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Nordrhodesien: Echt gelaufene Belege

Michael Mallien Am: 11.06.2018 19:44:55 Gelesen: 6532 # 1
Nordrhodesien oder auch Nord-Rhodesien entstand 1923 aus einem Teil der British South Africa Company. 1954 wurde es zusammen mit Süd-Rhodesien und Nyassaland zur Zentralafrikanischen Förderation (Rhodesien und Nyassaland), welche bis 1963 bestand. Bernd hat den weiteren Verlauf in dem Thema Die Nachfolgestaaten der Föderation Rhodesien und Nyassaland ausgezeichnet beschrieben [1]. Für Nordrhodesien erschienen von 1925 bis 1953 eigene Marken (MiNrn. 1-74) und nach Auflösung der Förderation 1963 weitere Ausgaben (MiNrn. 75-88), bevor das Land 1964 als Sambia unabhängig wurde. Belege aus Sambia werden in dem Thema [2] gezeigt. Ich eröffne mit einem Brief in die Schweiz vom 19.6.1939, frei gemacht mit 3 Pence (MiNr. 34). Der Beleg wirft Fragen auf. Unten links ist "Via England" vermerkt, aber ein entsprechender Beförderungsweg lässt sich auf dem Beleg nicht feststellen. Wurden 1939 Belege tatsächlich (auf Wunsch) über England geleitet? Der Vermerk rechts kennzeichnet vermutlich die Ankunft am 15. Juli 1939. Welcher Ort in der Schweiz wird adressiert? Ich kann die Schrift nicht so gut deuten. Viele Grüße Michael [1] https://www.philaseiten.de/cgi-bin/index.pl?ME=67254#M1 [2] https://www.philaseiten.de/cgi-bin/index.pl?ST=9347&CP=0&F=1
JanClauss Am: 26.07.2025 10:05:24 Gelesen: 964 # 2
Die Vermutung, dass das abgebildete Couvert über England in die Schweiz lief, kann ich nur unterstützen, und zwar in postalischer und politischer Hinsicht: 1. gemäß der Galtung´schen Zentrum-Peripherie-Theorie des Postkolonialismus, nach der ein Telefonat von Gambia (ex britisch) nach Senegal (ex französisch) seinerzeit technisch gesehen über London und Paris lief - der aufmüpfige Norweger Johan Galtung (1930-2024) hatte seine Glanzzeit als Publizist in den Jahren, als die Welt noch nicht digitalisiert war, und 2. aus praktischen Gründen der Land- See- und Luft-Wege gemäß der die Kolonialherrenverkehrswege immer über die eigene Hauptstadt liefen. Bei älteren postgeschichtlichen Belegen mit Durchlauf- und Ankunftsstempeln - mir liegen zahlreiche nach Dresden, Erfurt und Gotha vor - war dies zu 99 % des Postaufkommens wohl der Fall. Ausnahmen bestätigen wie immer die Regel: Britische Post aus Chinde (szt. in Portugiesisch Ostafrika mit Britischer Poststelle, heute Mosambik) über London hatte auch schon mal ein paar portugiesische Briefe dabei. Dies war aber Ausnahme und nicht Regel.