Briefmarken Atteste

Thema:

Biafra: Echt gelaufene Belege

Michael Mallien Am: 01.06.2019 20:42:42 Gelesen: 3285 # 1
Ich freue mich sehr einen Brief zeigen zu können. Der Brief trägt einen Stempel aus ORLU vom 16. April 19.. (der Rest der Jahreszahl fehlt). Er ist adressiert an das Station Head Office der Railway Station in Mbawasi Aba. Aba ist etwa 100 km von Orlu entfernt. Die Freimachung erfolgte mit der Erstausgabe vom 5.2.1968 1 Jahr Unabhängigkeit (MiNrn. 1-3) und der MiNr. 18, die am 30.5.1968 erschien. Das fehlende Jahr im Stempel müsste daher 1969 sein. Viele Grüße Michael [1] https://de.wikipedia.org/wiki/Biafra [Redaktionell teil-kopiert aus dem Thema "Biafra: Marken und Belege"]
JanClauss Am: 14.09.2024 09:08:06 Gelesen: 1412 # 2
Von Biafra gibt es nur extrem selten (echte) Bedarfsbelege. Von meinen 2 Dutzend Biafrabelegen dürften zwei-drei echt sein. Zumindest habe ich dies bei dem dafür einschlägigen West Africa Study Circle (WASC) in Britannien, bei dem ich als VPh-Verbandsprüfer für "Biafra Postgeschichte" auch Mitglied bin, checken lassen: Der beste Mann für dieses kleine und nur 3 Jahre bestehende Postgebiet ist Tony Plumbe, derzeit übrigens zufällig auch noch WASC-Präsident. Der zweite für dieses Gebiet einschlägige Experte ist Leo Maier aus Eggolsheim in Bayern, versierter Kriegs- und Katastrophenpostsammler. Beide Experten - Plumbe & Maier - sagen unisono, dass es Biafra-Bedarfsbelege wohl kaum unter 150 € gibt. Alles, was billiger angeboten wird - vor allem die zahlreichen Rotkreuzbriefe - sind entweder "philatelic", wie die Briten sagen, oder gar komplette Mache. Die Rotkreuzbriefe fallen schon deshalb auf, weil sie meist von derselben oder an dieselbe Person gerichtet sind. Ihr könnt mir gern unverbindlich Scans Eurer Biafrabriefe (samt Rückseiten) zusenden, und in den meisten Fällen kann ich Euch auf Anhieb sagen, ob diese echt sind. Bei Biafra verhält es sich ähnlich wie bei den Festung-Lorient-Briefen während der deutschen Besetzung in Frankreich im II. Weltkrieg. Hierzu zitiere ich den ehemaligen Bonner Bürgermeister Jürgen Endemann, der übrigens als letzter Prinzessin Diana 1987 durch die damalige Bundeshauptstadt führte, bevor das Ehezerwürfnis begann: "Wenn Du monatelang bis zu den Brustnippeln krank, versifft, verlaust und schon irrsinnig geworden in verdreckten Schützengräben haust, hast Du natürlich nichts Besseres im Sinn, als einen leckeren, sauberen Reko-Brief mit dem Lorientstempel als Echtbedarf nach Hause zu schicken!" - So war es auch in Biafra: Millionen sind verhungert oder verwundet elendig gestorben, und deshalb ist "Bedarfspost" per defintionem dort eine ganz heikle Angelegenheit. Anbei ein kürzlich von mir attestierter Biafra-Bedarfsbeleg (Provenienz: Leo Maier-Eggolsheim), dessen Attest auch demnächst in der PhilaSeiten-Atteste-Datenbank eingestellt und damit für jedermann nachvollziehbar wird. Beachte dazu auch meinen Beitrag "Die zehn Nigerias" im Rundbrief 217 der FgGB September 2024.
JanClauss Am: 26.03.2025 10:48:13 Gelesen: 1028 # 3
@ Michael Mallien [#1] Kannst Dir gern meine kpl. Biafra-Sammlung anschauen (und noch dazu die von B.C.A.Nyassaland) unter ArGe-Jugoslawien.de (ist noch der alte Name; die neue Website kommt demnächst) und Siegburger-Briefmarkenfreunde.de Wie schon zuvor gesagt, bin ich bei den biafranischen Rotkreuzbelegen stets skeptisch, denn eine Beförderung lässt sich nur bei den wenigsten von ihnen bestätigen.