(?) (6/11/12) Frankreich: Grande Armee Briefe

1812 aus Posen (Aufmarsch gegen Rußland) 1812 08.07. aus Wilna 1812 25.09. aus Moskau
Das zentrale Postbüro der Grande Armee sammelte die Briefe der Truppenteile und schickte die abgehenden Briefe über die verschiedenen stationären Postämter nach (vorwiegend) Frankreich. Rolf- Dieter
So wie der Brief dreinschaut, war es kein einfacher Brief mit nur 6 Gramm Gewicht. Die Zahl 2 rechts oben könnte ein Hinweis auf die Gewichtsprogression geben. Also 2. Gewichtsstufe = Brief bis 8 g. Da der Brief mit 4 décimes taxiert wurde, könnte die Distanz 50km bis 100 km ab Austauschbüro Grenze bis Strassburg passen.
Jetzt müsste man nur noch den Postenlauf des Briefes und das Grenzbüro zum Mutterland Frankreich kennen. Aber da muss ich passen, da sind Militärhistoriker gefragt. Zum Stempel resp. der Stempelfarbe sind dieselben Leute gefragt.
Dafür habe ich durch Entfernen störender Farbklekse die Adresse hervorgehoben. Der Brief ging (nach damaliger Schreibweise):
A Monsieur Monsieur Brascher, Chef du Dept. Des Enfans de la patrie, etabli à L’ hopital Civil a Strabourg, Depardiment du Bas Rhin a Strabourg.
Liebe Grüsse
SH-Sammler
Hanspeter
Kann mir bitte jemand etwas helfen, den Brief so zu beschreiben, dass ich diesen in mein postgeschichtliches Exponat einbauen kann?
Den Inhalt des Briefes kann ich natürlich auch nicht entziffern, etwas zum geschichtlichen Hintergrund habe ich bisher recherchiert:
Als in Mitteleuropa zu Beginn des Jahres 1809 die schon seit längerem latenten Spannungen mit Österreich offenkundig wurden, befahl Napoleon aus den östlich des Rheins vorhandenen Truppen die Gründung der „armée d’Allemagne“ (Armee von Deutschland) und ernannte am 8. April offiziell den Fürsten von Neuchâtel (Berthier) zu deren Major-General (Generalstabschef), der das Amt allerdings faktisch bereits seit Anfang März innehatte.
Nach dem Waffenstillstand von Znaim rückte ein französisches Armeekorps unter Marschall Marmont in das Waldviertel ein. Diese etwa 30.000 Mann starke Truppe war in Dalmatien stationiert gewesen und von dort in Eilmärschen herangerückt. Sie befand sich in einem denkbar schlechten Zustand und Napoleon selbst soll Marmont angewiesen haben, die Gelegenheit der Stationierung im besiegten Österreich dazu zu nützen, die Truppe sich erholen, neu formieren und frische Kräfte sammeln zu lassen. Marschall Marmont bezog zwischen Rohrendorf und Theiß sein Lager, auch Oberst Maucun, der zum Gouverneur für das Viertel ober dem Manhartsberg ernannt worden war, verwaltete von hier aus das Waldviertel. Die Marmont’sche Kavallerie überwachte das gesamte Viertel bis zur böhmisch-oberösterreichischen Grenze und stellte so die Versorgung für das Korps sicher.
Herzliche Sammlergrüße
Wachauer
