Da dieses "Markenland" (...) in unserem Forum bisher noch nicht besprochen wurde, möchte ich diesen Kleinbogen mit Schmetterlingen - als Aufhänger
für die Suchmaschine - hier im Thema zeigen:

Kleinbogen mit 8 "Briefmarken" zu 5b, 4b, 3b, 1b / 10b, 15b, 20b, 1R (das steht für Omanische Baisa bzw. Rial) vom
30.08.1972,
ersttags-entwertet mit einem aufgedruckten Klischeestempel
DHUFAR POST / ظفار.
Soweit so "gut",
aber ...
Bei
Dhufar (auch Dhofar oder Zuffar bzw. Ẓuffār) handelt es sich um die südliche Region - heute ein Gouvernement - von Oman [1], mit der Hauptstadt Salalah.
Nun aber zum Aber: Es handelt sich hier um eine der vielen "nicht autorisierten Agenturausgaben" (sehr ... seeehr wahrscheinlich) aus dem Umfeld eines berühmt-berüchtigten
Briefmarkenhändlers namens
Clive Harold Feigenbaum (1939–2007) [2]. Colnect listet hunderte
nichtamtliche Dhufar-Ausgaben aus dem Zeitraum von 1972 bis 1986 [3].
Im Fall der Dharfur-Briefmarken nutze man den "Dhofar-Aufstand" (1964/1965 bis 1975/1976) - in dessen Verlauf die Rebellen zumindest zeitweise faktisch fast das gesamte Territorium erobert bzw. besetzt hatten - um eine gewisse "Möglich-Legitimität" vorzutäuschen. Nach allen was wir heute (seeeehr) gesichert wissen (und aus dem Feigenbaum'schen Universum heraus wohl auch sicher korrelieren können) hatten die Produzenten dieser 'Zum Schaden der Sammler-Ausgaben' (gilt auch für die frühen 1970er Jahre, d.h. als die Rebellen wirklich die Kontrolle über Dhofar ausübten) keinerlei "Freigabe", (natürlich) weder aus dem offiziellen Oman, noch von irgendwelchen
legitimierten Rebellenführern (oder? ... es soll ja angeblich aus 1972 einige echte gelaufene Einschreibesendungen geben, die mit der/über die syrischen Post ausgetauscht wurden...?).
Heute würde man also eineindeutig von
"Fake Briefmarken" sprechen. Damals für teuer Geld an die
unwissende Sammlerschaft vertickt, üben sie heute nach über 60 Jahren inzwischen aber schon wieder einen gewissen Reiz aus, zumindest wenn man das Thema rein unter philatelie- bzw. philateliemarktgeschichtlichen Gesichtspunkten betrachtet - welche für mich zwischenzeitlich einen ausgesprochen interessanten Aspekt unseres Hobbys ausmachen.
Heute "alles gut", solange man für ein volles, gut erhaltenes Dhufar-Album (im Wissen, was man da vor sich hat) nicht mehr als maximalst den Gegenwert eines großen, gemeinsamen Bierchens - beim günstigen Griechen nebenan - gezahlt haben sollte ;-) Falls also jemand seine Dhufaralben loswerden möchte, ich stelle gerne unsere Paketbox vor der Haustür für eine fachgerechte Entsorgung zur Verfügung ;-)
Spass ist's, wenn man's trotzdem sammelt ;-)
Wenn ich übrigens mein Exemplar mit dem bei Colnect abgebildeten Beispiel [4] vergleiche, weist meine sogar eine leicht
abgewandelte Form der Zähnung auf. Dhufar bietet für den interessieren Sammler also viel Raum für eine tiefer gehendere Spezialisierung, was will man mehr ;-)
Beste Grüße
Thomas
[1]
https://de.wikipedia.org/wiki/Dhofar
[2]
https://en.wikipedia.org/wiki/Clive_Feigenbaum
[3]
https://colnect.com/de/stamps/years/country/1819-Oman_Dhufar_Nichtamtliche_Marken
[4]
https://colnect.com/de/stamps/stamp/585192-Butterflies-Schmetterlinge_1972-Oman_Dhufar_Nichtamtliche_Marken