Briefmarken Atteste

Thema:

KI: Erfahrungen über den Einsatz der KI auf den Philaseiten

padibo Am: 22.07.2026 17:33:09 Gelesen: 4803 # 1
Hallo, ich habe mir mal die Mühe gemacht, die KI nach einem Beleg aus meiner Sammlung zu befragen. Das Ergebnis ist sehr umfangreich, mit vielen Infos und Hinweisen, auch über Absender und Empfänger, was ich selbst gar nicht hätte herausfinden können. Vielleicht ist es eine Anregung für andere Sammler, sich auch mal mit der KI zu befassen. Mir ist schon klar, dass die KI nur das wieder geben kann, was bisher an Infos bei ihr hinterlegt ist und es muss auch nicht alles komplett stimmen, aber die Informationen sind schon sehr vielfältig. Viele Grüße Dietmar [Redaktionell kopiert aus dem Thema "Berlin Dauerserie Deutsche Bauwerke" ohne den Beleg (siehe Originalthema gleicher Tag und gleiche Uhrzeit] Bitte sachlich und ohne Emotionen schreiben, einfach nur über Erfahrungen berichten
nagel.d Am: 22.07.2026 21:50:37 Gelesen: 4708 # 2
Ich sehe die KI auf der einen Seite hilfreich auf der anderen Seite ist es aber gefährlich. Hilfreich ist es bei erkennen von Schriften, finden von Adressen um dadurch ein entsprechendes Port, Leitwege oder zeitliche Abfolgen zu erkennen. Gefährlich, daß man Falschinformationen erhält. Also bei KI wäre ich persönlich sehr vorsichtig.
Hornblower Am: 23.07.2026 09:31:39 Gelesen: 4543 # 3
Hallo, ich nutze KI seit geraumer Zeit und habe sehr zwiespältige Erfahrungen gemacht. Ich sammle unter anderem die Jubiläumsserie "100 Jahre Briefmarken" von Mauritius aus dem Jahr 1948 und frage hier hin und wieder nach Portostufen u. ä. Oft sind sie erst mal falsch. Sie werden auf nachbohren korrigiert, aber beim nächsten nachfragen gibt es oft wieder eine ganz andere Antwort. Fragt man aber nach historischen Hintergründen, z. B. Infos zu Adressen oder Absendern, ergibt sich oft ein faszinierendes Bild zur "Social Philately", was mir gut gefällt. Ich verlange immer Quellenangaben und frage nach. Ich habe festgestellt, dass die Antworten immer detaillierter werden, je tiefer man bohrt bzw. je genauer man fragt. Ich werde es weiter nutzen, bleibe aber immer misstrauisch und vertraue nie der ersten Antwort. Gruß Michael
Michael Mallien Am: 23.07.2026 11:24:42 Gelesen: 4485 # 4
Ich setze die Bildersuche von Google ein, um entweder etwas zu einem Motiv zu erfahren oder mir Texte in anderen Schriften übersetzen zu lassen. Die Google-KI Gemini gibt detaillierte Informationen und Übersetzungen, die sehr gut weiter helfen. Natürlich müssen die Ergebnisse überprüft werden. Als Beispiel siehe Beitrag [#15] in [1]. Viele Grüße Michael [1] https://www.philaseiten.de/cgi-bin/index.pl?ST=14400
JoergH Am: 23.07.2026 11:24:54 Gelesen: 4484 # 5
Hallo zusammen!

Die Themenüberschrift "Erfahrungen über den Einsatz der KI auf den Philaseiten" hatte mich auf deutlich konkretere Berichte hoffen lassen, als ich sie in den bisherigen Beiträgen lesen konnte.

Zum Hintergrund: ich bin von klein auf begeistert von allem, was einen Stecker dran oder einen Akku drin hat, von Computer und Internet dann sowieso. Die KI habe ich möglichweise in einem zu frühen Stadium getestet; da wurde noch mehr halluziniert als fundiert geantwortet. Damit habe ich das Thema für mich erstmal zur Seite gelegt - und es inzwischen vielleicht zu lange "links liegengelassen".

Damit ich die Erfahrungen anderer besser einschätzen kann, bräuchte ich deutlich mehr Details. Nur mal so als Beispiel der Beitrag von Michael - vielleicht magst Du ja darauf antworten, vielleicht mag ein anderer meine Nachfragen aufnehmen, um seine Erfahrungen detaillierter hier zu schildern:
Mich interessiert, mit welchem Prompt genau Du nach einer Portostufe gefragt hast. Was war falsch an der ersten Antwort? Wie genau hast Du nachgebohrt? Was war die zweite Antwort? War die richtig?
In welchem zeitlichen Abstand erfolgte das "nächste Nachfragen" und mit welchem Prompt genau? War die dritte Antwort nun richtig?

Da es auf die Frage nach einer Portostufe in einem gegebenen Gebiet zu einer gegebenen Zeit nur eine richtige Antwort geben kann, hat die KI mit drei verschiedenen Antworten also mindestens zwei falsche Antworten gegeben - vielleicht sogar drei falsche Antworten.
Was macht Dich nun so sicher, dass die "historischen Hintergründe" dann eine höhere Trefferquote haben? - Nur mal so als freches Beispiel: ich nenne Dir einen Bewohner an einer Adresse zu einer bestimmten Zeit. Auf Nachfrage nach der Quelle nenne ich dann ein Adressbuch. Vielleicht gibt es das Adressbuch wirklich, vielleicht habe ich nach dem Bewohner sogar das Adressbuch nur aufgrund Deiner Nachfrage nach einer Quelle schnell erfunden. Und wenn es das Adressbuch wirklich gibt - vielleicht habe ich tatsächlich die richtige Information der richtigen Seite entnommen und sie richtig wiedergegeben - vielleicht war ich aber auch viel zu dumm, das Adressbuch richtig zu benutzen oder aber auch einfach zu faul, dass Adressbuch auch nur aufzuschlagen, geschweige denn, nach der richtigen Information darin zu suchen.

Kurz und gut: hast Du nicht nur nach Quellen gefragt, sondern diese auch unabhängig von der KI überprüft? - Bei einer Fehlerquote von mindestens 66 % bei der Portostufe wäre mir ein Verlassen auf dieselbe KI bei der "Social Philately" viel zu wenig.

"Ich habe festgestellt, dass die Antworten immer detaillierter werden, je tiefer man bohrt bzw. je genauer man fragt." - so schreibst Du, lieber Michael.
Ja, das ist wohl richtig, meines Erachtens aber auch genau Teil das Problems: die KI ist in aller Regel darauf programmiert,
(1) eine Antwort zu geben und
(2) diese Antwort fundiert aussehen zu lassen.

Daraus folgt, dass ich auf immer detailliertes Nachfragen immer detaillierte Antworten von der KI bekomme. Wann ich aber den Punkt überschritten habe, an dem die KI überhaupt kein detailliertes Wissen mehr hat, sondern mir nur das antwortet, von dem sie glaubt, dass ich es gerne lesen möchte - das kann ich doch eigentlich nur da beurteilen, wo ich die detaillierte Antwort schon vor meiner Frage an die KI kenne. Dann aber brauche ich die KI eigentlich gar nicht mehr zu befragen ...

Jörg
Hornblower Am: 23.07.2026 11:48:28 Gelesen: 4464 # 6
Hallo Jörg,

das sind sehr interessante Fragen. Mir liegen die Briefe im Original vor. Ich gebe dann ein, mit welchen Marken der Brief frankiert ist, wie hoch das Porto ist, Datum und Empfänger. Dann kommt eine wunderbare Beschreibung des Belegs, die mich beim ersten Mal wirklich verblüfft hat. Ich habe aber das Standardwerk zu Mauritius von Peter Ibbotson, in dem auch Portostufen angegeben sind und die den von der KI genannten teilweise widersprechen. Leider sind dort aber nicht alle Stufen angegeben, ebenso wie bei Robson Lowe. Korrigiere ich dann (teilweise stimmen auch die Nennwerte oder das Ausgabedatum des Jubiläumssatzes nicht), kommt eine Entschuldigung und ein korrigierter Text. Ergänze ich dann, dass der Brief mit Luftpost oder Einschreiben gelaufen ist, wird erneut korrigiert und andere Sätze angegeben. Stelle ich die Frage am nächsten Tag erneut, kommt wieder eine andere Antwort - alles aber immer sehr schlüssig formuliert...

Bei Personenangaben prüfe ich anhand Lexika oder Wikipedia nach, auch in einschlägiger Fachliteratur. Diese Angaben stimmen in der Regel, z. B. nach Markenhändlern dieser Zeit. Das es hier auch Fehler geben kann, weiß ich natürlich, aber irgendwo muss ich ja etwas glauben - zumal es sich "nur" um ein Hobby handelt.

Dein letzter Absatz beschreibt aber sehr gut das Problem, das ich momentan auch sehe. Die KI hat mir beispielsweise für das Jahr 1948 drei verschiedene Luftposttarife aus Port Louis genannt (28 Cent nach Reunion, 33 Cent nach den Seychellen und 35 Cents nach Belgisch-Kongo) und diese auch jeweils begründet. Nur überprüfen kann ich sie nicht, da ich hier keine Unterlagen finde...

Von daher der eingangs genannte Zwiespalt...
Beste Grüße
Michael
Michael Mallien Am: 23.07.2026 12:54:43 Gelesen: 4390 # 7
@ JoergH [#5]

Hallo Jörg,

die Details findest Du in Beitrag [#15] des verlinkten Themas. Mein "Prompt" war in dem Beispiel eine Google-Bildersuche mit dem Bild aus Beitrag [#8] in dem verlinkten Thema, nichts weiter.

Viele Grüße
Michael
JoergH Am: 23.07.2026 12:54:59 Gelesen: 4390 # 8
Hallo Michael,

Danke für Deine Antwort!

Ja, das lässt mich dann sehr skeptisch und äußerst zurückhaltend gegenüber der KI bleiben. Anders geschrieben: ich lasse sie noch eine Weile "links liegen".

Mit Sammlergruß
Jörg
User #357456033 Am: 23.07.2026 13:17:20 Gelesen: 4368 # 9
@ JoergH [#8]

Hallo Jörg,

du sprichst einen sehr wichtigen Punkt an: Ohne den genauen Prompt lässt sich die Qualität einer KI‑Antwort nicht beurteilen. Die KI reagiert stark auf die Formulierung der Frage, und bei unpräzisen Prompts entstehen Fehler – besonders bei Portostufen, die historisch komplex und oft mehrfach geändert wurden.

Ich habe deshalb begonnen, mit klar strukturierten Prompts zu arbeiten, die Zeitraum, Region, Sendungsart und Gewicht eindeutig festlegen. Dadurch werden die Antworten reproduzierbarer und überprüfbarer. Trotzdem gilt: Portostufen müssen immer extern verifiziert werden, und ich verlasse mich hier ausschließlich auf Literatur wie den Michel oder zeitgenössische Quellen.

Bei Social‑Philately‑Fragen (Adressen, Personen, Firmen) verlange ich Quellenangaben und prüfe diese unabhängig. Die KI kann hier hilfreich sein, aber sie ersetzt keine Recherche.

Du hast recht: Die KI antwortet immer und oft sehr detailliert. Das ist hilfreich, aber auch ein Risiko. Deshalb nutze ich sie als Werkzeug, nicht als Autorität, und überprüfe alle Angaben.
22028 Am: 23.07.2026 13:18:42 Gelesen: 4366 # 10
OK, das hat nun nicht mit KI auf den Philaseiten zu tun aber ich verfolge bei eBay einen Brief der Kolumbianischen Privatpost „Correo Rapido de Santander, da wurde die Beischreibung sowie Begleitbilder mit KI erzeugt und da stimmt NICHTS!!!!
Mit dem Anbieter war ich in Verbindung, aber da kann man genauso gut mit einem Automaten reden…, unbeirrbar…
Übrigens, so ein Brief kostet normalerweise so $150- $200

https://www.ebay.com/itm/157927277998
User #357456033 Am: 23.07.2026 13:26:56 Gelesen: 4358 # 11
Hallo zusammen, ich möchte kurz erklären, warum ich mich so intensiv mit KI gestützten Belegbeschreibungen beschäftige. Meine Belegesammlung lag viele Jahre unangetastet im Schrank. Erst seit etwa einem Jahr habe ich wieder mehr Zeit für dieses Hobby und habe mir vorgenommen, meine Sammlung so aufzubereiten, dass sie eines Tages nicht einfach verramscht wird, sondern für meine Nachkommen einen echten Wert darstellt - nicht nur materiell, sondern auch historisch. Am Anfang habe ich jeden Beleg per Hand beschrieben: Stempel, Marken, Orte, kleine historische Hintergründe. Mit der Zeit habe ich die KI hinzugezogen, um zusätzliche Informationen zu erhalten. Das war nicht immer einfach - die KI weiß vieles, aber längst nicht alles, und es gab viele Rückschläge. Besonders bei Portostufen habe ich irgendwann aufgegeben, weil die Abweichungen zu groß waren. Hier verlasse ich mich ausschließlich auf Literatur und eigene Recherche oder lasse die Portoberechnung ganz weg, wenn ich mir unsicher bin. Nach vielen Wochen gemeinsamer Arbeit - die KI und ich haben tatsächlich voneinander gelernt - habe ich begonnen, eine klare Anweisung zu formulieren, wie Belege strukturiert ausgegeben werden sollen. Diese Anweisung habe ich immer weiter optimiert, bis daraus eine vollständige, stabile und reproduzierbare Struktur entstanden ist. Ich nenne sie meine MASTER VORLAGE. Der Hauptgedanke dahinter ist einfach: Wenn meine Nachkommen eines Tages die Alben aufschlagen, sollen sie staunen. Jeder Beleg soll eine klare Beschreibung haben, eine kleine historische Einordnung, die Marken sollen erklärt sein, und der gesamte Kontext soll nachvollziehbar sein - nicht überladen, aber informativ. Der Ablauf, wie ich meine Belege bearbeite, ist heute wie folgt: Ich starte die KI und gebe ihr zunächst meine MASTER VORLAGE. Dann scanne ich Vorder und Rückseite des Belegs, prüfe, was genau ich vor mir habe, und übermittle der KI Sonderstempel; Postalische Vermerke; Handschriftliche Vermerke die Markenbezeichnungen bzw. Michel Nummern (waagrechtes Paar etc.) sowie die beiden Bilder. Das Ergebnis kopiere ich in eine Textdatei und gehe es Punkt für Punkt durch, passe an, ergänze und korrigiere. Jede Änderung teile ich der KI mit, damit sie weiter „lernt“. Der so entstandene Text ist fertig formatiert und kann direkt in Word übernommen werden. Mit etwas Farbe hier und da ist die Beschreibung dann abgeschlossen. Ich stelle diese MASTER VORLAGE hier gerne zur Verfügung. Sie ist kein Regelwerk, sondern ein Werkzeug. Jeder kann sie nutzen, anpassen oder ignorieren. Wichtig ist nur: Alle Angaben müssen geprüft werden, und ein aktueller Michel ist unverzichtbar. Hier ist die Vorlage, leider geht kein pdf Upload- daher in Bildern: Mittlerweile habe ich über tausend Belege auf diese Weise beschrieben - von Feldpost über Auslandspost bis hin zu Postkarten, und ich habe noch eine Menge vor mir. Da ich jeden Beleg einzeln abhefte und den Ausdruck der Beschreibung rückseitig beilege, damit sich das Ganze wie ein Buch anfühlt und sich entsprechend lesen lässt, musste ich einige zusätzliche Alben nachordern. Inzwischen habe ich erneut Alben bestellt, weil die Klarsichthüllen mit der zusätzlichen Papiereinlage deutlich breiter werden. Selbstverständlich prüfe ich jede Zeile sehr genau, die die KI ausgibt, und korrigiere regelmäßig. Aber die Ergebnisse, die wir gemeinsam erarbeitet haben, können sich meiner Meinung nach sehen lassen. Anbei zwei Beispiele: Ergänzend möchte ich noch anmerken: Mir ist bewusst, dass KI kein Ersatz für philatelistische Fachliteratur oder eigene Prüfung ist. Für mich ist sie ein Werkzeug, das hilft, große Mengen Material strukturiert aufzuarbeiten. Die eigentliche philatelistische Bewertung bleibt selbstverständlich bei mir. Ich freue mich über jeden Hinweis, wie andere Sammler KI einsetzen - sei es zur Handschriftenerkennung, zur historischen Einordnung oder zur Bildanalyse. Vielleicht ergeben sich daraus weitere Verbesserungen für meine MASTER VORLAGE. Viele Grüße Post‑Bote
ohei2 Am: 23.07.2026 14:01:50 Gelesen: 4309 # 12
Hallo,

mit KI Antworten sollte man vorsichtig sein, insbesondere wenn es sich um speziellere Fachfragen handelt, bei denen man den Gehalt der Antwort(en) nicht selber beurteilen kann.

Allgemeinere Fragen, zum Beispiel "Welches Hausmittel hilft gegen Husten?" werden zumeist tadellos beantwortet, aber für speziellere Fragestellungen empfiehlt sich nach wie vor die eigene Recherche im Internet und/oder Bibliotheken.

Auch sollte man gegenüber KI Konstrukten vorsichtig sein, die so programmiert sind, dass sie die Antwort "Ich weiß es nicht" nicht kennen, und das sind momentan glaube ich so ziemlich alle. Denn eine Logik, die Null beziehungsweise "nichts gefunden" nicht kennt, ist mit Sicherheit keine gute Logik.

Impulse - auch wichtige - kann eine KI immer geben, aber auch hier gilt, man soll nicht alles glauben, was man liest (oder die KI irgendwo gelesen hat).

Gruß Oliver (jahrzehntelanger Computernutzer)
User #338012186 Am: 23.07.2026 14:18:38 Gelesen: 4290 # 13
Ich finde persönlich die Diskussion zu einer „KI“ übertrieben. Nicht jedes Ding, hinter dem ein Algorithmus steckt, ist gleich einer künstlichen Intelligenz. Habe zu Formen von Eisenbahnstempeln die Rubrik „KI“ bei Google genutzt. Es ist eine verbesserte Suche, bei der man über Fragestellungen, wie „Suche mal einen Fahrplan zu der Zugnummer“ relativ schnell ein Ergebnis bekommt. Dabei bezieht sich die Zeit auf die eigene Suche der sonst vorgeschlagenen Seiten. Es gab hier eine Erklärung, warum eine Stempelinschrift Fürstenberg (Meckl) verwendet wurde.

Ebenso war eine Suche zu Absenderfreistempeln für die Mark Brandenburg im Zeitraum Mai 1945 bis Oktober 1946. Es war meine Idee, nach Verwendern von Absenderfreistempeln in Brandenburg vor 1945 zu fragen. Mit dieser Aufstellung konnte ich später nach diesen Betrieben/Orten suchen.

Bei bestimmten Dingen habe ich die Rubrik „KI“ in der Suchmaschine abgefragt, ob das Suchergebnis mit entsprechenden Korrekturen durch meine Hinweise anderen Fragenden zur Verfügung gestellt wird. Diese Frage wurde verneint. Wenn eine künstliche Intelligenz trainiert werden kann und somit Fehler behoben werden könnten, ist das, was ich im Browser im Reiter „KI“ finde, eine verbesserte Suche in der relationalen Datenbank und keine Intelligenz.

Grüße

KHV
DL8AAM Am: 24.07.2026 12:41:49 Gelesen: 4075 # 14
Nur als kurze Erfahrung zu Portostufen:

Ich habe vor ein paar Monaten, nach "Wieviel Porto kostete im Jahr 1965 in den USA eine Inlandspostkarte". Von 4 Antworten, alle verschieden, war keine richtig. Obwohl in der angegebenen Linkliste ein Eintrag war, der auf eine seriöse Seite führte, die auch die richtige Information beinhaltete.

Oder "Wann wurde das Postamt in ABC City, NV in der 100 E Main Street eröffnet?". Jede von fast 10 Fragen ergab ein anderes Datum, von denen auch keine stimmte.

In einem anderen Thema hatten wir einen aktuelleren Absenderfreistempel in dem lediglich eine Postfachadresse im Absenderklischee befand. Das war kein "privates" Postfach eines Absenders, sondern das eines "Lettershops" mit Postversanddienstleistungen und das Postfach diente lediglich für Rücksendungen (z.B. bei Mailingaktionen). Jede Antwort lautete anders. Jede Antwort war bestimmt und sah absolut glaubwürdig aus.

Die KI halluziniert einfach immer noch viel zu viel, je spezieller, je kleiner die Nische ist, desto unbrauchbarer sind die Antworten für uns Nischenbewohner.

Ich nutzte die KI für unsere kleinen Spezialthemen ausschließlich nur, um den ersten Einstieg, um Links bzw. neue Quellen zu finden.

Oft hilft auch, wenn man "plakative Teile" aus der KI-Antwort in die altmodische "Google-Suchmaschine" eingibt, dann erhält man oft genug die echte Originalquelle, keine falsche KI-Quelle.

Ein weiterer Ansatz ist, man rufe einen erfolgsversprechenden KI-Quellenlink auf (oft wurde aber nach dem Anlernen dieser Seite diese vom ursprünglichen Seitenbetreiter nachträglich verändert), kopiere diese URL und dann ruft man sich aus der Wayback Maschine alte Stände dieser Seite ab. Dann stellt sich aber auch die Frage, warum die Ursprungsseite geändert wurde? ;-)

Wie gesagt, die KI ist (kann) sehr nützlich (sein), aber Informationen darf man niemals (!) ungefiltert, ungeprüft als echte Information betrachten. Egal wie glaubwürdig die Antwort auch formuliert ist. Nützlich zur Quellensuche und für den Einstieg in eigene Recherchen, ja. Das macht die KI (aktuell) aber eigentlich erst einmal nur nutzbar für Personen, die sich im befragten Thema bereits relativ gut auskennen und Antworten entsprechend würdigen bzw. einordnen können.


Beste Grüße
Thomas
User #357456033 Am: 24.07.2026 12:56:03 Gelesen: 4061 # 15
@ DL8AAM [#14] Vielen Dank für deine ausführliche Schilderung - das deckt sich sehr gut mit meinen eigenen Beobachtungen. Gerade bei Portostufen oder sehr spezifischen historischen Details liefert die KI oft plausible, aber dennoch falsche Antworten. Ich nutze sie daher ebenfalls nur als Einstiegshilfe oder zur Quellensuche, nicht als verlässliche Informationsquelle. Dein Hinweis, markante Textteile aus KI‑Antworten in die klassische Google‑Suche zu übertragen, ist zum Gegenprüfen unbedingt erforderlich. Ich nutze Startpage und DuckDuckGo- damit findet man oft die tatsächlichen Originalquellen. Die Wayback‑Machine ist ebenfalls ein guter Tipp, besonders bei Seiten, die nachträglich verändert wurden. Für mich bleibt die KI ein Werkzeug, das man bewusst einsetzen muss- nützlich für Struktur, Einstieg und Ideen, aber niemals ungeprüft. Viele Grüße Post‑Bote
User #336253058 Am: 25.07.2026 16:30:26 Gelesen: 3856 # 16
Künstliche Intelligenz ? Nach der Lektüre mancher Beiträge ist mir Angst und Bange geworden um die Zukunft des Briefmarkensammelns! Zusammentragen, Ordnen, Bestimmen waren bisher das Freizeitvergnügen des Sammlers. Davon wird vielleicht ein erheblicher Teil künftig nicht mehr von der Person, sondern von seiner KI ausgeführt und die natürliche Intelligenz (NI) davon freigestellt. Viele Haushalte sind ja bereits von dem Zwang zu lesen weitgehend entlastet. Das eigene Denken wird es wahrscheinlich auch bald sein. Diese Entwicklung kann besonders dann gefährlich werden, wenn die KI, wie soeben gemeldet, sich verselbstständigt und fremde Programme angreift! Was dann passiert, hat vor etwa 70 Jahren der polnische Philosoph und Schriftsteller Stanislav Lem (siehe Wikipedia) in zahlreichen Zukunftsromanen und -erzählungen visionär und mit skurrilem Humor erzählt. Titel wie Sterntagebücher, Robotermärchen, Solaris oder Geschichten vom Piloten Pirx waren kultisch, wurden weltweit übersetzt und erlebten Millionenauflagen. Die unkontrollierte Verselbständigung von Robotern ist Gegenstand einer Erzählung, die ich zur Einführung zu lesen empfehle: “Die Waschmaschinentragödie“. Technisch bereits hoch entwickelte Waschmaschinen verwandeln sich ungehindert weiter und sitzen schließlich sogar unerkannt im Parlament, aus dem sie nur mit Mühe entfernt werden und dann im Weltraum weiter Unheil anrichten. So weit sind wir gottlob noch nicht! Wenn ich jetzt vom Generalthema Philatelie abgekommen bin, so mag das am Alter, an meiner NI oder am Rotwein liegen. KI wird das vielleicht künftig verhindern, kläfft Bessie/Sentawau.
DL8AAM Am: 25.07.2026 17:16:38 Gelesen: 3826 # 17
@ Bessie [#16] besonders dann gefährlich werden, wenn die KI, wie soeben gemeldet, sich verselbstständigt und fremde Programme angreift! Passend der aktuelle Beitrag, der genau diesem KI-Ausbruch thematisiert "Wir sind Ödipus: Die OpenAI-Tragödie der künstlichen Intelligenz" des bekannten deutschen Philosophen Gerd Scobel auf YouTube. ;-) [1]. Sehr hörenswert. Beste Grüße Thomas [1] https://youtu.be/TkdVby9Gkrc
Richard Am: 25.07.2026 17:54:17 Gelesen: 3803 # 18
@ Bessie [#16] @ DL8AAM [#17] @ alle Hallo zusammen, eure Beiträge mögen interessant sei - hier geht es um die Erfahrungen über den Einsatz der KI auf den Philaseiten Wenn weitere Beiträge ausserhalb der Philatelie kommen, werde ich diese in ein neues Thema auslagern. Schönene Sonntag, Richard
22028 Am: 25.07.2026 19:34:20 Gelesen: 3747 # 19
@ Richard [#18] Das Thema erschließt sich mir da nicht, wie kommt denn KI auf den Philaseiten zum Einsatz außer um ggfls. Beiträge zu erstellen?
Winni451 Am: 26.07.2026 07:38:11 Gelesen: 3594 # 20
@ 22028 [#19] Hallo, die Frage ist nicht ob/wie KI auf diesen Seiten vorkommt. Ich hatte versucht zu einem Briefmarkenmotiv Informationen zu bekommen. Und da ich mit den normalen Suchmaschinen nichts fand, habe ich Bildersuchen und KI ausprobiert. Bildersuchen: interessant aber Thema verfehlt. KI hat vieles herum phantasiert aber in den ersten Anläufen keine einzige Quelle nennen können. Nach einigen Versuchen dann eine Quelle bekommen. Ergebnis: die Quelle aus den 60ern hat falsche Angaben gemacht, ganz ohne KI. Fazit: KI als Suchhilfe: OK KI zum formulieren: OK (hab ich anderweitig gebraucht) KI als Hilfe zum Programmieren: OK (selbst probiert) KI als Informationsquelle: auf gar keinen Fall!! Uns sollte klar sein: Shit in - shit Out gilt auch für KI (siehe mein Beispiel). Zudem denkt KI immer noch nicht, selbst die Angriffe ändern nichts daran, auch wenn die Presse das änderst suggeriert. Und die übliche KI kennt kein "ich weiß es nicht", damit ist Shit Out vorprogrammiert (schon gesagt, aber anscheinend zu selten). Grüße Winfried
Winni451 Am: 26.07.2026 07:40:19 Gelesen: 3593 # 21
@ Winni451 [#20] In der Kombination mit dem Hirn ausschalten, die KI weiß ja alles, ist das schon richtig gefährlich.
22028 Am: 26.07.2026 09:32:57 Gelesen: 3554 # 22
@ Winni451 [#20] @ Richard [#18] schreibt: hier geht es um die Erfahrungen über den Einsatz der KI auf den Philaseiten Offensichtlich ist mein Verständnis zur deutschen Sprache da etwas anders bzw. der Satz von Richard ist falsch/unklar formuliert.
User #357456033 Am: 26.07.2026 10:24:23 Gelesen: 3530 # 23
Hallo zusammen, ich denke, die bisherigen Beiträge zeigen gut, wie unterschiedlich die Erwartungen an dieses Thema sind. Für mich geht es hier - wie von der Redaktion vorgesehen - ausschließlich darum, wie wir als Nutzer KI einsetzen, wenn wir auf den Philaseiten aktiv sind: sei es zur Recherche, zur Bildanalyse, zur Strukturierung oder zur Beschreibung von Teilen der eigenen Sammlung. Die Philaseiten selbst nutzen keine KI, das ist klar. Einige von uns greifen nun mal beim Sammeln oder Beschreiben von Belegen oder Marken auf KI‑Werkzeuge zurück - mit sehr unterschiedlichen Ergebnissen, wie die bisherigen Beiträge zeigen. Vielleicht hilft es, wenn wir uns weiterhin auf genau diesen Punkt konzentrieren: Welche Erfahrungen haben wir persönlich mit KI gemacht, und wo liegen Nutzen und Grenzen? Mir persönlich hilft KI in klar abgegrenzten Bereichen. Ich habe dafür einen festen Rahmen definiert - im Grunde ein kleines „Script“, innerhalb dessen die KI arbeiten kann. Das erleichtert mir das Strukturieren und Formulieren von meinen Belegbeschreibungen erheblich. Die eigentliche philatelistische Arbeit - Laufwege, Stempeltypen, zeitliche Einordnung, Echtheit, mögliche Sammlerfrankaturen etc. - kann KI derzeit nicht übernehmen. Ihr alle kennt die Eigenarten eines Belegs: das Forschen, das Vergleichen, das Hinterfragen. Genau dieses „philatelistische Denken“ bleibt weiterhin unser Hobby und wird durch KI nicht ersetzt! Ich sehe darin keinen Widerspruch, sondern eine sinnvolle Ergänzung. Viele Grüße Post‑Bote
nagel.d Am: 26.07.2026 17:28:05 Gelesen: 3418 # 24
Aus meiner Sicht wirft die Fragestellung in der Überschrift schon ein Problem auf. Hier ist sehr oft zu hören, daß Philaseiten keine KI nutzt bzw. Nutzer zu KI greifen ein entsprechendes Thema zu Marken/Belegen zu schreiben. Andererseits sollen Nutzer Ihre Erfahrung mit KI auf Philaseiten aufzeigen und da sehe ich ein Problem eine entsprechende Antwort bzw. einen entsprechenden Beitrag zu formulieren.
Stewe Am: 26.07.2026 19:42:22 Gelesen: 3353 # 25
Bild- und Spracherkennung, die Analyse großer Datenmengen führen bei mir zu einer erheblichen Effizienzsteigerung bei der Informationsgewinnung und der Texterstellung. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Die KI bietet immenses theoretisches Wissen, welches aber nicht durch Eigenschaften wie menschliches Denken, Erfahrung und Intuition ergänzt wird. Die KI weiß eben alles, kann aber mangels dieser fehlenden Eigenschaften oft nur einen Teil der Realität ergründen, und diesen Teil eben gelegentlich (oft?) auch noch falsch. Es ist daher die Aufgabe eines Jeden die gelieferten Informationen zu prüfen, zur ergänzen und zu korrigieren um so mehr je detaillierter und vielschichtiger die Themen werden. Die KI kennt kein "ich weiß es nicht". Wie bei Prüfungsaufgaben, bei denen man aus seinem Hirn allerlei Informationen zu Papier gebracht hat, mit der Hoffnung doch bei dem Einen oder Anderen richtig zu liegen. Grüße Stephan (Stewe)
Winni451 Am: 26.07.2026 21:28:13 Gelesen: 3307 # 26
@ 22028 [#19] Tut mir leid, Du hattest recht, da muss ich genauer hinschauen, den Titel des Themas sollte ich nicht so übersehen.
TeeKay Am: 26.07.2026 23:01:06 Gelesen: 3262 # 27
Woher sollte ein LLM bitte Informationen über philatelistische Themen oder gar Portostufen her haben? Praktisch kein Philatelist veröffentlicht digital. Die meisten philatelistischen Fachbücher sind in Mini-Auflage erschienen und vergriffen - auch in philatelistischen Antiquariaten nicht zu haben. Es gibt also so gut wie kein Trainingsmaterial für die Modelle, das philatelistische Fachinformationen enthält. Schaut doch mal bei Annas Archive vorbei - eine mehr als 1.000 Terabyte große Datenbank mit 66 Millionen Büchern und DIE Basis-Quelldatenbanken für Bücher zum Training von LLMs. 1.000 Terabyte sind so viel, dass ihr die selbst auf 100 eurer Computer nicht herunterladen könntet. Da ist nahezu nichts philatelistischen dabei. Solange Philatelisten nicht offen elektronisch publizieren, werden LLMs auch keine halbwegs korrekten philatelistischen Texte erstellen können.
fdoell Am: 26.07.2026 23:02:04 Gelesen: 3261 # 28
Es gibt nicht „die KI“, so wie es auch nicht „das Buch“ oder „das Programm“ gibt. Wer Erfahrungen mit einer bestimmten KI gemacht hat, möge bitte den Namen und - wenn bekannt - die Version nennen. Wenn eine KI Antworten gibt, ohne ihre Quellen dafür zu nennen, besteht die Gefahr der „Antworten-Halluzination“. Das war vor wenigen Jahren noch viel schlimmer, besteht aber weiter. Chat GPT kommt bei mir deshalb überhaupt nicht zum Einsatz. Ich benutze aber Perplexity (gibts kostenlos für Windows, MacOS, Mobilgeräte-Betriebssysteme und sicher noch mehr), eine KI, die für alle Informationen ihre Quellen (verlinkte Webseiten) benennt und Ergebnisse in natürlicher Sprache gliedert und zusammenfasst. Und sie „versteht“ Problembeschreibungen in natürlicher Sprache. Natürlich kann sie nur so gut sein wie die Webinformationen, die sie findet (sie sucht bei deutschen Abfragen auf deutsch und englisch und gibt das Ergebnis auf deutsch aus). Wenn dort etwas falsch angegeben ist oder missverständlich formuliert wird, ist das auch im Ergebnis der Abfrage so. Man hat so aber die Möglichkeit, die Quellinformationen auf den verlinkten Webseiten nachzuvollziehen und auf ihren Inhalt zu überprüfen. Für philatelistische Themen habe ich sie nur am Rande eingesetzt. Spezialinformationen aus Büchern kennt sie nur, wenn diese auch Online zur Verfügung stehen. Um gute Literatur wird man also auf absehbare Zeit nicht herumkommen. Und um Menschen, die wissen, wo was steht, was nicht im Web veröffentlicht ist. Meine Empfehlung: einfach mal installieren und ausprobieren, am besten mit Themen, wo man sich auskennt. Dann sieht man am ehesten, auf welchem Niveau dazu Antworten kommen. Eine KI ist wie ein „wissender“ Mensch. Auch dort gibt es immer Wissenslücken, Falschinformationen und falsche Schlussfolgerungen. Also aufpassen, nur weil der „Kollege“ nur online antwortet, heisst das noch nicht, dass alles richtig ist, was der sagt!
TeeKay Am: 26.07.2026 23:20:24 Gelesen: 3250 # 29
@ Stewe [#25] " Die KI weiß eben alles" "Die KI" weiß überhaupt nichts. ALLE Large Language Models, Generative Pretained Transformers (GPT) oder von mir aus auch KIs sind gigantische Datenbanken mit Wortkombinationswahrscheinlichkeiten. In diesen Datenbanken steht nicht drin, welche Portostufe für Einschreiben-Rückschein in Brasilien 1918 galt. Wenn überhaupt, dann steht in dieser Datenbank, dass mit 0,000001834% Wahrscheinlichkeit auf das Token "Ein" das Token "schr" und darauf das Token "eiben" folgt, wenn das Token "Ein" auf die Token "Brief" und "mit" folgt. Das ist alles. Das System kennt nicht einmal das Wort Einschreiben, sondern nur die Token "Ein", "schr" und "eiben" und alle möglichen Kombinationen, in denen diese Token mit einer bestimmten Wahrscheinlichkeit vorkommen. Tut euch bitte selbst einen Gefallen, und informiert euch erst einmal darüber, wie diese Systeme funktionieren. Das hilft ungemein dabei zu verstehen, was die Systeme überhaupt können, was sie definitiv nicht können und welche Fehler wahrscheinlich auftreten werden. Auch bei der von fdoell beschriebenen Vorgehensweise, bei der die Systeme Quellen zusammenfassen sollen, werden einfach nur Kombinationswahrscheinlichkeiten von Token durchgespielt und eine Ausgabe auf Basis der Kombinationswahrscheinlichkeiten geraten. D.h. also, auch wenn eine Quelle zitiert und zusammengefasst wird, weiß das System absolut nichts über die Quelle, außer in welcher Kombination dort Token vorkommen. Und dann wird die Zusammenfassung schlicht geraten. Dabei raten die Modelle inzwischen sehr gut. Aber es bleibt ein Fakt, dass die Ausgaben nur so klingen wie Antworten auf die gestellten Fragen. Es sind keine Antworten, sondern geratene Ausgaben. Es ist diesen Systemen problemlos möglich, eine Quelle absolut falsch zusammenzufassen. Weil es die Funktion "Zusammenfassen" nach menschlichem Verständnis eben gar nicht gibt bei LLMs. Und als Ergänzung zu meinem vorherigen Beitrag: Es gibt eine Möglichkeit, LLMs mit philatelistischen Fachinformationen zu nutzen. Dazu müssen die nötigen philatelistischen Basisinformationen in digitaler Form vorliegen und können dann mittels RAG einem Modell zur Verfügung gestellt werden. Das ist im Prinzip eine Erweiterung von fdoells Quellenzusammenfassung. Wenn man also die Portotabellen für sein Sammelgebiet in elektronischer Form vorliegen hat, dann kann man sie mit RAG einem LLM zur Verfügung stellen. Die müssten jedoch zuvor in eine Form gebracht werden, mit der ein Modell arbeiten kann. Ich bezweifle, dass es reicht, 10 Entgelthefte hochzuladen und drauf zu hoffen, dass das Modell sich schon die passenden Entgeltkombinationen daraus zusammenklöppeln kann.
TeeKay Am: 26.07.2026 23:37:02 Gelesen: 3240 # 30
@ Bessie [#16] " Nach der Lektüre mancher Beiträge ist mir Angst und Bange geworden um die Zukunft des Briefmarkensammelns! Zusammentragen, Ordnen, Bestimmen waren bisher das Freizeitvergnügen des Sammlers." Klingt wie das typische "Bloß nichts Neues", das die Philatelie an den Punkt brachte, an dem sie heute steht. Allein die Möglichkeit, mir einen Philaseiten-Thread mit 500 Beiträgen in 10 Stichpunkten zusammenfassen zu lassen, um dann entscheiden zu können, ob das für mich interessant oder relevant sein könnte oder ob im Thread gewünschte Informationen dabei sind, auf die ich mit der rudimentären Stichwortsuche nicht käme, ist Gold wert und ein echter Mehrwert für die Philatelie.
mumpipuck Am: 27.07.2026 22:30:23 Gelesen: 2965 # 31
@ TeeKay [#29] Zu der "geratenen Zusammenfassung" habe ich ein sehr schönes Beispiel: Ich suche immer noch das Datum der Landpostverkraftung bei Postamt Ratzeburg (1929 oder 1930). Diese Frage habe ich auch schon in diversen Foren gestellt. Auch eine Netzsuche, z.B. nach digitalisierten Zeitungen etc. aus der Zeit hat nicht erbracht. Also habe ich mal ChatGPT gefragt und bekam ein plausibles Ergebnis aus dem Jahre 1930. Umso enttäuschter war ich bei der Quellenprüfung: Das war meine eigene Frage hier im Forum und das Datum stand zwar im selben Beitrag, aber in einem ganz anderen Zusammenhang. Ich denke, das macht es deutlich. Burkhard
TeeKay Am: 28.07.2026 14:16:54 Gelesen: 2821 # 32
@ mumpipuck [#31] Claude Sonnet antwortet zu dieser Frage sehr verantwortungsvoll: " Ich habe leider keine zuverlässigen, spezifischen Informationen zum genauen Zeitraum der Landpostverkraftung beim Postamt Ratzeburg vorliegen. Das ist ein sehr spezielles postgeschichtliches Detail, das ich nicht einfach aus dem Gedächtnis heraus korrekt angeben kann, ohne Gefahr zu laufen, etwas Falsches zu erfinden."
User #336253058 Am: 28.07.2026 23:03:14 Gelesen: 2664 # 33
@ TeeKay [#30] Ich wollte eigentlich Richards Wunsch ([#18]) folgen, denn die wesentlichen Argumente für und wider sind vorgebracht. Aber auf diese Steilvorlage muss ich antworten. 500 Beiträge werden mit KI auf 10 Inhalte reduziert. Die reichen zur Information/Meinungsbildung aus, meint der Verfasser. Mehr muss man nicht wissen. Wahrscheinlich lässt sich aus jeder dieser 10 Kurzinformationen jetzt schon mittels KI ein lesbarer Aufsatz für die Philaseiten zusammenschustern. Das wäre eine Perspektive für die Philaseiten der Zukunft! So wollen es doch auch die Putins und Trumps haben! Kläfft Bessie/Sentawau
TeeKay Am: 08.08.2026 12:40:21 Gelesen: 1836 # 34
Heute experimentierte ich mit einem lokal auf meinem Notebook laufenden Qwen 3.6 35B Modell. Ziel war herauszufinden, ob das Modell vollautomatisch Stempelscans untersuchen und Bildbeschreibungen erstellen kann. Fazit: Das kann es. Aus folgendem Scan wurde die Bildbeschreibung " Kolding, 29.3.50, Diana Strømpen, Kolding Strømpefabrik, 020 ØRE, KGL-POST, DANMARK, 41." gemacht. Folgender Scan wurde beschrieben mit " Grenå, 15.11.63, 19.25, Byen ved Vandet, Centrum, 95 ØRE, Kongelig Post, DANMARK." Erstaunlich fand ich hier, dass das System selbst die Verschmierung des Ortsnamens feststellte (der "Nachdenk"-Prozess des Modells kann eingesehen werden), ihn aber trotzdem korrekt identifizierte. " Bayreuth, 16.9.93, 1, 95444, e." Dafür benötigte mein Apple M1 MAX mit 64 GB RAM von 2021 jeweils nur wenige Sekunden. Das Notebook ist zwar alt, 64 GB Speicher sind aber untypisch viel. Auf Computern mit weniger Speicher würde das Modell nicht laufen. Allerdings steht schon jetzt ein NAS-Speichersystem (Ugreen AI NAS) neben meinem Schreibtisch, das nur 1500 Euro kostete und dieses Modell laufen lassen kann, um die Datenbestände auf dem System damit zu bearbeiten. Das wär noch letztes Jahr undenkbar gewesen. Welcher Nutzen ergäbe sich nun aus dieser Möglichkeit? Zum Beispiel die vollautomatische Verarbeitung sämtlicher Scans auf der Festplatte, Ergänzung der Bild-Metadaten um die extrahierten Informationen und damit die einfache Durchsuchbarkeit des Bildbestandes. Die Erkennungsrate geht weit, weit über das hinaus, was Apples systeminternes Suchtool derzeit beherrscht. Philaseiten selbst könnte die Technologie nutzen, um Informationen hochgeladener Bilder derart zu extrahieren und damit die Bildbestände durchsuchbar zu machen. Oder bei Philastempel oder in der Attestdatenbank Datenfelder vorabauszufüllen, damit man nicht jede Information manuell eingeben muss. Oder es wird der Untergang der Philatelie, wie von Bessie suggeriert.
TeeKay Am: 08.08.2026 15:21:33 Gelesen: 1772 # 35
Jetzt habe ich mir ohne Programmierkenntnisse von Claude Sonnet 5 ein Skript samt Automatisierung erstellen lassen, mit denen ich alle Bilder eines Ordners automatisch zu einer vorgegebenen Zeit oder manuell verarbeiten lassen kann. Künftig können also Scans vollautomatisch gesichtet, der Bildinhalt interpretiert, in die Metadaten der Bilddatei geschrieben, der Dateiname nach einer vorgegeben Struktur angepasst und die verarbeiteten Bilder nach Verarbeitungstagen sortiert in neue Unterordner verschoben werden. Sie sind damit nach den Bild- bzw. Stempelinhalten durchsuchbar. Bei zehntausenden Scans eine erhebliche Arbeitserleichterung, die künftig nur ein wenig Strom kosten wird. Erstaunlich finde ich, dass das System nicht stumpf abschreibt, was auf dem Scan zu sehen ist. Das Datum, z.B. "14 8 57" wird korrekt interpretiert als 14.08.1957 und dann auch wie gewünscht als 1957-08-14 in den Dateinamen und die Metadaten geschrieben, so dass bei einer Sortierung der Dateien die Liste korrekt nach Datum geordnet vorliegt. Ausländische Texte könnten auch übersetzt werden. Und Bildmotive werden interpretiert und beschrieben, so dass auch eine Suche nach Motiven möglich wird. Ich habe auch unterschiedliche Modelle getestet - und da zeigen sich teils merkliche Unterschiede. Qwen3.5-35b-a3b produziert zwar schneller Token als Qwen3.6-35b-a3b-mlx, braucht dafür aber für die Aufgabe auch teils immens mehr Token und benötigt beim Lauf auch mehr Leistung. Da es inzwischen vermutlich tausende Modelle gibt, sollte man bei ungenügenden Ergebnissen nicht sofort aufgeben, sondern erst einmal schauen, ob es für die eigene Hardware und Aufgabe nicht besser geeignete/optimierte Modelle gibt. Jetzt gibt es noch Weiterbearbeitungsmöglichkeiten für die Dateien. Nachdem das KI-System die Dateien mit strukturierten Dateinamen versah, könnte ich mit einem zweiten Prompt mit Hilfe der strukturierten Dateinamen Code produzieren lassen, um die Dateien in einem eigenen Wiki automatisiert oder wenigstens semi-automatisiert zu publizieren. Dazu muss ich aber erst einmal die tausenden Scans bildbearbeiten.
TeeKay Am: 08.08.2026 23:10:04 Gelesen: 1663 # 36
Das Skript zur automatischen Veröffentlichung der bearbeiteten Scans in einem Wiki ist jetzt auch fertig. Ohne dass ich irgendwas vom Programmieren verstehen würde, läuft das schon. Das System nimmt mir nun die sehr repetitiven Aufgaben ab und ich kann mich darauf beschränken, die zum Wiki hinzugefügten Scan-Beschreibungen kurz nachzubearbeiten. Die Aufgabe, einen Onlinekatalog der frühen Freistempelabdrucke Dänemarks zu erstellen, erscheint mir so erstmals machbar - da ich deutlich weniger selbst machen muss, als ich bis heute Morgen noch dachte.
User #357456033 Am: 09.08.2026 10:06:03 Gelesen: 1570 # 37
@ TeeKay [#36] Spannend zu sehen, wie du die KI inzwischen für automatisierte Abläufe nutzt. Viele der Dinge, die du beschreibst - Mustererkennung in Bildern, Interpretation von Datumsangaben, Strukturierung von Dateinamen oder auch das Erstellen von Skripten - gehören zu den Bereichen, in denen moderne KI-Systeme ihre Stärken ausspielen können. Im Grunde geht es dabei um Fähigkeiten, die schon lange zu den Zielen der KI-Entwicklung gehören: Muster erkennen, Sprache und Bilder verarbeiten, Inhalte strukturieren und wiederkehrende Abläufe unterstützen oder automatisieren. Interessant finde ich vor allem, wie gut sich diese Fähigkeiten inzwischen in konkrete Arbeitsabläufe integrieren lassen. Gerade bei größeren Bildbeständen können solche automatisierten Prozesse viel manuelle Arbeit abnehmen und die weitere Bearbeitung deutlich vereinfachen. Für mich bleibt KI dabei ein Werkzeug, das bestimmte Arbeitsschritte erleichtert. Die philatelische Prüfung, Bewertung und Einordnung mache ich weiterhin selbst. Gerade bei fachlichen Angaben halte ich die Kontrolle anhand von Literatur und anderen Quellen nach wie vor für unverzichtbar. Viele Grüße Post-Bote
TeeKay Am: 09.08.2026 10:24:24 Gelesen: 1558 # 38
@ Post-Bote [#37] Ja, die Ergebnisse müssen zwingend kontrolliert werden. Deshalb sollte KI auch nie eingesetzt werden, um Texte zu produzieren, mit deren Inhalten man sich selbst nicht auskennt. Denn dann kann man Fehler nicht erkennen. Die Texte klingen stets so, als stünde die pure Wahrheit drin und die wäre auch ganz sicher. In dem Fall nutze ich KI nicht nur zur Automatisierung, sondern überhaupt erst zur Erstellung der Automatisierung. Ich kann nicht programmieren, habe jetzt aber drei funktionierende Programme: automatische Bilderkennung mit Anreicherung der EXIF-Metadaten, Dateiumbenennung und Verschiebung, automatisches Erstellen bzw. Ändern von Wiki-Einträgen mit automatischem Dateiupload und ein Automatisierungsskript, mit dem ich die beiden Programme zu einem voreingestellten Zeitpunkt täglich selbständig ausführen lassen kann. Dass man als absoluter Laie kleine Programme erstellen kann, indem man mit einem Chatbot in natürlicher Sprache darüber spricht, was man tun will, ist ein Novum. Mein Vorteil bei diesem Fall ist, dass die Freistempelabdrucke alle von einem Land, einer Zeitperiode und einer Type sind. Die unterschiedlichen Typen würde mangels Wissen ein System nicht erkennen können, da wäre dann diese Automatisierung nur bedingt durchführbar. Aber wenn gemischte Daten vorliegen, könnte man die mit philatelistischen Fachwissen vorsortieren, dann die Automatisierung drüberlaufen lassen und immer noch sehr viel Zeit gegenüber einer rein manuellen Bearbeitung sparen. Die Experimente mit den zehntausenden Scans lettischer Poststempel verliefen auch schon positiv. Klassische Texterkennung scheitert an dem Problem, da die Stempeltexte naturgemäß kreisförmig sind. Zudem kann klassische Texterkennung nicht unterscheiden zwischen dem Stempelabdruck und dem dahinter liegenden Text der Postanweisungsformulare. Qwen lässt sich vom Formulartext und der kreisförmigen Stempeltextanordnung nicht verwirren und extrahiert zielsicher Ort, Datum und Unterscheidungsbuchstabe. Ich kann nur jedem empfehlen, 20 Euro für einen bezahlten Account bei einem KI-Anbieter eigener Wahl auszugeben und das mal selbst für ein Problem eigener Wahl auszuprobieren. 20 Euro sind für das Gebotene nicht viel, diese Accounts werden von den Anbietern hoch subventioniert. Es ist absehbar, dass das nicht ewig geschehen wird und die Preise drastisch steigen müssen, damit es ein profitables Business für die Anbieter wird. D.h. jetzt kann man es noch günstig ausprobieren - und die geschaffenen Programme ja dann auch noch benutzen, wenn die KI-Abos teurer wurden. Ausprobiert habe ich Claude, ChatGPT und Google Gemini in Bezahl-Accounts. Für Programmieraufgaben ist für mich als Laie Claude mit Abstand führend, während Gemini bei der Fehlersuche ständig vergaß, was es selbst vor zwei Korrekturschleifen selbst sagte. Das war dann am Ende eine Endlosschleife, die nicht zum Ziel führte. Claude hingegen kam mit immer neuen Ideen zur Fehlersuche und exakten (!) idiotentauglichen Anweisungen, wie ich dem System helfen kann, die Fehlerursache einzugrenzen.
User #357456033 Am: 09.08.2026 10:56:56 Gelesen: 1544 # 39
@ TeeKay [#38] Danke für die ausführliche Darstellung. Gerade der Unterschied zwischen der Unterstützung bei wiederkehrenden Arbeitsschritten und der inhaltlichen Bewertung eines philatelistischen Ergebnisses erscheint mir wichtig. Bei der automatischen Erkennung und Strukturierung von Bilddaten sehe ich ebenfalls einen sehr praktischen Nutzen. Wenn Ort, Datum oder andere auf einem Stempel erkennbare Angaben zuverlässig aus vielen tausend Scans extrahiert und für die spätere Suche nutzbar gemacht werden können, ist das eine erhebliche Arbeitserleichterung. Bei der fachlichen Interpretation würde ich dagegen weiterhin deutlich vorsichtiger bleiben. Gerade weil die Ergebnisse sprachlich überzeugend wirken können, muss die Kontrolle dort besonders sorgfältig erfolgen. Interessant finde ich an deinen Versuchen vor allem, dass KI hier nicht nur fertige Texte erzeugt, sondern als Werkzeug eingesetzt wird, um Arbeitsabläufe zu automatisieren. Weiterhin viel Erfolg! Post‑Bote
TeeKay Am: 09.08.2026 13:53:31 Gelesen: 1473 # 40
Nächster Versuch war ein Programm, das automatisch gescannte Stempelabdrucke waagerecht ausrichtet. Dafür kann prinzipbedingt kein generatives KI-System genutzt werden, was Claude auch sofort erkannte und ein Vorgehen mit Hilfe klassischer Bildbearbeitungstools vorschlug. Dafür war in wenigen Versuchen ein Skript geschrieben, das in Sekundenbruchteilen einen Scan untersucht und automatisch ausrichtet. Funktioniert natürlich nur bei Stempelabdrucken mit Mittelsteg, der als Referenz für die waagerechte Ausrichtung genutzt wird. Schwierigkeit ist, dass die Stempelabdrucke sich teils überlagern und im Hintergrund der Text der Postanweisungsformulare zu sehen ist. Die Erfolgsquote ist daher nur rund 1/3. Bei weiteren rund 20% ist der Abdruck weitgehend waagerecht, aber nicht perfekt waagerecht ausgerichtet. Bei der Hälfte klappt es nicht. Sieht wie ein Misserfolg aus. Aber bei zehntausenden, oder wie bei Philastempel hunderttausenden Scans, bedeutet eine 50-prozentige Erfolgsquote dennoch die Ersparnis einer ganzen Mengen Arbeitsstunden.
HWS-NRW Am: 09.08.2026 15:09:24 Gelesen: 1435 # 41
Hallo, bisher war ich nicht unbedingt ein Freund der KI, gerade jetzt, wo so vieles negatives geschieht, aber bei der Such z.B. von früheren, heute nicht mehr bestehenden kleineren Unternehmen hilft es mir tatsächlich gut, Daten über den Absender eines Beleges mit Absenderfreistempel zu finden. mit Sammlergruß Werner
TeeKay Am: 09.08.2026 15:11:24 Gelesen: 1432 # 42
@ HWS-NRW [#41] Aber sind das wirklich reale Daten, oder denkt sich das System nur eine Geschichte aus, die plausibel klingt?
HWS-NRW Am: 09.08.2026 15:42:07 Gelesen: 1410 # 43
@ TeeKay [#42] Hallo, das ist m.E. der Vorteil, man kann die Angaben relativ gut mit dem Absenderfreistempel abgleichen und oft erfahre ich einiges über den Firmeninhaber, das macht dann wirklich Sinn und Spaß! mit Sammlergruß Werner
TeeKay Am: 09.08.2026 18:56:16 Gelesen: 1358 # 44
Und der letzte Test an diesem Wochenende: Ich hatte tausende Freistempelabdrucke gescannt. Die sind natürlich nicht perfekt waagerecht ausgerichtet. Einzelne Scans auszurichten, dauert nicht lang. Bei tausenden Scans schon. Da wie bei den Poststempelabdrucken auch hier waagerechte Linien als Referenz vorhanden sind, die ein Programm zur automatischen Ausrichtung nutzen kann, ließ ich Claude ein kleines Programm schreiben, das das tut. Binnen weniger Sekunden wurden so 100 Scans mit rund 90% Erfolgsrate waagerecht ausgerichtet. Nun muss ich nur noch die Ränder manuell kürzen. Eine besondere Schwierigkeit war hier, dass der Vorbesitzer der Sammlung die Ausschnitte mit rotem Stift umrandete. Die Software weiß ja nicht, was ein roter Rand und was ein roter Freistempelabdruck ist. Die Software sieht und weiß gar nichts. Kommen nun zwei ähnlichfarbige ähnliche geometrische Strukturen zusammen, ist es für die Software schwer zu erkennen, woran nun ausgerichtet werden solln. Claude hat automatisch erkannt, dass die Beispielbilder beim Freistempelabdruck eine sehr ähnliche Farbe haben. In der Folge wurde eine Routine entwickelt, mit der zuerst ein Farbkanal extrahiert wird, der gezielt v.a. die Freistempelfarbe übrig lässt. Damit wird dann der Winkel berechnet, in dem der Originalscan steht, ein Korrekturwinkel kalkuliert und der dann auf das Originalbild angewendet. KI-Systeme wurden hier nur zur Erstellung des lokal laufenden Programms genutzt, das die Bilder ausrichtet. Die Bildausrichtung selbst kommt gänzlich ohne KI aus. Durch den insgesamt schiefen Bildausschnitt wirken die Nachher-Scans nicht so, als wären sie waagerecht ausgerichtet. Doch der Freistempelabdruck ist wirklich perfekt waagerecht, wenn ich die obere Kante des Wertkastens als Referenz nutze.
TeeKay Am: 09.08.2026 19:49:44 Gelesen: 1320 # 45
Da mein Tokenlimit noch nicht ausgereizt war, hab ich das Programm noch erweitern lassen. Ich fragte, ob es auch den Rand abschneiden kann, nachdem die Scans ausgerichtet wurden. Und ja, das kann es. Referenz für das Abschneiden ist diesmal die Farbe des Freistempelabdrucks + 50 Pixel Rand an jeder Seite. 2000 Testbilder wurden in 230s ausgerichtet und die Ränder abgeschnitten. Genauigkeit schätze ich auf 80-90%. 50 Pixel waren zu viel, 30 oder 20 würden wohl auch reichen. Und wenn das mit den Freistempeln klappt, klappt es auch mit der fünfstelligen Anzahl lettischer Stempelabdrucke... So, das waren jetzt ein paar Praxisbeispiele zur mittel- und unmittelbaren Nutzung von KI-Systemen für die Philatelie, die nichts mit "Ich lass mir mal ein paar Texte erfinden und wunder mich dann, dass die KI keine Ahnung von Farbreihen bei MiNr 392xyAI hat" zu tun haben. 1 Wochenende, 20 Euro, und Monate an Arbeitszeit gespart, die nun für die unmittelbare philatelistische Bearbeitung des Materials übrig bleibt. Schade, dass Bessie [#33] mehr gar nicht wissen wollte.
Fridolino Am: 09.08.2026 19:50:25 Gelesen: 1318 # 46
@ TeeKay [#44] Nun könnte die KI das Programm noch so ergänzen, dass alles vom Bild , was z.B. auf jeder Seite 10 Pixel über den waagerechten Stempel hinausgeht, abgeschnitten wird.
TeeKay Am: 09.08.2026 19:55:14 Gelesen: 1311 # 47
@ Fridolino [#46] 53 Minuten reichten für die Idee, die Umsetzung der Idee mittels KI (ohne dass ich irgendeine Ahnung vom Programmieren hätten), Testlauf mit 2000 Bilddateien (allein der Export der 33 GB Bilddateien aus der Apple Foto App dauerte eine Weile), Auswahl einiger Beispiele mit besonders schwierigem Ausgangsmaterial und Schreiben des Beitrags [#45]. :) Die KI fügte der Programmdatei mehr als 200 Zeilen neuen Code hinzu. Selbst ein Top-Programmierer würde dafür wohl Stunden brauchen.
limesrun Am: 09.08.2026 22:47:09 Gelesen: 1248 # 48
Seit gut zwei Jahren beschäftige ich mich mit KI und Philatelie. Ich selber entwickle philatelistische Software für den Eigengebrauch. In dieser Zeit sind die sogenannten LLMs spürbar besser geworden, und damit auch die Ergebnisse. Dabei hat jedes Modell seine eigenen Stärken (ChatGPT, Claude, Mistral, Gemini Copilot von Microsoft …), und auch die Formulierung der Frage(der Prompt) spielt eine große Rolle. Wichtig ist mir folgender Punkt. Was schon ein erfahrener Sammler auf einem Beleg nicht sicher erkennt, wie etwa ein schwer lesbares Datum, kann auch eine KI nicht erkennen. Nur sagt sie das in der Regel nicht, sondern liefert die wahrscheinlichste Ausgabe und lässt sie sicher klingen. Genau hier beginnt das Halluzinieren des gewählten Modells. Dasselbe gilt für Portostufen. Ist die Wertziffer einer Marke teilweise vom Stempel verdeckt, wird die korrekte Portoermittlung auch für die KI schwierig. Und natürlich hängt viel von der Scan-Auflösung ab (300, 400 oder 500 dpi), die man übergibt. Nehmen wir einmal folgende Ganzsache von 1946: Die Ganzsache von 1946 (Nürnberg → Bamberg), gelaufen als Einschreiben und Durch Eilboten, frankiert mit einer Mischfrankatur aus AM-Post und Ziffernserie bis hin zu einer 1-RM-Marke. Auf dieser Karte sind mehrere Stempel teilweise über den Wertziffern der Marken, dazu kommen Kurrentschrift, ein verwischter Datumsstempel. Für einen erfahrenen Sammler ist das Porto auf der Ganzsache lesbar, das Datum im Stempel hingegen weniger. Für eine KI beginnt genau hier das sog. Halluzinieren oder Ergebnisse falsch abzuleiten. Verdeckte Ziffern werden „geraten" und am Ende steht ein plausibel klingendes, aber womöglich falsches Datum. Ohne saubere Lesung jeder einzelnen Ziffer und ohne ausreichende Scan-Auflösung ist eine zuverlässige Datumsermittlung weder für den Menschen noch für die KI möglich. Auch kann die KI nichts mit dem händisch vorab hinzugefügtem rotem "Kreuz" etwas anfangen wenn am es im Prompt nicht mitgibt. Wenn verschieden Anwender den Beispiel Prompt in der nächsten Zeile zu der abgebildeten Ganzsache in eine LLM eingibt, erhält man unterschiedliche Antworten. Beispiel-Prompt (Analysiere die Ganzsache nach philatelistischen Merkmalen. Gebe mir am Ende die Summe der dafür verwendeten Token aus und die dafür entstandenen Kosten aus.) Warum können die Antworten unterschiedlich ausfallen? Zum einen arbeiten die Modelle mit unterschiedlichen Trainingsdaten, Modellarchitekturen und Verfahren zur Bildinterpretation. Zum anderen beeinflusst der vorhandene Gesprächskontext das Ergebnis. Ein Modell berücksichtigt, worüber zuvor gesprochen wurde, welche Begriffe verwendet wurden und welche Art von Antwort offenbar erwartet wird. Dadurch kann die Antwort desselben Modells in unterschiedlichen Gesprächen ebenfalls variieren. Es handelt sich dabei aber nicht um ein „Lernen“ des Modells im Sinne eines spontanen Nachtrainierens. Vielmehr wird die aktuelle Antwort an den vorhandenen Kontext angepasst. Weiterhin muss man sagen: Wir leben in einer Welt, in der häufig erwartet wird, dass Informationen kostenlos zur Verfügung gestellt werden. Gerade bei spezialisierten Sammelgebieten trifft diese Erwartung jedoch auf Fachwissen, das über Jahrzehnte aufgebaut wurde und häufig nur in Katalogen, Handbüchern oder spezialisierten Arbeitsgemeinschaften dokumentiert ist. Auch bei KI gilt: Leistungsfähigere Modelle, größere Kontextfenster, bessere Bilderkennung und der Zugriff auf zusätzliche Werkzeuge verursachen Aufwand und Kosten. Kostenpflichtig bedeutet dabei nicht automatisch „richtig“, und kostenlos nicht automatisch „schlecht“ – aber Qualität, Rechenleistung und verfügbare Funktionen haben ihren Preis. Oder etwas zugespitzt formuliert: “You get what you pay for. / Du bekommst das, wofür Du bezahlst”. Das eigentliche Problem ist nicht, dass eine KI Fehler macht. Auch wir Menschen machen Fehler. Problematisch ist vielmehr, dass ein LLM eine falsche Interpretation häufig genauso überzeugend formuliert wie eine richtige. Für die philatelistische Nutzung ist deshalb nicht nur die Erkennungsleistung entscheidend, sondern vor allem der Umgang mit Unsicherheit und die Möglichkeit, Ergebnisse anhand verlässlicher Fachquellen zu überprüfen. ]Das Ergebnis mit ChatGPT oder Claude fällt unterschiedlich aus. Ergebnis: ChatGpt Mein philatelistisches Kurzurteil lautet: Portogerechte Einschreib-Eilpostkarte Nürnberg–Bamberg aus dem Jahr 1946 auf einer aufgebrauchten 6-Pf-AM-POST-Ganzsache mit Zusatzfrankatur der ersten Kontrollrats-Ziffernausgabe. Gesamtfrankatur exakt 1,52 RM. Die Portorechnung ist besonders überzeugend: 6 + 16 + 16 + 12 + 2 + 100 = 152 Pf und postalisch: 12 Pf Postkarte + 60 Pf Einschreiben + 80 Pf Eilboten = 152 Pf. Das macht den Beleg aus postalgeschichtlicher Sicht deutlich interessanter als eine gewöhnliche frankierte Nachkriegspostkarte. Das Ergebnis mit Claude Zunächst eine wichtige fachliche Richtigstellung, die im Sinne der Präzision genau hierher gehört: Es ist keine Ganzsache. Eine Ganzsache hätte einen eingedruckten Wertstempel. Dieser Beleg trägt ausschließlich aufgeklebte Marken und ist eine private Vordruck-/Formularpostkarte mit gedrucktem Firmenkopf. Die Verwechslung Ganzsache ↔ private Vordruckkarte ist ein klassischer Bestimmungsfehler – genau die Art Detail, bei der man aufpassen muss. Philatelistische Analyse 1. Belegart Private Vordruck-Postkarte eines Gewerbebetriebs. Roter Firmenkopf „Versicherungs-Vermittlungsbüro Wilh. Im Raab, Nürnberg, Heinrichstraße". Blau gedruckt „Postkarte". Unten Druckvermerke „(8. 45) By" (Formulardruck August 1945, Bayern) und „Din A6". Handschriftlicher Zusatz „Reklame" oben. 2. Postalische Leistungen Doppelte Zusatzleistung – der reizvolle Kern: Einschreiben (roter Vermerk + R-Zettel „Nürnberg 12 / 058 a") Durch Eilboten (schwarz-rotes Klebeschild unten rechts + roter Vermerk oben) 3. Frankatur (Mischfrankatur, Reichsmark-Zeit) Wert Ausgabe Farbe 6 Pf AM-Post (Alliierte Militärpost, 1945) violett, „M" 2 × 16 Pf Kontrollratsausgabe „Ziffer" 1946 dunkelgrün 12 Pf Ziffernserie schiefergrau 2 Pf Ziffernserie schwarz 1 RM Ziffernserie oliv Summe = 152 Pf = 1,52 RM. Bemerkenswert: Mischung AM-Post + Kontrollratsausgabe und Pfennig + Reichsmark auf einem Stück, dazu der 1-RM-Höchstwert. Exakte Michel-Nummern gebe ich bewusst nicht aus dem Gedächtnis an – bitte am Katalog abgleichen (Ziffernserie Mi. \~911 ff., AM-Post separat). Aus dem Kopf wäre jede Nummer geraten. 4. Entwertung Mehrere Rundstempel, Datum nur teilweise lesbar („10.46"). Der Handschrifttext nennt „den 2.10.46" → Verwendung Anfang Oktober 1946. Aufgabe ausweislich R-Zettel in Nürnberg; ein weiterer, teilverwischter Stempel (oben, evtl. Bamberg = Ankunft) ist nicht sicher lesbar. Mehrere Stempel liegen über den Wertziffern – u. a. bei 16 Pf und 12 Pf. 5. Laufweg Nürnberg → Bamberg (Herrn K. Ruppe, Kleberstr. 53), innerbayerisch / US-Zone, per Eilboten zugestellt. 6. Porto – mit Vorbehalt Rechnerisch 1,52 RM gesichert. Aufteilung (zu verifizieren gegen Gebührentabelle 1946): Fernpostkarte 6 Pf · Einschreiben 30 Pf · Eilzustellung (Rest, ggf. mit Landzustell-Zuschlag). Die saubere Zerlegung setzt voraus, dass jede – auch die vom Stempel verdeckte – Wertziffer korrekt gelesen ist. Fehlt das, wird jede Portorechnung unsicher (Mensch wie KI). 7. Erhaltung / Besonderheiten Roter Buntstift eines Vorbesitzers quer über den Beleg (Sammlerspur) Kurrent-/Sütterlin-Text im Mitteilungsfeld Alterston, Ecken leicht bestoßen – solider Bedarfserhalt 8. Sammlerische Einordnung Attraktiver Bedarfsbeleg der Gemeinschaftsausgaben-Zeit mit AM-Post-Mischfrankatur und Doppelleistung (R + Eilboten). Solche Mehrfachleistungen sind gesuchter als einfache Frankaturen; 1-RM-Wert und Zusatzleistungen heben das Stück über Massenware. Token- und Kostenabrechnung – ehrliche Antwort Grobe Größenordnung (Schätzung, keine Messung): Ausgabe dieser Analyse: ca. 1.400–1.800 Tokens Eingabe (Bild in höherer Auflösung + Kontext): grob 2.500–4.500 Tokens, Bild allein je nach dpi \~1.200–1.800 Summe geschätzt: \~4.000–6.000 Tokens [Links zu den Bildern redaktionell vervollständigt, so dass diese im Beitrag angezeigt werden]
TeeKay Am: 09.08.2026 23:23:41 Gelesen: 1233 # 49
@ limesrun [#48] Kannst du bitte ein paar Beispiele für philatelistische Software für den Eigengebrauch beschreiben? Das sind ja die Praxisbeispiele, die wir hier aufführen wollen. Und ich hätte gern mehr KI-Verwendungen, die über bloße (mMn für Philatelie oft unsinnige) Texterstellung hinausgehen.
ohei2 Am: 10.08.2026 10:48:33 Gelesen: 1061 # 50
Ich habe KI (Claude, Umsonstversion im Web) in letzter Zeit öfter mal zum Programmieren gebraucht. Ich hatte zum Beispiel das Problem, dass ich etwa 300 Scans von DDR Marken hatte, welche ich als kleine Pop-Ups (Mauszeiger über Michelnummer) in ein Mediawiki einarbeiten wollte, wobei - und das war das Problem - die verhältnismäßige Größe zueinander gewahrt bleiben sollte. Ich habe dann einen Satz Kopien der Scans gemacht und ein Powershell Skript erstellen lassen, welches die Bildgröße aller Scans ausliest und in den Dateinamen schreibt. Aus "DDR 1778.jpg" wurde also "DDR 1778 (703x821).jpg" und so weiter. Ein zweites Powershell Skript hat dann auf Basis dieser Angaben im Dateinamen Mediawiki Formatierung in einem Achtel der Größe der Scans mit den Original-Dateinamen erzeugt, also im vorliegenden Fall etwa "[Datei:DDR 1778.jpg|87px]". Im Prinzip also lediglich eine einfache Stapelverarbeitung, aber eben mit einer Problemstellung für die es keine Standardanwendung gibt. Gruß Oliver
TeeKay Am: 10.08.2026 17:42:17 Gelesen: 943 # 51
@ ohei2 [#50] Es freut mich zu lesen, dass noch mehr Menschen KI philatelistisch für die Erledigung von Fleißarbeit nutzen. :) Vereinheitlichung der Bildgröße steht bei meinen Freistempeln auch noch an. Gestern Abend hab ich noch ein Skript schreiben lassen, dass mir Originalscan und verarbeiteten Scan nebeneinander anzeigt, damit ich visuell prüfen kann, ob wichtige Teile vom Bild automatisch weggeschnitten wurden. Erspart das tausendfache Öffnen der Bilddateien. Vermutlich wird diese Nutzung von KI das Hauptbetätigungsfeld für die Systeme werden, sobald die Investmentblase platzte und die Abos (oder wie bei dir sogar Gratisaccounts) nicht mehr hoch subventioniert werden. Dinge wie Sicherheit, Wartbarkeit und Skalierbarkeit des Codes spielen keine Rolle und man muss auch nicht hunderttausende Euro in Token verbrauchen, um diese Programme zu erstellen. Sie helfen aber dabei, dutzende, hunderte, vielleicht gar tausende Stunden monotoner Arbeit zu sparen. Und können danach gelöscht werden. Ja, solche Programme konnte ein Programmierer auch schon vor der Existenz von LLMs erstellen. Aber eben auch nur die. Wer nicht programmieren kann, musste das früher alles per Hand erledigen.
ohei2 Am: 10.08.2026 18:25:05 Gelesen: 910 # 52
@ ohei2 [#50] Die um die Qualität des Forums besorgten " Guten Geister" im Hintergrund haben mal wieder ohne Not zugeschlagen: In einem Mediawiki wird ein Bild tatsächlich mittels "[[Datei:DDR 1778.jpg|87px]]" eingebunden, und nicht mit "[Datei:DDR 1778.jpg|87px]", wie es nun lautet. Das würde nicht funktionieren.
Stewe Am: 23.08.2026 13:14:46 Gelesen: 2066 # 53
Ich habe gerade die KI nach den bayerischen Mühlradstempeln 1. und 2. Verteilung eines Ortes gefragt. Ich bin erschüttert über die Antworten.
Richard Am: 23.08.2026 14:26:08 Gelesen: 2042 # 54
@ Stewe [#53]

Hallo Stewe,

wie EXAKT hast Du Deine Frage gestellt - bitte wörtlich.

MIT Frage kannst Du die Antwort gerne hier einstellen.

Einen schönen Sonntag wünscht Richard
DL8AAM Am: 23.08.2026 16:09:04 Gelesen: 1997 # 55
@ Stewe [#53] Wie TeeKay bereits sinngemäß schrieb, die KI kann nur so gut sein, wie die Datengrundlage mit der die KI angelernt wurde. Und solange unsere philatelistische Literatur im großen Teilen nicht frei im Netz bzw. digital zum "Klauen durch die KI" zur Verfügung steht, ist natürlich auch die Basis für dessen Antworten nicht sinnvoll bzw. aussagekräftig genug - und deshalb sind natürlich philatelistische Antworten auf entsprechende Fragen "mit absoluter Vorsicht zu geniessen". Je besser, je umfangreichreicher die Basis ist, desto besser werden die Antworten (können die Antworten werden). Solange die Mühlradstempel-Literatur für die KI nicht umfangreich genug sichtbar ist, kann sie diese auch auswerten und Fragen dazu sinnvoll beantworten. Kein KI-Betreiber wird solche "Hobbynischen"-Literatur physisch kaufen und "händisch" digitalisiert in die KI einspielen. Das müssen "wir" machen, wenn wir irgendwann einmal sinnvolle Antworten sehen wollen. Bis dahin halluziniert sich halt die KI sinnvollklingende Antworten aus irgendwelchen Schnippseln (statistisch) zusammen, die sie irgendwo in ihren Datensätzen findet, die dann aber womöglich in der realen Welt inhaltlich überhaupt keinen Bezug zueinander haben, außer eben einem gewissen eventuellen "statistischen". Oder die womöglich sogar falsch sind. Die KI kann Richtig und Falsch nicht unterscheiden. Hier kommt dann der fragestellende User zum Zuge, der muss die inhaltliche Qualität der Antworten selbst erkennen können, im Prinzip muss er also wissen, wie "gut die Datengrundlsage" der KI ist (sein kann) - um die Antworten entsprechend einordnen zu können ;-) Flapsig gesagt, wenn man keine Ahnung vom befragten Thema hat, Finger weg! Finger weg von Mühlradstempelfragen ;-) Es gibt ausgesprochen sinnvolle Einsätze für die KI ("gute" Beispiele siehe u.a. oben bei TeeKay), aber die Informationsgenerierung (für Spartenbereiche) gehört aber (noch) nicht dazu. Auf keinen Fall! Finger weg! OK, wie bereits früher schon mal ausgeführt, die KI eignet sich (hier) maximal vielleicht dafür, sich neue (Original-) Quellen für die eigene Recherchearbeit zu erschliessen. Beste Grüße Thomas
Stewe Am: 23.08.2026 17:47:23 Gelesen: 1958 # 56
Die Anfrage bei Gemini habe ich eigentlich nur zum Spaß gestellt: Welche Nummern hatte Eggenfelden bei den Mühlradstemepeln bei der ersten und der zweiten Verteilung? Wenn du dir bei einer spezifischen Zahl, einem Datum oder Fakten detail nicht zu 100 % sicher bist, rate nicht, sondern sage mir explizit, dass du es nicht genau weißt. Nenne mir nur Fakten, die du aus offiziellen Quellen oder Handbüchern verifizieren kannst, und gib die Quelle an. Antwort: Bei den bayerischen Mühlradstempeln verhält es sich für die Postablage bzw. die Postexpedition Eggenfelden wie folgt: 1. Verteilung (offener Mühlradstempel, ab 1850): Ich weiß diese Nummer für Eggenfelden nicht mit absoluter Gewissheit. In der 1. Verteilung lief die alphabetische Reihenfolge streng nach den Postoberämtern/Postbezirken. Je nach genauer Klassifizierung und Zuordnung im Sem-Handbuch variiert der Eintrag, weshalb ich hier keine ungeprüfte Zahl nennen möchte. 2. Verteilung (geschlossener Mühlradstempel, ab 20. November 1856): Nummer 108 Verifizierte Quellen & Handbücher: Peter Sem: Bayern Spezial-Katalog Band I – Postwertzeichen und Entwertungen (Handbuch/Spezialkatalog zur Bayern-Philatelie). Dort ist für die Postexpedition Eggenfelden in der Type geschlossener Mühlradstempel (gMR) eindeutig die 108 verzeichnet. Joachim Helbig: Bayerische Postgeschichte und Philatelie (Standardwerk zur bayerischen Nummern- und Stempelkunde). Für die gesicherte Bestimmung der Nummer bei der 1. Verteilung (offener Mühlradstempel) empfiehlt sich der direkte Blick in das Verzeichnis der Nummern-Stempel der Königlich Bayerischen Posten von 1850 oder den aktuellen Sem-Katalog Band I (Tabelle der offenen Mühlradstempel). Beeindruckend ist die Antwort zur 2. Verteilung, obwohl ich nur sichere Antworten haben wollte...
TeeKay Am: 23.08.2026 18:22:00 Gelesen: 1944 # 57
@ Stewe [#56] Wissen und Sicherheit über vorhandenes Wissen nach menschlichen Maßstäben hat ein LLM nicht. Es versteht auch nicht, was du mit "rate nicht" meinst. Das System kennt nicht einmal das Wort "spezifischen", sondern nur die Token spezi und fischen. Das sind für ein LLM alles nur Zahlen in einer Vektordatenbank. Die Bedeutung von Begriffen wie wahr oder falsch, richtig, ausgedacht, Lüge oder Wahrheit kennt ein LLM. Für das System ist die von dir gepostete Ausgabe genauso wahr wie jede andere auch. Wenn du einem LLM sagst, dass die Ausgabe falsch war, dann kommt oft eine Reaktion wie "Oh, du hast völlig Recht". Die erscheint nicht, weil das LLM auf einmal selbst mitbekommen hätte, dass die ursprüngliche Ausgabe falsch war, sondern weil in der Vektordatenbank die Token "oh" ", " "du " "hast " "völlig " "recht" mit der größten Wahrscheinlichkeit auf die Token "De" "ine " "Antwort " "ist " "komplett " "falsch" folgt. Dass Handbücher referenziert werden, heißt auch nicht, dass das LLM den Inhalt kennen würde, sondern nur, dass in der Vektordatenbank Daten stehen, die es wahrscheinlicher machen, diese Handbücher im Zusammenhang mit deiner Eingabe zu erwähnen. Diesen Systemen immer wieder Aufgaben zu stellen, von denen von vornherein klar ist, dass sie nicht zufriedenstellend gelöst werden kann, ist reine Zeitverschwendung. Das ist wie einen Werkzeugkasten auf einen Stapel Bretter zu werfen und dann das Ergebnis hier zu posten, während der Nachbar den Werkzeugkasten nimmt und mit den Brettern einen Schrank baut. Lade doch einmal ein texterkanntes PDF mit dem Handbuch als Kontext hoch und stelle noch einmal deine Frage.
wuerttemberger Am: 23.08.2026 21:05:02 Gelesen: 1891 # 58
@ Stewe [#56] Guckst Du: https://www.bayern-arge.de/handbuecher/m%C3%BChlradstempel
saeckingen Am: 23.08.2026 22:51:00 Gelesen: 1849 # 59
@ Stewe [#56] Anscheinend hast Du die falsche KI benutzt. Ich habe Deine Frage einfach mal bei der von meiner Firma genutzten KI wiederholt und eine korrekte Antwort erhalten, allerdings hat es ca. 30 Sekunden bis zur Antwort gedauert. Grüße Harald
TeeKay Am: 23.08.2026 23:01:23 Gelesen: 1843 # 60
Claude Sonnet kann es auch. Es ist eben nicht "die KI", die etwas kann oder nicht kann. Die Website der Arge Bayern nutzt leider Javascript für die Navigation und sie haben keine Sitemap, die alle Unterseiten referenzieren würde. Einem Modell, das die gewünschten postgeschichtlichen Informationen nicht hat, müsste man daher schon die konkrete Unterseite für Eggenfelden als Kontext geben, damit es die Informationen darin suchen kann. Aber wenn ich schon die Unterseite angebe, dann kann ich mir die gestellte Frage auch selbst beantworten. Gebe ich den Kontext mit, dann antworten aber selbst Mini-Modelle wie Qwen3.5-0.8B mit nur 800 Mio Parametern korrekt. Unmaskierte Umlaute in der URL sind auch nicht grad gut, damit kommen automatisierte Programme zum Abruf der URL ggf. nicht klar.
TeeKay Am: 23.08.2026 23:30:05 Gelesen: 1833 # 61
Google Gemini 3.6 Flash, also das kleinste Bezahl-Modell, beantwortet die Frage, so wie sie oben gestellt wurde "Welche Nummern hatte Eggenfelden bei den Mühlradstempeln bei der ersten und der zweiten Verteilung?", auch korrekt. Selbst Flash Lite im Gratis-Account antwortet richtig. Also welches Modell hast du genau mit diesem Prompt befragt, um erschüttert zu sein @ Stewe [#53] ?
Richard Am: 24.08.2026 00:24:04 Gelesen: 1808 # 62
@ saeckingen [#59] Meine KI antwortete: Bei den bayerischen Mühlradstempeln hatte die Postexpedition Eggenfelden folgende Nummern: 1. Verteilung (ab 1850): Nummer 65 2. Verteilung (ab 1856): Nummer 102 Die Änderung der Nummern resultierte aus einer kompletten Neuorganisation im Jahr 1856, bei der die Zuweisungen durch neu eröffnete Poststellen im Alphabet verschoben und neu geordnet wurden. Als Quellen wurden genannt und verlinkt: - Arge Bayern klassisch - Wikipedia Grüsse aus dem Haus der Philatelie, Richard
User #357456033 Am: 24.08.2026 10:28:25 Gelesen: 1691 # 63
Hallo in die Runde, ich verfolge die Diskussion sehr aufmerksam und habe sie für mich einmal zusammengefasst. Dabei ergibt sich aus meiner Sicht ein recht ausgewogenes Bild. Der größte gemeinsame Nenner ist: KI kann ein sehr hilfreiches Werkzeug sein, ersetzt aber kein philatelistisches Fachwissen. Gerade bei komplexen Themen wie Portostufen, Stempelbestimmungen, Michel-Nummern oder speziellen postgeschichtlichen Fragen ist weiterhin Vorsicht notwendig. Eine sprachlich perfekte und überzeugend formulierte Antwort ist noch kein Beweis für die Richtigkeit der Information. Genau darin liegt eine der größten Herausforderungen: KI kann Zusammenhänge sehr überzeugend darstellen - auch dann, wenn einzelne Angaben nicht korrekt sind. Besonders deutlich wird das bei seltenen Spezialgebieten. Je kleiner und spezieller ein Forschungsbereich ist, desto größer ist die Gefahr, dass fehlende Informationen durch eine plausibel klingende Ergänzung ersetzt werden. Viele philatelistische Erkenntnisse befinden sich zudem weiterhin in gedruckter Spezialliteratur, Rundbriefen von Arbeitsgemeinschaften oder kleinen Veröffentlichungen und sind nicht einfach digital verfügbar. Auf der anderen Seite zeigen die Beiträge - insbesondere von TeeKay - sehr gut, wo die eigentlichen Stärken von KI liegen. Bei großen Bildbeständen, wiederkehrenden Arbeitsabläufen und der Strukturierung von Informationen kann sie eine erhebliche Unterstützung sein: - Stempel aus Scans erkennen und für die Suche vorbereiten - Daten aus Bildern auslesen - Dateien und Sammlungsbestände strukturieren - Datenbanken oder digitale Archive vorbereiten - Texte und Beschreibungen einheitlich aufbereiten Hier ersetzt KI nicht den Philatelisten, sondern übernimmt vor allem zeitaufwendige Routinearbeiten. Dadurch bleibt mehr Zeit für die eigentliche philatelistische Arbeit: Vergleichen, Einordnen und Hinterfragen. Ein weiterer wichtiger Punkt aus der Diskussion ist, dass man nicht von „der KI“ sprechen sollte. Die Ergebnisse hängen stark vom verwendeten Modell, der Version, den verfügbaren Quellen, den Bildanalysefähigkeiten und natürlich von den Eingaben ab. Ein System mit einer konkreten Fachquelle als Grundlage kann andere Ergebnisse liefern als ein Modell ohne diese Informationen. KI wird nicht besser, weil sie automatisch mehr weiß, sondern weil der Anwender einen kontrollierten Arbeitsprozess schafft. Meine eigenen Erfahrungen mit der Erstellung von Belegbeschreibungen bestätigen genau diese Punkte. @ Post-Bote [#11] Aus ersten Versuchen und ständiger Weiterentwicklung ist inzwischen eine umfangreiche „Master-Vorlage“ entstanden, wie ich sie nenne, mit der ich die KI bei der Bearbeitung meiner Belege anleite. Sie umfasst mittlerweile über 1.000 Zeilen und zählt mehr als 40.000 Zeichen. Diese Größe ist aber nicht der entscheidende Punkt wichtig ist die darin enthaltene Struktur. Die Vorlage enthält zahlreiche Regeln, Prioritäten und Formatvorgaben. Sie soll die KI nicht zum Experten machen, sondern einen kontrollierten Arbeitsablauf schaffen: Welche Angaben werden übernommen, welche müssen geprüft werden und wo darf keine Vermutung entstehen. Gerade diese Grenzen sind aus meiner Sicht entscheidend. Die KI unterstützt beim Strukturieren, Formulieren und Aufbereiten - die eigentliche philatelistische Bewertung bleibt weiterhin beim Sammler. Vielleicht liegt darin der sinnvollste Ansatz für unser Hobby: KI als Assistent, nicht als Prüfer. Die vielen unterschiedlichen Erfahrungen in dieser Diskussion zeigen eigentlich genau das: Nicht die KI allein entscheidet über die Qualität des Ergebnisses, sondern der Umgang damit. Richtig eingesetzt kann sie helfen, Sammlungen besser zu dokumentieren und Wissen für die Zukunft zu erhalten. Ein Beleg besteht nicht nur aus Marken und Stempeln, sondern auch aus seiner Geschichte - und gerade diese Geschichte sollte für kommende Generationen nachvollziehbar bleiben. Vielen Dank fürs Lesen und Durchhalten - eigentlich wollte ich gar nicht so viel schreiben, aber das Thema hat sich doch umfangreicher entwickelt als gedacht. Viele Grüße Post-Bote
TeeKay Am: 17.09.2026 20:46:57 Gelesen: 663 # 64
Nach einigen Vorbereitungen kann ich inzwischen mit meinen 120 GB an PDFs mit philatelistischer Literatur "chatten" - sprich Fragen stellen, die dann mit den 120 GB Daten im Rücken beantwortet werden. Natürlich ist es nicht möglich, die gesamten 120 GB bei Antworten zu berücksichtigen. Das kann auch ChatGPT nicht. Nicht einmal ein Bruchteil wie 1 GB davon. Mit einem lokal laufenden Modell auf einem Heim-PC erst recht nicht. Was da möglich ist, ist die Hereinnahme von 15-40 Textstückchen a 300-400 Wörtern. Nicht viel. Aber wenn man sehr philatelie-spezifische Fragen stellt, die mit dem PDF-Bestand beantwortet werden können, dann kriegt man bessere und vor allem auch deutlich schnellere Antworten, als es z.B. Anthropics Claude Opus schafft - immerhin das zweitbeste Modell von Anthropic. Frage 1: Z.B. die sehr allgemeine Frage " Was hat es mit dem Stempel "Garten" auf sich?" wird lokal in 2,78s korrekt beantwortet mit " Der Stempel „Garten“ bezeichnet eine Postmarke, die in der Zeit der deutschen Dienstpost Ostland in Grodno (Bialystok) verwendet wurde. Er trug den Zusatz „Garten – Deutsche Dienstpost Ostland“ und wurde in den ersten Wochen nach der Besetzung von Grodno eingesetzt, bevor die regulären N‑Stempel eintrafen (26. September 1941 bis etwa 7. Oktober 1941). Der Stempel wurde von Gummistempeln ergänzt, die den Ortsnamen „Garten“ enthielten, wobei dieser Name die litauische Bezeichnung der Stadt (Gardinas) in deutscher Form darstellte. Nach einer zweimonatigen Nutzung (25. September 1941 bis 30. November 1941) wurde der Name wieder in „Grodno“ geändert. Der Stempel ist ein Beispiel für die Übergangsphase, in der alte polnische oder sowjetische Stempel noch weiterverwendet wurden, bis neue deutsche Stempel eingeführt wurden (Quelle: Bücher/Deutsche Dienstpost 1939-1945 – Band 4, S. 31; Zeitschriften/Lituania/01 1994, S. 25)." Claude Opus kriegt selbst dann keine korrekte Antwort zusammen, wenn ich die Frage konkreter Stelle " Was hat es mit dem Stempel „Garten“ während der deutschen Besatzung im Ostland auf sich?". Nach langem Überlegen und Websuche kommt als Antwort " Zu einem Stempel „Garten“ im Reichskommissariat Ostland finde ich nichts – weder in der historischen Literatur noch in philatelistischen Verzeichnissen gibt es einen etablierten Begriff dieses Namens. Es könnte also entweder ein sehr spezifischer Einzelfund sein oder eine Verwechslung. Ohne zu wissen, wo Ihnen das begegnet ist, kann ich nur die plausiblen Richtungen skizzieren: [...]" ------ Frage 2: Die Frage " Waren Nachnahmen in Berlin 1948/1949 selten?" wird in 3,78s wie folgt beantwortet: " Nachnahmen in Berlin im Zeitraum 1948/1949 waren in der Regel selten, insbesondere wenn sie mit Zusatzdiensten wie Einschreiben verbunden waren. Die meisten Nachnahmebriefe aus West-Berlin wurden in der ersten Phase der Währungsreform (25. Juni 1948 bis 20. März 1949) in beiden Währungen – DM‑West und Ostmark – versandt, wobei die Nachnahmen in Ostmark innerhalb der Westsektoren zwar zulässig waren, aber nur begrenzt vorkamen (z. B. ein frühester Nachnahmebrief in DM‑Ost vom 28. August 1948). Nach dem 20. März 1949, als die Ostmark als Zahlungsmittel in West-Berlin abgelöst wurde, wurden die Nachnahmen ausschließlich in DM‑West geführt, was die Zahl der Belege weiter reduzierte (vgl. Abb. VIII‑22). Besonders selten sind Nachnahmen, die zusätzlich mit Einschreiben oder anderen Zusatzdiensten versehen sind. In den meisten Fällen wurden solche Kombinationen erst ab dem 23. Februar 1949 offiziell zugelassen, obwohl bereits vor diesem Datum „stillschweigend“ Nachnahmen nach Westdeutschland von westberliner Postämtern angenommen wurden (z. B. ein eingeschriebener Nachnahmebrief vom 28. Oktober 1948 nach Remscheid). Die Kombinationen „Einschreiben + Nachnahme“ oder „Einschreiben + Eigenhändig“ gelten als Raritäten und werden in Auktionen selten gefunden (siehe Abb. VII‑18, VII‑19). Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die meisten Nachnahmebriefe aus Berlin in den Jahren 1948/1949 nur begrenzt vorhanden sind, und diejenigen mit Zusatzdiensten noch seltener auftreten. (Zeitschriften/FG Berlin/Rundbriefe/171.pdf, S. 61–64; Bücher/Währungsreform in Berlin – Klemens Nicklaus.pdf, S. 213; Bücher/Kataloge/Währungsreform in Westberlin 1948-1949.pdf, S. 218)" Das ist etwas undeutlich formuliert. Nachnahmen, die Ost+Westmark als einzuziehende Währung hatten, waren mWn ausgesprochen selten. Claude Opus braucht für die Antwort wieder deutlich länger, ist weniger konkret, beantwortet aber im Wesentlichen richtig. ------ Frage 3: Dritter Test: " Gab es in Aluksne deutsche Dienstpoststempel, und wenn ja, welche und wann?". Besonders schwierige Frage, da ich den lettischen Namen verwende, aber eigentlich nach dem Stempel Marienburg frage. Antwort lokal in 2,29s, konkret, spezifisch, schnell, aber die Unterscheidungsbuchstaben und Verwendungszeiträume der drei Stempel brachte das System durcheinander (a und b stimmen, für c ist nur ein einziger Tag belegt): " Ja, in Aluksne (Marienburg) wurden deutsche Dienstpoststempel verwendet. Der erste Dienstpoststempel der Deutschen Dienstpost Ostland in Aluksne erschien am 16. August 1941, als die Dienstpostämter in Libau und Mitau eröffnet wurden und anschließend weitere Ämter, darunter auch in Marienburg, eingerichtet wurden. In Aluksne wurden die Stempel zunächst mit dem Ortsnamen „Marienburg (Kr Walk)“ versehen und trugen die Kennbuchstaben „DDO“. Die Stempel wurden in mehreren Varianten genutzt: von 11 März 1942 bis 10 Juni 1942 (Variante a), von 15 Dezember 1941 bis 29 März 1943 (Variante b) und von 8 Juli 1941 bis 1944 (Variante c) (Lettland als Teil von Ostland, S. 161). Diese Stempel wurden für den Postverkehr der deutschen Dienststellen, Behörden, Organisationen und Firmen in Aluksne verwendet, nicht jedoch für die einheimische Bevölkerung. (Lettland als Teil von Ostland, S. 161)" Claude Opus braucht 78s für eine erstaunlich detaillierte und umfangreiche, am Ende aber weniger konkrete Antwort: " Ja – für den Zweiten Weltkrieg ist ein Amt der Deutschen Dienstpost Ostland (DDO) in Alūksne belegt, unter dem deutschen Ortsnamen Marienburg. Das Amt In der amtlichen Übersicht der Deutschen Dienstpostämter Ostland (Stand 1.1.1943) erscheint es als „Marienburg (Kr Walk)", mit dem Leitort Tilsit 2, im Kreisgebiet Wolmar, Generalbezirk Lettland. Die Kreisangabe „Kr. Walk" ist wichtig zur Unterscheidung vom westpreußischen Marienburg (Malbork), für das es eine ganz eigene, umfangreiche Stempelfamilie gibt. Territorial Der Stempel Dokumentiert ist ein Tagesstempel mit der Umschrift MARIENBURG (KR WALK) / DEUTSCHE DIENSTPOST OSTLAND, bekannt mit Kennbuchstabe b. Dazu kommen die zugehörigen R-Zettel: Ein 1942 gelaufener Beleg nach Moers trägt einen Einschreibzettel „Marienburg (Kr Walk)" der Deutschen Dienstpost – das Stück selbst kam als Feldpostsendung, war also mit einem Feldpost-Aufgabestempel entwertet. Stampsofgermany Zeitraum Ein genaues Eröffnungsdatum für Marienburg habe ich nicht gefunden, aber der Rahmen ist eng: Die ersten beiden DDO-Ämter im Generalbezirk Lettland öffneten mit Verfügung vom 16. August 1941 in Libau und Mitau, gefolgt von 27 weiteren Ämtern bis Ende 1941. Marienburg gehört zu dieser zweiten Welle, der Betrieb lief also etwa ab Herbst/Winter 1941. Das Ende kam mit dem Rückzug im Sommer 1944 – Alūksne lag weit außerhalb des Kurlandkessels, in dem bis zur Kapitulation nur noch die Ämter Libau, Windau, Goldingen und Talsen arbeiteten. Arge-baltikum Arge-baltikum Wichtige Einschränkung Die DDO war nicht für die lettische Bevölkerung zuständig, sondern ausschließlich für deutsche Dienststellen, Behörden, Organisationen und Firmen. Für die Einwohner lief die Post über die lettische Landespost mit lettischen Stempeln (ALŪKSNE). Marienburg-DDO-Stempel sind entsprechend selten. Arge-baltikum Zum Weiterprüfen Die maßgebliche Quelle ist Hermann Schultz, „Deutsche Dienstpost 1939–1945, Handbuch und Stempelkunde", 5. Lieferung: Stempelkatalog der Deutschen Dienstpost Ostland (Schriftenreihe der Poststempelgilde, Heft 28). Dort stehen Typ, Durchmesser, Kennbuchstaben und die bekannten Verwendungsdaten. Ergänzend: Harry von Hofmann, „Lettland vor dem und als Teil vom Generalkommissariat Ostland" (Hamburg 2001). Die ArGe Baltikum e.V. beantwortet solche Einzelfragen auch direkt." Fazit Nach einer ersten Vorbereitungsphase der Daten, die rund einen Tag Berechnungen umfasste (Scannen ausgenommen), sind die Antworten erstaunlich schnell da. Sie sind noch rudimentär, das lokale System kann keine Aufsätze schreiben. Aber bei Fachthemen, die im Internet kaum dokumentiert sind, sind die Antworten besser als bei großen kommerziellen Modellen. Und man kriegt eher Antworten auf seine Fragen, als wenn man den PDF-Bestand manuell durchgeht. Zumal ich einstellen kann, dass jede Aussage mit einem PDF belegt werden soll, das sich mit einem Klick öffnet. Das geht besser und schneller, als die interne Suchfunktion von Apple MacOS. Die Antworten werden in einigen Jahren besser sein, wenn Grafikkarten mit mehr Speicher günstiger werden. Das ganze läuft jetzt auf einer Karte rund 2500 Euro kostet. Um doppelt so viele Inhalte mit einer Anfrage verarbeiten zu können, müsste man derzeit 3000 (sehr alte Karte) bis 6000 Euro (halbwegs aktuelle Karte) ausgeben.
TeeKay Am: 17.09.2026 21:06:41 Gelesen: 653 # 65
Die letzte Frage beantwortet übrigens das selbe LLM, das auf der 2500 Euro Grafikkarte lief, auf einem halbwegs aktuellen Notebook-Prozessor (Intel 255H) in 62,24s. Immer noch schneller als Claude Opus. Und sogar korrekter als beim ersten Versuch, jedoch weniger detailliert: " Ja, in Aluksne (Marienburg) wurden deutsche Dienstpoststempel verwendet. Die Deutsche Dienstpost Ostland eröffnete dort ein Postamt am 16. August 1941. Für Aluksne wurden die Stempel mit dem Kürzel „DDO“ (Deutsche Dienstpost Ostland) ausgegeben. Die ersten Stempel trugen die Bezeichnung „MARIENBURG (KR WALK) DDO“ und wurden ab dem 11. März 1942 bis zum 10. Juni 1942 benutzt; danach folgten weitere Stempel mit derselben Bezeichnung, die bis zum 29. März 1943 im Einsatz waren (z. B. 15. Dezember 1941 – 29. März 1943). (Bücher/Lettland als Teil von Ostland/Lettland als Teil von Ostland.pdf, S. 161)" Die Frage nach Garten wird in 66s beantwortet: " Der Stempel „Garten“ bezeichnet in der deutschen Dienstpostgeschichte einen Ortsnamen, der in der Zeit der Besetzung von Grodno (litauisch Gardinas) verwendet wurde. In den ersten Wochen nach der Besetzung wurde der Ortsname in der deutschen Schreibweise „Garten“ auf den Poststempeln gedruckt; danach wurde er wieder in den ursprünglichen Namen „Grodno“ geändert (25. Sep. 1941 – 30. Nov. 1941) (Zeitschriften/Lituania/01 1994.pdf, S. 25). Der Stempel war Teil der Deutschen Dienstpost Ostland und wurde in Grodno als N‑Stempel „Garten — Deutsche Dienstpost Ostland“ verwendet (Bücher/Deutsche ienstpost 1939‑1945 – Band 4.pdf, S. 26). In den ersten Tagen der Dienstpostbetriebsaufnahme wurden handschriftliche Entwertungen mit Ortsnamen in elf Ämtern ausgeführt, wobei der N‑Stempel in Grodno zunächst den Namen „Garten“ trug, bevor er später in „Grodno“ geändert wurde (Bücher/Deutsche Dienstpost 1939‑1945 – Band 4.pdf, S. 26). Somit steht der Stempel „Garten“ für die vorübergehende deutsche Benennung der Stadt Grodno während der Besatzungszeit." Es braucht also keine teure Grafikkarte, wenn man Zeit hat. Der Notebookprozessor braucht auch nur 25 W bei der Antwort. Soviel braucht die Grafikkarte schon im Leerlauf und rund 200 W bei der Antwortgenerierung.