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Saargebiet: Germania Aufdruck Sarre (MiNr. 1-17) Echt gelaufene Belege

Martin de Matin Am: 17.05.2026 10:41:24 Gelesen: 1101 # 1
Um eine gewisse Ordnung bei den Belegen zu bekommen beginne ich mit Belegen der ersten Ausgabe. Die ersten Marken (MiNr.1-17) vom Saargebiet waren Überdrucke von Germaniamarken des Deutschen Reiches mit Wertstufen von 2 Pf bis 1 Mark. Zu Beginn zeige ich eine Postkarte von Dudweiler nach Wickede-Asseln in Westfalen ging. Gestempelt wurde die Karte am 31.8.1920. Zur Frankatur wurden zwei 5 Pf-Marken vom Saargebiet (MiNr.4) und eine 10Pf Germania vom Deutschen Reich (MiNr.86) verwendet. Die Gebühr für eine Postkarte war zu dieser Zeit gemäß Michelkatalog 30 Pf. Die Marke vom Deutschen Reich wurde beanstandet und als Nachgebühr wurde eine "40" vermerkt. Ich habe jetzt erst gesehen, das sich links oben eine Signatur "A.Burger BPP" befindet. Gruss Martin
Martin de Matin Am: 25.05.2026 17:48:12 Gelesen: 951 # 2
Der nächste Beleg ist ein Brief mit einer 20Pf-Marke (MiNr.8). Der Brief wurde im März 1920 in Saarbrücken3 gestempelt und ging zur Pulverfabrik in Kunigunde ( der Postort war Othfresen im Harz). Die Gebühr für einen Fernbrief war bis zum 5.5.1920 zwanzig Pfennig. # Gruss Martin
Martin de Matin Am: 31.05.2026 10:22:32 Gelesen: 816 # 3
@ Martin de Matin [#2] Ein weiterer Brief aus der gleichen Korrespondenz, aber diesmal als Einschreiben verschickt. Zur Frankatur wurde dreimal die 20 Pf (MiNr.8) verwendet. Die Einschreibegebühr betrug 30 Pf und ein Brief über 20 gr.(unter 100 gr.) kostete 30 Pf. Der Brief wurde am 13.4.1920 in Saarbrücken gestempelt un trägt den Ankunftsstempel vom 15.4.1920 aus Othfresen. Gruss Martin
johanneshoffner Am: 31.05.2026 12:48:32 Gelesen: 790 # 4
Ich zeige eine Quittung für die Kosten eines Telefongesprächs in Höhe von 40 Pf. Erstellt am 8.4.1920.
johanneshoffner Am: 31.05.2026 13:08:11 Gelesen: 781 # 5
Hier habe ich noch eine Antwortpostkarte, die ich nicht einordnen kann. Um einen Tipp wäre ich froh. Die Antwortpostkarte des Deutschen Reichs ging am 17.4.1920 nach Muschaken bei Neidenburg im Abstimmungsgebiet Allenstein. Sie ist gestempelt Saarbrücken 3 17.4.20. Der gestrichene Adresse ging entweder nach Dagutschen im Memelgebiet oder Dagutschen im Ermland also Gebiet Allenstein. Das Porto betrug für eine Inlandspostkarte im Fernverkehr 15 Pf und ins Ausland ebenfalls 15 Pf. Die Postkarte ist mit 10 Pf Sarre frankiert und als Antwortpostkarte mit 15 Pf, zusammen also 25 Pf. Gruss Johannes
mark94 Am: 31.05.2026 13:19:21 Gelesen: 772 # 6
Vielleicht als Einschreiben geplant aber zu wenig frankiert. Bei der Post wurde das Fehlporto bemerkt und der Einschreibvermerk gestrichen. Soweit mein erster Gedanke.
User #357456033 Am: 31.05.2026 13:26:57 Gelesen: 766 # 7
@ johanneshoffner [#4] Hallo zusammen, hier ein weiterer Beleg aus der frühen Saarzeit: Frankenholz, April 1920. Frankiert mit MiNr. 4 (5 Pf), 6 (10 Pf) und 7 (15 Pf) der „Sarre“-Überdruckausgabe. Tagesstempel FRANKENHOLZ / * / 4.1920 (Tagesdatum für mich nicht eindeutig erkennbar). Adressiert an Franz Andres, Mitglied der preußischen Landesversammlung, Berlin SW 11. Kurzer Hintergrund: Frankenholz war ein Bergwerksort im damaligen Saargebiet und gehörte zur Gemeinde Bexbach; heute ist es ein Stadtteil von Bexbach im Saarpfalz‑Kreis. Die Grube Frankenholz war eines der bedeutenden Steinkohlebergwerke der Region. Durch den intensiven Bergwerksbetrieb entstand früh eine eigene Infrastruktur, darunter auch eine Poststelle mit eigenem Tagesstempel. Nach dem Versailler Vertrag kam das Gebiet 1920 unter die Verwaltung des Völkerbundes („Saargebiet“). In dieser Übergangszeit wurden deutsche Reichspostmarken mit dem Aufdruck „Sarre“ verwendet – genau aus dieser Phase stammt der gezeigte Beleg.
Martin de Matin Am: 31.05.2026 13:46:06 Gelesen: 763 # 8
@ johanneshoffner [#5] Zur Gebühr kann ich nichts sagen, aber zur Postkarte. Die Postkarte ist keine Antwortpostkarte, sondern eine ganz normale Postkarte des Deutschen Reichs. Die Karte hat die MiNr.P 119; für diese Postkarte wurde die ursprüngliche Postkarte mit Antwortteil (P 112) geteilt und mit einem zusätzlichen Wertstempel von 7 1/2 Pf bedruckt und die Inschrift "Antwort" überdruckt. Gruss Martin
johanneshoffner Am: 31.05.2026 14:19:48 Gelesen: 753 # 9
@ Martin de Matin [#8] Besten Dank. Eine VP119 ist beim Saargebiet nicht gelistet, das ist spannend. Ich werde Leon Bernhard (BPP) anfragen, vielleicht weiss er noch etwas. Ich nehme an, das Stück kommt in die Kiste mit den Kuriositäten, die sich in einem philatelistischen Leben so ansammeln. Gruss Johannes
Martin de Matin Am: 04.06.2026 09:51:08 Gelesen: 651 # 10
Beim nächsten Brief kann ich nicht sicher sagen ob er wirklich gelaufen ist, da der Stempel mittig auf dem Viererblock der MiNr.4, ohne auf den Brief überzugehen, angebracht ist. Der Brief ist im April 1920 gestempelt und ging nach Volkach a.M.. Die Angabe (MiNr.4I), die ein Vorbesitzer auf der Vorderseite angebracht hat kann nicht stimmen, da bei zwei Werten deutlich ein schwarzer Kontrollstrich ( bei Type II oder Type III vorhanden) zu erkennen ist. Gruss Martin
Martin de Matin Am: 07.06.2026 13:33:46 Gelesen: 525 # 11
Der nächste Brief ist ein Einschreiben vom 10.4.1920 aus Saarbrücken nach Gerstungen (?) in Thüringen. Rückseitig befindet sich ein teilweise unleserlicher Stempel vom 12.4.1920. Es wurde eine 50 Pf Germania mit Aufdruck Sarre (MiNr.13) für den eingeschriebenen (30 Pf) Fernbrief (20 Pf) verwendet. Gruss Martin
Martin de Matin Am: 14.06.2026 16:49:51 Gelesen: 394 # 12
@ Martin de Matin [#11] Mein letzter portogerechter Brief war schon zu meinen früheren Sammlerzeiten ein Traumstück für mich. Die 80 Pf MiNr.16I (linkes Randstück) mit der 10 Pf MiNr.6IB (waagerecht geteilter Balken) auf portogerchten Brief (40 Pf Fernbrief und 50 Pf für Einschreiben). Der Brief wurde am 27.6.1920 in Saarbrücken gestempelt und ging nach Leipzig (Ankunftsstempel 30.6.1920). Auch wenn der Brief vermutlich philatelistisch beeinflusst ist, sind portogerechte Briefe mit der 80 Pf sehr selten auf Auktionen zu finden. Gruss Martin
Richard Am: 11.09.2026 12:05:05 Gelesen: 169 # 13
@ johanneshoffner [#5]
@ Martin de Matin [#8]
@ johanneshoffner [#9]

Vom zuständigen Prüfer Leon Bernhard haben wir bereits am 20.7. auf Anfrage eine Antwortmail erhalten, die wir mit seiner Erlaubnis veröffentlichen:

Hallo Richard,

tut mir leid für die unpünktliche Antwort.

Die Urmarken und Ganzsachen ohne Aufdruck des Deutschen Reichs und Bayerns waren im Saargebiet offiziell bis einschließlich 31.3.1920 gültig. Sie wurden aber darüber hinaus sehr lange geduldet, mir sind normale Verwendungen bis Mitte Juli 1920 und Verwendungen im Innendienst im August 1920 bekannt.

Die Angabe im Michel, es sei der 15.4.1920, stimmt nicht ganz und ist genauer gesagt etwas verkürzt.

Es handelt sich im Übrigen um eine Mitläufer-Ganzsache, also MP119, Vorläufer - vom 10.1.1920 bis 30.1.1920 möglich, sind außerordentlich selten.

LG
Leon