Das Herzogtum Braunschweig wurde 1814 nach dem Wiener Kongress in der Nachfolge des Fürstentums Braunschweig-Wolfenbüttel begründet. Nach der Novemberrevolution in Braunschweig von 1918 wandelte es sich in den Freistaat Braunschweig um.
Das Herzogtum Braunschweig besaß eine eigene Posthoheit, die bis zum 31.12.1867 dauerte. Anschließend deckte die Post im Norddeutschen Bund den Postverkehr ab, ab 1872 schließlich fanden im Herzogtum Braunschweig die Briefmarken und Ganzsachen des Deutschen Reiches Verwendung.
Im Gegensatz zu z.B. Bayern oder Württemberg wurden im Herzogtum Braunschweig nur wenige Ganzsachen in Form von Umschlägen in zwei verschiedenen Formaten gedruckt und auch verwendet. Zunächst waren die Wertstempel links oben auf dem Umschlag aufgedruckt, bei der letzten Ausgabe aus dem Jahr 1865 dann rechts oben. Es gab drei verschiedene Wertstufen in zwei unterschiedlichen Formaten und/oder unterschiedlichen Klappenstempeln am unteren Ende der Umschlagklappe. Bei meinem Brief kann man den Klappenstempel leider nicht erkennen, da der Brief dort gesiegelt worden war, wodurch der Klappenstempel weitgehend unsichtbar gemacht wurde.
Mein Umschlag zu 1 Groschen mit einem Wertstempel in dunkelrosa Farbe lief am 10.5.1867 von Holzminden nach Gandersheim; der rückseitige Ankunftstempel ist leider nur unzureichend abgeschlagen.

U 7B
Viele Grüße
Ingo
Ein kleiner Nachsatz:
Beim Stempeldatum bin ich mir unsicher, denn möglicherweise steht da nicht 1867, sondern 1860. Das ist aber nicht möglich bei einer Ganzsache, die erst 1865 erschienen ist. Wenn das aber wirklich so ist, dann handelt es sich entweder um einen Stempelirrtum (was ich vermute), oder aber um eine fehlerhafte Nachstempelung. Da der Brief aber wohl echt gelaufen ist (Ankunftstempel rückseitig), tendiere ich hier eher zu einem Stempelirrtum, dass also der Postbedienstete seinen Tagesstempel falsch eingestellt hatte.
Viele Grüße
Ingo
@ Cantus [#2]
Hallo Ingo,
das ist eindeutig 1867, mein Vergleichsstück zeigt die gleiche 7 nur etwas deutlicher.
Wenn ich wieder daheim bin werde ich ihn einscannen.
Du kannst aber auch bei stampX nachsehen, dort sind mehrere Holzminden aus 1867 gespeichert.
Beste Grüße
Braunschweig Postanweisung Nr. A5 zu 1 Gr., gestempelt Helmstedt 15.12.1867 (späte Verwendung).


hajo22
Ganzsachenumschlag zu 3 Gr. (U 9A) aus Wolfenbüttel vom 25.2.(ohne Jahr) nach Berlin, Ank. 26.2.(o.J.).


hajo22
Braunschweig Postanweisung zu 1 Gr. (Type A 1) über 5 Thaler aus Königslutter vom 31.10.1865 nach Braunschweig.


Die Bleistiftbemerkung auf der Rückseite ganz unten stammt nicht von mir! Ich muß sie mal irgendwann wegradieren. Habe sie leider erst jetzt im scan gesehen.
Allen einen schönen 2. Adventabend,
hajo22
@ 10Parale [#7]
Ich bemängel nicht den Bug, sondern den Ganzsachenumschlag. Die Ganzsache ist nicht von Preussen, sondern von Braunschweig (Thema: Altdeutschland Preussen Ganzsachenumschläge).
Gruss
Martin
@ Martin de Matin [#8]
Vielen Dank für diese wichtige Korrektur. Vielleicht könnte Richard diesen Beitrag dem passenden Thema "Ganzsachen Braunschweig" zuordnen.
Vielen Dank.
10Parale
[Beiträge [#7] bis [#9] wie gewünscht redaktionell verschoben]