Katapultflüge über den Nordatlantik
1931 fand in Hamburg die Mophila statt. Aus diesem Anlass gab die rührige Firma Sieger eine Postkarte in Form einer Privatganzsache heraus, die auch 1933 zur Hamburger Braunen Messe noch verkauft und abgestempelt wurde. Die Karte zeigt einen Katapultstart auf der Atlantikroute.


Briefe und Karten der Erstflüge in beiden Richtungen vom 22.7/1.8. 1929 von Bord der Bremen werden öfters abgebildet und angeboten. Ich zeige deshalb einen schönen Brief, der mit Katapultflug vom 8.5.1930 (Haberer 11a) befördert wurde.

Dem Luxus-Schnelldampfer Bremen sollte ein weiteres Luxusschiff – ebenfalls mit Katapult ausgestattet – beigegeben werden. Doch infolge eines Großbrandes auf der Werft verzögerte sich der Start der Europa bis zum März 1930. Als sie dann endlich auf Reise ging, musste der Katapultflug ausfallen. Die aufgelieferten Poststücke erhielten einen dezenten Ausfallstempel (Haberer S. 27).

Auch bei den nächsten Fahrten der Europa fanden keine Katapultstarts statt. In der Weltwirtschaftskrise weigerte sich der Norddeutsche Lloyd, die Kosten für den Bau der Schleudervorrichtung zu übernehmen. Die nur mit Schiff beförderten Briefe erhielten teilweise keinen Ausfallstempel und sind dann nur an den Stempeldaten zu erkennen. So der abgebildete Brief, der von Long Island nach Schwerin vom 27.3. bis 4.4. = 9 Tage unterwegs war. Der Erstflugstart auf diesem Schnelldampfer fand erst am 15.9.1930 statt (Haberer 31, zurück 32). Briefe davon zeige ich demnächst (Hormann, Flugbuch Atlantik, S.91).


Für die Passagiere hielt der Norddeutsche Lloyd eigene Briefumschläge vor, die auf der Vorderseite einen Hinweis auf die Katapultflüge, rückseitig die Flagge der Gesellschaft zeigen. Hier ein Beispiel vom Flug Haberer 23c (23.8.1930).