Thema:
Tschechoslowakei Souvenierblocks / Ausstellungsblocks
Am: 19.07.2017 18:20:35
Gelesen: 5123
# 1
Tschechoslowakei Briefmarkenausstellung Bratislava 1937
Hallo Sammlerfreunde,
bekanntlich gibt es zu dieser Ausstellung den Briefmarkenblock Michel Nr 1. Ich habe einen Druck, der wie der Block aussieht ist aber ungezähnt. Format 90 x 68 mm.
Frage an Tschechoslowakei Spezialisten: Kennt jemand diesen Druck - was kann das sein? Grafik in der Anlage.
Danke für die Antworten und Hinweise.
Janusz Mozdzan
Am: 19.07.2017 18:30:49
Gelesen: 5116
# 2
@ mozdzan [#1]
Hallo Janusz,
sieht dem echten Block ähnlich, aber der Druck scheint unsauberer. Vielleicht ein privater Nachdruck?
Lg, harald
Lg, harald
Am: 06.10.2024 17:37:47
Gelesen: 2171
# 3
Hallo,
zu diesem Thema kann ich diesen Block beisteuern.
Auch hier handelt es sich um den Block 1, jedoch um eine spätere Verwendung. Die Rückseite ist gummiert und ohne Vermerke. Die Vorderseite erhielt einen Aufdruck (Zeilen 1 bis 3 sowie alle Zeilen unterhalb der Marken einschl. Nr.); der Teil zwischen den beiden Marken aus 1937 wurde mit der belgischen Marke zu 5c (Michel Nr. 692 von 1945 "Sieges-Marke) überklebt.
Der Stempel hat die Landesbezeichnung CESKOSLOVENSKO, weist aber auf den Nationalen Festtag in Brüssel hin.
Hat jemand Infos, ob es sich hier um Altpapier oder um einen echten Beleg handelt?
Meine Meinung ist, daß der Überdruck in der Tschechoslowakei gemacht wurde, auch der Stempel dürfte dort entstanden sein. Es handelte sich jedenfalls um eine Spende für das 1942 von Deutschen vernichtete Dorf Lidice (Text unten rechts).
Auch hier handelt es sich um den Block 1, jedoch um eine spätere Verwendung. Die Rückseite ist gummiert und ohne Vermerke. Die Vorderseite erhielt einen Aufdruck (Zeilen 1 bis 3 sowie alle Zeilen unterhalb der Marken einschl. Nr.); der Teil zwischen den beiden Marken aus 1937 wurde mit der belgischen Marke zu 5c (Michel Nr. 692 von 1945 "Sieges-Marke) überklebt.
Der Stempel hat die Landesbezeichnung CESKOSLOVENSKO, weist aber auf den Nationalen Festtag in Brüssel hin.
Hat jemand Infos, ob es sich hier um Altpapier oder um einen echten Beleg handelt?
Meine Meinung ist, daß der Überdruck in der Tschechoslowakei gemacht wurde, auch der Stempel dürfte dort entstanden sein. Es handelte sich jedenfalls um eine Spende für das 1942 von Deutschen vernichtete Dorf Lidice (Text unten rechts).
Am: 06.10.2024 17:50:53
Gelesen: 2161
# 4
@ mozdzan [#1]
Hallo Janusz,
wenn die Farbe halbwegs stimmt, dann ist das eine moderne Fälschung.
Beste Grüsse!
Lars
Am: 07.10.2024 12:25:03
Gelesen: 2094
# 5
@ Lars Boettger [#4]
Hallo Lars,
leider ist das Bild nicht gut genug. Für mich sieht es aus wie ein Farblaserdruck eines gescannten Bildes oder ein Tintenstrahldruck. Grafisch sticht für mich der untere Kreis hervor.
Ich bin mir ziemlich sicher, dass es sich nicht um einen Kupfer- oder Stahlstichdruck handelt.
Grüß,
Attila
Am: 07.10.2024 17:22:01
Gelesen: 2048
# 6
@ Attila [#5]
Hallo Attila,
ich kann gerne einen besseren Scan machen. Reicht die mir mögliche Auflösung von 1200 dpi?
Was könnte ich noch besser einstellen am Kopierer?
Mit philat. Grüssen
Heinrich3
Am: 07.10.2024 20:26:17
Gelesen: 2007
# 7
@ Heinrich3 [#3]
Hallo Heinrich,
das ist m.E. ein belgischer Stempel aus Brüssel. Entweder wurde ein echter Block verwendet, um einen Souvenirbeleg zu 25 BFR. zu schaffen oder ein Nachdruck, der dann entsprechend frankiert und abgestempelt wurde.
Beste Grüsse!
Lars
Am: 08.10.2024 00:28:57
Gelesen: 1973
# 8
@ Heinrich3 [#6]
Lieber Heinrich,
was Lars schreibt, ist ein Ansatz, wenn wir einen solchen Druck von früher kennen.
Ich kann Ihnen dabei helfen, dass Sie durch die Festlegung der Drucktechnologie entscheiden können, ob die alte Produktion überhaupt möglich ist oder ob sie definitiv modern ist. Dies ist eine andere Methode.
300 dpi reichen auch aus. Wichtig ist, dass die optische Auflösung von 300 angemessen ist. Die Software-Interpolation mit 1200 dpi verschlechtert das Bild nur. Nur ein Viertel des Markenbildes reicht aus, wenn das Bild schön und klar ist. Ein paar Buchstaben aus dem Text oder der obere Löwe genügen. In den meisten Fällen lässt sich daraus auch über die Technologie entscheiden.
Grüß,
Attila
Am: 30.07.2026 15:05:28
Gelesen: 491
# 9
@ mozdzan [#1]
Hallo Janusz,
heute bin ich zufällig auf dieses alte Thema gestoßen, dabei hat mich überrascht, dass offenbar niemand auf die gravierenden Abweichungen zwischen Deinem Druck und dem Originalblock eingegangen ist. Im Originalblock 1 der Tschechoslowakei mit den Marken MiNr 384 und 385 ist die Beschriftung in den Markenbildern in Blockschrift. In Deiner Vorlage dagegen in schräger Groß-/Kleinschrift. Auch die Textzuordnung der beiden Zeilen BRATISLAVA / 1937 zeigt erhebliche Unterschiede. Somit wurde auf keinen Fall die Originalvorlage für dieses fragwürdige Objekt verwendet.

Mit freundlichen Grüßen
Edwin
Hallo Janusz,
heute bin ich zufällig auf dieses alte Thema gestoßen, dabei hat mich überrascht, dass offenbar niemand auf die gravierenden Abweichungen zwischen Deinem Druck und dem Originalblock eingegangen ist. Im Originalblock 1 der Tschechoslowakei mit den Marken MiNr 384 und 385 ist die Beschriftung in den Markenbildern in Blockschrift. In Deiner Vorlage dagegen in schräger Groß-/Kleinschrift. Auch die Textzuordnung der beiden Zeilen BRATISLAVA / 1937 zeigt erhebliche Unterschiede. Somit wurde auf keinen Fall die Originalvorlage für dieses fragwürdige Objekt verwendet.

Mit freundlichen Grüßen
Edwin
Am: 30.07.2026 19:15:55
Gelesen: 428
# 10
Guten Tag Edwinm
danke für Deinen Beitrag. Ich habe die Frage gestellt, ob jemand diesen "Druck" kennt. Auch als Nicht-Kenner der Philatelie der Tschechoslowakei kann ich leicht erkennen, dass das nicht der Block 1 ist.
Aber die Frage, wann zu welchem Anlaß dieser Druck gedruckt wurde ist nach wie vor berechtigt (und noch immer offen). Es kann sein, es ist ein Souvenir-Erzeugnis. Für diejenigen von Euch, die sich engagieren möchten ein Paar weitere Informationen:
Gedruckt wurde auf Kreidepapier (also sollte etwas Wertvolles sein). Auf der Rückseite, ungummiert, gibt es keine Beschriftung - eher nicht üblich bei einem Souvenir.
Ich habe das Stück seit 1989 - Tintenstrahldrucker war noch nicht erfunden und die Kopierer (es gab nur Xerox) waren in Kinderschuhen.
Um weiter gezielt und sinnvoll zu forschen, sollte auch der Frage nachgegangen werden, ob sich bei diesem Druck nicht um etwas handelt, was damals zu der Ausstellung im Jahre 1937 in einer kleinen Auflage gedruckt wurde (und an einige Persönlichkeiten überreicht wurde). Hierzu wäre gut zu wissen, ob das bei Praxis bei der tschechoslowakischen Post war?
Ich grüße Euch
Janusz M
Am: 30.07.2026 23:18:29
Gelesen: 371
# 11
@ mozdzan [#10]
Hallo Janusz,
ein guter Scan wäre wichtig. Mindestens 300 DPI, besser mehr. Keine Farbverfälschung. Von Deinem jetzigen Bild her würde ich davon ausgehen, dass es ein moderner Nachdruck ist. Eventuell hatte er als Basis einen Probedruck. Aber so lässt sich - ohne ein intimer Kenner der tschechoslovakischen Philatelie zu sein - aus meiner Sicht nichts sagen.
Beste Grüsse!
Lars
Am: 01.08.2026 18:05:26
Gelesen: 203
# 12
@ mozdzan [#1]
Hier handelt es sich um einen Souvenirblock ohne jegliche Frankaturkraft, verkauft auf der Ausstellung selber.
Gruß
Detlev
Am: 01.08.2026 18:15:50
Gelesen: 198
# 13
@ Heinrich3 [#3]
Hier handelt es sich um einen belgischen Gedenkblock (Souvenir) aus Anlaß der Briefmarkenausstellung in Brüssel am 28.10.1945. Diese Ausstellung war gewidmet der Belgisch-Tschechoslowakischen Verbundenheit.
Der 28.10.1945 war der Tag des Zusammentritts des provisorischen Parlaments in der Tschechoslowakei und gewidmet dem Gründungstag der Tschechoslowakei 1918. Er ist auch ein Souvenir von der Ausstellung.
Gruß
Detlev