Briefmarken Atteste

Thema:

Schweiz: Frankaturen mit postalischen Antiquitäten

merkuria Am: 31.08.2018 11:19:33 Gelesen: 26914 # 1
Die Schweiz zählt in Europa nebst Belgien, Frankreich, Italien und den Niederlanden zu den Staaten mit einer sehr grosszügigen Gültigkeitsdauer seiner Postwertzeichen. Die folgenden Schweizer Marken sind bis heute frankaturgültig:
1938	Symbolische  Darstellungen 		Mi Nr. 328-330
1941	Historische Darstellungen		Mi Nr. 377-385
1949	Technik und Landschaft			Mi Nr. 529-540
1953	Automobilpostbüros			Mi Nr. 586-587
1957	Europamarken				Mi Nr. 646-647
1958	Historische Darstellungen,farb. Papier	Mi Nr. 683-686
1959	Europamarken				Mi Nr. 679-680
 

Ab 1960 sind alle Marken ab Mi Nr. 696 – heute noch frankaturgültig! Eine Ausnahme bilden die Pro Juventute- und Pro Patria-Zuschlagsmarken welche ab 1964 – heute frankaturgültig sind. Diesem Umstand verdanken wir, dass in der Schweiz 2018 noch immer Frankaturen mit 80-jährigen Ausgaben aus 1938 möglich sind! Ich eröffne diesen Thread um solche Beispiele zu zeigen. Vielleicht hat auch jemand im Ausland solche Post aus der Schweiz zu zeigen! Einfacher Inlandbrief C5 Priority bis 100 g von Murten nach Seltisberg, Aufgabe 09.02.2004 mit Postgebühr 100 Rp. Frankatur: 1x Mi Nr. 378 (60 Rp von 1941), 1x Mi Nr. 534 (25 Rp von 1949) und 3x Mi Nr. 696x (5 Rp von 1960). Grüsse aus der Schweiz Jacques

merkuria Am: 24.01.2019 15:11:10 Gelesen: 26655 # 2
Einfacher Inlandbrief C6, Priority A-Post bis 100 g von Rheinfelden nach Seltisberg, Aufgabe 30.05.2006 mit Postgebühr 100 Rp. Frankatur: 1x Mi Nr. 379 (70 Rp von 1941) und 1x Mi Nr. 1047 (30 Rp von 1975). Der 70 Rappen Wert wurde erst 65 Jahre nach seinem Erscheinen verwendet! Grüsse aus der Schweiz Jacques
merkuria Am: 28.01.2019 21:42:56 Gelesen: 26589 # 3
Einfacher Inlandbrief C6, B-Post bis 250 g von Dornach nach Seltisberg, Aufgabe 06.09.2001 mit Postgebühr 70 Rp. Frankatur: 1x Mi Nr. 586 (10 Rp von 1953) und 4x Mi Nr. 880 (15 Rp von 1968) als Kehrdrucke K53 aus Markenheftchen 0-64. Grüsse aus der Schweiz Jacques
briefmarkenwirbler24 Am: 30.01.2019 15:42:00 Gelesen: 26514 # 4
@ merkuria [#1] Hallo Jacques, ich sammle zwar eigentlich keine moderneren Briefe, allerdings bewahre ich solche Frankaturen dennoch immer gerne auf. Ab 1960 sind alle Marken ab Mi Nr. 696 bis heute noch frankaturgültig! Eine Ausnahme bilden die Pro Juventute- und Pro Patria-Zuschlagsmarken welche ab 1964 – heute frankaturgültig sind. Wenn die Angaben, die du oben genannt hast stimmen, dann habe ich gleich zwei Briefe, die theoretisch so gar nicht hätten akzeptiert werden dürfen. Der erste Brief wurde nämlich einmal mit einer Pro-Juventute Marke von 1958 (Mi.Nr.667) sowie einer Pro Patria Marke von 1962 (Mi.Nr.753) frankiert und der zweite Brief mit einem Paar der Mi.Nr.695. Ich gehe aber mal davon aus, dass solche Briefe öfters mal unentdeckt verschickt werden können, da nicht jeder Postbeamte in der Schweiz diese Regelung im Kopf haben bzw. genau auf die Frankatur achten wird. Liebe Grüße Kevin
Heinz 7 Am: 01.02.2019 10:27:19 Gelesen: 26440 # 5
@ merkuria [#1] Lieber Jacques, ich gratuliere zur Eröffnung dieses schönen Themas. Da gibt es wahrlich viel Interessantes zu sehen! @ briefmarkenwirbler24 [#4] Kevin, Du hast recht. Beide Briefe wurden von der Schweizer Post falsch behandelt. Der erste Brief ist immerhin teilweise gültig frankiert (CHF 2.00), das war vermutlich schon "mehr als genug", darum wären die 60 Rappen Pro Patria/Pro Juventute gar nicht nötig gewesen (=> hätten aber nicht abgestempelt werden dürfen - es ist ein Handstempel!). Der zweite Brief war völlig ungültig frankiert und hätte zu einer Nachtaxierung führen müssen. Es ist interessant, wie solche ungültig frankierte Post im Laufe der Jahrzehnte verarbeitet wurde! Das wäre wirklich auch eine genauere Studie wert. "Gefühlsmässig" würde ich einmal folgende Behauptung aufstellen: Im XX. Jahrhundert (das ist nun doch schon eine Weile her) sortierte die CH-Post frankatur-ungültige Marken noch recht zuverlässig aus. Das sehen wir an Tausenden von nachtaxierten Briefen. Wenn ein Absender früher solche Marken verklebte, machte er sich sehr unbeliebt, weil der Empfänger das Strafporto zahlen musste. In den letzten Jahren aber ist die Verarbeitungsgenauigkeit bei der Post dramatisch gefallen, zu ihrem eigenen Schaden. Heute wird Post in der Schweiz unbeanstandet transportiert, vermutlich interessiert sich kaum ein Mensch mehr um die Frage, ob eine Sendung korrekt frankiert ist. Das ist aber auch nicht weiter erstaunlich, denn heute wissen selbst Poststellenleiter ja oft kaum mehr, was eine Briefmarke ist (zugegeben, das ist jetzt etwas polemisch, und - bitte! - wirklich nicht böse gemeint/augenzwinkernd). Ein Poststellenleiter oder -angestellter ist heute ja eher Coach eines Gemischtwaren-Ladens, der Kioskartikel und Lose verkaufen muss und nebenbei noch Versicherungen abschliessen sollte und anderen Unfug mehr erledigen muss, aber das ist ein anderes Thema. (jetzt bin ich hoffentlich nicht in ein Wespennest getreten). Bestimmt wird der Frankaturdisziplin heute weniger Beachtung geschenkt, als früher. Dabei sind die neuen Briefsortieranlagen bestens ausgerüstet und können dank der Digitalisierung ungültige Briefmarken mehr oder weniger problemlos aussortieren. Letztlich geschieht dies aber offenbar (trotz der Möglichkeit) nur selten, und so erreichen sehr viele unzulässig frankierte Briefe heute ihren Empfänger ohne jede Beanstandung. Früher waren selbst die Brief-Austräger philatelistisch hellwach und meldeten der Poststelle, wenn ein Brief ungültig frankiert war. Es gab viele Pöstler, die kontrollierten jeden Brief mit Adleraugen, bevor sie ihn ablieferten! Heute darf man froh sein, wenn der Brief-Austräger den Weg zum Briefkasten noch findet und die Post zuverlässig verteilen kann. Briefmarkenkenntnisse hat heute von ihnen praktisch keiner mehr, das muss wohl nüchtern so konstatiert werden. Ich wage einmal die Behauptung, dass heute von 100 unzulässig frankierten Briefen ca. 70 unbeanstandet durchschlüpfen. 1980 lag diese Quote vielleicht bei 5 %, eher noch tiefer. Bei vielen Gemeinden lag sie praktisch bei Null! Aber, wie gesagt, das sind keine wissenschaftlich untermauerten Zahlen, sondern nur meine persönlichen Erfahrungszahlen. Heinz
Heinz 7 Am: 01.02.2019 22:35:50 Gelesen: 26381 # 6
@ briefmarkenwirbler24 [#4] Anbei zeige ich einen Brief, der vom Absender absichtlich attraktiv gestaltet wurde: Pro Juventute Marke (Wohltätigkeitsmarke) mit Zuschlag, von 1975, 43 Jahre alt! Sogar mit Bogenrand mit Inschrift (= Zusatzwert), daneben noch eine Marke aus der Uralt-Serie "Technik und Landschaft", von 1949(!), also 69 Jahre alt, als der Brief versandt wurde (März 2018). Beide Marken waren 2018 voll frankaturgültig, siehe Beitrag 1 (Einführung von Jacques). Das Porto entsprach dem gültigen Tarif für B-Post (langsamer). A-Post hätte CHF 1.00 gekostet. Viele Briefmarkenvereine frankieren ihre Post attraktiv für ihre Briefempfänger. In diesem Fall wurde der Brief an einer Poststelle aufgegeben, die noch von Hand stempelte. Heinz
briefmarkenwirbler24 Am: 02.02.2019 19:05:16 Gelesen: 26322 # 7
@ Heinz 7 [#5] Hallo Heinz, ich bin diesbezüglich der gleichen Meinung wie Du, ich habe ja ebenfalls in meinem Post die These aufgestellt, dass sich die Postbeamten in der Schweiz (oder generell heutzutage) mittlerweile wohl eher weniger damit auseinandersetzen, welche Frankaturen bzw. welche Marken überhaupt noch gültig sind. Man könnte man ja im Urlaub dort mal versuchen eine Rayon zu verkleben, mal sehen, ob es dann wenigstens auffallen würde. :D Liebe Grüße Kevin
achim11-76 Am: 03.02.2019 10:14:14 Gelesen: 26275 # 8
Ich sehe das ganz anders. Für die Dienstleistung ist ja irgendwann mal bezahlt worden und die willkürliche Ausserkurssetzung ist eigentlich das Falsche. :) Zu D-Markzeiten war es doch auch ein Volkssport, die ungültigen Berlin und Bundmarken zu verkleben. Die sind meistens durchgerutscht. :)
merkuria Am: 03.02.2019 18:24:15 Gelesen: 26234 # 9
@ briefmarkenwirbler24 [#4] @ achim11-76 [#8] Dieser Thread soll keine "ertrogenen" Frankaturen zeigen, sondern Poststücke, die legal mit noch gültigen Uraltmarken der Schweiz ordnungsgemäss freigemacht wurden. Dazu zählen die Beiträge [#1], [#2], [#3] und [#6]. Grüsse aus der Schweiz Jacques
merkuria Am: 07.02.2019 19:13:25 Gelesen: 26135 # 10
Einfacher Inlandbrief C6, B-Post bis 250 g von Bern-Bethlehem nach Seltisberg, Aufgabe 18.-23.12.2003 mit Postgebühr 70 Rp. Frankatur: 1x Mi Nr. 531 (10 Rp von 1949) und 1x Mi Nr. 700 (25 Rp von 1960) sowie 1x Mi Nr. 1103 (35 Rp von 1977) Grüsse aus der Schweiz Jacques
briefmarkenwirbler24 Am: 31.03.2019 18:39:02 Gelesen: 25973 # 11
Hallo zusammen, dieser Beleg wurde frankiert mit 2 x Mi.Nr. 739 (1961, aus dem Satz "Evangelisten") und Mi.Nr. 1745 (2000, "Freimarken Tourismus). Liebe Grüße Kevin
Seku Am: 11.05.2020 21:40:45 Gelesen: 25391 # 12
Schweiz Stempel Briefzentrum Härkingen 07.05.20 mit Marke aus 1964 (!) Mi.-Nr. 602 - Ab Mi.-Nr. 791 sind zur Zeit alle Briefmarken in der Schweiz unbegrenzt frankaturgültig. Die hier gezeigte Mi.-Nr.602 ist und war zum Zeitpunkt ihrer Verwendung am 7.05.2020 nicht mehr gültig, hätte also von der PTT beanstandet werden müssen. Die Absenderin schreibt nach Rückfrage dazu: Ich habe noch relativ viele solche Briefmarken. Mein Grossvater hatte die gesammelt. Ja, in der Schweiz wären eigentlich Marken ab JG 1968 noch gültig. Es interessiert aber niemand auf der Post, habe schon X Briefe mit älteren Marken als 1968 versendet, nichts ist passiert. Schöne Tag und Grüsse K... D... Ich wünsche einen schönen Abend Günther
drmoeller_neuss Am: 11.05.2020 22:40:30 Gelesen: 25367 # 13
@ Seku [#12] Die Schweizer Marken sind noch gültig, siehe hier die offizielle Liste der Schweizer Post mit allen gültigen Wertzeichen [1]. Es geht noch älter, die über 80 Jahre alten Franken-Werte sind auch noch gültig. [1] https://www.post.ch/static/Post/PostDoc/medien/gueltige_wertzeichen.pdf
Seku Am: 12.05.2020 06:46:06 Gelesen: 25322 # 14
@ drmoeller_neuss [#13] Guten Morgen am Niederrhein, die Bemerkungen zur Gültigkeit der gezeigten Marke stammen von einem Mitglied (Schweizkenner) sowie dem Absender des Briefes aus Bern. Könnte es sein, dass Dein Verzeichnis der schweizer Post nicht mehr aktuell ist ? Ich sehe da eine Jahreszahl 2005. Ich wünsche allen einen schönen Tag Günther
drmoeller_neuss Am: 12.05.2020 08:54:48 Gelesen: 25307 # 15
@ Seku [#14] Du kannst gerne einen Hinweis an die Schweizer Post schicken, das nach Deiner Meinung nach veraltete Dokument von ihrer Webseite zu nehmen. :) Oder mache gleich eine Eingabe an den Nationalrat, dass dieses Verfahren zu viel Steuermittel kostet, und andere Nachbarländer auch nicht so grosszügig sind. :( Im übrigen hat auch die "Baseler Taube" letztes Jahr die Gültigkeit der schweizer Marken bestätigt. Und mein Frankaturaufkäufer vor zwei Monaten auch. :) Es geht ja noch weiter: Bis zu 50 Franken kannst Du alle alten gültige Marken gegen Marken aus der aktuellen Dauerserie am Postschalter in der Schweiz umtauschen, darüber hinaus geht es nur über ein Umtauschbüro der Post in Basel, die eine Gebühr von 10%, mindestens aber 25 Franken, einbehalten. Das ist natürlich praktisch für hohe Werte wie 10 oder 20 Franken. Das führt zur Konsequenz, dass Schweizer Frankaturware zu einem anständigen Kurs angekauft wird, und die Wertstufen keine Rolle spielen. Ich hätte auch kein Problem mit einer begrenzten Gültigkeit. Gutscheine aus dem Baumarkt und Strassenbahnfahrscheine sind auch nur drei Jahre gültig.
achim11-76 Am: 12.05.2020 16:00:01 Gelesen: 25255 # 16
Wer kann eine schweizer Marke aus den 30er Jahren aus der aktuellen Post zeigen ?
drmoeller_neuss Am: 12.05.2020 16:49:03 Gelesen: 25237 # 17
@ achim11-76 [#16] Die hohen Frankenwerte aus dem Jahr 1938 werden auch mit Falz noch über dem Frankaturankaufspreis gehandelt. Ich hatte aber schon Briefe aus der Schweiz mit Werten der Dauerserie von 1941, von der einzelne Wertstufen nicht höher als Frankatur gehandelt werden. Sie sind der Schere zugunsten von Kiloware zum Opfer gefallen. Man kann nicht alles aufheben. Off-topic: in USA Frankaturware hatte ich zuletzt einen Wert aus der Columbus-Serie von 1896 zu 5 Cent. Aus den USA ist Frankaturaufbrauch mit Marken aus den 30er Jahren keine Seltenheit. Off-topic 2: Noch nach Einführung des Euros hat die französische Zentralbank auch ältere Geldscheine in Euro umgetauscht. Über eine Bekannte im Saarland hatte ich das genutzt und auch die vorherigen Serien wurden noch anstandslos eingelöst, wenn sie in den Listen der Zentralbank abgebildet waren. Der älteste umtauschfähige Geldschein war ein 5-Franc Schein kurz nach der französischen Revolution (1789), für den es beim Umtausch etwa 0.8 Eurocent gab (100 alte Franc = 15 Eurocent). Freundlicherweise hatte die Zentralbank aber an dieser Stelle den Hinweis angebracht, dass Händler womöglich mehr als 0.8 Eurocent geben. :)
Christoph 1 Am: 12.05.2020 18:04:23 Gelesen: 25221 # 18
@ Seku [#12] @ drmoeller_neuss [#15] @ achim11-76 [#16] ich verweise zu dieser Frage auf ein bereits bestehendes Thema der philaseiten: [in welches verschoben wurde] Dorthin könnten m.E. auch die Beiträge ab [#12] verschoben werden. Viele Grüße Christoph [Beiträge [#12] bis [#18] redaktionell verschoben ais dem Thema "Kuriose Briefe, Postkarten und Frankaturen"]
drmoeller_neuss Am: 12.05.2020 18:42:56 Gelesen: 25192 # 19
An dieser Stelle sei auch der Kommentar angebracht, dass die Schweizer Dauerserien selbst zu den Langläufern gehören. Besagte und noch gültige 10-Franken-Marke von 1938 findet sich noch auf Paketkarten aus den 60er Jahren, und die spätere 20-Franken-Marke Evangelisten gab es bei der Post auch fast 40 Jahre lang zu kaufen. Man muss der Schweizer Post zu Gute halten, hier nicht die Philatelisten abgeschröpft zu haben, im Gegensatz zu anderen Ländern. Im Gegenteil, der kleinste Wert aus der Evangelisten-Serie zu drei Franken wurde irgendwann nicht mehr aufgelegt, mit der Begründung, dass man das Papier für den Nachdruck der 20-Franken-Marke möglichst lang aufsparen wollte. Gegen die Schliessung der Schweizer Wertzeichendruckerei in den "Nullerjahren" war aber auch kein Kraut gewachsen.
Seku Am: 12.05.2020 20:05:23 Gelesen: 25171 # 20
@ [#12] Sorry, die Mi.-Nr. der Marke war ein Tippfehler. Es ist richtig die Mi.-Nr. 802. Habt alle einen schönen Abend Günther
Heinz 7 Am: 26.06.2020 16:51:55 Gelesen: 24951 # 21
Vor 53 Jahren kostete ein gewöhnlicher Inland Brief in der Schweiz 10 Rappen. Ab 1.11.1967 verteuerte sich der Tarif auf 20 Rappen. Vor 53 Jahren gab die Schweizer Post eine Serie Sondermarken "Pro Patria" heraus. Sie bestand aus 4 Werten: 10, 20, 30 und 50 Rappen. Die Marken wurden in sehr grossen Auflagen gedruckt und von unzähligen Menschen gekauft: zu Sammelzwecken und natürlich auch zum Frankieren! Damals gab es noch keine emails und SMS! Selbst der höchste Wert der Serie hatte damals eine Auflage von über 5,7 Millionen Stück! Eine 50 Rappen-Marke der Serie "Pro Patria 1967" (Michel Nr. 857) als zeitgemässe Briefverwendung findet man heute trotzdem nicht ohne Weiteres. 2020, also 53 Jahre nach der Verausgabung der Briefmarke, erhalte ich nun diese Massensendung eines Philatelie-Hauses. Der Sondertarif (nur 50 Rappen; ein Normalbrief kostet heute 85 Rappen, A-Post sogar 1 Franken) macht es möglich, dass diese Marke nun als portogerechte Einzelfrankatur ankommt. Da die Marke zufällig auch "richtig" aufgeklebt wurde, damit sie vom Maschinenstempel sauber getroffen wurde und daraus fast ein Vollstempel resultiert, freut jeden Philatelisten. Dies umso mehr, als der Brief nahezu makellos bei mir eintraf. Eine Sammlung von schönen Bedarfsbriefen aufzubauen, darauf freue ich mich schon im Voraus. "Arbeit" für die nächsten 30 Jahre ist gesichert. Heinz
merkuria Am: 05.02.2021 13:08:23 Gelesen: 23681 # 22
Es gibt sie noch – aber ganz ganz selten: sauber entwertete und beim Transport nicht beschädigte Briefbelege der Schweizer Post! Hier ein Exemplar aus der heutigen Tagespost: Einschreibebrief 9 g von 4460 Gelterkinden nach 4411 Seltisberg (beides Kanton Baselland), Aufgabe 4. Februar 2021 Frankatur CHF 5.30 in Briefmarken + CHF 1.00 im Einschreibe-Label = CHF 6.30 Frankatur mit 2x Mi Nr. 968 (1972), 2x 986 (1972) und 1x 1098 (1977) Grüsse aus der Schweiz Jacques
Heinz 7 Am: 13.02.2021 13:00:52 Gelesen: 23493 # 23
@ merkuria [#22] Das altehrwürdige Briefmarken-Haus Zumstein hat auch eine nicht regelkonforme Frankatur verwendet. Die 80 Rappen Pro Patria Marke von 1982 (= Michel 1226) ist okay, diese ist unbeschränkt frankaturgültig. Aber die Pro Juventute Marke 5 (+5) Rappen von 1948 (! - Michel Nr. 514) war nur gültig bis zum 31. Mai 1949. Also ist diese Marke seit mehr als 70 Jahren nicht mehr gültig. Früher wäre eine solche Frankatur gnadenlos austaxiert worden, aber heute sind die Postdienste mit Anderem beschäftigt. Heinz
Heinz 7 Am: 19.06.2021 14:39:28 Gelesen: 22409 # 24
@ merkuria [#1] Ich freute mich, als ich diese Post erhielt. Die Frankatur besteht aus Schweiz 1941 - Zumstein Nr. 246 (Michel Nr. 380). Beim Eintreffen des Briefes war die Marke fast 80 Jahre alt! Die Marken dieser Ausgabe "Historische Bilder" sind unbeschränkt frankaturgültig. Sonnige Grüsse Heinz
Bendix Gruenlich Am: 29.11.2021 10:47:42 Gelesen: 21348 # 25
In einem kleinen Nachlass fand ich folgenden bemerkenswerten Belegausschnitt. Zuschlagsmarken aus den 1990ern, Freimarken aus den 1980ern und einen schönen Viererblock Heerführer aus dem Jahr 1941, verwendet 72 Jahre nach Erstausgabe (erhaben: prächtiger Stichtiefdruck auf gefärbten Papier). Gut handgestempelt in Schaffhausen anno 2013, Einschreiben von der Schweiz nach Deutschland für fürstliche CHF 10,90. 1 Franken 1941 dürfte fünf Inlandsbriefen in der Schweiz entsprochen haben (die würden heute CHF 4,25 -B Post / CHF 5,00 A-Post kosten) – das waren also keine Kleinstwerte. Höre ich da Kritik, dass sei ja gar keine zeitgerechte Verwendung? Also, ich finde das nur gerecht, dass man für die gezahlte Leistung, dann auch mal die Gegenleistung (Verwendung) einfordern darf. Und Gerechtigkeit sollte ja allzeit am Platze sein. Schön, das so etwas möglich ist! Bitte nicht mit vergleichbaren deutschen Briefmarken nachmachen! Denen ist leider spätestens 2002 die Puste ausgegangen („Superdeutschland“ macht mal wieder schlapp - würde ich übrigens sofort zurückdrehen, wenn ich König von Deutschland wär). Und wenn Ihr heute die Freimarkenserie 1941 aufkleben würdet, könnte es auch ins Gefängnis gehen (zum Portobetrug käme noch die Verbreitung verfassungsfeindlicher Symbole / Inhalte hinzu - ob es in der Kombination dann noch Bewährung geben würde?).
Bendix Gruenlich Am: 12.12.2021 20:49:42 Gelesen: 21108 # 26
Dann fiel mir noch im Rahmen in einer großzügigen Zuwendung (das freut einen doch, dass da an einen gedacht wird) von ca. sechshundert frankierten Bedarfseingängen aus drei Haushalten in der Schweiz der letzten Jahre das folgende auf: Wir haben ja schon festgestellt, dass Spätverwendungen in der Schweiz vorkommen können. Sie sind gemäß meiner Stichprobe auch häufig (ca. 4% im Posteingang dieser drei Haushalte, keine Briefmarkensammler), und zwar auch verwendet zu gewerblichen Zwecken (Prospekt- und Rechnungsversand durch Handwerker, Hotellerie etc.). Dabei klebten die Marken gewerblicher Absender auf Selbstklebeetiketten. Die Etiketten wurden dann auf die Briefe geklebt. Das war doch ein Hinweis auf eine organisierten / gewerbliche Aktivität. Ich bin der Sache nachgegangen (online-Recherche) und habe zwei Adressen gefunden, u.a. http://www.frankaturshop.ch. Ergebnis: In der Schweiz werden vorsortierte Bestände gummierter Marken zu ca. 70% der Nominale angekauft. Der Aufkäufer konfektioniert diese weiter und zwar auf die gewünschte Wertstufe (z.B. wie hier gezeigt Schweizer B-Post Inland) und versammelt die dazu nötigen Marken auf einer Klebeetikette. Die kann der Käufer dann wie eine selbstklebende Marke einfach auf den Brief draufkleben. Die Etiketten gibt es auch für den Paketversand (davon können wir in Deutschland natürlich nur träumen, weil die Deutsche Post durch die künstliche Trennung der Deutsche Post AG vom Paketdienst, der von deren 100%-Tochter DHL wahrgenommen wird, die Verwendung von Briefmarken natürlich ausschließt. Ärgerlich). Für die Marken muss der Käufer 92% der Nominale zahlen. Die Angaben sind Stand November 2021.
Heinz 7 Am: 26.05.2022 11:44:28 Gelesen: 19714 # 27
@ Bendix Gruenlich [#25] Das ist eine schöne Verwendung (Michel 382). Schade, dass es nur noch ein Briefausschnitt ist, und kein ganzer Brief mehr. Ich habe mich gefreut, als ich die unten gezeigte Post erhielt. Das liegt zwar in erster Linie am Inhalt des Briefes. Aber ich zeige hier nun den Umschlag. Die drei Zehnermarken, Michel Nrn. 531, wurden 1949 herausgegeben, also vor 73 Jahren. Es ist die Marke, die meines Wissens die grösste Auflage hatte aller Schweizer Briefmarken. Ihre Auflage betrug angeblich astronomische 2'209'363'000 Stück (circa). Das war bei der damaligen Bevölkerung eine Auflage von mehr als 500 Stück pro Einwohner. Heinz
merkuria Am: 24.01.2023 12:30:14 Gelesen: 17889 # 28
Und sie (10 Franken-Marke) werden doch noch auf Paketen gebraucht, wenn auch äusserst selten! Aus der heutigen Tagespost: Inland-Einschreibepaket bis 2 Kg mit Zustellung am nächsten Werktag nach der Aufgabe. Zustellporto = 9 Franken, Einschreiben mit Haftung bis 1.500 Franken = 2 Franken, ergibt 11 Franken. Aufgabe Rothenburg/Luzern am Freitag 20.1.2023 um 17.53 Uhr. Auslieferung am Dienstag 24.1.2023 um 11.30 Uhr. Obwohl das Paket mit einem Porto-Zuschlag von 2 Franken für eine Zustellung am nächsten Werktag (Montag 23.1.) versehen war, wurde es erst am übernächsten Werktag zugestellt. Dies entspricht der Normalzustellzeit ohne Aufschlag von 2 Franken! Das Paket wurde auf einer Unterlage vorfrankiert, bei der Aufgabe am Postschalter entwertet und die gestempelte Unterlage in die Schutzhülle eingefügt. Frankatur: 1x Mi Nr. 740 (10 Franken von 1961) und 1x Mi Nr. 1600 (1 Franken von 2016) Grüsse aus der Schweiz Jacques
drmoeller_neuss Am: 24.01.2023 12:54:21 Gelesen: 17882 # 29
@ merkuria [#28] Es wäre natürlich interessant, ob die 10-Franken-Marke heute noch am Schalter in Rothenburg/Luzern erhältlich ist. Zur Ehrenrettung der schweizer Post ist zu sagen, dass die hohen Werte der Evangelisten konsequent nachgedruckt wurden und selbst in den 90er Jahren noch am Schalter erhältlich waren. Trotz der langen Laufzeit wurde nur eine Papiersorte verwendet. Die Post war damals so anständig, und hat auf den Nachdruck des kleinsten Wertes der Serie zu 3 Franken verzichtet, damit noch genügend Papier für die anderen hohen Wertstufen zur Verfügung stand und die Sammler von einer Neuauflage auf anderem Papier verschont blieben.
merkuria Am: 14.02.2023 14:22:38 Gelesen: 17601 # 30
Aus der heutigen Tagespost: Standardbrief Format C5 bis 100 g, B-Post, Aufgabe 13. Februar 2023 von Reinach BL nach Seltisberg BL, entwertet im Briefzentrum 4621 Härkingen. Portogerechte Frankatur 90 Rappen mit Mi Nr. 381 von 1941. Dieser Beleg ist mit der Verwendung einer Marke nach 82 Jahren der momentane Rekordhalter dieser Rubrik! Grüsse aus der Schweiz Jacques
Wehinger Am: 02.03.2023 12:24:08 Gelesen: 17497 # 31
@ merkuria [#30] Hallo Jaques, als eifrige Mitleserin denke ich, dass es sich bei der gezeigten 90 Rappen Marke um die MiNr. 684 (schwarzrosa auf weißorange) vom 22.6.1959 handelt. Trotzdem eine sehr späte Aufbrauchsverwendung, die so als EF in der heutigen Zeit nicht oft anzutreffen ist. Liebe Grüße Christel
Wehinger Am: 02.03.2023 13:59:49 Gelesen: 17489 # 32
@ drmoeller_neuss [#29] Hallo Herr Dr. Moeller, ob die besagten Evangelisten-Marken heute noch an Schweizer Postschaltern zu bekommen sind, entzieht sich meiner Kenntnis. Umso mehr freut es mich, hier eine EF der MiNr. 740 auf einem B5-Brief zu zeigen. Die Frankatur entspricht mit einer leichten Überfrankierung einem B5-Auslands-Einschreibebrief in der Gewichtsklasse 51 - 100 g und wurde am 3.06.2019 in 5004 AARAU aufgegeben bzw. mit einem Handstempel entwertet. Das ist jetzt mittlerweile auch schon vier Jahre her, dürfte aber auch damals schon eine gewisse Seltenheit gewesen sein. Beste Grüße Christel
Eric Scherer Am: 02.03.2023 17:47:01 Gelesen: 17473 # 33
@ Wehinger [#32] Die Evangelisten gibt es seit mindestens dreissig Jahren nicht mehr. Heute wird fast ausschliesslich am Schalter mit Labeln frankiert.
Wehinger Am: 02.03.2023 18:24:26 Gelesen: 17460 # 34
@ Eric Scherer [#33] Hallo Eric, ich habe soeben Deinen Beitrag gelesen, verstehe aber nicht so richtig, was Du damit sagen möchtest? Das Thema lautet doch "Frankaturen mit postalischen Antiquitäten" oder liege ich hier falsch? Beste Grüße Christel
drmoeller_neuss Am: 02.03.2023 19:12:34 Gelesen: 17450 # 35
@ Wehinger [#34] Erics Beitrag ist wegen seiner Kürze vielleicht etwas missverständlich. Aber es gibt eben zwei Sorten von "postalischen Antiquitäten": 1. Das sind Marken mit einer langen Laufzeit am Schalter. Dazu gehören die Schweizer Evangelisten (die 10-Franken-Marke war über 30 Jahre unverändert am Schalter) oder einige andere Dauerwerte. Die 1-Pence-Marke aus Großbritannien brachte es fast auf 50 Jahre, die 25-Kronen-Marke aus Dänemark auf etwa 30 Jahre. 2. Die zweite Kategorie sind alte Marken aus Sammlungen, die noch gültig sind, aber schon lange vom Postschalter verschwunden sind. So habe ich einige Bedarfsbriefe aus den USA mit Marken vor dem zweiten Weltkrieg, die nach fast 100 Jahren als Frankatur aufgebraucht wurden.
Wehinger Am: 06.03.2023 12:13:25 Gelesen: 17409 # 36
@ Heinz 7 [#6] Hallo Heinz, auch von mir heute ein Beitrag zu dem interessanten Thema: Ein C6-Auslandsbrief des " Philatelistenclub PHOENIX " aus 4102 Binningen an den damaligen Vorsitzenden des Briefmarkensammlerbundes e.V. Grenzach-Wyhlen. Hübsch frankiert wurde er am 23.10.1996 mit drei aus unterschiedlichen längst vergangenen Ausgabejahren stammenden Marken, nämlich MiNr. 1100 (Ausgabe 1984), MiNr. 380 (Ausgabejahr 1941) und MiNr. 826 (Ausgabejahr 1965) zu insgesamt portorichtigen 90 Rappen. Verwendet wurde ein schöner Gelegenheits-Kreisstempel der Gemeinde Grossdietwil im Kanton Luzern. Ich denke, ein durchaus sammelwürdiger Beleg. Viele Grüße Christel
Bendix Gruenlich Am: 23.09.2023 21:33:00 Gelesen: 15386 # 37
Heute möchte ich Euer Augenmerk auf folgenden, wie ich finde, besonders gelungenen Brief lenken. Hier stimmt die Komposition - die interessante quadratische Form, die Schwere des Papiers, dessen auffälliges Relief, Auge und Tastsinn reizend. Aber damit nicht genug, denn es wurde auch die Frankatur auf das Gesamtbild angepasst, in dem die Marken, die ausgewählt wurden, farblich mit dem Umschlag korrespondieren, in dem die Marken verschiedene Grün- und Blautöne zitieren. Prachtvoll! Der Brief ging leider nicht an mich. Aber wäre das der Fall gewesen, ich hätte dem Inhalt größte Aufmerksamkeit zu Teil werden lassen. Folgende historische Artefakte wurden verwandt • Freimarke CHF 0,90 Postbeförderung von 1986 - Auflage unbekannt • Sondermarke Jahresereignisse II CHF 0,20 von 1980 - Auflage 24 Mio. Also keine Seltenheiten, aber schön anzuschauen, und darum geht’s uns Sammlern ja.
Heinz 7 Am: 22.10.2024 16:24:54 Gelesen: 12416 # 38
@ merkuria [#1] Dieses schöne Thema hat seit über einem Jahr keinen neuen Beitrag mehr gesehen, also ist es höchste Zeit. Anbei zeige ich einen Brief, der heute bei mir eintraf. Seit einiger Zeit kostet bei uns in der Schweiz ein Brief CHF 1.20, wenn er mit A-Post (= eilig) befördert werden soll. Die Briefgebühr ist also korrekt abgedeckt mit den zwei Briefmarken Zumstein Nr. 306+308 (Michel Nr. 538+540). Soweit, so gut. Bemerkenswert ist aber bestimmt, dass diese zwei Briefmarken ihren Ersttag vor über 75 Jahren hatten, nämlich am 1. August 1949! Unschön ist, dass der Brief von der Post nicht gestempelt wurde. Er lief zweifellos durch eine Stempelmaschine (davon zeugen die orangen Striche unten auf dem Brief), aber warum eine Abstempelung unterblieb, weiss ich nicht. Vermutlich erkannte die Stempelmaschine diese Marken nicht als frankaturgültig an? Ich kann mir das höchstens so erklären: die Grundmarken wurden auch für Dienstmarken verwendet, die mit verschiedenen Überdrucken (z.B. "Officiel") versehen wurden. Die Dienstmarken dürfen von Privatpersonen nicht genutzt werden. Hier liegt aber jeweils die Grundmarke vor (eine Dauermarke der Serie "Technik und Landschaft"), ohne Überdruck, und diese sind bekanntlich unbeschränkt gültig. Ich vermute nun, dass mein Brief zuerst maschinell aussortiert und danach manuell nachbearbeitet wurde. Der Sachbearbeiter (Postbeamte) hätte dann die Marken manuell nachstempeln sollen; immerhin akzeptierte er sie - korrekt - als frankaturgültig. Vielleicht erklärt dies auch die lange Beförderungszeit? (Aufgabe war am Freitag, der Brief hätte also am Samstag, spätestens Montag bei mir sein sollen). Ein sammelnswerter Beleg. Danke, Absender! Heinz
drmoeller_neuss Am: 22.10.2024 17:41:59 Gelesen: 12375 # 39
@ Heinz 7 [#38] Ich gehe davon aus, dass die Briefautomation die Marken nicht erkannt hat, da die Marken nicht fluoreszieren. Die Marken sind aber ohne Einschränkung gültig, und warten schon sehnsüchtig auf die nächste Runde. Ich habe von der schweizerischen Post eine Broschüre mit den Abbildungen aller gültigen Marken: Die Dauermarken ab 1938 (Ausnahme: Flugpostserie), Sondermarken ab 1961 und Zuschlagsmarken ab 1964 und Ganzsachen ab 1935. Vielleicht hat es der Briefträger nicht übers Herz gebracht, die Marken mit dem Kugelschreiber zu entwerten. Böser Briefträger. Hätte er sie vorschriftsmässig durchkreuzt: auch böser Briefträger. Natürlich würde das ganze keinen Sinn ohne den harten Schweizer Franken machen. In Italien stellt sich nicht die Frage, ob eine 40-Lire-Marke von 1963 noch gültig ist. Der Gegenwert wäre ohnehin nur zwei Eurocent.
Heinz 7 Am: 23.10.2024 18:09:55 Gelesen: 12274 # 40
@ drmoeller_neuss [#39] Danke für die Reaktion. Ich denke, im Briefverteil-Zentrum hätten die Marken von Hand gestempelt werden sollen, wenn denn die Maschine den Brief ungestempelt aussortiert. Jacques hat in seinem Beitrag einleitend gesagt, welche Schweiz Briefmarken unbeschränkt kursgültig sind. Er nannte 1938 als ältesten Termin; nun erwähnst Du Ganzsachen, die sogar seit 1935 unbeschränkt gültig sind? - Kannst Du uns ein so altes Exemplar zeigen (Du, oder ein(e) andere(r) Leser(in)? Ja, ich habe mir auch überlegt: das sähe interessant aus, ein Rückblick um 75 Jahre, ins Jahr 1949. Was ist seither geschehen? Schweiz: Der oben gezeigte Brief hätte 1949 10 Rappen gekostet, nun CHF 1.20, also nominell "nur" Faktor 12 höher. Noch beeindruckender wird diese Zahl, wenn wir uns vor Augen führen, dass bereits ab 1.1.1918 ein Brief 10 Rappen kostete; also vor 106 Jahren! Ich denke, das gibt es wirklich nur in der Schweiz. Die meisten Länder hatten Währungsreformen, Inflationen undundund... Noch ein weiteres Beispiel eines alten Wertes. Dieser Einschreibe-Brief nach Deutschland kostete 2024 CHF 10.00; da konnte ich diesen alten Wert von 1961 (Serie "Evangelisten", Zumstein Nr. 383, Michel Nr. 740) verkleben. Früher durfte man hohe Werte gegen tiefere Nominale austauschen, heute geht das nicht mehr. Die zwei Werte CHF 10 und CHF 20 (Zumstein Nrn. 383+384) können also nur für hochpreisige Sendungen verwendet werden. Freundliche Grüsse Heinz
angim Am: 23.10.2024 19:40:51 Gelesen: 12254 # 41
@ Heinz 7 [#40] Was mit Briefmarken funktioniert, funktioniert mit Banknoten allerdings nicht: In der Familie gab es noch eine kleine Urlaubskasse mit einem niedrigen vierstelligen Betrag Schweizer Franken. Die Noten waren aus den späten 1990-ern, wenn ich mich richtig erinnere. Da das Geld nicht mehr benötigt wurde, wollten wir es in Euro umtauschen. Dann kam der Schock: Diese Noten sind ungültig, Umtausch nur noch in der Schweiz möglich! Wir haben dann jemanden gefunden, der auf der Reise nach Süden einen kleinen Abstecher gemacht hat. Viele Grüße Thomas
Stefan Am: 24.10.2024 09:05:41 Gelesen: 12189 # 42
@ Heinz 7 [#40] Ich denke, das gibt es wirklich nur in der Schweiz. Die meisten Länder hatten Währungsreformen, Inflationen undundund... Ein weiterer Kandidat zum Thema Land ohne Währungsreform wären die USA, vielleicht noch Kanada. ;-) Grundsätzlich hast du recht, dass die meisten Staaten der Erde im 20. Jahrhundert im Verlauf der Zeit mindestens ein Mal die eigene Währung wechselten. Gruß Stefan
Heinz 7 Am: 12.11.2024 18:36:47 Gelesen: 11724 # 43
Stolze 313 Jahre Geschichte begegnen uns bei dem folgenden Brief: Die CHF 1.20 wurden freigemacht mit folgenden Briefmarken: Michel Nr. 533 II - Jahrgang 1949 - also 75 Jahre alt (20 Rp.) Michel Nr. 534 - Jahrgang 1949 - also 75 Jahre alt (25 Rp.) Michel Nr. 768 - Jahrgang 1963 - also 61 Jahre alt (5 Rp.) Michel Nr. 771 - Jahrgang 1963 - also 61 Jahre alt (30 Rp.) Michel Nr. 1257 - Jahrgang 1983 - also 41 Jahre alt (40 Rp.) Zusammen ergeben die 5 Marken also ein Alter von 313 Jahren. Die 20-Rappen-Marke ist eine der am häufigsten gedruckten Marken der Schweiz. Sie hatte die fast unvorstellbar grosse Auflage von 1'558'240'000'000 Stück. Und das bei einem so kleinen Land wie der Schweiz. Die Schweiz zählte 1941 erst 4'265'703 Einwohner. Heute sind es mehr als doppelt so viele (über 9 Millionen). Rein rechnerisch entfielen also auf jeden Kopf der Bevölkerung 1941 365 solche 20 Rappen-Marken! Damals war die Briefmarke ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Schöne Grüsse Heinz
merkuria Am: 15.11.2024 11:48:29 Gelesen: 11558 # 44
@ Heinz 7 [#43] Und so sieht das Prachtstück, dass ich als Empfänger entgegennehmen durfte, nach der Postbeförderung aus! Um eine solche Belegequalität zu bekommen, bedarf es bei der Aufgabe auch besonderen Vorkehrungen vom Aufgeber als auch bei der Post: Der Aufgeber muss dieses Poststück am Schalter aufgeben, mit der Bitte um saubere Entwertung durch die Poststelle. Die entgegennehmende Poststelle gibt diesen entwerteten Brief weiter an das Briefzentrum, welches aber den Hinweis erhalten muss, dass dieser Beleg nicht mehr durch die automatisierte Entwertungsanlage des Briefzentrums laufen soll. So wird vermieden, dass keine weitere autom. Entwertung angebracht wird, welche einen solchen Beleg total verunstalten würde! Es ist nicht einfach - aber möglich. Vielen Dank an Heinz für die tolle Frankatur! Grüsse aus der Schweiz Jacques
10Parale Am: 18.11.2024 10:55:42 Gelesen: 11414 # 45
@ merkuria [#44] @ Heinz 7 Die Schweiz ist für mich in vielen Bereichen ein Vorbild von Präzision, Ehrlichkeit und Neutralität. Ehrlichkeit zeigt sich in der Philatelie. Während die deutsche Post die Frankaturgültigkeit mal schnell über Bord kippte wie ein Haufen Schrott, bleibt es in der Schweiz beim einem sehr wichtigen Grundsatz, nämlich, das Eigentum zu schützen und zu wahren. Hier ein weiterer Beleg mit einer PRO PATRIA Antiquität aus dem Jahr 1964, sie zeigt Johann Georg Bodmer (1786 - 1864), ein begabter Schweizer Mechaniker, der die Wasserkraft im Schwarzwald nutzte, um seine Produkte zu erzeugen - hier Zumstein B118. Liebe Grüße 10Parale
volkimal Am: 26.11.2024 20:50:08 Gelesen: 11188 # 46
Hallo zusammen, ein Brief aus Samnaun Dorf vom 07.06.2021: Frankiert ist der Brief mit 2,90 Franken. Verwendet wurden die Marken MiNr. 802 (1964), MiNr. 834 (1966), MiNr. 1128 (1978) und MiNr. AT10 (1996). Damit stammen die Marken aus einem Zeitraum von 32 Jahren. Die älteste Marke war zum Zeitpunkt des Briefes 57 Jahre alt. Viele Grüße Volkmar
Bendix Gruenlich Am: 27.01.2025 22:37:54 Gelesen: 10798 # 47
Freunde von mir sind Skifahren. Entgegen meiner Prognose kommt die Karte nicht aus dem Krankenhaus, die Knochen sind noch heil. Wo die die Marken herhaben? Nun, ich habe da geholfen und denen für ihre Urlaubsgrüße etwas mit auf den Weg gegeben. Denn ich habe vor deren Reise ordentlich die Backen aufgeblasen (…na klar kann ich Euch da was mitgeben…), gucke in mein Album nach Dubletten und fand das zu meiner eigenen Überraschung fast leer vor. Au weia, was tun? Rasch habe ich über ppa etwas zu ca. 90% ohne Zuschläge nachgeordert. Dabei waren auch ein paar Blöcke Nr. 20 von 1965 bei, die waren fehlgelagert (…nie die Alben übereinander lagern, sondern druckfrei aufrecht stellen…), so waren an den Blockrändern Spuren von Albenpapier. Also wenn das so ist, dann tretet mal Euren Dienst an, ihr guten alten Stücke. Ich hoffe, ihr seid trotz eurer 60 Jahre noch in Form. Allerdings hatte die Schweizer Post einen schlechten Tag. Gut, Briefzentrumsstempel, damit muss man in der Schweiz halt rechnen (haben meine Freunde also in den Briefkasten geworfen, die Karte). Für Samnaun ging es dazu nach Untervaz (118 km) in das regionale Postzentrum. Wir sehen einen Maschinenstempel. Na super, der Entwerter ist glasklar, der Stempelkopf ist aber leider nur teilweise abgeschlagen (und dass obwohl es die Marken im Rastertiefdruck einem doch wirklich leicht machen). Nun, da die Frankatur so großflächig war, ist die Karte aussortiert worden und noch bei den nicht getroffenen „pro juventute“-Marken mit einem Handstempel versehen worden. Wann das Ding jetzt gestempelt wurde, ist leider immer noch nicht sicher beurteilbar, da der Tag nicht klar erkennbar ist. Wie schade, gerne hätte ich die Postlaufzeit gemessen (Eingang bei mir am 27.01.25 - selten, dass sich der Postbote mal an einem Montag sehen lässt). Erwähnen möchte ich noch, dass der Block 20 mit einem Zuschlag von 900% verkauft wurde (Frankaturwert CHF 0,30 / Verkaufspreis CHF 3,00). Gab es da nicht mal ein Reglement, dass solche Ausgaben als philateliefeindlich anzusehen seien, und daher nicht auf Ausstellungen zu zeigen wären? Ich kann da heute keine Rücksicht drauf nehmen - gelaufen ist schließlich gelaufen.
Heinz 7 Am: 22.02.2025 09:30:53 Gelesen: 10545 # 48
@ Bendix Gruenlich [#47]

Ich möchte darauf hinweisen, dass diese 4 Marken zwar schon recht alt sind (1965+1998), aber alle noch frankaturgültig sind.

Es gibt hingegen auch ab und zu Briefe, die sind mit wirklich ganz alten Briefmarken freigemacht. Anbei ist so ein Brief



Die Marken darauf sind - nach Michel:

Nr. 731 - 1961
Nr. 722 - 1960
Nr. 161 - 1921 (!)
Nr. 487 - 1947
Nr. 656 - 1958

Alle diese Briefmarken sind nicht mehr frankaturgültig. Trotzdem beförderte die Post den Brief ("portogerecht" - 1 Franken) ohne Erhebung einer Nachporto-Gebühr.

Heinz
merkuria Am: 21.03.2025 13:47:08 Gelesen: 10103 # 49
Mit der Tagespost erreichte mich heute untenstehender Beleg. Inlandbrief Economy (B-Post) bis 100 g von Dornach (Kanton Solothurn) nach Seltisberg (Kanton Basel Landschaft), Aufgabe am 18. März 2025. Frankatur: Mi Nr. 727 (5 Rp von 1961, 64 Jahre alt), 803 (5 Rp von 1964, 61 Jahre alt) und 1250 (80 Rp 1983, 42 Jahre alt) = 90 Rappen. Der B-Post-Brief kostet seit 1.1.2024 jedoch 1.00 CHF, womit dieser Beleg von der Post unerkannt um 10 Rappen unterfrankiert befördert wurde! Grüsse aus der Schweiz Jacques
Bendix Gruenlich Am: 31.07.2025 21:11:00 Gelesen: 7672 # 50
@ Heinz7 + merkuria Offenbar handelt es sich um den Briefmarkensammlerverein Birseck [#48] und [#49] um eine kriminelle Vereinigung, so oft wie die sich an bei der Frankaturgültigkeit irren (aber klar, mir gefällt es auch - schade, dass es die partielle Außerkursetzung gibt). Heute aber ein Geständnis, ich habe es selbst auch probiert und bin 2003 aufgeflogen (dürfte hoffentlich mittlerweile verjährt sein): Hier war ich sorgfältiger: Und kann ich mich noch erinnern, wo ich das Material herhabe (von wegen Provenienz-Forschung)? Kann ich tatsächlich: • Die Marken von 1965 habe ich Anfang der 2000er auf einer Briefmarkenmesse in Essen von einem Basler Händler zum Postpreis gekauft, muss veraphil gewesen sein, habe da für einen 20 Frankenschein zugeschlagen • Die Marken von 1990 waren ein Geschenk eines Kameraden während meiner Wehrdienstzeit in 1990, dessen Eltern Skifahren in der Schweiz waren (Viererblocks, sammle ich nicht, daher waren drei der vier Marken der Blocks vogelfrei, einen Satz habe ich natürlich noch. Nochmals merci vielmals!) • Die Zuschlagsmarken von 1962 stammen aus einer Tauschrelation aus den frühen 2000er-Jahren Und die sind dann alle zusammen mit ihrem Besitzer 2003 in Lugano aufgeschlagen, nachdem ich sie 1600 km durch Europa mitgeschleppt habe. Ich liebe Spätverwendungen! Bericht zum seinerzeitigen Besuch der Post in Lugano hier: https://www.philaseiten.de/cgi-bin/index.pl?PR=371601
Fredy Am: 13.12.2025 19:16:44 Gelesen: 5766 # 51
Hallo zusammen. Damit das Thema nicht einschläft, hier ein beinahe rekordverdächtiger Brief, der im Jahr 2014 unbeanstandet seinen Weg aus der Heimat von "mercuria" zu uns fand. Selbstverständlich war der Absender jemand anderes. Der Brief war zum damaligen Zeitpunkt für B-Post korrekt frankiert mit 85 Rappen, nur war die Werbemarken-Serie des Jahres 1958 (Mi.Nrn. 653-656) nicht mehr gültig. Die fünf Marken brachten schon im Verwendungszeitpunkt (2014) stolze 280 Jahre auf die Waage. Die Poststelle in Seltisberg hat sich bei der Entwertung ganz besondere Mühe gegeben, ohne auf die Gültigkeit der Postwertzeichen zu achten. Mich hat's jedenfalls gefreut. Beste Grüsse Fredy
Fredy Am: 13.12.2025 19:52:12 Gelesen: 5760 # 52
Und noch ein Müsterchen aus dem Jahr 2025: Ein Auktionslos wurde mir im Verlaufe dieses Jahres mit einer farbenprächtigen Frankatur zugestellt. 4 der 6 verwendeten Marken waren schon längst ungültig. Immerhin machten die beiden noch gültigen Marken 65 Rappen der Gesamtfrankatur von 110 Rappen aus. Für A-Post wären übrigens 120 Rp. und für B-Post 100 Rp. korrekt gewesen. So sieht der Umschlag aus: Die insgesamt 399-jährige Frankatur setzt sich zusammen aus: Mi.Nr. 637 von 1957 Mi.Nr. 638a von 1957 Mi.Nr. 1017 von 1974 (gültig) Mi.Nr. 750 von 1962 (gültig) Mi.Nr. 485 von 1947 Mi.Nr. 594 von 1954 Die Wertzeichen wurden nicht entwertet; der Brief enthält aber die charakteristische hellrote Codierungszeile. Schöne Grüsse Fredy
volkimal Am: 22.02.2026 13:44:10 Gelesen: 4343 # 53
Hallo zusammen, dieser Brief kam vor Ende letzter Woche bei mir an: Die Marken sind zwar nicht so alt, wie viele der schon gezeigten Briefe, sie bringen es aber auch schon auf 43 Jahre. Poststempel Eschlikon (TG) vom 17.02.2025. Viele Grüße Volkmar
22028 Am: 24.03.2026 09:59:13 Gelesen: 3451 # 54
Am Wochenende kam ein Brief von David Feldman mit u.a. 2 NABA 1971 Blocks frankiert.