Thema:
Deutsche Marine Schiffspost
Am: 21.09.2017 15:30:58
Gelesen: 26958
# 1
Rotbandbrief Marine Schiffspost No. 43
Seltener (Rotbandbrief Marine Schiffspost No.43) Briefmarken - Ausgabe für die französischen Auslandspostämter in China. "Chine". Empfänger war der Kaiserliche Marine Stabszahlmeister Beatge (siehe Rangliste der deutschen Seestreitkräfte in Ostasien auf Flagschiff: S. M. gr. Kreuzer "Fürst Bismarck").
Am: 21.09.2017 23:20:30
Gelesen: 26913
# 2
@ Atlasindex [#1]
Jetzt weiß ich nicht so recht, was soll eigentlich in diesem Thread gezeigt/diskutiert werden? Rotbandbriefe oder Auslandspostämter in China oder Marine-Schiffspost-Belege aus der Kaiserzeit bzw. mit Nr. 43 oder was sonst?
hajo22
Am: 22.09.2017 06:01:52
Gelesen: 26891
# 3
Was hat es eigentlich mit den sogenannten Rotbandbriefen auf sich?
-jmh
Am: 22.09.2017 09:31:51
Gelesen: 26871
# 4
Wollte den Brief nur mal vorstellen. Vielleicht gibt es Sammler, welche mir mehr über die Marine Schiffspost, speziell No.43 - was sagen können.
Am: 22.09.2017 11:25:08
Gelesen: 26848
# 5
@ Atlasindex [#4]
Marineschiffspost 43 = Großer Kreuzer "FÜRST BISMARCK", zu dieser Zeit in China stationiert. Der Absender hat einen dort üblichen Umschlag verwendet, die Frankatur war nicht nötig. Rotbandbriefe waren für positive Inhalte, für schlechte Nachrichten gab es wohl blaue. Da bin ich mir aber nicht sicher.
Gruß
Dirk
Am: 22.09.2017 11:26:28
Gelesen: 26848
# 6
@ Atlasindex [#4]
Die Frankatur der Französischen Post in China war bei Deinem Beleg ja eigentlich nicht notwendig, da er ja als so ausgewiesener Feldpostbrief gebührenfrei war. Ich sehe da also eine Gefälligkeitsentwertung.
Ein Rotbandbrief ist auch keine großartige Seltenheit und dann hat der Beleg ja auch noch einen unschönen Wasserfleck. Sicher, der Beleg ist in der Form sicherlich selten, aber einen hohen philatelistischen bzw. finanziellen Wert sehe ich persönlich nicht.
Der Stempel MSP Nr.43 ist auf der (alten) Bismarck verwendet worden und ist auch nicht sonderlich selten.
Angim
Am: 22.09.2017 13:26:38
Gelesen: 26829
# 7
@ Atlasindex [#4]
Marine Schiffspost Nr. 43: Großer Kreuzer SMS "Fürst Bismarck", 10700 Tonnen, 1. Auslandsreise 30.6.1900 Kiel-Gibraltar-Port Said-Perim-Colombo (ab Colombo Geleit der Schiffe "Wittekind" und "Frankfurt" die nach Tsingtau liefen als Sicherung gegen etwaige chinesische Angriffe ab Singapore bis Tsingtau)-Singapore- 13.8.1900 Tsingtau. SMS Fürst Bismark fungierte als Stationsschiff und Flagschiff des Ostasien-Kreuzer-Geschwaders und lag vom 13.8.1900 bis 8.4.1909 vorwiegend in Tsingtau. Übernahmedatum der Postausrüstung, Marine-Schiffspost Nr. 43 ist unbekannt, Abgabe der Postausrüstung Marine-Schiffspost Nr. 43 am 19.6.1909 ins Brunsbüttelkoog
Feldpostabstempelungen im China-Feldzug 1900/1901 und 1904/1905 im Einsatz während des russisch-japanischen Krieges waren möglich, da SMS "Fürst Bismarck"als Feldpoststation fungierte
Die Marine-Schiffspost-Stempel mit Nr. 43 führten folgende Boote:
SMS "Aegir", Küsten-Panzerschiff, 1.7.1897-?,
https://de.wikipedia.org/wiki/SMS_%C3%84gir
SMS "Bayern", Linienschiff, 28.5.1898-12.2.1900, hier kein Wikipedia Eintrag gefunden (nicht verwechseln mit Schlachtschiff SMS Bayern, 1915 in Dienst gestellt),
SMS "Fürst Bismarck", Großer Kreuzer, 1.4.1900-19.6.1909,
https://de.wikipedia.org/wiki/SMS_F%C3%BCrst_Bismarck
SMS "Panther", Kanonenboot, 31.12.1911- Kriegsausbruch (Westafrika-Station), vgl.
https://de.wikipedia.org/wiki/SMS_Panther_(1901)
Alle Angaben aus "Deutsche-Marine-Schiffspost", Korv.Kapt. aD Friedrich Crüsemann, Handbuch und Stempelkatalog, S. 296-298
Am: 22.09.2017 13:47:57
Gelesen: 26816
# 8
@ angim [#6]
Für die Frankatur gäbe es nur einen Grund, wenn der Absender nicht zur gebührenfreien Benutzung der Feldpost zugelassen war. Offiziere hatten ihre Briefe durchaus zu bezahlen. Man müsste den Absender kennen. Von der Ausführung der Schreibweise der Anschrift ist davon auszugehen, dass der Schreiber ein Deutscher war.
Eine andere Möglichkeit ist natürlich ein philatelistischer Einfluss um die französischen Marken mit Überdruck in die Heimat zu senden.
Am: 22.09.2017 14:26:30
Gelesen: 26804
# 9
Französische Marken auf einem deutschen Feldpostbrief gestempelt mit Deutscher Marine-Schiffspost? Pure Gefälligkeit.
Im März 1901 (Boxer-Aufstand) war Einsatzzeit der Marine-Infanterie. Feldpost also gebührenfrei.
hajo22
Am: 22.09.2017 18:54:44
Gelesen: 26774
# 10
Danke, da kamen ja einige interessante Informationen heraus.
Am: 22.09.2017 19:32:52
Gelesen: 26768
# 11
@ Claudius Kroschel [#8]
Servus zusammen,
ich kenne mich mit der Marine kaum aus, wenn aber Claudius' Aussage richtig ist, so macht die Frankatur Sinn, da als Empfänger ein Herbert Baetje und weiter eine Frau Marine Stabszahlmeister W. Baetje zu Wilhemshaven, Kronprinzenstr. 10 b genannt ist (ggf. Ehefrau des Absenders). Diese Form der Anrede einer Ehefrau (+ Beruf des Ehegatten) war damals üblich, geläufiger z. B. "Frau Geheimräthin ...". Laut wikipedia bekleidete der Zahlmeister auch einen Offiziersrang (Marine-Stabszahlmeister = einem Kapitänleutnant).
mfg Max
Am: 22.09.2017 22:44:19
Gelesen: 26738
# 12
Der Zahlmeister verkaufte auf den deutschen Kriegsschiffen deutsche Briefmarken, 1901 Germania-Marken. Warum sollte er französische Marken verwenden? Die Germania-Marken lagen in seinem Büro.
hajo22
Am: 22.09.2017 23:53:23
Gelesen: 26722
# 13
@ hajo22 [#12]
Da kann man nur vermuten. ;-)
1. Um seinem Söhnchen, Opachen, oder sonst einem Verwandten eine Freude zu bereiten, wenn er so etwas Exotisches in Händen halten darf (Briefmarken sammeln ist ja nicht seit gestern angesagt, eher seit vorvorgestern). Als Zahlmeister hätte man ja dann laut Deinen Info's genau den richtigen Posten, um solche Eier zu legen.
2. Um Kohle zu sparen: wie wir wissen, gehen "Reiche" oft noch sparsamer mit ihrem Geld um als "Arme".
Die 2. Vermutung ist nicht ernst gemeint, da ich wie schon in meinem ersten Beitrag erwähnt kaum Ahnung über die Marine (zuzüglich Abwicklung der Feldpost) habe. Ich kann nur ahnen, dass die Frankatur mit französischen Marken ungültig war. Das Einzige was ich sagen kann ist, dass die Schrift authentisch, zeitgerecht ist.
'nen guten Rutsch ins Wochenende, Max
Am: 21.11.2017 17:44:00
Gelesen: 26542
# 14
Liebe Sammlerfreunde,
wenn man Leipzig sammelt, wird es selten mit Schiffspost. Es sei denn, auf den Belegen wurden Ausgabestempel abgeschlagen. Heute kann ich auch einen Schiffspostbeleg, wenn auch nicht einen so schönen wie oben, zeigen. Es handelt sich dabei um die Postkarte mit dem Aufdruck "Nur für Marine-Schiffsposten". Der Stempel mit der MSP 23 stammt von der SMS Wörth. In der Zeit von 1900 bis 1901 nahm die SMS Wörth an der Niederschlagung des Boxeraufstandes in China ohne aktive Beteiligung teil. Die Karte wurde kurz vor der Heimreise der SMS Wörth zurück nach Wilhelmshaven nach Leipzig gesandt. Es wurden "leider" nur herzliche Grüße an den Adressaten versandt. Das Leipziger Postamt 3 konnte die Karte erst beim zweiten mal zustellen.
Lt. Katalog wurden diese Karten für 5 Pf. an Besatzungsmitglieder der Kriegsschiffe im Auslande ausgegeben. Diese Posten standen eines im Ausland befindlichen Postamtes des Heimatlandes gleich.
Mit lieben Sammlergrüßen
Totalo-Flauti.
Am: 14.12.2017 17:03:28
Gelesen: 26439
# 15
Ende September 1889 lief das Übungsgeschwader von Kiel und Wilhelmshaven zu einer Mittelmeerreise aus. Das Geschwader bestand aus dem Panzerschiff KAISER (Flaggschiff), Kreuzerfregatte DEUTSCHLAND, Panzerschiff FRIEDRICH DER GROSSE, Panzerfregatte PREUSSEN, Kreuzerfregatte IRENE (nur zeitweise) und Aviso WACHT.
Diese Reise führte zu den Häfen im Ägäischen Meer, Adriatisches Meer und des Tyrrhenischen Meeres. Ende 1889 befand sich das Geschwader im Adriatischen Meer. Zeitweise begleitete das Geschwader Kaiser Wilhelm II. auf seiner Yacht HOHENZOLLERN bei seinen Besuchen in Athen und Konstantinopel.
Die folgende Ganzsache Nr.5 aus Griechenland vom 10.12.1889 kommt aus Kerkyra (Corfu) nach Cammin/Pommern.
Kartentext:
Corfu den 9ten Dezember 89
"Wir haben am Donnerstag den 3.Dez. Lissa verlassen, gingen am Freitag Abend vor Kurzola, am Sonnabend Abend vor Ragusa zu Anker und sind am Sonntag früh hier in Corfu eingetroffen, wo wir bis zum 21. des Monats liegen bleiben..."
Diese Reisedaten stimmen mit den Angaben im Marineverordnungsblatt fast überein. Die Frage bleibt allerdings, auf welchen der großen Schiffe sich der Absender befand. IRENE kann nicht infrage kommen, denn ab 14.11.1889 galt das Schiff als álleinsegelnd´. Nach einem Besuch in Ägypten und der palästinensischen Küste kehrte sie gemeinsam mit dem Geschwader am 22.4.1890 nach Wilhelmshaven zurück.
Gruß Dieter
Kartentext:
Corfu den 9ten Dezember 89
"Wir haben am Donnerstag den 3.Dez. Lissa verlassen, gingen am Freitag Abend vor Kurzola, am Sonnabend Abend vor Ragusa zu Anker und sind am Sonntag früh hier in Corfu eingetroffen, wo wir bis zum 21. des Monats liegen bleiben..."
Diese Reisedaten stimmen mit den Angaben im Marineverordnungsblatt fast überein. Die Frage bleibt allerdings, auf welchen der großen Schiffe sich der Absender befand. IRENE kann nicht infrage kommen, denn ab 14.11.1889 galt das Schiff als álleinsegelnd´. Nach einem Besuch in Ägypten und der palästinensischen Küste kehrte sie gemeinsam mit dem Geschwader am 22.4.1890 nach Wilhelmshaven zurück.
Gruß Dieter
Am: 18.12.2017 21:18:54
Gelesen: 26352
# 16
Feldpostbrief mit Marine Schiffspost Stempel Nr.82 vom 28.3...., Stempel ohne Jahreszahl.
Dieser MSP-Stempel war von 1914 bis 1917 an Bord des Linienschiffes SMS "Preußen". SMS "Preußen" gehörte bis Mai 1916 zum Geschwader des Kommandos der Hochsee-Streitkräfte. Nach dem Mai 1916 unterstand es dem Oberbefehlshaber der Ostseestreitkräfte bis zum Mai 1917 für die Sundbewachung. Danach Beischiff der III. Unterseeboots-Flottille Wilhelmshaven bis zum Kriegsende.
Linienschiff SMS "Preußen", Stapellauf am 30.10.1903.
Aus der Liste der Kriegsschiffe am 5.4.1929 gestrichen und am 25.2.1931 abgewrackt.
Gruß Dieter
Linienschiff SMS "Preußen", Stapellauf am 30.10.1903.
Aus der Liste der Kriegsschiffe am 5.4.1929 gestrichen und am 25.2.1931 abgewrackt.
Gruß Dieter
Am: 23.02.2018 12:40:18
Gelesen: 25681
# 17
Der Kleine Kreuzer "Bussard" war vom 30.06.1904 bis zum 14.12.1909 auf der Ostafrikanischen Station. Vom 07.11.1904 bis zum 22.11.1904 war "Bussard" in Dar-es-Salaam. Die Karte wurde beim Einlaufen in Dar-es-Salaam mit dem Stempel "KAIS: DEUTSCHE/MARINE-/SCHIFFSPOST/Nr.51/7/11/o4 gestempelt und ging nach Apolds 29.11.04.
Vom 29.06.1905 bis 03.08.1905 besuchte der Kleine Kreuzer "Bussard" die Häfen im südlichen Ostafrika. Am 26.07.1905 war "Bussard" in Dar-es-Salaam, wo die Karte beim Einlaufen den Stempel KMSP Nr. 51 abgeschlagen wurde. Die Karte war nach Apolda/Thüringen gerichtet, wo er den Stempel von Apolda am 16.o8.05 erhielt.
"Bussard" wurde am 07.10.1890 in Dienst gestellt, aus der Liste der Kriegsschiffe am 25.10.1912 gestrichen und 1913 abgewrackt.
Gruß Dieter
Vom 29.06.1905 bis 03.08.1905 besuchte der Kleine Kreuzer "Bussard" die Häfen im südlichen Ostafrika. Am 26.07.1905 war "Bussard" in Dar-es-Salaam, wo die Karte beim Einlaufen den Stempel KMSP Nr. 51 abgeschlagen wurde. Die Karte war nach Apolda/Thüringen gerichtet, wo er den Stempel von Apolda am 16.o8.05 erhielt.
"Bussard" wurde am 07.10.1890 in Dienst gestellt, aus der Liste der Kriegsschiffe am 25.10.1912 gestrichen und 1913 abgewrackt.
Gruß Dieter
Am: 26.04.2019 19:28:55
Gelesen: 23074
# 18
Karte von der kaiserlichen Yacht "Hohenzollern" nach Hamburg. Die Frankatur wurde mit dem Stempel KAISERLICHE/MARINE/SCHIFFSPOST/NR:/=/"!:$:/!" entwertet.
Geschrieben wurde die Karte am 21. April 1912 in Corfu.
Vom 29.02.1912 bis 14. Juni 1912 unternahm die "Hohenzollern" eine Mittelmeer-Reise. Die Reise begann am 18.02.1912 in Kiel und ging über Torbay, Vigo, Gibraltar, Venedig, Brioni, Corfu, Genua, Gibraltar und am 14.06.12 wieder zurück nach Kiel.
Aviso "Hohenzollern II" wurde im April 1893 in Dienst gestellt und 1923 verkauft und abgewrackt.
Bei den zahlreichen Reisen der "Hohenzollern" mit dem Kaiser an Bord, wurde es stets mit einem Kriegsschiff und eines Depeschenbootes begleitet.
Dieter
Dieter
Am: 14.05.2019 18:04:17
Gelesen: 22921
# 19
Feldpostkarte vom Schlachtschiff "Scharnhorst" nach Oldau bei Celle.
Die "Scharnhorst" führte die Feldpostnummer M 23657.
Gestempelt wurde die Karte mit Poststempel 21.10.1939 und mit Briefstempel Dienststelle Nummer M 23657.
Text der Karte:
In See, am 20. Okt. 1939
Vom Schlachtschiff "Scharnhorst" sendet Ihnen und alle im Hause die besten Grüße
Helmut Zabel
Am 4. September 1939 in Brunsbüttel liegend wurde der Schlachtkreuzer erfolglos von britischen Bombern angegriffen.
1943 Unternehmung gegen Spitzbergen. Am 26.Dezember 1943 beim Nordkap auf überlegene britische Streitkräfte gestoßen und nach 13-35,6 cm Treffern und 14 bis 15 Torpedo-Treffern gesunken, 1803 Tote.
Dieter
Am 4. September 1939 in Brunsbüttel liegend wurde der Schlachtkreuzer erfolglos von britischen Bombern angegriffen.
1943 Unternehmung gegen Spitzbergen. Am 26.Dezember 1943 beim Nordkap auf überlegene britische Streitkräfte gestoßen und nach 13-35,6 cm Treffern und 14 bis 15 Torpedo-Treffern gesunken, 1803 Tote.
Dieter
Am: 02.12.2020 18:08:40
Gelesen: 20311
# 20
Anfrage:
Um welches Schiff handelt es sich bei Marine Schiffspost Stempel Nr. 97 (1. Weltkrieg 1917)?
Wer kann helfen? Vielen Dank im Voraus.
hajo22
Am: 02.12.2020 19:20:51
Gelesen: 20296
# 21
@ hajo22 [#20]
MSP 97 ührte die Schiffsjungen-Division Flensburg-Mürwik auf dem Schiffsjungen-Schulschiff König Wilhelm, alte Panzerfregatte von 1868 9.800 Tons ab 19. Januar 1915 - 15. November 1918. Das Schiff wurde 1921 abgewrackt.
Gruß Regis
Am: 03.12.2020 10:27:29
Gelesen: 20274
# 22
@ Regis [#21]
Vielen Dank für die Info.
Grüße, hajo22
Am: 14.12.2020 17:01:44
Gelesen: 20183
# 23
Karte vom Großen Kreuzer/Schulschiff SMS "HANSA" aus Pensacola/USA nach Wilhelmshaven. Geschrieben wurde die Karte am 09.10.1911 und am 12.Oktober 1911 die Frankatur entwertet. Adressiert ist die Karte an Herrn San. Viz. Feldw. Richter 3. Abtlg III. Division Wilhelmshaven.
Text der Karte:
Pensacola, den 9.10.11
Sehr geehrter Herr Feldwebel
Allerherzlichsten Glückwunsch
nachträglich zum Kommando
wechsel. welch eine Freude
was?! Hier an Bord habe ich über
viel Arbeit; meine beiden Ober-
gäste sind durchaus nicht für
ein Schulschiff geeignet. Sonst
aber alles in bester Ordnung.
Ich würde Herrn Feldwebel über
alles dankbar sein, wenn ich
erfahren könnte, wie die
Beförderungsverhältnisse stehen.
Herzl. Gruß P. Goldhahn
Der Aufenthalt des Großen Kreuzers "Hansa" am 09.10.1911 in Pensacola ist nicht im Handbuch und Katalog der Deutschen Marine-Schiffspost und Marinepost 1895-1914 bekannt. Nach Angaben im Handbuch befand sich "Hansa" vom 07.10. - 16.10.1911 in Horta.
Der Große Kreuzer "Hansa" befand sich vom 26.8.1911 bis zum 07.3.1912 auf USA-Reise.
Der Große Kreuzer "Hansa" lief am 12.3.1898 vom Stapel. Die Besatzung als Schulkreuzer betrug 684 Mann einschließlich Seekadetten und Schiffsjungen. Von 1915 bis Kriegsende 1918 als Wohnschiff für Torpedoboote-Besatzungen verwendet, 1920 abgewrackt.
Dieter
Dieter
Am: 01.05.2021 00:45:52
Gelesen: 19241
# 24
Ein Brief, versehen mit dem Stempel des 1.Minensuchgeschwaders, gelaufen am 23.4.1970 von Flensburg nach Karlsruhe.
Viele Grüße
Ingo
Viele Grüße
Ingo
Am: 02.03.2022 15:34:34
Gelesen: 17311
# 25
Hallo in die Runde,
eine AK mit einem Stempel der Kaiserlichen Marine Schiffspost nachlege:

Beste Sammlergrüße
Michael

Beste Sammlergrüße
Michael
Am: 11.03.2022 22:29:35
Gelesen: 17213
# 26
Karte aus Funchal, Madeira nach Tondern, Dänemark.
Abgestempelt ist die Karte mit dem Stempel KAIS. DEUTSCHE/MARINE/SCHIFFSPOST/Nr.19/3.9./1899. Die Nr. 19 wurde vom Schulschiff "Stosch" verwendet.
Vom 22.07.1899 bis 22.3.1900 befand sich das Schulschiff "Stosch" auf Ausbildungsreise nach Westindien.
Besucht wurden die Häfen ab Kiel, Portsmouth, Vigo, Tanger, Funchal, Las Palmas, Sta. Lucia, Trinidad, Puerto Cabello.
Curacao, Trinidad, Sta. Lucia, Fayal, Nieuwdiep, Kiel.
In Funchal war das Schulschiff "Stosch" vom 08.9. bis zum 11.09.1899.
Am 03.12.1877 wurde die gedeckte Korvette in Dienst gestellt.
Von 1884 bis 1891 fuhr sie als Kreuzerfregatte und ab 1891 als Schulschiff bis zum 26.Mai 1907.
Dieter
Dieter
Am: 05.04.2022 16:58:32
Gelesen: 16934
# 27
Postkarte vom Reichspost Dampfer "MAIN" vom Norddeutschen Lloyd.
Die "Main" wurde gechartert für den Transport der Ablösung für die Schiffe auf der Ostasiatischen Station Tsingtau.
Entwertet wurde die Frankatur mit dem Stempel KAIS.DEUTSCHE/MARINE-/SCHIFFSPOST/ Nr.49/23.7./03. Die Postausrüstung war vom 03.5.1903 bis zum 20.8.1903 an Bord.
Die Karte wurde auf der Heimreise der "MAIN" am 23.7.1903 in Colombo geschrieben. Die Heimreise begann am 24.6.1903 ab Tsingtau. Auf der Heimreise nach Bremerhaven wurden die Häfen Nagasaki, Singapore,
Colombo und Port Said angelaufen. In Bremerhaven kam das Schiff am 20.8.1903 an.

Dieter

Dieter
Am: 11.12.2022 19:34:47
Gelesen: 14991
# 28
Guten Abend,
da ich vor kurzem in den Besitz zweier Belege mit Stempel der Marine Schiffspost gelangt bin, würde mich interessieren was die Nummern bedeuten.


Es sind die Nummer 103 und 307. Bei 307 vermute ich fast ein Unterseeboot, da der Brief vom Kommando der II. Unterseebootflottille gestempelt ist.
Zusätzlich würde mich eine ungefähre Preiseinschätzung interessieren, da beide Belege nicht in meine Sammelgebiete passen.
Einen schönen Rest vom 3 Advent
Uwe


Es sind die Nummer 103 und 307. Bei 307 vermute ich fast ein Unterseeboot, da der Brief vom Kommando der II. Unterseebootflottille gestempelt ist.
Zusätzlich würde mich eine ungefähre Preiseinschätzung interessieren, da beide Belege nicht in meine Sammelgebiete passen.
Einen schönen Rest vom 3 Advent
Uwe
Am: 12.12.2022 18:24:20
Gelesen: 14962
# 29
@ Parachana [#28]
Hallo Uwe,
Die Nr. 103 wurde geführt vom Kommando der II. Unterseeboots-Halbflottille von Kriegsausbruch bis Kriegsende.
Die Nr. 307 von der 2. Unterseeboots-Halbflottille vor Kriegsbeginn aufgestellt, neu gebildet 25.5.1916.
2. U-Boots-Flottille ab 1. Oktober 1916 bis Kriegsende, Wilhelmshaven, zeitweise Einsatz von Helgoland aus.
Gruß Dieter
Am: 11.12.2023 15:15:36
Gelesen: 11493
# 30
Karte mit Stempel DEUTSCHE/REICHSMARINE/20.1.35/ SCHIFFSPOST/Nr. 6 aus Porto Amelia (Portug. Ostafrika) nach Meldorf/Holstein.
Der Kreuzer "EMDEN" befand sich auf der 7. Weltreise vom 10.11.1934 bis 14.6.1935. Angelaufen wurden 15 Häfen in Afrika, Seychellen, Spanien und Portugal.
Text der Karte:
Porto Amelia 20.1.35
(Portug. Ostafrika)
Liebe Annemarie!
Aus dem heißen und doch so schönen Afrika sende
ich Dir die herzlichsten
Grüße. Unsere Reise mit der treuen
"Emden" war bisher ein voller Erfolg.
Wir haben viel gesehen und erlebt.
Die ... Tage verlebten wir in
Kapstadt und in East London, wo
sehr starke deutsche Kolonien sind.
Wir waren immer eingeladen und machten viele
Veranstaltungen zu unseren Ehren mit. Hier ist es nun
wieder sehr heiß. Anzug-: Sportzeug, Tropenhelm.
Ihr lauft gewiß im Pelzmantel herum. Doch wir
werden nun bald den Äquator zum 2. ..schneiden.
Da wird es wohl schon etwas kühler werden.
Sei nun herzlich gegrüßt und grüße bitte auch den
lieben... von mir
Dein Ernst...

Dieter

Dieter
Am: 16.03.2024 17:26:58
Gelesen: 10942
# 31
Postkarte vom gecharterten Dampfer des Norddeutschen Lloyd "HANNOVER" von der Kaiserlichen Marine für den Transport
der 2.Transportstaffel anlässlich des Boxeraufstandes in China.
Das Schiff transportierte 1320 Mann des 4. und 6. Ostasiatischen Infanterie-Regiments, die Infanterie-Munitions-Kolonne
Nr.2 und Feldlazarett Nr.6 mit 64 Fahrzeugen.
Die "HANNOVER" führte den Stempel KAIS. DEUTSCHE/MARINE-/SCHIFFSPOST/Nr. 70/1.10.00 vom 04.09.00 - 15.10.00.
Der Dampfer befand sich vom 04.09.00 bis 15.10.1900 auf der Ausreise nach Ostasien.
Am 10.Oktober 1900 befand sich "HANNOVER" in Singapore.
Reiseverlauf Bremerhaven ab 04.09. 9.9. Oporto, 14.9. Malta, 17.9. Port Said, 23.9. Colombo, 27.9.-4.10. Singapore, 9.10. Hongkong, 12.10.-15.10.1900 Shanghai.
Dieter
Dieter
Am: 16.04.2024 19:55:03
Gelesen: 10670
# 32
Der Schlachtkreuzer hatte den Marine Schiffspoststempel Nr. 29
Kurz nach Ankunft der "Goeben" in Konstantinopel am 16.August 1914 wurde das Schiff an die türkische Flotte übergeben und bekam den Namen "Jawus Sultan Selim". Die deutsche Besatzung blieb an Bord. Den ganzen Krieg über wurde der Schlachtkreuzer von der deutschen Besatzung beim alten Namen genannt. Auch der Stempel mit der Nr. 29 blieb an Bord.
Am 02.11.1918 wurde SMS "Goeben" außer Dienst gestellt. Die Besatzung ging von Bord und das Schiff wurde endgültig der Türkei übergeben.
Dieter
Dieter
Am: 20.04.2024 19:53:27
Gelesen: 10519
# 33
@ Fips002 [#32]
Ich kann auch eine Feldpostkarte mit MSP-Stempel 29 der SMS Goeben zeigen. Die Karte wurde nur wenige Monate vorher im Jahr 1916 nach Berlin versandt.

Zwei weitere Karten die im zeitlichen und örtlichen Zusammenhang werde ich noch zeigen.
Gruss
Martin

Zwei weitere Karten die im zeitlichen und örtlichen Zusammenhang werde ich noch zeigen.
Gruss
Martin
Am: 21.04.2024 09:22:15
Gelesen: 10486
# 34
@ Martin de Matin [#33]
Mit der SMS Goeben wurde auch der kleine Kreuzer SMS Breslau an das Osmanische Reich übergeben und bekam den Namen Midilli. Die Breslau wurde 1912 in Dienst gestellt und sank am 20.1.1918 durch Minen beim Einsatz bei der Imbros. Von 463 Besatzungsmitgliedern überlebten 133 [1].
Die Feldpostkarte MSP-Stempel Nr.69 wurde am 19.11.1916 gestempelt. Sie wurde an den Spielmann Otto Reiter auf der SMS Panther, die damals in Kiel-Friedrichsort stationiert war, geschickt.

Gruss
Martin
[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Midilli_(Schiff)

Gruss
Martin
[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Midilli_(Schiff)
Am: 04.05.2024 18:32:11
Gelesen: 10201
# 35
@ Martin de Matin [#33]
@Martin de Matin [#34]
Als letztes Stück meiner kleinen Reihe ist der MSP 14 Dampfer General (gemäß meiner Kaufbeschreibung) [1].
Das Schiff ist gemäß Wikipedia 1910 vom Stapel gelaufen und wurde im Verkehr nach Ostafrika eingesetzt.
Während des 1. Weltkrieges diente sie der Besatzung der Goeben und der Breslau als Wohn- und Lazarettschiff.
Die Karte trägt einen Stempel vom 1.4.1916 und ging nach Düsseldorf-

Gruss
Martin
[1] https://de.wikipedia.org/wiki/General_(Schiff,_1911)

Gruss
Martin
[1] https://de.wikipedia.org/wiki/General_(Schiff,_1911)
Am: 19.01.2025 12:39:01
Gelesen: 8415
# 36
Hallo,
anbei ein Beleg von der SMS Markgraf, Marineschiffspost Nr. 90 vom 17.11.1918.
Die Mannschaft dieses Schiffes war beteiligt an den ab 29.10.1918 beginnenden Aufständen, die am 9.11. zur Ausrufung der Republik und zur Abdankung Kaiser Wilhelms führten.
Ab dem 19.11.1918 wurde u.a. auch die SMS Markgraf nach Scapa Flow überführt.
Ein zeitgeschichtlich recht interessanter Beleg.
Grüße
philast
Weitere Quellen:
https://de.wikipedia.org/wiki/Markgraf_(Schiff,_1914)
https://de.wikipedia.org/wiki/Kieler_Matrosenaufstand
https://de.wikipedia.org/wiki/Scapa_Flow
Grüße
philast
Weitere Quellen:
https://de.wikipedia.org/wiki/Markgraf_(Schiff,_1914)
https://de.wikipedia.org/wiki/Kieler_Matrosenaufstand
https://de.wikipedia.org/wiki/Scapa_Flow
Am: 30.03.2025 16:46:38
Gelesen: 7863
# 37
Hallo,
eine Künstler-Ansichtskarte von Felix Schwormstädt: Im Heizraum eines neuen Großkampfschiffes. Die Karte wurde "auf" ? der SMS "Friedrich der Große" geschrieben und nach St.Wendel versendet.

Grüße
Andreas

Grüße
Andreas
Am: 10.06.2025 18:00:40
Gelesen: 6403
# 38
Karte vom linienschiff S.M.S. "KAISER" vom 12.5.1918, Stempel Nr. 59, nach Velbert, Rheinland.
SMS "Kaiser" gehörte zum III. Geschwader des Kommandos der Hochsee-Streitkräfte als Flaggschiff des II. Admirals.
Nach dem Krieg wurde das Linienschiff "Kaiser" nach Scapa Flow abgeliefert und wurde dort am 21.Juni 1919 von der eigenen Besatzung versenkt.
Dieter
Dieter
Am: 14.09.2025 15:41:06
Gelesen: 5290
# 39
Hallo
anbei 2 Belege Marineschiffspost mit Inhalt aus geschichtlich relevantem Zeitraum.
Beleg 1: Kartenbrief geschrieben am 14.9.1918 von Seekadett Lohmann an Bord SMS Großer Kurfürst MSP Nr. 87, das Stempeldatum ist leider nicht lesbar.
Beleg 2 geschrieben am 23.10.1918 von Seekadett Lohmann an Bord SMS Großer Kurfürst MSP Nr. 87, das Stempeldatum ist der 26.10.1918.
Seite 1:
Seite 2+3:
Seite 4:
In Beleg 2 wird auch das Thema Abrüstung (der Hochseeflotte?) kurz thematisiert, kurz vor dem Erhalt des Flottenbefehls vom 24. Oktober 1918 [1], der dann Auslöser des Kieler Matrosenaufstandes [2] und in weiterer Folge der Revolution mit Abdankung des Kaisers wurde.
Grüße
philast
[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Flottenbefehl_vom_24._Oktober_1918
[2] https://de.wikipedia.org/wiki/Kieler_Matrosenaufstand
Beleg 2 geschrieben am 23.10.1918 von Seekadett Lohmann an Bord SMS Großer Kurfürst MSP Nr. 87, das Stempeldatum ist der 26.10.1918.
Seite 1:
Seite 2+3:
Seite 4:
In Beleg 2 wird auch das Thema Abrüstung (der Hochseeflotte?) kurz thematisiert, kurz vor dem Erhalt des Flottenbefehls vom 24. Oktober 1918 [1], der dann Auslöser des Kieler Matrosenaufstandes [2] und in weiterer Folge der Revolution mit Abdankung des Kaisers wurde.
Grüße
philast
[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Flottenbefehl_vom_24._Oktober_1918
[2] https://de.wikipedia.org/wiki/Kieler_Matrosenaufstand
Am: 14.09.2025 16:19:42
Gelesen: 5279
# 40
@ philast [#39]
Hallo Philast,
vielen Dank fürs Teilen! Für diejenigen, die die alte Schrift nicht lesen können, habe ich den Text transkribiert:
Beleg 1
S.M.S. Großer Kurfürst,
den 14. September 1918
Meine liebe Elisabeth!
Habe herzlichen Dank für Deinen
lieben Brief, der mich vorgestern
erreichte. Glaub mir, ich habe mich
mächtig gefreut, nun auch einmal
von meinen Geschwistern seit fast
dreiviertel Jahr einen Brief zu bekom-
men. Du kannst Dir garnicht denken
wie man sich auf jede kleine Nachricht
von daheim freut, wenn man so drei-
vierteljahr schon von zu Hause fort ist ei-
gentlich ja noch länger mit dem ein und
dreiviertel Jahre, welches ich noch in Han-
nover war. Also schreibe mir recht häufig,
und wenn es auch nur eine Karte
Ist. Hauptsache, daß Du viel von daheim
erzählst. Ich werde Dir nächstens noch
ausführlicher schreiben, kann es jetzt nicht
da mein Briefpapier alle ist. Eben lese
ich nochmal Deinen Brief und da mer-
ke ich, daß ich noch garnicht auf Deine Zeilen
eingegangen bin. Also morgen am Sonntag
mehr. Sei herzlichst gegrüßt von Deinem
Dir dankbarem(?) treuem(?) Bruder Carl-Wilh(elm).
—-
Beleg 2
(den Text an der linken und rechten Seite habe ich nicht transkribiert):
Seite 1
S.M.S. Großer Kurfürst
den 23. Oktober 1918
Meine lieben Eltern!
Seit verhältnismäßig langer
Zeit habt Ihr nun von mir nichts gehört.
Eine Entschuldigung dafür kann ich
nicht angeben. Ich kam erstens nicht dazu
und hatte auch keine Lust, einfach keine
Lust. Ein Wunder ist es ja auch nicht,
wenn man jetzt zu nichts Lust hat. Ich
habe nur immer denken müssen, was
soll das noch alles werden. Es ist traurig,
maßlos traurig. Angenommen es
kommt die große Abrüstung? Was denn?
Scherzhafterweise haben wir uns schon
alle neue Berufe ausgewählt. Bislang
war es noch Scherz, aber wer gibt mir die
Seite 2
Gewißheit, daß es dabei bleibt. Na, wenn ich auf
Urlaub komme, kann ich darüber viel besser
reden. Im Briefe läßt sich darüber schlecht schrei-
ben. Darum braucht man allerdings noch
längst nicht verzweifeln. In der Welt sieht
es ja bunt aus besonders bei uns, aber, wenn
wir uns ein bißchen zusammennehmen,
wird es noch zu einem guten Ende kommen.
Hierzu muß jeder eifern seine Pflicht er-
füllen und das tun wir. Laß den Eng-
länder nur kommen, er wird sich einen
blutigen Kopf holen. Ihr werdet daheim
die Lage auch nicht allzu ruhig ansehen. Der
Winter steht vor der Tür, es ist der letzte
und schwerste Prüfstein des deutschen
Volkes. Halten wir durch, dann bekommen
wir einen Frieden wie wir ihn haben
wollen. - Wie geht es denn in Hameln?
Hat sich die Grippe dort auch ausgebreitet?
Hoffentlich ist sie nicht so schlimm und
Seite 3
ergreift keinen von Euch. Ich bin, wie
überhaupt unser Schiff, bislang noch davon
verschont geblieben. Euern lieben Brief habe
ich erhalten auch den Eilbrief. Habt herzlichen
Dank dafür. Die Kriegsrohstoffabteilung
wird wahrscheinlich Kragen und Sacken
nicht liefern. Schade, vielleicht werdet Ihr
zu Hause noch welche bekommen. Unseren
Stoff sind wir nun endlich bei unserem
Schneider losgeworden, nachdem wir seit lan-
ger Zeit einmal wieder an Land kom-
men konnten. Befördert werden wir
wahrscheinlich am 21. November.
Das Bucheckernsammeln[1] zeigt ja glänzen-
de Ergebnisse. Von meinen Kameraden
hörte ich, daß bei ihnen die Familie zu Hause
auch eifrig sammeln. Man bekommt für
den Zentner[2] 80 Mk und einen Bezug-
schein auf 6 Pfund Öl. Ist es bei Euch
auch so? Die Mütze, welche ich nach Hause
Seite 4
schicken wollte, werde ich erst noch ein wenig
ändern lassen und sie dann selbst abholen,
bezahlen und in meinem Spind ver-
stauen. Es ist besser so, da es doch keinen
Zweck hat für diese paar Wochen die 8 Mütze
erst extra nach Hause zu schicken. Ich habe
nur noch kein Geld dieselbe zu bezahlen.
Bislang habe ich so kleinere Sachen vor meiner
Löhnung und meinen Zuschuß bezahlt, jetzt
aber komme ich damit nicht mehr klar.
So, noch eine Frage, kann Vater Zigarren
gebrauchen? Wir haben in unserer Messe noch
verhältnismäßig sehr gute Zigarren im Preise
von 28-65 pf das Stück. Ich glaube im Lande gibt
es kaum noch gute und so preiswerte. So nach
und nach kann ich einige Kisten zurückstellen.
Vielleicht auch ein oder zwei Flaschen Rum
oder Aquavit. Schluß für Heute. Ich muß
rauf zum Schießen. Seid innigst
umarmt, liebe Eltern, von Eurem
treuen Sohne Carl-Wilhelm
[1] Siehe https://de.wikipedia.org/wiki/Rohstoff-_und_Altstoffsammlung_w%C3%A4hrend_des_Ersten_Weltkrieges
[2] 1 Zentner = 50 kg. Wie lange würde es dauern, 50 kg Bucheckern zu sammeln?! Ich möchte gar nicht daran denken…
—-
Viele Grüße
Emiel
Am: 10.10.2025 16:39:49
Gelesen: 4774
# 41
Liebe Sammlerfreunde,
ich zeige Euch heute einen Feldpost-Umschlag, versehen mit einem interessanten Stempel:
Marine Feldpost
S.M.S. „Prinz Adalbert”
Im “Deutsche Marine Schiffspost Band 2” (ein großartiges Buch!) fand ich die folgende Information (Seite 80):
Stempel Nr. 46 kam am 7. Januar an Bord und ging mit dem Schiff am 23. Oktober 1915 unter. - Ab Kriegsbeginn bis Anfang 1915 Verwendung eines Feldpost-Sonderstempels bekannt. - Das Schiff war bis zum Untergang Flagschiff des Detachierten Admirals der Ostsee.
Der Brief wurde verschickt an:
Frau
Ellen Kröppelin
Flensburg
Ballastbrücke 29II
Ich vermute, der Briefschreiber war einer der 672 Männer, die am 23. Oktober 1915 mit dem Schiff „S.M.S. Prinz Adalbert” untergegangen sind. Die gräuliche Geschichte des Untergangs wurde am 23. November 2007 im Hamburger Abendblatt erzählt:
Die Explosion muss unvorstellbar gewesen sein. Dabei war der Tod wenige Sekunden vorher völlig lautlos gekommen. Am 23. Oktober 1915 rammte ein Torpedo des englischen U-Boots "E8" das Munitionslager und damit das Herz des deutschen Panzerkreuzers "S.M.S. Prinz Adalbert." Das Schiff zerbrach in zwei Teile und ging sofort unter. Nur drei Männer konnten sich retten. Drei von insgesamt 675 Mann Besatzung!
Bisher war nur bekannt, dass die "Prinz Adalbert" vor der Küste Lettlands bei Libau gesunken war, und viele Taucher suchten vergebens. Ein schwedisches Team unter der Leitung von John Candert machte sich jetzt erneut auf die Suche - und entdeckte das Wrack! Es liegt in 80 Meter Tiefe.
Bis heute ist es vor allem ein Monument des Todes geblieben. John Candert: "Wir waren im Inneren des Wracks, und wir haben sehr viele Skelette gesehen."
Der Taucher ist überzeugt davon, dass sein Fund den Ersten Weltkrieg in ein anderes Licht rücken wird: "Man weiß natürlich, dass während des Ersten Weltkriegs Schiffe von U-Booten versenkt wurden, aber an diesem Wrack kann man die zerstörerische Wirkung der U-Boote hautnah sehen. Am Anfang des Ersten Weltkriegs wurden die U-Boote ja noch nicht so ernst genommen. Sie waren eine ganz neue Art von Waffe. Aber sie waren noch sehr primitiv." Die "S. M. S. Prinz Adalbert" (S.M.S. steht für "Seiner Majestät Schiff") gehörte zum Stolz der Deutschen Marine. Das Schiff war 1901 in Kiel vom Stapel gelaufen, es wog 9000 Tonnen, und war mit insgesamt 26 Schnellfeuerkanonen bestückt. Dazu kamen noch Torpedos. Rund 600 Mann waren ständig auf dem Schiff beschäftigt, auch schon vor dem Ersten Weltkrieg.
Der Taucher John Candert berichtet weiter: "Durch den Fund wissen wir jetzt, dass der Untergang wirklich so stattgefunden hat, wie die Überlebenden damals berichtet haben. Das Schiff wurde in zwei Teile zerrissen, die beiden Teile sanken getrennt auf den Boden der Ostsee, und sie liegen ein gutes Stück auseinander. So etwas ist nur nach einer gewaltigen Explosion möglich."
Für den Verlauf des Ersten Weltkriegs war der Untergang der "Prinz Adalbert" durchaus von Bedeutung. Candert: "Die ,Prinz Adalbert' war ein wichtiges Schiff der Marine. Sie war ein Panzerkreuzer! Als er sank, war die Marine wie gelähmt. Man konnte nicht glauben, was passiert war." Übrigens: Das englische U-Boot nahm ebenfalls ein trauriges Ende. Es überdauerte zwar den Ersten Weltkrieg, aber 1918 versenkte seine Besatzung es schließlich selbst. Man hatte Angst, dass es sonst in die Hände der Roten Armee fallen würde.>>
Eine zeitgenössische Quelle, der Sächsische Erzähler vom 27. Oktober 1915, erzählte Folgendes über den Verlust des Kreuzers:
Auf der Verlustliste in
http://www.denkmalprojekt.org/2023/vl_panzerkreuzer_prinz-adalbert_wk1.html
wird jemand mit dem Namen “Adolf Kröppelin“ erwähnt. Ich vermute, es handelt sich hier um meinen Briefschreiber (ich besitze leider nur den Umschlag).
Weiß jemand vielleicht, ob die Zeugenaussagen der drei Überlebenden erhalten geblieben sind?
Viele Grüße
Emiel
Im “Deutsche Marine Schiffspost Band 2” (ein großartiges Buch!) fand ich die folgende Information (Seite 80):
Stempel Nr. 46 kam am 7. Januar an Bord und ging mit dem Schiff am 23. Oktober 1915 unter. - Ab Kriegsbeginn bis Anfang 1915 Verwendung eines Feldpost-Sonderstempels bekannt. - Das Schiff war bis zum Untergang Flagschiff des Detachierten Admirals der Ostsee.
Der Brief wurde verschickt an:
Frau
Ellen Kröppelin
Flensburg
Ballastbrücke 29II
Ich vermute, der Briefschreiber war einer der 672 Männer, die am 23. Oktober 1915 mit dem Schiff „S.M.S. Prinz Adalbert” untergegangen sind. Die gräuliche Geschichte des Untergangs wurde am 23. November 2007 im Hamburger Abendblatt erzählt:
Die Explosion muss unvorstellbar gewesen sein. Dabei war der Tod wenige Sekunden vorher völlig lautlos gekommen. Am 23. Oktober 1915 rammte ein Torpedo des englischen U-Boots "E8" das Munitionslager und damit das Herz des deutschen Panzerkreuzers "S.M.S. Prinz Adalbert." Das Schiff zerbrach in zwei Teile und ging sofort unter. Nur drei Männer konnten sich retten. Drei von insgesamt 675 Mann Besatzung!
Bisher war nur bekannt, dass die "Prinz Adalbert" vor der Küste Lettlands bei Libau gesunken war, und viele Taucher suchten vergebens. Ein schwedisches Team unter der Leitung von John Candert machte sich jetzt erneut auf die Suche - und entdeckte das Wrack! Es liegt in 80 Meter Tiefe.
Bis heute ist es vor allem ein Monument des Todes geblieben. John Candert: "Wir waren im Inneren des Wracks, und wir haben sehr viele Skelette gesehen."
Der Taucher ist überzeugt davon, dass sein Fund den Ersten Weltkrieg in ein anderes Licht rücken wird: "Man weiß natürlich, dass während des Ersten Weltkriegs Schiffe von U-Booten versenkt wurden, aber an diesem Wrack kann man die zerstörerische Wirkung der U-Boote hautnah sehen. Am Anfang des Ersten Weltkriegs wurden die U-Boote ja noch nicht so ernst genommen. Sie waren eine ganz neue Art von Waffe. Aber sie waren noch sehr primitiv." Die "S. M. S. Prinz Adalbert" (S.M.S. steht für "Seiner Majestät Schiff") gehörte zum Stolz der Deutschen Marine. Das Schiff war 1901 in Kiel vom Stapel gelaufen, es wog 9000 Tonnen, und war mit insgesamt 26 Schnellfeuerkanonen bestückt. Dazu kamen noch Torpedos. Rund 600 Mann waren ständig auf dem Schiff beschäftigt, auch schon vor dem Ersten Weltkrieg.
Der Taucher John Candert berichtet weiter: "Durch den Fund wissen wir jetzt, dass der Untergang wirklich so stattgefunden hat, wie die Überlebenden damals berichtet haben. Das Schiff wurde in zwei Teile zerrissen, die beiden Teile sanken getrennt auf den Boden der Ostsee, und sie liegen ein gutes Stück auseinander. So etwas ist nur nach einer gewaltigen Explosion möglich."
Für den Verlauf des Ersten Weltkriegs war der Untergang der "Prinz Adalbert" durchaus von Bedeutung. Candert: "Die ,Prinz Adalbert' war ein wichtiges Schiff der Marine. Sie war ein Panzerkreuzer! Als er sank, war die Marine wie gelähmt. Man konnte nicht glauben, was passiert war." Übrigens: Das englische U-Boot nahm ebenfalls ein trauriges Ende. Es überdauerte zwar den Ersten Weltkrieg, aber 1918 versenkte seine Besatzung es schließlich selbst. Man hatte Angst, dass es sonst in die Hände der Roten Armee fallen würde.>>
Eine zeitgenössische Quelle, der Sächsische Erzähler vom 27. Oktober 1915, erzählte Folgendes über den Verlust des Kreuzers:
Auf der Verlustliste in
http://www.denkmalprojekt.org/2023/vl_panzerkreuzer_prinz-adalbert_wk1.html
wird jemand mit dem Namen “Adolf Kröppelin“ erwähnt. Ich vermute, es handelt sich hier um meinen Briefschreiber (ich besitze leider nur den Umschlag).
Weiß jemand vielleicht, ob die Zeugenaussagen der drei Überlebenden erhalten geblieben sind?
Viele Grüße
Emiel
Am: 06.12.2025 19:14:10
Gelesen: 4213
# 42
Hallo miteinander,
ich habe hier einen schönen Brief frankiert mit 5 Stück Germania Reichspost 2 Pfg.
Abgeschlagen ist der Stempel "Kais. Deutsche Schiffpost No. 50 14 02"
Nebengesetzt ist der Stempel nochmals, jedoch mit dem Datum 3/3 02.
Weiß jemand welches Schiff sich hinter der Nummer 50 verbirgt?
Besten Dank und Grüße
Marcel


Am: 07.12.2025 12:19:07
Gelesen: 4172
# 43
@ Germaniasammler [#42]
Vom Datum her, Februar - 6. März sieht es nach einer mißbräuchlichen Entwertung aus.
Der Stempel wurde Ende September 1900 außer Dienst gestellt und ab 7. März 1902 auf dem HAPAG-Dampfer Silvia eingesetzt. Der Beleg ist fragwürdig. Vielleicht hat jemand bessere Unterlagen.
Regis
Am: 07.12.2025 17:32:45
Gelesen: 4128
# 44
@ Germaniasammler [#42]
Der Stempel MSP Nr.50 wurde auf dem gecharterten Dampfer "SILVIA" der HAPAG vom 07.03.1902 bis zum 17.06.1902 geführt.
"SILVIA" war mit der Ablösung der Besatzung für das Kiautschougebiet an Bord.
Der Austausch der Ablösung erfolgte in Tsingtau. "SILVIA" war vom 20.03. bis zum 03.04.1902 in Port Said.
Der Stempel MSP 50 war vom 27.Juni 1905 - 13.11,1912 an Bord des Kleinen Kreuzer "BERLIN".
Gruß Dieter
Am: 07.12.2025 19:20:44
Gelesen: 4107
# 45
@ Fips002 [#44]
Hallo Dieter,
vielen lieben Dank für deine Ausführungen.
Wieder ein Rätsel in meiner Sammlung gelöst. :o)
Grüße
Marcel
Am: 17.06.2026 19:39:15
Gelesen: 1184
# 46
Hallo Sammlerfreunde,
Postkarte vom 9.3.1916 gestempelt von der Kaiserlichen Marine Schiffspost No.137, diese war wohl zu dem Zeitpunkt in Kiel stationiert, (vielleicht kann ein Marine Sammler da Licht ins Dunkel bringen), spediert an Lina Illner in Kempten im Allgäu.
Die Vorderseite der Karte zeigt die S.M.S. Linienschiff "Friedrich der Große".
https://en.wikipedia.org/wiki/SMS_Friedrich_der_Grosse_(1911)
Gruß Rainer


Am: 17.06.2026 21:41:56
Gelesen: 1167
# 47
@ Gernesammler [#46]
Die Postausrüstung MSP 137 war bis Juni 1916 an Bord des Linienschiffes SMS Mecklenburg, dieses war seit Januar 1916 außer Dienst als Wohnschiff der U-Bootsbesatzungen in Kiel.
Danach bis Kriegsende war MSP 137 bei der 6. Torpedoboot-Halbflottille.
Am: 18.06.2026 05:50:13
Gelesen: 1134
# 48
@ Regis [#47]
Hallo Regis,
besten Dank für die Info zu MSP 137, das mit Kiel hatte ich gelesen, das mit der 6. Torpedoboot-Halbflottille war neu für mich.
Gruß Rainer