Altdeutschland Sachsen: Michel-Nr. 19 Farben
Welches der vier Teilbilder zeigt den Farbton, welche meine Marke in Natura hat?
Die nachstehenden neun Bilder haben nur eine niedrige Bildauflösung und sind in den Farben unverändert dargestellt, so wie ich die Bilder vor 12 Jahren erhalten habe. Sie zeigen insgesamt 380 Marken der MiNr. 19.
MfG
Markus
Das vorstehende Bild habe ich hier im Forum gefunden. Auch ich hatte schon derartige blaue Marken MiNr. 100, zur Zeit habe ich aber keine und kann selbst nur eine gewöhnliche MiNr. 86 und 100 zeigen.
Der Michel Grossbritannien-Spezial schreibt zur MiNr. 100 nur, wenn sie in Blau vorliegt, dass es sich um eine chemische Verfärbung handelt. Wenn ich den Wortlaut aus dem Stanley Gibbons richtig übersetze bzw. interpretiere, dann kommt diese Verfärbung nur innerhalb einer Teilauflage vor und schuld soll ein bestimmter Bestandteil in der Druckfarbe sein, die in den ersten Monaten im Jahre 1900 verwendet wurde? Im Kohl-Handbuch findet sich zu dieser Marke, bezgl. Verfärbungen, überhaupt kein Hinweis.
Durchaus kommen Marken vor, die mit licht- und/oder wasserempfindlichen Druckfarben gedruckt sind. Bei der Sachsen MiNr. 19 möchte ich eine Lichtemfindlichkeit in Frage stellen, da es ja im Depot auch die Bogen getroffen hatte, die im Stapel lagen. Ein Bestandteil der Druckfarbe muß aber dennoch instabil gewesen sein.
Zur Zeit habe ich leider nur die nachstehenden drei Marken MiNr. 19 hier, da mein wirkliches Interesse bei Sachsen nur dem Sachsendreier gilt.
Leider hat sich an meinem kleinen Ratespiel nur eine Person beteiligt und das auch nur per email. Kurzum, derjenige lag genauso daneben, wie ich daneben gelegen hätte, wenn ich die Sache hätte einschätzen müssen. Die ungebrauchte Marke ist ohne Gummierung, das Papier ungewöhnlich schneeweiß und ob der violette Farbton wirklich so echt ist, wie er auf dem Scan vorgibt, ist noch einmal eine andere Frage. Bei Durchlicht im USB-Mikroskop ist zwar auch dieser Farbton klar zu erkennen, aber die UV-Reaktion spricht für eine chemische Behandlung der Marke.
Die ganz rechts im Scan zu sehende Marke ist offensichtlich verfärbt und als solche wurde sie auch einst von Herrn Rismondo beurteilt. Den Taxis-Stempel aus Carlshafen erachtete er für mehr als fragwürdig.
Heute früh kam ich auf den Gedanken, diese ohnehin verfärbte Marke einmal in das Stockfleckenbad "Ernie A und B" einzuwerfen, gleichsam dabei meine oben gezeigte MiNr. 100 aus England. Denn dieses Stockfleckenbad ist unwahrscheinlich aggressiv und bei vielerlei Marken leidet die Druckfarbe. Wenn es sich also um unstabile Druckfarben bei beiden Exemplaren handeln sollte, dann wird sich schon eine entsprechende Reaktion zeigen. Vielleicht wird die grüne Marke blau, ist einer meiner Gedankengänge gewesen.
Jetzt darf jeder einmal für sich oder auch öffentlich raten, was mit den beiden Marken bzw. deren Druckfarben in Ernie A und B passiert ist?
Beste Grüße
Markus
Bei der Sachsen MiNr. 19 ist nicht viel von der Druckfarbe, außer einem gelben Farbton mit leicht rötlichem Einschlag, übrig geblieben. Der ganze Dreck ist vom Papier nun auch runter. Der Stempel kommt nun klarer zum Vorschein, was an der Jahreszahl "7" gut zu erkennen ist.
Wahrscheinlich handelt es sich hier um eine Farbmischung aus Teerfarben. Auch Anilinrot (Fuchsin) oder Anilinviolett (Mauvein) gehören zu den Teerfarben. So ist Beispielsweise die erste Auflage der Helgoland 20 Pfg-Marke (MiNr. 18 a) in Cochenillefarbe, aber die II. bis VIII. Auflage (18 b bis 18 d) in Teerfarben (Eosinrot) gedruckt. Das Ergebnis der Sachsen MiNr. 19 entspricht in etwas den Farbgebungen, welche schwer durch Sonnenlicht oder andere chemische Reaktionen beeinflusste Marken der letzten Auflagen von Helgoland MiNr. 18 zeigen.
Bei den grün wirkenden, aber wohl doch eher grünlich- bzw. grünblauen Marken der MiNr. 19 sollte aber eine andere Farbstoffzusammensetzung vorliegen. Vorstellbar ist für mich, dass diese Auflage(n) mit preußischblau verschnitten wurden - was auch in diese Zeit passen würde.
Bin schon ganz gespannt, was für ein Ergebnis bei einer professionellen Untersuchung durch einen Chemiker herauskommt.
Nebenbei vermerkt, der Stempel auf der nun völlig verhunzten MiNr. 19 ist dann doch wohl eher echt, als falsch, auch wenn ich nur einen Vergleichsabschlag aus 1870 habe.
Beste Grüße
Markus
Grüße
Oliver
Damals war die Marke schon in fünf verschiedene Unternummern unterteilt. Darunter findet sich der Hinweis: "Infolge der leicht zur Zersetzung geneigten Farbe gibt es bei Nr. 19 noch einige Zwischentönungen."
Gebrüder Senf 1934
Die Katalogisierung wurde verfeinert und hinter den verschiedenen Farben ist nun eine "Erscheinungszeit" angegeben.
Darunter findet sich abermals ein Hinweis, nun noch ausführlicher gestaltet:
Für die 5 Neugr. war lila die amtlich vorgeschriebene Farbe. Die vielerlei Farbentöne sind auf Zersetzung der verwendeten, sehr empfindlichen Farbe (Mauvein) zurückzuführen. Das Vorkommen nach den angegebenen Erscheinungszeiten wurde von uns an Hand zahlreicher Briefe festgestellt.
Michel Deutschland Spezial-Katalog 1937
Hier heißt es unter 19 a: "graublau, grünblau". Die Farbbezeichnung "grünblau" wurde über jahrzehnte beigehalten und dass es sie im Abgleich mit dem Michel Farbenführer gibt, habe ich in meinem letzten Beitrag gezeigt (da wusste ich noch gar nicht, dass in alten Katalogen diese Farbbezeichnung tatsächlich verwendet wurde). Heute, im Jahre 2017, findet sich diese Farbbezeichnung nicht mehr im Michel.
Nunja, interessant ist wohl auch eine als "f" katalogisierte und später wieder gestrichene hellblaue Nuance. Vielleicht kam man dahinter, dass man nicht jeden Farbton einer Verfärbung katalogisieren muß?
Als Auflagenhöhe wird 1.200.000 Stück für die MiNr. 19 angegeben und als Anzahl der Lieferungen "15"
Michel Europa 1951/52
Die Farbbezeichnung der vorher als "dunkelgrünlich[stein]grau" katalogisierten Variante, wandelt sich nun in "grauwacke".
Zu "Grauwacke" habe ich den nachstehend verlinkten Wikipedia-Eintrag gefunden. https://de.wikipedia.org/wiki/Grauwacke
Die Bezeichnung gehört tatsächlich zu grauen bis grüngrauen Sandsteinen.
Katalogisiert sind nunmehr fünf Unterarten.
Michel Europa 1958
Ab spätestens hier taucht unter 19 f die im diesen Jahr gestrichene "reingraue" Farbvariante auf.
Michel Deutschland Spezial-Katalog 1971
Farbeinteilungen wie zuvor und auch hier wieder der Vermerk, dass es bei MiNr. 19 "15 Lieferungen" gewesen sein sollen.
Später wurden dann noch die Varianten aa, ba und da aufgenommen und die Farbbezeichnungen wurden ergänzt oder verändert. Die "ba" soll im Jahre 1995 aufgenommen worden sein, habe ich anderswo gelesen. Im Jahre 2000 waren in jedem Fall diese Varianten alle katalogisiert und die Anzahl der Lieferungen auf "5" reduziert.
Morgen geht es weiter.
Beste Grüße
Markus