Thema:
Ostafrikanische Gemeinschaft Uganda / Kenia / Tansania: Echt gelaufene Belege
Belege mit Marken der Ostafrikanischen Gemeinschaft finden sich in unterschiedlichen Themen. Das ist nicht weiter verwunderlich, denn das, was im Michel-Afrikakatalog unter der Bezeichnung
Ostafrikanische Gemeinschaft erfasst ist, ist vielfältig und erscheint sehr variabel, zumal auch die einzelnen Länder der Gemeinschaft eigene Briefmarken ausgegeben haben. Ich möchte etwas Struktur in die Themen bringen und hier Belege aus den verschiedenen Epochen der Gemeinschaft mit euch gemeinsam vorstellen.
Ich beziehe mich auf die Einteilung im Michelkatalog Ostafrika 2014. Einleitend steht dort:
Die britischen Gebiete in Ostafrika bildeten ab 1901 ein einheitliches Postgebiet mit gemeinsamen Briefmarken. Diese Tradition lebte nach der Unabhängigkeit der beteiligten Länder in der Ostafrikanische Gemeinschaft fort, bis diese 1977 zerbrach.
Die Unterteilung erfolgt zeitlich anhand der Änderungen der beteiligten Länder:
(1) Britisch-Ostafrika und Uganda (1901-1921); MiNrn. 1-70
(2) Kenia und Uganda (1922-1932); MiNrn. 1-30
(3) Kenia, Uganda und Tanganjika (1933-1963); MiNrn. 31-131
(4) Kenia, Uganda, Tanganjika und Sansibar (1964); MiNrn. 132-135
(5) Kenia, Uganda und Tansania (1965-1976); MiNrn. 136-310
Aus dem Zeitabschnitt (3) stammt dieses Einschreiben vom 25.1.1947 aus Jinja, Uganda über Kampala, Uganda (26.1.1947), nach Norton, Süd-Rhodesien (Ankunftstempel vom 4.2.1947).

Die Freimachung zu 1,60 Shilling erfolgte auf der Rückseite des Beleges. Verwendet wurden die Marken mit den MiNrn. 66A und 81.
Die Ostafrikanische Gemeinschaft wurde 2000 erneut als zwischenstaatliche Organisation von Kenia, Uganda und Tansania gegründet [1]. 2007 kamen Burundi und Ruanda dazu und 2016 der Südsudan. Auswirkungen dieser neuen Gemeinschaft auf den Postbetrieb sind mir nicht bekannt.
Viele Grüße
Michael
[1]
https://de.wikipedia.org/wiki/Ostafrikanische_Gemeinschaft
Hintergründe zum "Zerbrechen der Gemeinschaft" sind hier nachlesbar:
library.fes.de/pdf-files/iez/03413.pdf
Aus dem Zeitabschnitt (5) (vgl. Beitrag [#1]) stammt dieses Aerogramm aus Eldoret, Kenia, nach Aarau, Schweiz. Die Frankatur zu 100 Cent erfolgte mit zwei Exemplaren der MiNr. 303.

Viele Grüße
Michael
Das Problem mit der "Ostafrikanischen Gemeinschaft" ist, dass Michel Briefmarken die ab 1922 herausgegeben wurden unter diesem Namen katalogisiert, die Ostafrikanische Gemeinschaft aber erst mit Wirkung des 1. Dezember 1967 gegründet wurde. Alle Briefmarkenausgaben, die zuvor erschienen sind, haben mit der Ostafrikanischen Gemeinschaft daher faktisch nichts zu tun, dafür werden viele Ausgaben der Ostafrikanischen Gemeinschaft unter den einzelnen Ländern katalogisiert, obwohl es Marken der Ostafrikanischen Gemeinschaft mit Gültigkeit in allen drei Gebieten waren.
Hier aber auch zwei Briefe der Ostafrikanischen Gemeinschaft, die auch etwas verdeutlichen, was ich meine:

Brief aus Kitale/Kenia 24.6.70 mit Mischfrankatur Ostafrikanische Gemeinschaft Nr. 201 und Uganda Nr. 111. Mit 80 Cent für Luftpost unterfrankiert, daher als Seepost versendet.

Brief aus Mombasa/Kenia 18.3.76 mit Mischfrankatur Ostafrikanische Gemeinschaft Nr. 287 & 303, Tansania 36, 37 & 40 und Uganda Nr. 125 & 127.
Der letztere Brief ist sicherlich philatelistisch beeinflusst, es zeigt aber sehr schön die Verhältnisse. Obwohl die Briefmarken von diesen beiden Briefen im Michel unter drei verschiedenen "Ländern" katalogisiert sind, sind alle 9 Marken Ausgaben der Ostafrikanischen Gemeinschaft und waren in der gesamten Gemeinschaft gültig.
Grüße
Harald
@ saeckingen [#4]
Hallo Harald,
hinsichtlich der Ostafrikanischen Gemeinschaft hast Du recht. Vielleicht kann man sich darauf einigen, dass sich dieses Thema eben an der Michel-Katalogisierung orientiert. Der Sammler sollte aber wissen, wie es sich historisch korrekt darstellt.
Ich habe heute einen Brief aus eben jener Periode (3), nämlich vom 5.7.1947. Der Brief zu 1,30 Franc ging von Mombasa, Kenia nach Gétinié, Frankreich.

Mir gefällt besonders der schöne Stempel MOMBASA SALIM ROAD T.S.O. KENYA. Hier noch einmal Marken und Stempel vergrößert:

Rückseitig befindet sich eine handschriftlich aufgebrachte Zahl 65, deren Bedeutung ich nicht benennen kann. Vielleicht hat jemand von euch eine Erklärung dafür.

Der Beleg ist sicher von oder für einen Sammler hergestellt worden. Er ist verschlossen und enthält eine dünne unbeschriftete Pappe, was gegen Licht gehalten gut erkennbar ist.
Viele Grüße
Michael
@ Michael Mallien [#5]
Ich kann auch einen Beleg aus der Periode(3), als die Postverwaltungen von Kenya, Uganda und Tagajika zusammengelegt wurden, zeigen.
Der Brief lief von Sotik (ca. 250 km nordwestlich von Nairobi) in Kenia nach Irland. Der Aufgabestempel ist vom 7.2.1954, und kam am 12.2.1954 an. Der Brief ist mit 130 cent, also 1Schilling (nicht Franc) 30 cent frankiert worden.

Gruss
Martin
@ Martin de Matin [#6]
Hallo Martin,
schöner Beleg und danke für die Richtigstellung der Währungsbezeichnung in meinem Beitrag.
Heute von mir ein Brief aus Nairobi nach Linz am Rhein vom 22.12.1969, frei gemacht mit zwei Exemplaren der MiNr. 193 zu je 30 Cent.

Der Beleg ist der Periode (5) zuzuordnen (vgl. Beitrag [#1]).
Viele Grüße
Michael
Ich habe für euch auch einen Brief aus der Gemeinschaft, wenn ich Michaels Einteilung folge aus der 3. Periode.

Leider kann ich den Abgangsort nicht entziffern. Die Stempel sind sehr unklar.
Sicher ist aber, das der Brief mit der Imperial Airways auf der Strecke Süd Afrika - Ägypten - England bis Alexandria befördert wurde. Dort wurde er umgeladen auf die Strecke der Imperial Airways, die von Australien kam und erreichte so Athen. [1] Von hier aus ging die Beförderung weiter auf dem Landweg nach Prag.
Gruß
Detlev
[1]
http://www.timetableimages.com/ttimages/iaw/iaw3810f/iaw38f-7.jpg
@ Detlev0405 [#8]
Leider kann ich den Abgangsort nicht entziffern. Die Stempel sind sehr unklar.
Der Brief wurde am 10.2.39 in Tanga/Tangayika gestempelt.
Der Stempel ist einer der häufigsten von Tanga, Proud Typ D6, der vom 10.11.31 bis 16.10.50 belegt ist.
Grüße
Harald
Dann zeige ich mal zwei Belege der ersten Ausgabe, die Michel unter dem Begriff der "Ostafrikanischen Gemeinschaft" zusammenfasst, der Ausgabe Kenia & Uganda.
1.)


Dienstbrief der Post als Einschreiben von Nairobi 6.7.28 nach Lambton Mills, Ontario/Canada. Mit vier Siegeln "Postmaster General's Office - E.A. & U.", also noch der alten Bezeichnung der East Africa & Uganda Protektorate. Frankiert mit einer Einzelfankatur zu 50 Cents.
2.)


Päckchenanhänger der National Bank of India Nairobi an die Niederlasung in London. Gestempelt Nairobi 30.7.34 und frankiert mit 2x 1/- plus 3/-. Mit zusammen 5/- eine der höchsten bekannten postalischen Frankaturen dieser Zeit.
Grüße
Harald
@ saeckingen [#9]
Hallo Harald,
vielen Dank für deine Mühen, ich habe von der Region leider keine Ahnung. Nun kann ich ihn aber aufschlüsseln was die Flugroute betrifft und in meinen Thread aufnehmen.
Gruß
Detlev
aus Periode V
Eingeschriebener Ersttagsbrief der MiNr. 303/306 vom 3. November 1975 auf passend gestaltetem Umschlag
Stempel:
Ndanda.Lindi, 3 No 75 - rückseitig R-Stempel
REGISTED LINDI TANZANIA 14. No 75
nummerierter R-Zettel mit eingestempeltem Ortsnamen
Ndanda, der Höchstwert ist rückseitig zusätzlich aufgeklebt und mit dem
Ndanda-Stempel entwertet
Die Nachricht ist enthalten:
Der Brief ist datiert mit 10. November 1975 - also nach dem Ersttag. Entweder war der Postler ein Sammlerfreund, oder der Brief wurde am Ersttag erstellt und erst später (via Linda) aufgegeben.
Eine Schwester Sr. Winfrida Vetter schreibt an Frl. Grimm und ihre Schwestern.
Sr. Winfrida (geb. 5.6.1907, verst. 15.11.1986 im Stift in Tutzing) gehörte dem Orden der Benediktinerinnen an, der in Ndanda ein Hospital und eine Schule betreibt.
Scheinbar verband die Damen u.a. ein Interesse an Philatelie.
Und dann habe ich noch einen Brief aus Periode III gefunden
Luftpostbrief von Nairobi/Kenia nach Wien/Österreich
Stempel: NAIROBI 26 APR 1947 mit Fahne "KENYA"
Frankatur 1 Sh 50 Cent aus MiNr. 65 II A und 66 A
Zu den Berichten weiter oben mit den Gültigkeit der verschiedenen Postgebiete:
je nachdem, wer dem Postgebiet gerade angehörte - dessen Marken waren auch gültig - phasenweise ja auch Sansibar. Die Frage wäre: konnte man in Sansibar während dessen Zugehörigkeit auch einen Brief aufgeben, der z.B. nur mit einer Marke Uganda (aus dem Zeitraum) frankiert war?
Die Situation ist auch vergleichbar mit der bundesdeutschen in den vergangenen Jahrzehnten. Berliner Marken waren im ganzen Bundesgebiet gültig. Mischfrankaturen waren erlaubt. Während der Übergangsphase 1990 auch Marken der Deutschen Post/DDR.
Dieser Firmenfreistempel der Firma Olympia Büromaschinen fällt irgendwie aus dem Zeitschema von Michael [#1]. Der Brief wurde 1966 verschickt, der Wertstempel von 1/3 sh zeigt aber immer noch die Landesbezeichnung Kenya-Uganda-Tanganyika

Gruß
Bernd
@ Dorianus [#14]
Die Marken von Sansibar waren ausschließlich in Sansibar gültig. Zu dieser Zeit waren auch keine Marken der Ostafrikanischen Gemeinschaft auf Sansibar gültig, nicht einmal die, die den Landesnamen Sansibar zusätzlich trugen.
Grüße
Harald
Danke Harald :-)
Hier noch ein Missionsbrief per Luftpost (schöner Aufkleber der East African Airlines) aus Periode V mit Mischfrankatur OAG/Tansania nach Washington DC./USA
Stempel: Mwanza / 30 AP 69 / Tanzania
Frankatur: 2 Sh. 50 Cent aus OAG MiNr. 182 (2) und Tansania MiNr. 8 und 29

Ich habe versucht eine Übersicht zur postgeschichtlichen Entwicklung Britisch-Ostafrikas zu erstellen:
Verbesserungen/Korrekturen willkommen ;-)
Hallo Dorianus,
die Kolonien wurden nie zusammengelegt. Kenia, Tanganjika/Tansania und Uganda waren immer selbstständige koloniale Territorien, nur die Postverwaltungen wurden zusammengelegt. Das sieht man z.B. an der Markeninschrift "British East Afrika and Uganda Protectorate s", welche das Plural "s" zeigt. So waren zwar die Briefmarken für bestimmte Territorien einheitlich, aber die Gebührenmarken waren immer separat für jedes einzelne Gebiet.
Grüße
Harald
Danke Harald!
Ich meinte es eigentlich auch so: Die Posthoheiten wurden je nach Zugehörigkeit vereint oder getrennt - die territoriale Integrität blieb stets bestehen.
Vielleicht formuliere ich das eindeutiger um. Auf meiner Homepage habe ich das auch für das südliche, britisch verwaltete Afrika und das südliche, portugiesisch verwaltete Afrika erstellt. Das sind aber alles noch Baustellen.
Hier ein Brief vom 15.06.1962 von Nairobi nach England frankiert mit 3x 10 Cent. Laut Stempel auf der Rückseite mit Bahnpost Mombasa Nairobi tranportiert.


Schönen Gruß
Sepp
Hier ein Luftpostbrief vom 06.08.1961 von Nairobi nach Baden Baden. Frankiert mit 1/30 Shilling

Wünsche ein gutes gesundes neues Jahr
Sepp
Hallo,
ein Aerogramm von Nairobi nach Stuttgart vom 04.03.1972, frankiert mit der Mi. 227.
Auf dem Umschlag ist eine Zeichnung eines Löwenjunges aufgedruckt.

Gruß
Hubert
Hallo,
ein Luftpost-Eilbrief mit einer Tintenstift-Entwertung. Der Brief kam am 06.05.1961 in Stuttgart an. Das Absendedatum und auch der Absendeort sind aus dem Brief nicht zu entnehmen.


Gruß
Hubert
Michael Mallien hatte 2019 dankbarerweise die Michlkatalogeinteilungen der Ostafrikanischen Gemeinschaft wie folgt korrekt systematisiert.
Zitat:
Die Unterteilung erfolgt zeitlich anhand der Änderungen der beteiligten Länder:
(1) Britisch-Ostafrika und Uganda (1901-1921); MiNrn. 1-70
(2) Kenia und Uganda (1922-1932); MiNrn. 1-30
(3) Kenia, Uganda und Tanganjika (1933-1963); MiNrn. 31-131
(4) Kenia, Uganda, Tanganjika und Sansibar (1964); MiNrn. 132-135
(5) Kenia, Uganda und Tansania (1965-1976); MiNrn. 136-310
Wenn man nun die Landesnamen einzeln und noch dazu als „Gemeinschaft“ addiert, kommt man immerhin auf 10 verschiedene: Erstens die 5 oben genannten und dann noch die Einzelländer dazu gerechnet:
(6) Kenia, (7) Uganda, (8) Tanganjika (9), Sansibar und schließlich (10) Tansania.
Um die Verwirrung noch zu erhöhen: Die Inschrift „British East Africa“ allein hat übrigens mit diesen Gemeinschaftsausgaben nichts zu tun. „B.E.A.“ allein und ohne Zusatz ist das Gebiet des heutigen Kenia und steht im Stanly Gibbons auch entsprechend bei „Kenya“. Das verhält sich ähnlich wie mit „British Central Africa (B.C.A.)“ als Vorläuferbezeichnung von Njassaland, heute Malawi. Im Gibbons Spezial (der Reihe mit dem Gelben Balken links) stehen B.C.A. und Nyasaland entsprechend auch unter „Malawi“.
Ähnlich verhält es sich mit den „Ten Rhodesias“. Aber dazu schreibe ich nur etwas, wenn es wirklich jemanden interessiert.
Jan
Hier ein Brief vom 24.08.1964 von Mombasa nach Lengenfeld frankiert mit zweimal Michel Nr. 93 zu 10 Cent.

Schönen Gruß
Sepp
@ Danilasewa [#24]
Hallo Jan,
British East Africa Company und British East Africa sind auch im Michel-Katalog bei Kenia eingeordnet, ebenso wie B.C.A und Nyassaland bei Malawi.
Da Du so direkt fragst: Ja, die "Ten Rhodesias" interessieren mich. Schreibe bitte gerne etwas dazu. Es vereint vermutlich das, was in unterschiedlichen Themen dazu geschrieben wurde. Eine erste Zählung aus meinen Aufstellungen ergab ebenfalls zehn Postgebiete bzw. Zeitabschnitte. Ich gehe nicht näher darauf ein, weil es hier nicht ins Thema passt.
Viele Grüße
Michael
@ Michael Mallien
„The Ten Rhodesias"
1. B.S.A.C, später BSAC-Rhodesia
2. B.C.A., später:
3. Nyassaland, heute:
4. Malawi
5. Nordrhodesien, heute:
6. Sambia
7. Südrhodesien, später:
8. Rhodesien, heute:
9. Simbabwe; und schließlich die Föderation aller Drei:
10. Rhodesia & Nyassaland.
Ein der größten (450 Mg.) und besten ArGen der Welt ist zweifellos The Rhodesia Study Circle (RSC), dessen Europabeauftragter ich bin. Die bringen jährlich 6 Farbhefte A4 à 80 Seit heraus und kosten nur rund 25 GBP p.a.
Der RSC hat allerdings einen Haken: Viele der Seniormitglieder sind derart betucht (noch charmant ausgedrückt) und kenntnisreich, dass es zu jeder Marke bzw. jedem Satz mindestens ein Buch gibt. Kürzlich würde eine Art doppelt dicker Diercke-Schulatlas fürs. 80 GBP herausgegeben, und wenn man den liest, kriegt jeder kontinentaleuropäischer Sammler Komplexe!
Obwohl ich eine zehnbändige Rhodsiensammlung habe und denke, dass es sie in Deutschland selten in dieser Breite und Tiefe gibt, habe ich nach Lektüre dieses o.g. „Schinkens“ schnell mein früheres Vorhaben, für eines dieser Länder Prüfer zu werden, aufgegeben. Allein für die „Admirals“ und die „Double Heads“ (beides B.S.A.C. bzw. B.S.A.C. Rhodesia) gibt es wahrlich Bibliotheken.
Da habe ich als VPh für Südnigeria doch eher die Übersicht: 56 Marken, keine Überdrucke, 12 Jahre Verwendungszeitraum; Teilfälschungen im Wesentlichen bei Postgeschichte und Stempelmanipulationen.
Jan
Hallo Sammlerfreunde!
Ich habe gestern auf der Philatelie in München einen Brief aus einer Kiste gezogen, zu dem ich einige Fragen habe bzw. Informationen suche:
Geschäftsbrief von Mombasa/Kenia nach Linz/Österreich
- Frankatur 75 Cent Ostafrikanische Gemeinschaft MiNr. 33 und 38 (beide beschädigt9
- entwertet "MOMBASA 30 JU 37 KENYA" (Zeitangabe nicht lesbar)
- adressiert an die CLIMAX Motorenwerke und Schiffswerft LINZ
- rs. Durchgangsstempel "1 WIEN 1 / *4g* / -6.VII.37 17"
- rs. Durchgangsstempel "TELEGRAPHENAMT WIEN 1 / Rc /-6.VII 37 17:10"
- rs. Durchgangsstempel "T.Z.St. / WIEN / 6.VII 17:10" (wobei ich mir bei der 6 im Datum nicht so sicher bin)
die weiteren rs. Stempelfragmente sind nicht zu entziffern
Laufzeit 1 Woche
Die zu beseitigen Unklarheiten wären nun:
AIR MAIL durchgestrichen und daneben ein rotes W - steht das für Water? weil die Gebühr für Luftpost nicht reicht?
Der Rundstempel im Adressfeld 4E? ein Zustellerstempel? oder Zensur? (wobei ich nicht weiß ob 1937 eine Zensurbehörde in Österreich oder gar Kenia tätig war)
Für was steht rs. im Stempel die Bezeichnung T.Z.St.?
Danke schon mal für Eure Mühe :-)
Nachfolgend eine Sendung aus Kisumu in Kenia über Nairobi in Kenia (Leitvermerk) nach Paris (14. Arrondissement) in Frankreich vom 03.07.1936:


Am 15.07.1936 in Paris angekommen, wurde der Brief mit einem Nachporto in Höhe von 50 Centimes belegt.
Auf der Briefumschlagrückseite ist ersichtlich, dass der Absender (bzw. der Brief) ursprünglich aus dem ca. 2400 km entfernten Elisabethville (Belgisch-Congo) stammt - heute Lubumbashi in der Demokratischen Republik Kongo.
Gruß
Stefan
Aus dem Zeitabschnitt (5) (vgl. Beitrag [#1]) stammt dieser Brief mit Stempel NAIROBI / 8 FEB / 75 / KENYA zu insgesamt 1,50 Shilling.

Der Absender auf dem rückseitigen Stempel stammt aus Arusha, Tansania.

Viele Grüße
Michael
Aus dem Zeitabschnitt (3) (vgl. Beitrag [#1]) stammt dieser Brief mit Stempel NAIROBI 2 / 10 DEC / 1962 / KENYA zu insgesamt 55 Cents.
Die Frankatur setzt sich zusammen aus der MiNr. 114 der "Ostafrikanischen Gemeinschaft" UGANDA KENYA TANGANYIKA zu 40 Cents und der MiNr. 75 der Unabhänigkeitsausgabe Ugandas zu 15 Cents.

Viele Grüße
Michael
@ Michael Mallien [#31]
Aus dem gleichen Zeitabschnitt stammt dieser Brief aus Thika, Kenia vom 24.5.1963 nach Wattwil, Schweiz, freigemacht mit insgesamt 1,30 Shilling.

Viele Grüße
Michael
Hallo,


Brief vom 29.5.39 aus Mbale an Leopold Strauss Esq. im 2. Wiener Gemeindebezirk. Durchgangsstempel von Athen.
4.6.39. Leopold Strauss wurde in Ausschwitz ermordet. Absender des Briefes war H. Strauss.
Grüße
Reini46
@ Reini46 [#33]
Auf der Vorderseite sind noch zwei runde Stempel der griechischen Devisenkontrolle.
Gruß
Christian
@ ChristianSperber [#34]
Hallo Christian,
danke für die Information.
Grüße
Reinhard
@ Reini46 [#33]
Hallo Reinhard,
Dein Brief ging von Mbala auf dem Landweg in das etwa 200 km südlich gelegene Kisumu. Hier war die Möglichkeit, mit der Imperial Airways am Dienstag den 02.06.1939 um 07 Uhr auf die Reise zu gehen. Über Khartoum und Kairo gelangte so der Brief nach Athen am 04.06.1939 gegen 10 Uhr. Das deckt sich mit dem Bestätigungsstempel.
Da die Imperial Airways 1939 keine Verbindung nach Wien hatte, wurde die Post umgeladen und von der Deutschen Lufthansa nach Wien transportiert über Sofia - Belgrad - Budapest. Dort sollte der Brief am 06.06.1939 angekommen sein. Leider gibt es keinen Bestätigungsstempel von Wien. [2]
Gruß
Detlev
[1]
https://www.timetableimages.com/ttimages/iaw39f-3.htm
[2]
https://www.timetableimages.com/ttimages/complete/dlh39/dlh39-15.jpg
@ Detlev0405 [#36]
Hallo Detlev,
danke für die Information.
Mit Verfügung Nr. 20 NBl Nr. 9 vom 2.Juni 1938 wurde angeordnet, daß kein Flugpoststempel in Österreich mehr anzubringen war.
Grüße
Reinhard
Hallo,


Brief vom 26.3.35 aus Kitale nach Wien, Eldoret 27.3. 35 Athen 2.4.35 Wien 4.4.35
Von Wien wurde kein Flugpostbestätigungsstempel abgeschlagen - kam der Brief aus Budapest mit dem Zug ?
Grüße
Reini46
In diesem Zusammenhang erlaubt man mir hoffentlich etwas "Werbung" für eine Publikation des East Africa Study Circles zu machen.
THE AIRMAILS OF EAST AFRICA to 1952
Wilson Airways; East African Airways; The Tanganyika Government Service; Imperial Airways; BOAC; Military Mails; Timetables etc. by W Colley FRPSL. EASC (2009) [1]
Zu beziehen für nur noch £15 (+Versand) vom EASC - gerne auch über mich, da ich den internationalen Versand aus Deutschland heraus mache.
Grüße
Harald
[1]
https://easc.org.uk/publications.html
@ Reini46 [#38]
Hallo Reinhard,
der Brief hat als letzten Etappenstempel für die Luftpostbeförderung den Stempel vom Athener Flughafen. Es ist davon auszugehen, dass der Brief von Athen nach Wien mit der Bahn befördert wurde. Das ist bis 1937 die übliche Verfahrensweise für Luftpost nach Prag über Wien, da es zwischen der Tschechoslowakei und Griechenland bis zu dem Zeitpunkt keine vertragliche Vereinbarung gab. Du müsstest prüfen, ob es zu der Zeit eine Vereinbarung zur Luftpostbeförderung zwischen Österreich und Griechenland gab. Wenn ja ist der Brief per Bahnpost als Irrläufer aunzusehen.
Auffallend auch die Tatsache, dass keine Devisenkontrolle stattfand. Zu dieser Zeit eher unüblich aber möglich.
Gruß
Detlev