Mit 8 (Decimen = 24 Kreuzer) austaxierter Faltbrief der 3. Gewichtsstufe vom 14. Dezember 1807 mit schwarzem Rayonstempel R.1 FRANCFORT nach Wiltz in Luxemburg.
Die Taxis-Post besorgte zu dieser Zeit den Postdienst der Freien Stadt Frankfurt a. M.
[Redaktionell kopiert aus dem Thema "Luxemburg Eingehende Briefe"]
Thema:
Altdeutschland Thurn und Taxis Vorphila Belege
Am: 27.08.2018 10:33:40
Gelesen: 15720
# 1
Thurn und Taxis gefällig?
Mit 8 (Decimen = 24 Kreuzer) austaxierter Faltbrief der 3. Gewichtsstufe vom 14. Dezember 1807 mit schwarzem Rayonstempel R.1 FRANCFORT nach Wiltz in Luxemburg.
Die Taxis-Post besorgte zu dieser Zeit den Postdienst der Freien Stadt Frankfurt a. M.
[Redaktionell kopiert aus dem Thema "Luxemburg Eingehende Briefe"]
Mit 8 (Decimen = 24 Kreuzer) austaxierter Faltbrief der 3. Gewichtsstufe vom 14. Dezember 1807 mit schwarzem Rayonstempel R.1 FRANCFORT nach Wiltz in Luxemburg.
Die Taxis-Post besorgte zu dieser Zeit den Postdienst der Freien Stadt Frankfurt a. M.
[Redaktionell kopiert aus dem Thema "Luxemburg Eingehende Briefe"]
Am: 17.10.2018 22:56:33
Gelesen: 14769
# 2
Liebe Sammlerfreunde,
die Post in Frankfurt a.M. wurde bis Juli 1867 von Thurn und Taxis besorgt. Erst mit dem Sieg Preussens im Deutschen Krieg 1866 und mit einer Entschädigung von 3 Mill. Thaler ging die T.u.T. Post in die preussische Post auf. Seit ca. 1730 soll es bereits einzeilige Stempel mit dem Ortsnamen im T.u.T. Postgebiet gegeben haben. Von Frankfurt a.M. kann ich vom 23.02.1806 einen Franko-Brief nach Leipzig zeigen. Es wurde der Einzeler "--.FRANCFORT." abgeschlagen. Vor dem Ortsnamen müßte noch etwas stehen. Leider ist der Stempel scheinbar nicht vollständig abgeschlagen worden.
Das aus Frankfurt notwendige Entgelt kann ich leider nicht nennen. Ich weiß nur, das die Post aus Leipzig nach Frankfurt 5 Gute Groschen kostete.
Mit lieben Sammlergrüßen
Totalo-Flauti.
[Redaktionell kopiert aus dem Thema "Die Poststempel von Frankfurt am Main"]
[Redaktionell kopiert aus dem Thema "Die Poststempel von Frankfurt am Main"]
Am: 18.10.2018 06:20:20
Gelesen: 14748
# 3
@ Totalo-Flauti [#16]
Hallo Totalo-Flauti,
bis 30.6.1867 gab es eine Lehenspost von TT - ab 1.7.1867 hatte Preussen dann übernommen.
Vor Frankfurt kann nur "V." für "von", oder "De" als französisches Wort stehen, weil die Postsprache damals (und heute noch) Französisch ist.
Dieser Brief hier kostete den Absender 4 Batzen = 4 Gutegroschen = 16 Kreuzer.
Liebe Grüsse von bayern klassisch
Am: 18.10.2018 17:12:18
Gelesen: 14726
# 4
@ bayern klassisch [#17]
Hallo Ralph,
ich hab einen Brief mit ähnlichem vielleicht selbem Stempel R.1.FRANCFORT (Rayon 1, vermute ich mal).


ca 1800 Frankfurt - Biebrich (Wiesbaden) Bettelbrief an den Fürsten zu Nassau-Usingen
Lg, harald


ca 1800 Frankfurt - Biebrich (Wiesbaden) Bettelbrief an den Fürsten zu Nassau-Usingen
Lg, harald
Am: 18.10.2018 17:19:42
Gelesen: 14723
# 5
@ bignell [#18]
Hallo Harald,
es wurde ja von 1730 gesprochen und da gab es keine Rayonierung in Deutschland, die kam erst 1802/1803. Dein Brief zeigt einen Rayon 1 Frankfurt - Stempel, also lag der Ort im nähestliegenden Bezirk zu Frankreich, das damals ja den Rhein als Grenze hatte, so dass es damals verständlich war, während wir heute uns nicht vorstellen könnten, dass Frankfurt am Main "an der Grenze zu Frankreich" liegen könnte ... sic transit gloria mundi, würde der Franzose sagen. :-)
Liebe Grüsse und danke fürs Einstellen deines sehr netten Briefes,
Ralph
Am: 18.10.2018 17:47:33
Gelesen: 14717
# 6
@ bayern klassisch [#17]
Lieber Harald,
vielen Dank für Deine Korrekturen. Dann ist die Rötelnotiz Siegelseitig eine echte 4. Ich hatte sie eher als Bestellgeld (1/2 Groschen) aber auch nur vermutet. Das Bestellgeld im Ortszustellbereich kostete eigentlich 3 Pfennige und nicht 6 Pfennige zu der Zeit in Sachsen. Wegen der Unsicherheit bin ich auf die Rötelnotiz auch gar nicht eingegangen.
Die Jahreszahl 1730 hab übrigens ich aus dem Michel Spezial übernommen. Im Bereich T.u.T. kenne ich mich "Stempeltechnisch" gar nicht aus.
Mit lieben Sammlergrüßen
Totalo-Flauti.
Am: 18.10.2018 18:51:38
Gelesen: 14713
# 7
@ Totalo-Flauti [#6]
Zu Michel Notierungen bzw. Anführungen der Vormarkenzeit wäre ich sehr skeptisch; dazu benötigt man enormes Wissen, das man von den Prüfern der Altdeutschen Staaten nicht erwarten kann.
Liebe Grüsse von bayern klassisch
Am: 26.05.2019 11:34:04
Gelesen: 14227
# 8
Hallo,
der nachfolgende Brief an Carl von Isenburg-Büdingen stammt von seinem Vetter, Friedrich Günther von Schwarzburg-Rudolstadt. Es handelt sich um einen Trauerbrief, Friedrichs Bruder Bernhard war kurz zuvor gestorben, der Trauer entsprechend wurde in schwarz gesiegelt. Sowohl Carl als auch Friedrich waren regierende Fürsten ihrer Häuser und damit m.W. in Genuss der Portofreiheit.
Kann es an einem fehlenden Portofreiheitsvermerk liegen, dass der Brief trotzdem taxiert wurde?
Kann jemand die Taxierung deuten?


Gruß Ralf


Gruß Ralf
Am: 26.05.2019 11:46:28
Gelesen: 14220
# 9
@ Stamps99 [#8]
Hallo Ralf,
dein schöner Brief wurde mit 12 Kreuzer von der Aufgabepost taxiert - damit hatte der Absender wohl keine Portofreiheit angesprochen.
Liebe Grüsse,
Ralph
Am: 26.05.2019 12:15:45
Gelesen: 14214
# 10
@ bayern klassisch [#9]
Danke, beim Lesen der Zahlen bin ich immer wieder unsicher.
Der Carl wird sich geärgert haben, seit Jahren lavierte er am Rand der Pleite: Er war nach dem Sturz Napoleons auf Werbe- und Ausrüstungskosten für Regimenter zu dessen Unterstützung sitzen geblieben und hatte weit über eine Million Gulden Schulden anghäuft - und dann schickt ihm sein Vetter durch Nachlässigkeit portobelastete Briefe.
Gruß Ralf
Am: 26.05.2019 12:20:23
Gelesen: 14211
# 11
@ Stamps99 [#10]
Tja, erst hat man kein Glück und dann kommt noch das Pech hinzu. :-)
Liebe Grüsse,
Ralph
Am: 18.10.2019 08:47:44
Gelesen: 13770
# 12
Hallo zusammen,
ein Brief aus Darmstadt an "Sr. Wohlgeboren dem Herrn Obergerichts Anwalt und Consulenten Harscher" in Mannheim:
Wenn ich mich nicht irre, gehört der Stempel von Darmstadt vom 07.04.1842 zu Thurn und Taxis. Entsprechend des Ankunftsstempels kam der Brief am nächsten Tag in Mannhein an. Wer kann etwas zu den Tax-Vermerken sagen?
Viele Grüße
Volkmar
Wenn ich mich nicht irre, gehört der Stempel von Darmstadt vom 07.04.1842 zu Thurn und Taxis. Entsprechend des Ankunftsstempels kam der Brief am nächsten Tag in Mannhein an. Wer kann etwas zu den Tax-Vermerken sagen?
Viele Grüße
Volkmar
Am: 18.10.2019 10:49:30
Gelesen: 13760
# 13
@ volkimal [#12]
Hallo Volkmar,
8 Kreuzer für Thurn und Taxis und 8 Kreuzer für Baden ab Grenze bis Mannheim. Dein Brief war also über 1 bis 1,5 Loth schwer (drittes Gewicht).
Liebe Grüsse,
Ralph
Am: 18.10.2019 11:36:37
Gelesen: 13752
# 14
@ bayern klassisch [#13]
Hallo Ralph,
danke für die schnelle Auskunft.
Viele Grüße
Volkmar
Am: 19.03.2020 19:02:11
Gelesen: 13155
# 15
Ich versuche hier die Sammlung ein wenig vorzusortieren und bitte echt für die vielen Fragen um Entschuldigung.
Gruß
Am: 19.03.2020 19:28:44
Gelesen: 13141
# 16
So etwas hier:
Am: 19.03.2020 19:33:35
Gelesen: 13135
# 17
@ M.P.D. [#17]
Hallo Mike,
das ist ein portofreier Dienstbrief von 1842 - da zählen nur die Stempel, weil es i. d. R. nur Inlandsbriefe waren, hier auch nur wenige Euro, leider. Merke: Nicht jeder alte Brief (140 oder mehr Jahre alt) ist wertvoll.
Liebe Grüsse,
Ralph
Am: 19.03.2020 19:33:38
Gelesen: 13135
# 18
Aber das ist dann ein Faltbrief, wenn ich es richtig verstanden habe und vermutlich gleichzeitig auch ein Thurn und Taxis Fahrpostbrief?
Am: 19.03.2020 22:12:25
Gelesen: 13101
# 19
Habe hier noch ein Beispiel gefunden.
Wie ich es verstanden habe ein Faltbrief, Thurn und Taxis. Gelaufen von Laubach nach Darmstadt, respektive Darmstadt nach Laubach.
Hoffe das ist gefällig?
Gruß
Mike
Am: 19.03.2020 22:12:59
Gelesen: 13101
# 20
@ M.P.D. [#18]
Hallo Mike,
ein Faltbrief bestand aus einem Bogen Papier unterschiedlicher Größe (sog. Folio - Format, dann Halbfolio, Quartfolio usw.), der innen beschrieben und so zusammengefaltet wurde, dass man von außen den Inhalt nicht ersehen konnte. Dann wurde die Vorderseite adressiert und die Siegelseite verschlossen.
Ein Fahrpostbrief hat mit der Technik, die ich oben angeführt habe, nichts zu tun - zur Fahrpost gehörten diejenigen Briefe und Pakete, die für die Briefpost nicht geeignet waren, also besonders schwere Briefe über 1 Pfund Gewicht, Briefe mit Wertangabe, Briefe mit Aktenkonvoluten, Nachnahmen usw.. Diese Sendungen wurden zwar der Post anvertraut, aber langsam und sicher befördert, während die Briefpost aus einfachen Briefen, Drucksachen unter 1 Pfund, Zeitungen und Mustern ohne Wert bestand, für die ganz andere Tarife galten.
Das war nur ein ganz kurzer Abriß über die Post des 18. und 19. Jahrhunderts. Wollte man das ausführlich machen nur anhand eines Postgebietes, würde es 100 Seiten A4 plus X benötigen.
Liebe Grüsse,
Ralph
Am: 19.03.2020 22:26:12
Gelesen: 13100
# 21
Das glaube ich auf´s Wort. Mir raucht ohnehin schon der Kopf.
Danke für deine Antwort und für die Erklärungen und Zeit von dir. Sehr nett, wirklich.
Wundere dich bitte nicht, dass ich zu dem Siegel auch eine Frage gestellt habe.
Gruß
Mike
Am: 19.03.2020 22:28:12
Gelesen: 13098
# 22
@ M.P.D. [#21]
Hallo Mike,
warum sollte ich mich da wundern? Du willst hinzu lernen und ich kann vlt. ein bisserl etwas dazu schreiben, mehr ist das nicht. Also frage ruhig.
Liebe Grüsse,
Ralph
Am: 04.04.2020 16:21:23
Gelesen: 12978
# 23
Hallo mal wieder,
ich hoffe, dass ich mit meiner Einordnung hier richtig bin. Habe diesen Brief von 1810 Bremen nach Gießen gefunden. Den (leider recht undeutlichen) Markierungen nach zu urteilen passt er aber glaube ich hier rein.
Kann mir da bitte jemand etwas zur Aufschlüsselung und zur Wertermittlung zu sagen?
Gruß
Mike
Am: 04.04.2020 17:00:56
Gelesen: 12970
# 24
@ M.P.D. [#23]
Hallo Mike,
es wäre sehr sinnvoll, die Belege so einzustellen, dass es auch gelesen werden kann.
Ich habe den Beleg mal gedreht:
Soweit ich es lese ist er bis Cassel frankiert gewesen - es könnten die 4 Ggr. siegelseitig sein. Ab Cassel dürften weitere 30 Centimen bis Giesen angefallen sein.
Mit freundlichem Sammlergruss
Ulf
Soweit ich es lese ist er bis Cassel frankiert gewesen - es könnten die 4 Ggr. siegelseitig sein. Ab Cassel dürften weitere 30 Centimen bis Giesen angefallen sein.
Mit freundlichem Sammlergruss
Ulf
Am: 04.04.2020 20:00:36
Gelesen: 12949
# 25
Hallo Ulf,
danke für die Aufschlüsselung und für´s Drehen. Habe ich nicht daran gedacht.
Schönen Abend und lieben Gruß
Mike
Am: 11.02.2023 11:12:46
Gelesen: 8396
# 26
Liebe Freunde,
hier bewege ich mich auf dünnem Eis, denn es ist ein Portobrief aus Weimar vom 25.7.1849 nach Bern, der poste restante verschickt wurde, weswegen er in mein Beuteschema fiel.

An Taxen lese ich 38, 10, 48, 25 und 32. Die Verwirrung lässt sich aber noch steigern, denn er wurde in Bern nicht abgefordert, sondern nach Baden-Baden in Baden weitergeleitet.
Ich vermute die Gebühren wie folgt:
25 Kreuzer für Taxis bis zur Schweizergrenze oder Schaffhausen. Dazu 7 Kreuzer bis Bern = 32 Kreuzer.
Weiterleitung (Poste restante in der Schweiz war gratis) über Basel für 6 Kreuzer = 38 Kreuzer und Übergabe an die badische Bahnpost für weitere 10 Kreuzer bis Baden-Baden = 48 Kreuzer in toto.
Gegenmeinungen oder Verbesserungen nehme ich gerne entgegen.
Liebe Grüsse von bayern klassisch

An Taxen lese ich 38, 10, 48, 25 und 32. Die Verwirrung lässt sich aber noch steigern, denn er wurde in Bern nicht abgefordert, sondern nach Baden-Baden in Baden weitergeleitet.
Ich vermute die Gebühren wie folgt:
25 Kreuzer für Taxis bis zur Schweizergrenze oder Schaffhausen. Dazu 7 Kreuzer bis Bern = 32 Kreuzer.
Weiterleitung (Poste restante in der Schweiz war gratis) über Basel für 6 Kreuzer = 38 Kreuzer und Übergabe an die badische Bahnpost für weitere 10 Kreuzer bis Baden-Baden = 48 Kreuzer in toto.
Gegenmeinungen oder Verbesserungen nehme ich gerne entgegen.
Liebe Grüsse von bayern klassisch
Am: 24.11.2025 17:55:33
Gelesen: 2444
# 27
Hallo,
ich bin in den Besutz eines Briefes aus dem Thurn&Taxis-Bereich von 1851 gekommen, als kurz vor Herausgabe der ersten T&T-Marken. Es ist eine sehr lange Briefhülle (34x11 cm). Deswegen musste ich ein Bild aus zwei Scans zusammenbauen.
Was mich besonders interessiert ist der Zweizeiler auf der rechten Seite, denn ich habe Schwierigkeiten, den Text zu erkennen, geschweige dessen Sinn. Hier noch mal etwas größer:
Sicherheitshalber zeige ich auch den Ankunftsstempel auf der Rückseite:
Für sachdienliche Hinweise wäre ich dankbar.
Viele Grüße
Thomas
Was mich besonders interessiert ist der Zweizeiler auf der rechten Seite, denn ich habe Schwierigkeiten, den Text zu erkennen, geschweige dessen Sinn. Hier noch mal etwas größer:
Sicherheitshalber zeige ich auch den Ankunftsstempel auf der Rückseite:
Für sachdienliche Hinweise wäre ich dankbar.
Viele Grüße
Thomas
Am: 24.11.2025 18:04:51
Gelesen: 2439
# 28
@ opti53 [#27]
Hallo Thomas,
da hast du einen besonderen Brief. "Verspätete Aufgabe" lese ich und das meinte, dass der Brief am Aufgabetag nicht mehr abspediert werden konnte, sondern erst am Folgetag.
Er wog im Original 5 Loth (1 Loth = 15,625g). Das Postporto betrug 2 Silbergroschen, wozu 1/2 Silbergroschen Bestellgeld kam, so dass der Empfänger total 2 1/2 Sgr. zu zahlen hatte.
LG,
Ralph
Am: 24.11.2025 18:21:36
Gelesen: 2434
# 29
@ bayern klassisch [#28]
Hallo Ralph,
vielen Dank für Deine erschöpfende und schnelle Antwort. Ich hätte zwar Gewicht und Porto nicht so schnell interpretieren können, aber vielleicht doch noch irgendwie herausgefunden. Die Verzögerung durch verspätete Aufgabe hat trotzdem nur dazu geführt, dass der Brief am Folgetag ankam, weshalb ich den Zweiteiler nicht glauben konnte. Da kann sich die Post heute mal ein Beispiel nehmen, oder?
Viele Grüße
Thomas
Am: 24.11.2025 18:48:58
Gelesen: 2427
# 30
@ opti53 [#29]
Hallo Thomas,
die Kunden waren gehalten, 1/2 Stunde vor dem ihnen bekannten Postabgang ihre Sendungen aufzuliefern. Bei Einschreiben war die Frist eine Stunde vor Postabgang, weil die vielen Arbeiten bei der Annahme und Abspedition von Einschreiben sehr zeitaufwändig waren.
Diese Exkulpations- bzw. Verzögerungsstempel dienten der Post dazu, dem Empfänger aufzuzeigen, dass nicht die Post schläfrig war, sondern der Absender zu spät an Amtes Stelle erschienen war. Diese Stempel gab es zwar noch länger, wurden jedoch in den späten 1850er Jahren immer seltener und in den späten 1860er Jahren findet man sie kaum noch, egal wo im Deutschen Bund.
Bei wöchentlich nur noch zweimaliger Zustellung der Post von heute in einer 30k Einwohner - Kreisstadt erübrigt sich jeder Kommentar über deren "Leistungen". Vor 175 Jahren wurde in Kleinstädten mindestens 2 mal die Post ausgetragen, in Großstädten 4-6-8 Mal und das täglich, auch an Sonn- und Feiertagen erhielt die Stadtbevölkerung ihre Post oft mehrfach täglich. Aber damals war sie auch noch nicht privatisiert (lateinisch "privare" = berauben), sondern lag im Staatsinteresse.
Noch Fragen? :-)
LG,
Ralph
Am: 19.05.2026 08:31:19
Gelesen: 1077
# 31
Portobrief vom 01.03.1842 von Pfungstadt nach Straßburg, dort Ankunft am 04.03.1842. Porto 6 Groschen vermerkt. Stempel T.T.R2, den ich als Thurn und Taxis Rayon 2 sehe.

Schönen Gruß
Sepp

Schönen Gruß
Sepp
Am: 19.05.2026 08:38:21
Gelesen: 1074
# 32
@ Briefuhu [#31]
Hallo Sepp,
der Vertragsstempel TT2R war zur Berechnung des Portos wichtig: Tour Tassis 2eme Rayon.
Der Empfänger musste 6 Decimes zahlen - Groschen gab es in Frankreich nicht. Diese entsprachen ca. 17 Kreuzern.
LG,
Ralph
Hallo Sepp,
der Vertragsstempel TT2R war zur Berechnung des Portos wichtig: Tour Tassis 2eme Rayon.
Der Empfänger musste 6 Decimes zahlen - Groschen gab es in Frankreich nicht. Diese entsprachen ca. 17 Kreuzern.
LG,
Ralph
Am: 19.05.2026 10:40:28
Gelesen: 1058
# 33
@ bayern klassisch [#32]
Hallo Ralph,
vielen Dank für Deine Erklärung, wieder mal was dazu gelernt.
Schönen Gruß
Sepp