
Altdeutschland Bayern Belege: Halbamtliche Flugpostkarten Bayern 1912


Ohne amtliches Postwertzeichen wäre Deine Luftpost-Privat-Ganzsache sowieso nicht von der Post befördert worden (Nachgebühr!).
In der einschlägigen Literatur über die Luftpostmarke Bayerns von 1912 und ihren Ganzsachen (alles halbamtlich) findet sich nichts über die von Dir gezeigte "Privat-Ganzsache".
Allerdings habe ich keinen Katalog über die Privatganzsachen Bayerns bis 1920.
Vielleicht weiß ein Sammlerfreund im Forum mehr. Ich bin mal gespannt.
Ich halte Deinen Beleg für ein Machwerk. Marke und Stempel gefallen mir nicht. Aber wie gesagt, es ist immer schwer eine konkrete Aussage zu treffen anhand eines scans.
hajo22
Vom Bayerischen Aeroclub wurden auch Privat-Ganzsachen herausgegeben, siehe Ferch-Katalog PP 27 = Michel SFP 1 und 2. Die sahen nur ganz anders aus.
Hier zwei Stück SFP 1 / 01. Die Farbe des blauen Wertstempels kommt in unterschiedlichen Tönungen vor. Die verschiedenen Varianten der Originale, lagen mir schon mehrfach vor.
[1]
[2]
Beste Grüße
Markus
Bildquellen:
[1] Auktionshaus Dr. Reinhard Fischer
[2] Philatelie Christoph Gärtner
Ein gestempeltes Exemplar mit Unterrand, Farbe etwas ausgeblichen.
Eine Flugpostkarte vom 21.10.1912 (habe leider die Rückseite nicht eingescannt, der waagerechte Streifen unten ist von der Einsteckkarte)
Die beiden echten Stempelabschläge von der Karte im Detail.
Beste Grüße
Markus

Die Luftpostsendungen konnten nur an den Orten, die den Flugpost-Sonderstempel führten (München und Nürnberg) aufgegeben werden. Flugpost-Wünsche von auswärts waren an ein Postamt in den beiden vorgenannten Städten zu richten. Die Poststücke wurden in München zentral dem Postamt 1 zugeführt (Sammelstelle) und dort mit dem Flugpost-Sonderstempel entwertet (i.d.R. am geplanten Flugtag). Gleiche Handhabung in Nürnberg.
Im Übrigen erfolgte die Ausgabe und der Verkauf der Flugpostkarten und -marken nicht durch die Post, sondern ausschließlich durch die vom Bayerischen Aeroclub bestimmten Verkaufsstellen.
Die Poststücke konnten nicht nur nach ganz Deutschland, sondern auch ins Ausland adressiert werden.
Wer mehr über dieses besonders reizvolle Thema wissen will, dem empfehle ich folgende Lektüre:
- Festschrift MÜGABA 87: 75 Jahre amtlich genehmigte Flugpost in Bayern" Autor: Hans M. Schedel, München;
- IBRA München 1973: "Die staatlich genehmigte Flugpost in Bayern" Autor: Horst Aisslinger, Aalen.
Originaler Zeitungsausschnitt der Münchner Neuesten Nachrichten vom Oktober 1912 (leider mit Fehlstellen) aus meiner Sammlung:
hajo22
Kann jemand den Nürnberger Stempel zeigen? Der ist seltener lt. Michel.
Grüße Oliver


Kommentare zu dem schönen Stück sehr erwünscht.
hajo22
Woran kann man das bitte erkennen? Vielen Dank!
Jan