Briefmarken Atteste

Thema:

Bayern Kreuzerzeit - eingehende Post (Incoming Mail)

bayern klassisch Am: 15.08.2026 10:08:02 Gelesen: 170 # 1
Liebe Freunde, am 21.6.1867 schrieb ein Militärangehöriger aus Friedland in Oberschlesien einen einfachen Brief an seinen Onkel, den Herrn Jusitzrat Schmücker aus Berlin, der in Bad Kissingen kurte. Dort kam der Brief auch 2 Tage später an. Der Inhalt scheint dringend gewesen zu sein. Der Absender frankierte korrekt 3 Groschen für einfache Briefe über 20 Meilen im DÖPV. Jedoch notierte er unten links: "Sogleich abzugeben nur nicht bei Nacht". Damit wollte er wohl einen Expressbrief auf die Reise bringen, doch sah das Reglement des neuen Postvereinsvertrages zum 1.1.1861 vor, dass das Wort "Express" frontseitig zu notieren war, der Brief einzuschreiben war und als Botenlohn hätten hier im Ort eine Postexpedition 9 Kr. bezahlt werden müssen. Aber das war unserem Soldaten wohl alles zu viel und er beließ es bei seinem Wunsch, ohne die entsprechenden Gebühren zu zahlen. Dennoch unterstrich die Post 3 mal Teile des Textes und der Adresse - warum, wenn es doch eh kein Expressbrief im Sinne der Verordnungen war? Bei "normalen" Briefen hatte man ja auch nichts unterstrichen, zumal hier "Bad Kissingen Königreich Baiern" eindeutig war, ohne dass man es hätte präzisieren müssen. Auch hier stellt sich die Frage: Woher wußte die Post in Bad Kissingen im Kurmonat Juni, welcher von zahllosen Gästen wo residierte? Ein Hotel ist nicht angegeben und eine Adresse auch nicht. Vermuten kann man, dass der Empfänger in der Zeitung unter "einlaufenden Kurgästen" nominiert wurde; dann hätte man nachschauen müssen unter den Inseraten der letzten Tage und Wochen, wo er sich aufhalten sollte. Viel Arbeit für die Post damals, wenn es so war.
Gernesammler Am: 15.08.2026 20:42:15 Gelesen: 128 # 2
@ bayern klassisch [#1] Hallo Ralph, Toll der Brief, vor allem die Anforderung des Militärangehörigen, sofort abzugeben nur nicht bei Nacht. Gruß Rainer
Gernesammler Am: 15.08.2026 20:45:01 Gelesen: 127 # 3
Hallo Ralph,

Schön wäre auch wenn unser alter Thread aus den Perfins Deutsches Reich heraus gelöst würde, dann müsste man erstens nicht suchen und zweitens keinen neuen aufmachen.

Gruß Rainer
bayern klassisch Am: 07.09.2026 10:06:05 Gelesen: 237 # 4
Liebe Freunde, leider weiß ich nicht, wer am 2.1.1806 (das Königreich Bayern war noch jung) dem hochgeborenen Reichs-Freiherren Max Emanuel von Rechberg und Rothen Löwen einen Brief nach München schrieb und bei der Postaufgabe in Schwäbisch Gmünd portofrei war, wie der Empfänger in Bayern auch, aber das wundervolle Blau und das gut erhaltene Siegel, welches ich leider nicht deuten kann, sprangen mir sofort ins Auge. LG von bayern klassisch
bayern klassisch Am: 08.09.2026 15:45:31 Gelesen: 194 # 5
Liebe Freunde, ein Brief aus Bukarest vom 14.7.1867 wurde poste restante nach Bad Kissingen geschickt, gerichtet an Madame Stolz. Die österreichische Postverwaltung in Bukarest (Fürstentum Wallachei) notierte für die Strecke bis zur österreichischen Grenze 4 rheinische Kreuzer = 5 Neukreuzer und hätte für die DÖPV-Strecke über 20 Meilen unter einem Loth 9 Kr. rheinisch ansetzen sollten, in summa also 13 rheinische Kreuzer. Doch man hatte in Wien geschlafen und setzte für die DÖPV-Strecke 12 rhein. Kreuzer an, weil man vergaß, dass der Brief aus dem Ausland stammte und daher ein Portozuschlag von 3 Kr. rh. je Loth nicht statthaft war. Ergo notierte man 16 rhein. Kreuzer Belastung für Bayern, wo man diese falsche Rechnung nicht korrigierte, sondern von der Empfängerin einkassierte. Dazu kamen, hier nicht separat notiert, noch 4 Kreuzer Lagergebühr für den poste restante - Brief, insgesamt also 20 Kreuzer. Einen weiteren Brief aus der Wallachai mit poste restante nach Bayern kenne ich nicht. LG von bayern klassisch
bayern klassisch Am: 26.09.2026 15:37:40 Gelesen: 42 # 6
Liebe Freunde, auf Verdacht gekauft und Glück gehabt! Brief der Firma Collomb & Dohn aus Vevey (Waadt) mit Postaufgabe in Lindau (Bayern) nach Steyr (Österreich). Die 1. Strecke war kostenlos. Die 2. Strecke musste wegen des Grenzfrankozwanges in Lindau bis zur österr. Grenze hinter Passau mit 12 Kr. rheinisch frankiert werden. Die 3. Strecke ab da bis Linz kostete für den Empfänger 16 Kreuzer Conventionsmünze. Damals schrieb man statt Vevey noch "Vivis und das Datum war der 29. Juli 1806. In Steyr war er am 9.8.1806 und die Beantwortung erfolgte am 10.8.1806. LG von bayern klassisch