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Schwaneberger Verlag stellt die Zusendung von Rezensionsexemplaren ein !
Am: 17.05.2026 09:08:11
Gelesen: 3029
# 1
Schwaneberger Verlag stellt die Zusendung von Rezensionsexemplaren ein!
von Wolfgang Maassen
Mit einer E-Mail vom 25. März 2026 informierte Vertriebsleiterin Susanne Üze über die Einstellung der Zusendung von Rezensionsexemplaren der Neuerscheinungen von MICHEL-Produkten. Der monatliche Versand einer größeren Zahl von unbezahlten Druckexemplaren stelle für den Verlag – so wörtlich – „angesichts der erheblich gestiegenen Papier-, Energie- und Transportkosten eine große Belastung dar“. Ersatzweise biete man nun ab sofort zwei „Alternativen“: Zum einen kostenfreie E-Books oder weiterhin gedruckte Rezensionsexemplare, die dann allerdings mit 50% des Ladenpreises zu vergüten seien. Mit diesen Maßnahmen sichere man die Zukunft der Philatelie.
Dieser Schritt des Schwaneberger Verlages passt zu weiteren, die eher zu Unverständnis in Medien und Öffentlichkeit beitragen. Wurden bereits seit Jahren Werbeanzeigen in der Fachpresse für neue MICHEL-Kataloge nicht mehr bezahlt, sondern quasi als „Tauschgeschäfte“ geschaltet, also durch Provisionen bei eventuellen Verkäufen von Katalogen ausgeglichen, so ist der Germeringer Verlag seit einigen Monaten mit nahezu wöchentlichen Sonderangeboten seiner „Altware“ (Kataloge der letzten Jahre) unterwegs, die dann z.B. mit markigen Titeln wie „Black Weeks Mega Sale Übersee“ oder als „Festliche Neuheiten im Dezember“ angepriesen werden.
Wer die „Liebe zur Philatelie“ finden will, dürfte sich wohl auch bestens beim „Deutschen Briefmarken-Club“ und dessen – überflüssigen, so meinen nicht wenige – Angeboten angeblicher oder vermeintlicher Raritäten wohl fühlen. Kein Zufall, dass auch dieser Club, der laut seiner Internetseite kein traditioneller Verein, wohl aber ein typischer Marketing-„Club“ ist – mit seinem Geschäftsführer Jürgen Hantschel unter derselben Adresse wie der Schwaneberger Verlag residiert, nämlich an der Industriestraße 1 in 82110 Germering. Und MICHEL füllt die Zeilen seiner Newsletter reichlich mit den Offerten dieses sog. Deutschen Briefmarken-Clubs, denn dieser bietet Altbestände an MICHEL-Katalogen als Prämien bei Einkäufen an. Gratis versteht sich!
Zusätzlich informiert der MICHEL-Newsletter über weitere Sonderangebote der DBA (Deutsche Briefmarken Aktiengesellschaft mit Sitz in Freiburg, Inhaber ist auch hier Jürgen Hantschel), bewirbt damit indirekt auch die DBA-XXL-Auktion im Juni 2026, betont aber dazu: „Bei Ihrer Anmeldung zum MICHEL-Newsletter haben Sie zugestimmt, auch Angebote von Drittanbietern zu empfangen. Für die in diesem Newsletter dargestellten Produkte und Dienstleistungen inklusive möglicher Verlinkungen ist ausschließlich die Badische Briefmarken GmbH verantwortlich. Ihre persönlichen Daten wurden zu keinem Zeitpunkt vom Schwaneberger Verlag weitergegeben.“
Ob diese Information in dieser Form stimmt, kann man sicherlich überprüfen. Denn vor Jahren war dieser Hinweis auf die angebliche Zustimmung zum Empfang von Angeboten von Drittanbietern mit dem MICHEL-Newsletter noch nicht im Newsletter enthalten. Zumindest konnte die Magazin-Redaktion keinen entdecken.
Was einmal mit Anzeigen in den MICHEL-Katalogen begann – und damals bereits von manchen als Verlust der Unabhängigkeit gewertet wurde – erlebt nun neue Dimensionen. Es ist sicherlich kein Zufall, dass die DBA auf der vierten Umschlagseite aller MICHEL-Kataloge seit vielen Jahren Inserent ist.
Der Autor, unser Mitglied Wolfgang Maassen, legt Wert darauf, dass der Beitrag seine persönliche Meinung enthält.
Am: 17.05.2026 22:49:01
Gelesen: 2806
# 2
Das dürfte dann der letzte oder vorletzte Sargnagel sein. Wenn ein Special-Interest-Verlag nicht mehr in der Lage ist, durch Rezensionsexemplare werbende Maßnahmen bei seiner klar umrissenen Zielgruppe durchzuführen (weil „zu teuer“), stellt sich eigentlich nur noch die Frage, wer das Licht ausmacht.
Die Auflagen scheinen mittlerweile wohl so gesunken, dass selbst ein paar Dutzend Rezensionsexemplare das wirtschaftliche Ergebnis über Gebühr belasten.
Am: 17.05.2026 23:01:35
Gelesen: 2794
# 3
Für mich ist die Vorgehensweise von Michel absolut nachvollziehbar.
Es ist ja weiterhin möglich eine Rezension zu schreiben. Und der Verlag spart Kosten.
Das ist normales wirtschaftliches Verhalten !
Am: 18.05.2026 07:11:44
Gelesen: 2729
# 4
@ rosteins69 [#2]
Ich war 40 Jahre bei einem Dax Konzern tätig und auf meinen Projekten im Ausland vor-Ort u.a. auch für den Einkauf des Montagematerials verantwortlich. Du glaubst gar nicht wo man überall Einsparpotential findet, wenn man nur sucht.
Mein Personal war immer überrascht, wenn ich denen vorrechnete, dass z.B. bei Kabelbindern oder Verschraubungen von denen man abtausende braucht, jeder Cent den man einspart einen massiven Einfluss auf die Gesamtsumme hat.
Ich war 40 Jahre bei einem Dax Konzern tätig und auf meinen Projekten im Ausland vor-Ort u.a. auch für den Einkauf des Montagematerials verantwortlich. Du glaubst gar nicht wo man überall Einsparpotential findet, wenn man nur sucht.
Mein Personal war immer überrascht, wenn ich denen vorrechnete, dass z.B. bei Kabelbindern oder Verschraubungen von denen man abtausende braucht, jeder Cent den man einspart einen massiven Einfluss auf die Gesamtsumme hat.
Am: 18.05.2026 11:08:53
Gelesen: 2606
# 5
Ich stelle jetzt die Frage in den Raum, muss man heute im Zeitalter der Digitalisierung überhaupt noch Rezessionsexemplare in Papierform versenden? Der Verlag hat doch garantiert seine Liste an die er diese Exemplare verschickt und somit auch eine Emailadresse. Hier könnte man doch die Exemplare digital zur Verfügung stellen.
Am: 18.05.2026 12:16:24
Gelesen: 2554
# 6
Es ist eine alte Weisheit, daß Kleinvieh auch Mist macht. Außerdem sind solche Maßnahmen geeignet, die Mitarbeiter zu motivieren, auch an anderer Stelle unnötige Ausgaben zu vermeiden.
Kosten zu sparen rettet aber kein Unternehmen, dessen Geschäftsmodell nicht zukunftsfähig ist. Maßgebend ist die Verteilungsmöglichkeit der hohen Fixkosten für Redaktion und Vertrieb auf eine entsprechend hohe Auflage. Durch den permanenten Rückgang der Zahl der Sammler läßt sich das immer weniger realisieren. Die dadurch notwendige Erhöhung der Katalogverkaufspreise wirkt zusätzlich absatzhemmend.
Auf Sicht werden sich die Marktteilnehmer, die ein Interesse an der Herausgabe der Kataloge haben, an deren Kosten beteiligen müssen. Einen Schritt in diese Richtung hat der Verlag ja bereits vollzogen.
Die vielgepriesene "Unabhängigkeit" des Verlages war real nie gegeben. Die Katalognotierungen wurden mit Rücksicht auf Händler und sich reichrechnende Sammler schon seit Langem weit über Marktpreisen angesetzt.
Man darf gespannt sein, welche Lösungen Verlag und Partner finden werden, um den Michel-Katalog über die Zeit zu retten. Mit Sicherheit würde sein Fehlen den Rückgang der Sammlerzahl erheblich beschleunigen.
Kosten zu sparen rettet aber kein Unternehmen, dessen Geschäftsmodell nicht zukunftsfähig ist. Maßgebend ist die Verteilungsmöglichkeit der hohen Fixkosten für Redaktion und Vertrieb auf eine entsprechend hohe Auflage. Durch den permanenten Rückgang der Zahl der Sammler läßt sich das immer weniger realisieren. Die dadurch notwendige Erhöhung der Katalogverkaufspreise wirkt zusätzlich absatzhemmend.
Auf Sicht werden sich die Marktteilnehmer, die ein Interesse an der Herausgabe der Kataloge haben, an deren Kosten beteiligen müssen. Einen Schritt in diese Richtung hat der Verlag ja bereits vollzogen.
Die vielgepriesene "Unabhängigkeit" des Verlages war real nie gegeben. Die Katalognotierungen wurden mit Rücksicht auf Händler und sich reichrechnende Sammler schon seit Langem weit über Marktpreisen angesetzt.
Man darf gespannt sein, welche Lösungen Verlag und Partner finden werden, um den Michel-Katalog über die Zeit zu retten. Mit Sicherheit würde sein Fehlen den Rückgang der Sammlerzahl erheblich beschleunigen.
Am: 18.05.2026 13:34:48
Gelesen: 2493
# 7
Nicht nur Jürgen Hantschel wird jetzt anfangen, sich die Hände warm zu reiben, sondern auch ausländische Katalogmitbewerber könnten auf jenen Moment warten, dass ihnen die Weltmarke MICHEL warm in den Schoß fällt.
Zwar gibt es neben MICHEL nur ganz wenige, die katalogmäßig die Welt abdeckend aufgestellt sind:
Scott (USA), Stanley Gibbons (UK) sowie Yvert & Tellier (F), aber es gibt auch einige kleine und auf ihre Länderdossiers Spezialisierte:
ANK (A), DNK (D), EDIFIL (E), FACIT (S), Fischer (PL), Isfila (TR), Karamitsos (GR), Sassone (I), Schantl (D), Zanaria (I), Zumstein (CH) sowie last but not least der gerade selbst in andere Hände verkaufte Stanley Gibbons (UK), die Interesse zeigen könnten, wenn ihnen die Germeringer quasi "für umme" in den Schoß fielen.
Damals hätte auch niemand gedacht, dass BP Germany das wesentlich größere Tankstellennetz von ARAL kaufen würde. Und auch bei den deutschen Auktionshäusern kaufen ja manchmal die Dackel den Bernhardiner - alles schon gehabt!
Am: 18.05.2026 14:32:52
Gelesen: 2424
# 8
Jedes "verschenkte" Rezensionsexemplar bedeutet doch irgendwo ein weniger verkauftes Exemplar. Wer hat denn wie viele davon bekommen? Sieht man sich das Gesamtangebot von Michel an, da kommt ggf. schon etwas zusammen. Und die Rezensionsexemplare werden dann irgendwo landen, und derjenige braucht diese dann nicht mehr kaufen.
Hat in den 1980er Jahren mal in GB so ähnlich funktioniert, beim NME (New Musical Express) wurden die Schallplattenrezensionsexemplare nach einmaligem hören an einen Plattenladen verkauft, der Mitarbeiter hatte genau die Spielzeit der Platte Zeit, um seine Rezension zu schreiben. Später fand der Chef heraus, dass die Platten im Zustand ss (still sealed), also Originalverpackt noch mehr bringen. Also wurden diese nach Cover rezensiert. Aufgefallen ist das Ganze, weil mit Konzerttickets ebenso verfahren wurde. Die Karten wurden verkauft, Rezensionen ohne Konzertbesuch verfasst. Fiel irgendwann auf, da wurde das Schlagzeugspiel gelobt, der entsprechende Drummer war aber kurz vorher verstorben. Nachzulesen in "Das Rowohlt Lesebuch der Rockmusik" von 1984.
Da in der Fachpresse zumeist eh nur der Standardtext des Verlags abgedruckt wurde, fragt man sich schon wozu gedruckte Exemplare verschickt wurden. Online kann man genausogut rezensieren.
Am: 18.05.2026 15:15:49
Gelesen: 2387
# 9
@ Altsax [#6]
Sammler gibt es noch genug, nur sind offenbar diese hohen Preise für Kataloge zu zahlen.
Am: 18.05.2026 16:57:55
Gelesen: 2326
# 10
@ Altsax [#6]
Die vielgepriesene "Unabhängigkeit" des Verlages war real nie gegeben.
Jou, und auch bei allen anderen großen "weltweiten" Playern stehen hinter den Katalogherausgebern inzwischen "Kreise" aus dem philatelistischen Markt, mehr oder weniger direkt.
Ein anderes Modell ist wirtschaftlich einfach nicht mehr tragfähig. Katalogisierung kostet viel Geld. Im Prinzip lebt der "Handel" aber von einer einheitlichen, anerkannten Katalogisierung, "ohne einen Namen" - sprich ohne eine Katalognummer - sind Objekte "von der Stange" bzw. mit Elementen von der Stange weder korrekt ansprechbar noch "erfolgsversprechend" handelbar. Der Handel mit weltweiten Objekten benötigt eine (weltweite) Katalogisierung. Das heisst, eigentlich bleibt dem "Handel" mittel- bis langfristig sogar nichts anderes übrig, als den Michel zu übernehmen. Ob das der deutsche Handel stemmen kann, ist eine andere Frage.
Bis dahin muss der Michel sparen, wo es nur geht, wenn die Verkaufspreise nicht noch extremer, übergebühr steigen sollen. Und hier muss man immer an einer Kombination verschiedenster Stellschrauben drehen, u.a. eben auch beim "Verschenken von unnötigen Werbematerial", nichts anderes sind Rezensionsexemplare ... und Rezensionen sind ja sogar weiterhin ganz kostenfrei möglich, denn die Rezensenten haben sicherlich alle einen PC. Konsequenterweise müssten sogar die kostenfreien E-Books für Rezensenten auch nur temporär bzw. aufrufzahlenmäßig begrenzt sein. Wenn der Rezensent den Katalog nach vollendeter "Arbeit" weiter nutzen möchte, sollte dieser für diesen auch bezahlen. Nennt man Unabhängigkeit ;-) Denn er wird ja bereits für seine Arbeit von seinem Arbeitgeber bezahlt und soll nicht vom Herausgeber.
Ich kann aber schon sehr gut verstehen, weshalb das jetzt von berufener Seite kritisch gesehen und publikumswirksam negativ konnotiert kommentiert wird, man verliert halt zusätzliche Vorteile, die man ja vorher immer gerne mitgenommen hat. ;-)
Wir alle "schreien" immer nach einer idealen Unbhängigkeit, klar, schön wär's, aber kaum einer ist allzeit bereit, das dann mit einem eigenen Einsatz (wie dem regelmäßigen Neukatalogkauf) entsprechend zu alimentieren. Ich ja auch nicht. Mein aktuellster Deutschland-Michel trägt den Titel 2004/2005 und auch mein USA Scott ist schon etwas in die Jahre gekommen. Und falls ich mal eine Katalognummer 'von heute' benötige, besuche ich kurz Colnect. Also muss ich mit der Übernahme durch 'interessierte Kreise' leben, und zwar, je früher, je engagierter, desto besser, denn ohne Katalog, kein "Markt" und ohne einen intakten, gesunden Markt kann unser gesamtes Hobby, die Philatelie nicht wirklich "gut" überleben.
Beste Grüße
Thomas
Am: 18.05.2026 17:56:30
Gelesen: 2275
# 11
Wenn es den Redaktionen nur um die Rezensionen geht, können die mit digitalen Medien gut leben. Jede moderne Redaktion arbeitet inzwischen vollständig digital und ohne Papier.
Und so manche Rezension wird von chatgtp geschrieben, das geht nur mit digitalen Rezensionsexemplaren, mit denen die Künstliche Intelligenz gefüttert werden kann.
thomas4680 hat es im Beitrag [#8] etwas extrem dargestellt. Als Herausgeber eine Studierendenzeitschrift wusste ich aber auch den Wert von Rezensionsexemplaren zu schätzen. 😉
Altsax [#6]
Mit Sicherheit würde [das] Fehlen [der Michel-Kataloge] den Rückgang der Sammlerzahl erheblich beschleunigen.
Es sind genügend gebrauchte Kataloge auf dem Markt. Ich entsorge inzwischen alle älteren Kataloge in der blauen Tonne, da sie auf ebay oft nur den symbolischen Euro bringen.
Wer sammelt denn noch Neuheiten und ist auf die aktuellen Kataloge angewiesen? Das ist das Hauptproblem des Schwaneberger Verlages. Und um Mückenschissen und Farben können sich besser Arbeitsgemeinschaften und Private kümmern. Vielleicht will es der Schwaneberger-Verlag (noch) nicht einsehen.
Viel kritischer sehe ich folgenden Satz aus dem Beitrag von Wolfgang Maassen: "Wurden bereits seit Jahren Werbeanzeigen in der Fachpresse für neue MICHEL-Kataloge nicht mehr bezahlt, sondern quasi als „Tauschgeschäfte“ geschaltet, also durch Provisionen bei eventuellen Verkäufen von Katalogen ausgeglichen, . . ."
Konzerne wie Siemens mögen auch früher gespart haben, aber das Marketing konnten die immer noch in Geld bezahlen und mussten nicht auf Naturalien wie Waschmaschinen oder Handies zurückgreifen.
Scheinbar ist der Cash Flow ein Problem im Schwaneberger Verlag.
Am: 19.05.2026 14:15:52
Gelesen: 2046
# 12
Ganz früher hatte ich einmal als Lektor bei NOMOS in Baden-Baden gearbeitet, als dieser Edelbuchverlag noch zu Suhrkamp in Frankfurt gehörte.
Der damalige Verlagsleiter, unterstützt vom Verleger Siegfried Unseld, sagte immer:
"Wenn Du durch das Versenden eines einzigen Rezensionsexemplares auch nur ein einziges weiteres Buchexemplar verkaufst, haben wir ein gutes Geschäft gemacht!"
Und die zweite Weisheit, die ich bei meinem erstmaligen Werken in der Freien Wirtschaft lernte, war:
"Wenn es uns wirtschaftlich einmal schlecht gehen sollte, versuche ja nicht, mit den Bleistiften zu sparen! Sieh lieber zu, dass wir ein Buch mehr verkaufen!"
In der heutigen digitalen Welt, die mein Sfrd. MöllerNeuss ja immer so hochpreist, gilt all dies natürlich nicht mehr, aber eines ist gewiss: Torsten Bernd wäre bei MICHEL nicht gegangen, wenn er sich mit seinem durchdachten Digitalisierungsmodell hätte durchsetzen können!
Am: 19.05.2026 15:37:07
Gelesen: 1989
# 13
"Torsten Bernd wäre bei MICHEL nicht gegangen, wenn er sich mit seinem durchdachten Digitalisierungsmodell hätte durchsetzen können!"
Die Frage ist aber, ob ein wie auch immer geartetes Digitalisierungsmodell genügend Umsatz generiert hätte, um den Apparat zu finanzieren.
Im digitalen Zeitalter haben sich zu viele Menschen daran gewöhnt, Informationen online und gratis zu bekommen. Wer ein Buch kauft, erhält wenigstens einen im wahrsten Sinne des Wortes greifbaren Gegenwert. Michel wird wissen, mit welchem Erfolg sich Onlinekataloge verkaufen lassen.
Am: 19.05.2026 15:45:55
Gelesen: 1978
# 14
@ JanClauss [#12]
"Wenn Du durch das Versenden eines einzigen Rezensionsexemplares auch nur ein einziges weiteres Buchexemplar verkaufst, haben wir ein gutes Geschäft gemacht!"
Ja, aber an Deiner Aussage ändert sich nichts, denn es werden ja weiterhin Rezessionsexemplare kostenlos zur Verfügung gestellt und zwar zeitgemäß als digitale Version, als E-Book, schreibt Wolfgang ja sogar selbst [#1]. Weshalb ich zumindest diesen Punkt in seiner Kritik auch nicht recht unterstützen kann (auch wenn ich ihn natürlich nachvollziehend gut verstehe).
Für den rezessionslesenden, potentiellen "Katalogkauf-Kunden" ist es dabei aber ja vollkommen irrelevant, ob der Rezensent seine Arbeitsgrundlage elektronisch oder als traditionelle Papierform erhalten hat - zumindest solange sich die Rezession ausschließlich nur um den Inhalt und nicht auf die physische Darreichungsform selbst bezieht (wie beispielsweise "die Papierqualität hat über die Jahre erheblich nachgelassen").
Unabhängig von der aktuellen Diskussion ist es trotzdem schon am Rande interessant, dass Rezessionsexemplare (von wievielen sprechen wir hier eigentlich? - soviele 'Phila-Medien' gibt es ja nicht mehr) inzwischen ein betrachtenswerter Kostenfaktor darstellt bzw. einen merkbaren Einfluß auf die am Markt unterbringbare Auflagenzahl einer 'zum Vollpreis'-Neuausgabe hat. Die meisten zivilen Kunden kaufen sich offenbar inzwischen wohl erst im Nachverkauf ein Vorgängerexemplar, außerhalb der Preisbindung. Nur ohne laufende, teure Vollpreisneuauflagen, keine preisreduzierte Vorgänger ;-)
Und wenn dem wirklich so ist, dann verstehe ich irgendwie nicht, warum der Michel die Restrukturierung nur halbherzig über einen - im Prinzip eher markt-irrelevanten - "Club" angeht und nicht den Einstieg eines wirklich potenten "Marktteilnehmerns" proaktiv forciert - möglicherweise scheuen aber die "Großen" noch ein direktes Engagement bzw. eine sinnbefreite Unabhängigkeits(schein-)debatte oder haben einfach grundsätzlich kein (teures) Interesse - oder hinter den Kulissen bahnt sich irgendetwas 'ganz anderes' an? Denn "ohne", dürfte das Ende des Systems "Katalogwesen" mittelfristig absehbar sein, mit allen negativen Folgen für den Markt und auch die Philatelie insgesamt.
Beste Grüße
Thomas
Am: 19.05.2026 18:02:44
Gelesen: 1882
# 15
@ DL8AAM [#14]
Schon interessant, wie die innerhalb eines einzigen Beitrages aus der Rezension eine Rezession geworden ist.
Duckundwech
Schon interessant, wie die innerhalb eines einzigen Beitrages aus der Rezension eine Rezession geworden ist.
Duckundwech
Am: 19.05.2026 18:11:23
Gelesen: 1869
# 16
@ JoergH [#15]
Sorry, da hat wohl (hoffentlich nur) die Autokorrektur zugeschlagen ;-)
Sorry, da hat wohl (hoffentlich nur) die Autokorrektur zugeschlagen ;-)
Am: 19.05.2026 20:03:47
Gelesen: 1802
# 17
@ JoergH [#15]
Wenn ich Deine Literaturliste anschaue, kann ich nur schmunzelnd anmerken:
DEINETWEGEN würde MICHEL bestimmt nicht pleite gehen!
Am: 19.05.2026 23:31:42
Gelesen: 1708
# 18
@ JanClauss [#17]
Gut, die Liste habe ich nie ernsthaft erstellt aber auch nicht weiter gepflegt, aber es stimmt, ich schrieb oben [#10] bereits (bzw. ich gab zu), dass ...
... ich ja auch nicht. Mein aktuellster Deutschland-Michel trägt den Titel 2004/2005 und auch mein USA Scott ist schon etwas in die Jahre gekommen. Und falls ich mal eine Katalognummer 'von heute' benötige, besuche ich kurz Colnect.
Und da viele so handeln und "uns" Mitläufer keine kaufende Masse mehr, wie damals™ mit durchschleift, muss sich der Verlag eben einen potenteren Sugardaddy aus der Markt-Szene, als eine sichere Grundbasis, suchen - zumindest potenter, als so'n kleiner "Club" für gaaaanz spezielle Spezialangebote ;-)
Was ich regelmäßig kaufe, sind Bücher aus Kleinauflagen oder auch Print-on-Demands, für interessante Themen (selbst wenn ich diese nicht selbst aktiv besammel), auch zur Unterstützung der Autoren, wie z.B. in den letzten Wochen die Postgeschichte Deutsch-Ostafrikas oder das neue Witu-Handbuch oder auch das aktuelle Meter Stamp Society-Jahrbuch 2025. Aber eben schon lange keinen Katalog mehr - auch wenn ich die zwingende Notwendigkeit für die Existenz von regelmäßig aktualisierten Weltkataloge für unser Hobby zu 100,1% vollkommen einsehe...
Am: 20.05.2026 01:23:58
Gelesen: 1667
# 19
@ DL8AAM [#18]
und auch mein USA Scott ist schon etwas in die Jahre gekommen
Meiner auch, die Fetzen, die so rumliegen, sind von 2006.
Ich treffe am Samstag die Leute vom "neuen Scott" an der Ausstellung. Meine Vermutung war immer, dass die US-Bibliotheken ein Hauptgrund für die finanzielle Schiefflage von AMOS sind. Früher war es so, dass Schmalhannes in eine (nicht gerade die kleinste) Bibliothek gehen konte und sich eine Scott-Ausgabe ansehen konnte. Weil alles teurer wurde in den letzten Jahren, haben die Bibiotheken den automatischen Jahresneukauf weitest gehend eingestellt. Bei grob geschätzt nur schon 10'000 öffentlichen Bibliotheken, die nicht mehr kaufen, war das immer ein "Bodensatz" für AMOS.
Am: 23.05.2026 14:02:51
Gelesen: 1324
# 20
Wer einen frischen Scott-USA-Katalog wünscht, sollte mal unter Booklooker.de nachschauen ("Scott" oder "Scott´s" "Catalogue" in der Titelzeile eingeben).
Dort sind über 11.000 philatelistische Titel (meist Bücher) angeboten, und leider kennt kaum ein Philatelist diese nützliche und äußerst günstige Plattform.
Allein der MICHEL ist dort über 1.300 Male im Angebot! Und sogar Stanley Gibbons (diese beiden Worte in die Titelzeile eingeben) findet man über 120 Male.
Am: 24.05.2026 15:26:24
Gelesen: 1062
# 21
Ich kannte Booklooker schon. Aber was die Preise angeht, ist (ehemals ebay) Kleinanzeigen aus meiner Sicht auch eine gute Option für gebrauchte Michel Kataloge.
Schöne Pfingsten
Am: 24.05.2026 20:54:56
Gelesen: 939
# 22
@ mpstamps [#21] und alle Anderen
Liebe schreibende Mitglieder,
ich bitte ab sofort nur noch zum Thema Schwaneberger Verlag und Rezensionsexemplare zu schreiben, ansonsten ich bisherige und künftige nicht passende Beiträge auslagern werde.
Eine schöne und sonnige Woche an alle, Richard
Liebe schreibende Mitglieder,
ich bitte ab sofort nur noch zum Thema Schwaneberger Verlag und Rezensionsexemplare zu schreiben, ansonsten ich bisherige und künftige nicht passende Beiträge auslagern werde.
Eine schöne und sonnige Woche an alle, Richard