Briefmarken Atteste

Thema:

Buchprojekt: Erfahrungen mit Druckereien

zobbel Am: 12.04.2026 12:18:19 Gelesen: 560 # 1
Hallo Freunde, Meine Arge plant einen Jubiläumsband zu veröffentlichen. Wir haben bei einigen deutschen (Online)Druckereien mal die Preise kalkuliert, da gibt es deutliche Unterschiede von >20% bei derselben Ausstattung. Es wurde uns auch empfohlen ausl. Druckereien (innerhalb der EU) zu recherchieren. Daher hier mal die Frage: Wer hat ein solches Buch mal drucken lassen und kann Erfahrungen mit deut. bzw. ausl. Druckereien teilen? Dies sind die ungef. Anforderungen: Buch Hardcover, gerader Rücken 412 Seiten, A4 4/4-farbig, Bilderdruckpapier matt 135 g/m² Umschlag 4/0-farbig, Hardcover matt Fadenheftung Kapitalbändchen 1 Lesebändchen Auflage 125
Altmerker Am: 12.04.2026 14:05:03 Gelesen: 522 # 2
Hallo, das klingt schon ziemlich nach Mercedes-Klasse. Aber wenn Ihr das Geld dazu habt, macht Euch ran. Ich lese ja, in welchen Philatelistenkreisen Du aktiv bist. Aus der Erfahrung von 13 Büchern in sieben Verlagen inklusive Selbstverlag haben wir unsere ganz eigenen Erfahrungen, die nicht allein das Geld betreffen. Ganz wichtig: Liegt das Layout so vor, dass die 125 Exemplare "in der Kaffee-Pause runterrattern können"? Oder müssen alle Dateien nochmal angefasst werden? Wie nah ist bei der Produktion die Nähe von Autor und Produzent, damit man schnell mal vorbeischauen kann und Fragen/Korrekturen loswerden bzw. auf den Tisch springen kann. Darum wäre ich bei Slowenien oder Litauen vorsichtig. Aber die haben es natürlich technisch gut drauf. Für mich das A und O ist die Vor- und Aufbereitung der Texte und Abbildungen. Bei so einem edlen Werk, ich lese hier ja nur Jubiläumsband und die technisch-taktischen Daten. Ich habe halt erlebt, dass der Autor erstmal 8500 Euro als Druckkostenzuschuss löhnen soll. ABER dann möchte ich auf den ersten 20 Seiten nicht 116 Rechtschreibfehler sehen, sondern ein grundsolide Betreuung des edlen Bandes. Schließlich wollt Ihr ja Eure ArGe-Biografien ins Bücherregal stellen bzw. viele Leser beglücken. Habt Ihr schon mal mit dem BDPh oder der Stiftung geredet? Die haben da satte Erfahrungen und Quellen wie einschlägige Häuser, die in tollen Büchern gelegentlich auch Annoncen schalten, die nicht aussehen wie Schweinebauch-Reklame zum Wochenende. Ich halte Preisdifferenzen von einem Fünftel durchaus für üblich. Oft wird da nachgebessert bzw. dieses oder jenes nochmal vertieft, was gelegentlich "vergessen" wird. Das fängt bei der Märchensteuer an und endet nicht beim Korrektorat. Das ist meine ureigene Erfahrung, andere Autoren mögen ihre haben. Ich wünsche Euch viel Freude und gute Buchproduzenten. Schließlich heißt meine Motivgruppe "Druck und Papier". :-) Beste Grüße Uwe
Markus_Holzmann Am: 12.04.2026 19:51:13 Gelesen: 445 # 3
Hallo, die Jungen Briefmarkenfreunde Hessen legen jedes Jahr die 4 Ausgaben unserer Zeitschrift als Buch auf. Vom Umfang her sind wir dann zwar "nur" bei 280 Seiten und wir nehmen Softcover. Wir sind mit wir-machen-druck.de da sehr zufrieden. Da stimmt Preis-Leistung. Freundliche Grüße Markus Holzmann Vorsitzender JBF Hessen e.V.
DL8AAM Am: 12.04.2026 20:28:37 Gelesen: 426 # 4
Nur zur Info, für solche "Softcover" Druckwerke eigenen sich übrigens auch Print-On-Demand (PoD) Dienstleister. Das heisst das Buch wird erst individuell gedruckt, wenn ein Kunde ein Exemplar beim PoD-Anbieter bestellt. Hat den Vorteil, man muss keine "Auflage" drucken lassen, sich hinlegen und hoffen das diese im Nachgang über die Jahre auch abverkauft wird. Das nutzt meine US-amerikanische Arbeitsgemeinschaft, die MSS - Meter Stamp Society - inzwischen auch. Die Quartals-Bulletins werden zeitnah an die Mitglieder per Email verschickt und am Jahresende werden alle Ausgaben des Jahres in einem Buch zusammengefasst und "offen für jeden" per PoD über LuLu angeboten. Das heisst ich bestelle bei Lulu (einem dieser Anbieter) mein Buch, die lassen dann ortsnah zu Besteller (für mich bei einer Partnerdruckerei in der EU) das Buch für mich individuell drucken und schicken es mir direkt zu. Das ist übrigens auch nicht sehr viel teuerer, als was es mich früher gekostet hat, die Email-Bulletins selbst auszudrucken und im "Studenten-Copyshop" softbinden zu lassen. Insbesondere da die MSS diese PoD-Ausgabe annähernd nur zum Selbstkostenpreis vertreiben lässt, d.h. das Buch kostet mich im Wesentlichen nur den Aufwand und den Gewinn von Lulu, ohne Extra-Gewinn der MSS. Ich brauche immer noch Papier für die wichtigen Dinge um gut zu funktionieren. ;-) Gut, das sind auch "Budget"-Drucks, keine Hochglanzausgaben mit wertigem Hardcover. Aber für meine Zwecke immer noch besser, als mein eigener 50 €-Drucker vom Discounter ;-) Beste Grüße Thomas
Eric Scherer Am: 12.04.2026 20:32:45 Gelesen: 423 # 5
Es gibt mittlerweile sehr gute Online-Druckereien, z.B. Online Printers. Ich habe aber auch letztlich ein Buch bei Lulu.com bestellt. Die bieten Printing-on-Demand an, auch echte Hardcover. Die Qualität ist ausgezeichnet.
DL8AAM Am: 12.04.2026 21:03:43 Gelesen: 400 # 6
@ Eric Scherer [#5] Danke, das war neu für mich. Dadurch werden diese "Möglichkeiten" ja gleich noch besser. Jedem das Seine. Für mehr gibts mehr. Was will man mehr. Gut ich habe bisher auch nur Phila-Literatur von US-Herausgebern dort bestellt, möglicherweise haben die ja auch nur die "günstigeren" Formen angeboten. Zufrieden war ich in jedem Fall. Zumindest passte das Preis-Leistungsverhältnis auf jeden Fall superst, z.B. das MSS-Bulletin 2024-Buch, 379 US-großformatige Seiten, in Farbe, für 21-22 Euro [1]. Ich meine, mein Exemplar wurde in Polen gedruckt. Heisst man spart ganz viel Übersee-Versand- und Zollkosten. BTW, das 2025er Buch hat 514 US-Seiten für 27-28 € (netto) [2], plus Versand - gerade entdeckt und vor 2-3 Minuten bestellt. ;-) Beste Grüße Thomas [1] https://www.lulu.com/shop/miriam-congedo-and-karim-roder-and-david-crotty/the-meter-stamp-society-quarterly-bulletin-2024-volume-76/paperback/product-jeq6km8.html [2] https://www.lulu.com/shop/miriam-congedo-and-karim-roder-and-otto-e-bergman/the-meter-stamp-society-quarterly-bulletin-2025-volume-77/paperback/product-gj9jv67.html
drmoeller_neuss Am: 12.04.2026 21:21:27 Gelesen: 392 # 7
@ zobbel [#1] Ein weiterer Ansprechspartner ist die AIJP und ihr langjähriger Vorsitzender Wolfgang Maassen. In der AIJP sind einige Philatelisten, die bereits selbst verlegt haben. Mit Euren Vorgaben wird ein einzelnes Buch knapp 4 Kilogramm wiegen. Die gesamte Auflage würde dann auf eine halbe Tonne kommen. Die Speditionskosten für den Transport von der Druckerei zum Versandbeauftragten der ArGe müsst ihr unbedingt in Eure Kalkulation mit einrechnen. Vielleicht ist der Druck in Litauen oder in der Slowakei dann unter dem Strich gar nicht mehr so günstig. Einige Auktionshäuser sind auch dazu übergegangen, die Auktionskataloge für die höherwertigen Lose mit Hardcover und Leinenbindung herstellen zu lassen. Dort könnte sich auch eine Anfrage lohnen (gleich in doppelter Hinsicht, vielleicht springt auch eine Werbeanzeige heraus). @ DL8AAM [#4] Das nutzt meine US-amerikanische Arbeitsgemeinschaft, die MSS - Meter Stamp Society - inzwischen auch. Die Quartals-Bulletins werden zeitnah an die Mitglieder per Email verschickt und am Jahresende werden alle Ausgaben des Jahres in einem Buch zusammengefasst und "offen für jeden" per PoD über LuLu angeboten. Das heisst ich bestelle bei Lulu (einem dieser Anbieter) mein Buch, die lassen dann ortsnah zu Besteller (für mich bei einer Partnerdruckerei in der EU) das Buch für mich individuell drucken und schicken es mir direkt zu. Das ist übrigens auch nicht sehr viel teuerer, als was es mich früher gekostet hat, die Email-Bulletins selbst auszudrucken und im "Studenten-Copyshop" softbinden zu lassen. Das ist zwar "off-topic", aber das ist auch eine Anregung für viele deutsche Arbeitsgemeinschaften mit Auslandsbezug. Viel läuft inzwischen digital, aber es gibt genügend Sammler und Sammlerinnen, die gerne gedrucktes Papier in den Händen halten wollen. Mit diesem kostengünstigen Modell werden alle Mitglieder zufrieden bedient. Ich schlage vor, diese Ideen in einer regelmäßigen Serie in der Verbandszeitschrift "Philatelie" vorzustellen.