Bei Aliexpress gab es im vergangenen Sommer 100 Briefmarken à 1.20 Franken für 40 bis 48 Franken. Jetzt ist das Angebot verschwunden. Die Post reichte Strafanzeige gegen Verkäufer und Käufer von gefälschten Briefmarken ein.
Allerdings sind die Briefmarken aus dem China-Shop ...
Bei Aliexpress gab es im vergangenen Sommer 100 Briefmarken à 1.20 Franken für 40 bis 48 Franken. Jetzt ist das Angebot verschwunden.
Darum geht es:
- Die Post will gegen Briefmarkenfälscher vorgehen.
- Auch den Käufern droht sie mit harten Strafen.
- Die Post empfiehlt, Briefmarken in den offiziellen Verkaufsstellen oder im Onlineshop der Post zu erwerben.
100 Schweizer A-Post-Briefmarken kosten beim China-Shop Aliexpress knapp 40 Franken, ein Drittel des regulären Preises, wie 20 Minuten im vergangenen August berichtete. Ob es sich dabei um Fälschungen handelte, war unklar.
Ein Briefmarkenexperte verglich die Marken aus China mit seiner Sammlung und war überzeugt: «Sie sind echt.» Ein mit einer solchen Marke verschickter Brief kam ohne Beanstandung an. Der Post war ein solcher Fall noch nicht bekannt, wie es auf Anfrage hiess. Doch im September reichte sie Strafanzeige bei der Bundesanwaltschaft ein. Denn mittlerweile steht fest: Es sind Fälschungen. Dies teilt die Post nun gegenüber 20 Minuten mit.
Die Straffahnder sollen «Fälschungen von hoher Qualität» ahnden, die über Aliexpress zum Verkauf angeboten werden. Die Anzeige richtet sich gegen eine unbekannte Täterschaft, wie das Finanznews-Portal «Inside-Paradeplatz» unter Berufung auf die Strafanzeige schreibt. Das Angebot bei Aliexpress ist nun verschwunden.
Anzeige gegen Einfuhr und Verwendung von gefälschten Briefmarken
Post-Sprecherin Silvana Grellmann bestätigt die Anzeige. Fälschungen gebe es immer wieder, doch auf das Verkaufsangebot auf Aliexpress sei die Post durch die Anfrage von 20 Minuten aufmerksam geworden. «Seither erfolgten und erfolgen laufend weitere Strafanzeigen», sagt Grellmann.
Wer eine Fälschung kauft, soll dafür belangt werden. «Zur Anzeige gebracht wird die Einfuhr, der Weiterverkauf sowie auch die Verwendung von gefälschten Briefmarken», sagt Grellmann. Es drohen Geldstrafen und sogar Freiheitsstrafen.
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Wer in der Schweiz lebt, hätte zumindest davon ausgehen müssen, dass es sich bei den auf Aliexpress gehandelten Briefmarken mit hoher Wahrscheinlichkeit um Fälschungen handelt, heisst es in der Strafanzeige. «Insofern wäre mindestens von einem Eventualvorsatz auszugehen.»
Quelle: https://www.20min.ch/story/post-geht-gegen-gefaelschte-briefmarken-aus-china-vor-103492289 - Sie können die ausführlichere (längere) Version des Beitrag über diesen Link erhalten, dazu auch Leserbriefe.
Thema:
Strafanzeige: Schweizer Billig-Briefmarken aus China: Post belangt auch Käufer
Am: 14.02.2026 09:19:50
Gelesen: 2242
# 1
Strafanzeige: Schweizer Billig-Briefmarken aus China: Post belangt auch Käufer
von Fabian Pöschl, 20 Minuten (25.1.2026, Auszug) - Die Post ist nach einem Bericht von 20 Minuten über Billig-Briefmarken aufgeschreckt. Sie reicht Strafanzeige gegen Käufer und Verkäufer von Fälschungen ein.
Bei Aliexpress gab es im vergangenen Sommer 100 Briefmarken à 1.20 Franken für 40 bis 48 Franken. Jetzt ist das Angebot verschwunden. Die Post reichte Strafanzeige gegen Verkäufer und Käufer von gefälschten Briefmarken ein.
Allerdings sind die Briefmarken aus dem China-Shop ...
Bei Aliexpress gab es im vergangenen Sommer 100 Briefmarken à 1.20 Franken für 40 bis 48 Franken. Jetzt ist das Angebot verschwunden.
Darum geht es:
- Die Post will gegen Briefmarkenfälscher vorgehen.
- Auch den Käufern droht sie mit harten Strafen.
- Die Post empfiehlt, Briefmarken in den offiziellen Verkaufsstellen oder im Onlineshop der Post zu erwerben.
100 Schweizer A-Post-Briefmarken kosten beim China-Shop Aliexpress knapp 40 Franken, ein Drittel des regulären Preises, wie 20 Minuten im vergangenen August berichtete. Ob es sich dabei um Fälschungen handelte, war unklar.
Ein Briefmarkenexperte verglich die Marken aus China mit seiner Sammlung und war überzeugt: «Sie sind echt.» Ein mit einer solchen Marke verschickter Brief kam ohne Beanstandung an. Der Post war ein solcher Fall noch nicht bekannt, wie es auf Anfrage hiess. Doch im September reichte sie Strafanzeige bei der Bundesanwaltschaft ein. Denn mittlerweile steht fest: Es sind Fälschungen. Dies teilt die Post nun gegenüber 20 Minuten mit.
Die Straffahnder sollen «Fälschungen von hoher Qualität» ahnden, die über Aliexpress zum Verkauf angeboten werden. Die Anzeige richtet sich gegen eine unbekannte Täterschaft, wie das Finanznews-Portal «Inside-Paradeplatz» unter Berufung auf die Strafanzeige schreibt. Das Angebot bei Aliexpress ist nun verschwunden.
Anzeige gegen Einfuhr und Verwendung von gefälschten Briefmarken
Post-Sprecherin Silvana Grellmann bestätigt die Anzeige. Fälschungen gebe es immer wieder, doch auf das Verkaufsangebot auf Aliexpress sei die Post durch die Anfrage von 20 Minuten aufmerksam geworden. «Seither erfolgten und erfolgen laufend weitere Strafanzeigen», sagt Grellmann.
Wer eine Fälschung kauft, soll dafür belangt werden. «Zur Anzeige gebracht wird die Einfuhr, der Weiterverkauf sowie auch die Verwendung von gefälschten Briefmarken», sagt Grellmann. Es drohen Geldstrafen und sogar Freiheitsstrafen.
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Wer in der Schweiz lebt, hätte zumindest davon ausgehen müssen, dass es sich bei den auf Aliexpress gehandelten Briefmarken mit hoher Wahrscheinlichkeit um Fälschungen handelt, heisst es in der Strafanzeige. «Insofern wäre mindestens von einem Eventualvorsatz auszugehen.»
Quelle: https://www.20min.ch/story/post-geht-gegen-gefaelschte-briefmarken-aus-china-vor-103492289 - Sie können die ausführlichere (längere) Version des Beitrag über diesen Link erhalten, dazu auch Leserbriefe.
Bei Aliexpress gab es im vergangenen Sommer 100 Briefmarken à 1.20 Franken für 40 bis 48 Franken. Jetzt ist das Angebot verschwunden. Die Post reichte Strafanzeige gegen Verkäufer und Käufer von gefälschten Briefmarken ein.
Allerdings sind die Briefmarken aus dem China-Shop ...
Bei Aliexpress gab es im vergangenen Sommer 100 Briefmarken à 1.20 Franken für 40 bis 48 Franken. Jetzt ist das Angebot verschwunden.
Darum geht es:
- Die Post will gegen Briefmarkenfälscher vorgehen.
- Auch den Käufern droht sie mit harten Strafen.
- Die Post empfiehlt, Briefmarken in den offiziellen Verkaufsstellen oder im Onlineshop der Post zu erwerben.
100 Schweizer A-Post-Briefmarken kosten beim China-Shop Aliexpress knapp 40 Franken, ein Drittel des regulären Preises, wie 20 Minuten im vergangenen August berichtete. Ob es sich dabei um Fälschungen handelte, war unklar.
Ein Briefmarkenexperte verglich die Marken aus China mit seiner Sammlung und war überzeugt: «Sie sind echt.» Ein mit einer solchen Marke verschickter Brief kam ohne Beanstandung an. Der Post war ein solcher Fall noch nicht bekannt, wie es auf Anfrage hiess. Doch im September reichte sie Strafanzeige bei der Bundesanwaltschaft ein. Denn mittlerweile steht fest: Es sind Fälschungen. Dies teilt die Post nun gegenüber 20 Minuten mit.
Die Straffahnder sollen «Fälschungen von hoher Qualität» ahnden, die über Aliexpress zum Verkauf angeboten werden. Die Anzeige richtet sich gegen eine unbekannte Täterschaft, wie das Finanznews-Portal «Inside-Paradeplatz» unter Berufung auf die Strafanzeige schreibt. Das Angebot bei Aliexpress ist nun verschwunden.
Anzeige gegen Einfuhr und Verwendung von gefälschten Briefmarken
Post-Sprecherin Silvana Grellmann bestätigt die Anzeige. Fälschungen gebe es immer wieder, doch auf das Verkaufsangebot auf Aliexpress sei die Post durch die Anfrage von 20 Minuten aufmerksam geworden. «Seither erfolgten und erfolgen laufend weitere Strafanzeigen», sagt Grellmann.
Wer eine Fälschung kauft, soll dafür belangt werden. «Zur Anzeige gebracht wird die Einfuhr, der Weiterverkauf sowie auch die Verwendung von gefälschten Briefmarken», sagt Grellmann. Es drohen Geldstrafen und sogar Freiheitsstrafen.
Werbung
Wer in der Schweiz lebt, hätte zumindest davon ausgehen müssen, dass es sich bei den auf Aliexpress gehandelten Briefmarken mit hoher Wahrscheinlichkeit um Fälschungen handelt, heisst es in der Strafanzeige. «Insofern wäre mindestens von einem Eventualvorsatz auszugehen.»
Quelle: https://www.20min.ch/story/post-geht-gegen-gefaelschte-briefmarken-aus-china-vor-103492289 - Sie können die ausführlichere (längere) Version des Beitrag über diesen Link erhalten, dazu auch Leserbriefe.
Am: 14.02.2026 10:03:41
Gelesen: 2221
# 2
@ Richard [#16]
Hallo Richard,
ich würde nicht von "Billig-Briefmarken" schreiben - es sind offensichtlich Briefmarken-Fälschungen. "Billig-Briefmarken" könnten auch echte Frankaturware sein, die unter dem Nominalpreis angeboten wird.
Ich ziehe gerade verwundert meine Augenbrauen hoch, dass die Schweizerische Post anscheinend noch nie von Briefmarken-Fälschungen zum Schaden der Post gehört hat, anders kann ich mir die Reaktion nicht erklären.
Beste Grüsse!
Lars
Am: 14.02.2026 10:20:05
Gelesen: 2206
# 3
@ Richard [#16]
Bei Aliexpress gab es im vergangenen Sommer 100 Briefmarken à 1.20 Franken für 40 bis 48 Franken. Jetzt ist das Angebot verschwunden. Die Post reichte Strafanzeige gegen Verkäufer und Käufer von gefälschten Briefmarken ein.
Allerdings sind die Briefmarken aus dem China-Shop ...
Nicht nur Briefmarken der Schweiz wurden in der Volksrepublik China in größerem Umfang gefälscht. Auch deutsche Briefmarken [1] spätestens seit 2015 [2] bzw. Ausgaben anderer europäischer Staaten wie Großbritannien [3] und aus Übersee (Bsp. USA [4]) sind davon betroffen. Mitglied Journalist veröffentlicht seit mehreren Jahren Artikel zu diesem Thema. Eine Übersicht seiner Artikel findet sich hier [5] ;-)
Journalist schreibt in [1] in Beitrag 234 vom 26.01.2024:
Überrascht war ich vor einigen Wochen bei einer Analyse, das die Chinesen aber auch folgende Fälschungen herstellen:
a) Frankreich
b) Niederlande
c) Schweden
d) Finnland
e) Australien
und wie bekannt:
f) USA
g) Grossbritannien
c) Deutschland
Es ist schon verwunderlich, dass die Schweizer Post erst jetzt etwas merkt (siehe Kommentar von Lars in Beitrag [#17]).
Gruß
Stefan
[1] https://www.philaseiten.de/cgi-bin/index.pl?ST=11642&CP=0&F=1
[2] https://www.philaseiten.de/cgi-bin/index.pl?ST=11482&CP=0&F=1
[3] https://www.philaseiten.de/cgi-bin/index.pl?ST=19228&CP=0&F=1
[4] https://www.philaseiten.de/cgi-bin/index.pl?ST=13211&CP=0&F=1 (Beitrag 9ff)
[5] http://jolschimke.de/april2015/gesamtuebersicht-meiner-artikel.html (Artikel ab 2018)
Am: 14.02.2026 10:27:55
Gelesen: 2194
# 4
@ Richard [#16]
Seit Jahren wundert es mich, daß die chinesische Regierung nichts gegen diese Fälscherbande(n) unternimmt, die Postwertzeichen verschiedener Länder fälscht.
Eine Regierung, die ansonsten ihre Bevölkerung genauestens kontrolliert, ist hier quasi blind.
Letztendlich ist das doch eine absolute Rufschädigung für das Land.
Ich möchte nicht wissen, wie die dortige Regierung reagieren würde, wenn gefälschte chinesische Postwertzeichen im Ausland hergestellt würden und zu Dumpingpreisen im Internet verkauft werden.
Viele Grüße
Thomas
Am: 14.02.2026 11:01:10
Gelesen: 2159
# 5
@ angim [#4]
Seit Jahren wundert es mich, daß die chinesische Regierung nichts gegen diese Fälscherbande(n) unternimmt, die Postwertzeichen verschiedener Länder fälscht.
Hallo Thomas,
warum sollten Sie dagegen etwas unternehmen? Die Briefmarkenfälscher schädigen nicht das eigene Land, sondern "nur" das feindliche (westliche) Ausland. Ich würde auch sagen, dass wahrscheinlich noch ein Unterschied im Briefmarkenfälschen und im Banknotenfälschen gemacht wird. Beim Banknotenfälschen erschüttert man das Vertrauen in eine staatliche Währung, beim Briefmarkenfälschen sind in der europäischen Union "nur" private Unternehmen betroffen.
Ich möchte nicht wissen, wie die dortige Regierung reagieren würde, wenn gefälschte chinesische Postwertzeichen im Ausland hergestellt würden und zu Dumpingpreisen im Internet verkauft werden.
Das würde mich auch interessieren. Das dürfte sich aber relativ einfach herausfinden lassen.
Beste Grüsse!
Lars
Am: 14.02.2026 11:32:34
Gelesen: 2130
# 6
@ Lars Boettger [#5]
Die Briefmarkenfälscher schädigen nicht das eigene Land, sondern "nur" das feindliche (westliche) Ausland.
Dann ist es ja schon ein schlechter Witz, wenn man dann auch ausgerechnet die Briefmarken der Schweiz fälscht.
Das käme ja dann einer Zuordnung gleich, die geradezu eine Beleidigung der Schweiz wäre.
Ich persönlich möchte ja gerne annehmen, daß man zumindest im Außenministerium und in der Staatsführung nicht im Thema ist.
Viele Grüße
Thomas
Am: 14.02.2026 11:36:07
Gelesen: 2127
# 7
@ angim [#4]
Die chinesische Diktatur ist kein gleichberechtigter Partner, sondern der Feind. Langfristiges Ziel ist globale Dominanz. Um die zu erreichen, verfolgt die CCP einen Jahrzehnte währenden Plan extrem konsequent. Eine Industrie nach der anderen wird mit Betrug, Diebstahl und staatlich finanzierten Dumpingpreisen ruiniert und dann übernommen. Warum sollte Logistik davon ausgenommen werden? Ist doch ein genialer Plan. Erst flutet man den Westen mit Billigbriefen mit giftigem, unverzollten Temu-Müll, ohne die westlichen Postgesellschaften für den Transport angemessen zu vergüten und dann raubt man ihnen mit gefälschten Briefmarken auch noch die Umsätze für die im Inland aufgegebenen Briefe.
Am: 14.02.2026 18:53:35
Gelesen: 2002
# 8
@ angim [#4]
ist hier quasi blind.
Die ist ganz sicher nicht blind, denn Zitat
"In China müssen Unternehmen ab einer bestimmten Größe (oft schon ab drei Mitgliedern) Parteikomitees einrichten, deren Parteisekretäre erheblichen Einfluss auf Geschäftsentscheidungen nehmen können. Dies betrifft staatliche, private und zunehmend auch ausländische Firmen, um die Kontrolle der KPCh zu gewährleisten ...", siehe u.a. [1]
Da dürfte es wohl eher undenkbar sein, dass "Qualitätsdruckereien", die Briefmarken (inzwischen) auf Weltniveau im Vorborgenen drucken und vollkommen unsichtbar auf einer großen, ebenfalls "kontrollierten" chin. Onlineplattform weltweit anbieten bzw. absolut unbemerkt exportieren.
@ TeeKay [#7]
flutet man den Westen mit Billigbriefen
Über die chinesischen Post "leider" ja nicht mehr, dass hatte Trump in seiner ersten Amtsperiode bereits beendet, als er seinerzeit drohte, genau aus diesem Grund den Weltpostverein zu verlassen bzw. "zu sprengen". Da China für die UPU bis heute ja immer noch als Entwicklungsland gilt und deshalb kaum "Postaustauschgebühren" an die übernehmenden Posten der 'entwickelten Staaten' abführen muss. Und als Veto-Macht konnte China jede Änderung seines Status verhindern. Seitdem haben wir ja auch die "Document only"-Regel im internationalen Briefverkehr.
Seitdem wickelt nun DHL direkt den Versand als "Paket- bzw. Päckchen" für den chinesischen eCommerce Sektor ab, entweder über ihre eigenen Niederlassungen in China oder inzwischen verstärkt über hiesige "Partnerunternehmungen", die große "Containerlieferungen" vereinzeln bzw. als nationale DHL Inlands-Pakete/Päckchen versenden.
Die Zeiten des guten alten Direktversandes mit der chinesischen Post sind (für uns Philatelisten leider) vorbei. Das brachte uns damals viele ausgesprochen schöne PFS-Labelfrankaturen. Selbst die (für uns Philatelisten) immer noch sehr interessanten 'klassischen Remailing"-Formen über Drittländer sind (fast) komplett vorbei. Selbst die "Niederaula"-Sendungen sind inzwischen eigentlich passé. Nun kommen die "grauen Plastiksäckchen" fast ausschließlich nur noch als DHL-Inlandspaket und -päckchen (zu "Sonderkonditionen") an, wobei DHL für die Versender sogar nichtexistierende deutsche Absenderadressen als "Deckabsender" verwendet, wie z.B. die Lessingstraße 400 in Frankfurt/Oder. Für mich als "Modernpost-Philatelist" ist das alles aber immer noch posttechnisch interessant genug, um regelmäßig ein Billigpäckchen in China anzufordern. ;-)
[1] https://www.capital.de/wirtschaft-politik/der-parteisekretaer-der-basf-30790592.html
Am: 14.02.2026 19:08:43
Gelesen: 1984
# 9
Zurück zur Überschrift:
Wer Postwertzeichen im Wert von 120 Franken in China für 40 Franken kauft, dürfte genau wissen, dass er Fälschungen kauft.
Das gilt auch, obwohl allgemein bekannt ist, dass aus China niemals Fälschungen kommen. ;-)
Am: 14.02.2026 19:31:08
Gelesen: 1959
# 10
@ bovi11 [#9]
Ja, beim Direktkauf in China dürfte das sicherlich für jeden Ersterwerber eineindeutig ersichtlich sein.
Zum Problem wird das (u.a.), wenn ein (bzw. der erste) "Zwischenhändler" (z.B. aus dem Sektor Frankaturhändler) zwischen- oder nachgeschaltet wurde - und diese dann nur noch mit einem marktüblichen Abschlag (auf den Postpreis) an den Endverbraucher abgibt. Zum Beispiel kauft ein Kioskbetreiber beim Frankaturhändler mit "etwas Rabatt" Briefmarken für seine Ansichtskarten oder auch der Gerichtsvollzieher für seine PZAs ...
Wenn diese Fälschungen erst einmal "nach Unten" in der Tiefe verteilt sind, wird's krisselig und problematisch den gutgläubigen Nutzer zu belangen. Kaum ein "Endverbraucher" kauft ja selbst direkt Großmengen in China. Inzwischen sind ja die Fälschungen für den 'normalen' Kunden kaum noch erkennbar.
Am: 14.02.2026 22:15:06
Gelesen: 1887
# 11
@ TeeKay [#7]
Dein Beitrag ist unqualifiziert. Die Chinesen haben in den letzten Jahrzehnten ihren technologischen Rückstand aufgeholt. China ist inzwischen ein Hightech-Standort und fast jede zweite zweite Patentanmeldung kommt aus der VR China. Staatliche Subventionen verzerren den Wettbewerb, leider ist die EU hier auch kein Musterknabe - siehe Landwirtschaft.
Das sind die Fakten und man kann China nicht dafür verantwortlich machen, dass in einigen Bereichen die Deutschen den Anschluss verloren haben. Ich hätte meinen philippinischen Freunden gerne ein kleines deutsches Elektrofahrzeug empfohlen.
Die chinesischen Hightech-Konzerne Huawei, Xiaomi und BYD sind global erfolgreich und selbst Opfer von Produktpiraterie aus dem eigenen Land geworden. Der chinesische Staat geht gegen Fälschungen durchaus vor und beschlagnahmt entsprechende Sendungen, noch bevor sie das Land verlassen haben. Allerdings sind die Verkaufsplattformen schlecht kontrollierbar. Wir kennen das von ebay, die sich auch nicht immer an die Gesetze halten.
Wie meine Vorredner schon geschrieben haben, weiss jeder Käufer dieser schweizer Frankaturware genau, was er gekauft hat. Sonst würden die Ermittlungen der schweizer Fahnder gegen die Käufer ins Leere laufen.
Und die Flut der chinesischen Billigimporte würde es ohne die Kunden in Deutschland nicht geben. Und der "Chinaramsch" ist ja per se nicht schlecht.
Süffisanterweise empfiehlt Jürgen Olschimke aka Journalist in dem langen Thema zu gefälschten Briefmarken aus vermutlich chinesischen Druckereien eine chinesische Billiglupe, die aus Hongkong für 2,18 Euro geliefert wird, Batterien inklusive. [1] Man schlägt den Feind mit seinen eigenen Waffen. :)
Und noch ein paar Zahlen zu den Abhängigkeiten: China ist immer noch der 4. wichtigste Exportpartner von Deutschland. 6% oder 90 Milliarden in absoluten Zahlen gehen nach China. Strafzölle auf chinesischen Importe hören sich gut an, aber letztlich zahlt sie der deutsche Verbraucher. Die USA stehen mit 800 Milliarden USD an Staatsanleihen bei den Chinesen in der Kreide. China ist der größte Gläubiger
[1] https://www.philaseiten.de/cgi-bin/index.pl?PR=189661
Am: 15.02.2026 00:42:48
Gelesen: 1820
# 12
Ich hatte mal vor wenigen Jahren versucht, eine Referenzsammlung von gefälschten amerikanischen Markenheftchen zu kaufen auf dem China-Pfad. Die Websites, die praktisch stündlich erschienen und wieder verschwanden nach einigen Tagen waren relativ einfach zu finden. Meine Bestellung wurde auch sofort angenommen und das Geld kassiert. Einige Minuten danach kam dann die lakonische Mail "Wir liefern nicht in die Schweiz". Das Geld zurück zu bekommen hat dann einige Tage gedauert und war recht mühsam.
Das Zurückverfolgen der Websites führte, wenn es klappte, fast immer nach Ghuanzou. Scheint sich dort eine richtige Industrie entwickelt zu haben, so ähnlich wie die Telefon/Internetbetrüger in Westbengalen.
Im Übrigen gibt es schon recht "handliche" Offsetdrucker, die sehr gut Briefmarken drucken können. Wahrscheinlich in China hergestellt wie fast Alles heutzutage. Die Fälscher haben also keine Mühe, sich die nötigen Geräte zu beschaffen.
Bei den USA-Fälschungen ist es mittlerweile soweit, dass die Fälschungen neuer Ausgaben zeitgleich zur USPost erscheinen in guter bis sehr guter Druckqualität (nur das Microprinting schaffen sie nicht). Es gab auch schon gefälschte Ausgaben, die sogar bessere Druckqualität haben als die echten Marken. Was auch nicht wirklich hilft ist das sehr, sehr simple Design von einigen neuen US-Marken. In solchen Fällen kann ein Chinese wohl innert Stunden Druckfolien herstellen.
Wenn man den Webcountern glaubt auf den Chinasites werden hunderte von Bestellungen getätigt pro Stunde! Die US-Zollbehörden fangen täglich schon sackweise Briefe ab was demzufolge wenig überrascht. Was eher überrascht ist das Orangehead nix tut, sonst poltert er über Alles was ihm gerade nicht passt. Der Schaden für die USPost dürfte acht bis neunstellig sein jedes Jahr.
Die früheren US-Fälschungen waren einfach erkennbar wegen schlechterem Druck und fehlendem Leuchtstoff. Mittlerweile leuchten auch Chinafälschungen unter uv (nicht so wie die Originale aber es genügt offenbar um die autom. Mailsorter zu übertölpeln).
Der "Schweizer Experte", der den Fälschungen Echtheit nachsagte war offenbar zu faul oder zu dumm, um zur lw und kw uv Lampe zu greifen. Die Schweiz ist natürlich für die Fälscher ein lukrativer Markt weil die Nennwerte von Schweizer Marken deutlich höher sind als zB die von USA-Marken. Aber die Mengen dürften noch überschaubar sein. Zusamnmen mit der gewohnten Trägheit der Schweizer Behörden erklärt das schon in etwa warum bisher nichts (?) geschah.
Am: 15.02.2026 09:58:43
Gelesen: 1751
# 13
@ TeeKay [#7]
Sorry, du siehst das sehr negativ. Indien und China stellen 1/3 der Weltbevölkerung, werden aber laut Prognosen bald von Afrika überholt und die Menschheit wächst und wächst und bald werden wir die Zahl von 10 - 15 Milliarden HOMO SAPIENS (Stichwort: Anthropozän) erreicht haben. Ob die Regierungen solcher bevölkerungsreichen Staaten (China hat mit der 1-Kind-Politik Hungersnöte verhindert!) jede mit Vorsatz und Gewinnabsicht tätige Fälscher-Bande im Blick haben, ist unser Wunschdenken. Wer sieht, mit wieviel Pässen man sich in Deutschland durchschlagen kann, sollte die Kirche gern mal im Dorf lassen.
Sicherlich wird die Schweizer Presse uns auf dem Laufenden halten und ich bin gespannt, wie das Ganze weitergeht. Wie steht ihr dazu, dass man Käufer haftbar macht? Ist die Versuchung nicht sehr groß? Ist das Unwissen nicht sehr groß? Ist es nicht genau die Schwachstelle, aus der die Fälscher ihren Profit ziehen?
Wenn unser Außenminister mal nach China reist, kann er es ja auf die AGENDA nehmen.
Nicht vergessen: am kommenden Dienstag (Neumond) beginnt das chinesische Neujahr des FEUERPFERDES. Dies war vor 60 Jahren das letzte Mal der Fall, als Mao Zedong die chinesische Kulturrevolution ausrief.
Vielleicht bräuchte auch Europa einen ähnlichen "himmlischen" Antrieb (siehe [#11], auch ich hätte gerne ein deutsches E-Auto), um sich im Weltgefüge seinen guten Ruf zu erhalten.
Liebe Grüße und schönen Sonntag wünscht
10Parale
Am: 15.02.2026 10:18:32
Gelesen: 1736
# 14
China ist ein totalitärer Überwachungsstaat, der Menschen auf Individuenebene trackt und verfolgt auf Basis von Social Media Postings. Zu glauben, dass die Machthaber nicht ganz genau wissen, dass und in welchem Umfang Briefmarkenfälschungen hergestellt und online weltweit vertrieben werden, ist naiv. Das heißt im Umkehrschluss auch, dass Herstellung und Vertrieb staatlich geduldet wird.
Am: 15.02.2026 10:25:44
Gelesen: 1732
# 15
Voriges Jahr hat mir ein Sammler, der sich für moderne Marken Bund interessiert, verschiedene 10er-Blätter mit Marken mit sehr unterschiedlicher Farbe zum Vermessen gegeben. Seit die den Code am Rand tragen, kann man ja auch quasi nachlesen, wer sie hergestellt hat.
Ob der Vielfalt der verwendeten Farben war ich ziemlich verblüfft. Scheinbar sind die Vorgaben der Post so lax, dass es fast egal ist, ob da ein Blau, ein Türkis oder Dunkelgrün genommen wird, Hauptsache, der Code am Rand ist lesbar.
In guten alten Zeiten gab es mal Fehlfarben und teure Farbvarianten. Heute scheint das völlig egal zu sein, wenn vier verschiedene Druckereien einen Teil-Druckauftrag für ein und dieselbe Marke bekommen und dabei komplett unterschiedliche Farben genommen werden.
Dass dieses Verfahren es schwierig macht, überhaupt noch echt von falsch zu unterscheiden ob der vielen Echt-Varianten, erscheint mir plausibel. Die Echtheit wird ausschließlich durch die Codierung garantiert. Wenn man den knackt und valide Codes verwendet, ...
Wir kommen schnell an eine Schwelle, wo die Beweisführung unmöglich wird.
Schönen Sonntag noch
Carsten
Am: 27.02.2026 09:25:50
Gelesen: 1155
# 16
Post: Strafanzeige wegen gefälschter Briefmarken aus China
Gelber Riese will, dass Bundesanwaltschaft Schweizer Käufer belangt. A-Post-Fälschungen „von hoher Qualität“.
Von Lukas Hässsig (22.01.2026) - Die Schweizer Post fürchtet sich vor einer Lawine gefälschter Briefmarken. Sie hat deshalb Strafanzeige bei der Bundesanwaltschaft eingereicht.
Die nationalen Straffahnder sollen „Fälschungen von hoher Qualität“ ahnden, die „vermutlich in China … in grosser Zahl“ hergestellt und „über AliExpress zum Verkauf“ angeboten würden.
Die Anzeige vom September richtet sich gegen eine „Unbekannte Täterschaft“. Die Strafbehörde soll die Täter zur Strecke bringen und dafür sorgen, dass blockierte Briefmarken „zur Vernichtung eingezogen“ würden.
China ist zackiger (Post; IP)
Blockieren konnte die Post respektive der Schweizer Zoll Marken im Wert von lediglich 188’000 Franken. Man gehe davon aus, dass die „gesamthafte Anzahl der ausgelieferten Briefmarken weit höher“ liege, so die Post in ihrer Strafanzeige.
Für weitere Informationen und Abbildungen bitte den Link anklicken:
https://insideparadeplatz.ch/2026/01/22/post-strafanzeige-wegen-gefaelschter-briefmarken-aus-china/
Am: 27.02.2026 21:26:15
Gelesen: 1053
# 17
In der Schweizer Briefmarken Zeitung ist im Oktober ein Artikel zu diesen Fälschungen erschienen
https://www.briefmarkenzeitung.ch/module/Journal/202510/postgueltige_marken_billig_erworben_149
Hier der Originaltext:
Ein Prüfkunde sandte mir zwei Bogen der Sondermarke Ferien (Z.-Nr. 2013) zu, die am 2. Mai 2024 herausgegeben wurden. Den einen Bogen kaufte er bei der Post, den anderen Bogen kaufte er bei einem Frankaturwarenhändler deutlich unter Postpreis ein. Die Preise von Frankaturware aus den 1970 – 2020 liegen im Handel bei ca. 70 % des Nominalwertes, das liegt unter anderem daran, dass die heutigen Portostufen gestückelt werden müssen.
Aber dass ein Händler über tausend Marken, die gerade ein Jahr alt sind, unter Postpreis verkauft, macht betriebswirtschaftlich keinen Sinn. Es muss sie ja zum Postpreis erstanden haben. Halt! Er müsste sie -falls echt- zum Postpreis erstanden haben.
Eine Untersuchung der beiden Bogen mit der Lupe oder mit UV-Licht ergab keinen klar sichtbaren Unterschied.
Unter dem Mikroskop und mit Infrarotlicht wird schnell klar, die bei der Post gekauften Marken und das vermeintliche Schnäppchen sind nicht identisch.
Neben vielen Abweichungen greife ich den vom Sonnenhut gebildeten halbmondförmigen Schatten heraus. Im Original ist er mit gelb, rot, blau und schwarz gedruckt. In der Fälschung zum Schaden der Post fehlen die schwarzen Punkte.
In der Aufnahme mit Infrarotlicht sieht man beim Original den halbmondförmigen Schatten in grau, bei der Fälschung fehlt er.
Wenn ein Absender solche Marken zur Frankatur verwendet, begeht er Betrug. Dies kann den Käufer des vermeintlichen Schnäppchens teuer zu stehen kommen. Darüber hinaus zahlen wir als ehrlichen Postkunden für die Portobetrüger mit.
Die Mikroskop-Aufnahmen wurden mit einem Leica-Mikroskop EZ750 in 40-facher Vergrösserung und die Infrarotbilder mit einem HS3B Dokumentenprüfer erstellt.
Eine Untersuchung der beiden Bogen mit der Lupe oder mit UV-Licht ergab keinen klar sichtbaren Unterschied.
Unter dem Mikroskop und mit Infrarotlicht wird schnell klar, die bei der Post gekauften Marken und das vermeintliche Schnäppchen sind nicht identisch.
Neben vielen Abweichungen greife ich den vom Sonnenhut gebildeten halbmondförmigen Schatten heraus. Im Original ist er mit gelb, rot, blau und schwarz gedruckt. In der Fälschung zum Schaden der Post fehlen die schwarzen Punkte.
In der Aufnahme mit Infrarotlicht sieht man beim Original den halbmondförmigen Schatten in grau, bei der Fälschung fehlt er.
Wenn ein Absender solche Marken zur Frankatur verwendet, begeht er Betrug. Dies kann den Käufer des vermeintlichen Schnäppchens teuer zu stehen kommen. Darüber hinaus zahlen wir als ehrlichen Postkunden für die Portobetrüger mit.
Die Mikroskop-Aufnahmen wurden mit einem Leica-Mikroskop EZ750 in 40-facher Vergrösserung und die Infrarotbilder mit einem HS3B Dokumentenprüfer erstellt.
Am: 06.03.2026 08:47:43
Gelesen: 1070
# 18
Hallo an alle,
wie Paketda gestern berichtet hat, siehe Bildschirmfoto vom Anfang des Beitrags:

testet die Schweizer Post seit diesem Monat bis voraussichtlich Mai neue Marken mit Matrixcode.
Wer von den philalesern oder Schreibern stammt aus der Schweiz und kann dem Autor hier Marken besorgen bzw. Testbriefe laufen lassen - das wäre toll - meine Kontaktdaten sind auf philaseiten hinterlegt.
Hintergrund ist hier die Fragestellung, was ist im Vergleich zu Deutschland oder Finnland oder Großbritannien eventuell anders beim Einsatz der Matrixcodemarken ?
Auf Wunsch werden die Informationen selbstverständlich nach dem deutschen Presserecht vertraulich behandelt.
Viele Grüße Jürgen Olschimke - freier Journalist - AIJP-Mitglied
wie Paketda gestern berichtet hat, siehe Bildschirmfoto vom Anfang des Beitrags:

testet die Schweizer Post seit diesem Monat bis voraussichtlich Mai neue Marken mit Matrixcode.
Wer von den philalesern oder Schreibern stammt aus der Schweiz und kann dem Autor hier Marken besorgen bzw. Testbriefe laufen lassen - das wäre toll - meine Kontaktdaten sind auf philaseiten hinterlegt.
Hintergrund ist hier die Fragestellung, was ist im Vergleich zu Deutschland oder Finnland oder Großbritannien eventuell anders beim Einsatz der Matrixcodemarken ?
Auf Wunsch werden die Informationen selbstverständlich nach dem deutschen Presserecht vertraulich behandelt.
Viele Grüße Jürgen Olschimke - freier Journalist - AIJP-Mitglied