(?) (21) Griechenland Ganzsachen: Postkarten
In diesem Fall ist leicht zu erkennen, dass es sich um die 1883 erschienene Postkarte P 5 handeln muss. Die nächste Karte mit der Wertstufe 10 Lepta in Karmin erschien erst 1891 (P 11). Dennoch war ich zunächst sehr irritiert. Die Auslands-Postkarte zu 10 Lepta in Karmin gibt es nur auf einem graublauen Karton. Die Karte mit dem Wertstempel in mattultramarin wurde dagegen auf einem hellsämischen Karton gedruckt. Bei mir am Bildschirm sieht die Karte bei der Windows-Fotoanzeige aber eher sämisch als hellblau aus (das kann bei euch aber anders sein). Hier wird wieder einmal das Problem mit unterschiedlichen Farben am PC deutlich. Ich habe die Karte also noch einmal herausgesucht und bei Tageslicht abfotografiert. Ihr seht, wie unterschiedlich die Farben ausfallen können. Die tatsächliche Farbe liegt irgendwo zwischen Scan und Foto.
Ingo schreibt zur Karte von Jens im Beitrag [#1] Der wesentliche Unterschied besteht zur vorhergehenden Ausgabe aber in der Höhe der griechischen Buchstaben; bei der Auflage von 1891 sind sie 36 mm hoch. Diese Angabe stammt vermutlich aus dem Ganzsachen-Katalog Europa West von Michel. Sie ist aber eindeutig falsch. Entweder soll der ganze Text 36 mm hoch sein oder die Buchstaben haben z.B. eine Höhe von 3,6 mm. Bei meiner Karte ist der fünfzeilige Text (Griechisch und Französisch) insgesamt 24 mm hoch. Insofern denke ich eher, dass ein Komma fehlt. Bei den Postkarten bei Delcampe konnte ich aber am Bildschirm keinen eindeutigen Unterschied zu meiner Karte erkennen. Wer kann eine Postkarte P11 zeigen?
Die Postkarte wurde laut Poststempel am 11.10.1889 in ΠΕΙΡΑΙΕΥΣ = Πειραιευς = Piräus aufgegeben und kam am 28.10.1889 in Worms an. Allerdings war die Karte nicht 17 Tage sondern nur 5 Tage unterwegs. In Griechenland galt laut Wikipedia [1] bis 1923 der julianische Kalender. 1889 betrug der Unterschied zum unserem gregorianischen Kalender 12 Tage. Also 11.10.1889 (jul.) = 23.10.1889 (greg.). Auf der Rückseite hat der deutsche Absender das Datum 21.10.89 nach dem gregorianischen Kalender vermerkt.
Viele Grüße
Volkmar
[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Gregorianischer_Kalender





Bei den Schraffuren auf der Backe scheinen sich die Wertstempel deutlich zu untersheiden.
Den Text habe ich zusätzlich noch gespiegelt nebeneinandergesetzt damit an die Größe besser vergleichen kann. Es gibt wohl keinen Unterschied. Das passt zum Katalog von Higgins & Gage. Dort wird nur bei dem Text der Karten 4 und 10 von einem Unterschied geschrieben.
Viele Grüße
Volkmar

Mi. P 52a
Viele Grüße
Ingo


Auf dem Stempel meine ich als Datum VI.44 lesen zu können, doch auf der Rückseite steht 7-7-44.
Griechenland ist 1941 von der Deutschen Wehrmacht besetzt worden. Daher war ein Postverkehr mit Deutschland möglich. Die Postkarte lief über die Auslandsbriefprüfstelle in Wien nach Leipzig.
Viele Grüße
Volkmar
Natürlich gibt es Sammler, für die die Ganzsache völlig egal ist, denn sie orientieren sich ausschließlich am Wert der aufgeklebten Briefmarken und der Frankaturwert der Ganzsache dient nur zur Feststellung der Portostufe, aber das sind eben auch keine Sammler, die sich tatsächlich für Ganzsachen und deren Tausch- oder Handelswert interessieren. Es gibt auch eine ganze Reihe Sammler, die Belege ausschließlich nach Portostufen zusammentragen, aber auch das sind in aller Regel keine Ganzsachensammler.
Wenn du dich tatsächlich dauerhaft mit älteren europäischen Ganzsachen beschäftigen möchtest, empfehle ich dir den Kauf einer gebrauchten Ausgabe des von mir zitierten Ganzsachenkataloges. Dazu gibt es eine Ergänzungsausgabe für die westeuropäischen Ganzsachen ab 1960 und eine zweite Ausgabe für die entsprechenden Ganzsachen aus Osteuropa, außerdem natürlich einen aktuellen Ganzsachenkatalog von Deutschland (die neue Ausgabe für 2018 kostet bei Michel 98 Euro), gebrauchte Exemplare vergangener Jahre sind billiger. In diesem Ganzsachenkatalog sind allerdings nur die amtlichen Ausgaben verzeichnet, bei Bildpostkarten nur die Hauptnummern, für alles weitere braucht man Spezialkataloge. Aber das ist schließlich bei den Briefmarken auch nicht anders, da passen auch nicht alle Ausgaben in einen einzigen Katalog.
Viele Grüße
Ingo
Freue mich schon auf die Kommentare.
Viele Grüße
Uwe
Danach handelt es sich bei deiner Postkarte um die Ausgabe des Jahres 1939, Michel P 47, roter Wertstempel auf grauem Postkartenkarton, Mi.-Wert 10 Euro.
Falls du dich näher mit den Ganzsachen von Griechenland beschäftigen möchtest, kannst du gerne alle meine griechischen Ganzsachen haben, es sind sowieso nur wenige, weil ich Griechenland noch nie gesammelt habe. Und ich denke, dass du vielleicht auch passendes Tauschmaterial für mich hast; meine Mailadresse ist hinterlegt.
Viele Grüße
Ingo

Schönen Abend wünscht Uwe
Viele Grüße
Ingo
Adressiert von Athen nach Ulm - aber über London?
Es ist kein Stempel von Athen abgeschlagen!
Dabei bleibt es aber nicht, denn der Transportweg ist ebenfalls etwas holprig:
Laut Rückseite ist die Karte handschriftlich datiert mit 24.11.1913, gestempelt wurde sie in London am 20. Jan. 1914, fast 8 Wochen später; und noch einmal auf der Rückseite ein Eingangsstempel vom 1. Feb.1914 (dieser kann wohl nicht das handschriftliche Datum korrigieren, denn der vorderseitigen Stempel ist früher).
Bei der Karte finde ich den Text sehr interessant. Es ist eine Korrespondenz zwischen den Briefmarkensammlerinnen Berta Foerg(?) aus Syros in Griechenland und Luise Sannemann in Weißenfels (Sachsen).
Berta schreibt:
Syra 7.6.11
Liebes Fräulein!
Von Ihren Marken konnte ich leider sehr wenig behalten. Im ganzen macht es 36 Pf. Deutschland fehlen mir nur noch die selteneren und die Groschenmarken. Ich schicke Ihnen diesmal auch nur für 46 Pf. Wenn Sie mir nächstesmal vielleicht Deutsche Kolonien oder überhaupt bessere Marken schicken wollen, so sende ich Ihnen auch wertvolleres. Für die Adressen besten Dank. Welche von den jungen Mädchen sind am weitesten fortgeschritten?
Mit besten Grüßen
Berta Foerg(?)
Als Deutsche benutzt die Absenderin unseren Kalender. Die Karte ist datiert vom 7.6.1911. Sie hat die Karte am selben Tag aufgegeben, denn der Stempel ist vom 25.05.1911 (jul.) + 13 Tage = 07.06.1911 (greg.). Syros (griechisch Σύρος, auch Syra oder Siros) ist eine griechische Insel der Kykladen, fast mitten im Archipel gelegen, 84 km² groß. Die Hafenstadt Ermoupoli (griechisch Ερμούπολη) ist wirtschaftliches und kulturelles Zentrum der Insel. Im Stempel ist also der Name der Insel und nicht der Name des Ortes angegeben.
Unten im Stempel steht Αποστολη = ΑΠΟΣΤΟΛΗ = Aufgabe/Versand.
Viele Grüße
Volkmar
Mi. P 24
Viele Grüße
Ingo
Auf der Rückseite hat der Briefmarkenhändler Constantin Dascalakis aus Athen seinen Stempel abgeschlagen. Die Karte selbst stammt aber nicht von ihm, sondern von einem griechischen Versicherungsunternehmen - evtl. von einer staatlichen Versicherung.
Γενικον Πρακτορειον Αθηνων = Generalbüro von Athen τησ Ανωνυμου Ελληνικησ Εταιριασ Γενικων Ασφαλειων = Die griechische General Versicherungs-Company
Η Εθνικη = Der National
Ich kann kein Griechisch und weiß nicht genau, wie die Übersetzung der oberen drei Zeilen durch Google zu deuten ist.
Ich gehe davon aus, dass Constantin Dascalakis seinen Stempel aus Reklamezwecken auf der Postkarte abgeschlagen hat.
Von Constantin Dascalakis war letztes Jahr dieser Brief von 1896 mit fünf Olympia-Marken bei der David Feldmann Auktion im Angebot [1].
Viele Grüße
Volkmar
[1] https://www.davidfeldman.com/dfsa-auctions/2020-autumn-auction-series/?soff_page=1&soff_category=&soff_keywords=Dascalakis


Es handelt sich um die Nr.2 von 384 verschiedenen Bildern jeweils in 5 Lepta und 10 Lepta.
Diese Karte ist von Piräus (bin mir nicht 100% sicher) nach Breslau gelaufen. Im Eingangsstempel kann ich 1902 lesen. Die Karten sind alle mit einem 10 Lepta Prägedruck versehen.
Schönes Wochenende
Uwe

Schönen Gruß
Sepp