute alte Zeit ... ;-)
Beste Grüße
Thomas
Am: 15.05.2025 18:03:46
Gelesen: 1819
# 9
Soweit mir bekannt behält sich Island vor auch in Zukunft "Sonderausgaben" zu verausgaben. Aber man sieht ja schon, dass dies wenn dann nur selten passieren wird. Irgendwann werden ja auch die jetzigen Bestände der früheren Ausgaben erschöpft sein, ob dann markenseitig endgültig Schluss ist, wird man sehen.