Thema:
Grossbritannien: Perfins bestimmen
Moin zusammen,
ich benötige mal wieder eurer Schwarmwissen. Ich habe hier beim Sortieren und Dokumentieren zwei schöne Stücke mit folgenden Lochungen:
Mi.Nr. 72


Mi.Nr. 65 (16 Perlen)

Mi.Nr. 86


Habe das halbe Netz schon durch und werde einfach nicht fündig. Wer kann helfen und mir was zu den Firmen sagen?
Besten Dank und Euch einen schönen Sonntag!
Jana aus MäcPomm
Hallo Sammlerfreunde,
an anderer Stelle habe ich mich hier schon mal nach den Perfins aus dem Deutschen Reich erkundigt, danke für die Unterstützung, soweit so gut.
Kürzlich kamen mir Perfins aus Großbritannien in die Hände, ältere wie neuere Marken. Nun meine Frage:
Wenn ich richtig informiert bin, gab es in Deutschland Perfins nur bis 1945, danach erschienen, bis auf eine Ausnahme, keine mehr.
Bei den Marken aus Großbritannien sind diese Lochungen auch auf neueren Marken zu finden, z.B. in der Machin-Ausgabe, selbst bei Marken mit Sicherheitszähnung gibt es das noch, daher meine Frage: hat Großbritannien also demnach nach 1945 nicht aufgehört mit Perfins und benutzt Großbritannien heute noch Lochungen? Wenn ja, wozu ?
Oder überhaupt wieso, warum, weswegen, welcher Sammler kann eine ausführliche Auskunft geben?
Danke, beste Sammlergrüße
Michael
Aufdruck auf Georg V
Hallo,
hier habe ich eine Marke von King Georg 2Pence mit dem Aufdruck D T C.
Mich würde interessieren, was das für eine Marke ist, das ist bestimmt etwas gewöhnliches, vielleicht von Behörden?
Gruß Horst
Wie ein Perfin. Hier als Aufdruck. Abkürzung der Firma etc.
Hallo,
das ging ja schnell! Vielen Dank.
Wobei, wenn ich mir die Entwertung (in violett) anschaue, wurde die Marke hier als Steuermarke verwendet.
Diese Marken konnten damals sowohl als Briefmarken ("Postage"), als auch zur Bezahlung von Steuern ("Revenue") eingesetzt werden. Siehe auch der entsprechende Schriftzug oberhalb von TWO PENCE.
Beste Grüße
Thomas
Guten Tag,
kann jemand den Urheber dieses perfins bestimmen?

zusätzlich einmal gespiegelt und die Vorderseite:

Besten Dank für Eure Hilfe sagt Olaf
@ DERMZ [#7]
DB&Co steht für:
Dalton, Barton & Co Ltd,
Motor Car Trimmings Mfrs,
49-52 Jewin St, London EC.
Also Mason Rd, Coventry
Verwendet von 1920-1937.
Grüße
Moritz
@ Wesi [#8]
Danke Moritz,
ich habe da gerade noch ein perfin, das ich nicht zuordnen kann

und ungespiegelt

Beste Grüße Olaf
Hallo Olaf,
hier die Verwendertabelle aus dem britischen Katalog. Verwendet wurde der Perfin von 1945-1980

Grüße
Moritz
@ Wesi [#10]
Danke Moritz,
das hilft ein Stück weiter, mal sehen ob ich den Stempel identifiziert bekomme.
Beste Grüße Olaf
Guten Morgen,
wer kann diesen perfin aus dem Jahr 1932 identifizieren bzw. zuordnen?

Bild wurde zur besseren Lesbarkeit gespiegelt.
Mit bestem Dank und Gruss
Olaf
Kann mir jemand Informationen zu den folgenden drei Perfins (auf MiNr. 140X, 162X, 182X) liefern?
Ich lese jeweils "L&CoLD", "KS&Co", "T.B.C."
Zur besseren Lesbarkeit habe ich die Scans der Markenrückseiten gespiegelt.


Vielen Dank im Voraus und viele Grüße
Hans-Jürgen
@ rockyrehbein [#1]
Während die anderen eher normale GB-Perfins sind, hast du mit der einen ein wahres Schätzchen entdeckt. Es sind davon bislang überhaupt nur 20 Stück gefunden worden, also dürfte der Wert für englische Sammler enorm sein. Viel Spaß - oder Erfolg beim Versteigern - damit!
Moin „Perfin Fan“, ich danke dir für deine Expertise und Einschätzung auch nach den Jahren noch. Was für großartige Nachrichten.
Was lange währt, wird gut.
Danke Richard für die Info.
Guten Morgen,
es haben sich in der vergangenen Woche etliche perfins zu mir verirrt, einige kann ich zuordnen andere wiederum nicht - so wie diese Lochung aus Großbritannien
MB / L
Der Stempel auf der Marke ist leider unleserlich, es könnte einer aus London sein, aber das ist nur Spekulation meinerseits
Mit besten Grüßen Olaf
@ DERMZ [#16]
Das ist die Katalognummer 0650.01
Verwender: Machonochie Bros, Fish Curers & Canners, H/O 131 Leadenhall St, London EC.
Gab auch noch eine Produktionsstätte dieser Firma: Raglan Works, North Raglan St, Lowestoft.
@ Gauss [#18]
Leider absolut keine Ahnung, aber könnte durchaus diese Firma sein.
Da hat sich im Gault-Katalog allerdings jemand verschrieben und ein zusätzliches h reingebracht.
@ Perfin Fan [#17]
@ Gauss [#18]
Guten Nachmittag,
vielen lieben Dank, keine Ahnung, warum ich auf einmal Appetit auf einen Eintopf bekommen habe - das lässt sich morgen gut lösen. Und das perfin ist nun auch geknackt, wunderbar!
Die besten Grüße Olaf
@ DERMZ [#20]
Warum Du da Appetit auf Eintopf bekommst, verstehe ich auch nicht: "the Maconochie's stew ration gave the troops flatulence of a particularly offensive nature."
[Redaktion: "Die Ration des Maconochie-Eintopfs verursachte bei den Truppen Blähungen von besonders widerlicher Art."] [DeepL]
Liebe Sammelfreunde,
ich habe in meiner Sammlung eine Lochung aus Grossbritannien die offensichtlich nicht für den Briefversand benutzt worden ist. Zu welchem Zweck wurde der Perfin hier verwendet?

Viele Grüße,
Emiel
@ evwezel [#22]
Zu welchem Zweck wurde der Perfin hier verwendet?
Hallo Emiel,
wie auf den alten britischen "Briefmarken" eingedruckt, handelt es sich bei diesen Ausgaben um Hybride, d.h. sie können entweder für Postage (d.h. für Portogebühren) oder auch für staatliche Revenue (Steuern, Abgaben bzw. sonstige Gebühren) verwendet werden.
In Deinem Fall handelt es sich um den Einsatz als Abgabenmarke, ohne ein Fachmann des britischen Steuerrechts des frühen 20. Jahrhunderts zu sein, tippe ich auf den ersten Blick auf die Begleichung einer staatlichen Rechnungsgebühr. Heisst der Aussteller der Rechnung, die Firma "H. Samuel", verklebte eine (seiner "Perfin-Briefmarken" als) Steuermarke und entwertete sie mit einen eigenen Firmenstempel.
Beste Grüße
Thomas
@ DL8AAM [#23]
Guten Abend Thomas,
da habe ich wieder etwas gelernt. Vielen Dank für Deine sehr deutliche Erklärung!
Mit herzlichem Gruß aus den Niederlanden,
Emiel
@ Wesi [#8]
hier habe ich noch ein DB&Co steht für:
Dalton, Barton & Co Ltd,
Motor Car Trimmings Mfrs,
49-52 Jewin St, London EC.
Also Mason Rd, Coventry
Verwendet von 1920-1937.
gefunden und 2 andere. Wenn es jemand interessiert, ich finde es zeigenswert.
Liebe Grüße
10Parale
@ 10Parale [#25]
Du zeigst hier ein DB (ohne Co.), das ist die Deutsche Bank.
@ 10Parale [#25]
L / C&S ist Louis Cohen & Sons, 31 Throgmorton Street, London EC.
@ 10Parale [#25]
AF/&Co
Adolph Frankau & Co, Importers & Mfrs of Pipes & Tobacconist Sundries, 15/16 Featherstone St, London EC1
@ Gauss [#27]
@ Perfin Fan [#28]
Herzlichen Dank. Ihr seid ja richtige Perfin-Perfektionisten. Super, wie Ihr Fachwissen an den Laien bringt!
10Parale
@ 10Parale [#29]
Na ja, Fachwissen ist dann doch was anderes als die reine Verwender-Bestimmung. Wir sind halt Perfin-Sammler und haben den englischen Gault-Katalog. ;-)
Aber falls du sonst noch Fragen zu Firmenlochungen hast, immer her damit!
Guten Tag,
wer verbirgt sich hinter dem perfin "SM / BP"?

Ich habe die Rückseite für die bessere Lesbarkeit gespiegelt. Wer kann weiterhelfen?
Mit besten Grüßen
Olaf
@ DERMZ [#31]
Hallo Olaf,
SM/BP ist Shell Mex & British Petroleum Ltd
Viele Grüße
Emiel
Streifband von der Firma Frederick Huth aus dem Jahr 1893 von London / England nach Hamburg / Deutsches Reich, portorichtig frankiert mit einer 1d-Marke (UPU-Drucksachen-Tarif). Die Marke wurde mit der Firmenlochung HUTH versehen.
Beste Grüsse!
Lars
Liebe Sammlerfreunde,
diese Briefmarke ist nicht gerade eine Seltenheit. Die Queen Victoria One Halfpenny Jubilee wurde ursprünglich 1887 (Scott Nr. 125) anlässlich des Goldenen Thronjubiläums von Königin Victoria herausgegeben. Die ersten Marken wurden in Zinnoberrot gedruckt, die späteren Ausgaben aus den 1890er Jahren in Grün bzw. Blaugrün.
Aber selbst gewöhnliche Briefmarken können noch einige Rätsel aufgeben (zumindest für mich). Zunächst einmal gibt mir der Poststempel Rätsel auf. Wofür stehen die Buchstaben IFE (oder heißt es doch IFB)?

Außerdem frage ich mich, ob es möglich wäre, das Muster der Firmenlochung zu rekonstruieren, um die Firma zu identifizieren. Die Buchstaben in der ersten Reihe scheinen „HHW“ zu lauten (oder natürlich „WHH“), die der zweiten Reihe lassen sich nicht eindeutig erkennen.
Für jede Hilfe wäre ich sehr dankbar!
Viele Grüße
Emiel
Hallo Emiel,
ich habe mal den Dr. Google bemüht und dieser hat mit seinem Grosskind KI erstaunliches zustande gebracht:
Die britische Perforation „WHH & Co.“ steht für „Walter H. Hindley & Co.“, ein privates Handelsunternehmen. Details zur Perforation: Mustercode: In Perforationskatalogen als Muster W3640.02 (WHH / & Co) aufgeführt. Nutzeridentität: Walter H. Hindley & Co., historisch im Finanz- und Handelsviertel von London tätig (z. B. in der Nähe der Threadneedle Street). Verwendungszeitraum: Zu finden auf britischen Königin-Victoria-Briefmarken aus dem späten 19. Jahrhundert (wie den Jubiläums- und den lila-grünen Ausgaben, die in den 1880er und 1890er Jahren verwendet wurden). Zweck: Wurde als Sicherheitsmaßnahme in selbstklebende Briefmarken gestanzt, um Diebstahl durch Mitarbeiter und die unbefugte Verwendung von firmeneigenem Postwertzeichenmaterial zu verhindern.
Aus einem alten Auktionskatalog von Christoph Gärtner GmbH & Co KG (24. Auktion 21.-25.01.2013) wird ein Los mit einer solchen Lochung erwähnt (Leider ist das betreffende Bild unscharf)
P 7788 1890 (20.10.), QV 2 1/2d violetter PTPO-Statistikumschlag, aufgestempelt mit zwei Einzelmarken QV 1/2d orange, beide mit privater Perforation „WHH / & Co.“ für „Walter H Hindley & Co.“ (geprägtes Absender-Cachet auf der Rückseite), gewerblich verwendet mit quadratischem Kreis „Threadneedle St. P.O.“ nach Königsberg/Preußen mit Ankunftsstempel auf der Rückseite, kleinere Mängel, dennoch eine sehr attraktive Kombination!
Wenn du also die Papierreste auf der Rückseite deiner Marke entfernst, wirst du die ganze Perfin/Lochung lesen können.
Zum Triangular postmark habe ich folgendes gefunden:
Dreieckige Poststempel. Es gibt dreieckige Poststempel, die für die Verwendung mit dem günstigeren „Drucksachentarif“ vorgesehen waren. Während einige nur die Postamtnummer tragen, weisen andere einen Code auf, der sich aus alten Telegrafencodes ableiten lässt. Die Dreiecke sind nach wie vor Poststempel. Leider habe ich zu der Abkürzung IFB nichts gefunden.
Ich bin wohlverstanden kein Experte auf diesem Gebiet, aber ich lerne gerne dazu. Und wenn man die Ergebnisse von Google und KI nachprüfen kann hat es sich schon gelohnt.
Freundliche Grüsse aus der Schweiz
André
@ Zürich4 [#35]
Zur Ergänzung:
Walter H Hindley & Co,
Jute & Canvas Manufacturers,
62/63 Queen St, Cheapside,
London EC.
Sehr interessant übrigens, dass Googles Gemini anscheinend besser wird. Bei mir kommen bei solchen Anfragen immer die seltsamsten Dinge raus, aber nie eine korrekte Antwort wie in diesem Fall.
@ evwezel [#34]
Der I / FB Stempel ist vom Foreign Branch in London.
@ Zürich4 [#35]
@ Perfin Fan [#36]
@ Gauss [#37]
Hallo André, Gauss und Perfin Fan,
vielen lieben Dank für Eure Hilfe! Im Alltag arbeite ich für ein Softwareunternehmen, das auf Suchtechnologie für den Arbeitsmarkt spezialisiert ist. Ich nutze KI (Künstliche Intelligenz) also sehr oft. Wenn es jedoch um philatelistische Forschung geht, halte ich mich von KI eher fern. Meiner Erfahrung nach führt sie oft zu sogenannten „Halluzinationen“. Aber ich freue mich sehr, dass es in diesem Fall geklappt hat! Vielen Dank an André für seine ausführliche Antwort und an „Perfin Fan“ für die Ergänzung.
Gauss, du hast erwähnt, dass I/FB für „Foreign Branch“ steht. Ich bin zwar kein Experte für britische Briefmarken, aber wofür steht der Buchstabe ‚I‘ in der Abkürzung „IFB”?
Gemini behauptet, dass „IFB” die Abkürzung für „Inland Foreign Branch” ist, aber diese Behauptung wird m. E. nicht durch die wissenschaftliche Literatur gestützt.
Viele Grüße
Emiel
@ evwezel [#38]
Hallo Emiel,
ich lehne mich mal aus dem Fenster und behaupte, dass die KI da tatsächlich halluziniert hat. Inland Foreign Branch gibt's nicht. Es wurden sogar 1900 Inland und Newspaper Section ausgelagert, am alten Ort verblieb London und Foreign.
Die Inland Section hatte eigene Dreiecksstempel, im Bild Nr. 3497. Unten I.S., oben 10 als Unterscheidungsnummer. Ich gehe mal davon aus, dass das I im I FB Stempel eine 1 ist, jedenfalls eine Kennzeichnung des Geräts.
@ Gauss [#39]
Hallo Gauss,
vielen Dank für diese Ergänzung! Ich möchte hier auch noch einen Artikel zu diesem Thema teilen, der dem Canadian Philatelist (Nov./Dez. 2002) entnommen wurde. Ich entschuldige mich im Voraus dafür, dass dies nichts mit Firmenlochungen zu tun hat.

Viele Grüße
Emiel
@ evwezel [#40]
Sehr interessant, danke.
Liebe Sammlerfreunde,
lass uns wieder zum eigentlichen Thema zurückkehren.
Ich besitze den Katalog der britischen Firmenlochungen leider nicht. Trotzdem habe ich versucht, die folgenden Firmenlochungen zu identifizieren.

Wenn ich mich nicht irre, gehört die Firmenlochung „S M / & Co.“ zu der Bankiersfirma Samuel Montagu & Co. Siehe
https://en.wikipedia.org/wiki/Samuel_Montagu_%26_Co.
Zunächst habe ich noch eine Firmenlochung mit den Buchstaben „HB":

Sie gehört vermutlich zu Hunter, Barr & Co. Ltd, 57 Queen St, Glasgow.
Könnte jemand diese Information bestätigen?
Viele Grüße
Emiel
@ evwezel [#42]
Samuel Montagu kann ich bestätigen bzw. sogar belegen. Von dem gibt's übrigens auch "protective underprints" (welche ich natürlich nicht zeigen kann, die sind selten).
@ Gauss [#43]
Das ist wirklich ganz toll, vielen Dank!
Liebe Sammlerfreunde,
ich zeige hier die letzte Firmenlochung für heute. Diesmal habe ich allerdings wirklich keine Ahnung, für welche Firma die Buchstaben „H & P“ stehen:

Viele Grüße
Emiel
@ evwezel [#45]
Guten Morgen Emiel,
H&P steht für Huntley & Palmer Ltd Wholesale Biscuit & Cake Manufactors, 46 Market Place, Reading
Happy day wünscht Olaf
@ DERMZ [#46]
Hallo Olaf,
vielen Dank für deine Hilfe!
Emiel
@ Gauss [#39]
Gauss, aus welcher Quelle stammt diese Abbildung?
Viele Grüße
Emiel
@ evwezel [#48]
Aus Postmarks of England & Wales, von James A. Mackay.
@ Gauss [#49]
Vielen Dank!
Emiel