Thema:
Ehrliche Rezensionen
Am: 21.06.2026 11:16:44
Gelesen: 4633
# 1
Liebe Sammlerfreunde,
schon seit Jahren fließt ein großer Teil meines Briefmarkenbudgets in den Erwerb philatelistischer Literatur. Es waren einige hervorragende Werke dabei, aber leider auch einige richtig schlechte und vor allem Dingen sehr viele, bei denen es einer differenzierenden Betrachtung bedarf.
Ich finde es bedauerlich, dass diese Werke in Rezensionen – beispielsweise in der „philatelie“, aber auch andernorts – häufig unterschiedslos in den Himmel gelobt werden. Das ist nicht nur für die Leser ärgerlich, die erst stattliche Beträge bezahlen und dann ggfs. enttäuscht werden, sondern es schadet letztlich auch den Autoren, die sich der Verbesserungsmöglichkeiten vielleicht gar nicht bewusst sind. Fairness gebührt m.E. nicht nur dem Autor, sondern auch den Käufern und Lesern.
An dieser Stelle möchte ich daher „ehrliche Rezensionen“ veröffentlichen.
Maßstab meiner Rezensionen soll dabei konsequent die Nützlichkeit für die Sammler sein, vor allem solchen, die sich – wie ich – für Informationen interessieren, die über den Michel Deutschland-Spezial und ähnliche Werke hinausgehen. Es soll zudem beurteilt werden, ob das, was vom Autor bzw. Herausgeber bzw. Rezensenten versprochen wurde, auch eingehalten wurde. Ein Werk, das hochtrabend als „Handbuch und Spezialkatalog“ angekündigt wird, dann aber nur eine Auswahl von Bildchen ohne jegliche Erläuterung enthält, erfüllt die geweckten Erwartungen nicht.
Ich werde mich bemühen, Kritik stets sachlich und fair zu formulieren und würde mich freuen, wenn auch Ihr in Euren Beiträgen von Pauschalurteilen, Diffamierungen usw. absehen könntet. Zweck soll es wie gesagt nicht sein, einzelne Autoren, deren Einsatz ja generell zu honorieren ist, schlecht zu machen, sondern sowohl den Autoren als auch den Sammlern eine nützliche Hilfe zu sein.
Die Auswahl der Titel erfolgt ausschließlich nach eigenem Ermessen und immer dann, wenn es Zeit und Beruf zulassen. Die Beiträge beschränken sich nicht nur auf Neuveröffentlichungen, sondern ich werde auch zu Werken schreiben, die schon vor einigen Jahren veröffentlicht wurden. Ein Schwerpunkt werden sicherlich Veröffentlichungen zu deutschen Gebieten sein, weil hier auch mein Sammlungsschwerpunkt liegt. Wer eine „ehrliche Rezension“ zu einem anderen Gebiet (konkret: die griechischen Hermesköpfe) lesen will, findet sie hier:
https://www.philaseiten.de/cgi-bin/index.pl?ST=897&CP=0&F=1 – dort Beitrag 77.
Eine kleine Vorausschau erlaube ich mir an dieser Stelle – die Rezensionen zu folgenden Werken sind bereits fertig bzw. in Arbeit:
- Jürgen Herbst: Handbuch der sächsischen Francomarken sowie deren Entwertungen (2022)
- Bodo Ströh: Handbuch und Katalog – Postwertzeichen der SBZ Thüringen 1945-1946 (2023)
- Walter Trösch, Mario Kolbe, Christoph Schäfer: Plattenfehler der Urmarken und Aufdruckfehler der Mi-Nr. 98-276 (Band 1, 2024) bzw. Mi-Nr. 277-337 (Band 2, 2025)
- Dieter Wolf: Spezial-Katalog Druckvermerke vom Fünfjahrplan Ausgaben I – VIII (2018)
Abschließend erlaube ich mir noch den eigentlich selbstverständlichen Hinweis, dass es sich stets um meine höchst subjektive Meinung handeln wird - Ihr könnt gern anderer Meinung sein und seid eingeladen, diese hier zu teilen.
Herzliche Grüße
Sammlerfreund Christian
Am: 21.06.2026 11:22:37
Gelesen: 4625
# 2
@ Sammlerfreund Christian [#1]
Jürgen Herbst: Handbuch der sächsischen Francomarken sowie deren Entwertungen (2022)
Beginnen möchte ich mit einem aus meiner Sicht gelungenen Werk, nämlich dem „Handbuch der sächsischen Francomarken sowie deren Entwertungen“ von Jürgen Herbst.
Ich habe mit dem Erwerb lange gerungen, weil das Werk vergleichsweise teuer ist (damals 280 Euro plus Versand). Für mich hat es sich die Investition jedoch ausgezahlt.
Ganz unabhängig vom Inhalt ist das Buch auf hochwertigem Papier und mit festem, hochwertigem Einband hergestellt. Die Druckqualität lässt nichts zu wünschen übrig. Der Autor beschreibt auf satten 1098 Seiten nahezu jede Facette des Sammelgebiets, und zwar in einer stilistisch sehr angenehmen und anschaulichen Art und Weise. Ich habe das Buch seit dem Erwerb oftmals zur Hand genommen, auch wenn ich nicht auf der Suche nach einer bestimmten Information war, sondern einfach aus Freude an gut geschriebenen philatelistischen Texten. Etwas umständlich ist allenfalls die Orientierung in diesem Mammutwerk – es gibt zwar eine grobe Inhaltsübersicht, die aber nur eine erste Orientierung bietet und die meisten Gliederungsebenen und -punkte nicht aufführt. Konsequenz: man blättert die ganze Zeit hin- und her statt direkt zur passenden Seite gehen zu können. Hier wäre ein vollumfängliches Inhaltsverzeichnis enorm hilfreich gewesen, auch wenn sich dieses über mehrere weitere Seiten erstreckt hätte.
Nun zum Inhalt:
Dem interessierten Sammler, der den Michel Deutschland-Spezial durchblättert, stellen sich beim Sammelgebiet Sachsen typischerweise die folgenden Fragen:
• Wie lassen sich die verschiedenen Farbvarianten und Typen auseinanderhalten? Der Michel bietet hierzu nur rudimentäre oder gar keine Hinweise.
• Welche Stempel gibt es und wie sind diese zu bewerten?
• Wie unterscheiden sich Originale von Fälschungen?
• Wie sind Belege zu bewerten? Hierzu bietet der Michel immerhin einige Angaben zu besonderen Verwendungsformen, allerdings hat man direkt den Eindruck, dass dies noch lange nicht alles sein kann.
Mit den Leerstellen im Michel korrespondiert auch die Erwartungshaltung an ein „Handbuch“: dieses möge bitte möglichst viele der Leerstellen füllen. Mein Fazit: dies ist dem Autor weitestgehend gelungen, wobei ich mir gerade beim Thema „Farbvarianten“ doch noch einiges mehr gewünscht hätte.
Ich möchte vier vorgenannten Fragen näher beschreiben:
1. Farbvarianten und Typen:
Der Autor setzt sich im Rahmen des Fließtexts eingehend mit den Farbvarianten und ihrer Entstehung auseinander. Nicht zu übersehen ist dabei ein kritischer Blick des Autors in einigen Fällen etwa hinsichtlich der Abgrenzbarkeit der Farbvarianten, aber auch hinsichtlich der Möglichkeit, Farbvarianten originalgetreu abzubilden. Das lässt sich alles sehr gut nachvollziehen, allerdings bringt es in der Konsequenz für den Sammler einen Nachteil mit sich, der an dieser Stelle nicht unerwähnt bleiben soll: es gibt nicht durchgängig Abbildungen der verschiedenen Farbvarianten. Beginnend schon mit der Mi-Nr. 1, also dem Sachsen-Dreier, den der Michel in drei Farbvarianten listet, fehlen jegliche Abbildungen. Der Autor weist ausführlich auf die Abgrenzungsproblematik hin, untergliedert nach Bühler in acht verschiedene Farbgruppen, macht auch Angaben zur prozentualen Verteilung und bewertet sie im anschließenden Katalogteil. Aber er zeigt sie nicht. Das ist wirklich sehr bedauerlich und kann mich letztlich nicht überzeugen – natürlich stellen sich stets Abgrenzungsfragen sowie die Frage, wie originalgetreu die Wiedergabe einer Farbe in Kopie gelingen kann, allerdings ist es auch anderen Autoren gelungen, dieser Problematik Herr zu werden und so den Sammlern einen Mehrwert zu stiften. Man schaue nur auf die Farbtafeln von Jäschke-Lantelme in „Pfennige, Pfennig und Krone/Adler“ und „100 Jahre Germania“ – Werke, die den Sammlern seit Jahrzehnten bei der Farbvorsortierung große Dienste leisten. Man würde dem Autor wünschen, dass er hier bei einer etwaigen Neuauflage „über seinen Schatten springt“. Wichtig ist mir allerdings festzuhalten, dass dieser „Mangel“ in dieser ausgeprägten Form nur bei Mi-Nr. 1 besteht. Schon bei Nr. 2 gibt es einige nach Farben differenzierende Abbildungen (S. 67). Auch gelingt es dem Leser leider nicht, auf den ersten Blick zu erkennen, zu welchen katalogisierten Typen/Farben die Abbildungen eigentlich gehören. Im Weiteren ist die Aussagekraft der Abbildungen sodann zufriedenstellend bis gut, wobei von jedem „Farbtopf“ leider in der Regel nur ein Exemplar abgebildet wird. Zu erwähnen ist, dass es gerade bei den Mi-Nr. 14-19 dem Leser recht schwer gemacht wir zu erkennen, wie sich die vom Autor vorgenommene Farbeinteilung und -katalogisierung zur Einteilung und Katalogisierung gemäß Michel verhält. Auch wenn die Spezialisten vom Michel nicht so viel halten, so ist er doch immer noch eine nicht wegzudiskutierende Autorität und letztlich marktentscheidend, so dass ich mir an dieser Stelle mehr „Service“ gewünscht hätte.
2. Stempel
Die Fragen, welche Stempel es gibt und wie diese zu bewerten sind, wird aus meiner Sicht sehr gut beantwortet, und zwar gleich in vierfacher Weise: zunächst wird bei der Beschreibung der einzelnen Marken dargelegt, welche Stempeltypen auf diesen Marken zu finden sind. Sodann gibt es einen 164-seitigen generischen Abschnitt zu „Stempeln, Entwertungsarten, Bearbeitungsvermerken“. Im Anschluss erfolgt im Marken-Katalogteil eine sehr ausführliche Bewertung nach verschiedenen Stempeltypen und zu guter Letzt wird im Stempel-Katalogteil zu jeder Stempelform aufgeführt, in welchen Orten dieser vorkommt und wie dieser zu bewerten ist. Viele Stempel sind auch abgebildet. Alle abzubilden hätte wahrscheinlich den Umfang des Werks gesprengt. Der Umgang mit dem Stempelthema ist m.E. sehr zufriedenstellend. Einzige Einschränkung: es werden v.a. bei den Stempeltypen sehr viele Abkürzungen verwendet, deren Bedeutung sich nicht ohne Weiteres erschließt und bei denen man wohl weitere Schriften zu Rate ziehen muss. Das ist schade und hätte sich m.E. mit nur geringem Zusatzaufwand verhindern lassen. Das Abkürzungsverzeichnis führt diese Abkürzungen jedenfalls nicht auf.
3. Originale/Fälschungen
Der Autor widmet diese Frage ein eigenes Kapitel mit immerhin 30 Seiten. Zunächst werden allgemeine Überlegungen angestellt und sodann wird auf die bekannten Fälschungen bei den einzelnen Ausgaben eingegangen. Das ist einerseits lobenswert, wenn man bedenkt, dass viele Autoren das Thema lieber ganz ausklammern. Andererseits wird auch der Autor letztlich wenig konkret. Gerade bei Mi-Nr. 1 wären konkrete Abbildungen mit Pfeilen zur Herausarbeitung der Fälschungsmerkmale begrüßenswert geblieben. So bleibt einem nur, dem Hinweis des Autors auf das Werk von Bühler aus dem Jahre 1978 zu folgen.
4. Belege
Der Autor widmet dem Thema „Verwendungsformen und Taxbestimmungen“ allein etwas mehr als 500 Seiten. Hier bleibt nach meinem Eindruck wirklich keine Frage mehr offen. Im Katalogteil gibt es zudem einen eigenen Abschnitt zu „Destinationen“.
Das Handbuch bietet natürlich noch viel mehr, so werden besonders ausführlich Probedrucke zu jeder Ausgabe behandelt, es gibt Informationen zu „bedeutenden Stücken“, also beispielsweise besonders großen Einheiten und besonders schönen Stücken.
Zusammenfassend bin ich von diesem Werk sehr angetan. Für den Gelegenheitssammler von Sachsen lohnt es sich m.E. allerdings nur, wenn man zugleich auch eine ausgeprägte bibliophile Ader hat, also Freude an hochwertigen philatelistischen Werken an sich hat.
Herzliche Grüße
Sammlerfreund Christian
Am: 21.06.2026 12:02:52
Gelesen: 4566
# 3
Das Hauptproblem bei Buchrezensionen ist, dass sich die meisten Rezensenten an die sogenannten Waschzettel der Verlage halten und diese Texte mehr oder minder blind kopieren. Bei philatelistischer Literatur ist dies am ausgesprägtesten bei MICHEL-Produkten: Unsere Fachpresse jubilierte in der Vergangenheit stets arienhaft, weil die Rezensenten bisher ein kostenloses Belegexemplar des Verlages erhielten. Bei MICHEL ist jetzt Schluss damit; die Schwanebergers versenden keine Rezensionsexemplare mehr. Das wird zwei Auswirkungen haben:
1. wird es künftig von MICHEL-Produkten wesentlich weniger Rezensionen als bisher geben und
2. werden die wenigen Rezensionen von MICHEL-Produkt-Neukäufern wesentlich kritischer sein als die bisherigen Hofberichterstattungen.
Ob sich MICHEL damit einen Gefallen tut, kann ich nicht beurteilen. Fest steht jedenfalls, dass der "normale" Katalogbenutzer mittlerweile längst herausfand, dass es sich bei Neuprodukten lohnt, ein wenig abzuwarten, bis die Schwanebergers das gewünschte Katalogprodukt aus der Preisbindung rausnehmen und stark verbilligt anbieten. Wer braucht schon (außer den Auktionshäusern, die seitens ihrer Einlieferer zu aktuellen Bewertungsgrundlagen quasi "gezwungen" sind), einen brandneuen 16-bändigen Europakatalog (ohne Deutschland, versteht sich). Die Marktpreise haben sich bei europäischen Ländern die letzten Jahre kaum verändert, und so ist man denn auch genauso glücklich mit den anderthalb Metern Europakatalogen aus dem Jahre 2023. Und dafür benötigt man auch keine Rezension.
Wo ich dem Sammlerfreund Christian absolut zustimme, ist, dass man bei philatelistischen Handbüchern "ehrliche" Rezensionen fertigen sollte. Die kann aber nicht ein philatelistischer Alle-Welt-Redakteur, sondern eigentlich nur ein Fachmann dieses Gebietes leisten. Seit 2025 beispielsweise gibt es einen ganz tollen Ganzsachenkatalog (für 29,95 € !!!) der francophonen Kolonialwelt von Alexandria bis Zanzibar und natürlich Neukaledonien - in gediegener Farbausführung, bester Bindung und auf gutem Papier. Aber wie zum Beispiel soll ich als Britischer Kolonialspezialist dieses Prachtbuch rezensieren? Ich habe doch keine Ahnung von den Überdrucken und Plattenfehlern von Niger oder Senegambia, geschweige denn von Neukaledonien!
Was wiederum dazu führt - und Rainer von Scharpen hat es in der philatelie 2025 gezeigt - dass eine gelungene und ehrliche Rezension nur gelingt, wenn man Fachmann dieser Gebiete ist (und RvS ist es!).
Das ist der eigentlich kritische Punkt bei philatelistischen Buchrezensionen!
Am: 21.06.2026 14:08:00
Gelesen: 4464
# 4
@ Sammlerfreund Christian [#1]
Wenn sich jemand die Mühe macht, eine ausführliche und "ehrliche" Rezension zu schreiben, sollte man als Autor auch auf die kritisch gesehenen Punkte eingehen. Das möchte ich im Folgenden tun:
1. Farbvarianten und Typen
Die sächsischen Markenausgaben weisen, soweit sie nicht auf farbigem Papier gedruckt sind, eine große Variantenzahl bei den Druckfarben auf. Während der Michel-Katalog als Kriterium für deren getrennte Katalogisierung Auflagenzuordnung oder Seltenheitsunterschiede, die sich im Marktpreis niederschlagen, fordert, führen die Handbücher traditionell alle visuell unterscheidbaren Varianten auf. Dazu sollten im Handbuch die typischen Farben abgebildet werden. In der endgültigen Manuskriptfassung war das auch bei der Mi 1 der Fall. Warum diese Abbildungen in der von der Druckerei verwendeten pdf-Datei fehlten, hat sich nicht klären lassen. Der Kritikpunkt ist selbstverständlich berechtigt.
2. Stempel
Die Bezeichnungen und Abkürzungen sind zur Vermeidung von Irritationen vom Handbuch "Die alte Sachsenpost" von Milde/Schmidt übernommen worden. Hier war der Autor "betriebsblind", hatte also nicht bedacht, daß mit diesem Handbuch nicht vertraute Leser einer Erklärung bedurft hätten. Diese Kritik ist ebenfalls berechtigt.
3. Originale/Fälschungen
Das Kapitel hatte zum Ziel, grundsätzlich auf die Problemfelder hinzuweisen, um vor den Gefahren von Fälschungen, Briefmanipulationen und Falschbezeichnungen zu warnen. Dabei wurde bewußt darauf verzichtet, Fälschungs- oder Echtheitsmerkmale darzustellen. Grund dafür ist die Erfahrung, daß sich viele Sammler daran unmittelbar orientieren, also beispielsweise eine Marke mit allen "Echtheitsmerkmalen" ebenso für echt wie eine solche ohne die gezeigten Fälschungsmerkmale halten. Beides reicht aber für eine sichere Beurteilung nicht zwingend aus. Deshalb halte ich den verwendeten "Aufklärungsansatz" für besser.
Dem Rezensenten sei gedankt für seine Offenheit und kritische Betrachtung. Eine Zweitauflage wird es allerdings aus wirtschaftlichen Gründen nicht geben können.
Beste Grüße
Altsax
Am: 21.06.2026 14:18:20
Gelesen: 4445
# 5
Hallo,
ich glaube, hier ist die Frage von Rezensionen nach tatsächlicher Fach- und Sekundärliteratur gemeint und weniger wie gut oder schlecht eine Katalog-Neuausgabe eines Katalogherstellers ist.
Natürlich lässt sich auch dazu eine Rezension schreiben, da sich aber die Inhalte in reinen Katalogen meist nur in Gestaltung, Aufbau und ggf. erläuternden Bestandteilen ändern dürften Rezensionen zu Katalog-Neuausgaben mager ausfallen, insbesondere wenn sich im Gesamtkonzept, wie die enthaltenen Informationen aufgebaut und dargestellt werden, nicht verändern.
Im Grunde ist hier eigentlich eher der allgemeine Vergleich zwischen den einzelnen Katalogwerken von Interesse als eine Rezension einer Neuauflage eines bestimmten Katalogs.
Ich selber arbeite bspw. hauptsächlich mit MICHEL und mit Yvert & Tellier (Y&T)- Katalogen, gelegentlich auch mit Scott. Da gibt es das ein- und andere schon im Vergleich zu sagen.
So hat Y&T vor einigen Jahren (zumindest für seinen Frankreich-Katalog) seine äußere Erscheinungsform komplett geändert, die Kataloge sind fast doppelt so groß in den Abmessungen wie zuvor (als würde man aus A5 jetzt in A4 produzieren). Auch wurden in den letzten Jahren immer mehr "Spezialisierungs-Untersparten" erstellt, die bestimmte Kategorien von Ausgaben entweder zusätzlich separat zusammengefasst darstellen oder aus der bisherigen Katalogisierung herausnehmen und separat listen - beispielsweise Blockausgaben. Das macht für den typisch deutschen chronologisch nach Ausgabedatum vollständig Sammelnden eher wenig Sinn, scheint aber der zunehmenden Spezialisierung und Differenzierung von Ausgaben in Frankreich gut anzukommen. Die Folge ist dabei, dass die Y&T - Kataloge im Laufe der Zeit doch recht kontinuierlich ihr Aussehen und ihren inhaltlichen Aufbau verändern, ggf. sogar verbessern, in jedem Fall "Auffrischen", was bei MICHEL nicht wirklich der Fall ist.
Was auffällt ist, dass im Grunde kein Kataloghersteller an der grundlegenden Darstellungs-Systematik der dargestellten Markenausgaben etwas ändert, sei es MICHEL, Y&T oder auch Scott ...
In der Ausführlichkeit der Informationen zu jeder Markenausgabe ist hier MICHEL absolut und unangefochten der Topp-Katalog:
Neue Jahrgangsausgaben / Jahrgangswechsel werden hervorgehoben, Ausgabedaten werden (selbst wenn falsch) angegeben soweit bekannt, Druckart, Zähnung, bei deutschen Marken oft auch die Künstler hinter den Marken, Kürzestbeschreibung des Markenmotivs, Auflagezahlen, signifikante Unterscheidungsmerkmale eigentlich identischer Ausgaben wie unterschiedliche Druckverfahren, Zähnung, Gummierung, Papierart usw. erkennbar beschrieben und dargestellt.
Dies ist in manchen Dingen etwas, was man bei Y&T (oder bspw. auch Scott) vergeblich sucht. Bei Y&T muss man genau hinschauen, ob eine Marke in diesem oder schon im nächsten Jahr erschienen ist, weil die Jahrgangswechsel nicht hervorgehoben werden. Ausgabedaten gibt Y&T i.d.R. auch nicht (nur in den FDC- und ETB - Übersichten irgendwo im Anhang). Durch die gesonderte Darstellung von Luftpostmarken, vorausentwerteten Marken, Blockausgaben u.a.m. ist eine zusammengehörige Jahres-Ausgabendarstellung nicht gegeben. Gut, das hat etwas mit den jeweiligen nationalen Sammelgewohnheiten zu tun. Bzw. wie eben Kataloghersteller und Vordruckalbenproduzenten die Dinge darstellen im jeweiligen Land.
Während sowohl Luftpostausgaben, Blockausgaben und sogar die vorabentwerteten Markenausgaben bei MICHEL chronologisch nach Erscheinen in der Katalogisierung notiert sind, sind sie es in Frankreich / bei Y&T nicht. Bei den vorausentwerteten Marken (die es inzwischen als Neuausgaben nicht mehr gibt) ist das m.E. sehr sinnvoll, denn dies sind wie etwa Dienstmarken / Timbres Taxe) Marken, die zwar oftmals (auf den Postämtern) frei käuflich waren, aber vom normalen Postkunden kaum verwendet werden konnten. Warum MICHEL diese als reguläre Ausgaben katalogisiert hat und nicht wie Dienstmarken und andere Besonderheiten separat gelistet hat (so wie Y&T das tut), ist nicht nachvollziehbar.
Das Y&T Luftpostausgaben separat listet, obgleich diese Marken auch für ganz normale Frankatur verwendet werden können (wie umgekehrt), erschließt sich den deutschen Sammlergewohnheiten nicht, ist aber in Frankreich "normal". Eine Erklärung dafür dürfte sein, dass spezielle Luftpostmarken fast immer deutlich und signifikant höherpreisige Portowerte sind, weshalb vermutlich viele (französische) Sammler diese Ausgaben aus ihren Sammlungen ausschlossen um "preisgünstig" vollständig zu sein. Mutmaßlich das gleiche Argument dürfte für die gesonderte Listung von Blockausgaben gelten, wobei es hier eher wenig Sinn macht, sofern die in einer Blockausgabe enthaltenen Marken nicht auch zusätzlich einzeln aus Bögen verkauft wurden - denn dann benötigt der Sammler trotzdem den ganzen Block, um die Einzelmarken zu haben.
In der Frage der Blockausgaben ist aber auch die Ausgabepolitik der verausgabenden Postanstalten zu Grunde liegend: Während die deutschen Posten (das gilt auch zurückgehend für Deutsches Reich, DDR usw.) nur selten in Block enthaltene Marken auch parallel aus dem Bogen anboten, war es in Frankreich eher üblich, bestimmte Markenausgaben durch erneuten Druck im Block als eben besondere Blockausgabe anzubieten - früher oftmals sogar dann mit Unterschieden in Zähnung oder Druckverfahren (wobei letzteres in Frankreich bei Y&T nicht unbedingt berücksichtigt wird). Inzwischen ist man auch in Frankreich bei vielen Blockausgaben hiervon abgekommen, trotzdem wird natürlich die traditionelle Trennung "Einzelmarke" versus identische "Blockmarke" im Katalog fortgeführt. Was natürlich bei moderneren Ausgaben, bei denen keine separate Bogenmarke zur Blockmarke mehr angeboten wird, zunehmend absurd wird.
Darüber hinaus produziert Frankreich ja seit 2003 neben den regulären Bogenmarken, den regulären Blöcken oftmals auch noch die sogenannten "Souvenir-Blöcke", die i.d.R. nur höher als zum Nennwert verkauft werden und natürlich auch nur auf Bestellung über den Versandservice erhältlich sind. Während MICHEL auch diese Blockausgaben (die es ja sind) ganz normal verzeichnet, werden diese bei Y&T folgerichtig (weil nicht frei am Schalter erwerblich) separat katalogisiert (wobei diese "Blocs Souvenirs" bis 2005, als für die ersten 5 Ausgaben dieser Art, ebenfalls unter den normalen Blockausgaben geführt werden und je nach Kategorie also sogar zwei Katalognummern haben So ist der erste dieser Ausgabeform unter Blocks mit der Nummer 65 und unter Blocs Souvenirs eben mit der Nr. 1 gelistet - übrigens MiNr. 3763 IIx aus Block Nr. 35).
So, das war jetzt auch eine Form von Rezension, Entschuldigung, wenn nicht ganz passend an dieser Stelle.
Schönen Sonntag
Vernian
Am: 21.06.2026 16:05:35
Gelesen: 4376
# 6
@ JanClauss [#3]
Wo ich dem Sammlerfreund Christian absolut zustimme, ist, dass man bei philatelistischen Handbüchern "ehrliche" Rezensionen fertigen sollte. Die kann aber nicht ein philatelistischer Alle-Welt-Redakteur, sondern eigentlich nur ein Fachmann dieses Gebietes leisten.
Vielen Dank für Deine Einschätzung, JanClauss. Diese Ansicht erscheint mir ein wenig apodiktisch, und m.E. auch recht einseitig auf fachliche Aspekte beschränkt. Derartige Publikationen richten sich nicht nur an die drei weiteren Experten, die fachlich mithalten können, sondern an eine breitere Leserschaft. Warum soll man jenseits des Fachlichen ein Handbuch nicht auch danach beurteilen können, ob es ordentlich hergestellt ist, gut geschrieben ist und der Leserschaft einen Mehrwert bietet, der den Preis rechtfertigt, also z.B. Informationen enthält, die der Michel nicht bietet? Das sind - wie oben beschrieben - für mich die Kernkriterien für den Erwerb eines solchen Werks. Denn ich will ja etwas daraus lernen und das in einer möglichst zugänglichen Art und Weise. Das Werk dann auch noch fachlich beurteilen zu können, maße ich mir nicht an. Aber wer dies kann, ist eingeladen, dies gern an dieser Stelle zu tun.
Herzliche Grüße & schönen Sonntag
Christian
Wo ich dem Sammlerfreund Christian absolut zustimme, ist, dass man bei philatelistischen Handbüchern "ehrliche" Rezensionen fertigen sollte. Die kann aber nicht ein philatelistischer Alle-Welt-Redakteur, sondern eigentlich nur ein Fachmann dieses Gebietes leisten.
Vielen Dank für Deine Einschätzung, JanClauss. Diese Ansicht erscheint mir ein wenig apodiktisch, und m.E. auch recht einseitig auf fachliche Aspekte beschränkt. Derartige Publikationen richten sich nicht nur an die drei weiteren Experten, die fachlich mithalten können, sondern an eine breitere Leserschaft. Warum soll man jenseits des Fachlichen ein Handbuch nicht auch danach beurteilen können, ob es ordentlich hergestellt ist, gut geschrieben ist und der Leserschaft einen Mehrwert bietet, der den Preis rechtfertigt, also z.B. Informationen enthält, die der Michel nicht bietet? Das sind - wie oben beschrieben - für mich die Kernkriterien für den Erwerb eines solchen Werks. Denn ich will ja etwas daraus lernen und das in einer möglichst zugänglichen Art und Weise. Das Werk dann auch noch fachlich beurteilen zu können, maße ich mir nicht an. Aber wer dies kann, ist eingeladen, dies gern an dieser Stelle zu tun.
Herzliche Grüße & schönen Sonntag
Christian
Am: 21.06.2026 16:08:26
Gelesen: 4371
# 7
@ Altsax [#4]
Vielen Dank gleichfalls für die Hintergrundinformationen, die natürlich zur Einordnung sehr hilfreich sind. Vielleicht kommt es ja doch noch einmal zu einer zweiten Auflage (wenn auch nur als PDF) - ich fände es famos.
Herzliche Grüße & schönen Sonntag
Christian
Vielen Dank gleichfalls für die Hintergrundinformationen, die natürlich zur Einordnung sehr hilfreich sind. Vielleicht kommt es ja doch noch einmal zu einer zweiten Auflage (wenn auch nur als PDF) - ich fände es famos.
Herzliche Grüße & schönen Sonntag
Christian
Am: 22.06.2026 09:22:43
Gelesen: 4139
# 8
Sfrd. Christian [#6] "...ob es ordentlich hergestellt ist, gut geschrieben ist und der Leserschaft einen Mehrwert bietet, der den Preis rechtfertigt, also z.B. Informationen enthält, die der Michel nicht bietet? Das sind - wie oben beschrieben - für mich die Kernkriterien für den Erwerb eines solchen Werks."
In DEM Falle hast Du natürlich recht. Als Vielfachbuchschreiber würde ich mir das sogar bei einem Werk in Kyrillisch oder notfalls auch Armenisch zutrauen. Aber genau da liegt ja das Problem: Viele Rezensenten reden/schreiben dann aus der Not, weil sie den Inhalt nicht beurteilen können, genau nur über jene Aspekte, die Du gerade schildertest.
Diese Diskussion erinnert mich an meinen seit 52 Jahren in Köln stattfindenden Jugo-Stammtisch (jetzt CCPh-Kölner Expertenrunde), auf dem doch ein FIP-Juror und mittlerweile BPP 2025 ernsthaft behauptete, auch eine Altbulgariensammlung jurieren zu können, ohne Ahnung von BG zu haben. Der betroffene BG-Sammler, immerhin jahrzehntelang ein gestandener Philatelist und promovierter General bei der NATO in Belgien, provozierte dann den FIP-BPP mit den Worten: "Dann könnte ich Ihnen ja ein BG-Exponat voller Fälschungen vorlegen, und Sie würden das nicht bemerken". - "Nein", sagte der Angesprochene, "würd ich auch nicht!".
Da haben wir den (Ausstellungs-)Salat!!!
Und genau so ist es bei Rezensenten, die vom Fach keine Ahnung haben. Beispielsweise war die Erstauflage von MICHELs "Britische Kolonien" inhaltlich ein Desaster (manche Gebiete fand man nicht bzw. waren falsch zugeordnet). Aber nach Deinen Rezensionskriterien handelte es sich um ein wunderbares Buch, welches absolut seinen Ladenpreis rechtfertigte. War es aber nicht: Die zwei Bände waren eher für die ...!
Am: 22.06.2026 10:00:31
Gelesen: 4104
# 9
@ JanClauss [#8]
Vielen Dank für Deine weiteren Anschauungen, JanClauss. Um es ganz offen zu sagen, ich kann Dir kaum noch folgen. Was hat das alles mit meinem Thema zu tun? Ich habe die Kriterien meiner Rezensionen direkt im ersten Post klar benannt und sehe in derartigen Rezensionen auch einen Mehrwert, weil in der philatelie und andernorts ehrliche Rezensionen eben rar sind. Der Aufforderung, mich als vermeintlicher Laie demütigst in die Ecke zu verziehen und fortan zu schweigen, kann ich daher nicht nachkommen. Für alle, die dieses Thema für entbehrlich halten: oben rechts findet Ihr ein "x" - bitte klicken.
Im Übrigen sei wie schon gesagt jeder eingeladen, sich hier auch inhaltlich einzubringen und meine Posts zu ergänzen bzw. zu korrigieren.
Beste Grüße und nichts für ungut
Christian
Vielen Dank für Deine weiteren Anschauungen, JanClauss. Um es ganz offen zu sagen, ich kann Dir kaum noch folgen. Was hat das alles mit meinem Thema zu tun? Ich habe die Kriterien meiner Rezensionen direkt im ersten Post klar benannt und sehe in derartigen Rezensionen auch einen Mehrwert, weil in der philatelie und andernorts ehrliche Rezensionen eben rar sind. Der Aufforderung, mich als vermeintlicher Laie demütigst in die Ecke zu verziehen und fortan zu schweigen, kann ich daher nicht nachkommen. Für alle, die dieses Thema für entbehrlich halten: oben rechts findet Ihr ein "x" - bitte klicken.
Im Übrigen sei wie schon gesagt jeder eingeladen, sich hier auch inhaltlich einzubringen und meine Posts zu ergänzen bzw. zu korrigieren.
Beste Grüße und nichts für ungut
Christian
Am: 22.06.2026 10:56:47
Gelesen: 4070
# 10
@ Sammlerfreund Christian [#1]
Finde Dein Thema gut und lese hier mit Interesse mit. Es ist nicht einfach, wenn man selber Dinge publiziert, vor der Veröffentlichung Meinungen einzuholen. Bei mir haben mehrere Leute mitgelesen und ich habe vorab mit meinem Co-Autoren einen Vortrag zu einem Jahrestreffen gehalten. Das dort erhaltene Feedback eines Fachpublikums war sehr wichtig.
Bei mir war es die Erkenntnis, dass Besitzer von Schalterbögen anders vorgehen, als Besitzer einzelner Marken. Das hat sich letztlich auf die Publikation ausgewirkt.
Ob nun ein Spezialist nur ein Fachbuch beurteilen kann oder ob es auch ein „Laie“ können darf, ist eine spezielle Frage. Denn es wäre ja sehr gut, wenn der „Laie“, der aus Interesse das Buch erwirbt, sich einliest und so zum Spezialisten wird. Also ist seine Meinung auf dem Weg dahin oder warum er abgebrochen hat, doch ebenso eine ehrliche Rezension.
Bin auf Deine nächsten Rezensionen sehr gespannt.
KHV
Am: 22.06.2026 12:23:10
Gelesen: 4018
# 11
@ Sammlerfreund Christian [#9]
Dr. Jan Clauss ist doch vollkommen auf Deiner Seite.
@ JanClauss [#3]
Das Hauptproblem bei Buchrezensionen ist, dass sich die meisten Rezensenten an die sogenannten Waschzettel der Verlage halten und diese Texte mehr oder minder blind kopieren.
Ich muss aber eingestehen, ich war selbst in einer Redaktion einer Studentenzeitung, und man hat nicht immer für alle Neuerscheinungen fachkundige Rezensenten gefunden. Da musste in der Not schon einmal der Chefredakteur den Waschzettel selbst zusammenfassen. Manchmal musste auch eine halbe Seite im Heft gefüllt werden.
Was ich für vollkommen überflüssig halte, sind die Rezensionen von Standardkatalogen. Hier herrschte wohl das Prinzip, gedruckter Katalog gegen redaktionelle Werbung.
Jedenfalls sind mir nie Telefonbücher und die Kursbücher der Deutschen Bahn zur Rezension angetragen worden, obwohl sie jährlich in einer Massenauflage neu erschienen sind. Mich hätten sicher die vielen Darsteller im Telefonbuch gestört, die die Handlung zerstören, während die Fahrpläne der Bahn die besten Fantansia-Produkte des Jahres waren.
Vielleicht kann Richard das Thema trennen. Die eigentlichen Rezensionen von Sammlerfreund Christian und die direkten Antworten der Autoren in ein eigenes moderiertes Thema und die allgemeine Diskussion über den Sinn und Unsinn von Rezensionen hier weiterführen.
Ich freue mich auf weitere Rezensionen von Sammlerfreund Christian (und die Autoren hoffentlich auch).
Am: 22.06.2026 15:57:12
Gelesen: 3935
# 12
@ Sammlerfreund Christian [#9]
"Im Übrigen sei wie schon gesagt jeder eingeladen, sich hier auch inhaltlich einzubringen und meine Posts zu ergänzen..."
Als potentieller Interessent eines Fachbuches ist für mich kaufentscheidend, in welchem Umfange neue Erkenntnisse resp. Korrekturen bisheriger Auffassungen darin enthalten sind. Dazu gehört vor allem die Angabe von und Auseinandersetzung mit entsprechenden Quellen. Gerade in der philatelistischen Literatur existierte über lange Zeit die Unsitte, auf Quellenangaben völlig zu verzichten. Das führte nicht selten dazu, daß sich Fehler als "gesicherte Erkenntnisse" in der einschlägigen Literatur verbreiteten.
Zu einer Rezension gehört nach meiner Überzeugung deshalb eine Angabe zu Vorhandensein und Umfang der Quellenanalyse. Eine stichprobenartige Überprüfung angegebener Quellen wäre zwar wünschenswert, übersteigt aber die allgemein zu stellenden Anforderungen.
Beste Grüße
Altsax
Am: 22.06.2026 23:45:34
Gelesen: 3822
# 13
@ drmoeller_neuss [#11]
Vielleicht kann Richard das Thema trennen. Die eigentlichen Rezensionen von Sammlerfreund Christian und die direkten Antworten der Autoren in ein eigenes moderiertes Thema und die allgemeine Diskussion über den Sinn und Unsinn von Rezensionen hier weiterführen.
Nicht ohne den ausdrücklichen Auftrag von Sammlerfreund Christian. Und nur wenn er selbst angibt, welche Beiträge in welches der beiden Themen gehören. Bitte dabei beachten dass Text und die Verbindung zum vorherigen thematisch zugehörigen und zum thematisch folgenden Thema passen sollten.
---
In diesem Forum sind zu viele, die ohne Disziplin schreiben, wie zuletzt Uli Möller. Wen interessiert die Studentenzeitung aus seiner Jugendzeit, zu der er immer wieder schreibt ? Besser ein eigenes Thema, dann passt alles.
Schöne Grüsse, Richard
Am: 23.06.2026 00:41:43
Gelesen: 3805
# 14
@ Richard [#13]
Vielen Dank, lieber Richard. Manches ist in der Tat arg off-topic, aber es hat noch nicht überhand genommen. Aus meiner Sicht besteht kein Handlungsbedarf. Interessant, dass die lieben Sammlerfreunde sich hier zu allem Möglichen äußern, nur nicht zum besprochenen Werk. Ich hätte schon gedacht, dass es außer mir (und dem Autor) noch jemand gelesen und sich eine Meinung gebildet hat. Dem Werk wären jedenfalls mehr Leser zu wünschen.
@ Altsax [#12]
Als potentieller Interessent eines Fachbuches ist für mich kaufentscheidend, in welchem Umfange neue Erkenntnisse resp. Korrekturen bisheriger Auffassungen darin enthalten sind. Dazu gehört vor allem die Angabe von und Auseinandersetzung mit entsprechenden Quellen. Gerade in der philatelistischen Literatur existierte über lange Zeit die Unsitte, auf Quellenangaben völlig zu verzichten.
Völlige Zustimmung meinerseits. Du wirst es mir nachsehen, dass meine Rezension zu Deinem Werk, die ohnehin schon recht lang ausgefallen ist, nicht auf alle Facetten eingehen konnte. Dass mir dieses Thema wichtig ist, werden die Leser hier anhand der nächsten Rezensionen sicherlich erkennen.
@ Alle: die nächste Rezension ist bereits fertig - ich werde sie voraussichtlich am Wochenende einstellen.
Gute Nacht
Christian
Vielen Dank, lieber Richard. Manches ist in der Tat arg off-topic, aber es hat noch nicht überhand genommen. Aus meiner Sicht besteht kein Handlungsbedarf. Interessant, dass die lieben Sammlerfreunde sich hier zu allem Möglichen äußern, nur nicht zum besprochenen Werk. Ich hätte schon gedacht, dass es außer mir (und dem Autor) noch jemand gelesen und sich eine Meinung gebildet hat. Dem Werk wären jedenfalls mehr Leser zu wünschen.
@ Altsax [#12]
Als potentieller Interessent eines Fachbuches ist für mich kaufentscheidend, in welchem Umfange neue Erkenntnisse resp. Korrekturen bisheriger Auffassungen darin enthalten sind. Dazu gehört vor allem die Angabe von und Auseinandersetzung mit entsprechenden Quellen. Gerade in der philatelistischen Literatur existierte über lange Zeit die Unsitte, auf Quellenangaben völlig zu verzichten.
Völlige Zustimmung meinerseits. Du wirst es mir nachsehen, dass meine Rezension zu Deinem Werk, die ohnehin schon recht lang ausgefallen ist, nicht auf alle Facetten eingehen konnte. Dass mir dieses Thema wichtig ist, werden die Leser hier anhand der nächsten Rezensionen sicherlich erkennen.
@ Alle: die nächste Rezension ist bereits fertig - ich werde sie voraussichtlich am Wochenende einstellen.
Gute Nacht
Christian
Am: 26.06.2026 22:17:15
Gelesen: 3494
# 15
@ Sammlerfreund Christian [#1]
Bodo Ströh: Handbuch und Katalog – Postwertzeichen der SBZ Thüringen 1945-1946 (2023)
Wenn man als Sammler den Michel-Spezial zum genannten Sammelgebiet durchsieht, ggfs. auch den Markt hierzu beobachtet, bleiben gleich mehrere ganz essenzielle Fragen offen.
An allererster Stelle ist steht aus meiner Sicht definitiv das Thema „Papiere, Farben, Gummierungen“, sowohl bei den Mi-Nr. 92-99 als auch bei den nachfolgenden Blockausgaben. Die Beschreibung erfolgt im Michel auf einem derart hohen Abstraktionsniveau, dass dem Sammler hiermit nicht geholfen ist. Die damit korrespondierende Erwartung an ein Werk, das sich „Handbuch und Katalog“ nennt, ist ganz eindeutig: hier bedarf es eingehender Hilfestellung des Autors, der ja auch ehemaliger Prüfer dieses Gebiets ist.
Ein weiteres ganz enorm wichtiges Thema sind die echten und falschen Stempel, die gerade in Thüringen eine zentrale Rolle spielen.
Ein bei den Sammlern besonders beliebtes Thema sind schließlich die Plattenfehler in Thüringen.
Ich kann das Handbuch für diese drei Zwecke leider nur sehr eingeschränkt empfehlen, gerade auch angesichts des stattlichen Preises von EUR 89,90 plus Versandkosten.
1. Papiere, Farben, Gummierungen
Bei der textlichen Beschreibung der Varianten wird zunächst einfach nur der Michelwortlaut wiederholt. Dass es hierzu sehr viel mehr zu sagen gibt, insbesondere dass die verschiedenen Varianten nicht so homogen sind, wie der Michel es nahelegt, wissen die Forummitglieder aus den sehr nützlichen Beiträgen von Thilo Nagler zu diesem Thema. Aus diesen Beiträgen wissen wir auch, dass bei der visuellen Darstellung der Eigenarten und Unterschiede der Papiere und Gummierungen heutzutage technisch sehr viel mehr möglich ist, als Marken einfach nur 1:1 von vorn oder hinten abzubilden: Schräglichtbilder, Durchsichtaufnahmen, dies alles in beliebiger Größe, digitale optische Hilfsmittel wie Pfeile und Linien, sind schon seit langer Zeit möglich.
All dies bietet das Handbuch von Herrn Ströh leider nicht, was für mich eine große Enttäuschung war. Es gibt zu jeder Papier- bzw. Gummierungssorte eine rückseitige Ansicht sowie eine Durchsicht, jeweils im Format 1:1, ohne Hinweise auf die jeweiligen Charakteristika, und zudem oft verschwommen. Die Abbildungen sind aus meiner Sicht im Sinne eines treffsicheren Unterscheidungsmittels weitestgehend unbrauchbar. Man hat den Eindruck, dass der Autor hier weit hinter den technischen Möglichkeiten des Jahres 2023 zurückgeblieben ist, und man fragt sich unwillkürlich, ob dies ein Versehen ist, oder ob es eher darum ging, nicht zu viel „Geheimwissen“ zu offenbaren. Jedenfalls bietet das Werk insoweit keinerlei Mehrwert gegenüber dem Michel-Spezial.
Ähnlich verhält es sich bei den Farbvarianten, von denen zwar jeweils ein Exemplar abgebildet wird. Es wird aber nicht beschrieben, worauf es ankommt (bspw. auf unterschiedliche Blauanteile, unterschiedliche UV-Reaktionen), und es gibt zu jeder Farbe eben nur eine einzige Abbildung. Schöner wären wirklich aussagekräftige Farbreihen gewesen, um dieses Kernthema des Gebiets adäquat zu adressieren. Ohnehin fragt man sich, ob der Ansatz, die Papiere und die Farbvarianten quasi als voneinander unabhängige Phänomene zu behandeln, überzeugen kann. Jeder Sammler mit ein paar geprüften Vergleichsstücken erkennt sofort, dass der Farbeindruck ganz erheblich vom verwendeten Papier abhängt. Auch Hinweise zu Vergilbungen und Verfärbungen, die gerade bei Thüringen häufig in die Irre führen, fehlen.
Schließlich wäre auch eine kritische Diskussion wünschenswert gewesen, ob die herkömmliche Unterteilung der Varianten gemäß Michel überhaupt noch angemessen ist und wenn nein, welchen Änderungsbedarf der Autor sieht. Hier hätte ich mir mehr Mut gewünscht, etwa wie ihn die Herren Burkhardt/Podien bei den Köpfe-Ausgaben gezeigt haben.
2. Stempel
Das Thema „Stempel“ spielt in dem Handbuch leider überhaupt keine Rolle. Das Minimum für ein Werk, das sich Handbuch nennt, wäre m.E. gewesen, die wesentlichen Falschstempel und missbräuchlich verwendeten Stempel aufzulisten und auch abzubilden. Nichts dergleichen ist hier zu finden. Von weitergehenden Informationen, etwa zur Frage, welche Stempel ggfs. besonders selten oder häufig sind, kann man leider auch nur träumen. Es gibt auch keine Verweise auf anderweitige weiterführende Literatur wie z.B. das schöne Werk von Volkmar Seifert zu den thüringischen „Tages-, Werbe- und Maschinenstempeln“.
Was dieses Thema angeht, ist das Handbuch – man kann es leider nicht anders sagen und es schmerzt mich wirklich das tun zu müssen – eine Enttäuschung auf ganzer Linie. Auch hier drängt sich der fatale Eindruck auf, dass „Stempelwissen“ zugleich „Geheimwissen“ ist. Das Buch wirkt auch insoweit merkwürdig aus der Zeit gefallen – man denke nur an gleich zwei hervorragende Stempeldatenbanken, die für jedermann frei zugänglich sind. Auch das frei erhältliche Buch von Herrn Seifert widmet sich diesem Thema eingehend und natürlich noch zahlreiche weitere Quellen.
3. Plattenfehler
Der Michel bildet leider nur einen kleinen Teil der katalogisierten Plattenfehler ab. Wo, wenn nicht in einem Handbuch zu diesem Gebiet, wäre ein guter Ort gewesen, um dieses Thema anzusprechen und reich zu bebildern? Man findet hierzu aber nichts. Von Zeit zu Zeit findet sich bei den Abbildungen der Seltenheiten auch ein Exemplar, das angabegemäß zusätzlich auch noch einen Plattenfehler aufweist, doch häufig ohne diesen zu benennen („Posthorntrichter links gebrochen“ usw.) oder mit Pfeilen kenntlich zu machen.
Weitere, über den Michel hinausgehende Ausführungen, etwa zu bisher nicht berücksichtigten Plattenfehlern oder umgekehrt zur Frage, ob jeder Plattenfehler auch wirklich katalogwürdig ist, sucht man gleichfalls vergeblich. Wirklich sehr schön und nützlich für die Spezialsammler wäre auch die Beleuchtung der Frage gewesen, ob alle Plattenfehler auch bei allen Typen vorkommen und ob dies zu einer unterschiedlichen Bewertung führt.
4. Weitere Aspekte
So weit zu den drei genannten Themen, die mich als Sammler besonders interessiert hätten, weil sie einen deutlichen Mehrwert gegenüber dem Michel-Spezialkatalog bedeutet hätten.
Ohnehin darf man sich vom Versprechen eines „Katalogs“ nicht zu viel erwarten. Es werden v.a. Seltenheiten bewertet, und zwar nur solche, die dem Autor abbildenswert erschienen – die Basismarken und Plattenfehler bleiben unbewertet. Wer zudem beispielsweise wissen möchte, welchen der „Katalogwert“ die Mi-Nr. 94AY b yy hat, erfährt dies für einen postfrischen Viererblock, ansonsten (Einzelmarken, gestempelte Werte, Belege) nicht – und diese Willkür ist keine Ausnahme, sondern der Regelfall. Eine kritische Auseinandersetzung mit der Frage, ob die gegenwärtigen (Michel-)Katalogpreise überhaupt angemessen sind, unterbleibt komplett.
Womit das Werk glänzt, ist die Vielzahl der Abbildungen großer Seltenheiten. Beispielsweise wird Block 1 in allein 58 Varianten abgebildet. Die seitenweisen Abbildungen thematisch ähnlicher Stücke sind für mein Empfinden allerdings viel zu viel des Guten – so werden allein auf 17 Seiten 33 verschiedene „Wertzeichenverschiebungen“ bei Block 2 abgebildet. Auch bei den Zähnungsabarten hört der Reigen nicht auf. Dies sind ja alles Abarten, die man sich auch sehr gut ohne Abbildungen vorstellen kann bzw. bei denen es genug Bildmaterial bei philasearch gibt (dort dann auch in Vergrößerung, mit den Rückseiten und Attesten). Ohnehin ermüdet der Bilderreigen rein kognitiv schnell, denn es werden die Unterschiede z.B. bei den Papieren und Wasserzeichen nicht hervorgehoben, so dass man optisch „immer dasselbe“ gezeigt bekommt.
Der Käufer muss den Bilderreigen mitbezahlen und hätte sich vom Schwerpunkt doch wohl eher eine vergleichbare Fülle an Informationen oder an Bildmaterial zu den o.g. diffizileren Themen gewünscht – hier wäre für den Leser ein definitiver Mehrwert zu erzielen gewesen. Bei all den abgebildeten Seltenheiten erfährt man auch gar nichts darüber, wie selten die Stücke eigentlich sind. So wäre beispielsweise interessant gewesen, wie viele der jeweiligen Block-Abarten dem Autor jeweils bekannt sind.
Schließlich, finde ich, darf das Folgende nicht unerwähnt bleiben: bei einem Handbuch würde ich mir eine umfangreiche Bibliographie erwarten. Diese gibt es leider nicht. Auch eine Auseinandersetzung mit der Entstehungsgeschichte der Marken (Wieso wurden die Marken überhaupt ausgegeben? Wer war verantwortlich? Wer hat Entwürfe erstellt und wie sehen diese aus? Welchen Hintergrund hat die Motivauswahl? Etc. Etc.), oder eine Darstellung der Philatelie-, Forschungs- und Prüfungsgeschichte sowie Hinweise auf kontroverse oder ungelöste Fragen wäre nicht schlecht gewesen. Beispiel: ist es eigentlich angemessen, dieser Fülle an Abarten so viel Geld und Aufmerksamkeit zuzuwenden oder handelt es sich nicht in vielen Fällen um Makulatur/Mache, wie sie in anderen Gebieten schlicht und einfach aussortiert wird? Gerade bei den Blocks erscheinen mir diese Fragen nicht abwegig. Doch das ist vielleicht zu sehr geträumt, da es auch am einfachen Ende hapert: selbst ein alphabetisches Register fehlt.
Positiv hervorheben könnte man den letzten Teil „Belege und Portostufen“, der einen kleinen Mehrwert gegenüber den Angaben im Michel darstellt, wenngleich auch hier keine Systematik zu erkennen ist, sondern letztlich einfach schöne Belege mit Preisen vorgestellt werden.
In Summe ist insbesondere die Bezeichnung „Handbuch“ aus meiner Sicht unglücklich gewählt, weil sie nahezu zwangsläufig eine zu hohe Erwartungshaltung und damit Enttäuschungen provoziert. Vielleicht wäre die Veröffentlichung beispielsweise im Rahmen der „Edition d’Or“ oder unter einem unverbindlicheren Titel wie „Mein Thüringen – Bilderreise durch ein Sammelgebiet“ treffender gewesen.
Vielleicht ist meine Analyse zu kritisch, und es steht mir auch nicht zu, einen so erfahrenen Philatelisten zu kritisieren. Fairness gebührt allerdings auch den Sammlern und Käufern: für sie wäre es wünschenswert gewesen, wenn das Buch mehr auf ihre Bedürfnisse eingegangen wäre (vielleicht in der zweiten Auflage?). Wie man hört, arbeitet Herr Ströh bereits an einem Handbuch zu weiteren OPD-Ausgaben. Ich als Sammler würde mir wünschen, dass das neue Handbuch mehr auf die Bedürfnisse der Sammler, die einen Mehrwert gegenüber dem Michel suchen, eingeht.
Einen schönen Abend
Sammlerfreund Christian
Am: 05.07.2026 10:04:48
Gelesen: 3120
# 16
@ Sammlerfreund Christian [#1]
Walter Trösch, Mario Kolbe, Christoph Schäfer: Plattenfehler der Urmarken und Aufdruckfehler der Mi-Nr. 98-276 (Band 1, 2024) bzw. Mi-Nr. 277-337 (Band 2, 2025)
Heute einmal eine eher kurze Rezension. Zusammenfassend erscheint mir das Werk empfehlenswert, da es einen echten Mehrwert bietet und zudem keine Erwartungshaltung schürt, die es dann nicht einhält (anders als das zuvor rezensierte Werk).
Das Thema „Plattenfehler“ ist stets mit einem Dilemma verbunden: je eingehender man es beleuchtet, desto größer ist die Gefahr, das Thema durch das Eingehen auf jeden „Fliegendreck“ „totzureiten“. Man kann das Dilemma m.E. nicht auflösen, sondern nur versuchen, einen möglichst guten Mittelweg zu finden. Dies ist den Autoren hier aus meiner Sicht sehr gut gelungen. Es werden sämtliche Plattenfehler abgebildet, die im Michel-Spezial, aber auch im Schantl und in weiteren Publikationen katalogisiert sind, angereichert um einige weitere bisher nicht katalogisierte Plattenfehler. Ich kann keinem der abgebildeten Fehler das „Fliegendreck“-Prädikat verleihen, was das Werk für mich als Sammler sehr interessant und relevant macht.
Wichtig ist für mich nicht nur die Qualität der Abbildungen (durchwegs sehr gut mit vielfacher Vergrößerung). Einen wichtigen Mehrwert stellen für mich die Angaben dar, auf welchen Bögen (z.B. bei welchen Hausauftragsnummern) und auf welchen Feldern die Fehler zu finden sind. Das ist zumindest im Michel nicht durchgängig angegeben. Besonders lobenswert sind die Feldangaben beim bei mehreren Marken auftretenden Aufdruckfehler „Strichleisten mit 20 statt 21 Strichen“ – das ist deshalb ein richtiger Mehrwert, weil der Fehler visuell nicht ohne weiteres ins Auge fällt, man also sonst immer nachzählen müsste, wofür zumindest mir die Motivation oftmals fehlt. Merkwürdigerweise wird dies beim „Schwesterplattenfehler“ „Strichleisten mit 22 statt 21 Strichen“ nicht der Fall – hier wird nur „diverse Fehler, Teilauflage“ angegeben.
Vor diesem Hintergrund haben beide Teilwerke meine Erwartungen voll erfüllt. Ich hoffe, dass es einen weiteren Band auch noch zu den Dienstmarken geben wird. Wenn ich eine Anregung mitgeben darf: Besonders schön wäre eine Differenzierung nach Farben/Typen gewesen bzw. generell eine Analyse, ob ein Plattenfehler bei allen Farben/Typen bekannt ist oder nicht.
Beste Grüße & schönen Sonntag
Sammlerfreund Christian
Am: 05.07.2026 18:01:55
Gelesen: 2993
# 17
Anzeige - Besprechung (Rezension) - Kritik
Die Anzeige eines Buches soll den Käufer über den Inhalt informieren, mehr nicht. Im Buchhandel heißt so etwas „Waschzettel“ und dient der Werbung.
Anders die Besprechung oder Rezension. Hier werden Inhalt, Vorzüge und Kritik von einem Kenner des betroffenen Gebietes dargelegt, sachliche Irrtümer und Fehler, aber auch Vorzüge aufgeführt. Wenn möglich, werden weiterführende Gedanken vorgetragen. Eine Rezension kann auch mit einem Verriss enden.
In geisteswissenschaftlichen Zeitschriften ist ein solcher Besprechungsteil üblich. Berühmt sind die seit 1739 bis heute erscheinenden „Göttinger Gelehrte Anzeigen“, abgekürzt GGA, die ausschließlich sehr umfangreiche Besprechungen drucken.
Bessie/Sentawau
Am: 05.07.2026 18:11:39
Gelesen: 2982
# 18
@ Bessie [#17]
Etwas antiquiert klingend heißen sie genau Göttingische Gelehrte Anzeigen.
Etwas antiquiert klingend heißen sie genau Göttingische Gelehrte Anzeigen.
Am: 11.07.2026 07:30:51
Gelesen: 2728
# 19
@ Sammlerfreund Christian [#16]
Guten Morgen,
könntest Du bitte bei Deinen Einschätzungen immer die Preise benennen? Ebenso wäre es nett, etwas zum Format, wie DIN A4 oder DIN A5, zur Papierqualität, zur Art des Einbandes und die Seitenzahl zu erfahren. Weiterhin könnte auch benannt werden, ob es ein Impressum, ein Inhaltsverzeichnis und/oder ein Schlagwortverzeichnis (Index) gibt. Letzter Punkt, der bei Rezensionen immer interessant ist: Wurden Quellen benannt?
Beste Grüße
KHV
Am: 12.07.2026 19:14:01
Gelesen: 2547
# 20
@ KHV [#19]
Lieber KHV,
die gesuchten Angaben sind zumeist in meinen (zugegebenermaßen teils langen) Rezensionen enthalten, aber ich fasse Sie gern noch einmal zusammen.
1. Jürgen Herbst: Handbuch der sächsischen Francomarken sowie deren Entwertungen (2022):
Preis 280 Euro (plus Versand), Format Din A5, sehr hochwertiges Papier, das ich laienhaft als satiniertes, matt-glänzendes Papier bezeichnen wurde, hochwertiger Festeinband. Seitenzahl 1097. Auch ein Inhaltsverzeichnis gibt es, allerdings werden nicht alle Gliederungebenen aufgeführt. Es gibt zahlreiche Quellen, sowohl offizielle Quellen als auch Verweise auf die Literatur, inkl. Literaturverzeichnis am Ende.
2. Bodo Ströh: Handbuch und Katalog – Postwertzeichen der SBZ Thüringen 1945-1946 (2023)
Preis 89,90 Euro (plus Versand), Format Din A4, (zu) stark glänzendes Papier, Festeinband. Seitenzahl 303. Inhaltsverzeichnis vorhanden. Quellenangaben fehlen völlig (abgesehen von einem zitierten historischen Abriss Herrn Seiferts gleich zu Beginn), dementsprechend auch kein Literaturverzeichnis.
3. Walter Trösch, Mario Kolbe, Christoph Schäfer: Plattenfehler der Urmarken und Aufdruckfehler der Mi-Nr. 98-276 (Band 1, 2024) bzw. Mi-Nr. 277-337 (Band 2, 2025)
Preis 49 Euro je Band (plus Versand), Format Din A5, recht stark glänzendes Papier, Festeinband. Seitenzahl 576 bzw. 596, Inhalts- und Literaturverzeichnis vorhanden, diese aber eigentlich egal, denn es handelt sich konzeptionell nicht um "Handbücher", sondern um eine der Michel-Chronologie folgende Abbildungssammlung der Plattenfehler.
Viele Grüße
Christian
Lieber KHV,
die gesuchten Angaben sind zumeist in meinen (zugegebenermaßen teils langen) Rezensionen enthalten, aber ich fasse Sie gern noch einmal zusammen.
1. Jürgen Herbst: Handbuch der sächsischen Francomarken sowie deren Entwertungen (2022):
Preis 280 Euro (plus Versand), Format Din A5, sehr hochwertiges Papier, das ich laienhaft als satiniertes, matt-glänzendes Papier bezeichnen wurde, hochwertiger Festeinband. Seitenzahl 1097. Auch ein Inhaltsverzeichnis gibt es, allerdings werden nicht alle Gliederungebenen aufgeführt. Es gibt zahlreiche Quellen, sowohl offizielle Quellen als auch Verweise auf die Literatur, inkl. Literaturverzeichnis am Ende.
2. Bodo Ströh: Handbuch und Katalog – Postwertzeichen der SBZ Thüringen 1945-1946 (2023)
Preis 89,90 Euro (plus Versand), Format Din A4, (zu) stark glänzendes Papier, Festeinband. Seitenzahl 303. Inhaltsverzeichnis vorhanden. Quellenangaben fehlen völlig (abgesehen von einem zitierten historischen Abriss Herrn Seiferts gleich zu Beginn), dementsprechend auch kein Literaturverzeichnis.
3. Walter Trösch, Mario Kolbe, Christoph Schäfer: Plattenfehler der Urmarken und Aufdruckfehler der Mi-Nr. 98-276 (Band 1, 2024) bzw. Mi-Nr. 277-337 (Band 2, 2025)
Preis 49 Euro je Band (plus Versand), Format Din A5, recht stark glänzendes Papier, Festeinband. Seitenzahl 576 bzw. 596, Inhalts- und Literaturverzeichnis vorhanden, diese aber eigentlich egal, denn es handelt sich konzeptionell nicht um "Handbücher", sondern um eine der Michel-Chronologie folgende Abbildungssammlung der Plattenfehler.
Viele Grüße
Christian
Am: 12.07.2026 19:35:55
Gelesen: 2537
# 21
@ Sammlerfreund Christian [#1]
Dieter Wolf: Spezial-Katalog Druckvermerke vom Fünfjahrplan Ausgaben I – VIII (2018)
Die Rezension zu diesem schon etwas älteren Werk lässt sich recht kurz halten, weil der Inhalt sich weitestgehend auf Abbildungen beschränkt.
Das Werk, das sich als „Spezial-Katalog“ bezeichnet, hat meine Erwartungen seinerzeit leider nicht erfüllt, und zwar aus verschiedenen Gründen:
1. Das entscheidende Merkmal eines „Katalogs“ sind aus meiner Sicht Preisangaben bzw. Bewertungen. Diese sucht man allerdings vergeblich. Es gibt auch keine Alternativen (wie etwa Punkte), noch nicht einmal Angaben zu Häufigkeitsrelationen.
2. Genau genommen gibt es auch sonst keine Angaben, sondern nur Abbildungen. Ich hätte Ausführungen beispielsweise zur Frage, warum es überhaupt Druckvermerke gibt, welche Funktion diese haben und warum sie in verschiedenen Stellungen vorkommen, sehr begrüßt.
Es gibt drei Gründe, warum ich mir erlaube, dieses ältere und offensichtlich nicht mehr verfügbare Werk zu beschreiben:
A: Über die Internetseite „DDR-Spezial“ sind zahlreiche weitere Werke des Autors erhältlich, die auch allesamt als „Spezial-Katalog“ bezeichnet werden. Wer mit dem Gedanken spielt, ein solches zu erwerben, sollte sich m.E. vorher ein paar Ansichtsseiten zeigen lassen oder sich sonst über den Inhalt informieren, um Enttäuschungen zu vermeiden.
B: Generell ist das Buch ein Paradebeispiel dafür, warum es sich für Autoren nicht lohnt, zu "bombastische" Bezeichnungen für ihre Werke zu wählen. Natürlich schmeichelt es einem selbst, wenn man einen „Spezialkatalog“ oder ein „Handbuch“ anstelle einer „Abbildungssammlung“ zu seinen Veröffentlichungen zählen darf. Mit Blick auf die Sammler (die ja die Käufer sind) kann man eine besondere Kundenzufriedenheit damit allerdings nicht erzielen. Ich würde daher allen Autoren empfehlen, stets eine passende Bezeichnung für ihre Werke zu wählen.
C: Das Werk ist ein Paradebeispiel für irreführende Rezensionen in der philatelie. Ich habe mir das Werk eigentlich nur zugelegt, weil es seinerzeit in der philatelie geradezu euphorisch besprochen wurde. Umso größer fiel dann die Enttäuschung aus, als ich das Werk in den Händen hielt. Scheinbar fehlt den Rezensenten, die sich – wahrscheinlich in bester Absicht – jegliche kritische Bemerkung verkneifen, manchmal die Vorausschau, dass mit diesem Vorgehen zugleich auch die Enttäuschungen bei den Käufern vorprogrammiert sind. Ich finde, Fairness gebührt nicht nur den Autoren, sondern auch den Käufern/Sammlern.
Den Preis konnte ich nicht mehr herausfinden, ich fand es damals definitiv zu teuer. Format Din A5, Ringbindung (Metall), ohne Festeinband, normales Druckerpapier. Das Werk wurde offensichtlich in Heimarbeit hergestellt. Seitenzahl 181. Ein Inhaltsverzeichnis ist vorhanden, Quellenangaben jedoch nicht.
Viele Grüße und einen schönen Abend
Christian
Am: 13.07.2026 07:51:43
Gelesen: 2420
# 22
@ Sammlerfreund Christian [#20]
Das Handbuch der sächsischen Francomarken hat kein DIN A5-Format, sondern das Format 165x240 mm. DIN A5 hat 148x210 mm.
Beste Grüße
Altsax
Am: 13.07.2026 11:36:46
Gelesen: 2336
# 23
@ Sammlerfreund Christian [#20]
Ich bedanke mich bei Dir für das Zusammenfassen. Denn es schon wichtig, wie das Drumherum eines "Buches" so aussieht. Manches zeigt die Sorgfalt des Autors, manches die Geldmittel. Also 120-g-Papier, Fadenheftung, Klebebindung, Rückstichbroschur, oft mit Einblendungen einer Werbung gesponsert.
Ich hatte z. B. mit Walter Trötsch Kontakt, als wir unser Wissen über die Staatsdruckerei Berlin geteilt haben. Habe hier die Inflahefte 73 und 75. Beide mit einer Teilübernahme der Druckkosten durch eine Stiftung. Es ist dort alles dabei: Impressum, mit ISBN-Nr., Inhaltsverzeichnis, Geleit- und Vorwort und ein Literaturverzeichnis. Es ist gut gemacht.
Beste Grüße
KHV
Ich bedanke mich bei Dir für das Zusammenfassen. Denn es schon wichtig, wie das Drumherum eines "Buches" so aussieht. Manches zeigt die Sorgfalt des Autors, manches die Geldmittel. Also 120-g-Papier, Fadenheftung, Klebebindung, Rückstichbroschur, oft mit Einblendungen einer Werbung gesponsert.
Ich hatte z. B. mit Walter Trötsch Kontakt, als wir unser Wissen über die Staatsdruckerei Berlin geteilt haben. Habe hier die Inflahefte 73 und 75. Beide mit einer Teilübernahme der Druckkosten durch eine Stiftung. Es ist dort alles dabei: Impressum, mit ISBN-Nr., Inhaltsverzeichnis, Geleit- und Vorwort und ein Literaturverzeichnis. Es ist gut gemacht.
Beste Grüße
KHV
Am: 18.07.2026 22:31:11
Gelesen: 2093
# 24
@ Sammlerfreund Christian [#1]
Liebe Sammlerfreunde,
bitte erlaubt eine kleine Vorschau auf weitere Rezensionen, die in Vorbereitung sind:
Wehner, Winkler, Reese, Schmidt, Kraft; AM Post 1945/1946, Marken, Besonderheiten, Verwendungen – Handbuch und Katalog (2022)
Rummel, Bautenserie 1948 - Spezialkatalog (2026)
Claussen, Filbrandt, Weinbuch; Not- und Behelfsentwertungen im Deutschen Reich 1919-1923 (2023)
Zudem erlaube ich mir den folgenden Gedanken zu äußern: ich hoffe und glaube, dass meine Rezensionen für Kaufinteressenten und Autoren idealerweise hilfreich sind, auch wenn die Rückmeldungen auf meine bisherigen Rezensionen bisher eher spärlich sind. Daher werde ich nach Lust und Laune weitere Rezensionen schreiben, das Internet bietet ja genug Platz für alle. Allerdings ist mir bewusst geworden, dass Rezensionen bereits veröffentlichter Bücher gewissermaßen nur die zweitbeste Lösung sind. Besser noch wäre es, Bücher im Entwurfsstadium zu rezensieren, also wenn man noch etwas ändern kann. Daher möchte die das folgende Angebot machen: wer ein philatelistisches Werk vorbereitet und Interesse an einer möglichst offenen und unvoreingenommenen Kommentierung hat (und glaubt, dass ich diese erbringen kann...), der darf sich gern bei mir melden.
Beste Grüße und einen schönen Abend
Christian
Am: 18.07.2026 23:16:38
Gelesen: 2064
# 25
@ Sammlerfreund Christian [#24]
Hallo Christian,
der Gedanke, in der Entstehung befindliche Werke bereits zu prüfen und zu kommentieren, hat zwar definitiv etwas für sich, widerspricht aber der sprachlichen und literarischen Logik und Definition des Begriffs "Rezension".
Denn eine Rezension beurteilt generell ein veröffentlichtes Werk, und nicht ein im Entstehungsprozess befindliches Werk.
In einem solchen Fall spräche man von "aktiver Mitwirkung" oder "Lektorat" und nicht von Rezension. D.h. was Du anbietest, ist eine externe Beurteilung eines zur Veröffentlichung beabsichtigten Werkes, bevor dieses gedruckt wird, also ein "Lektorat", in dem auf eventuelle fehlerhafte Aussagen hingewiesen wird und ggf. diese noch korrigiert werden können, bei dem Formulierung, Rechtschreibung, Grammatik und Syntax korrigiert werden - nicht aber eine "Rezension", selbst wenn auf ausschließlich inhaltliche Fehler hingewiesen wird.
Gewisse Begriffe der deutschen Sprache sollten bei Verwendung einer sorgfältigen Prüfung unterworfen werden um fehlerhafte Aussagen zu vermeiden ... :-)
Best
Vernian
Hallo Christian,
der Gedanke, in der Entstehung befindliche Werke bereits zu prüfen und zu kommentieren, hat zwar definitiv etwas für sich, widerspricht aber der sprachlichen und literarischen Logik und Definition des Begriffs "Rezension".
Denn eine Rezension beurteilt generell ein veröffentlichtes Werk, und nicht ein im Entstehungsprozess befindliches Werk.
In einem solchen Fall spräche man von "aktiver Mitwirkung" oder "Lektorat" und nicht von Rezension. D.h. was Du anbietest, ist eine externe Beurteilung eines zur Veröffentlichung beabsichtigten Werkes, bevor dieses gedruckt wird, also ein "Lektorat", in dem auf eventuelle fehlerhafte Aussagen hingewiesen wird und ggf. diese noch korrigiert werden können, bei dem Formulierung, Rechtschreibung, Grammatik und Syntax korrigiert werden - nicht aber eine "Rezension", selbst wenn auf ausschließlich inhaltliche Fehler hingewiesen wird.
Gewisse Begriffe der deutschen Sprache sollten bei Verwendung einer sorgfältigen Prüfung unterworfen werden um fehlerhafte Aussagen zu vermeiden ... :-)
Best
Vernian
Am: 18.07.2026 23:29:28
Gelesen: 2058
# 26
@ Vernian [#25]
Gewisse Begriffe der deutschen Sprache sollten bei Verwendung einer sorgfältigen Prüfung unterworfen werden um fehlerhafte Aussagen zu vermeiden ... :-)
Lieber Vernian: auch Lesen ist eine Kunst. Dir wird beim nochmaligen Blick auf mein konkretes Angebot vielleicht auffallen, dass ich von Kommentierung spreche. ;-)
Im Übrigen warte ich auf den Tag, an dem sich die Leser hier sich nicht am konkreten Wort "Rezension" aufhängen, sondern sich auch inhaltlich zu den besprochenen Werken äußern. Denn darum soll es eigentlich gehen. Wie wäre es, wenn Du vielleicht den Anfang machst?
Ich habe in meinem nichtphilatelistischen Leben einige Rezensionen verfasst und wurde auch schon mehrfach rezensiert. Auch da ging es stets um Inhalte und nicht um - pardon - die goldene Ananas.
Viele Grüße und nichts für ungut.
Christian
Gewisse Begriffe der deutschen Sprache sollten bei Verwendung einer sorgfältigen Prüfung unterworfen werden um fehlerhafte Aussagen zu vermeiden ... :-)
Lieber Vernian: auch Lesen ist eine Kunst. Dir wird beim nochmaligen Blick auf mein konkretes Angebot vielleicht auffallen, dass ich von Kommentierung spreche. ;-)
Im Übrigen warte ich auf den Tag, an dem sich die Leser hier sich nicht am konkreten Wort "Rezension" aufhängen, sondern sich auch inhaltlich zu den besprochenen Werken äußern. Denn darum soll es eigentlich gehen. Wie wäre es, wenn Du vielleicht den Anfang machst?
Ich habe in meinem nichtphilatelistischen Leben einige Rezensionen verfasst und wurde auch schon mehrfach rezensiert. Auch da ging es stets um Inhalte und nicht um - pardon - die goldene Ananas.
Viele Grüße und nichts für ungut.
Christian
Am: 19.07.2026 00:05:05
Gelesen: 2044
# 27
@ Sammlerfreund Christian [#26]
Lieber Vernian: auch Lesen ist eine Kunst. Dir wird beim nochmaligen Blick auf mein konkretes Angebot vielleicht auffallen, dass ich von Kommentierung spreche. ;-)
Dem wiederspreche ich so nicht, denn es ist soweit richtig, was Deinen letzten Satz betrifft: "Daher möchte die das folgende Angebot machen: wer ein philatelistisches Werk vorbereitet und Interesse an einer möglichst offenen und unvoreingenommenen Kommentierung hat (und glaubt, dass ich diese erbringen kann...), der darf sich gern bei mir melden."
Nun aber, im vorangehenden Satz hattest Du formuliert: "Besser noch wäre es, Bücher im Entwurfsstadium zu rezensieren, also wenn man noch etwas ändern kann. "
Und darauf bezog sich meine Anmerkung. Ich denke also schon, das ich lesen kann und wiederspreche damit der ausgesprochenen Unterstellung.
Da ich die von Dir angesprochenen Werke nicht kenne, und sie auch nicht meinem Sammel- oder Interessenbereichen entsprechen, werde ich mich hüten, einen Kommentar dazu abzugeben. Das mögen diejenigen tun, die sich ein Urteil dazu erlauben können. Ich halte nichts davon, mein Urteil zu Dingen abzugeben, die ich nicht beurteilen kann. Wenn mir allerdings fehlerhafte Aussagen auffallen, dann gebe ich gerne mal meinen Senf dazu ab, wie Du bemerkt hast.
Aber Du hast Recht, derartige Wortgefechte sind hier eigentlich fehl am Platz. Ich wollte auch nur auf die mißglückte Verwendung des Begriffes hinweisen und keine endlose Diskussion lostreten. Also bitte weiter machen mit deinen Rezensionen und Schwamm hier drüber.
Best
Vernian
Am: 19.07.2026 10:20:46
Gelesen: 1973
# 28
@ Sammlerfreund Christian [#24]
Da ich auch das Handbuch von "Wehner, Winkler, Reese, Schmidt, Kraft; AM Post 1945/1946, Marken, Besonderheiten, Verwendungen – Handbuch und Katalog (2022)" in meinem Buchbestand habe, aber auch das Vorgängerbuch von Hettler, bin ich auf diese Rezension sehr gespannt.
Bis dahin
KHV
Am: 19.07.2026 11:38:30
Gelesen: 1927
# 29
@ KHV [#28]
Vielen Dank, KHV - dann werde ich mich auf Deine Meinung zum Werk und zu meiner Rezension sehr freuen.
Diese Rezension wird übrigens umfangreich ausfallen, da es m.E. zum Werk viel zu sagen gibt und ein detaillierter Blick instruktiv sein wird. Daher muss ich auch noch ein paar Nächte darüber schlafen. Die Rezensionen zu den anderen beiden Werken werden dann wieder merklich kürzer ausfallen.
Herzliche Grüße
Christian
Am: 21.07.2026 22:19:51
Gelesen: 1680
# 30
@ Gauss [#18]
Das ist eine sehr wichtige Korrektur! Danke!
Am: 26.07.2026 12:38:29
Gelesen: 1498
# 31
@ Sammlerfreund Christian [#1]
Andreas Wehner, Karl-Rudolf Winkler, Kevin Reese, Wilhelm Schmidt, Klaus-Dieter Kraft; AM Post 1945/1946, Marken, Besonderheiten, Verwendungen – Handbuch und Katalog (2022)
Nach zwei aus meiner Sicht klar positiven und zwei klar negativen Fällen philatelistischer Literatur möchte ich heute einen ambivalenten Fall besprechen, wenngleich das Fazit überwiegend positiv ausfallen wird. Um das Werk vor diesem Hintergrund adäquat beurteilen zu können, fällt diese Rezension wieder etwas länger aus. Ich bitte um Verständnis und kann jetzt schon in Aussicht stellen, dass die nächsten zwei Rezensionen deutlich kürzer ausfallen werden.
Maßstab ist auch bei diesem Werk, welchen Mehrwert das Werk dem interessierten Sammler im Vergleich zum Michel-Spezial bietet. Wer sich die AM Post-Katalogisierung im Michel-Spezial ansieht, „stolpert“ geradezu über einige Fragen, bei denen der Michel nicht weiterhilft und bei denen man sich von einem Handbuch konsequenterweise Aufklärung erhofft. Diese Themen sind:
- Die verschiedenen Papiersorten v.a. beim amerikanischen und englischen Druck, aber auch beim deutschen Druck, u.a. bei Mi-Nr. 20 (das berühmte „Etikettenpapier“) sowie das dünne und dicke Alfelder Papier.
- Die verschiedenen Farben v.a. beim deutschen Druck, aber auch bei der Mi-Nr. 15.
- Beim deutschen Druck springt einen die Gefahr falscher Abstempelungen geradezu an – hier würde man sich dringend Informationen erhoffen.
- Ein berühmt-berüchtigtes Thema: die vielen Plattenfehler, von denen leider nur ein Bruchteil im Michel abgebildet ist.
- Höchst mysteriös erscheint dem Michel-Leser auch das Thema Probedrucke beim deutschen Druck, die nicht nur zahlreich, sondern anhand der Katalogbeschreibungen nicht zuverlässig zu unterscheiden sind.
Ob das Werk des Autorenkollektivs einen Mehrwert in diesen und anderen Fragen bringt und wo ich mir ggfs. mehr erhofft hätte, möchte ich im Folgenden beschreiben. Generell möchte ich aber positiv hervorheben, dass das Werk eine wirkliche 360 Grad-Betrachtung vornimmt: alle Themen, die der Michel auch nur andeutet, werden abgehandelt, es gibt eine lesenswerte Einführung, die das Zustandekommen dieser Marken erläutert und in den historischen Kontext setzt. Es werden auch Heftchen, Ganzsachen, Lochungen und Lokalausgaben thematisiert.
Besonders spannend schließlich das Thema Verwendungen und Postdienste, das eine Tiefe und Komplexität aufweist, die der Michel nicht erahnen lässt. Selbst wenn man andere Sammlungsschwerpunkte hat (wie ich), liest man diese Teile mit großem Interesse und Gewinn. Dazu trägt auch die Fähigkeit der Autoren bei, sich präzise und anschaulich auszudrücken – leider keine Selbstverständlichkeit in der philatelistischen Literatur.
Wenn also das Buch hinsichtlich der Themenbreite wirklich nichts zu wünschen übrig lässt, mangelt es aus meiner Sicht bei den „Basisthemen“, also den im Michel-Spezial angelegten Aspekten doch leider oftmals an Tiefe.
Konkret:
1. Papiersorten
Dieses Thema, das wohl für die meisten Sammler eine besonders schwierige Herausforderung darstellt, wird leider nur sehr stiefmütterlich behandelt. Beim amerikanischen Druck beschränkt sich das Werk auf die Angaben, die auch der Michel macht. Beim englischen Druck gibt es immerhin den kurzen Hinweis auf die unterschiedliche „Einrollneigung“ der beiden Papiere. Sonderlich geholfen ist einem damit nicht. Hier hätte man auch schon im Jahre 2022 sehr viel Mehrwert schaffen können, etwa durch Abbildungen der Papiere in Vergrößerung, im Schräglicht, im Durchlicht und unter UV-Licht. Ich finde es sehr bedauerlich, dass dies versäumt wurde.
Beim deutschen Druck steht die Mi-Nr. 20 auf dem sogenannten „Etikettenpapier“ im Fokus der Aufmerksamkeit. Dankenswerterweise wird erläutert, wie es überhaupt zu diesem besonderen Fall kam. Allerdings wäre auch hier durch Abbildungen ein echter Mehrwert zu erzielen gewesen. Eine Frage, die den Sammler besonders umtreibt, ist, ob es hier eigentlich ernsthaft um das Papier als ausschlaggebendes Kriterium handelt oder es nicht vielmehr um die Farbe unter UV-Licht geht. Mir liegen diverse Marken auf Etikettenpapier vor und nach meinem Eindruck kann man sie mit etwas Übung sehr gut vom normalen Alfelder Papier (bzw. eigentlich von der „normalen“ Farbe) abgrenzen. Die Schwierigkeit ist eher die Unterscheidung zwischen den beiden Varianten „xa“ (unter UV angeblich dunkelbraun) und „x“ (unter UV angeblich „braun“). In meiner Sammlung befinden sich mehrere geprüfte Stücke beider Varianten, davon in beiden Varianten sowohl „hellbraune“ als auch „dunkelbraune“ Stücke, so dass ich als „Normalsammler“ das Prüfurteil nicht selbst nachvollziehen kann. Da es sich bei dieser Marke um eines der Aushängestücke des Sammelgebiets handelt, werden weitergehende Hinweise und Abbildungen zur Unterscheidung besonders schmerzlich vermisst.
Schließlich erfährt man auch zu den katalogisierten Varianten des Alfelder Papiers recht wenig. Interessant gewesen wäre es zu erfahren, warum überhaupt diese Differenzierung vorgenommen wird und ob die Grenzen der Papierdicke einen technisch begründbaren Sinn haben oder willkürlich festgelegt wurden (und warum und durch wen).
Wer sich in der Hauptsache einen Mehrwert bzw. Hilfestellung bei diesem Thema erhofft, hingegen an den anderen Themen kein sonderliches Interesse hat, dem kann ich das Werk daher leider nicht empfehlen.
2. Farben
Auch dieses Thema wird leider nur stiefmütterlich behandelt. Besondere Problemfelder sind hier aus meiner Sicht die Mi-Nr. 7 (warum eigentlich diese merkwürdige Katalogisierung?), Mi-Nr. 15 (selbst mit Vergleichsmaterial kaum zu unterscheiden, wenn man nicht weiß, auf welche Merkmale man überhaupt achten muss) und Mi-Nr. 30. Die gesuchte Farbe Mi-Nr. 30d liegt mir in mehreren Exemplaren vor, die alle sehr unterschiedlich aussehen – während andere Stücke dieser Ausgabe den geprüften werden sehr ähneln – aber als a/b/c geprüft sind.
Auch hier wurde es verpasst, die technischen Möglichkeiten unserer Zeit zum Nutzen der Sammler einzusetzen, was ich sehr bedauerlich finde. Generell wären aussagekräftige Abbildungen aller Farben, d.h. inklusive Farbreihen mit Grenzfällen schön gewesen. Auch die „Fehlfarben“ werden leider nicht abgebildet.
Auch insoweit gilt daher das vorstehende Resümee: nur hierfür lohnt die Anschaffung nicht, da der Mehrwert gegenüber dem Michel-Spezial nicht gegeben ist.
3. Abstempelungen
Ein großes Thema sind die falschen Abstempelungen, insbesondere bei den beiden Höchstwerten Mi-Nr. 34 und 35. Um es kurz zu machen: hierzu schweigt sich das Werk nahezu komplett aus. Es wird lediglich beim Kapitel zu den Ganzfälschungen auf den „total gefälschten“ Entwertungsstempel „Hamburg 2e“ hingewiesen.
Ein wirklicher Mehrwert wäre es gewesen, eine Liste der falschen/missbräuchlich verwendeten Stempel einzufügen. Noch schöner wäre gar eine Liste besonders seltener oder gesuchter Stempel gewesen. Immerhin – das muss man wirklich loben – werden auf 16 Seiten die verschiedenen Stempeltypen in Wort und Bild abgehandelt.
4. Plattenfehler
Bekannt ist, dass der Michel viele Plattenfehler listet (für viele Sammler zu viele Plattenfehler). Bekannt ist auch, dass es noch viel mehr Plattenfehler und Feldmerkmale gibt – der Michel weist hierauf hin und die Arbeitsgemeinschaft bietet ausgiebige Abhandlungen für viele Ausgaben an. Ich hätte vor diesem Hintergrund nicht die Erwartung gehabt, dass ein Handbuch hier „noch tiefer“ einsteigt, denn dies hätte den Rahmen des Handbuchs sicherlich gesprengt. Allerdings wäre es sehr schön gewesen, wenn wenigstens alle im Michel katalogisierten Plattenfehler abgebildet worden wären. Das ist beim amerikanischen und englischen Druck dankenswerterweise geschehen, beim deutschen Druck hingegen werden nur ausgewählte Fehler abgebildet. Hier wäre ohne großen Mehraufwand und Platzverbrauch ein echter Nutzen für den Sammler zu erzielen gewesen, auch weil ja nahezu jede Marke Verstümmelungen aufweist und es eben darum geht, die Verwechslungsgefahr zu solchen Druckzufälligkeiten zu bannen.
In diesem Zusammenhang erlaube ich mir auch einen Hinweis für die Bogensammler: wer den Michel-Spezial aufmerksam studiert, wird erkennen, dass sich die Plattenfehler verschiedenen Bogentypen zuordnen lassen. So gibt es bei der Mi-Nr. 17 offensichtlich mindestens 36 Bogentypen. Wer den Versuch unternehmen möchte, verschiedene Bogentypen zusammenzutragen, der wird mit dem Handbuch leider keine nennenswerte Zusatzhilfe erhalten, denn die katalogisierten Plattenfehler decken leider nicht alle Bogentypen ab. Hier wäre es schön gewesen, wenn die Autoren zu jeden Bogentyp wenigstens ein paar kennzeichnende Merkmale vorgestellt hätten. Auch Hinweise, in welchen Zähnungen/Farben die jeweiligen Bogentypen bekannt sind, fehlen.
Schließlich wäre es das „Tüpfelchen auf dem i“ gewesen, wenn die Autoren darauf eingegangen wären, ob die Plattenfehler jeweils bei allen Zähnungen und Farben vorkommen. Es gibt nun einmal viele Sammler, die einen bestimmten Plattenfehler auf einer Marke gern in A-Zähnung und in B-Zähnung in ihre Sammlung aufnehmen. Hier fehlt es an jeglichen Informationen (von Bewertungen ganz zu schweigen).
Zusammenfassend gibt es bei diesem Thema also schon einen Mehrwert gegenüber dem Michel-Spezial (durch die verschiedenen Abbildungen), allerdings hätte ich auch hier noch deutlich Luft nach oben gesehen.
5. Probedrucke
Alle vier Gruppen von Probedrucken beim deutschen Druck werden durch Wort und Bild eingehend vorgestellt. Hier ist ein echter Mehrwert festzuhalten. Auch hier wäre für den Sammler durch aussagekräftigere Abbildungen (etwa vergrößerte Abbildungen der Papiermerkmale oder UV-Bilder) noch deutlich mehr Nutzen zu erzielen gewesen.
6. Weiteres
Bei dem vorgenannten Thema habe ich die Punkte in den Vordergrund gestellt, bei denen es aus meiner Sicht noch Verbesserungspotenzial gegeben hätte. Ich möchte allerdings betonen, dass sich der Kauf für mich trotzdem gelohnt hat, weil es eben noch sehr viele weitere Themen abdeckt. Ich würde das Buch daher als „tour d‘horizon“ durchaus empfehlen, auch wenn es bei den vorgenannten Brot- und Butterthemen zu wünschen übrig lässt. Besonders ausführlich gelingt die Darstellung zu Verwendungen und Postdiensten, die mehr als die Hälfte des Buches einnimmt. Viele spannende Dinge habe ich hier gelernt, z.B. dass AM-Post-Merken für wenige Wochen auch in Teilen der SBZ genutzt wurden. Das Buch beschreibt diesen Umstand in angemessener Tiefe und „garniert“ ihn gar mit einer detaillierten preislichen Bewertung. Diese Aha-Effekte ereilen den geneigten Leser immer wieder, was sehr schön ist.
7. Technische Informationen
Das Hardcover-Buch hat 380 Seiten, das Format würde ich laienhaft als „etwas größer als Din A5“ beschreiben. Menschen mit Lineal dürfen mich gern korrigieren. Die Qualität des Papiers und der Abbildungen ist durchwegs gut, Plattenfehler werden vergrößert abgebildet, sonst bleiben technische Möglichkeiten unserer Zeit bei den Abbildungen wie gesagt leider ungenutzt. Der Preis beträgt EUR 49 plus Versand. Sehr gut gelungene Inhalts- und Stichwortverzeichnisse sind vorhanden. Besonders lobenswert: Es gibt sowohl innerhalb eines jeden Kapitels als auch zusammengefasst am Ende weiterführende Literaturhinweise.
8. Zwei abschließende Hinweise genereller Natur
Manch einer wird bei meinen eher kritischen Anmerkungen zu den Punkten 1-5 vielleicht die folgenden Gedanken haben:
- Die Kritik sei nicht gerechtfertigt, denn wollte man all diese Zusatzangaben machen, so würde dies jeden Rahmen sprengen. Das sehe ich nicht so. Ich glaube, dass mit maximal weiteren 100 Seiten ein echter Quantensprung erzielt hätte werden können. Oder bildhaft gesprochen: der Marathonläufer hat 40 km geschafft, ist dann aber stehen geblieben und hat daher das Ziel nicht erreicht. Ohnehin ist es m.E. so, dass ein Handbuch vielleicht nicht alle, aber doch alle wesentlichen Punkte abhandeln sollte – auch wenn es eben viele Zusatzseiten bedeutet hätte. Positivbeispiel ist sicherlich Herr Herbst mit seinem 1100-seitigen Sachsenhandbuch. Wäre das AM Post-Handbuch mit allen genannten Zusatzinformationen am Ende gar doppelt so dick und doppelt so teuer gewesen – ich hätte keine Sekunde gezögert und es gekauft. Vielleicht in der zweiten Auflage?
- Beim leidigen Thema Falschstempel gibt es immer noch sehr viele Autoren, die glauben, das Wissen hierum unbedingt geheim halten zu müssen. Ich kann das im Jahre 2026 einfach nicht mehr gelten lassen. Erstens gibt es mit den Infla-Stempeln ein sehr gutes Beispiel, dass die Veröffentlichung aller falschen und missbräuchlich verwendeten Stempel sehr viel mehr Nutzen als Schaden anrichtet und dadurch Generationen von Sammlern geholfen haben. Zweitens ist es doch sowieso so, dass mittlerweile extrem viele Informationen im Internet vorhanden sind. Daher gibt es hier also kaum noch etwas geheim zu halten, der Nutzen eines Handbuchs bestünde daher eher, die notwendigen Informationen in übersichtlicher Weise zusammenzufassen und den Sammler so vor Schaden zu bewahren. Drittens ist der Gedanke, dass man Fälschern mit solchen Informationen quasi ihr Handwerk erleichtert, aus meiner Sicht völlig fernliegend. Die richtig guten Fälschungen kamen in der Vergangenheit in vielen Gebieten von „Insidern“, also solche Personen, die über Prüfer, Arbeitsgemeinschaften usw. ohnehin Zugang zu den vermeintlich „geheimen“ Informationen haben. Viertens ist die Zeit der Stempelfälschungen im Sinne tatsächlich mechanisch hergestellter Falschstempelgeräte für die meisten Sammelgebiete – auch AM Post – definitiv vorbei. Niemand macht sich für einen schrumpfenden Markt eine solche Mühe, auch nicht für Mi-Nr. 34, 35. Gefährlicher sind mit der fortschreitenden Drucktechnik eher zunehmend überzeugendere aufkopierte Nachahmungen echter Stempel. Insoweit erleichtert eine Auflistung aller bekannten Falschstempel (im historischen Sinne) den Fälschern allerdings das Fälschen nicht. Ich würde mir daher wünschen, dass bei den Handbuchautoren und den sonstigen „Geheimnisträgern“ ein Sinneswandel einsetzt, der dem Jahre 2026 gerecht wird.
Herzliche Grüße und allen einen schönen Sonntag
Christian
Am: 27.07.2026 14:17:10
Gelesen: 1342
# 32
@ Sammlerfreund Christian [#31]
Hallo Christian,
jetzt ist Dein Eindruck zu dem Katalog und Handbuch (2022) veröffentlicht. Ich hatte ja zugesagt, weil ich dieses Buch habe, meine Ansichten zu dem Buch hier zu teilen.
Es begann mit einem Telefonat. Ich hatte gesehen, dass es die Neuauflage gibt, und habe dazu Herrn Wehner angerufen. Ich wollte von ihm wissen, was aus dem Vorgängerbuch: Die AM-Post-Marken in Deutschland 1945/1946, die Verwendungen und zeittypischen Besonderheiten, Autoren: Bockholdt, Hettler, Mücke, Schmidt und Wiegand, 384 Seiten, zahlreiche Abbildungen, 1. Auflage 2000, Hardcover, übernommen wurde und was neu wäre. Es war ein gutes Telefonat mit einem der Autoren. Letztlich habe ich am Ende das Buch bestellt. Er hat dann den Vorgang für mich übernommen, was mir gefallen hat.
Wie kam es zu der Frage? Ich sammle die AM-Post nicht direkt, sondern eben, weil sie zu der Zeit ab 1945 gehört. Aber ich bin ganz gut bei den Plattenfehlern unterwegs. Doch das Vorgängerbuch hat da ein weites Tor für mich aufgetan. Es gibt z. B. Karten, wie zu der Organisation der RPD der britischen und amerikanischen Zone, mit dem Wechsel zur OPD, mit Angaben zu den Postleitzahlen in den Gebieten. Aber auch Polizei- und Firmenlochungen, die Verwendung von AM-Post-Marken an den Verwaltungsgrenzen der Alliierten, ausführliche Erklärungen zur Zensur oder zur Freimachung. Letztere wird nicht nur so beschrieben, sondern es werden auch viele Dinge aus der zeitlichen Entwicklung benannt. Was war zu dieser Zeit ein Normstempel, was ist ein Altstempel der Reichspost, was sollte man zu Bahnpoststempeln oder auch PSt-II-Stempeln wissen? Immer mit weiterführender Literatur. Also etwas, was einem mit der Literatur auch in anderen Sammelgebieten innerhalb des Zeitraumes der Gültigkeit nutzt. Ich denke da auch an die Notmaßnahmen im Einschreibdienst. Das ist in dem Katalog von Hettler erstklassig gemacht. Einziges Manko: kein Farbdruck.
Nun gab es ein Nachfolgerbuch in Farbe. Doch was war mit dem Inhalt? Es ist im Wesentlichen gleich geblieben. Manches wurde gestrafft, gekürzt. Mich stört das nicht, denn ich habe ja das Vorgängerbuch. Aber man ist z. B. beim Index geblieben. Nicht einfach zu machen, Fleißarbeit. Wer also Offenbach oder Ortswerbestempel sucht, findet eben dort die Seitenangaben,
Die farbigen Abbildungen sind durchweg in guter Qualität. Warum schreibe ich das? Es ist aus eigener Erfahrung nicht einfach, alle Belege selbst vorliegen zu haben. Oft bekommt man Dinge übergeben. Vom Scan bis zum Download aus dem Internet. Das reicht meist zur Anschauung. Doch Ansprüche für einen Farbdruck lassen sich damit nicht erfüllen. Hier gebührt den Autoren um Herrn Wehner Respekt, dass sie es so gut lösen konnten. Gleichfalls wurden die eingangs benannten Karten zum Teil farbig umgesetzt.
Kommt jetzt auch Kritik? Will man fragen. Werde ich so nicht machen. Mein Fazit: Es ist im Preis-Leistungs-Verhältnis ein gutes Buch. Es zeigt viel mehr auf, was zum eigentlichen Sammelgebiet gehört. Jeder, der sich mit dem Thema Stempel in der Zeit 1945-1946 beschäftigt, sollte das mal lesen. Gleiches trifft für die Militärzensur und weitere Dinge zu. Man kann da bei 39 Euro nicht viel falsch machen.
Würde es jederzeit wieder kaufen und einen Dank an Christian, dass er das Buch hier vorgestellt hat
KHV
Hallo Christian,
jetzt ist Dein Eindruck zu dem Katalog und Handbuch (2022) veröffentlicht. Ich hatte ja zugesagt, weil ich dieses Buch habe, meine Ansichten zu dem Buch hier zu teilen.
Es begann mit einem Telefonat. Ich hatte gesehen, dass es die Neuauflage gibt, und habe dazu Herrn Wehner angerufen. Ich wollte von ihm wissen, was aus dem Vorgängerbuch: Die AM-Post-Marken in Deutschland 1945/1946, die Verwendungen und zeittypischen Besonderheiten, Autoren: Bockholdt, Hettler, Mücke, Schmidt und Wiegand, 384 Seiten, zahlreiche Abbildungen, 1. Auflage 2000, Hardcover, übernommen wurde und was neu wäre. Es war ein gutes Telefonat mit einem der Autoren. Letztlich habe ich am Ende das Buch bestellt. Er hat dann den Vorgang für mich übernommen, was mir gefallen hat.
Wie kam es zu der Frage? Ich sammle die AM-Post nicht direkt, sondern eben, weil sie zu der Zeit ab 1945 gehört. Aber ich bin ganz gut bei den Plattenfehlern unterwegs. Doch das Vorgängerbuch hat da ein weites Tor für mich aufgetan. Es gibt z. B. Karten, wie zu der Organisation der RPD der britischen und amerikanischen Zone, mit dem Wechsel zur OPD, mit Angaben zu den Postleitzahlen in den Gebieten. Aber auch Polizei- und Firmenlochungen, die Verwendung von AM-Post-Marken an den Verwaltungsgrenzen der Alliierten, ausführliche Erklärungen zur Zensur oder zur Freimachung. Letztere wird nicht nur so beschrieben, sondern es werden auch viele Dinge aus der zeitlichen Entwicklung benannt. Was war zu dieser Zeit ein Normstempel, was ist ein Altstempel der Reichspost, was sollte man zu Bahnpoststempeln oder auch PSt-II-Stempeln wissen? Immer mit weiterführender Literatur. Also etwas, was einem mit der Literatur auch in anderen Sammelgebieten innerhalb des Zeitraumes der Gültigkeit nutzt. Ich denke da auch an die Notmaßnahmen im Einschreibdienst. Das ist in dem Katalog von Hettler erstklassig gemacht. Einziges Manko: kein Farbdruck.
Nun gab es ein Nachfolgerbuch in Farbe. Doch was war mit dem Inhalt? Es ist im Wesentlichen gleich geblieben. Manches wurde gestrafft, gekürzt. Mich stört das nicht, denn ich habe ja das Vorgängerbuch. Aber man ist z. B. beim Index geblieben. Nicht einfach zu machen, Fleißarbeit. Wer also Offenbach oder Ortswerbestempel sucht, findet eben dort die Seitenangaben,
Die farbigen Abbildungen sind durchweg in guter Qualität. Warum schreibe ich das? Es ist aus eigener Erfahrung nicht einfach, alle Belege selbst vorliegen zu haben. Oft bekommt man Dinge übergeben. Vom Scan bis zum Download aus dem Internet. Das reicht meist zur Anschauung. Doch Ansprüche für einen Farbdruck lassen sich damit nicht erfüllen. Hier gebührt den Autoren um Herrn Wehner Respekt, dass sie es so gut lösen konnten. Gleichfalls wurden die eingangs benannten Karten zum Teil farbig umgesetzt.
Kommt jetzt auch Kritik? Will man fragen. Werde ich so nicht machen. Mein Fazit: Es ist im Preis-Leistungs-Verhältnis ein gutes Buch. Es zeigt viel mehr auf, was zum eigentlichen Sammelgebiet gehört. Jeder, der sich mit dem Thema Stempel in der Zeit 1945-1946 beschäftigt, sollte das mal lesen. Gleiches trifft für die Militärzensur und weitere Dinge zu. Man kann da bei 39 Euro nicht viel falsch machen.
Würde es jederzeit wieder kaufen und einen Dank an Christian, dass er das Buch hier vorgestellt hat
KHV
Am: 27.07.2026 19:25:55
Gelesen: 1246
# 33
@ KHV [#32]
Lieber KHV,
vielen Dank für Deine Bewertung, die ich als sehr hilfreich und als sehr sinnvolle Ergänzung zu meiner Rezension empfinde, da sie Aspekte beleuchtet, die ich nicht beleuchtet habe. Der Umstand, dass es ein Vorgängerwerk gegeben hat, lässt mich hoffen, dass es auch ein Nachfolgewerk geben könnte (z.B. eine Neuauflage), in dem einige oder alle unserer Verbesserungsvorschläge berücksichtigt werden.
Herzliche Grüße
Christian
Lieber KHV,
vielen Dank für Deine Bewertung, die ich als sehr hilfreich und als sehr sinnvolle Ergänzung zu meiner Rezension empfinde, da sie Aspekte beleuchtet, die ich nicht beleuchtet habe. Der Umstand, dass es ein Vorgängerwerk gegeben hat, lässt mich hoffen, dass es auch ein Nachfolgewerk geben könnte (z.B. eine Neuauflage), in dem einige oder alle unserer Verbesserungsvorschläge berücksichtigt werden.
Herzliche Grüße
Christian
Am: 27.07.2026 22:35:12
Gelesen: 1194
# 34
@ Sammlerfreund Christian [#33]
Hallo Christian,
ich habe Herrn Wehner heute per Mail über die beiden Rezensionen informiert.
Grüsse aus dem immer wärmeren Allgäu, Richard
Am: 08.08.2026 09:51:17
Gelesen: 640
# 35
@ Sammlerfreund Christian [#1]
Rummel, Karl-Jochen; Bautenserie 1948 - Spezialkatalog (2026)
Heute lässt sich die Rezension recht kurz halten: es handelt sich um ein uneingeschränkt empfehlenswertes Werk, bei dem den vielen Vorteilen nur wenige kleinere Punkte gegenüberstehen, die aus meiner Sicht hätten besser gemacht werden können.
Ausgangspunkt ist wie in vielen anderen Fällen (entsprechend der Perspektive vieler Sammler) die Frage, welche Informationen der Michel-Spezial bereits bietet bzw. welche Unklarheiten dort verbleiben, die ein Handbuch bzw. Spezialkatalog beheben könnte. Diese Ausgangslage ist bei der Bautenserie allerdings etwas anders als bei der AM Post-Serie oder bei den Thüringer OPD-Ausgaben: die Aufbereitung im Michel ist zumindest für mich bereits sehr gut verständlich, so dass insoweit nur wenige Fragen verbleiben: Farben, Zähnungen, Wasserzeichen, Typen – alles mit etwas Übung auf Basis des Michel-Spezial bestimmbar. Die Erwartungen hinsichtlich eines Bautenserie-Spezialkatalogs gehen daher stärker als bei anderen Werken dahin, welche im Michel gar nicht erst angeschnittenen Themen das Werk aufgreift und welcher Mehrwert für die Sammler dadurch geschaffen wird.
Hier kann das Werk definitiv punkten: viele aus meiner Sicht interessante Facetten werden hier aufgegriffen, die nach der Michel-Logik irrelevant oder gar verpönt sind: Diamantzähnungen, „Geisterdrucke“, Lochungen, Papierfalten, Schnittlinien, Typenkombinationen, um nur einige Beispiele zu nennen. Diese und alle weiteren, im Michel erwähnten Abarten, sowie Verwendungsarten, Viererblocks, Bogen, Randstücke und vieles mehr werden sehr systematisch Marke für Marke durchdekliniert. Das ist sehr lobenswert und bereitet schon beim Stöbern großes Vergnügen. Preislich wird auch bei Themen differenziert, bei denen es aus meiner Sicht auch im Michel-Spezial unbedingt angebracht wäre. So werden die im Michel pauschal bewerteten verschiedenen Plattennummern preislich ausdifferenziert (inkl. Angabe von Auflagenzahlen!). Davon können sich auch einige andere Sammelgebiete wahrlich eine Scheibe abschneiden, bspw. Germania und die Hausauftragsnummern…
Sehr ansprechend ist auch das Thema Plattenfehler aufbereitet – hier geht das Werk deutlich über den Michel-Spezial hinaus, ohne es allerdings zu übertreiben. Für mich als interessierten Sammler ist hier genau das rechte Maß getroffen – es sind auch alle Plattenfehler abgebildet. Einschränkend ist allerdings anzumerken, dass die Zuordnung der im Michel-Spezial gelisteten Plattenfehler zu den im vorliegenden Werk gelisteten Plattenfehler oftmals nicht oder kaum gelingt. Die Angabe der jeweiligen Michelnummer (I, II, III, …) bei den jeweils abgebildeten Plattenfehlern würde dem Leser die Orientierung erleichtern.
Ein weiteres Thema, das aus meiner Sicht mehr Informationen hätte vertragen können, ist das der Makulatur, die ja bei der Bautenserie eine viel größere Rolle als bei anderen Teilgebieten spielt. Das Thema wird gerade einmal auf einer Drittelseite abgehandelt, ohne dass hierauf im Detail eingegangen wird. So könnte auf die Frage eingegangen werden, welche Makulatur-Varianten überhaupt bekannt geworden sind. Ferner wäre interessant zu wissen, ob eine „Abweichung“, die auf regulärem Weg an den Schalter gekommen ist, aber auch als Makulatur gestohlen wurde, katalogwürdig ist. Auch könnte das Dogma, das „so etwas“ grundsätzlich nicht katalogisiert wird, einmal kritisch hinterfragt werden. Schon mit etwas Marktbeobachtung kann man schließlich erkennen, dass diese Stücke durchaus einen Handelswert haben. Auch in anderen Gebieten ist man da nicht so zimperlich – bei den OPD-Ausgaben Thüringens gibt es zahllose im Michel katalogisierte Abarten, die aus meiner Sicht unter ziemlichem Makulatur-/Diebstahls-/Manipulationsverdacht stehen – und zu grotesken Preisen bewertet und gehandelt werden.
Abschließend hätte ich ein kleines Kapitel zur Frage, welche Stempel bei der Bautenserie vorkommen, begrüßt. Das wäre aber aus meiner Sicht nur ein „nice to have“, zumal das Thema Falschstempel angesichts der deutlich höheren **-Preise nur eine Nebenrolle spielen dürfte. Schön gewesen wäre m.E. auch eine kleine posthistorische Einordnung und die Skizzierung der Entstehungsgeschichte (Entwürfe, Entwerfer, Auswahl der Druckereien, …), auch wenn es sich nicht um ein Handbuch, sondern „nur“ um einen Spezialkatalog handelt.
Abgerundet wird die Katalogisierung durch die Ganzsachen, die auf knapp 50 Seiten sehr ansprechend abgehandelt werden.
Technische Informationen
Das Hardcover-Buch hat 480 Seiten, Din A5. Die Qualität des Papiers und der Abbildungen ist durchwegs gut, Plattenfehler werden vergrößert abgebildet. Der Preis beträgt EUR 49 plus Versand. Ein detailliertes Inhalts- und ein knappes Literaturverzeichnis sind vorhanden. Ein alphabetisches Stichwortverzeichnis nicht nur vorhanden, sondern auch ansprechend aufbereitet: auf 21 Seiten werden alle relevanten Stichworte in Fließtext und Bild erläutert.
Herzliche Grüße und allen ein schönes Wochenende
Christian
Am: 19.08.2026 20:30:06
Gelesen: 215
# 36
@ Sammlerfreund Christian [#1]
Claussen, Filbrandt, Weinbuch; Not- und Behelfsentwertungen im Deutschen Reich 1919-1923 (2023)
Die Rezension dieses Werks fällt sehr leicht: es ist vorbehaltlos zu empfehlen. Die Autoren leisten mit ihrem Werk Pionierarbeit, indem sie erstmals das Thema der Not- und Behelfsentwertungen in systematischer und umfassender Weise aufbereiten. Es werden nicht nur alle den Autoren bekannten Entwertungen in Wort und Bild beschrieben, sondern die Entwertungen werden auch systematisiert nach ihrem Verwendungszweck, ihrer ursprünglichen Funktion sowie nach ihrer Form. Das Ganze wird eingebettet in die Beschreibung der posthistorischen Umstände, die zur Notwendigkeit dieser Not- und Behelfsmaßahmen geführt haben.
Ganz erstaunlich aber: es gelingt den Autoren durch die inhaltliche und optische Aufbereitung des Themas, diese Stempel aus der „Aschenputtelecke“ herauszuholen und zu gerade zu begehrenswerten Sammlerstücken zu machen. Das hat mich sehr beeindruckt. Für all diejenigen, die gern philatelistisches Neuland entdecken und sich an guter philatelistischer Literatur erfreuen können, auch ohne auf den konkreten Nutzen für ihre eigene Sammlung zu schauen, sei dieses Werk daher sehr empfohlen. Ich würde mir wünschen, dass es mehr Philatelisten gäbe, die sich trauen, etablierte Pfade zu verlassen, und für damit für uns alle den Blick öffnen.
Perspektivisch, vielleicht auf der Basis der Auswertung weiteren Materials, wäre es aus meiner Sicht schön, auch Angaben zu den Zeiträumen zu machen, in denen ein jeder Stempel verwendet wurde (soweit bekannt), und zur Häufigkeit des Stempels. Schließlich sind Not- und Behelfsentwertungen aus den Nebengebieten bekannt (Danzig, Memel, ggfs. weitere?), werden aber nicht thematisiert. Eine Ausweitung der Analyse auf diese Gebiete in etwaigen weiteren Auflagen würde ich sehr begrüßen.
Das Hardcover-Buch hat 387 Seiten, Din A4. Die Qualität des Papiers und der Abbildungen ist durchwegs gut, das Papier nicht übermäßig glänzend. Der Preis beträgt EUR 55 plus Versand. Aussagekräftige Inhalts- und Postamtsnamenverzeichnisse sind vorhanden. Die Literaturliste ist wirklich beeindruckend für ein solches Pionierthema.