links Bernd Meyer mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier
Briefmarken, Briefmarken sammeln, ist schon etwas Schönes. Ich bin jedoch immer wieder darüber etwas irritiert und auch etwas verärgert, wenn ich in der täglichen Presseauswertung Artikel mit der Headline lese, wie zum Beispiel: „Philatelie ein aussterbendes Hobby“ oder „Wer sammelt heute denn noch Briefmarken?“. Ich war in den letzten Jahren immer sehr darauf bedacht, möglichst viele positive Beiträge über Briefmarken und Philatelie in den unterschiedlichen Medien zu platzieren. Und dann sowas! Briefmarken sind doch etwas Schönes. Sammeln ist Leidenschaft, Freude, Sammeln verbindet.
Lassen Sie mich von einer Begegnung gestern Abend in Ulm beim Bier an der Theke sprechen. Nach den ersten flüchtigen Gesprächen gestand mir mein Gegenüber, als er hörte, dass ich bei der Deutschen Post für Briefmarken zuständig und ich auf der Briefmarkenbörse hier in Ulm wäre, dass er früher auch schon einmal Briefmarken gesammelt hätte. Er schreibe heute jedoch keine Briefe und deswegen benötige er auch keine Briefmarken mehr und hätte schon lange keine Briefmarken mehr gekauft. Als ich ihm erzählte, welche Briefmarkenmotive wir in den letzten Monaten herausgegeben haben und wie innovativ diese seien, war er sehr erstaunt. Angefangen von der interaktiven Weihnachtsbriefmarke über den Tiptoi-Stift von Ravensburger Verlag bis hin zur Kryptomarke. Er versprach, sich das Thema Briefmarken noch einmal durch den Kopf gehen zu lassen.
Oder, vor wenigen Wochen, nachdem ich mich auf einer Veranstaltung mit Flobo Berger, dem Gründer und Inhaber von GoodGoods, eine Innovations- und Produktentwicklungsfirma in Hamburg, über Briefmarken unterhalten habe, war er begeistert. Er entschloss sich, einen 30-minütigen Podcast über das Thema Briefmarke zu machen und zu veröffentlichen. Er wollte mehr wissen über die ersten Briefmarken, die Technologien, den Entwicklungsprozess und die Motive und Geschichten der Briefmarken. Wir hätten problemlos ein paar Stunden länger sprechen können.
Dies nur zwei Beispiele, wenn wir mit dem Thema Briefmarke positiv auf andere zugehen, Ihnen etwas mehr von Briefmarken erzählen. Den meisten ist gar nicht bewusst, was alles hinter einer Briefmarke steckt und welche Geschichten sich dahinter verbergen. Und den meisten ist gar nicht bewusst, dass Briefmarken auch heute noch etwas Besonderes, etwas Hoheitliches ist. Das macht neugierig.
Briefmarken und Philatelie verändern sich, wie sich auch unser ganzes Leben und unsere Gesellschaft verändert. Die Themen und Motive der Briefmarken sind völlig anders als früher. Ich weiß nicht, wer von Ihnen vor vielen Jahren noch Panini- oder Hanuta Bilder mit Fußballern gesammelt hat oder vielleicht Telefonkarten.
Das gibt es heute nicht mehr. Aber die jungen Leute haben heute neue Dinge, die sie sammeln. Ich weiß das von meinem Sohn, dass er häufig Sammelkarten kauft. Das sind keine einfachen Bilder mehr wie früher, sondern die Karten tragen teilweise die Original-Unterschriften berühmter Fußballspieler oder einen kleinen Stofffetzen des getragenen Trikots oder sind in limitierter Auflage. Und die Jugendlichen zahlen hier nicht, wie wir damals eine Mark, nein, diese Sammelkarten werden für 50–100 Euro verkauft. Und wenn man Glück hat, erhält man in einem Päckchen mit fünf Karten, genauso eine limitierte Karte oder eine mit Signatur bzw. Stoffteil.
Auch die Philatelie muss sich ändern. Wir haben daher in den letzten Jahren als Deutsche Post bewusst auch besondere Produkte herausgegeben. Z.B. die Sonder- und Gold-Editionen, die speziell von Liebhabern gekauft werden, so zum Beispiel die Briefmarken mit Freddie Mercury, Tina Turner oder Scorpions. Zudem schauen wir regelmäßig und sind mit Druckereien und Innovationsfirmen im Gespräch, welche Möglichkeiten es gibt, Briefmarken noch interessanter, innovativer und hochwertiger zu gestalten – mit neuen Technologien oder Drucktechniken. Wir nutzen neue Kommunikationswege, versuchen mit den Briefmarkenmotiven Geschichten zu erzählen, nutzen jede Möglichkeit der positiven Kommunikation. Wir geben jeder Briefmarke eine Einzigartigkeit, jede Briefmarke ist mit dem Matrixcode ein Unikat. Mit all den Möglichkeiten, die hierdurch, z.B. mit neuen Produkten, entstehen. Zwischenzeitlich haben sich ja, denke ich, alle an diesen Matrixcode gewöhnt und sehen auch Vorteile darin. Ich war übrigens der, der diesen Matrixcode bei der Deutschen Post auch auf Briefmarken eingeführt hat.
Und dann die Kryptomarke. Auch hier sprechen wir eine ganz neue Zielgruppe an, die sich bislang überhaupt nicht mit Briefmarken beschäftigt hat. Die Welt spielt sich immer mehr im Netz ab. Warum das dann nicht auch mit Briefmarken. Kryptomarken sind beides, klassische, physische Marken und einzigartige, digitale Zwillinge in der Blockchain. Es geht dieser Zielgruppe um digitale Werte.
Wir müssen offen sein, offen für Neues und dürfen nicht nur an alten Dingen festhalten, müssen neues Interesse schaffen bei jungen Leuten. Wir müssen Briefmarken-Produkte für neue Zielgruppen entwickeln und neue Vertriebs- und Kommunikationswege finden. Nicht bei den alten Dingen stehen bleiben. Und wir müssen mit Menschen reden und sie begeistern für Briefmarken, Motive und für die Geschichten dahinter.
Nochmals viele Grüße, eine schöne Zeit hier auf der Messe, gute Geschäfte, ein guter Austausch, viele neue Eindrücke und Erfahrungen und viel Erfolg beim Sammeln und Stöbern. Noch einmal mein besonderer Dank an die Organisatoren, die das alles möglich gemacht haben.
---
Der Autor, Bernd Meyer, ist Philaseiten Mitglied. Ihm, Wolfgang Lang vom APHV und Wolfgang Maassen vielen Dank für die Nachveröffentlichungsrechte.
Thema:
Auch die Philatelie muss sich ändern - Die Bernd Meyer Rede
Am: 22.03.2026 09:25:41
Gelesen: 2093
# 1
Vorbemerkung der Redaktion APHV-Magazin
Bei der Eröffnung der letztjährigen Internationalen Briefmarken-Börse in Ulm am 23. Oktober 2025 vertrat Bernd Meyer, Vizepräsident Transformation Frankierung & Postwertzeichen“ in der Zentrale der Deutschen Post AG das Bonner Unternehmen. Seine Ansprache war mit bemerkenswerten Aussagen zur Gegenwart und Zukunft gespickt, so reichlich, dass wir ihn baten, uns diese zur Dokumentation zukommen zu lassen. Sie sind ein willkommener Wegweiser für das neue Jahr 2026. Danke an Bernd Meyer! -red./wm
*********************
Auch die Philatelie muss sich ändern - Die Bernd Meyer Rede
Ich freue mich, letztmalig im Namen der Deutschen Post die Grußworte an Sie als Teilnehmer der internationalen Briefmarkenbörse in Ulm richten zu können. Nach 47 Jahren Post, mit mehr als 20 Jahren Verantwortung für Themen der Frankierung und nunmehr fünf Jahren zuständig für Konzeption und Herstellung von Briefmarken werde ich zum 1. Januar 2026 in den Ruhestand gehen. Ich darf Ihnen auch die Grüße meines Nachfolgers Benjamin Löwen und dem für Philatelie zuständigen Abteilungsleiter Dr. Alexander Plum überbringen.
Die Vorredner haben eigentlich schon alle Themen, die ich auf meinen Zettel vorbereitet hatte, bereits gesagt. Daher möchte ich Ihnen abseits von meinem Skript noch ein paar Punkte mitgeben.
Herzlichen Dank zuerst einmal für die Ausrichtung dieser Messe und die immer herzliche und freundliche Aufnahme, das große Engagement der Vorbereitenden und die akribische Planung und Durchführung dieser Messe. Ich bin immer sehr gerne hier auf dieser Messe.
links Bernd Meyer mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier
Briefmarken, Briefmarken sammeln, ist schon etwas Schönes. Ich bin jedoch immer wieder darüber etwas irritiert und auch etwas verärgert, wenn ich in der täglichen Presseauswertung Artikel mit der Headline lese, wie zum Beispiel: „Philatelie ein aussterbendes Hobby“ oder „Wer sammelt heute denn noch Briefmarken?“. Ich war in den letzten Jahren immer sehr darauf bedacht, möglichst viele positive Beiträge über Briefmarken und Philatelie in den unterschiedlichen Medien zu platzieren. Und dann sowas! Briefmarken sind doch etwas Schönes. Sammeln ist Leidenschaft, Freude, Sammeln verbindet.
Lassen Sie mich von einer Begegnung gestern Abend in Ulm beim Bier an der Theke sprechen. Nach den ersten flüchtigen Gesprächen gestand mir mein Gegenüber, als er hörte, dass ich bei der Deutschen Post für Briefmarken zuständig und ich auf der Briefmarkenbörse hier in Ulm wäre, dass er früher auch schon einmal Briefmarken gesammelt hätte. Er schreibe heute jedoch keine Briefe und deswegen benötige er auch keine Briefmarken mehr und hätte schon lange keine Briefmarken mehr gekauft. Als ich ihm erzählte, welche Briefmarkenmotive wir in den letzten Monaten herausgegeben haben und wie innovativ diese seien, war er sehr erstaunt. Angefangen von der interaktiven Weihnachtsbriefmarke über den Tiptoi-Stift von Ravensburger Verlag bis hin zur Kryptomarke. Er versprach, sich das Thema Briefmarken noch einmal durch den Kopf gehen zu lassen.
Oder, vor wenigen Wochen, nachdem ich mich auf einer Veranstaltung mit Flobo Berger, dem Gründer und Inhaber von GoodGoods, eine Innovations- und Produktentwicklungsfirma in Hamburg, über Briefmarken unterhalten habe, war er begeistert. Er entschloss sich, einen 30-minütigen Podcast über das Thema Briefmarke zu machen und zu veröffentlichen. Er wollte mehr wissen über die ersten Briefmarken, die Technologien, den Entwicklungsprozess und die Motive und Geschichten der Briefmarken. Wir hätten problemlos ein paar Stunden länger sprechen können.
Dies nur zwei Beispiele, wenn wir mit dem Thema Briefmarke positiv auf andere zugehen, Ihnen etwas mehr von Briefmarken erzählen. Den meisten ist gar nicht bewusst, was alles hinter einer Briefmarke steckt und welche Geschichten sich dahinter verbergen. Und den meisten ist gar nicht bewusst, dass Briefmarken auch heute noch etwas Besonderes, etwas Hoheitliches ist. Das macht neugierig.
Briefmarken und Philatelie verändern sich, wie sich auch unser ganzes Leben und unsere Gesellschaft verändert. Die Themen und Motive der Briefmarken sind völlig anders als früher. Ich weiß nicht, wer von Ihnen vor vielen Jahren noch Panini- oder Hanuta Bilder mit Fußballern gesammelt hat oder vielleicht Telefonkarten.
Das gibt es heute nicht mehr. Aber die jungen Leute haben heute neue Dinge, die sie sammeln. Ich weiß das von meinem Sohn, dass er häufig Sammelkarten kauft. Das sind keine einfachen Bilder mehr wie früher, sondern die Karten tragen teilweise die Original-Unterschriften berühmter Fußballspieler oder einen kleinen Stofffetzen des getragenen Trikots oder sind in limitierter Auflage. Und die Jugendlichen zahlen hier nicht, wie wir damals eine Mark, nein, diese Sammelkarten werden für 50–100 Euro verkauft. Und wenn man Glück hat, erhält man in einem Päckchen mit fünf Karten, genauso eine limitierte Karte oder eine mit Signatur bzw. Stoffteil.
Auch die Philatelie muss sich ändern. Wir haben daher in den letzten Jahren als Deutsche Post bewusst auch besondere Produkte herausgegeben. Z.B. die Sonder- und Gold-Editionen, die speziell von Liebhabern gekauft werden, so zum Beispiel die Briefmarken mit Freddie Mercury, Tina Turner oder Scorpions. Zudem schauen wir regelmäßig und sind mit Druckereien und Innovationsfirmen im Gespräch, welche Möglichkeiten es gibt, Briefmarken noch interessanter, innovativer und hochwertiger zu gestalten – mit neuen Technologien oder Drucktechniken. Wir nutzen neue Kommunikationswege, versuchen mit den Briefmarkenmotiven Geschichten zu erzählen, nutzen jede Möglichkeit der positiven Kommunikation. Wir geben jeder Briefmarke eine Einzigartigkeit, jede Briefmarke ist mit dem Matrixcode ein Unikat. Mit all den Möglichkeiten, die hierdurch, z.B. mit neuen Produkten, entstehen. Zwischenzeitlich haben sich ja, denke ich, alle an diesen Matrixcode gewöhnt und sehen auch Vorteile darin. Ich war übrigens der, der diesen Matrixcode bei der Deutschen Post auch auf Briefmarken eingeführt hat.
Und dann die Kryptomarke. Auch hier sprechen wir eine ganz neue Zielgruppe an, die sich bislang überhaupt nicht mit Briefmarken beschäftigt hat. Die Welt spielt sich immer mehr im Netz ab. Warum das dann nicht auch mit Briefmarken. Kryptomarken sind beides, klassische, physische Marken und einzigartige, digitale Zwillinge in der Blockchain. Es geht dieser Zielgruppe um digitale Werte.
Wir müssen offen sein, offen für Neues und dürfen nicht nur an alten Dingen festhalten, müssen neues Interesse schaffen bei jungen Leuten. Wir müssen Briefmarken-Produkte für neue Zielgruppen entwickeln und neue Vertriebs- und Kommunikationswege finden. Nicht bei den alten Dingen stehen bleiben. Und wir müssen mit Menschen reden und sie begeistern für Briefmarken, Motive und für die Geschichten dahinter.
Nochmals viele Grüße, eine schöne Zeit hier auf der Messe, gute Geschäfte, ein guter Austausch, viele neue Eindrücke und Erfahrungen und viel Erfolg beim Sammeln und Stöbern. Noch einmal mein besonderer Dank an die Organisatoren, die das alles möglich gemacht haben.
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Der Autor, Bernd Meyer, ist Philaseiten Mitglied. Ihm, Wolfgang Lang vom APHV und Wolfgang Maassen vielen Dank für die Nachveröffentlichungsrechte.
links Bernd Meyer mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier
Briefmarken, Briefmarken sammeln, ist schon etwas Schönes. Ich bin jedoch immer wieder darüber etwas irritiert und auch etwas verärgert, wenn ich in der täglichen Presseauswertung Artikel mit der Headline lese, wie zum Beispiel: „Philatelie ein aussterbendes Hobby“ oder „Wer sammelt heute denn noch Briefmarken?“. Ich war in den letzten Jahren immer sehr darauf bedacht, möglichst viele positive Beiträge über Briefmarken und Philatelie in den unterschiedlichen Medien zu platzieren. Und dann sowas! Briefmarken sind doch etwas Schönes. Sammeln ist Leidenschaft, Freude, Sammeln verbindet.
Lassen Sie mich von einer Begegnung gestern Abend in Ulm beim Bier an der Theke sprechen. Nach den ersten flüchtigen Gesprächen gestand mir mein Gegenüber, als er hörte, dass ich bei der Deutschen Post für Briefmarken zuständig und ich auf der Briefmarkenbörse hier in Ulm wäre, dass er früher auch schon einmal Briefmarken gesammelt hätte. Er schreibe heute jedoch keine Briefe und deswegen benötige er auch keine Briefmarken mehr und hätte schon lange keine Briefmarken mehr gekauft. Als ich ihm erzählte, welche Briefmarkenmotive wir in den letzten Monaten herausgegeben haben und wie innovativ diese seien, war er sehr erstaunt. Angefangen von der interaktiven Weihnachtsbriefmarke über den Tiptoi-Stift von Ravensburger Verlag bis hin zur Kryptomarke. Er versprach, sich das Thema Briefmarken noch einmal durch den Kopf gehen zu lassen.
Oder, vor wenigen Wochen, nachdem ich mich auf einer Veranstaltung mit Flobo Berger, dem Gründer und Inhaber von GoodGoods, eine Innovations- und Produktentwicklungsfirma in Hamburg, über Briefmarken unterhalten habe, war er begeistert. Er entschloss sich, einen 30-minütigen Podcast über das Thema Briefmarke zu machen und zu veröffentlichen. Er wollte mehr wissen über die ersten Briefmarken, die Technologien, den Entwicklungsprozess und die Motive und Geschichten der Briefmarken. Wir hätten problemlos ein paar Stunden länger sprechen können.
Dies nur zwei Beispiele, wenn wir mit dem Thema Briefmarke positiv auf andere zugehen, Ihnen etwas mehr von Briefmarken erzählen. Den meisten ist gar nicht bewusst, was alles hinter einer Briefmarke steckt und welche Geschichten sich dahinter verbergen. Und den meisten ist gar nicht bewusst, dass Briefmarken auch heute noch etwas Besonderes, etwas Hoheitliches ist. Das macht neugierig.
Briefmarken und Philatelie verändern sich, wie sich auch unser ganzes Leben und unsere Gesellschaft verändert. Die Themen und Motive der Briefmarken sind völlig anders als früher. Ich weiß nicht, wer von Ihnen vor vielen Jahren noch Panini- oder Hanuta Bilder mit Fußballern gesammelt hat oder vielleicht Telefonkarten.
Das gibt es heute nicht mehr. Aber die jungen Leute haben heute neue Dinge, die sie sammeln. Ich weiß das von meinem Sohn, dass er häufig Sammelkarten kauft. Das sind keine einfachen Bilder mehr wie früher, sondern die Karten tragen teilweise die Original-Unterschriften berühmter Fußballspieler oder einen kleinen Stofffetzen des getragenen Trikots oder sind in limitierter Auflage. Und die Jugendlichen zahlen hier nicht, wie wir damals eine Mark, nein, diese Sammelkarten werden für 50–100 Euro verkauft. Und wenn man Glück hat, erhält man in einem Päckchen mit fünf Karten, genauso eine limitierte Karte oder eine mit Signatur bzw. Stoffteil.
Auch die Philatelie muss sich ändern. Wir haben daher in den letzten Jahren als Deutsche Post bewusst auch besondere Produkte herausgegeben. Z.B. die Sonder- und Gold-Editionen, die speziell von Liebhabern gekauft werden, so zum Beispiel die Briefmarken mit Freddie Mercury, Tina Turner oder Scorpions. Zudem schauen wir regelmäßig und sind mit Druckereien und Innovationsfirmen im Gespräch, welche Möglichkeiten es gibt, Briefmarken noch interessanter, innovativer und hochwertiger zu gestalten – mit neuen Technologien oder Drucktechniken. Wir nutzen neue Kommunikationswege, versuchen mit den Briefmarkenmotiven Geschichten zu erzählen, nutzen jede Möglichkeit der positiven Kommunikation. Wir geben jeder Briefmarke eine Einzigartigkeit, jede Briefmarke ist mit dem Matrixcode ein Unikat. Mit all den Möglichkeiten, die hierdurch, z.B. mit neuen Produkten, entstehen. Zwischenzeitlich haben sich ja, denke ich, alle an diesen Matrixcode gewöhnt und sehen auch Vorteile darin. Ich war übrigens der, der diesen Matrixcode bei der Deutschen Post auch auf Briefmarken eingeführt hat.
Und dann die Kryptomarke. Auch hier sprechen wir eine ganz neue Zielgruppe an, die sich bislang überhaupt nicht mit Briefmarken beschäftigt hat. Die Welt spielt sich immer mehr im Netz ab. Warum das dann nicht auch mit Briefmarken. Kryptomarken sind beides, klassische, physische Marken und einzigartige, digitale Zwillinge in der Blockchain. Es geht dieser Zielgruppe um digitale Werte.
Wir müssen offen sein, offen für Neues und dürfen nicht nur an alten Dingen festhalten, müssen neues Interesse schaffen bei jungen Leuten. Wir müssen Briefmarken-Produkte für neue Zielgruppen entwickeln und neue Vertriebs- und Kommunikationswege finden. Nicht bei den alten Dingen stehen bleiben. Und wir müssen mit Menschen reden und sie begeistern für Briefmarken, Motive und für die Geschichten dahinter.
Nochmals viele Grüße, eine schöne Zeit hier auf der Messe, gute Geschäfte, ein guter Austausch, viele neue Eindrücke und Erfahrungen und viel Erfolg beim Sammeln und Stöbern. Noch einmal mein besonderer Dank an die Organisatoren, die das alles möglich gemacht haben.
---
Der Autor, Bernd Meyer, ist Philaseiten Mitglied. Ihm, Wolfgang Lang vom APHV und Wolfgang Maassen vielen Dank für die Nachveröffentlichungsrechte.
Am: 22.03.2026 09:42:31
Gelesen: 2072
# 2
@ Richard [#1]
Auch die Philatelie muss sich ändern
Hallo Richard,
nein, muss sie nicht. Aber die Denkmuster bei den Entscheidungsträgern, die meiner Ansicht nach viel zu sehr in der Briefmarken-Klassik verhaftet sind ("Klassik vor 1860 gut, Rest Scheisse"). Philatelie ist ein wahnsinnig breites Hobby, das sieht man hier am besten im Forum. Ich kann sammeln, was mir Spass macht. Ich kann soviel Geld in die Hand nehmen, wie ich will. Ich kann mich mit Gebieten auseinandersetzen, die mich interessieren. Keiner kann mir Vorschriften machen, wie ich etwas zu sammeln habe.
Ich würde den Satz anders formulieren: Wir müssen in der organisierten Philatelie mit offenen Augen die Trends wahrnehmen, anerkennen und fördern.
Beste Grüsse!
Lars
P.S. Mir gefallen die Crypto-Marken immer besser! Ich freue mich auf die Exphimo in Bad Mondorf in Luxemburg, wo eines der grössten Crypto-Marken-Exponate der Welt zu sehen sein wird. Wahrscheinlich ist es das grösste Crypto-Marken-Exponat.
Auch die Philatelie muss sich ändern
Hallo Richard,
nein, muss sie nicht. Aber die Denkmuster bei den Entscheidungsträgern, die meiner Ansicht nach viel zu sehr in der Briefmarken-Klassik verhaftet sind ("Klassik vor 1860 gut, Rest Scheisse"). Philatelie ist ein wahnsinnig breites Hobby, das sieht man hier am besten im Forum. Ich kann sammeln, was mir Spass macht. Ich kann soviel Geld in die Hand nehmen, wie ich will. Ich kann mich mit Gebieten auseinandersetzen, die mich interessieren. Keiner kann mir Vorschriften machen, wie ich etwas zu sammeln habe.
Ich würde den Satz anders formulieren: Wir müssen in der organisierten Philatelie mit offenen Augen die Trends wahrnehmen, anerkennen und fördern.
Beste Grüsse!
Lars
P.S. Mir gefallen die Crypto-Marken immer besser! Ich freue mich auf die Exphimo in Bad Mondorf in Luxemburg, wo eines der grössten Crypto-Marken-Exponate der Welt zu sehen sein wird. Wahrscheinlich ist es das grösste Crypto-Marken-Exponat.
Am: 22.03.2026 10:39:31
Gelesen: 2019
# 3
@ Lars Boettger [#2]
Genau, die Philatelie muss sich nicht ändern, man muss aber weg vom großen Geld, auch bei Ausstellungen wo die Klassik überproportioniert bewertet wird, wenngleich es viele Gebiete gibt die interessant und schwierig sind, nur kosten diese Exponate halt oftmals weniger als bei anderen Exponaten ein Stück des Exponates. Das ist aber sicher mehr für ein anderes Thema geeignet, möchte daher nichts Weiteres zu schreiben, nur soviel als dass sich schon einiges änderte, aber es gibt noch weiteres da geändert werden sollte. Otto-Normal-Aussteller haben aber nur eine sehr schwache Lobby.
@ Richard [#1]
Management Bingo, auch von Herrn Meyer wie üblich in dessen Kreisen, ändern müssen sich andere, die Deutsche Post ist Beratungsresistent deren Service, Programm und Gehabe ist aber unterirdisch.
Und Dein Kommentar dass Bernd Meyer Philaseiten Mitglied ist, hat er hier schonmal was geschrieben ? Ansonsten ist er nur eine Karteileiche.
Am: 22.03.2026 17:51:30
Gelesen: 1815
# 4
@ 22028 [#3]
Was Du schreibst, wie üblich in Deinen Kreisen ist eine freche und unhöfliche Antwort auf Fragen, die nicht bestellt wurden.
Bernd ist erst seit Januar diesen Jahres nach 47 Jahren bei seinem bisherigen Arbeitgeber ausgeschieden, dort hatte er wie alle Mitarbeiter in Leitender Funktion, vermutlich keine Erlaubnis in Foren zu schreiben.
Ihn deswegen als Karteileiche zu bezeichnen, ist eine Unverschämtheit.
Was Du schreibst, wie üblich in Deinen Kreisen ist eine freche und unhöfliche Antwort auf Fragen, die nicht bestellt wurden.
Bernd ist erst seit Januar diesen Jahres nach 47 Jahren bei seinem bisherigen Arbeitgeber ausgeschieden, dort hatte er wie alle Mitarbeiter in Leitender Funktion, vermutlich keine Erlaubnis in Foren zu schreiben.
Ihn deswegen als Karteileiche zu bezeichnen, ist eine Unverschämtheit.
Am: 22.03.2026 18:01:39
Gelesen: 1802
# 5
@ Richard [#4]
Was Du schreibst, wie üblich in Deinen Kreisen ist eine freche und unhöfliche Antwort auf Fragen, die nicht bestellt wurden.
Ich weiss leider nicht was „in meinen Kreisen“ üblich ist..., und was Du damit sagen willst…
Die Sammler welche mich persönlich kennen (und das sind eine ganze Menge) wissen, dass ich ein umgänglicher Mensch bin der allerdings seine Kritik, auch an Honoratioren und Würdenträger, oft nicht zurücksteckt.
Ich war auch lange Jahre (OK, nicht ganz so lange wie Bernd Meyer, bei mir waren es nur 40 Jahre und 1 Monat) in einem Großkonzern tätig, da waren Soziale Medien klar in den Firmenrichtlinien geregelt und ich denke bei der deutschen Post ist es genauso….
Was mich interessieren würde, was hat Bernd Meyer in all seinen Jahren für die Philatelie Positives getan? Im Allgemeinen hört man hier nicht viel positives über die Deutsche Post und deren Philatelie-Abteilungen.
Am: 23.03.2026 14:10:40
Gelesen: 1508
# 6
Die Rede ist sehr aus Sicht eines Postphilatelie-Produktmanagers geschrieben, der sich dann auch noch stark auf die an sich nichtssagenden Briefmarken selbst fokussiert. Was bringt es, irgendwelche "Briefmarken-Produkte für neue Zielgruppen" zu entwickeln, wenn es die de facto nur bei der Versandstelle und teilweise sogar nur auf telefonische Bestellung gibt? Und vor allem: Was bringt es "der Philatelie", wenn sich Menschen diese Dinger kaufen und in irgendeine Schublade legen?
Dass sich die Philatelie in Sachen Marketing noch auf Vorkriegsniveau befindet, sehe ich auch so. Das Problem löst aber nicht die Post durch neue windige Produkte und Marketingkampagnen. Das muss die organisierte Philatelie schon von sich heraus schaffen - und dabei natürlich ganz andere Dinge in den Fokus rücken als Gold-Krypto-Editionen der Post.
Am: 23.03.2026 15:22:57
Gelesen: 1443
# 7
@ TeeKay [#6]
Richtig!
Neue Interessenten bekommt man nicht unbedingt über den Verkauf irgendwelcher innovativen Produkte.
Wichtig sind auch schöne Motive, die einen potentiellen Neusammler ansprechen.
Obwohl ich "Bund" schon lange nicht mehr sammle (es war mein Einstieg), so werden doch in letzter Zeit teilweise sehr ansprechende Motive herausgegeben.
Ich nehme mal das Beispiel Katzenbaby.
Wenn jetzt beispielsweise eine Sekretärin,die Katzen mag, im Betrieb einen Umschlag mit der Marke erhält, wird sie den Umschlag nicht im Altpapier entsorgen, sondern die Marke herausschnipseln und irgendwo am oder im Schreibtisch deponieren.
Das ist doch letztlich der Beginn des Sammelns.
Ich denke die Philatelie ist insgesamt zu "kapitalistisch" aufgestellt.
Oftmals steht der Wert im Vordergrund und nicht die Freude an den Marken und das zieht sich durch das gesamte System der real existierenden Philatelie.
Viele Grüße
Thomas
Am: 23.03.2026 17:03:46
Gelesen: 1350
# 8
Hier beginnt ja das Problem: Wo kann man diese schönen Motive sehen und kaufen? Selbst die Philatelie-Shops haben ja nicht mehr alles vorrätig, was herausgegeben wird. Die normalen Post-Shops haben die Ware in Schubladen, in geringer Auswahl. Auf der Website der Post werden auf der Startseite prominent Matrixcodes verkauft. Mit gleich 11 Links werde ich darauf gelotst. Briefmarken gibts unter einem Link, der allerdings eher in einem auf mich wie ein Header-Bild wirkenden Abschnitt versteckt ist. Unter den Matrixcodes kommt dann die Meldung zur schönsten Marke des Jahres, wobei die Post dann die Chance vergibt, dass ich die Marken auch gleich bestellen kann.
Daher denke ich, dass man die Idee vergessen sollte, irgendwen mit Neuheiten zum Sammeln zu bringen. Die Post selbst glaubt weder, dass der Verkauf von Neuheiten ein gutes Geschäft wäre, noch versucht sie, es zu einem guten Geschäft zu machen. Wenn das also nichtmal die, die am meisten wirtschaftlich davon profitieren würden, versuchen, dann können das Externe erst recht aufgeben. Und sich auf Dinge fokussieren, die sie eher kontrollieren können. Und das wäre das Erzählen von spannenden Geschichten mit Hilfe alten Materials. Dann müssten aber auch mal alle Beteiligten beginnen zu erkennen, dass die Post bestenfalls kein Verbündeter ist, schlimmstenfalls ein Gegner. Auch weil sie immer noch mit dem Enttäuschungen vorprogrammierenden impliziten Inaussichtstellen von Wertzuwächsen im Marketing arbeitet.
Daher denke ich, dass man die Idee vergessen sollte, irgendwen mit Neuheiten zum Sammeln zu bringen. Die Post selbst glaubt weder, dass der Verkauf von Neuheiten ein gutes Geschäft wäre, noch versucht sie, es zu einem guten Geschäft zu machen. Wenn das also nichtmal die, die am meisten wirtschaftlich davon profitieren würden, versuchen, dann können das Externe erst recht aufgeben. Und sich auf Dinge fokussieren, die sie eher kontrollieren können. Und das wäre das Erzählen von spannenden Geschichten mit Hilfe alten Materials. Dann müssten aber auch mal alle Beteiligten beginnen zu erkennen, dass die Post bestenfalls kein Verbündeter ist, schlimmstenfalls ein Gegner. Auch weil sie immer noch mit dem Enttäuschungen vorprogrammierenden impliziten Inaussichtstellen von Wertzuwächsen im Marketing arbeitet.
Am: 23.03.2026 17:24:45
Gelesen: 1329
# 9
@ TeeKay [#6]
Jou, "die Post" versteht scheinbar den Kern der Philatelie vollkommen falsch. Wir sammeln keine "Sammelkarten", sondern "Gutscheine für eine vorausbezahlte Dienstleistung der Post", Gutscheine, die einen postalischen Bedarf dienen.
Stark vereinfacht gesagt, vielleicht klingt das auch etwas übertrieben (Motivler mögen mir verzeihen...), wir dokumentieren erst einmal "nur" das postalische Handeln, in allen seinen Aspekten - und da gehören die Briefmarken genannten Gutscheine dazu, aber nur solange diese Briefmarken als Kernaufgabe regulären Gutscheinen entsprechen. Gutscheine, die grundsätzlich erst einmal auch (nur) für diesen Zweck verausgabt werden bzw. die diese Aufgabe erfüllen - und eben nicht um den Sammlermarkt mit Sammelkarten zu versorgen. Briefmarken sind keine Panini-Bilder oder Pokémon-Karten. Verallgemeinert gesprochen.
Und ja, vielleicht muss sich die moderne Philatelie anpassen, heisst dann aber nicht, nur für Sammler verausgabte "Sammelkarten" der Post zu sammeln, Dinge zu sammeln, die nicht mehr den echten Postbedarf abdecken, sondern sich tiefgründiger z.B. mit modernen Frankaturformen (wie DV-Freimachungen etc.) oder postalischen Prozessen zu beschäftigen. Zumindest wenn man sich als Philatelist mit der Jetzt-Zeit und nur nicht mit der Klassik (bis zum Jahr 2000 oder so) beschäftigt.
Erinnert mich irgendwie an die "Sache", wo wir mal bezüglich eines Betriebsversuches bei der Post nachfragten, und diese daraufhin schrieb, dass das keine philatelistische Fragestellung sei, d.h. dass uns das nichts angehen würde. Gut, man kann verstehen, dass sie uns über schwebende bzw. über interne Dinge nicht informieren will, schön, nachvollziehbar, aber die Post meinte uns hier vorschreiben zu müssen, was Philatelie ist. Für die Post bedeutet "Philatelie = Briefmarken" und "keine Briefmarken = keine Philatelie".
Philatelie besteht für die Post offenbar nur (Post-) Sammelprodukte sammeln. Genau das klingt in der Rede von Herrn Meyer leider wieder mit.
Beste Grüße
Thomas
OK, ich beschäftige mich inzwischen auch etwas mit der "klassischen" Kartonphilatelie bzw. dem guten alten Agentur(un)wesen von damals, aber das eher im Rahmen eines philatelie(markt)geschichtlichen Ansatzes. ;-) Heisst, wenn es die Cryptostamps dann in 20-30 Jahren in der Groschenkiste gibt, passen auch diese in diesen meinen "Rahmen". ;-)
Am: 23.03.2026 21:37:18
Gelesen: 1187
# 10
@ DL8AAM [#9]
Klassik bis zum Jahr 2000 oder so?
Der war gut! Erzähl den mal einem Juror!
Gruß
Friedhelm
Am: 23.03.2026 22:34:26
Gelesen: 1122
# 11
@ fdoell [#10]
Deshalb ja auch kursiv gesetzt. Die "klassische Briefmarkenzeit", d.h. die Zeit in der Briefmarken noch ein von jedem genutztes Allgemeingut war, endet für mich so um das Jahr 2000, plusminus ein paar Minuten... ;-) Weil die Jahreszahl so schön rund aussieht. Jetzt fristen sie ja nur noch eine Randexistenz im Postalltag, zumindest im allgemeinen Nutzungsbereich durch die breite 'Zivilbevölkerung'. Und Postalltag meine ich von der WhatsApp/Email bis zum Paket.
;-)
Thomas
Am: 23.03.2026 23:20:29
Gelesen: 1090
# 12
@ DL8AAM [#11]
Jetzt fristen [die Briefmarken] ja nur noch eine Randexistenz im Postalltag, zumindest im allgemeinen Nutzungsbereich durch die breite 'Zivilbevölkerung'.
Immerhin werden von dieser "Randexistenz" immer noch eine Milliarde Stück von der Deutschen Post verkauft.
Wirklich eine Randexistenz fristen die philatelistischen Produkte von der Post, wie naßklebende Briefmarken, Ersttagsblätter, Numisbriefe etc. Wahrscheinlich holen die betriebswirtschaftlich gesehen, nicht einmal ihre Kosten herein.
Für die Deutsche Post aka DHL wäre eine vollständige Aufgabe der Philatelie wirtschaftlich die beste Entscheidung. Ein guter Kompromiss wäre, alle Sonderausgaben in 4 - 5 "Themenbögen" als selbstklebende Markensets mit jeweils 10 verschiedenen Motiven zusammenzufassen. Und wer mich jetzt als Totengräber der Philatelie beschimpft: diese "Themenbögen" kann man sammeln, und man bekommt die Einzelmarken sogar umsonst aus der Tagespost. Viele Privatleute, Ärzte, Handwerker etc. benutzen noch Briefmarken. Sie wollen aber selbstklebende Marken, weil die einfach praktischer sind.
Ein Herr Meyer wird sich aber im Konzern nicht selbst abschaffen. Das müssen andere tun.
Am: 24.03.2026 07:51:22
Gelesen: 979
# 13
@ drmoeller_neuss [#12]
Herr Meyer hat das "sich selbst abschaffen" schon selbst erledigt: "werde ich zum 1. Januar 2026 in den Ruhestand gehen".
Die Rede hat den komplett falschen Ansatz. Philatelie sollte sich eigentlich nach dem postalischen Bedarf richten. Für Kryptomarken, Kartonphilatelie, Philatielieblocks und dem ganzen anderen Käse besteht aber kein postalischer Bedarf - das zeigt sich daran, daß es nur über die Philatelieschiene vertrieben wird.
Telefonkarten gibt es nicht mehr, schreibt der gute Herr Meyer. Wie lange gibt es wohl noch Briefmarken? Fragen wir doch einmal die Dänen.
Lieber Richard, weniger ist mehr. Diese Rede hätte in der Rundablage oder vielleicht in einer Marketingvorlesung den besseren Platz gefunden.
Viele Grüße
Nachtreter
Am: 24.03.2026 10:25:27
Gelesen: 881
# 14
@ Nachtreter [#13]
Die Rede hat den komplett falschen Ansatz. Philatelie sollte sich eigentlich nach dem postalischen Bedarf richten. Für Kryptomarken, Kartonphilatelie, Philatielieblocks und dem ganzen anderen Käse besteht aber kein postalischer Bedarf.
So sehen wir das als die Briefmarkensammler „der alten Schule“.
Nachdem die Postverwaltungen europaweit privatisiert wurden, müssen wir leider zur Kenntnis nehmen, dass die Unternehmen, die heute Postdienstleistungen erbringen, auf Gewinn ausgerichtet sind und die klassische Briefdienstleitung nicht im Vordergrund steht.
Wenn man mit Briefmarken mangels Nachfrage keinen Gewinn mehr machen kann, produziert man eben „Bildchen=Kryptomarken“, die anscheinend gewinnbringend verkauft werden können. Ob das Sammeln dieser „Bildchen“ ohne postalischen Bedarf in unserem Sinne so eine Verbreitung finden wird wie das klassische Briefmarkensammeln nun für über 150 Jahre, muss die Nachwelt entscheiden. Ändern können wir daran nichts und es wird schwierig sein, die Jugend für das Briefmarkensammeln in unserem Sinn zu begeistern, wenn sie kaum mehr damit in Berührung kommt.
Gruß
Bernd