Thema:
Deutsches Reich: Dienstbelege - Frei durch Ablösung Reich
Hallo
Ich habe da einen Beleg Deutsches Reich vom 14.11.23 gefunden mit dem Vermerk "Frei durch Ablösung Reich", den ein Vorbesitzer hat prüfen lassen. Er trägt auf der Rückseite den Stempel "Einwandfrei Infla Berlin".
Da ich keine Ahnung von derlei Belegen habe, ist meine Frage, was da so besonderes dran ist, dass eine Prüfung gemacht wurde.
Gruß
Helmut

@ HEFO58
Ich tippe einmal darauf, dass es sich bei deinem Beleg um einen Brief von einer Behörde handelt. Normalerweise hätte dieser mit Dienstmarken frankiert werden müssen. Da dem Absender am 14.11.1923 während der Hochinflation keine Marken mehr zur Verfügung standen, wurde darauf verzichtet und mittels Siegelstempel nachgewiesen, um wen es sich bei dem Absender handelt.
Die Behörden konnten Dienstbriefmarken immer reichlich bestellen, in der Dienststelle lagern und bei Bedarf verbrauchen. Die Bezahlung dieser Dienstmarken erfolgte erst nach dem Verbrauch (wenn der Nennwert der Marken inflationsbedingt weiter gesunken war). Dadurch vermute ich bei dem Beleg, dass seitens der Absenderbehörde oder des Einlieferungspostamtes das Porto des Briefes zur nachträglichen Verrechnung notiert wurde.
Die Reichspost setzte noch den Tagesstempel als Einlieferungsdatum auf den Umschlag.
Gruß
Pete
@ HEFO58
Hallo Helmut,
bei deinem Beleg hat der Absender am Ablöseverfahren teilgenommen, d.h. daß die Reichsbehörde, von der der Brief stammt, Sendungen eben nicht einzeln frankieren mußte, sondern pauschale Beträge für einen festgelegten Zeitraum bezahlte.
Dazu wurde zunächst das durchschnittliche Postaufkommen der betreffenden Behörde ermittelt und dann der zu zahlende Betrag festgesetzt. Sendungen dieser Behörden mußten den Stempel
Frei durch Ablösung Reich tragen, außerdem zeigen sie oft einen Siegelstempel der Behörde, wie auch dein Brief. Dieses Ablöseverfahren wurde erst am 01.10.1923 wirksam.
Mit Markenmangel hat das ganze also nichts zu tun. Die Prüfung wäre wohl nicht nötig gewesen, soweit ich weiß, werden solche Beleg eher nicht gefälscht.
Wikipedia weiß auch was dazu:
http://de.wikipedia.org/wiki/Gebührenablösung
Beste Grüße,
Christoph
@ reichswolf
Wurden die Ablöseverträge nicht 1920 abgeschafft und aus dem Grund zum 01.04.1920 die Dienstmarken des Deutschen Reiches eingeführt? Zuerst betraf es Preußen (siehe Ablösungsziffer Nr. 21 auf D1-7 und separat die anderen Ablöseverträge mit den Dienstmarken D23-27 und D29-30).
Wenn ich mich recht entsinne, war der Grund für die Einführung der Marken, dass der Reichspost seinerzeit durch die Ablöseverträge zu viel Geld entging, sprich die entsprechenden Behörden lediglich eine vorab festgelegte Pauschale an Porto zahlen brauchten.
Gruß
Pete
@ Pete
Alles richtig, aber nur die halbe Wahrheit. Auch im Michel steht eine kurze Notiz, die auf den Neustart des Ablöseverfahrens für Reichsbehöreden am 01.10.1923 hinweist (unter Dienstmarken, vor MiNr. 16).
Damit es nicht zu textlastig wird, zeige ich noch drei weitere Beispiele, natürlich aus Aachen. Der beim ersten Beleg durch den Siegelstempel ausgewiesene Absender ist die
Deutsche Reichsbahn + Güterabfertigung Aachen +. Dazu kommen der obligatorische Stempel
Frei durch Ablösung Reich sowie der Tagesstempel der Reichspost
AACHEN 5 f vom 20.06.1939.

Der zweite Beleg ist vom Finanzamt Aachen-Stadt. Bei ihm wurden Siegel und Ablösevermerk nicht mittels Stempel aufgebracht, sondern auf den Umschlag gedruckt. Diese Variante ist auch sehr häufig zu finden. Der Tagesstempel lautet hier
AACHEN 1 a und ist vom 20.05.1936.

Zu guter letzt noch eine spätere Variante eines Finanzamt-Belegs mit anderem Siegel. Der Tagestempel vom 27.01.1942 lautet
AACHEN 1 b.

Beste Grüße,
Christoph
@ Pete
@ reichswolf
Danke für Eure Ausführungen und schon wieder ein Stück schlauer.
Gruß
Helmut
Hallo zusammen!
Heute morgen habe ich ein Bündel Briefe erworben, in dem sich dieser Dienstbrief befand.

Leider habe ich vor Ort keinerlei Literatur. Vielleicht kann mir jemand aus der "Corona" weiterhelfen.
Interessieren würde mich auch der Wert des Belegs. Die Briefhülle ist leer, in der Mitte senkrecht geknickt und auf der Rückseite hat jemand versucht, mit einem Klebestreifen einen Riss zu flicken. Leider ist der Kleber vorne durchgeschlagen.
Mit freundlichen Gruß
Peter
@ duphil [#82]
Hallo Peter,
"Frei laut Avers" ist die Kennzeichnung von Belegen, die auf Grund von Portoablösungsverträgen von Landesregierungen oder einzelner Dienststellen damit portofrei versandt werden konnten (ab 1870). Die zugelassenen Dienststellen erhielten fortlaufende Nummern. Dabei erhielt das Fürstentum Schaumburg-Lippe ab 1.7.1871 die Nr. 8. Andere Dienststellen, Landesregierungen, Freie Städte usw. durften keine Avers- und Ablösevermerke anbringen, sondern konnten den Stempel "Portopflichtige Dienstsache" verwenden.
Im Michel Briefe-Katalog Deutschland 2008/2009 sind die bisher bekannten Avers-Zettel, die von 1870 bis 31. März 1920 verwendet werden konnten, mit Informationen auch zu anderen Zetteln auf Seite 303 aufgeführt. Preise werden nur für ebenfalls portofrei beförderte Fürstenbriefe mit 25 bis 50 Euro angegeben.
Gruß
Manfred
@ Postgeschichte [#83]
Hallo Manfred!
Vielen Dank für die Informationen. Da kann ich zu Hause erst mal weiter nachlesen.
Mit freundlichen Gruß
Peter
PS. Beim nächsten Besuch bei Verwandten nehme ich einen Rucksack Kataloge mit statt Zeitschriften und Romane. "grins"
Hier eine Steuererhebung per Nachnahme durch das Finanzamt mit dem zum Thema gehörenden Ablösevermerk rechts oben unter dem Tagesstempel vom 18.9.41 über 2,76 Reichsmark (inkl. Mahn- und Zahlkartengebühr).


Grüße
THOMAS
@ duphil [#82]
Hallo,
dieser Averszettel des Vertrages Nr. 8 war von 1871 bis ca. 1885 im Gebrauch (ab 1885 stand unten Landesregierung) wird im Handbuch der Postgebührenablösung mit 30 Euro bewertet, was der Bewertung der meisten Zettel entspricht.
Mit besten Grüßen BD
Hallo zusammen!
Mein Freund und ich haben durch die Haushaltsauflösung seiner Großeltern eine Sammelmappe mit den verschiedensten Briefmarken bekommen. Nachdem ich jetzt stundenlang im Internet recherchiert habe, scheint es so, als wären tatsächlich ein paar Marken dabei, die einen gewissen Sammlerwert haben.
Zu der im Titel genannten Marke habe ich allerdings bisher nur widersprüchliche Angaben gefunden. Da ich mich mit dem Thema auch überhaupt nicht auskenne, hoffe ich hier auf fachkundige Hilfe.
Es geht um eine Briefmarke mit der Aufschrift: "Frei durch Ablösung Nr. 16". Am unteren Rand steht "Deutsches Reich" und der Betrag ist 20 Pfennig. Die Marke ist blau und hat keinen Poststempel. Wie ich bisher herausgefunden habe, soll "unsere" Marke die Michel-Nr. 13 haben, wenn ich dies jedoch genau so bei Google eingebe, kommen immer nur andere Marken heraus.
Nun habe ich in einer Online-Auktion eine ähnliche Marke gefunden, allerdings mit dem Wert 2 Pfennig, die dort bei ca. 300 Euro lag. Während meiner Recherche habe ich irgendwo gelesen, dass die Marke mit 20 Pfennig ebenfalls in diesem Bereich liegen soll, doch auf einer anderen Seite hieß es, dass der Wert nur bei ca. 5 Euro liegt.
Was ist denn nun richtig? Und wo könnten wir diese Marke am besten verkaufen, falls es sich überhaupt lohnt?
Vielen lieben Dank schon mal im Voraus!
Gruß
Sabine
Hallo Sabine,
willkommen im Forum!
Nach deinen Angaben handelt es sich um die Dienstmarke Mi.-Nr. 13, der Katalogwert lt. meinem alten Michel-Spezial aus 2005 beträgt 13,-- € für eine postfrische Marke (mit vollem Original-Gummi). Es ist richtig, dass die 2 Pfg.- Marke aus diesem Satz erheblich teurer ist (750,-- €). Für deine 20-Pfg-Marke würde ich als Handelswert ca. 2 - 3 € ansetzen, wenn der Zustand einwandfrei ist.
Viele Grüße
Bernhard
Hallo Bernhard,
vielen Dank für deine hilfreiche Auskunft!
Gruß
Sabine
@ sabine179 [#87]
Und hier ist deine Marke zu sehen.
http://www.philadb.com/?site=list&catid=1&catuid=479&id=907mfg
erron
Frei durch Ablösung Reich.
Dieser Gerichtsbrief aus Wurzen (i.Sachsen), versehen mit dem Tagesstempel 31.5.37, wurde nach Frankfurt/Oder versandt. Neben den klaren Briefstempel des Amtsgericht Wurzen, trägt das Kuvert den roten Ovalstempel
ZU (Zustellungsurkunde). Leider ist der Brief ohne Inhalt.

mit Sammlergruß,
Claus
Ob das rechtens war, dass auch Einschreiben kostenlos versandt wurden?
Brief vom Versorgungsamt Halberstadt wohl von 1925. Leider hatte der Postler ein Alkoholproblem.

Gruß Eckhard
Zur Abwechslung ein Beleg aus Luxemburg: Reichsfinanzverwaltung - Devisenstelle Luxemburg.
Da es sich um einen Fensterumschlag handelt, ist nicht ersichtlich an wenn der Brief adressiert war.
Dann zeige ich auch einen der innerhalb von Luxemburg gelaufen ist. Frei durch Ablösung mit Handstempel aufgedruckt.
Gruß Helmut
Hier noch ein zweiter mit rotem Handstempel auch innerhalb von Luxemburg gelaufen.
Gruß Helmut
Von mir ein Briefumschlag des Amtsgerichtes in Gransee, gelaufen am 14.12.1944 an eine Adresse in Sellnow, Kreis Arnswalde, wegen Unzustellbarkeit am 22.12.1944 zurückgesandt.


Viele Grüße
Ingo
@ JohannesM [#103]
Leider hatte der Postler ein Alkoholproblem.
Hallo Eckhard,
wie muss ich das verstehen ?
Schöne Grüsse, Richard
@ heku49 [#20]
Danke, Helmut fürs zeigen. Bis Dato kannte ich den Kommissar noch nicht. Dank Google weiß ich jetzt, was der so 'getrieben' hat. Eine komische Bezeichnung.
bis bald
@ Richard [#22]
Hallo Richard,
vielleicht ist der "verwaschene" ("zittrige") Stempelabdruck gemeint?
Einen schönen Abend wünscht
Roedsand
Von mir eine Nachnahmekarte des Finanzamtes Bad Freienwalde (Oder), gelaufen am 25.7.1938 von Bad Freienwalde nach Wuschewier, Post Wriezen Land.

Viele Grüße
Ingo
Hallo an alle,
hier zum Thema "Frei durch Ablösung Reich" ein Beispiel aus einer Wühlkiste. So recht kann ich mir die 3 Pfennige nicht erklären. Sieht aus wie Nachporto. Irgendwer hat dann gemerkt, dass das nicht richtig ist, oben per Hand Porto -Frei hingeschrieben und dies dann der Abrechnungsliste zum Verrechnen/Rückgabe der 3 Pfennig beigefügt? Oder? Ich kann mir auch vorstellen, dass zu Beginn der Rentenmark-Zeit noch keine Nachportomarken vorhanden waren. Postämter hatten für normale Frankaturmarken ja auch manchmal die Genehmigung, Marken selbst zu fertigen. Vielleicht liest das noch jemand und kann mir antworten?
Gruss Karl
Hallo Karl,
ich bin gewiss kein Fachmann für dieses Thema. Beim Betrachten deines Beleges fällt mir auf, dass das vermutlich ein Ausschnitt aus einem vorgedruckten Streifband ist. Der Adressat wurde per Klebezettel nachträglich auf dem Streifband angebracht, irgendwann später dann die "3 Pfennig" übergehend von Klebezettel auf Streifband aufgedruckt. Der Poststempel schließlich wurde über diesem 3-Pfennig-Aufdruck aufgebracht. Daraus schließe ich, dass deine erste Vermutung richtig ist, also nur versehentlich der 3-Pfennig-Aufdruck angebracht wurde, den dann eine aufmerksame Fachkraft durch den obigen handschriftlichen Eintrag widerrufen hat.
Mit Nachportomarken oder Ähnlichem hat das nichts zu tun, denn der Reichszentrale für Heimatdienst, ähnlich der heutigen Bundeszentrale für politische Bildung, stand der Postverkehr mit "Frei durch Ablösung Reich" zu. Weiteres findest du u.a. hier:
https://de.wikipedia.org/wiki/Reichszentrale_f%C3%BCr_Heimatdienst
Viele Grüße
Ingo
Von mir eine Karte des königlichen Hochbauamtes in Bromberg, gelaufen am 6.9.1913 an die Firma Sachse & Co. in Halle.

Viele Grüße
Ingo
Frei durch Ablösung Reich Stempel - Vorgänger der Zähldienstmarke ?
Hallo,
habe einen Beleg aus Beutelsbach, Württenberg. Bezirks-Notariat, also Dienstpost, Datum nicht identifizierbar.
Hat nur den Stempel "Frei durch Ablösung Reich". Bin ich richtig in der Annahme, dass dieser Beleg vor 1903 gelaufen ist, oder haben einige Behörden auch danach diesen Stempel benutzt oder liege ich ganz falsch?
@ roman [#29]
Das Dienstsiegel ist ohne "K." für Königlich ..., also stammt der Beleg von nach 1918, laut Optik würde ich Mitte der 20er/ Anfang der 30er Jahre sagen. Frei durch Ablösung Reich gab es mindestens bis 1945. Leider ist der Beleg nicht postalisch befördert worden, laut Notiz wahrscheinlich persönlich durch den Notar übergeben.
Ist denn innen kein Datum erkenntlich?
Gruß Michael
Leider nicht, habe ich aus einer Flohmarktkiste für 50 Cent ergattert.
Also wurde er "Frankiert" aber persönlich abgegeben. Oder?
Ist so etwas besonders oder Massenware?
@ roman [#29]
Schau mal in den Umschlag hinein und berichte, was Du siehst.
Gruß
wuerttemberger
Einfaches Papier, nicht doppelt oder ähnliches. Der Briefumschlag ist zusammengeklebt in der Reihenfolge, links, rechts, unten, wenn man von vorne schaut, ungefähr 1 cm Überlappung.
Adresse Herrn Johann Jakob Schneider -alt Löwenwirt, Aichelberg über Esslingen. In lila Stift das Wort Notar, dann den Stempel.
@ roman [#33]
Das ist das was vorne drauf steht.
Innen steht auch was, wahrscheinlich handelt es sich um einen gewendeten und nochmals verwendeten Umschlag. Die Schrift scheint deutlich durch. Also sei mal so gut. :-)
Gruß Michael
Ursprünglich wurde der Umschlag von der Gewerbebank Schorndorf verwendet.

Gruß Werner
Sorry, das war ein anderer Brief, der dort drinnen war beim Scannen. Ich habe ein Haufen alte Dokumente bekommen. Hier der Brief. Ob der original da hinein gehört, weiß ich nicht.
Hier eine Postkarte vom Katasteramt in Görlitz, gelaufen am 1.3.1899 an das Postamt in Kunnersdorf.

Viele Grüße
Ingo
Heute eine Karte von der Königlichen Fachschule in Schmalkalden, gelaufen am 15.1.1914 nach Halle an der Saale.

Viele Grüße
Ingo
Hallo!
Hier ein Umsatzsteuerbescheid für 1937 vom Finanzamt Jena vom 25.05.1938 nach Laasdorf.

schöne Grüße
Marcel
Hallo zusammen,
ein Brief vom Amtsgericht in Dresden mit dem Maschinenserienstempel "Zu Festen u. Feiern Schmuckblatt-Telegramme" aus Dresden.
Viele Grüße
Volkmar
Einschreibbrief vom Finanzamt Wolfenbüttel 22.1.1927 nach Thiede über ein Einkommensteuerbescheid.
Inhalt 3 Seiten über Steuerfestsetzung, Abschlusszahlung, künftige Vorauszahlungen, Folgen verspäteter Zahlung, Erläuterung zur Steuerfestsetzung, Rechtsmittelbelehrung und Zahlungsart.

Gruß Dieter
Hallo,
ein Brief vom Amtsgericht Freiburg nach Adelsheim vom 11.12.1888.
Mit gefallen die schönen Stempel und das Anschreiben sehr gut.

Viele Grüße
Horst
@ Hatten [#42]
Hallo,
im Ankunftsstempel von Adelheim ist der Tag falsch eingestellt. Richtig ist der
12.12.1888. Kopfsteher!

Viele Grüße
Horst
Der nachfolgende Beleg ist etwas arg gerupft. Dennoch sollten die wesentlichen Angaben sichtbar sein:
Sendung des Oberkommando des Heeres in Berlin (Tirpitzufer 72-75) nach Frankfurt/Main vom 31.01.1942
Die Sendung wurde als Feldpost deklariert (?) und trägt einen Briefstempel des Absenders.
Gruß
Pete
Das letzte Aufgebot. Der Einberufene war schon fast 60 Jahre alt.

Gruß
Bernd
Ich empfehle das Buch von Lothar und Jan Theime
Postgebührenablösung Band 171 Neue Schriftenreihe der Poststempelgilde
http://www.poststempelgilde.de/shop.html
Dort ist dieses Thema excellent bearbeitet.
Viele Grüsse,
Johannes
Liebe Sammlefreunde,
ich mag Belege mit den Zählmarken recht gern, so wie diesen:

Ortsbrief der KÖNIGL.KREIS-BAU-INSPEKTION * MAGDEBURG I gesendet An Den Gemeinde-Kirchenrat zu St. Gertrauden, M(agdeburg)=Buckau (in der) Pfarrstr. vom 05.03.1903.
Mit freundlichem Sammlergruss
Ulf
Ich zeige euch einen Brief des Amtsgerichtes Zehdenick, gerichtet an Rechtsanwalt Wienicke, ebenfalls in Zehdenick ansässig, aber mit Poststempel von Templin vom 24.2.1945. Das hatte mich zunächst irritiert, denn beide Orte sind Kleinstädte, aber Templin ist doch um einiges größer als Zehdenick. Außerdem ist Zehdenick der westliche Nachbarort von Templin, dazwischen gibt es nur ein wenig Wald. Ich nehme daher an, dass es entweder kriegsbedingt in Zehdenick kein Postamt mehr gab oder aber dass die Post ganz allgemein nur in Templin gestempelt worden war.


Viele Grüße
Ingo
@ Cantus [#48]
Ja mir wäre der Stempel "FREI DURCH A U F L Ö S U N G REICH" lieber gewesen. Aber das passierte ja bekanntlich erst ein paar Jahre später.
Nun gut, auch ich habe in einer Wunderkiste diesen Beleg ausfindig machen können vom Amtsgericht Verden (Aller), der am 20.7.38 nach Blumenthal lief. Rückseitig auch so ein roter Drachenstempel wie in [#48]. Man verzeihe mir meinen dunklen Humor.
Nur gehört das auch zu unserer Geschichte, aber echte Begeisterung will da nicht aufflammen.
Liebe Grüße
10Parale
Dienstpost 1947 "Frei durch Ablösung Reich"
Hallo liebes Forum!
Ich bin relativ "neu" hier im Forum, habe ca. 50 Jahre nicht richtig gesammelt und fange nun im Rentenalter neu an und sichte alles, was ich habe und das ist nicht ganz wenig. Ich bin begeistert von diesem Forum - die Beiträge fesseln mich und machen Lust auf´s Sammeln und Erforschen.
Ich habe folgenden Beleg bei meinen "Schätzen" gefunden und war erstaunt "Frei durch Ablösung Reich" auf diesem Brief aus dem Jahr 1947 zu finden. Vielleicht findet ja jemand kurz Zeit mich mal aufzuklären.
Danke und liebe Grüße an Alle.
Alfred
Wer lesen kann ist klar im Vorteil. Ich muß wohl dauerhaft die Brille tragen - der Beleg ist ja von 1924. Verzeihung bitte.
Gruß Alfred
Guten Abend,
Versorgungsamt Köln an einen Herrn Zimmermann ebenfalls in Köln.
Datum 19.2.1929.
Auch ein Einschreiben der besonderen Art ?
L G Hans
Frei lt. Avers. No. 21.
Ich hoffe die Frage gehört hier her.


Ich besitze einen Beleg der 36 cm breit und 12 cm hoch ist (siehe Fotos)
Er ist vom
Königlichen Preussischen Amtsgericht Heringen a.H.
Freigemacht lt. Avers. No. 21.
Meine Frage – in der Erläuterung zu dieser Art Portofreiheit steht, dass das durch Zettel / Aufkleber / Stempel / Handschrift erfolgt.
Auf meinem Brief ist das Avers. No. 21. Bereits im Kuvert eingedruckt.
Ist das eine Besonderheit – sind diese vorgedruckten Kuverts registriert?
Danke für Eure Antworten
Avers-Nummern ab 1870
Landesregierungen und einzelne Dienststellen schlossen von 1870 bis 31. März 1920 Portoablösungsverträge mit der Reichspost ab, die eine laufende Nummer erhielten, zum Beispiel: ‚Nr. 21‘ = Preußen. Um in den Genuss der Portofreiheit zu gelangen, mussten die Sendungen mit Avers-Zetteln (Aversum = Abfindung, Ablösung) oder gleichartigen Vermerken (durch Stempel oder handschriftlich) versehen werden, dazu kam das Dienstsiegel, das vielfach fortgelassen wurde.
Es handelt sich um einen überformatigen Aktenbrief, der aber interessanterweise nicht abgestempelt ist.
Im Ablöseverfahren wurde vom Königreich Preussen an die Reichspost eine Ablösesumme (als Pauschalbetrag) für die Postbeförderung bezahlt.
Es habe genaue Listen, welche Postleistungen inbegriffen waren z.B.
- Beförderung von Briefen, Karten, Drucksachen, Paketen ...
- Sonderleistungen wie Einschreiben, Rückscheine, Postzustellungsurkunden ...
und welche nicht inbegriffen waren
- Eilsendungen
- Sendungen ins Ausland
- Ortssendungen
-- hier gab es Listen welche Orte in die Vereinbarung eingeschlossen bzw. ausgeschlossen waren.
-- Faustregel grosse Orte waren inbegriffen, kleine Orte waren nicht inbegriffen, da war es billiger der Bürobote trug den Brief aus
Das ist des Rätsels Lösung: Heringen war so klein, dass Ortssendungen nicht unter das Ablöseverfahren fielen und ein Bote den Brief austrug. Der Umschlag wurde also nicht postalisch befördert.
Es gab in Preussen ca. 21000 ablöseberechtigte Behörden, Ämter und Gerichte. In den fast 26 Jahren, während derer das Ablöseverfahren gültig war gab es daher eine unüberschaubare Anzahl von Umschlägen, Stempeln..., um auf "Frei laut Avers 21" hinzuweisen.
Literatur: Thieme Postgebührenablösung Neue Schriftenreihe Poststempelgilde Band 171
Vielen Dank für die ausführlichen Erklärungen.
Zwei Dinge würden mich zu diesem überdimmensionalen Aktenbrief noch interessieren.
Aus welcher Zeit ist der Brief? In Preussen waren ja die "Zettel" ab 1.4.1894 zu verwenden.
Und wie ist dieser Brief zu Bewerten? Im Michel werden ja die "Gebührenzettel für Dienstpostsendungen" mit 400,- M€ ausgewiesen.
In der Anlage noch das Siegel von der Rückseite vom Brief:

Nochmals vielen Dank
Im Michel steht überhaupt nichts über Preise für Avers Belege, sondern nur für die Belege mit Gebührenzetteln für Dienstbriefe der Eisenbahngesellschaften, das ist etwas komplett anderes.
Es gibt nur wenige spezialisierte Sammler für Aversbelege.
Briefe aus Preussen ohne Besonderheiten kosten vielleicht 1 - 5 Euro.
Dieser Brief liegt wohl auch so in dieser Spanne.
Ich empfehle nochmals dieses Buch:
Literatur: Thieme Postgebührenablösung Neue Schriftenreihe Poststempelgilde Band 171
Ich danke die nochmals für Deine Antwort und die Buch Empfehlung.
Habe Dir mal die Seite zu den Avers Zetteln aus meinem Michel kopiert.
Da steht das die Landesbehörden z.B. königliche Ministerien, Gerichte etc. Avers Zettel anbringen mussten. Das Wort Eisenbahn ist hier nicht zu lesen.
Erst auf den nächsten Seite im Michel werden die Gebührenzettel der Eisenbahngesellschaft abgehandelt.
Ich werde mir das Heft von Herrn Thieme besorgen.
Hier die Seite:
Hier eine für mich interessante Postkarte vom 04.07.1941. Der Landrat des Landkreises Brüx (Der deutsche Landkreis Brüx bestand in der Zeit zwischen 1938 und 1945) schickt eine Postkarte an das katholische Pfarramt in Brüx. Abgestempelt mit "Frei durch Ablösung Reich". Bei der Postkarte handelt es sich um einen Vordruck in dem mitgeteilt wurde, das die Eheleute aus der katholischen Kirche ausgetreten sind und in die Religionsgmeinschaft "Gottgläubigkeit" eingetreten sind. Zu Gottgläubigkeit sagt Wikipedia:
Gottgläubig diente zur Bezeichnung einer „Religionszugehörigkeit“ in der Zeit des Nationalsozialismus. Diese war durch Erlass des Reichsinnenministeriums vom 26. November 1936 auf den Melde- und Personalbögen der Einwohnermeldeämter sowie bei Personalpapieren für aus einer Kirche ausgetretene Personen anstelle der Bezeichnungen „Dissident“ und „konfessionslos“ eingeführt worden.


Schönen Gruß
Sepp
Hallo zusammen,
von mir ein "Blauer Brief", vom Finanzamt Syke, abgestempelt am 29.8.38 und gelaufen nach Graue (Post Asendorf).

Der Brief hat ohne Straßennamen und Haus-Nr. den Adressaten erreicht!
Grüße
Karsten
Hier eine Postkarte vom 02.11.1943 vom Amtsgericht Bischofswerda nach Neuschmölln. Frei durch Ablösung. Vorladung zu einer Befragung.


Schönen Gruß
Sepp
Der private Missbrauch der Gebührenfreiheit
Zum 50. Geburtstag von Hermann Göring hat der erzgebirgische "Heimatdichter" und Reimeschmied Arthur Schramm ein poetisches Werk (zum Glück nie bekannt geworden), diesem zugesandt. Das Dankschreiben wurde als Drucksache
Frei durch Ablösung Reich zum Versand gebracht. Also auch Reiche und Mächtige können sparsam sein.
Gruß Regis

Guten Tag,
als Absender reichte der Stempel der "HAUPTKASSE DER REICHSBAHNDIREKTION DRESDEN" auf dem neutralen Briefumschlag.

Für die Portobefreiung reichte auch ein Einzeiler, so wurde der Brief nach Neukirch/Lausitz auf dem Postamt Dresden-Altstadt am 2.4.28 aufgeliefert.
MfG >Franz<
Guten Abend!
Aus einer größeren Anzahl von Belegen aus der Zuordnung "Frei durch Ablösung Reich" habe ich den ältesten herausgesucht. Und bemerkenswert an diesem Beleg ist, dass die Verrechnungsart noch handschriftlich auf der Vorderseite dem Brief zugefügt wurde.

Aufgeliefert am 20.3.24 6-7N. im Postamt BERLIN SW 11.
Absender war das "BETRIEBSWAGENWERK BERLIN-ANH.BF. - DEUTSCHE REICHSBAHN - DIREKTIONSBEZIRK BERLIN
MfG >Franz<
Guten Abend,
hier ein Umschlag der Deutschen Reichsbahn, der der Beförderung als EISENBAHN-DIENST-SACHE mit Zug vorbehalten war.
Vorgedruckter Umschlag mit Absenderangaben und dem Vermerk "Frei durch Ablösung Reich" sowie einem Teil der Empfängeradresse.

Das Reichsbahn-Emblem und auch der Anschriftenteil wurden unkenntlich gemacht und der Brief ging an das Versicherungsbüro der "Bahn" in München. Wohin sonst bei der spartanischen Anschrift?
Warum in München der Rundstempel "Nachträglich entwertet" aufgesetzt wurde, ist mir nicht ganz klar.
MfG >Franz<
Hallo zusammen,
ich überarbeite in meiner Familiensammlung gerade das Kapitel über meine Urgroßeltern. Dabei fiel mir dieser Brief "Frei durch Ablösung Reich" an meine Urgroßmutter vom 5.5.1936 auf:

Meine Urgroßmutter war damals 72 Jahre alt und verwitwete Pfarrersfrau. Ich frage mich, worum es in diesem Brief gehen konnte - habe aber keinerlei Vorstellung. Welche Aufgaben hatte die Reichskanzlei, so dass man ihr diesen Brief geschickt hat?
Viele Grüße
Volkmar
Hallo,
eine Postkarte aus Schwenningen vom 13.10.1938 nach Deißlingen bei Rottweil. Auf der Rückseite der Karte ist ein Vordruck. Hier wird vermerkt, dass diese Berta durch Eheschließung einen Reisepass erworben hat.
Der Datumstempel auf der Rückseite zeigt den 17.10.1938. Ist beim Tagesstempel die 8 vielleicht beschädigt, oder nur falsch eingestellt ?


Gruß
Manne
Liebe Sammelfreunde,
Ich bin neu zu diesem Thema und gar keine Experte. Der Absender meines Briefes hat „
am Ablöseverfahren teilgenommen, d.h. daß die Reichsbehörde, von der der Brief stammt, Sendungen eben nicht einzeln frankieren mußte, sondern pauschale Beträge für einen festgelegten Zeitraum bezahlte.
Dazu wurde zunächst das durchschnittliche Postaufkommen der betreffenden Behörde ermittelt und dann der zu zahlende Betrag festgesetzt. Sendungen dieser Behörden mußten den Stempel Frei durch Ablösung Reich tragen, außerdem zeigen sie oft einen Siegelstempel der Behörde” (siehe Beitrag #3).
In meinem Fall ist die Behörde natürlich das “Finanzamt Villach”.
Der Brief wurde am 17. Oktober 1948 verschickt von Villach (Österreich) nach Klagenfurt. Österreich war nach dem Zweiten Weltkrieg von 1945 bis 1955 von Streitkräften der Alliierten besetzt. Im Westen Österreichs waren französische Truppen, im Süden britische Soldaten stationiert.
Als am 08. Mai 1945 britische Panzerspitzen in Villach einfuhren, wurden sie mit Erleichterung empfangen, da die Bevölkerung, durch die Schrecken der Kriegsjahre erschöpft und zermürbt war. Die britische Besatzung und die Stadtvertreter standen vor der schweren Aufgabe, die Bevölkerung mit Lebensmitteln und der notwendigsten Infrastruktur zu versorgen. [1]
Mein Brief ist von einer britischen Prüfungsstelle geprüft worden (* BRITISCHE PRÜFUNGSSTELLE * ÖSTERREICH). Insofern ist alles deutlich.
Es befremdet mich aber, dass dieses Briefpapier drei Jahre nach dem Untergang des Dritten Reiches noch immer benutzt worden ist. Gab es zu dieser Zeit vielleicht ein Papiermangel? Und hat jemand vielleicht eine Liste der Prüfungsstellen?
Mit herzlichem Sammlergruß,
Emiel

[1] Siehe
https://www.erinnern.at/bundeslaender/kaernten/termine/stadtfuehrung-in-villach-zwischen-krieg-und-frieden-1
@ evwezel [#70]
Hallo Emiel,
Dein Brief ist eindeutig von 1945, nicht von 1948 (hat- leider- auch schon jemand oben mit Schreibmaschine nachträglich hinzugefügt). Die alten Umschläge des III. Reiches wurden aus Papiermangel noch lange aufgebraucht, meist dann aber mit unkenntlich gemachten oder ausgeschnittenen Hoheitszeichen.
Gruß Michael
@ inflamicha [#71]
Hallo Michael,
vielen Dank für Deine Erklärung! Es war mir auch schon aufgefallen, dass jemand den Text oben hinzugefügt hat.
Mit herzlichem Gruß aus den Niederlanden,
Emiel
Hallo,
anbei ein Einschreibebrief von Altenburg 19.05.1903 nach Eisenberg freigemacht mit Germania 30Pf oWZ und Rahmenstempel "Frei lt. Avers 25 / Herzogl. Sächs. Ministerium" gestrichen und Vermerk "Frei".
Kann jemand diese Konstellation (Frankatur trotz gültigem Aversionalvertrag und Absender) erklären?
Meines Wissens nach sind in diesen Aversionalverträgen i.d.R. Briefe/Postkarten/Drucksachen/Einschreiben/Zustellungsurkunden eingeschlossen, Gebühren für Rückscheine oder Eilsendungen meistens nicht und diese Gebühren mussten dann frankiert werden. Auch der Absender (Siegeloblate) deutet auf einen für den Aversionalvertrag zugelassenen Absender und Ort hin.


Grüße
philast
@ Postgeschichte [#83]
"Portofrei" ist nicht ganz richtig. Es war lediglich keine Frankatur zu verwenden, das Porto wurde jedoch sehr wohl bezahlt, jedoch pauschal gemäß Portoablösungsvertrag.
mfG
Hans
@ philast
Dieser Beleg ist wirklich besonders.
Die einzelnen Bundesländer konnten für ihre Dienstsendungen pauschal das Porto bei der Reichspost bezahlen. Damit war die Arbeit für die Behörden und die Reichspost viel einfacher.
Inbegriffen waren normalerweise: Briefe, Postkarten, Drucksachen, Pakete, Streifbänder, Einschreiben, Rückschein ... nicht aber Eilboten, Bestellgeld ...
Solche frankierten Briefe mit "Frei laut Avers" sind recht selten.
Dein Brief fällt aber nicht unter die frankierten Belege, die ich oben angeführt habe.
Der Stempel "Frei laut Avers" ist durchgestrichten. Das heisst das gilt hier nicht. Beim Brief ging es wohl um eine Angelegenheit im Sinne des Empfängers, daher wurde der Brief normal frankiert und dem Empfänger wurde das Porto irgendwie belastet. Der Absender ist das Schiedsgericht der Arbeitnehmerversicherung. Das würde passen.
Das Porto von 30 Pf ist korrekt: 10 Pf Fernbrief und 20 Pf Einschreibegebühr.
Dieser Brief würde in meiner Sammlung zu diesem Thema einen Ehrenplatz bekommen.
Literatur zu diesem Thema ist spärlich. Empfehlen kann ich Jan Thieme, Lothar Thieme Postgebührenablösung Neue Schriftenreihe der Poststempelgilde Band 171
http://www.poststempelgilde.de/rezension_band_171.html
Immer wieder werden interessante Belege mit der Kennzeichnung "Frei laut Avers" bei Philaseiten gezeigt.
Ein eigenes Thema dafür fehlt.
Diese Belege sind sind selten und oft unscheinbar, es gibt aber auch postgeschichtliche Raritäten und tolle Stücke für Heimatsammler.
Literatur zu diesem Thema ist spärlich. Empfehlen kann ich Jan Thieme, Lothar Thieme Postgebührenablösung Neue Schriftenreihe der Poststempelgilde Band 171
http://www.poststempelgilde.de/rezension_band_171.html
In Kürze eine postgeschichtliche Einordnung:
zum 1.1.1870 wurden in Norddeutschen Bund die meisten Portofreiheiten abgeschafft. Die Behörden der einzelnen Bundesglieder mussten von nun an ihre Dienstpost frankieren. Dazu wurden von der Post des NDP (Norddeutschen Postbezirks) Dienstmarken eingeführt.
Es gab aber auch die Möglichkeit für Behörden ihre Post pauschal zu frankieren, dazu mussten sie sogenannte Ablöseverträge mit der Post des NDP und später der Reichspost abschliessen. Damit die Postsendungen dann unfrankiert aufgegeben werden konnten, brauchte es einen Verweis auf diese Verträge. Die Verträge waren von 1 - 34 durchnummeriert; zudem gab es einige weitere Verträge ohne Nummer.
In diesen Verträgen wurde festgehalten, welche Sendungen pauschal frankiert waren und welche nicht. Briefe, Postkarten, Drucksachen, Streifbänder, eingeschriebene Sendungen ... waren in der Pauschsumme eingeschlossen. Eilbotengebühr war nicht eingeschlossen.
Da die Verträge nicht alle gleich waren, gibt es viele Besonderheiten.
Vertrag Nummer Vertragspartner der Bundespost (1870 - 1871) bzw. Reichpost (1872 -) von bis Bemerkungen
1 Herzogtum Sachsen-Meiningen 1.1.1870 31.03.1920
2 Potsdamsches großes Militär-Waisenhaus in Berlin 1.1.1870 ??? RR
3 Großherzogtum Mecklenburg-Schwerin 1.1.1870 31.03.1920
4 Großherzogtum Meckenburg-Strelitz 1.1.1870 31.03.1920
5 Großherzogtum Hessen nur südlicher Bereich 1.4.1870 31.12.1875 Hier wurde keine Pauschalsumme bezahlt
ganzes Gebiet 1.10.1902 30.06.1910
6 Fürstentum Lippe 1.8.1872 31.03.1920
7 Herzoglich Lauenburgisches Ministerium in Berlin 1.4.1870 30.06.1876 Vertragsnummer wurde wieder frei, RRR
7 Fürstentum Schwarzburg-Rudolstadt 1.7.1878 31.03.1920
8 Fürstentum Schaumburg-Lippe 1.1.1871 31.03.1911 war für zwei Jahre unterbrochen
1.4.1913 31.03.1920
9 Herzogtum Sachsen-Coburg-Gotha 1.7.1872 31.03.1920
10 Fürstentümer Waldeck und Pyrmont 1.1.1872 31.03.1920
11 Fürstentum Reuß (Gera) 1.7.1873 31.03.1920
12 Herzogtum Anhalt 1.1.1874 31.03.1920
13 Thüringischer Zoll- und Steuerverein Erfurt 1.1.1874 31.03.1920 R
14 Fürstentum Reuß (Greiz) 1.1.1882 31.03.1920
15 Großherzogtum Sachsen-Weimar 1.1.1885 31.03.1920
16 Großherzogtum Baden 1.6.1885 31.03.1920
17 Thüringisches Oberlandesgericht Jena (Gericht) 1.1.1887 31.03.1920 R
18 Thüringisches Oberlandesgericht Jena (Staatsanwaltschaft) 1.1.1887 31.03.1920 R
19 Elsaß-Lothringen 1.4.1887 11.11.1918
20 Universität Jena 1.7.1887 31.03.1920 R
21 Königreich Preußen 1.4.1894 31.03.1920
22 Fürstentum Schwarzburg-Sondershausen 1.1.1896 31.03.1920
23 Fürstentum Birkenfeld 1.1.1896 31.03.1920 R
24 Stadt Bremen 1.7.1899 31.03.1920
25 Herzogtum Sachsen-Altenburg 1.1.1900 31.03.1920
26 Herzogtum Braunschweig 1.9.1901 31.03.1911
27 Reichsgericht und Reichsanwaltschaft 1.10.1910 30.06.1920 Reichsbehörde, RRR
28 Freie und Hansestadt Lübeck 1.7.1911 31.03.1920
29 Reichsschuldenverwaltung 11.2.1917 30.06.1920 Reichsbehörde, RR
30 Kontrollstelle für freigegebenes Leder 1.1.1918 31.05.1920 RR
31 Gutacherkommission für Schuhwarenpreise 1.2.1918 31.10.1919 RRR
32 Universität Frankfurt 1.11.1917 31.03.1920 RR
33 Reichsstelle für Schuhversorgung 27.4.1918 31.05.1920 RRR
34 Verwertungsstelle der Branntweinmonopolverwaltung 1.10.1919 30.06.1920 R
und einige weitere Verträge ohne Nummer R - RRR
Nun ein paar Belege:
Ein pauschal frankierter Dienstbrief der Universität Jena. Der Stempel "Frei durch Ablösung" und das Dienstsiegel kennzeichnen diesen Brief als pauschalfrankiert.
Das Preussiche Kriegsministerium schloss mit der Reichspost einen besonderen Ablösevertrag für Ortssendungen der Metallenteignungsstellen ab. Diese Karte ist von der Kriegsrohstoffabteilung: sie handelt von einem Widerspruch gegen Enteignung: der Hausbesitzer wollte seinen historischen Türgriff behalten und keine Kanonen daraus herstellen lassen. Der Denkmalschützer sollte nun darüber entscheiden.
Dieser Brief aus Metz (Lothringen) nach Stuttgart wurde mit 25 Pfg frankiert, da die Eilbotengebühr -im Gegensatz zur Einschreibegebühr- nicht durch die Ablösungsverfahren abgedeckt waren. Solche Briefe aus dem Reichsland Elsass-Lothringen sind Raritäten ersten Ranges.Das Porto für eine Privatperson hätte betragen 70 Pfg: (25 Pfg Brief > 20 g, 20 Pfg Einschreiben, 25 Pfg Eilbote)
In loser Folge werde ich Belege vorstellen und würde mich über eine lebhafte Diskussion freuen.
Einen Beleg Avers 7 "Herzoglich Lauenburgisches Ministerium in Berlin" habe ich noch nie gesehen.
Vielleicht gibt es ja welche?
25. November 1878
Dienstbrief Aversionalvertrag Nr. 9 vom 1. Juli 1872 mit dem Herzogtum Sachsen - Coburg - Gotha

25. März 1901 - Dienstbrief des Amtsgerichts Bremen
Rückseite: Dienstsiegel des Grundbuchamtes
Aversionalvertrag Nr. 24 vom 1. Juli 1899 mit der Freien Hansestadt Bremen

30. August 1909 - Dienstbrief des Amtsgerichts Rudolstadt
Aversionalvertrag Nr. 7 vom 1. Juni 1878 mit dem Fürstentum Schwarzburg Rudolstadt

26.9.1917 - Dienstbrief des Großherzoglich Badischen Notars
Aversionalvertrag Nr. 16 vom 1. Juni 1885 mit dem Großherzogtum Baden
Interessant die Nachfrankatur in Österreich
28. Dezember 1899 - Dienstbrief des Fürstlich Schaumburg - Lippischen Ministeriums
mit Aversionszettel und Dienstsiegel
Rückseite: Kastenstempel Hagenburg in Schaumburg - Lippe 29 99 7-8 V
Aversionalvertrag Nr. 8 vom 1. Juni 1871 mit dem Fürstentum Schaumburg - Lippe

19. März 1872 - Dienstbrief aus Darmstadt
Aversionalvertrag Nr. 5 vom 1. April 1870 mit dem Großherzogtum Hessen
24. April 1908 - Reichsdienstsache des deutschen Konsulats in St. Paul, Minnesota
Aufgabestempel Berlin C 2
Rückseite: Ankunftsstempel Trier 1 g 25.4.08 11-12 V und Siegelmarke des Konsulats

Hallo johanneshoffner,
https://www.philaseiten.de/beitrag/348250
danke für die Ausführungen.
Bzgl. frankierten Aversbelegen müsste der folgende Beleg passen aus Bad Gandersheim vom 3.8.1903 11-12V nach Greene 3.8.1903 4-5N mit Aversstempel "Frei durch Avers 26 / Herzgl. Kreiskasse".
Bei diesem Wertbrief über 170 Mk ist nur die Versicherungsgebühr in Höhe von 5 Pf freigemacht.


Grüße
philast
@ philast
Könnte es auch sein, dass das Bestellgeld frankiert ist?
Es steht ja in der Mitte "Bestellgeld frei", also der Empfänger musste es nicht bezahlen.
Ich kenne einige Paketkarten, bei der das Bestellgeld frankiert wurde, genau wie die Eilbotenfrankatur.
Auf jeden Fall ist das ein "Hammer-Beleg"
@ johanneshoffner [#86]
es handelt sich bei den frankierten 5 Pfennig um die Gebühr des Bestellgeldes.
Die Versicherungsgebühr betrug zwar je 300 Mark 5 Pfennig, jedoch gab es eine Mindestgebühr, die betrug 10 Pfennig!
Toller Beleg
Grüße
@ johanneshoffner [#86]
@ Hansi [#87]
Hallo,
danke für die Richtigstellung.
Grüße
philast
Ist zwar überhaupt nicht mein Sammelgebiet, aber die gezeigten Belege sind erster Klasse !!!
Hier noch ein Beleg vom letzten Tag, an dem die Pauschalbezahlung von Dienstbriefen der Länderbehörden möglich war, dem 31.3.1920.
Dieser Beleg ist vom 31.3.1920 aus dem Fürstentum Schwarzburg-Sonderhausen. Dieses Fürstentum war das kleinste Bundesglied, entsprechend selten sind Belege.

Ab dem 1.4.1920 war für Dienstsendungen die Freimachung mit Dienstmarken vorgeschrieben. Ursprünglich wollte die Reichspost für jeden Vertrag eigene Dienstmarken herausgeben, mit kleinen Nummern in den Ecken.
Aber es gab eine Serie für Preussen mit der Nr 21, eine Serie ohne Nummern für alle anderen Länder, die Dienstmarken Bayern und Württemberg. Ab dem 1.7.1920 waren ausser den Württemberger Dienstmarken die Dienstmarken im ganzen Reich gültig.
Hier ein Ersttagsbrief der Dienstmarke zu 15 Pfg mit der kleinen Zahl 21 in den oberen Ecken. Diese Marken waren für Preussen bestimmt.

Aus der Beschreibung in der Sammlung:
Dienstbrief vom 1.4.1920 vom Amtsgericht Charlottenburg an eine Firma, die sich in Liquidation befand. Der Brief ist mit 15 Pf korrekt für den Ortsverkehr frei gemacht. Der Stempel "Frei latu Avers" war nicht mehr nötig.
@ Dieter 66 [#91]
Hallo Dieter,
Seelow hat einen Ortsteil Werbig, von diesem OT ist der Stempel.
grüsse Christof
@ chris63 [#92]
Hallo Chris,
danke, habe ich jetzt tatsächlich auch gefunden.
2003 eingemeindet.
Dann ist das auch stimmig.
Schönen Gruß Dieter.
Zähldienstmarke Nr. 1,2,3, je 2-fach auf großem Brief von Goslar nach Wolfshagen (Harz) vom 21.10.1903


Gruß Ulf
[Redaktionell kopiert aus dem Thema "Deutsches Reich Dienstmarkenbelege"]
Guten Tag,
aus meiner Heimatsammlung "Wennigsen" ein DIN-A5-Briefumschlag vom Amtsgericht Wennigsen.

Der Umschlag war leer, also habe ich keine Ahnung vom Grund dieses Briefes.
Interessant für mich war, dass der Umschlag vom Beamten des Wennigser Postamts mit einem Sonderstempel versehen worden war.
MfG! >Franz<
Hallo,
anbei ein paar Reichsdienstsachen und Heeressachen aus dem Zeitraum 01.04.1920 bis 01.07.1920, verbunden mit der Frage wann bei diesen Stücken eine Frankatur mit Dienstmarken/Freimarken erfolgen musste und wann nicht. Aufhänger dieses Beitrags ist der Vermerk in den Briefmarkenkatalogen, dass ab 1.4.1920 die Ablösungsverträge endeten und die Landesbehörden Dienstmarken zu verwenden hatten und die Reichsbehörden die Dienstmarken ab dem 1.7.1920.
Hier zunächst ein paar frankierte Briefe mit Zustellungsurkunde
1. Halle a.S 24.06.1920 --> Dresden --> Bautzen, freigemacht mit 50 Pf Germania, Sollfrankierung 1,30 Mk (1.Gew.stufe) oder 1,50 Mk (2.Gew.stufe), die fehlende Freimachung erfolgte wahrscheinlich auf dem Urkundenblatt.

2. Berlin C2 17.06.1920 --> Berlin N20, freigemacht mit 3*50 Pf Germania also der Sollfrankierung von 1,50 Mk (2.Gew.stufe).
Beide Sendungen sind als Reichsdienstsache ausgewiesen,beide vom Finanzamt (Staatssteueramt) und frankiert, obwohl doch eigentlich dies nicht nötig war.

Hier ein paar Reichsdienstsachen ohne Frankatur (so würde ich alle mit dem Vermerk Reichsdienstsache erwarten in diesem Zeitraum):
3. Reichsdienstsache der Regierung Düsseldorf 24.6.1920

4. Reichsdienstsache des Reichsfinanzministerium Berlin 30.06.1920

5. Reichsdienstsache vom Hauptsteueramt Säckingen (Grunderwerbsteuer) 03.04.1920 mit Zustellungsurkunde

6. Reichsdienstsache von Charlottenburg vom 15.04.1920

Die gleiche Frage stellt sich mir auch bei Heeressachen
7. Frankierte Heeressache von Hildesheim nach Braunschreig 12.04.1920 freigemacht mit 5 und 10 Pf Dienst

8. unfrankierte Heeressache von Freiburg 01.06.1920 nach Äule am Schluchsee

Zum Abschluss noch zwei frankierte Reichsdienstsachen Belege aus Bayern, hier war die Verwendung von Dienstmarken wohl auch für Reichsdienstsachen üblich (?), obwohl die bayerische Postverwaltung an die Reichspostverwaltung am 1.4.1920 übergegangen ist und daher eigentlich auch die Regeln hinsichtlich Reichsdienssachen entsprechend den Regelungen der Reichspostverwaltung umzusetzen waren. Oder liege ich da falsch?
9. Von München 29.06.1920 nach Coburg (ab 01.07.1920 zu Bayern gehörig, davor Sachsen-Coburg) frankiert mit Abschiedsausgabe 40 Pf mit Aufdruck Deutsches Reich.

10. Von Passau nach Grafenwöhr 01.07.1920 mit (ungültiger) 40 Pf Dienst Bayernabschied. Bei diesem Beleg bin ich hinsichtlich der Handschrift (ev. die Schrift von "Landgraf") etwas skeptisch, der könnte "gemacht sein".

Wer kann die unterschiedlichen Handhabungen bzgl. Frankatur ja/nein in diesem Zeitraum 01.4.1920-30.06.1920 erklären?
Das Buch "Jan Thieme, Lothar Thieme Postgebührenablösung Neue Schriftenreihe der Poststempelgilde Band 171" gibt zu dieser Fragestellung keine ausreichenden Antworten.
http://www.poststempelgilde.de/rezension_band_171.html
Grüße
philast
@ philast [#96]
Hallo Philast,
die Einführung der Dienstmarken galt ab 1.4.1920 zuerst nur für die Landesbehörden, die Reichsbehörden mussten erst ab dem 1.7.1920 Dienstmarken verwenden.
grüsse Christof
@ volkimal [#63]
Hallo Volkmar,
falls die Frage nach 3 Jahren noch offen sein sollte, meine Einschätzung.
Frei lt. Avers No. 5
Geomt. i.A. Schlag (Geometer im Auftrag Schlag)
Da eine Verständigung zwischen Gemeinde Dromersheim
und Georg Hensel II bezüglich der Abtheilung in der Lehm
kaute nicht zu Stande zu kommen scheint; so bin ich
Lehm steht da zwar nicht, aber Lehmkaute ist der einzige passende Flurname in der Gemarkung Dromersheim.
In der 3/4 Gewann ersuche ich Sie ergebenst, die Ausstei-
den Flurnamen 3/4 Gewann gibt es in Dromersheim, sind 3/4 morgen
grüsse Christof
@ philast [#96]
Der Beleg vom 30.6.1920 ist ein Letztagsbeleg für pauschalfrankierte Dienstsendungen.
Dieser Beleg kann einen besonderen Platz in der Sammlung einnehmen.
Zwischen dem 1.7.1920 und Oktober 1923 mussten Reichsdienstsachen frankiert werden.
Hallo,
@ johanneshoffner [#99]
@ chris63 [#97]
Ja, wie in ersten Zeilen meines Beitrag [#96] beschrieben geht es mir um die Beantwortung der Frage, wann / warum als Reichsdienstsachen und Heeressachen bezeichnete Belege aus dem Zeitraum 01.04.1920 bis 30.06.1920, mal mit einer Frankatur mit Dienstmarken/Freimarken zu versehen sind und wann nicht. Und gab es in Bayern eine andere Handhabung von Reichsdienstsachen in diesem Zeitraum als im Reichsgebiet, obwohl Bayern ab dem 1.4.20 zum Reichspostgebiet gehört.
Grüße
philast
@ philast [#100]
Sorry, die ersten Zeilen habe ich überlesen oder schlimmer noch am Ende schon wieder vergessen.
Die Gliedstaaten des Deutschen Reichs, hier speziell Bayern und Preußen, haben ihre Kompetenzen in einigen Bereichen gar nicht oder schleppend abgegeben. Die Landesbehörden blieben für einige Bereiche alleine zuständig. Erst mit dem Übergang zur Weimarer Republik wurden aus den Reichsbehörden dann Reichsministerien mit einheitlicher Gesetzgebung und Regeln, dies dauerte noch bis mindestens 1923.
Der Stempel Reichsdienstsache sagt meiner Meinung nichts darüber aus ob eine Reichs- oder Landesbehörde dahinter steckt.
grüsse Christof
Hallo,
anbei ein Beleg der Universität Jena mit Inhalt, für den nicht der Aversionalvertrag Nr. 20 in Anspruch genommen wurde.


Grüße
philast
Hallo,
anbei ein Eilboten Beleg mit "Frei durch Ablösung 16" von Karlsruhe 11.7.1919 nach Berlin NW 40 13.7.1919 (Sonntag).
Die Eilbotengebühr, hier wurden 25 Pf frankiert, musste mit Freimarken frankiert werden, da Eilbotengebühren nicht im Aversionalvertrag enthalten waren.
Interessant ist, dass zum 10.7.1919 die Eilgebühr auf 50 Pf verteuert wurde, die somit fehlenden 25 Pf wurden bei diesem Beleg nicht beanstandet.


Grüße
philast
Hallo,
aus meiner Schwenninger Sammlung ein Nachnahme-Brief von Schwenningen nach Villingen vom 30.10.1942.

Gruß
Manne
REDAKTIONELLER HINWEIS: Am 06.11.2024 wurden 17 Beiträge, die zwischen dem 24.08. und 02.11.2024 geschrieben wurden, aus dem Thema "Frei laut Avers" in das seit dem 03.01.2009 bestehende Thema "Deutsches Reich: Dienstbelege - Frei durch Ablösung Reich" verschoben. Avers und Ablösung meint das Gleiche (Aversum = Abfindung, Ablösung).
Zu Erklärungen siehe auch Beitrag [#76] vom 24.08.2024 von Johannes Hoffner.
Weiterer Nachnahme Brief vom 14.05.1936 über 3,81 Reichsmark vom Obergerichtsvollzieher beim Amtsgericht Lübbenau nach Grünberg in Schlesien.

Schönen Gruß
Sepp
Brief von der Königlich Preussischen Generalkommission Merseburg an den Gemeindevorsteher in Kleinengersen bei Calbe an der Milde vom 02.07.1909. Auf der Rückseite Papiersiegel der Generalkommission.


Schönen Gruß
Sepp
Brief vom 21.02.1939 von Fürth nach Behringersdorf.Absender Fliegerhorstkompanie Fürth, Briefstempel und Tagesstempel Fürth (Bay) Fliegerhorst.


Schönen Gruß
Sepp
Liebe Sammlerfreunde,
ein Brief des Amtsgericht's Schleiz (Reuss jüngere Linie mit Ablösevertrag Nr.11 1873 bis 1920) nach Leipzig-Reudnitz vom 30.09.1908 konnte dort nicht zugestellt werden. Die Adressatin Frau Kosa verehelichte Zweiniger, geborene Zirrgiebel konnte in Leipzig nicht ermittelt werden. Die Nachforschungen der Leipziger Post dauerten 2 Tage (siehe die beiden handschriftlichen Datumsangaben mit entsprechenden Nebenstempel auf der Rückseite). Der Brief ging am 03.10.1908 zurück an's Amtsgericht in Schleiz.
Mit lieben Sammlergrüßen
Totalo-Flauti.
Hallo,


Brief des Reichsarbeitsdienstes f.d. weibl. Jugend Aufbaustab Österreich vom 31.5.38. Für die geforderte Expressbeförderung wurde die benötigte Frankatur von 30 Groschen (der österreichische Tarif war noch gültig) verklebt.
Wie damals üblich wurde der Brief per Rohrpost zum Westbahnhof befördert und kam am 1.6.38 in Frankenmarkt an und wurde dort mit dem Eilboten zugestellt. Der Bug des Briefes wurde durch die Rohrpostbeförderung verursacht und ist nicht wertmindernd.
Handschriftlich die Vermerke
Eilbrief (rot umrandet) und
Frei durch Ablösung Reich. Ob es in dieser Art einen weiteren Beleg gibt - ich weiss es nicht.
Reini46
Hallo,
ein Brief vom Reichsarbeitsdienst für die weibliche Jugend Lager Gnewin mit Poststellenstempel "Gnewin/a/ über Lauenburg/Pommern" vom 13.12.1938 an den Reichsarbeitsdienst f.d.weibl. Jugend Lager 10/70 in Schneeberg-Neustädte/Erzgebirge.
Gnewin: Gniewino (deutsch Gnewin) ist ein Dorf mit Sitz der gleichnamigen Landgemeinde in der polnischen Woiwodschaft Pommern und gehört zum Powiat Wejherowski.
Lauenburg: Lębork (deutsch Lauenburg) abgekürzt amtlich Lauenburg i. Pom. ist eine Stadt in der polnischen Woiwodschaft Powiat Lęborski.

Gruß
Andreas
Postkarte vom 21.11.1935 vom Amtsgericht Beerfelden an das Hochbauamt Dieburg in Erbach.


Schönen Gruß
Sepp
Brief vom 27.07.1908 von der Großherzoglichen Hessischen Bezirkskasse Lampertheim an das Großherzogliche Hochbauamt Bensheim, dort Ankunft am 28.07.1908. Stempel "Frei Lt. Avers No 5 Gr. Bezirkskasse und Dienststempel der Bezirkskasse.


Schönen Gruß
Sepp
Ortsbrief München vom 12.10.1926 vom Finanzamt München III. Aufdruck Dienstsiegel und Frei durch Ablösung. Gestempelt mit Maschinenstempel "In Briefaufschriften genau angeben Zustellpostamt Straße und Hausnummer oder Brieffach"

Schönen Gruß
Sepp
Brief vom 15.08.1938 vom I. Luftgau-Nachrichten-Regiment 7 in Augsburg Pfersee an die Staatsanwaltschaft Tübingen. Dienstsiegel Luftnachrichten Ersatz Abteilung II 15.
Die Abteilung wurde in der Vorkriegszeit im Rahmen des Aufbaus der Luftwaffe zur Ausbildung von personellem Nachwuchs der Luftnachrichtentruppe aufgestellt.

Schönen Gruß
Sepp