Beamtentod. So werden diese Belege bei verschiedenen Auktionshäusern benannt, kann mir jemand erklären warum ?
mit Sammlergruß Martinus
@ Martinus [#1]
Hallo Martinus,
gerne lese ich auch die Lösung zu Deiner Frage.
Ich rate mal, der Titel eines Bürgermeisters wurde aus politischen Gründen umbenannt.
Erich
@ Martinus [#1]
Zeigst Du uns die Rückseiten?
Ich vermute, dass es sich um irgendeinen Verwaltungsvorgang handelt, beim dem Landeskirche und Kommunalverwaltung zusammenarbeiten mußten.
Idee wäre z.B. Auszahlung von Sterbegeld o.ä.
Aber eventuell spielt das auch nur auf den Freistempel an, durch den ja Postbeamte um ihre Arbeit gebracht wurden: Verkauf von Briefmarken und deren Abstempelung entfielen. Andererseits: m.E. sind das Postfreistempler, nicht Absenderfreistempler.
Ich habe gerade gesurft und finde bei Köhler:
11.12.54, 20 Pfg. Münzfreistempel (sog. "Beamtentod) vom 1. Standort Berlin W 15, sehr stark gestauchter Abschlag auf Bedarfsbrief mit Tagesstempel "BERLIN W 15 11.12.54" und handschriftlichem Vermerk "Geb. bei Post W 15 durch Freistempel bezahlt" nach Minden
Also vermutlich meine letzte These. Postautomation ist nicht für jeden ein Sammelgebiet. Für manchen ist das auch eine Bedrohung, z.B. von Arbeitsplätzen.
Gruß Stephan
@ Martinus [#1]
Stephans letzte These greift.
Der Begriff "Beamtentod" ist nach Einführung der Postfreistempel entstanden, weil man durch den Einsatz von Maschinen, in diesem Fall von Stempelmaschinen, mit der Freisetzung von Beamten rechnete. Durch den Einsatz von Freistempel wurde ja das Abstempeln der Marken überflüssig.
Mit postgeschichtlichem Gruß
Manfred
@ stephan.juergens [#3]
Hier die Rückseiten von den Karten.
mit Sammlergruß Martinus
@ Postgeschichte [#4]
Danke für die Erklärung.
Also wegen heut zu Tage viel Email-Verkehr haben wir ein Briefmarken gebrauchstod.
Erich
Hallo alle,
der Beamtentod ging sogar noch weiter: kassieren, Sendung annehmen und das 24 Stunden lang (also eine Art vorsintflutlicher ABAS-Automat). Hier könnt Ihr Euch informieren:
http://www.postautomation.de/45.htmlAber zu einem flächendeckenden Einsatz ist es nicht gekommen!
Viele Grüße
Nachtreter
Hallo zusammen,
ich bin zufällig bei einer anderweitigen Suche auf diese Rubrik aufmerksam geworden. Es geht um den Begriff „Beamtentod“ und was damit gemeint ist.
Vielleicht hilft zur kurzen Aufklärung ein Auszug aus meinem Artikel : (2019). Barfreimachungsbriefkasten. Bericht Nr. 88 der Forschungsgemeinschaft Post- und Absenderfreistempel e.V., 6 - 10.
Daraus zwei Passagen:
Kaum im Betrieb hatten die Berliner schon einen Spitznamen für das Gerät: „Beamtentod.
"In der Zeitschrift „Philatelie und Postgeschichte Nr. 58/1991 stellte der Autor Wolf J. Pelikan (RIP) unter „Münzautomaten der Post“ auch dieses Gerät vor. Hieraus einen aufschlussreichen Auszug:
„Neben einer „Gebrauchsanweisung“ befanden sich an dem Automaten vier Münzeinwürfe für 1, 2, 5 und 10 Pfennig sowie eine Klappe, die sich zum Einlegen des Briefes oder der Karte öffnete, nach-dem man den Betrag für das gewählte Porto bezahlt hatte.“
“Beim Schließen der Einwurfklappe wurde das Poststück dann unter Aufdruck des gewählten und bezahlten Portos freigestempelt.“

(1) Berlin-Neukölln 1 (Abbildung gesehen bei Harlos 2022)
Eine kurze Vorstellung zum Thema ist auch hier im Forum zu finden. [1]
Viele Grüße
Hajo
[1]
https://www.philaseiten.de/beitrag/208940
Hallo in die Runde,
beim Besuch der Börse in Löhne traf ich meinen langjährigen Sammlerfreund Peter Koegel, der früher einmal für seine herrlichen Auktionen in Berlin bekannt war.

Nun kann ich auch einen derartigen "Beamtentod-Münzfreistempel" aus dem 2. Einsatz vom 19.3.1955 präsentieren, habe mich sehr über diesen kleinen Beleg, der auch noch in die USA ging, gefreut.
mit Sammlergruß
Werner
https://www.postautomation.de/briefannahme/muenzfreistempler-fa-francotyp/
Hallo in die Runde.

Heute kann ich einen weiteren Beleg mit einem Münzfreistempel (so wurde er benannt) zeigen. Orts-Postkarte von Berlin, zum Stempel klebte man eine 6 Pfg-Marke Heuss-Freimarke hinzu und der Beleg ging von B-W 15 in Richtung Kaiserdamm.
mit Sammlergruß Werner